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Oligarchen-Sport

 
Zuletzt geändert am 26.11.2016 @ 16:43

Vorbemerkung
Zur Frage der Demokratie als Staatsform
: Grundsätzlich kann man wohl feststellen, dass die echte Demokratie als Staatsform global auf dem Rückzug begriffen ist. Traditionelle Demokratien des Westens werden in vorautoritäre Regierungsformen transformiert, in der eine Oligarchie die wesentlichen Weichenstellungen vornimmt und in der die Geheimdienste anscheinend schrankenlose Handlungsbefugnisse gegenüber anderen Staaten, aber auch den eigenen Bürgern haben (wie in den USA und Großbritannien). In den Staaten der ehemaligen UDSSR besteht größtenteils kein gewachsenes Demokratieverständnis – woher auch? Die Potentaten der meisten afrikanischen Staaten orientieren ihre Politik und Interessen eher von Geld und Rohstoffen leiten. Arabische Staaten bevorzugen familiäre Herrscherclans. Die Staaten Indien, Afghanistan und Pakistan und ihr Umfeld haben ihre eigene – undemokratische – Geschichte. Und in anderen Teilen der weltweiten Staatengemeinschaft sieht es nicht besser aus.

Zur Historie
„Die Oligarchie bei Platon (427 – 347 v. Chr.) ist die gesetzlose Herrschaft der Reichen, die nur an ihrem Eigennutz interessiert sind“ (Wikipedia). Oligarchie wird oft definiert als „Herrschaft von Wenigen“, oder „Herrschaft einer kleinen Gruppe, ursprünglich der Reichsten im Staat“ (Wahrig Fremdwörterlexikon). Nach Aristoteles ist Oligarchie „nicht nur Herrschaft der wenigen, sondern Herrschaft derjenigen, die enorme materielle Ressourcen in Macht verwandeln können“ (Müller 12.10.2012). Und diese beträchtlichen materiellen Mittel werden vorwiegend zum Eigennutz eingesetzt –  nämlich „ihre Besitztümer zu verteidigen“ (Ebenda).
Oligarchie ist soziologisch definiert “die Herrschaft weniger, z. B. von Cliquen oder einigen Familien” (
Fuchs-Heinritz u. a. S. 474). Bereits 1910 prägte R. Michels das “erherne Gesetz der Oligarchie”, dass nämlich im politischen System oligarchische Tendenzen herrschten: “Selbst in demokratisch ausgerichteten politischen Institutionen hat eine Minderheit die relevanten Entscheidungspositionen inne, die für die Mehrheit unerreichbar sind, da die Minderheit ihre Positionen durch Sich-wiederwählen-Lassen behält oder unter sich austauscht” (A.a.O., S. 244). Der derzeit zu beobachtende weltweite Prozess der Oligarchisierung ist in diesem Zusammenhang “die Umwandlung einer demokratischen Herrschaft in die Herrschaft weniger” (Ebenda).
Mit Oligarchie wird heute oft die Entwicklung in den Nachfolgestaaten der ehemaligen UDSSR bezeichnet, hier vor allem Russland und die Ukraine. Aber auch in Europa gibt es diese Tendenz – und vor allem in den USA. Oligarchie scheint – angesichts des gleichzeitigen Abstiegs der Mittelschicht und der zunehmenden Verarmung der Weltbevölkerung – zur künftigen Herrschaftsform zu werden – dekoriert mit einigen pseudodemokratischen Attributen wie etwas Pressefreiheit, regelmäßige Wahlen ohne wirkliche Alternativen, etc. (Vergleiche hierzu William J. Dobson, Demokratie 2.0).

Intro
Sport und Politik haben inzwischen ein verschränktes Verhältnis. Der Sport bestimmt nicht nur bei den ihn betreffenden Themen die Politik. Demokratische Staaten und totalitäre Regimes machen sich den Spitzensport zunutze, um internationale Anerkennung und Beachtung zu erhalten – und werden im Gegenzug von den Sportverbänden ihrerseits funktionalisiert. Die verschiedenen politischen Systeme möchten mit dem Sport ihr Image aufpeppen, um die Bevölkerung ruhig zu halten, um von der tatsächlichen Lage abzulenken, um nationale Helden zu produzieren.
Fast alle politischen Weltherrscher stehen vor dem IOC und den Internationalen Sportverbänden, der Fifa und der Uefa stramm. Putin machte 2007 persönlich (und erfolgreich) seine Aufwartung in Guatemala bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele an Sotschi 2014. Barack Obama bemühte sich 2009 persönlich (und vergeblich) für Chikago wegen Olympischer Sommerspiele 2016. Angela Merkel setzte sich persönlich (und erfolglos) für die Bewerbungen München 2018 und München 2022 ein. Shinzo Abe warb (erfolgreich) für Tokio 2020, Mariano Rajoy (erfolglos) für Madrid 2020. Usw.
Besonders allen Formen der Oligarchie respektive der totalitären Regime ist eine quasi naturgemäße Nähe zum Sport mit seinen Implikationen Elite, nationales Bewusstsein, Leistungsstreben, Siegermentalität. Die totalitären Regenten von Russland und China, die autoritäre Regierung der Ukraine, die Potentaten von Bahrain, Katar, die Diktaturen von Weißrussland, Aserbaidschan, Kasachstan, China etc. buhlen um internationale Sportevents und lassen sich dies viel kosten – zur Freude der Internationalen Sportverbände.
Deshalb übernehmen hohe Politiker – wie der russische und der chinesische Präsident – oft auch die Rolle der Sport-Oligarchen und Durchsetzer von Sport-Großereignissen.
Die ungenierte und schamlose Vergabe diverser Sport-Großereignisse durch den internationalen Sport an autoritäre Regimes, die Übernahme von Sportclubs durch Milliardäre in Ost und West, die Bereicherung der Oligarchen über Sport-Großereignisse und die damit einhergehende weitere Kommerzialisierung und Ent-Demokratisierung des Sports wird gerade in jüngster Zeit auffällig. Deshalb soll der politische Hintergrund dieser Entwicklung im Folgenden skizziert werden – die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Er ist auch systematisch für die Entwicklung zur „Postdemokratie“ (Colin Crouch) im Westen und zum weltweiten Vormarsch totalitärer Regimes.
Vergleiche unter Aktuelles: Der Sport ist politisch; Eishockey-WM beim Diktator; Gazprom

Ein Beispiel: Aserbaidschan
In diesem Land geht es prototypisch zu: “Ein Großteil der Schlüsselindustrien befindet sich im Besitz der Präsidentenfamilie und von Ministern, die zugleich Oligarchen sind – und umgekehrt” (Baumgart 22.10.2012).
„Der Zukunft entgegen: Baku 2015″. So lautete der Titel einer Anzeige in der SZ vom 30.11.2013: Aserbaidschan wirbt für die European Games 2015 in seiner Hauptstadt, die erstmals vom Europäischen Olympischen Komitee nach Baku vergeben wurden. “Aserbaidschan hat ein  ganzes Bündel an Erfolgsstories aus der Wirtschaft, dem Tourismus und dem Sport vorzuweisen. Dazu gehören der European Song Contest 2012 sowie 15 Sportevents, die das Land seit 2010 veranstaltet hat” (Ebenda).
Weniger erfolgreich ist die Demokratie in Aserbaidschan, dem öl- und gasreichen Land. Der vor zehn Jahren selbst inthronisierte Präsident Ilcham Alijew (vorher war sein Vater Gejdar zehn Jahre an der Macht) ließ sich Anfang Oktober 2013 bestätigen: “Ilcham Alijew hat die von Manipulationsvorwüfen überschattete Präsidentenwahl in Aserbaidschan gewonnen. Der autoritäre Amtsinhaber soll erneut mehr als 80 Prozent der Stimmen bekommen haben und startet in seine dritte Amtszeit… Die Wahl war von Fälschungsvorwürfen überschattet worden” (spiegelonline 9.10.2013). – “Kritiker des Präsidenten werden weggesperrt, Journalisten dürfen nicht frei berichten, und am Wahltag bekommt ein Alijew grundsätzlich mehr als zwei Drittel der Stimmen. So sorgt nun für Spott, dass eine aserbaidschanische App bereits einen Tag vor der jüngsten Präsidentschaftswahl am 9. Oktober die Ergebnisse veröffentlichte. Die sahen Alijew vorne mit knapp 73 Prozent… Die Organisation Transparency International zählt Aserbaidschan zu den korruptesten Nationen der Welt” (spiegelonline 10.10.2013; vgl. auch Hans 9.10.2013). Human Rights Watch veröffentlichte kürzlich einen Bericht über Kritiker, die im Gefängnis landeten. Alijew bezeichnete seine Wiederwahl als “Triumph der Demokratie”, er sitzt fest im undemokratischen Sattel: “Die EU hat eher die Energie aus Aserbaidschan fest im Blick als die Menschenrechte dort” (spiegelonline 10.10.2013). Und mit den Sport-Großereignissen erkauft sich Alijew Medienberichterstattung und Öffentlichkeit.
So ist das totalitäre Aserbaidschan ein ideales Land für Europäische Olympische Spiele und für andere internationale Groß-Sportereignisse – wie Weißrussland, China, Russland etc.

Olympische Jugendspiele
Aserbaidschan ist nur ein Beispiel. Totalitäre Staaten bewerben sich immer öfter um Sport-Großereignisse, Ins Bild passt hier, dass sich die russische Teilrepublik Dagestan, die als die unruhigste Kaukasus-Region gilt, um die Olympischen Jugendspiele 2018 bewarb (gewählt wurde schließlich Buenos Aires). Dortige Oligarchen wie der Milliardär Suleiman Kerimow wollten eine Milliarde US-Dollar in ein Stadion, weitere Sportstätten und Infrastruktur investieren (Ballin 11.4.2011).
Wieder einmal wird offensichtlich, dass die Olympische Idee offensichtlich langfristig mit diktatorischen und autoritären Regimes liebäugelt.

Sport als OligarchieDie internationalen Spitzensportverbände stellen selbst eine Art Oligarchie dar. Schon Anfang der Neunziger Jahre schrieb der Londoner Observer von „fünfundachtzig Mitglieder einer Oligarchie, die unter dem Namen IOC bekannt ist“ (zitiert nach Simson, Jennings 1992, S. 304). Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Hinzu kommt, dass die Sportdisziplinen bei Sport-Großereignissen immer zahlreicher werden und der High-Tech-Anteil an Sporterfolgen immer höher wird. Das kostet entsprechend viel Geld: Auch diese Entwicklung begünstigt den Vormarsch von totalitären Regimes, reichen Industriellen und Oligarchen – oder Mischformen von allen dreien.
Der Sport gehört nicht mehr dem Sport. Der internationale Sport gehört den multinationalen Konzernen IOC und den TOPSponsoren, den Internationalen Sportverbänden, der Fifa und der Uefa – mit ihren nahezu identischen Knebelverträgen für die Austragungsorte. Die internationalen Sportverbände sind unter dem Einfluss von Scheichtümern und Erdöl-  und Erdgaskonzernen, von totalitären Staaten wie Russland und China, von zweifelhaften Demokratien wie der Ukraine und von eindeutigen Diktatoren wie Weißrussland, Aserbaidschan und Kasachstan geraten: und locken diese förmlich an.
Die heutigen Oligarchen beherrschen oft Rohstoffquellen und Großkonzerne und investieren hohe Summen in den Sport: Sie haben speziell in Osteuropa und in Vorderasien durch oft illegale Aktivitäten im Zuge des Endes der UDSSR unermesslichen Reichtum zusammengerafft.
Statt der Person eines Oligarchen kann auch ein Staatskonzern wie Gazprom (mit Wladimir Putin als treibende Kraft) auftreten. „Ohne Gazprom, heißt es, wird in Russland niemand Präsident. Und ohne Russlands Präsidenten geht nichts bei Gazprom. Im Konzern soll es von ehemaligen KGB-Agenten und Putins Helfern wimmeln, es soll einen eigenen Nachrichtendienst und eine eigene Armee geben“ (Spiller 26.11.2013).
Oder es sind Institutionen wie die Qatar Foundation mit dem Scheich Tamim bin Hamad al Thani als Finanzgeber und Initiator: Der Reichtum Katars besteht aus Erdgas und Erdöl.
Vergleiche: Katar-Sport

Wer wird IOC-Präsident – und wie?
Vom 4. bis 10.9.2013 fand in Buenos Aires die 125. IOC-Session statt – mit der Wahl eines neuen Präsidenten. Thomas Bach folgte auf Jacques Rogge – nicht von ungefähr: Seine Wahl wurde vom kuwaitischen Scheich Al-Sabah forciert. „Dieses IOC ist anfälliger denn je für die Mächte, die auf die Kommandobrücke streben: Ölscheichs wie der Kuwaiti Al-Sabah, Oligarchen von Putins Gnaden wie Arkady Rotenberg und sein Judo-Kumpel Marius Vizer, die über den Einfluss aller Sport-Weltverbände (SportAccord) immer mehr Einfluss ausüben“ (Weinreich 7.9.2013)
À propos Rotenberg: „Vizer holte den Oligarchen Arkady Rotenberg in die Exekutive, einen Jugend- und Judofreund von Putin. Rotenberg verdient gerade kräftig am olympischen Umbau von Sotschi. Dort, wo jeder zweite Rubel für
Korruption draufgeht, hat er Aufträge über 7,9 Milliarden Dollar zugeschanzt bekommen – mehr als das Gesamtbudget der Spiele von Vancouver“ (Hartmann 11.9.2013). – „Rund acht Milliarden Dollar war auch das Auftragsvolumen für die Brüder Rotenberg. Arkadi ist Judo-Sparringpartner von Putin. Der hatte Oleg Deripaska (hält Anteile an der Strabag) bei einem Straßenprojekt ausgestochen, indem er nicht billiger, sondern teurer war“ (Pavlovics 30.9.2013). – „Rotenbergs Erfolg mit diesen Verträgen legt nahe, dass verschiedene Kategorien von Unternehmern unterschiedliche Beziehungen zu den Olympischen Spielen haben. Putins enge Freunde scheinen von der Großzügigkeit des Staates zu profitieren, während von Oligarchen aus den 1990er Jahren wie Peripaska und Potanin erwartet wird, etwas zur Olympiakasse beizusteuern.“ (Orttung 6.12.2013).

Alte und Neue Sport-Oligarchen
Im Kritischen Olympischen Lexikon sind als ältere Sport-Oligarchen benannt: Lee Kun Hee (IOC, Südkorea, Samsung; aktueller Promoter von Pyeongchang 2018), Mohamad Bob Hasan (Ex-IOC, Indonesien), Sepp Blatter (IOC, Fifa), Joao Havelange (Fifa), Thomas Bach (nunmehr IOC-Präsident), René Fasel (IOC, Eishockey-Präsident), Juan Antonio Samaranch (IOC), Yoshiaki Tsutsumi (Ex-IOC, Japan), Schamil Tarpischtschew (IOC, Russland), Mario Vazquez Rana (Ex-IOC, Mexiko), Kim Un Yong (Ex-IOC, Südkorea), André Guelfi (Frankreich), Park Yong-Sung (Südkorea), Jean-Marie Weber (Geldbote ISL-Skanda und nicht zuletzt Hein Verbruggen (Ehrenmitglied IOC, Ex-Präsident vom Internationalen Radsportverband UCI) und Pat McQuaid (IOC, Ex-UCI-Präsident).
Als neue Sport-Oligarchen und –Oligarchien sind hinzugefügt: Ahmed Al-Fahad Al Ahmed Al-Sabah (IOC, Scheich, Kuwait), Hassan Moustafa (Handball-Präsident), Sergej Bubka (IOC, Ukraine), Wladimir Putin (UDSSR, mit dem Gazprom-Konzern im Hintergrund) und
Alexander Lukaschenko (Weißrussland). Dazu kommen Deripaska, Oleg; Gazprom-NTW; Doping Russland; Wintersport und Klimaerwärmung: 2014/2015; Hayatou, Issa; Totalitärer  Sport-Terminkalender; Timtschenko, Genadij Nikolajewitsch; Rotenberg, Arkadij, Boris; Makarow, Igor
Aufgeführt werden könnten auch die Potentaten Scheich Tamim bin Hamad al Thani (Katar), König Hamad bin Isa Al Chalifa (Bahrain) und andere – chinesische Oligarchen nicht zu vergessen.

Weitere Potentaten aus totalitären Staaten bemühen sich verstärkt um internationale Groß-Sportereignisse, von denen sie sich Reputation und Anerkennung versprechen, wie Nursultan Nasarbajew (Kasachstan), Ilham Alijew (Aserbaidschan).

Wird es wirklich besser?
War nun die Wahl von Brian Cookson am 27.9.2013 zum Präsidenten des Weltradsport-Verbandes UCI als Nachfolger des skandalumtosten Part McQuaid ein wirklicher Neubeginn beim Internationalen Radsportverband? Cookson wird eine Nähe zum russischen Verbandspräsident und Oligarchen Igor Makarow nachgesagt, der auch Besitzer des übel beleumundeten Rennstalls Katjuscha ist.
„Cooksons größtes Problem ist ein Verbündeter: Igor Makarow. Der 51-jährige Milliardär ist Eigentümer des ProTour-Teams Katjuscha, Chef des russischen Verbandes, Mitglied des UCI-Management-Komitees und – ganz nebenbei – mit seinem Konzern Itera offizieller Sponsor des Kontinentalverbands UEC. Als Wahlkampfhelfer ist der im Gasgeschäft reich gewordene Oligarch mit guten Beziehungen zum Kreml nicht zimperlich“ (Hettfleisch 25.9.2013).
Der Internationale Sportgerichtshof CAS hob die dopingbedingte Sperre des Katjuscha-Rennstalls vom Dezember 2012 am 15.2.2013 auf (SZ 16.2.2013; spiegelonline 15.2.2013). Ein möglicher Grund für die Lizenzerteilung: “Manche vermuten daher auch sportpolitische Motive, beispielsweise werden dem russischen Oligarchen Igor Makarow, der mit seinem Geld hinter Katjuscha steht, Ambitionen auf internationale Posten nachgesagt” (SZ 16.2.2013).

Sport und Oligarchie in den USA
Ursprünglich wurde der Begriff Oligarchie in den USA Ende des 19. Jahrhunderts für Reiche und Mächtige verwendet, die in westlichen Bundesstaaten auf ihrem Gebiet fast wie Feudalherren herrschten. Im 21. Jahrhundert sehen Sozialwissenschaftler aufgrund der Verteilung des Reichtums die USA wieder „bereits im Zeitalter der Oligarchie angekommen“ (Müller 12.10.2012). Seit dem Wahljahr 2012 ist „nicht nur allenthalben von ‚den Superreichen’ die Rede, sondern gleich von Oligarchie“ (Ebenda). Das „eherne Gesetz“ der Oligarchie zielt darauf ab, ihre Besitztümer zu verteidigen (Ebenda). Die amerikanischen Oligarchen nutzen ihren Reichtum zum Machterhalt und wandeln den Staat zur „formalen Demokratie” um. Selbst das von der Occupy-Bewegung attackierte „one percent“ verliert Einfluss – an noch kleinere und noch reichere Kreise.
Die 400 reichsten Amerikaner – etwa 0,0001 Prozent der US-Bevölkerung – kämpfen mittels Lobbyisten, Anwälten und Steuerberatern, „dass der nominelle und der tatsächliche Steuersatz für die Oligarchen weit auseinanderklaffen“ (Ebenda).
Viele amerikanische Milliardäre – oder Oligarchen – haben sich Baseball-Teams, Basketball-Teams, American Football-Teams gekauft – und oft auch die entsprechenden Riesenstadien bauen lassen. So wurden im Baseball auch die Namen der Stadien selbst höchstbietend verkauft: von Comiskey Park zu U.S. Cellular Field (Chikago), vom Metropolitan Stadium zum Target Field (Minneapolis); die Citigroup kaufte für 400 Millionen Dollar das Recht, für 20 Jahre dem neuen Sportgelände der New York Mets den Namen zu geben – mitten in der Finanzkrise 2009, etc.
(Sandel S. 210f).
Arme in den USA dagegen gehen oft nicht mehr zur Wahl, und die Mittelschicht verarmt und verliert Einfluss.
Siehe auch im Kritischen Olympischen Lexikon: VIP-Logen

Ein Beispiel: Vom America’s Cup zum Milliardärs-Cup
Der amerikanische Milliardär Larry Ellison (fünftreichster Mensch der Erde mit einem geschätzten Privatvermögen von 36 Milliarden Dollar) wollte mit High-Tech-Booten und High-Speed-Rennen TV-Sender ködern und damit Sponsoren. Aber er trug mit den so sündteuren wie schnellen AC72-Katamaranen des America’s Cup 2013 eher zum Ruin des Segelsports bei. “Ellison wollte ein Spektakel der Superlative inszenieren, eine Ozean-Formel-1 mit Woodstock-Flair: Über das Wasser sollten mit mehr als 44 Knoten (81 Stundenkilometer) Hightech-Katamarane vom Typ AC72 brausen, vorbei an der Golden Gate Bridge, an Alcatraz, an Treasure Island. Auf dem Festland sollten die Menschen feinsten Wein und edlen Lachs kosten und Konzerte genießen. (…) Das mit dem Lachs hat geklappt (…) Aber sonst war zunächst kaum jemand da. Ellison hatte auf 15 Teilnehmer bei der Herausfordererrunde gehofft, es kamen drei (…) allen anderen war die Teilnahme zu teuer. Nur Team Neuseeland war, mit Hilfe des Staates zu einer überdimensionierten Investition (84 Millionen) bereit” (Schmieder, Jürgen, Mit 44 Knoten in die Zukunft, in SZ 19.9.2013). Davon kamen 22 Millionen Euro vom Staat (Kemmling, Carsten. Erst Schufte, dann Helden, in spiegelonline 26.9.2013). Nicht nebenbei: „Dass die Stadt San Francisco am Ende einen Verlust von 11,5 Millionen Dollar machte, war Ellison egal“ (Schmieder Jürgen, Er macht, was er will, in SZ 20.9.2014; Hervorhebung WZ).
Ellison pervertierte mit seinem Geld die Kosten des America’s Cup 2013: “Nur die Milliardäre Tornquist (Team Artemis, Schweden) und Bertelli (Team Luna Rossa, Italien) wollten sich das leisten – und überraschend das kleine Neuseeland” (Schmieder 19.9.2014). Dessen Budget betrug umgerechnet 84 Millionen Euro, das von Oracle lag bei 200 Millionen Euro (Schmieder, Jürgen, Wenn der Böse gewinnt, in SZ 27.9.2013). Ellison “hat es sich im Laufe der Jahre fast eine halbe Milliarde kosten lassen, um den America’s Cup und im Zuge dessen wohl das Segeln zu revolutionieren” (Mölter, Joachim, Fliegende Boote, in SZ 27.9.2013).
Neuseeland führte schon 8 : 1: Dennoch gewann Oracle am Ende. Die Oracle-Leute spielten nach den Rennen „bis tief in die Nächte 3-D-Simulationen durch, in realen Belastungstests zerrten Gewichte an dem riesigen, mittschiffs thronenden Flügel“ (Amerikas Coup, in Der Spiegel 40/30.9.2013).
Der neue Herausforderer kommt aus Australien und ist übrigens: Milliardär.
Vergleiche auch: Techno-Doping

Exkurs: Mitt Romney
Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner für die Wahl im November 2012, Mitt Romney,wurde im Wahlkampf 2012 von elf Milliardären unterstützt (Dickinson 24.5.2012). Er war 1999 als Geschäftsführer des Organisationskomiteesmit der Organisation der berühmten, vom Bestechungsskandal begleiteten XIX. Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City beauftragt (deseretnews.com 8.6.2012). Zwischendurch plante man im US-Staat Utah, sich für die Olympischen Winterspiele 2022 erneut zu bewerben. Der Gouverneur von Utah, Brian Krolicki, war auch der Vize-Direktor von Romneys Wahlkampf in Utah und die treibende Kraft einer Bewerbung von Reno um Olympische Winterspiele 2022. Krolicki äußerte, er hätte mit Romney “mehr über die olympische Bewerbung als über den Wahlkampf gesprochen” (Clarke 4.6.2012).
Und nun steht eine Bewerbung von Boston für Olympische Sommerspiele 2024 an. Wieder ist Mitt Romney dabei. Hinzu kommt der Milliardär John Fish (53), der Eigentümerr der Baufirma Suffolk Sonstruction Co., einem Unternehmensgeflecht mit zwei Milliarden US-Dollar Umsatz. Fish verspricht sich von Olympischen Sommerspielen auch Aufträge für sein Unternehmen, z. B. den Bau des Olympischen Dorfes für 16.000 Athleten (Leung 13.11.2013. Der Begriff „Dorf“ wirkt in diesem Zusammenhang äußerst fragwürdig).

Sport-Oligarchen in Europa
In Europa gehört oft die Hälfte der nationalen Fußball-Ligen den Milliardären.
Italien: Italienische Spitzenclubs gehören seit längerem den Reichsten des Landes: Juventus Turin dem Agnelli-Clan, Inter Mailand dem Ölmagnaten Massimo Moratti und der AC Mailand Silvio Berlusconi. Dieser möchte gern den Fußballclub zumindest zum Teil verkaufen, da er 80 Millionen Euro zur Verlustdeckung 2011 aufbringen musste. Aussichtsreichster Kandidat ist der Staatsfond von Katar, dem schon der französische Spitzenclub St. Germain gehört. Interessiert ist wohl auch der russische Oligarch Oleg Deripaska (SZ 13.10.2012). Der Ausverkauf der italienischen Liga geht weiter: AS Rom ist bereits in den Händen von amerikanischen Investoren. Ausführlicher soll die Situation bei Inter Mailand dargestellt werden.
Exkurs: Massimo Moratti Petrol-Unternehmer geht, Palmöl-Unternehmer kommt.
Moratti ist Erdöl-Unternehmer; ihm gehörte 18 Jahre der Fußballklub Inter Mailand. In dieser Zeit steckte Moratti knapp 1,2 Milliarden Euro in den Verein: Dann wurde das Geld knapp. Inter Mailand soll zudem Schulden in Höhe von rund 400 Millionen Euro haben (spiegelonline 15.10.2013). Nun hat er an den indonesischen Unternehmer Erick Thohir 70 Prozent der Anteile für 300 Millionen Euro verkauft; die restlichen 30 Prozent könnte Thohir in zwei bis drei Jahren übernehmen.
„Thohirs Astra-Konzern ist in Indonesien führend im Automobil-Handel, im Speditionsgeschäft, aber auch im Kohleabbau und in der Palmölproduktion. Hinzu kommen Kreditgesellschaften und Informationstechnologie. Ein Wirtschaftsimperium mit 170 Firmen und 185.000 Mitarbeitern” (Schönau 21.9.2013). Thohir hat im Sportsektor Anteile am NBA-Team Philadelphia 76ers, am Fußballklub D.C. United, zwei indonesische Basketball-Klubs. Er ist Präsident der Southeast Asia Basketball Association (Schönau 20.7.2013). – “Rund die Hälfte der Kaufsumme wird in die Schuldentilgung fließen, die andere Hälfte bekommt Moratti” (Schönau 21.9.2013).
Derzeitiges Fazit aus Italien: „Italiens Oligarchen geht das Geld aus, sie müssen ihre Klubs jetzt an Ausländer verschleudern“ (Schönau 30.11.2013).

Anscheinend gehört es nicht nur für die nationalen, sondern auch für die internationalen Oligarchen inzwischen zum guten Ton, in Sportklubs zu investieren.
Spanien: Aus dem Krisenland Spanien berichtete der Journalist Juan Moreno: „Wer hier längere Zeit Nachrichten schaut, versteht, warum mittlerweile die Hälfte der Sendezeit auf Sport verwandt wird. Man würde andernfalls verrückt werden. Es dreht sich alles um die Krise” (Moreno30.7.2012).
Das ist der Sinn des Spitzensports: Brot und Spiele!
Allein Madrid sollen kurz- und langfristige Verbindlichkeiten von fast 600 Millionen Euro belasten“ (spiegelonline 3.9.2013). Der FC Barcelona hält sich mit dreistelligen Sponsoren-Millionen aus Katar über Wasser.
Großbritannien: Viele berühmte britische Spitzenvereine gehören ebenfalls amerikanischen, europäischen oder russischen und arabischen Milliardären. Malcolm Glazer übernahm 2005 Manchester United (und bürdete dem Klub die Kaufschulden auf). Der russische Oligarch Roman Abramowitsch kaufte 2003 den FC Chelsea und investierte inzwischen 600 Millionen Euro in neue Spieler. Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan aus der Herscherfamilie von Abu Dhabi kaufte 2009 den Verein Manchester City. . Der Fußballverein Cardiff City gehört inzwischen dem malaysischen Milliardär Vincent Tan (Honigstein 21.10.2013).
Frankreich: Paris St. Germain ist Eigentum von Qatar Sports Investments (QSI), damit im Besitz des Scheichs von Katar; inzwischen wurden dort 130 Millionen Euro für neue Fußballer investiert.
Monaco und der erneut unter den großen Einkäufern zu findende Nobelclub Paris St. Germain können ihre gewaltigen Transferdefizite nur anhäufen, weil sie von Oligarchen aus Russland (Dmitri Rybolowlew, Monaco) oder Investoren aus Katar (Paris) mit Hunderten Millionen gepimpt werden” (spiegelonline 3.9.2013; Hervorhebung WZ).
Usw. usw.

Oligarchie in Russland
In Russland kann man nach dem Zerfall der ehemaligen UDSSR seit 1990 zwei Generationen von Wirtschaftsoligarchen unterscheiden: die Jelzin- Oligarchen und die Putin-Oligarchen (Wikipedia).
Unter Jelzin versuchten die Oligarchen, Teile der Staatskonzerne zu bekommen oder Rohstoffmärkte zu erobern. Oft kontrollierten sie auch die Massenmedien und nahmen Einfluss auf den Staat und die Gesetzgebung. Jelzins Wiederwahl 1996 wurde von Oligarchen (Sieben-Bankiers-Bande) finanziert.
Unter Putin wurde ein Teil der Oligarchen entmachtet, ihr weiteres Handeln von der Wahrung der vermeintlichen Staatsinteressen abhängig gemacht. Es entstand eine Gemengelage aus dem politischem Führer/Präsident im Kreml und den Oligarchen. Wer Putin zur Verfügung stand, konnte Oligarch bleiben oder werden. Putin „positionierte einige der vertrauenswürdigsten und nützlichsten Oligarchen direkt unter sich selbst im Kreml“ (Wikipedia). Der Putin-Kritiker Boris Nemzow urteilte: “Nur Oligarchen und Unternehmen mit Verbindung zu Putin würden reich” (Bilger 11.8.2013).
Exkurs: Putins eigene Oligarchen. Der Amerikaner William Browder hatte 1996 den Fonds Hermitage Capital gegründet. Der russische Anwalt Sergej Magnitski beriet ihn. Browder hat Ende Februar 2015 das Buch Red Notice. Wie ich Putins Staatsfeind Nr. 1 wurde, veröffentlicht. Browder versuchte zusammen mit Magnitski, gegen Korruption und Oligarchentum anzugehen. SZ-Autor Tim Neshitov referierte im SZ-Magazin ausführlich über Browders Buch und die Ermordung Magnitskis (Neshitov 6.2.2015). Browder beschrieb den Beginn der Oligarchenzeit unter Jelzin: „Unter Jelzin haben zwei Dutzend Oligarchen vierzig Prozent der russischen Wirtschaft untereinander aufgeteilt“ (Ebenda; Hervorhebung WZ). Putin kam 1996 von St. Petersburg nach Moskau. „Putin arbeitet nun für Jelzin. Oligarchen, die wichtige Banken und Medien kontrollieren, haben für Jelzins Wiederwahl gesorgt und sich im Gegenzug Zugriff auf weitere Staatsunternehmen gesichert (Ebenda). – „Seinen wichtigsten Sieg errang Browder über den Energiemonopolisten Gazprom. Als Putin den korrupten Gazprom-Chef feuerte, schoss die Gazprom-Aktie an einem einzigen Tag um 134 Prozent in die Höhe. Bald kostete sie bereits das 100-fache von dem Preis, den Hermitage einst dafür bezahlt hatte. (…) ‚Der Vorteil an Putin war‘, sagt Browder: ‚Als ehemaliger KGB-Agent hatte er keine Vergangenheit. Jeder durfte sich seinen Putin zusammenwünschen. Auch ich blendete viel aus, den Krieg in Tschetschenien etwa.‘ Browder bekam erst Zweifel, als ein anderer Oligarch, den er gern hinter Gittern gesehen hätte, Roman Abramowitsch, von Gazprom 13 Milliarden Dollar für eine Ölfirma kassierte, die er sich unter dubiosen Umständen angeeignet hatte. ‚Ich sah, dass Putin nicht dabei war, eine korrupte Oligarchie zu beseitigen. Er baute seine eigene auf‘“ (Ebenda; Hervorhebung WZ).
Wie schon oben beschrieben, dienen Putin Großkonzerne, aber auch Oligarchen zur Durchsetzung seiner Interessen, auch im Sport. So ist der Konzern Gazprom Eigentümer des Fußballklubs Zenit St. Petersburg und kaufte 2012 vom FC Porto einen brasilianischen Nationalstürmer für 50 Millionen Euro. Der Stadion-Neubau von Zenit St. Petersburg kostet eine Milliarde Dollar (Aumüller 5.9.2012).
„Oligarch Usmanow, laut Forbes reichster Russe (17,6 Milliarden Dollar Vermögen), ist Chef des internationalen Fechtverbandes. Oligarch Lisin (Forbes: 14,1 Milliarden) will an die Spitze des Schützen-Weltverbandes. Oligarch Makarow (laut Forbes „nur“ 1,9 Milliarden Dollar schwer) hat bei der Wahl zum Chef des Rad-Weltverbandes mitgemischt. Er hat den Briten Brian Cooksen unterstützt, der Präsident McQuaid gestürzt hat. Cooksen sagte vor der Wahl: „In jedem olympischen Sport gibt es inzwischen einen Makarow. Oligarchen nehmen sich des Sports an, mit einem wie ihn muss man klarkommen“ (welt.de 18.7.2013).
Vergleiche im Kritischen Olympischen Lexikon: Gazprom
Putin äußerte tatsächlich im Jahr 2012: „I believe by no means shoud politics, business and other such issues be mixed up with sports“ (Ellingworth 23.7.2013. „Ich glaube, dass unter keinen Umständen Politik, Geschäft und andere solche Themen mit Sport vermischt werden sollten“).

Das Beispiel Sotschi 2014
Als Gesamtkosten waren für Sotschi 2014 zunächst 8,6 Milliarden Dollar kalkuliert. 2007 lagen die Kosten schon bei 25 Milliarden Dollar und 2010 bei über 30 Milliarden Dollar: Im Sommer 2013 rechnete man schon mit 50 Milliarden Dollar. Allein die Stromversorgung soll zwei Milliarden Dollar kosten. In diesen Kosten sind die Folgekosten der Umweltschäden noch gar nicht enthalten.

Die zehn reichsten russischen Geschäftsleute mussten auf Druck von Putin der staatlichen Sportförderung zusätzliche Finanzhilfen in Milliardenhöhe gewähren; auch die Stiftung Russische Olympioniken (SRO) um die Oligarchen Roman Abramowitsch und Oleg Deripaska musste einspringen (Hahn 2.10.2008).
Das Organisationskomitee für Sotschi soll Sponsorenverträge über eine Milliarde US-Dollar abgeschlossen haben: unter anderem mit dem Ölkonzern Rosneft, der Sberbank, der Fluggesellschaft Aeroflot und dem Konzern Rostelekom (SZ 29.12.2009).
Fünf Oligarchen und russische Konzerne wurden “eingeladen” und bauten die fünf Wintersportressorts. “Eilfertige Oligarchen haben komplette Skidörfer und Hotelkomplexe spendiert, um dem Präsidenten zu gefallen” (Cerne 3.2.2013). Der Mischkonzern von Milliardär (und Anteilseigner des österreichischen Strabag-Konzerns) Oleg Deripaska baute das Olympische Dorf, Gazprom baute das Skizentrum für Langlauf und Biathlon.

Politiker und Oligarchen mit Sportklubs
Hans-Joachim Hoppe hat in Eurasisches Magazin eine kleine Auswahl der Sponsoren und Funktionäre des Ostes zusammengefasst:

  • Vladimir Putin – Präsident Russlands, kein aktiver Verbandsvorsitzender, aber Ehrenpräsident der Internationalen Sambo-Föderation, aktiver Sportler mit Verbindung zu Sambo-, Judo- und Karate-Klubs sowie zu Eishockey und dem Fußballverein FC Zenit St. Petersburg.
  • Dmitry Medwedjew – Premier Russlands, kein Verbandsvorsitzender, aber Förderer des Sports und gesunder Lebensart in Russland, Skilauf, Radfahren, Badminton und Fischen.
  • Arkady Dworkowitsch – Vizepremier der russischen Regierung, Erster Vizepräsident, jetzt Aufsichtsratsvorsitzender des Russischen Schachverbands, Vorstandsmitglied des Russischen Fußballbundes.
  • Dmitry Kozak – Vizepremier und Hauptkoordinator der Vorbereitungen der Olympischen Winterspiele in Sotschi.
  • Alexander Zhukov – Duma-Vizepräsident, Vorsitzender des Russischen Olympischen Komitees, ehemaliger Vorsitzender des Russischen Schachverbandes.
  • Kirsan Iljumschinow – ehemaliges Oberhaupt der Teilrepublik Kalmückien der Russischen Föderation, Präsident des Weltschachverbandes FIDE.
  • Michail Prochorow – russischer Unternehmer, Oppositionsführer, Präsidentschaftskandidat 2012, Teilhaber des Basketball-Klubs Brooklyn Nets, Sponsor des Moskauer Armeeklubs ZSKA Basketball, Hockey und Fußballklubs, Präsident des Russischen Biathlon-Verbands.
  • Roman Abramowitsch – russischer Oligarch, Eigentümer des englischen Fußballklubs FC Chelsea,
  • Boris Rotenberg – Putins ehemaliger Judo-Trainer, Präsident des FC Dynamo Moskau, Aufsichtsratsvorsitzender Vasiliy Titov von der VTB-Bank.
  • Alexei Miller – Vorstandsvorsitzender von GAZPROM, Vizepräsident des Russischen Fußballbundes.
  • Ahmed Bilalov – Mitglied des Föderationsrats, Vizepräsident des Russischen Olympischen Komitees, Leiter der Gesellschaft der „Kurorte des Nordkaukasus“, im Februar 2013 aus seinen Ämtern entlassen
    (Hoppe 3.10.2013; vgl. auch Ellingworth 23.7.2013).

Rosa Chutor
Das neue Skiressort Rosa Chutor wurde vom russischen Oligarchen Wladimir Potanin erbaut: “Er hat beste Beziehungen zum Kreml. Rund 2,5 Milliarden US-Dollar hat er eigenen Angaben zufolge allein in das Skigebiet Roza Chutor investiert. Dass das in absehbarer Zeit Profit abwirft, ist unwahrscheinlich” (Dornblüth, Gesine, Vom Badeort zum Wintersportmekka, in deutschlandfunk.de 5.1.2014). Der Direktor von Rosa Chutor, Aleksandr Belokobylskij, erläuert am Modell von Rosa Chutor: „Wir haben das meiner Meinung nach größte System für Kunstschnee an einem Kurort gebaut. Hier sind zwei Wasserreservoirs, von dort transportieren vier Pumpstationen das Wasser hoch bis zum Start der Abfahrt der Männer. Wir haben bereits 406 Schneekanonen fest installiert und weitere 25 mobile Kanonen. Das ist das größte System in Europa” (Ebenda). – “Potanin wird nach den Spielen an jedem Skipass, jeder Bratwurst und jedem Bier verdienen – ganz Chutor ist Privatbesitz” (Spannagel, Lars, Olympias  Sklaven machen es möglich, in tagesspiegel.de 4.1.2014). – „Geld ist der wichtigste Schlüssel Putins zum Powerplay im Sport. Wie das funktioniert, erklärte im Frühling 2014 erstaunlich offen der Oligarch Wladimir Potanin, der zuvor mehrere hundert Millionen Franken in den Aufbau des olympischen Skigebiets in Rosa Chutor bei Sotschi gesteckt hatte. Der russischen Ausgabe des Magazins ‚Forbes‘ sagte er: ‚Das ganze Gerede, dass man Koffer voller Geld bringt, und dann läuft alles – das ist Unsinn. Wenn du Geld für die Organisationen gibst, bedeutet das, dass du die Möglichkeit erhältst, Wettkämpfe durchzuführen und in Führungspositionen zu kommen. Das ist viel effizienter als alle Koffer voller Geld‘ (Geisser, Remo, Gertsch, Christof, Donath, Klaus-Helge, Steffen, Benjamin, Kopp, Andreas, Putins schmutzige Sportarmee, in nzz.ch 16.11.2015).

Staatsgelder
Russland musste – unabhängig von den Investitionen der fünf Firmengebilde – allein geschätzte 24 Milliarden Euro für Infrastrukturmaßnahmen aufbringen: für z.B. für das Olympiastadion (44.000 Plätze), das Olympische Dorf mit vorgelagertem Yachthafen, Flughafen, Elektrizitätswerk, Medienzentrum, Themenpark, Schnellbahn etc. Offiziell arbeiten 50.000 Arbeiter daran, inoffiziell wird von 200.000 Arbeitern gesprochen (Smejkal 13.2.2012). Allein die neuen Verkehrswege kosteten sechs Milliarden Euro.
“Viele Bauprojekte wurden ohne Ausschreibung vergeben. Oft kamen dabei Kreml-nahe Oligarchen und Putin-Freunde zum Zug, etwa die Gebrüder Rotenberg. Arkadij und Boris Rotenberg sind Wladimir Putin seit der Jugend freundschaftlich verbunden, der Präsident war ihr Judopartner. Rotenberg-Firmen bauen Gasleitungen in Sotschi, den Flughafen und bekamen besonders häufig den Zuschlag beim
Straßenbau. Der Sektor gilt in Russland als chronisch korruptionsverseucht. Das olympische Auftragsportfolio der Rotenbergs beläuft sich laut Nemzow auf rekordverdächtige sieben Milliarden Dollar. Arkadij Rotenberg war 2010 zum ersten Mal in der Liste der reichsten Russen des Magazins Forbes aufgetaucht. Zuletzt machte er von Rang 63 einen Satz nach vorn auf Position 31. Sein Vermögen wird auf 3,3 Milliarden Dollar taxiert” (Bidder 31.5.2013).
Man sollte nicht das Schicksal der Menschen in Sotschi vergessen, die von den Oligarchen-Sportgeschäften betroffen sind: “Keinen Augenblick denkt ein großer Macher an das Leid, das Umsiedlungen von Menschen nach sich ziehen, an den Kater nach dem großen Fest, an die Schuldenlast, die Jahrzehnte drücken wird. In einer Zeit, in der Staaten vor dem finanziellen Kollaps stehen, ist diese Haltung bedenklich” (Geisser 12.2.2012).

Exkurs: Roman Abramowitsch
Der russische Milliardär Roman Abramowitsch ist Oligarch von Wladimir Putins Gnaden (russischer Präsident von 2000 bis 2008 und wieder ab 2012). “Lange Zeit galt Abramowitsch als wichtigster Oligarch im Umfeld des damaligen Präsidenten Wladimir Putin” (Wikipedia). Er machte sein Vermögen in der Zeit, als Boris Jelzin russischer Präsident war und hielt Beteiligungen im Erdöl- und Aluminiumbereich sowie weitere Industriebeteiligungen. Abramowitsch „gilt als einer der entscheidenden Wegbereiter für den Machtwechsel von Ex-Präsident Boris Jelzin zu Putin im Jahr 2000“ (Wikipedia).
Abramowitsch hatte 2012 laut Forbes ein Vermögen von über 13 Milliarden Dollar. Ihm gehören drei Yachten von jeweils über 100 Metern Länge, darunter die größte der Welt mit Raketenabwehrsystem und Anti-Paparazzi-System; dazu zwei U-Boote, ein vierstrahliger Airbus A340-313X und diverse Schlösser in Südfrankreich sowie eine Sammlung von Gemälden, u. a. von Francis Bacon und Lucian Freud.
Auf Putins Wunsch engagierte sich Abramowitsch stark bei den Bauten der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. Seine Baufirma profitiert von Aufträgen in Sotschi für die Olympischen Winterspiele 2014. Abramowitsch wird dem autokratischen russischen Präsidenten auch bei der Durchführung der FußballWM 2018 als Berater helfen.
2003 kaufte er für 210 Millionen Euro den englischen Fußballklub FC Chelsea und investierte seither rund 760 Millionen Euro. Zum Champions-League-Finale im Mai 2012 flog Abramowitsch mit Freunden in fünf Flugzeugen zum EM-Finale 2012 in München ein, wo seine Mannschaft FC Chelsea das Endspiel gegen den FC Bayern gewann. Der Pokal der Champions League 2012 kostete ihn einschließlich Kaufpreis für Chelsea und den Investitionen in die Spieler die Irrsinnssumme von einer Milliarde Euro (Schmieder 20.5.2012).
Mit all diesen Attributen ist Abramowitsch für Putin der ideale Sport-Oligarch.

Manchmal allerdings läuft es auch für einen Oligarchen nicht so gut: „Vor wenigen Tagen soll in den USA der Milliardär Roman Abramowitsch vernommen worden sein. Abramowitsch, Besitzer des Champions-League-Siegers FC Chelsea, hält sich derzeit in New York auf, seine Frau erwartet ein Kind. Abramowitschs Anwälte dementierten gegenüber russischen Medien lediglich, dass der Öl-Magnat festgehalten worden sei, nicht aber das Interview mit den FBI-Agenten. Die russische WM-Bewerbung hatte Abramowitsch auf Geheiß des damaligen Ministerpräsidenten und heutigen russischen Präsidenten Wladimir Putin tatkräftig unterstützt“ (Weinreich 28.3.2013).

Ein weiteres Beispiel aus dem Oligarchen-Fußball: Der Klub Anschoi Machatschkala war seit Januar 2011 ein Projekt des Oligarchen Sulejman Kerimow aus Dagestan. Kerimow ist “selbstverständlich bestens verdrahtet mit dem Kreml, reich geworden mit der Investmentfirma Nafta Moskau… regelmäßig war er unter den 20 reichsten Männern des Landes” (Aumüller 14.8.2013). Dazu ist er einer der Haupteigentümer beim Düngemittelhersteller Uralkali, der derzeit mit Dumpingpreisen für Dünger dem deutschen Düngemittelkonzern Kali+Salz diverse Probleme verursacht. Kerimow beschäftigte u. a. den Fußballstar Samuel Eto’o (32) – für angeblich 20 Millionen jährlich. Die Mannschaft lebte während der Woche in Moskau und flog zu den Heimspielen von Anschi Machatschkala ein. Oligarchenschicksal: Kerimow verlor an einem einzigen Tag im August 2013 über 545 Millionen Dollar (Ebenda): Seitdem muss die Fußballmannschaft etwas kürzer treten.
Und auch in China steigen die Oligarchen ein. Der Bauunternehmer und Milliardär Xu Jiayin, dem die Firmengruppe Evergrande Real Estate gehört, steckt Millionen in den Fußballclub Guangzhou Evergrande: Allein der italienische Trainer Marcello Lippi soll pro Saison zehn Millionen Euro bekommen. Der Champions-League-Gewinner Asiens soll mit den Millionen von Xu Jiayin auf Weltniveau gehoben werden (spiegelonline 17.12.2013). Und auch in China steigen die Oligarchen ein. „Früher waren schon mal die Pharmaindustrie und der Autobauer Geely die Geldgeber. Jetzt heißt der Klub Evergrande – so wie das Bauimperium des Unternehmers. Niemand investiert so viele Milliarden Yuan wie Xu, der in den Top 30 der reichsten Menschen Chinas geführt wird. Der Fußball ist für ihn ein Vehikel seiner Geschäftsinteressen. Er verschafft sich Zugang und Sympathien auf höchster politischer Ebene. Staatschef Xi Jinping ist ein riesiger Fußballfan, auch andere aus der Führungselite. Denen Freude zu bereiten, öffnet Türen. Xu genießt schon jetzt großen Einfluss. Er ist Mitglied der Konsultativkommission des Nationalen Volkskongresses. Dort steht er im Austausch mit Mitgliedern des Politbüros, dem Machtzentrum der autokratischen Diktatur“ (Grzanna 17.12.2013).
Am 17.12.2013 spielte Guangzhou Evergrande im Rahmen der „Klub-WM“ in Agadir gegen den FC Bayern München – und verlor: Und natürlich übertrug die ARD – 150 Minuten lang. „Insgesamt ist der sportliche Wert des Turniers fragwürdig… Für die Fifa ist die Club-WM vielmehr eine weitere Möglichkeit, um die enorme Reichweite des Fußballs noch zu erweitern. Mit einem solchen Spiel lässt sich Einfluss auf den großen chinesischen Markt ausüben“ (Buschmann 18.12.2013).

Russischer Oligarch krempelt Fechten um
Seit 2008 ist Alischer Burchanowitsch Usmanow Präsident des internationalen Fechtverbandes FIE. Er gehört laut Forbes zu den 35 reichsten Männern der Welt mit Nähe zum Gazprom-Konzern und ist u. a. Generaldirektor von Gazprominvest, Mitbesitzer von Metalloinvest und Eigentümer des Verlagshauses Kommersant. Usmanow ist auch Teilhaber beim FC Arsenal, wo er sich mit 100 Millionen Euro eingekauft hat. Nun will er den Fechtsport umkrempeln. Die weißen Fechtanzüge sollen bunten weichen. Der Fechtverband will (wie Fifa und IOC) selbst professionelle Fernsehbilder produzieren. Eine Weltcup-Serie mit neun Stationen und fünfstelligen Preisgeldern soll Fechten neu präsentieren – mit höchsten Preisgeldern: “Eine Million Dollar Preisgeld soll in Zukunft bei Fecht-Weltmeisterschaften ausgefochten werden. Das ist eine Menge Geld in einer Sportart, in der es bislang weitgehend um Ehre und Ruhm, Urkunden und Pokale ging. Auch wenn sich die Summe relativiert, denn sie wird auf zwölf Wettbewerbe aufgeteilt – je drei Waffen bei beiden Geschlechtern, jeweils im Einzel und im Team. Die kommenden beiden Weltmeisterschaften findet jeweils auf russischem Boden statt: 2014 richtet Kasan die WM anstelle von Sofia aus, das abgesprungen ist. 2015 wird Moskau Schauplatz der Meisterschaften sein” (Dreis 29.11.2013).
Ähnlich verschwenderisch ging es bei der Vergabe des Box-WM-Kampfes von Wladimir Klitschko und Alexander Powetkin zu, der im Oktober 2013 stattfand: Der russische Milliardär Andrej Rjabinskij ersteigerte den Kampf für 23,2 Millionen Dollar, der dann in Moskau stattfand, ganz nach dem Wunsch Putins. Kurz nach der Ersteigerung stieg Rosneft als Partner ein, ein staatlich kontrolliertes Mineralölunternehmen (Aumüller 5.10.2013)

Tschetschenien-Sport
Der Boxer Ruslan Chagaev aus Usbekistan kämpfte am 5.7.2014 in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny um einen WM-Titel. Der Diktator von Putins Gnaden, Ramazan Achmatowitsch Kadyrow, ließ für de Boxkampf mit 25 Lkws die Bühnen-, Licht- und Tontechnik aus Moskau kommen. „Die Hauptstadt Grosny soll für den Kampf rot und blau geschmückt werden, in den Farben der Ringecken. (…) Am Samstag wird der Boxer neben dem Präsidenten einlaufen, der Starke neben dem Mächtigen“ (Warmbrunn, Benedikt, Der Boxer und der Präsident, in SZ 5.7.2014). Warmbrunn erinnerte in diesem Zusammenhang an den Boxkampf 1974 zwischen Muhammad Ali und George Foreman in Zaire: Diktator Mobutu zahlte dafür zehn Millionen Dollar (Ebenda).

Oligarchen-Fußball in der Ukraine
In der Ukraine wurde bei den Präsidentenwahlen 2004 der Einfluss der Oligarchen sichtbar, die inzwischen weitestgehend Politik und Präsidenten bestimmen – und denen die gesamte erste Fußballliga gehört. In ehemaligen Republiken der UDSSR wie Weißrussland, Aserbaidschan oder Kasachstan haben die ehemaligen KP-Herrscher als Diktatoren überlebt – im Verbund mit der Oligarchie.
„Die ukrainischen Oligarchen sind vor allem anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2012 in den Blickpunkt der Öffentlichkeit getreten: Rinat Achmetow als Besitzer des Vereins Schachtar Donezk in Donezk und als Errichter von dessen Arena, Alexander Jaroslawski, der ‚König von Charkow“, in gleichartiger Funktion bei Metalist Charkow und seines Metalist-Stadions, sowie die Brüder Gregorij Surkis und Ihor Surkis, von denen ersterer auch als Präsident des ukrainischen Fußballverbands (FFU) fungiert, während sein jüngerer Bruder Präsident des ukrainischen Fußballvereins Dynamo Kiew in der Hauptstadt Kiew ist. Die Oligarchen der Ostukraine tendieren politisch zur ‚blauen’, russlandfreundlichen Partei des aktuellen Präsidenten Janukowitsch, jene der Westukraine zur prowestlichen ‚orangen’ Seite seines Vorgängers Juschtschenko“ (Wikipedia).
Bei Metalist Charkow musste der Oligarch Alexander Jaroslawskij auf großem Druck von oben zurücktreten: „… stattdessen übernahm ein damals erst 27 Jahre alter Milliardär namens Sergej Kurtschenko die Geschäfte, der sein Geld im Gassektor verdient hatte… Über Kurtschenko heißt es immer, ihn verbinde eine enge Freundschaft mit Alexander Janukowitsch, dem Sohn des Staatspräsidenten“ (Aumüller 23.10.2013).

Die Uefa schloss am 14.8.2013 den ukrainischen Fußballklub Metalist Charkow von der Champions League aus. Ein Video aus dem Jahr 2008 zeigt, wie ein Spieler des Vereins Karpaty Lwiw gesteht, wie er und Teamkollegen 110.000 Dollar von Metalist Charkow erhielten, damit sie die Partie verloren (Null zu 4). “Die ukrainische Liga gilt als chronisch manipulationsverseucht, warum geriet just dieser Sieg gegen Lwiw in den Fokus? Wer in der Ukraine diese Frage stellt, vernimmt stets den Hinweis auf den Machtkampf, der damals im nationalen Fußball herrschte. Auf der einen Seite stand der Multifunktionär und Verbandschef Grigorij Surkis; auf der anderen Seite unter anderem der damalige Besitzer von Metalist, Alexander Jaroslawskij. Mittlerweile hat Jaroslawskij den Klub verkaufen müssen und ist Surkis als Verbandschef abgelöst – doch Uefa-Vize ist er bis heute” (Aumüller 16.8.2013).

Die ukrainische Fußball-EM 2012 der Oligarchen
Milliarden verschwanden in der Ukraine beim Bau der feudalen Stadien. Es gab keine Ausschreibungen: Die Bauaufträge wurden freihändig vergeben. Die Opposition verdächtigt Vizeministerpräsident Boris Kolesnikow, mit Oligarchen aus dem “Donezker Clan” abkassiert zu haben; Kolesnikow ist auch Vizepräsident des Fußballclubs Achachtior Donezk und saß schon wegen Erpressung im Gefängnis (Ebenda).
Die Oligarchenfreunde des Staatspräsidenten Wiktor Janukowitsch sahnten richtig ab – und werden ihm den nächsten Wahlkampf finanzieren. Nicht umsonst ist der Präsident des ukrainischen Fußballverbandes, Grigorij Surkis, auch Eigentümer von Dynamo Kiew und gleichzeitig Bauunternehmer. Dazu sitzt er im Exekutivkomitee der Uefa und war, wie schon erwähnt, für die Wahl von Michel Platini mitentscheidend (Vgl. Kistner 27.6.2012; Herrmann 4.7.2012).
Über Grigori Surkis, Verbandschef der Ukraine bis 2012 und verantwortlich für die EM 2012, schrieb Kistner in seinem Buch Fifa Mafia: „In den Neunzigern herrschte Surkis wie ein Zar über den Fußball, dann drängten andere Oligarchen ins Geschäft und legten sich mit ihm an. Am heftigsten Rinat Achmetow, einer der reichsten Europäer, um dessen Aufstieg in Geschäfts- und Fußballwelt sich allerlei üble Geschichten ranken. 1996 übernimmt er den Fußballverein Schachtjor Donez, nachdem sein Verwandter Alik Grek, eine Unterweltgröße, im alten Schachtjor-Stadion einem Bombenattentat zum Opfer gefallen war. Seither ringt Achmetow mit Surkis um die Vorherrschaft… der Dritte im Bund der Oligarchen kommt aus Charkov. Finanz- und Baumogul Alexander Jaroslawski erwarb 2004 den Zweitligisten Metalist, holte ausländische Stars ins Land und will bald auf Europas Bühne glänzen. Rund 300 Millionen Euro flossen in den Klub, in ein neues Stadion und sogar in einen Flugplatz…“ (Kistner 2012, S. 299).

Rinat Achmetow verfügte laut Agentur Bloomberg über 23,2 Milliarden Dollar und ist damit der reichste Oligarch der Ukraine. Er unterstützte massiv Janukowitsch in den Wahlkämpfe 2004 und 2010 und war von 2006 bis 2012 Abgeordneter von dessen Partei. Im Zusammenhang mit der Fußball-EM 2012 hat der mafiöse Clan um Janukowytsch stark profitiert. Durch Janukowytschs Verfügung, Bauaufträge bei der EM 2012 ohne Ausschreibung an handverlesene Firmen dieses Clans zu vergeben, seien Milliarden aus den Haushaltsmittel verschwendet worden, kritisierten Haushaltsmitglieder (Ashelm 9.6.2012).
Die genauen Kosten für die vier neuen Stadien in Kiew, Charkiw, Donezk und Lemberg (Lviv) sind unbekannt. Offiziell liegen die Kosten bei umgerechnet 800 Millionen Euro; anderen Berechnungen zufolge beim Doppelten (Hellmann 25.6.2012). Der Umbau in Kiew soll allein 585 Millionen Euro gekostet haben (Ebenda). Das Stadion in Lemberg (Lviv) sollte 150 Millionen Euro kosten; die Schätzungen liegen nun zwischen 220 Millionen Euro und mehr als dem Dreifachen. Für die Fußballstadien wurden hunderte von Millionen Euro ausgegeben, “während sich die Leute in den abgewirtschafteten Krankenhäusern mit Hepatitis anstecken” (Wittmann, Martin, Von Fremden und Freunden, in SZ 23.6.2012). – “Insgesamt sei die EM-Rechnung der finanziell angeschlagenen Ukraine, die von der Wirtschaftskrise schwer getroffen worden ist, auf 11 Milliarden Euro angeschwollen. 10,5 Prozent des Bruttosozialprodukts müssen dafür eingesetzt werden. Ein Viertel der 46 Millionen Ukrainer lebt unterhalb der Armutsgrenze” (Ebenda; Hervorhebung W.Z.).

11 Milliarden Euro wurden in der Ukraine für die EM 2012 ausgegeben: Gleichzeitig hungert ein Viertel des Volkes!

Thomas Kistner schrieb zur EM 2012: „Ein Interesse jedoch eint Surkis, Achmetow und Jaroslawski: Alle wollen sie EM-Gastgeber werden. (…) Die Uefa braucht die Oligarchen und deren Geschäftsfreunde, um diese EM durchzuziehen. Dafür werden sogar Sozialleistungen im Land gekürzt – auch für ehemalige NS-Zwangsarbeiter“ (Kistner 2012, S. 299f).
Die Uefa verdient dagegen an der EM 2012 1,4 Milliarden Euro – allein 840 Millionen Euro für die TV-Rechte. Von diesen kommen 110 Millionen Euro von ARD und ZDF (Ashelm 9.6.2012).
22 Milliarden Euro EM-Kosten in Polen plus 11 Milliarden Euro EM-Kosten in der Ukraine ergibt die wahnwitzige Summe von 33 Milliarden Euro – für eine Fußball-Europameisterschaft, die alle vier Jahre stattfindet.
IOC-Exekutivmitglied Sergej Bubka trieb und treibt die Bewerbung der Ukraine für die Olympischen Winterspiele 2022 voran. „Als Liebling der Oligarchen von Donezk hat er es später zum Multimillionär gebracht“ (Simeoni 3.6.2013). Sein Vermögen wird auf 350 Millionen US-Dollar geschätzt (Wikipedia). Er lebt in der Oligarchen-Hochburg Donesz, aus der auch der ukrainische Präsident Janukowytsch stammt, der unter anderem die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko zu sieben Jahren Haft verurteilen ließ und 2010 etwa zwei Dutzend Minister und Spitzenbeamte und damit fast ihr ganzes Kabinett ins Gefängnis sperren ließ (Urban 26.6.2012). Im Dezember 2013 brach er mit Unterstützung von Sportsfreund Putin den ukrainischen Widerstand.

Von Oligarchens Gnaden
Benjamin Bidder schrieb zur Revolte in der Ukraine: „Das Schicksal des Regimes aber haben ganz andere in der Hand, die mächtigen Industriebarone. Die wichtigsten sind:
Rinat Achmetow… laut Forbes 15,4 Milliarden Dollar schwer, der Stahlbaron aus Janukowitschs Heimatstadt Donezk.
Wiktor Pintschuk (3,8 Milliarden Dollar) ein Philantrop, der mit Pipeline-Geschäften mit Konzernen in Russland ein Vermögen gemacht hat.
Dmitrij Firtasch (700 Millionen Dollar)… verdankt seinen Reichtum dem Handel mit russischem Erdgas.
Igor Kolomoiskij (2,4 Milliarden Dollar)… macht Geschäfte im Stahl-, Gas- und Öl-Sektor (Bidder 10.12.2013).
Und der reichste Oligarch mischte sich ein: „Rinat Achmetow, mit einem Vermögen von 15,4 Milliarden Dollar reichster Mann des Landes und einer der wichtigsten Geldgeber des Präsidenten, hat sich überraschend zu Wort gemeldet. Die Ukraine sei drei Jahre entschlossen in Richtung Europa geschritten, nun müsse die Regierung den Menschen den Kurswechsel dringend erklären.Er sei für eine ‚Lösung am Verhandlungstisch‘, ließ der Oligarch in einem schriftlichen Statement wissen. Prompt setzten sich Janukowitsch sowie Klitschko und Co. am Freitag zusammen, auch wenn ein Durchbruch ausblieb“ (Bidder 15.12.2013).

Putins Sport-Gang
Sport ist Außenpolitik, so sieht das der Kreml” (Aumüller, Johannes, Überall Bekannte, in SZ 15.1.2014). Putins Spiele sind ein Produkt von Putins Sportfunktionären und Oligarchen, die den Weltsport erobert haben. Johannes Aumüller listete einige davon auf: Fußball: Witalji Mutko ist Russlands Sportminister und seit 2009 Mitglied im Fifa-Exekutivkomitee. Sergej Fursenko ist liiert mit Gazprom (demnächst hier mehr über die Verbindung Putin-Gazprom aus dem Buch von Jürgen Roth: Gazprom, WZ) und Vorstandsmitglied in der Uefa. “Gemeinsam mit Fursenko, dessen Bruder Andrej und noch ein paar anderen heute einflussreichen Personen gründete Putin Mitte der neunziger Jahre die sagenumwobene Datschen-Kooperative Osero (zu deutsch: See)” (Ebenda). IOC: Vier IOC-Mitglieder hat Russland, nur die Schweiz hat eines mehr. Dazu gehören Witalji Smirnow (seit 1971) und Schamil Tarpischtschew (seit 1994). Alexander Schukow (seit 2013) war u. a. Putins Vize-Premier, von 1998 bis 2003 Mitglied des Aufsichtsrats der Sberbank und Mitglied des Wirtschaftsrates der russischen Regierung, seit 2010 Präsident des russischen NOK. Der vierte ist Alexander Popow (seit 1999). – Fechten: “Präsident des Fecht-Weltverbandes ist der Kreml-nahe Oligarch Alischer Usmanow, der mit einem Vermögen von geschätzt knapp 20 Milliarden Dollar zu den reichsten Männern der Welt zählt” (Ebenda). Usmanow gehört auch zu großen Teilen der FC Arsenal. Der kremlnahe Oligarch saß in den achtziger Jahren wegen Korruption und Erpressung im Gefängnis (Wehner, Markus, Sport. Macht. Politik. In faz.net 17.2.2014). – Rhythmische Sportgymnastik: Usmanows Frau Irina Viner ist Cheftrainerin des russischen Nationalteams und in diversen internationalen Komitees. – Radsport: Igor Makarow setzte den heutigen UCI-Präsidenten Brian Cookson gegen Pat McQuaid durch. – Schießsport: Wladimir Lisin (“ein Dauer-Konkurrent Usmanows um den Titel ‘reichster Russe’”; Aumüller in SZ 15.1.2014) führt den europäischen Verband und ist Mitglied in der Welt-Exekutive. – Eishockey: Im Vorstand sitzt der Duma-Abgeordnete und Präsident des Russischen Eishockeyverbandes, Wjatscheslaw Tretjak. – Judo: “Und die Internationale Judo-Föderation listet in seiner Führungsgruppe einen ‘Development Manager’ mit dem Namen Arkadij Rotenberg auf – jener Arkadij Rotenberg, der früher ein Judo-Partner Putins war und sich nach Medienberichten rund um die Spiele in Sotschi über lukrative Aufträge in Milliardenhöhe freuen durfte” (Ebenda).Biathlon: Präsident ist der vermögende Russe Michail Prochorow. – Kanu: “Außenminister Sergej Lawrow sitzt dem zentralen Rat der Kanuslalom-Föderation vor” (Ebenda). – Ringen: Purtin-Freund Michail Mamiaschwili führt den russischen Verband. – Schwimmen: Den nationalen Verband führt der Duma-Vorsitzende Sergej Naryschkin. – Volleyball: Den nationalen Verband führt der frühere Chef des Inland-Geheimdienstes FSB und Sekretär des Sicherheitsrates, Nikolaj Patruschew (Ebenda).
Und dazu gehörten noch viele Putin-Freunde und Sportfunktionäre, die keine russische Staatsbürgerschaft haben – wie zum Beispiel Marius Vizer, den Präsident des Judo-Weltverbandes und des Präsidenten aller Sportverbände (Sportaccord). „Sein Vermögen machte Vizer mit Glücksspielautomaten in Osteuropa. Kontakte zur Unterwelt wurden ihm nachgesagt. 2004 klagte die rumänische Antikorruptionsbehörde Vizer an. Recherchen von Sport Inside führen nun zu einem dubiosen Deal mit der italienischen Mafia und nach Zypern. Mit seinen Gegnern geht Vizer nicht zimperlich um, den Judoverband leitet er nach Gutsherrenmanier. Aus Protest gegen den dominanten Präsidenten ist vor kurzem ein zweiter Weltverband entstanden, dem auch Vereine in Deutschland angehören. Vizers Weg führt indes weiter nach oben: Nun hat er auch einen ersten Posten im IOC übernommen“ (Kempe, Hartmann, Grit, 12.5.2014).

Fazit
– Die angeführten Beispiele sind nur eine unvollständige Auswahl und könnten problemlos erweitert werden.
Sport-Großereignisse stellen für Oligarchen eine Möglichkeit der Bereicherung dar: Gelder aus dem Staatshaushalt können umgeleitet und der jeweilige Staat kann ungehindert ausgenommen werden.
– Eine häufige Argumentation der Sportfunktionäre lautet: Durch Sport-Großereignisse wird der demokratische Prozess gefördert. Dies tritt nicht ein, siehe Peking 2008, Moskau 2012 und bald Sotschi 2014 und Weißrussland 2014. Nach geringfügigen Abmilderungen der Repressionen während der Wettkämpfe werden diese am Tag nach der Abschiedsfeier weiter verschärft.
– Mit der Argumentation der internationalen Sportfunktionäre, dass der Sport unpolitisch sei und dies auch bleiben müsse, werden Sport-Großereignisse in den brutalsten Diktaturen gerechtfertigt, siehe Eishockey-WM 2014 in Weißrussland.
– Profiteure dieser Sport-Großereignisse sind wiederum die Oligarchen, siehe als jüngstes Beispiel Sotschi 2014.
– Politiker plappern die Vorgaben der Sportfunktionäre kritiklos nach. Und dann machen nicht nur die östlichen Oligarchen ihr Geschäft, sondern auch die im Westen. Hier heißen sie Milliardäre, Großkonzerne, Monopolisten, Sponsoren

Nachtrag Juli 2016: Prochorow verkauft
Oligarch Michael Prochorow mit seiner Onexim-Gruppe „galt lange als einer, der die Balance ganz gut raus hatte. Da wo es nötig war, spielte er das Spiel des Kreml mit. Und da, wo es möglich war, testete er Freiheiten aus“ (Zu weit gegangen? in SZ 5.7.2016). Seine Medien wie RBC-Holding berichteten über Milliarden-Aufträge für Wladimir Putins Tochter Katarina und Offshore-geschäfte von Putin-Freunden. „Als  Sonderkommandos des Geheimdienstes FSB im April die Zentrale von Onexim durchsuchten, wurde das als Zeichen gedeutet, dass die Medien der RCB-Holding zu weit gegangen waren“ (Ebenda). Dann rutschte Prochorow auf der Forbes-Skala auf Platz 14 ab. Am 4.7.2016 wurde in der Zeitung Wedemosti bekannt, dass sich Prochorow von allen Beteiligungen in Russland trennen wolle (Ebenda).

Vergleiche auch: Brot und Spiele, Der Sport ist politisch, Katar-Sport, Bahrain-Sport, Makarow, Igor

Kleiner unvollständiger Sportkalender – bei Oligarchen und Potentaten zuhause
Asienspiele 2006 in Doha/Katar
Olympische Sommerspiele 2008 in Peking/China

Wettkampfserie “Diamond League” des Leichtathletik-Welt-Verbandes IAAF 2012: Auftakt in Doha/Katar
Box-WM 2011
in Aserbaidschan
Fußball-EM 2012
:Ukraine (und Polen)
Formel 1 2012: u. a. Shanghai/China, Manama/Bahrain, Abu Dhabi/Abu Dhabi
Leichtathletik-WM 2013
der Junioren in Donesz/Ukraine
Bahn-Rad-WM 2013 in Weißrussland
Leichtathletik-WM 2013
in Moskau
Eishockey-WM 2014 in Weißrussland
Olympische Winterspiele 2014
in Sotschi/Russland
Formel-1-Rennen 2014
in Sotschi/Russland
Fecht-WM 2014
in Kasan/Russland
Schwimm-WM 2015
in Russland
Basketball-EM 2015
in der Ukraine
Handball-WM 2015
in Katar
Leichtathletik-WM 2015
in Peking/China
Europa-Spiele 2015
in Baku/Aserbaidschan
Schacholympiade 2016
in Aserbaidschan
Eishockey-WM 2016
in Russland
FußballWM 2018
in Russland
FußballWM 2022
in Katar

Nachtrag 1: Oligarchen-Fußball
„Der walisische Premier-League-Klub Cardiff City hat Trainer Malky Mackay entlassen. Der Schotte hatte den Verein zum ersten Mal seit 1962 in die höchste englische Liga geführt. Der reiche und stark umstrittene malayische Vereinsbesitzer Vincent Tan hat sich damit im Machtkampf durchgesetzt. Vor einer Woche hatte Tan dem Teamchef eine Mail geschrieben: Mackay solle zurücktreten – oder er werde gefeuert. Zuvor hatte Tan den Bluebirds den Wechsel auf die Klubfarbe Rot verordnet und zudem einen Drachen ins Wappen gesetzt. Die Fans protestieren seit Monaten gegen die Entscheidungen“ (Ärger in Cardiff, in SZ 28.12.2013).

Nachtrag 2: Oligarchen-Pferdesport
Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum besitzt die Olympia- und Weltcupsiegerin Ratina. „Ein ukrainischer Oligarch, der Besitzer von Marco Kutschers Olympiapferd 2008, Cornet Obolensky, hatte Beerbaum 25.000 Euro nur für den Versuch geboten, Ratina  einmal von seinem Hengst decken zu lassen, bei Geburt eines lebenden Fohlens wollte er erneut 100.000 Euro zahlen“ (Pochhammer, Gabriele, Deckstation mit EU-Siegel, in SZ 21.1.2014).

Nachtrag 3: Neues aus der Ukraine, Bewerber für Olympische Winterspiele 2022
1) Präsident Viktor Janukowitschs Premierminister Nikolai Asarow, strikter Russland-Freund und Europa-Gegner, trat am 28.1.2014 zurück und flog mit einem Privatjet nach Wien. Von dort steuert seine Familie ein Firmengeflecht, das u. a. Luxusmagazine für Wien, Dubai, St. Moritz und München herausgibt und der die Fabrik Metalist in Donezk gehört- Präsident Viktor Janukowitsch verlor 2004 nach der orangenen Revolution die Unterstützung der Oligarchen und beschloss, sich selbstständig zu machen. „Alexander Janukowitsch ist während der Regierungszeit seines Vaters von einem einfachen Zahnarzt zu einem der reichsten Männer seiner Heimat aufgestiegen“ (Hans, Julian, Für eine Handvoll Griwna, in SZ 7.2.2014). Er ist dem reichsten Oligarchen der Ukraine, Rinat Achmetow (geschätztes Vermögen 15 Milliarden Dollar), auf den Fersen. Laut Forbes erhielt die Mako-Holding von Alexander Janukowitsch in den letzten beiden Jahren staatliche Aufträge über 2,32 Milliarden Euro (Ebenda).

Nachtrag 4: Putins Oligarchen-Freunde auf der Schwarzen Liste
Nach der gewaltsamen Einverleibung der Krim-Halbinsel Mitte März nach den Paralympics in Sotschi 2014 beschlossen EU und die USA eine “Schwarze Liste”, auf der sich viele Freunde Putins finden: – (1) Die Bank Rossija, 1990 von Jurij Kowaltschuk in St. Petersburg gegründet. Putin erklärte, er werde bei der ihm angeblich unbekannten Bank ein Konto eröffnen: “Sie ist mehrheitlich im Besitz von Personen, die zum Umfeld des russischen Präsidenten gehören” (Hans, Julian, Schwarze Liste als Auszeichnung, in SZ 22.3.2014) – und Kowaltschuk hatte mit Putin die berüchtigte Datschen-Kooperative “Osero” gegründet und gilt als Putins Vermögensverwalter: “Die Rede ist dabei nicht von dem Vermögen, das aus dem Gehalt Putins aus seiner Tätigkeit als  Präsident oder  Regierungschef angefallen ist, sondern von großen Geldströmen, die aus Staatsaufträgen wie etwa dem überteuerten Olympia-Projekt in Sotschi abgezweigt wurden” (Ebenda; siehe auch unten). – (2) Dmitrij Kisseljow, “der als schärfster Propagandist der Kreml-Medien unlängst gewarnt hatte, Russland sei in der Lage, die USA in ‘radioaktive Asche’ zu verwandeln” (Ebenda). – (3) Wladimir Jakunin, Chef der Russischen Eisenbahn, die Milliarden in die olympische Verkehrs-Infrastruktur gesteckt hat und sich 2014  Geld aus dem Russischen Staatshaushalt leihen musste, mit großem Anwesen im Moskauer Umland: “Auf einem komplexen Schaubild, das eine ganze Großleinwand füllt, hat der Anti-Korruptions-Blogger Alexej Nawalny dargestellt, wie Jakunin Geld aus russischen Staatsaufträgen über ein Gewirr von Off-Shore-Firmen ins Ausland transferieren soll” (Ebenda; Jakunins Sohn hat in London eine 15-Millionen-Dollar-Villa). Nachdem Jakunin den Job als Chef der russischen Staatsbahnen verloren hatte, tauchte er am 1.7.2016 wieder auf: In Berlin eröffnete er die russische „Denkfabrik“ Dialogue of Civilizations Research Institute (DOC) (Schult, Christoph, Berlin denkt, Russland lenkt, in spiegelonline 1.7.2016).
– (4) Arkadij Rotenberg, Putins Judopartner aus St. Petersburger Zeiten, Sotschi-Gewinnler, inzwischen Eigentümer von Baufirmen und Pipeline-Firmen.
– (5) Die Bank SMP, im Besitz von Arkadji Rotenberg und Bruder Boris Rotenberg. “Die Multimillionärs-Brüder Rotenberg gelten als enge Bekannte von Staatschef Wladimir Putin. Für die Winterspiele in Sotschi sollen sie Verträge erhalten haben, die ihnen rund sieben Milliarden US-Dollar  in die Tasche spielten” (Dynamo-Chef sanktioniert, in SZ 22.3.2014). – (6) Genadij Timtschenko, Putin-Vertrauter, sechstreicher Russe auf der Forbes-Liste, verkaufte noch blitzschnell am 19.3.2014 seine Aktien am Ölhandelsunternehmen Gunvor (Ebenda). Usw.

Nachtrag 5: Putins wirklicher Reichtum
“Als 2004 der Präsidentschaftskandidat Iwan Rybkin erklärte, Putin sei in Wahrheit der reichste Mann des Landes, und Kowaltschulk kümmere sich um seine Finanzen, verschwand er auf ungeklärte Weise von der Bildfläche und tauchte erst Tage später wieder auf” (Hans, Julian, Schwarze Liste als Auszeichnung, in SZ 22.3.2014).

Nachtrag 6: Fußball auf der Krim
Tawrija Simferopol und PFK Sewastopol gehören de fakto zu Russland, sollen aber die Saison in der ukrainischen Liga zu Ende spielen. “Tawrijas Hauptgeldgeber Dimitri Firtasch ist kürzlich in Wien festgesetzt worden und erst nach Zahlung von 125 Millionen Euro Kaution wieder freigekommen. Sewastopols Besitzer, der Oligarch Wadim Nowinski, wurde diese Woche zur Persona non grata auf der Krim erklärt” (Ebenda). Ergänzung im Juni 2014: „Tawrija Simferopol bekam sein Geld von Dmitri Firtasch, der zum Lager des verjagten Präsidenten Viktor Janukowitsch gehörte und gerade in Wien auf seinen Prozess wartet. Er darf Österreich nicht verlassen. Hinter dem PFK Sewastopol stand Wadim Nowinskij, Inhaber der Smart Holding, die unter anderem in der Metallindustrie engagiert ist. Doch am Donnerstag (26.6., WZ) hat Nowinskij eine Erklärung veröffentlicht, dass die Smart Holding den PFK Sewastopol nicht weiter unterstützen wird“ (Hans, Julian, Im Niemandsland, in SZ 28.6.2014). Nowinskij ist in Russland geboren und erhielt von Janukowitsch ehrenhalber die ukrainische Staatsbürgerschaft. Er hat aber als ukrainischer Abgeordneter zu den Abgeordeten gehört, welche die Annektierung der Krim als okkupiertes Territorium deklarierten. Daraufhin erklärte ihn die Krim-Regierung zur Persona non grata. Ironie des Schicksals, wie Vizepräsident Repenkow festsstellte: „Nowinskij wurde Abgeordneter, weil er Sewastopol finanziert hat“ (Ebenda).

Nachtrag 7: Olympia-Oligarchen proftieren weiter
“Von sofort an müssen alle Geschäfte im Energiesektor über die Bank Rossija abgewickelt werden, die von Putins Vertrautem Jurij Kowaltschuk kontrolliert wird und von den USA mit Sanktionen belegt wurde. Nach Berechnungen der Wirtschaftszeitung Kommersant entspricht der Umsatz in diesem Bereich zwei Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts. Die Brüder Arkadij und Boris Rotenberg, sowie Genadij Timtschenko, alle alte Freunde Putins, die am Bau der Olympiastätten gut verdient haben, bekommen den Zuschlag, die Brücke über die Meerenge von Kertsch auf die Krim zu bauen – die Baukosten sind mit etwa einer Milliarde Dollar veranschlagt” (Hans, Julian, Am Rande der Paranoia, in SZ 18.4.2014; Hervorhebung WZ).

Vergleiche zur Bewerbung Kasachstans um Olympische Winterspiele 2022 auch: Almaty 2022

Nachtrag 8: US-Sport-Oligarch rassistisch
Der US-Basketball-Klub Los Angeles Clippers gehört seit 1981 dem US-Milliardär Donald Sterling (vorher Donald Tokowitz, *1934). “Er hat mit Immobilien ein Vermögen gemacht, das das Wirtschaftsmagazin Forbes auf rund 1,9 Milliarden Dollar schätzt; angeblich gehört ihm halb Beverly Hills, die feinste Gegend von Los Angeles” (Mölter, Joachim, Protest in Schwarz, in SZ 29.4.2014). Nun soll Sterling den Klub wegen Rassismus verkaufen. Ein Telefongespräch mit seiner (angeblichen) Geliebten Vanessa Stiviano wurde veröffentlicht, in dem sich Sterling über sie beschwerte, weil sie sich mit “schwarzen Menschen” zeige, z. B. mit dem ehemaligen US-Basketball-Star Magic Johnson: „Es stört mich sehr, dass du öffentlich machst, dass du dich mit schwarzen Menschen umgibst“ (Schmieder, J., Moelter, J., Obama schaltet sich ein, in SZ 28.4.2014). – „Du kannst mit ihnen schlafen, du kannst machen, was du willst. Ich bitte dich nur, das nicht zur Schau zu stellen und sie nicht mit zu meinen Spielen zu bringen“ („Ich hätte sie einfach auszahlen sollen“, in spiegelonline 3.5.2014). Im Interview bedauerte er, dass er seine Freundin  Stiviano nicht mit Geld zum Schweigen gebracht habe: „Ich hätte sie einfach auszahlen sollen“ (Ebenda).
Über 76 Prozent der Spieler der National Basketball Association(NBA) sind schwarz; von den 49 Mehrheitseignern der NBA mit ihren 30 Klubs gibt es aber mit Michael Jordan nur einen einzigen Afroamerikaner (Pitzke, Marc, Eine Frage des Geldes, in spiegelonline 30.4.2014). Nach dem Skandal sperrte die NBA Sterling lebenslang und verhängte eine Strafe von 2,5 Millionen Dollar. Ein Dutzend Sponsoren der Clippers beendeten ihr Engagement. Die Ticketpreise gingen von durchschnittlich 680 auf 250 Dollar herunter (Ebenda; Clippers verlieren Sponsoren wegen Rassismus-Skandal, in spiegelonline 29.4.2014). “Es ist immer der gleiche Zyklus. Ein Rassist gefährdet den still erkauften Frieden, indem er sich ertappen lässt, gefolgt von ‘Empörung’, Protesten, Boykotten und schließlich der Abstrafung” (Ebenda).
NBA-Chef Adam Silver “forderte die anderen Teambesitzer auf, Sterling die Eigentümerschaft über die Clippers zu entziehen und einen Verkauf des Klubs zu forcieren” (Schmieder, Jürgen, NBA schließt Sterling aus, in SZ 30.4.2014). Sterling hatte 1981 den Basketball-Verein für 12,5 Millionen Dollar gekauft: Aufgrund der lukrativen TV-Verträge könnte der Kaufpreis heute bei einer Milliarde Dollar oder darüber liegen (Schmieder, Jürgen, Mehr als eine Milliarde Dollar, in SZ 2.5.2014).

Nachtrag 9: Milliardär kauft FC Valencia
Der spanische Fußballclub FC Valencia ist mit 300 Millionen Euro verschuldet. Der Milliardär Peter Lim (60) aus Singapur, laut Forbes mit einem Vermögen von 1,7 Milliarden Euro ausgestattet, kaufte im Mai 2014 den Club für 100 Millionen und will 300 Millionen in neue Spieler und den Fertigbau des neuen Stadions investieren (Milliardär Peter Lim übernimmt FC Valencia, in spiegelonline 17.5.2014).

Nachtrag 10: Oligarchen-Pferde
Neue Tendenz: Reiche aus Vorderasien oder Osteuropa kaufen für Millionen auf dem westeuropäischen Pferdesportmarkt die erfolgreichsten Pferde, die dann unter ungenügend qualifizierten Reitern verlieren. Einer dieser Fälle ist das Pferd Bella Donna, das Meredith Michaels-Beerbaum und einer amerikanischen Unternehmerfamilie gehörte: Um die  Jahreswende 2013/14 wurde Bella Donna für sechs bis acht Millionen Dollar nach Katar verkauft. „Kurz vorher hatte ein Milliardär aus der Ukraine öffentlich fünf Millionen Euro für Bella Donna geboten. Zu wenig. Diesen Fehler machten die Interessenten aus Katar nicht. In gummiweichem Englisch warfen sie jetzt mal andere Summen über den Tisch. Wenig später war Bella Donna verkauft. An eine der reichsten Mannschaften im internationalen Wettbewerb, finanziert von der Armee von Katar“ (Hertreiter, Laura, Ausverkauft, in SZ 7.7.2014). – „Zu Turnieren im Ausland wird sie mit eigenem Flugzeug geflogen, gemeinsam mit den anderen Pferden des Teams. Unter anderem mit einem fuchsfarbenen Wallach aus der Schweiz namens Palloubet D’Halong. Er gilt als das bislang teuerste Springpferd der Welt – mehr als 13 Millionen Euro soll die Armee bezahlt haben. Bella Donnas Preis wird von Fachleuten auf eine Summe zwischen sechs und acht Millionen geschätzt – für ein Pferd, das ab dem zehnten Lebensjahr mit jeder Saison an Wert verliert (…)  Für erfolgreiche Pferde aus Deutschland wird gerade so viel Geld ausgegeben wie nie zuvor. Innerhalb weniger Monate wechselten vier der besten deutschen Springpferde in die USA, die Ukraine und nach Katar (…) Vor wenigen Jahren investierte Saudi- Arabien aus einem Fonds rund 50 Millionen in den Kauf von Pferden und gewann bei den Olympischen Spielen in London Bronze. Katar will Ähnliches schaffen, drei Teams trainieren für den Spitzensport“ (Ebenda). – „Das Team der Ukraine etwa wurde vom Erdgas-Milliardär Alexander Onitschenko aufgebaut. ‚Reit-Abramowitsch‘ tauften ihn die Medien, nachdem er 2005 begonnen hatte, Pferde, Reiter, Trainer und einen Turnierstall in Niedersachsen zusammenzukaufen. Die Mannschaft landete nur ein Jahr später bei der WM in Aachen aus dem Nichts auf dem vierten Platz. Mit zwei deutschen, zwei belgischen Reitern sowie einem aus der Schweiz – alle rasch ausgestattet mit ukrainischen Pässen. Vor einigen Monaten kaufte Onitschenko den Erfolgshengst aus dem Emsland. Dessen Reiter engagierte er als neuen Trainer. Mit seinem Fünf-Millionen-Gebot für Bella Donna aber blitzte er ab“ (Ebenda).

Nachtrag 11: Oligarchen-Schach
Der frühere Schach-Weltmeister Garri Kasparow wollte Präsident des Schach-Weltverbandes FIDE werden. Derzeitiger Amtsinhaber ist seit 1995 Kirsan Iljumschinow (*1962), früherer Präsident der russischen Teilrepublik Kalmückien (1993 bis 2010). “Anfang Oktober 2005 bot er seinen Rücktritt an, wurde aber von Wladimir Putin für eine weitere vierjährige Amtszeit nominiert. (…) Im Juni 2011 zeigte er sich während des Bürgerkriegs in Libyen bei einer Schachpartie mit Diktator Muammar al-Gaddafi” (Wikipedia). – “Iljumschinow zeigte sich als FIDE-Präsident mit Diktatoren wie Saddam Hussein und Baschar Assad. Von Gaddafi hat er sogar eine FIDE-Weltmeisterschaft in Libyen sponsorn lassen. Heute kommt der größte Einfluss aus Russland. (…) Wie Garri Kasparow in einem Interview (…) sagte, wird über Iljumschonows Gedeih und Verderb im Kreml längst entschieden. ‘Er hängt völlig vom Putin-Regime ab. Ohne Geld aus Moskau gäbe es keinen Wahlkampf’” (Löffler, Stefan, Putins (Schach-)Rochaden in deutschlandfunk.de 10.8.2014). Nun hat Putin ein Motiv, Kasparow zu verhindern, der seit Jahren zu seinen Kritikern zählt.
“Demokratie” im Schach: In der FIDE herrscht – wie in der Fifa, im Internationalen Handballverband und vielen anderen Sportverbänden der Sport-Demokratur das Prinzip: ein Land, eine Stimme. “Bei früheren FIDE-Wahlen haben Delegierte ihre Stimmzettel mit dem Mobiltelefon abfotografiert oder mit präparierten Stiften angekreuzt – mutmaßlich, um mit einem Beweismittel ihr Schmiergeld abholen zu können” (Ebenda).
Schon im Vorfeld war klar: Kasparow wird nicht Präsident werden. Die nächste Schach-WM findet im November 2014 im russischen Sotschi statt, und Putin will keinen Präsidenten Kasparow; auch der frühere Schach-Weltmeister Anatolij Karpow (sitzt für Putins Partei “Einiges Russland” in der Duma) ist dagegen (Vgl. Aumüller, Johannes, Schlammschlacht in der Schachwelt, in SZ 2.8.2014).
Am Sport hängt, zum Sport drängt die ganze Welt…
Außerdem hat Kasparow einen neuen (kroatischen) Pass beantragt: “Sein russischer Reisepass hätte bald erneuert werden müssen, ‘und ich weiß genau, dass ich keinen neuen bekommen hätte’” (Ebenda).
Vielleicht sollte Zar Putin doch die Möglichkeit in Betracht ziehen, allen russischen Bürger, die gegen ihn sind, die russische Staatsbürgerschaft zu entziehen.
Bei der Abstimmung im norwegischen Tromso erhielt Iljumschinow 110 Stimmen, Kasparow 61 (Kasparow verliert, in SZ 12.8.2014). Kommentar von Johannes Aumüller in der SZ: Der Wahlkampf um das Präsidentenamt war “extrem politisiert und sein Ausgang für die Mächtigen in Russland bis hinauf in den Kreml interessant: hier der radikale Putin-Kritiker Kasparow, dort der gemeinhin als Kreml-nah geltende Iljumschinow (…) Selbst die Krim-Krise war in der Auseinandersetzung ein Thema, und welche politische Bedeutung der Abstimmung beiwohnte, offenbarte nach der Wahl Andrej Filatow, Transport-Oligarch, Iljumschinow-Unterstützer und Chef des russischen Schachverbandes, in einem Gespräch mit Itar-Tass. Dieser Sieg zeuge davon, dass Russland nicht isoliert sei” (Aumüller, Johannes, Brauche Stimmen, verspreche 20 Millionen Dollar, in SZ 13.8.2014). Kasparow versprach zehn Millionen Dollar für die FIDE, Iljumschinow versprach 20 Millionen Dollar. „Und wer kontrolliert in den nächsten Wochen schon den Eingang von 20 Millionen Dollar?“ (Ebenda).
Iljumschinow durfte im November 2016 nicht zum WM-Kampf Magnus Carlsen und Sergej Karjakin nach New York reisen: „Der seit 1995 amtierende Chef des Weltverbandes Fide gilt in den USA als unerwünschte Person. (…) Der umstrittene Iljumschinow hat aber vorgesorgt – der übliche Kongress des Verbandes tagte schon im September in Baku und findet nicht wie üblich am Rande der WM statt“ (DPA, Schach-Chef unerwünscht, in SZ 18.11.2016).

Nachtrag 12: AS Monaco und der Oligarch
Der Russe Dmitrij Rybolowlew (* 1966) wurde als Eigentümer des Düngemittelherstellers Uralkali Milliardär; geschätztes Vermögen zu Spitzenzeiten: zehn Milliarden Dollar. Rybololew kaufte ein 626 Quadratmeter großes Penthouse am New Yorker Central Park und die Insel der Onassis-Dynastie. Und im Dezember 2011 kaufte er den Fußballklub AS Monaco und investierte 300 Millionen Euro. Der AS Monaco erreichte 2013/2014 die Champions League. Nun wurde Falcao an Manchester United ausgeliehen (siehe oben); James Rodriguez, der kolumbianische Torschützenkönig, wechselte für 90 Millionen Euro zu Real Madrid. Vielleicht zählt Rybololew “zu den vielen Geschäftsmännern, die ihr aufgemotztes Fußballspielzeug irgendwann nicht mehr so richtig mögen” (Aumüller, Johannes, Reif für die Insel, in SZ 16.9.2014). Es gibt aber auch andere Gründe: In Russland saß er wegen Verdachts auf einen Auftragsmord elf Monate im Gefängnis – und hatte sich in Monaco einen monegassischen Pass erhofft. Stattdessen kam es zur teuersten Scheidung der Welt: für über drei Milliarden Euro (Aumüller 16.9.2014). “Vor wenigen Wochen kündigte der stellvertretende (russische; WZ) Ministerpräsident, Igor Setschin, an, den Fall wieder aufzurollen – auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin” (Lobe, Adrian, Putin und der unheimliche Thriller um AS Monaco, in welt.de 12.9.2014).

Nachtrag 13: Entschuldung von Sotschi-Oligarchen
„Wie das Geschäft mit den olympischen Projekten bis heute läuft, zeigt der vor drei Wochen, anlässlich des einjährigen Jubiläums der Eröffnung der Spiele in Sotschi, von der Nachrichtenagentur Associated Press veröffentlichte Bericht. So haben erst jüngst zwei private Investoren in olympische Projekte ihre finanziellen Risiken auf die russischen Steuerzahler abgewälzt. So sei die Sberbank, die von German Gref geführt wird – seit seiner St. Petersburger Zeit ein guter Bekannter Putins und zentrales Mitglied der Wirtschaftselite des Landes einen risikoreichen Kredit in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar losgeworden, indem sie ihre Anteile am Medienzentrum und der „Rus Ski Gorki“-Skischanze in Krasnaja Poljana an die Regionalverwaltung verkauft habe.
Ähnlich sei der Oligarch Wiktor Wekselberg verfahren, einer der reichsten Männer Russlands, der ein Hotel, das neben dem Olympiapark am Schwarzen Meer gelegen ist, an die Regionalverwaltung veräußert habe. Damit sei er das Risiko eines Kredits in Höhe von 450 Millionen Dollar losgeworden. Beide Geschäfte sind der Nachrichtenagentur vom Sprecher Dmitrij Kosaks, als stellvertretender russischer Ministerpräsident einer der Cheforganisatoren der Spiele, bestätigt worden“ (Becker, Chrstoph, Boris Nemzow und der Korruptionssumpf, in faz.net 1.3.2015).

Nachtrag 14: Der Schach-Präsident
Seit 1995 ist Kirsan Iljumschinow (53) Präsident des Welt-Schachverbandes FIDE. „Er selbst beteuert, seit seiner Amtsübernahme 1995 viele Millionen ins Schach gesteckt zu haben, seine Kritiker klagen über Intransparenz und finanzielle Unregelmäßigkeiten. Oft kam es zu Eklats, wenn sich Iljumschinow zu Partien mit Diktatoren wie Libyens Muammar al-Gaddafi ans Brett setzte. (…) Die internationale Schach-Familie wählte Iljumschinow trotz aller Kapriolen immer wieder zum Chef – zuletzt 2014 nach einem schmutzigen Wahlkampf gegen Ex-Weltmeister Garry Kasparow (Aumüller, Johannes, Amis statt Aliens, in SZ 2.2.2016). Seit Ende 2015 steht Iljumschinow auf der Sanktionsliste des amerikanischen Finanzministeriums. „Er soll mit seinen Geschäften nicht nur Syriens Regime, sondern auch die Terrororganisation IS unterstützt haben. Iljumschinow bestreitet das – und will die Amerikaner auf 20 Milliarden Dollar verklagen. Aber fürs Erste darf er weder mit US-Bürgern Geschäfte machen noch auf amerikanische Konten zugreifen noch in die USA einreisen“ (Ebenda). Da der nächste Schach-WM-Kampf Ende 2016 in den USA stattfinden wird, will Iljumschinow sein Amt ruhen lassen. „Selbst langjährige Vertraute sinnieren über negative Folgen der Sanktionen ihres Chefs für etwaige Sponsoren. Es hält sich das Gerücht, dass Iljumschinow im Hintergrund daran arbeitet, das Turnier den USA zu entziehen; aber das gilt als schwierig. (…) Als eine Möglichkeit gilt, dass der Grieche Giorgios Makropoulos dauerhaft übernimmt: Der ist derzeit Fide-Vize und seit Jahren einer der engsten Vertrauten Iljumschinows“ (Ebenda).

Vergleiche auch: Gazprom-Chronik (1) bis 31.12.2012: hier; Gazprom-Chronik (2) ab 1.1.2013: hier

Quellen:
2014 ohne Gazprom, in SZ 29.12.2009
Ashelm, Michael, Das Millionenspiel mit dem Fußball, in faz.net 9.6.2012
Aumüller, Johannes
– Nachschlag in St. Petersburg, in SZ 5.9.2012
– Interesse aus Russland, in SZ 3.12.2012
– Abschied von der Dachterrasse, in SZ 14.8.2013
– „Das ist für mich nicht besonders viel Geld“, in SZ 5.10.2013
– Neue Freunde, in SZ 23.10.2013
– Überall Bekannte, in SZ 15.1.2014
Ausschuss für Charkow und Fenerbahce, in SZ 29.8.2013
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Bandenkrieg um Olympia, in SZ 27.10.2010
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Berlusconi sucht Käufer, in SZ 13.10.2012
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– Putins teurer Winterspaß, in spiegelonline 31.5.2013
– Das letzte Wort haben die Oligarchen, in spiegelonline 10.12.2013
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Wittmann, Martin, Von Fremden und Freunden, in SZ 23.6.2012


Kritisches Olympisches Lexikon - Sach- und Personenregister: (274 Einträge, wird laufend aktualisiert und ergänzt)
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