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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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Hörmann, Alfons

 
Zuletzt geändert am 05.07.2017 @ 16:37

Intro
Am 16.10.2013 wurde der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV) und CSU-Mitglied Alfons Hörmann (*1960) einstimmig vom
DOSB nominiert und dann am 7.12.2013 auf der DOSB-Mitgliederversammlung in Wiesbaden für (mindestens) ein Jahr zum neuen DOSB-Präsidenten und Nachfolger von Thomas Bach gewählt (SZ 17.10.2013). (Bach wurde im September 2013 neuer IOC-Präsident). Auf einem Foto in der SZ vom 18.10.2013 ist Hörmann mit dem IOC-Präsidenten Bach zu sehen – Hörmann mit flächendeckend etikettiertem Anorak: Audi, Gore-Tex, Würth, Bogner etc. (Herrmann u. a. 18.10.2013). Die Voraussetzung der Sponsoren-Kompatibilität erfüllt er also. Auch sollte mit dem gemeinsamen Auftritt vermutlich auch eine Unterstützung der Bewerbung München 2022 geleistet werden.
Hörmann sitzt für die CSU im Kreistag Oberallgäu, ist seit 2002 Präsident des Bayerischen Skiverbandes und seit 2005 des DSV. Er gilt „als schlau, aber auch als streng und bisweilen kompromisslos, als einer, der es genießt, an der Spitze zu stehen. Kritiker werfen ihm vor, er sei ein ‘gnadenloser Machtmensch’” (Kistner 18.10.2013). Thomas Kistner schrieb über ihn: „Ein blasser Geschäftsmann aus dem Allgäu, dem man nachsagt, er  sei keiner, der die gesellschaftliche Bedeutung des Sports repräsentiere“ (Kistner 31.12.2013).
Hörmann ist Geschäftsführer der „Hörmann Holding“ – Ingenieurdienstleistungen, Sicherheitstechnik, Kommunikationsanlagen oder Komponentenbau, mit 4.000 Mitarbeitern und 650 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2011 (
http://www.hoermann-gruppe.de). Er ist als solcher ziemlich beschäftigt, sodass er kaum die Kreise des DOSB-Generalsekretärs Michael Vesper stören dürfte. Dieser sagte auch gleich eine loyale Zusammenarbeit zu (Teuffel 18.10.2013). Vesper “gilt nicht als harmoniesüchtiger Zeitgenosse. Ist es also egal, wer unter ihm DOSB-Chef wird?” (Kistner 18.10.2013).
Hörmann war verantwortlich für die Nordische Ski-WM 2005 in Oberstdorf (hohes Defizit), die Alpine Ski-WM 2011 in
Garmisch-Partenkirchen (hohes Defizit), die BiathlonWM 2012 in Ruhpolding (hohes Defizit). Alle drei Orte zählen durch die Sport-Großereignisse und die damit verbundenen Investitionen für Neubauten, Umbaukosten und Veranstaltungskosten zu den höchstverschuldeten in Bayern.
Der DOSB steht aus verschiedenen Gründen vor vielen (selbstgeschaffenen) Problemen: die ungelöste Dopingfragen einschließlich der nach wie vor vehement abgelehnten Besitzstrafbarkeit, eine Mehrforderung an den Staat von jährlich 38 Millionen Euro, ausufernde Kosten für den Spitzensport bei gleichzeitiger Vernachlässigung des Breitensports. Dazu kommen die Probleme um Sotschi 2014, die Fußball-WM 2014, die Olympischen Sommerspiele in Rio 2016. Die Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung für den Spitzensport geht zurück, wie man auch bei der Abwahl der Bewerbung München 2022 sah.
„Selten war die Stellung des deutschen Sports schwächer und die Aufgaben klarer: Hörmann muss um die Akzeptanz des Spitzensports in der Gesellschaft mehr kämpfen als jeder andere Präsident vor ihm“ (Hecker, Ashelm, Becker 8.12.2013). Seinen Posten bei der Hörmann-Gruppe „gibt er auch nach der Wahl zum DOSB-Chef nicht auf. Womöglich ein kluger Schritt: Formal ist er nur bis Dezember 2014 gewählt“ (Aumüller 9.12.2013a).

Hörmann und die Ski-WM 2005 in Oberstdorf
Oberstdorf richtete die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften 1987 und 2005 aus. Die WM 2005 hinterließ einen zweistelligen Millionenbetrag an Schulden. Oberstdorf bewarb sich erneut (und vergeblich) 2013, 2015 und 2017. Und nun auf ein Neues: Oberstdorf bewirbt sich um die Nordische Ski-WM 2019. Hörmann: „Ich sehe die Chancen als gut an und bin optimistisch” (zeit.de 2.3.2013).
Hörmann ist optimistisch, weil der DSV dann mit erneut hohem Gewinn abziehen könnte (s. u.), während Oberstdorf die nächsten Schulden-Millionen anhäufen würde.

Hörmann und München 2018
Hörmann war schon früh für die Bewerbung 2018. Im Mai 2006 wurde
Garmisch-Partenkirchen von der FIS zum Austragungsort für die Alpine Ski-WM 2011 gewählt (siehe unten). Hörmann kommentierte die Wahl so: „Nicht zuletzt kann diese Entscheidung ein weiterer wichtiger Schritt zu einer denkbaren Olympia-Bewerbung mit München für 2018 sein“ (faz.net 26.5.2006). Bei einer Klausurtagung im August 2007 teilte er mit, dass die Wintersportverbände ein „vernünftiges und schlüssiges Konzept“ für München 2018 erarbeitet werden (mittelbayerische.de 9.8.2007). Hörmann: „Die deutschen Wintersportverbände sehen die Kandidatur Münchens als historische Chance und unterstützen sie deshalb ausnahmslos“ (bsv-ski.de 10.8.2007). „Olympische Winterspiele sind nicht mehr nur der beschauliche Wettkampf in der Natur, sie sind ein Milliarden-Unternehmen. Doch genau das wäre ein großer Vorteil einer Münchner Bewerbung“ (Ebenda).
Olympische Spiele in Bayern bieten nicht nur dem Wintersport, sondern dem gesamten deutschen Sport eine faszinierende Perspektive“ (focus.de 24.7.2007). – „Deutschlands mächtigster Wintersportfunktionär, Ski-Präsident Alfons Hörmann, appellierte an die Geschlossenheit dieser im Aufbau befindlichen Bewerbungsmannschaft für das Projekt ‚München 2018’“ (welt.de 9.8.2007). -„Mit diesem  kompakten, nachhaltigen und ökologisch sinnvollen Konzept haben wir die Chance, München und Deutschland den Traum von Olympia zu erfüllen“ (handelsblatt.com 10.8.2007).

Hörmann und die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen
Im Februar 2011 fand die Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen statt. Im Vorfeld gab es (wie später bei der Bewerbung München 2018) ein Gezerre mit Grundeigentümern in Garmisch-Partenkirchen, die sich weigerten, ihren Grund und Boden zur Verfügung zu stellen. Hörmann versprach, „eine Klärung herbeizuführen“. – „Falls das nicht gelinge, könne man auf rechtliche Schritte zurückgreifen“ (Tögel 3.1.2011).
Gemeint ist hier die Drohung mit der Enteignung, mit der schon den Garmisch-Partenkirchner Grundeigentümern bei der Bewerbung München 2018 gedroht wurde.
Die WM 2011 erbrachte ein positives finanzielles Ergebnis von mindestens 5 Millionen Euro, die trotz hoher Unkosten nicht der Gemeinde- oder der Staatskasse zugute kamen, sondern (s. u.) dem WM-Organisationskomitee als 100-prozentiger Tochter des Deutschen Skiverbands. Dieser Gewinn von „fünf Millionen plus x” ging also vollständig an den Deutschen Skiverband, der auch über die Gewinnverwendung entschied. Hörmann nannte den Gewinn „hoch erfreulich”. Die Unkosten waren für die Gemeinde wegen der FIS-Auflagen und den dadurch notwendigen Neu- und Umbauten der Pisten und wegen der Dauerbearbeitung der Kunstschneepisten vor und während der WM immens (Link 18 Gründe: Ski-WM).
Im November 2013 äußerte Hörmann im Interview dazu: „Ich darf  nur an die alpine Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen erinnern, bei der wir einen schönen Gewinn erzielen konnten, weil wir die Dinge professionell umgesetzt haben. Und bei der Biathlon-WM in Ruhpolding war es nicht anders“ (Voigt 10.11.2013; Ruhpolding siehe unten).
Die WM selbst kostete aufgrund der Forderungen des Internationalen Skiverbandes FIS mindestens 36 Millionen Euro – fast ausschließlich aus Steuergeldern. Allein der Ausbau des Gudibergs für die WM kostete 6,1 Millionen Euro – davon zahlten Bund und Land 4,1 Millionen Euro. Die Pisten wurden auf 15 Meter verbreitert; neben der Piste wurden Strom- und Wasserleitungen und neue Beschneiungsanlagen installiert.
Hinzu kamen 1,5 Millionen Euro von der Bundesregierung für das „Kulturprogramm” (ursprünglich war dieses Geld für den Breitensport in den neuen Bundesländern eingeplant!) – umgewidmet und für das opulente Eröffnungsspektakel der WM 2011 ausgegeben.
Bürgermeister Thomas Schmid betonte bei der Pressekonferenz mit Hörmann im März 2011, durch die WM 2011 habe der Ort das hohe Einnahmeniveau aus dem Jahr 2010 halten können. Kein Wunder: Die Zeche zahlt jetzt vor allem die Zugspitzbahn. Die bayerische Zugspitzbahn (BZB) als Betreiberin des Skigebiets, fuhr bereits mit der WM ins Minus. In der WM-Zeit fuhren so gut wie keine Skifahrer auf die Zugspitze, obwohl die Gemeinde schon früh informiert hatte, dass der normale Skibetrieb dort von der WM nicht betroffen sei (SZ 7.2.2011). Der kaufmännische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn, Peter Theimer, sagte: “Allein auf der Zugspitze haben wir im Vergleich zum Vorjahr die Hälfte der Gäste verloren. Die Leute haben den Ort während der WM gemieden” (Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 19.3.2011).
Fazit: In die Ski-WM 2011 investierten Garmisch-Partenkirchen und seine staatlichen Partner 36 Millionen Euro. Der Deutsche Skiverband (DSV) zog nach dieser Ski-WM mit fünf Millionen Euro Einnahmen ab. Die DSV-Begründung: Das Geld wird für die Jugendförderung eingesetzt.
Für den Ski-Weltcup 2012 trug die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen ebenfalls die Kosten. Der DSV erhielt auch hier den beträchtlichen Gewinn.

Ski-WM-Milchbubenrechnung
Der Geschäftsführer der Ski-WM, Peter Fischer äußerte Nach der Ski-WM 2011: „Für mich ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen” (Schwer 16.4.2011).
Ein teurer Lebenstraum – für die Steuerzahler!
Mitte April 2011 feierten Peter Fischer, Bürgermeister Schmid und DSV-Präsident Alfons Hörmann den angeblichen finanziellen Erfolg der Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen. Diesen „Erfolg” sollte man sich genauer ansehen.
130.000 Zuschauer bezahlten 2,95 Millionen Euro Eintrittsgelder, das waren 600.000 Euro mehr als eingeplant. Aber: Das Gesamtbudget betrug 36 Millionen Euro. Insgesamt investierte Garmisch-Partenkirchen in den letzten Jahren 80 Millionen Euro vor allem in die Infrastruktur für den Spitzen-Skisport.
Trotzdem feierte sich DSV-Präsident Hörmann: „Wir haben den Beweis erbracht: Das Vorurteil, dass Großsportveranstaltungen nur Geld kosten, stimmt nicht” (Effern 18.4.2011; Hervorhebung WZ). Wie erwähnt: Die fünf Millionen Euro Gewinn gingen an den DSV. „Das Geld fließt komplett in die regionale und nationale Nachwuchsförderung” (Schwer 16.4.2011).
Das Sport-Prozedere ist das Übliche: Die Öffentlichkeit finanziert das Spektakel, und die Gewinne werden privatisiert.
Die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen hatte neben hohen Ausgaben das Nachsehen. Dazu gingen wie erwähnt die Februar-Zahlen 2011 im Classic-Skigebiet und der Zugspitze stark zurück, Vermieter und Hoteliers klagten, da wegen der WM weniger Übernachtungsgäste kamen und langjährige Gäste während des WM-Trubels gar nicht erst anreisten. Aber Bürgermeister Schmid dachte schon an München 2018: „Die Winterspiele sind in Garmisch-Partenkirchen machbar” (Effern 18.4.2011).
Nächste Milchbubenrechnung: Im Rathaus addierte man alle auf Deutsch erschienenen Artikel auf und rechnet sie in Anzeigenkosten um. „Allein der Wert der Veröffentlichungen in deutschsprachigen Printmedien von Dezember bis Februar wird auf 26,5 Millionen Euro beziffert” (Schwer 16.4.2011)

Hörmann und der Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen
Für den Ski-Weltcup 2012 musste die Gemeinde nach eigenen Angaben etwa 400.000 Euro zahlen, der DSV steuerte angeblich einen ähnlichen Betrag bei. Die Bayerische Zugspitzbahn ging aber von deutlich höheren Unkosten aus (Höb 28.1.2012). Nach Hintergrundinformationen dürften die bisher bekannten Kosten nur die Spitze des finanziellen Eisberges sein.
Am 25.1.2012, nur wenige Tage vor den vier Weltcup-Rennen in
Garmisch-Partenkirchen, stellte der Präsident des deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann, eine erneute Bewerbung für eine Alpine Ski-WM in Frage und äußerte dazu, der DSV müsse „sehr grundsätzlich diskutieren, ob wir als DSV dauerhaft in Garmisch-Partenkirchen gut aufgehoben sind” (Holzapfel 25.1.2012). Denn man könne sich auf Garmisch-Partenkirchen „nicht mehr verlassen“. Hörmann hielt im Ort Garmisch-Partenkirchen „die Gruppe derer, die Sand ins Getriebe streuen wollen, für eine wachsende”. Der Ort müsse „in Worten und Taten dokumentieren, dass er unabdingbar hinter dem Spitzensport” stehe (Ebenda).
Man könne schließlich nach Zwiesel oder Ofterschwang ausweichen. Außerdem hat sich der DSV „klar zum Ausbau des Jenners bekannt, wir haben Oberjoch und prüfen ein, zwei weitere Alternativen. Auf
Garmisch-Partenkirchen allein können wir uns nicht mehr verlassen” (Ebenda).
Als Kritikpunkt nannte Hörmann, dass die Bayerische Zugspitzbahn AG vom Organisationskomitee 30.000 Euro für Tickets der Helfer und Sportler und 50.000 Euro für Parkgebühren und weitere Leistungen der BZB berechnen würde. “Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie sich die Frage der Finanzierung zunehmend auf unsere Seite verschiebt” (Ebenda).
Da die Kommune
Garmisch-Partenkirchen zur Entlastung ihres Haushalts ihre Schneekanonen mit Infrastruktur und den Pistendienst an ihre Tochter Bayerische Zugspitzbahn AG verkauft hat, ist diese nun zuständig, muss aber als Aktiengesellschaft schwarze Zahlen schreiben. „Es sei nicht vordringliche Aufgabe einer AG, mit Gratis-Leistungen für Weltcuprennen das Vermögen des bestens ausgestatteten Skiclubs Garmisch als Ausrichterverein noch zu vermehren“, wird der BZB-Vorstand Peter Huber dazu zitiert (Effern, Neudecker 30.1.2012).
Im
April 2012 reiste der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann, zum Präsidenten des Internationalen Skiverbandes (FIS), Gian-Franco Kasper, um über die Zukunft des Ski-Weltcups in Garmisch-Partenkirchen zu sprechen. Hörmann: “Wie positionieren wir den Ort in der Zukunft?” Er forderte: „Am Ende müssen wir zu einer professionellen, ordentlichen und nach allen internationalen Maßstäben sachgerechten Finanzierungsstruktur kommen.“ (Holzapfel 16.4.2012b).
Die Internationalen Maßstäbe sind – wie schon erwähnt – folgende: Die Kosten werden sozialisiert und die Gewinne privatisiert.

Umgehend beriet der Gemeinderat am 18.4.2012 über die endgültige Förderhöhe für die beiden Weltcup-Wochenenden 2012und über die Förderungen der Rennen bis 2016. Hörmann vom DSV nahm an der Sitzung persönlich teil und forderte eine klare Positionierung des Ortes: “Ansonsten werde es dort im nächsten Winter ‘definitiv keine Weltcups und damit auch keine Weltmeisterschaften mehr geben’“ (SZ 20.4.2012).
Abgesehen von den damit vermutlich erfolgten Vertragsbrüchen die Verträge laufen ja über mehrere Jahre) könnte man dieses Vorgehen durchaus als Erpressung bezeichnen.

Eilig stimmten umgehend 28 von 29 Gemeinderäten zu, weiterzuzahlen – Hörmann nannte dies ein “Traumergebnis” (Effern 21.4.2012):
– Die Gemeinde überweist jährlich bis zu 450.000 Euro an die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) für Beschneiung, Sach- und Transportleistungen und Erlösausfälle durch den Ski-Weltcup sowie 30.000 Euro für Tickets. Allein die Beschneiung kostete 2012 pro Kubikmeter 4,39 Euro; das macht über 200.000 Euro für 46.500 Kubikmeter Kunstschnee (Holzapfel 16.4.2012c).
– Der Skiclub Garmisch bezahlt ab 2013 keine Unkosten an die BZB – weil die Jugendförderung darunter leiden würde.
– Die Gemeinde hat damit ab 2013 jährlich bis zu 480.000 Euro und ab 2015 sogar 530.000 Euro aufzubringen.
– Der DSV bezahlt für 2012 bis 2014 jeweils 50.000 Euro; danach werden Sponsoren gesucht und Marketingmaßnahmen ergriffen – oder die Gemeinde muss wiederum einspringen (Holzapfel 16.4.2012c, 16.4.2012d).
– Die Ausrichtung der vier Ski-Weltcup-Rennen 2013 bis 2016 kostet die Gemeinde also insgesamt fast 1,719 Millionen Euro (Holzapfel 16.4.2012c) – mindestens. Denn die Schnee– und Beschneiungsverhältnisse verschlechtern sich weiter durch den Klimawandel.
Einig waren sich DSV-Präsident Hörmann und der Vorsitzende des Skiclub Garmisch, Peter Fischer, dass sich der DSV bei der FIS für Slalom-Rennen am Gudiberg einsetzt, die bislang bis 2016 im Terminplan stehen (Holzapfel 16.4.2012d).
Der Skiclub Garmisch hatte noch ein alpines Bonbon vorbereitet: In seinem Auftrag ermittelte das Institut IFM Sport, dass die vier Weltcup-Rennen 5,27 Millionen Euro wert seien (So viel sind vier Weltcup-Rennen wert, in Münchner Merkur 23.54.2012). Nur merkwürdig, dass die Übernachtungszahlen im unbedeutenden Jahr 2007 genauso hoch waren wie im bedeutenden WM-Jahr 2011 (Effern 21.4.2012).
Vielleicht kann die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen die 5,27 Millionen Euro Werthaltigkeit gegen ihre im Winter 2010/2011 auf 110 Millionen Euro bezifferten Schulden verrechnen…

Hörmann und die Dopingfrage
Auch im Antidopingkampf ist Hörmann als bisheriger DSV-Präsident nicht gerade als vorbildlicher Spitzenfunktionär aufgefallen. Hörmann setzte nach Amtsantritt als DSV-Präsident 2005 auf den umstrittenen DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller. Originalton Hörmann: „Daran darf und kann ich nichts ändern, wenn wir unsere internationale Spitzenstellung behalten wollen” (DSV aktiv, 7-8/2005, zitiert nach: Munzinger Archiv). Pfüller (*1949) war von 1968 bis 1971 Biathlet im DDR-Leistungszentrum Zinnwald, wurde 1978 stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Skiläuferverbandes der DDR und ist seit 2002 Sportdirektor des DSV (Wikipedia). Pfüller bestreitet bis heute, vom Doping in der DDR etwas gewusst zu haben, obwohl 1992 eine Untersuchungskommission zum Ergebnis kam, dass „auch Pfüller mit der Organisation von Doping im Sport in Berührung gekommen sein muss” (Purschke 4.3.2013).
„Erinnert sei hier an den Fall des DDR-Biathlontrainers Frank Ullrich aus Suhl, der heute Skilanglauf-Bundestrainer ist. Im Jahr 2009 kam eine vom Deutschen Skiverband eigens eingesetzte Untersuchungskommission zu dem Ergebnis: Wenn Ullrich auch heute daran festhalte, dass es sich damals im DDR-Biathlon lediglich um legale Mittel gehandelt habe, gehe die Kommission von einem „unbewusst gesteuerten Verdrängungsmechanismus“ aus. Das Gremium, das unter Vorsitz des Juristen und Vizepräsidenten des Deutschen Skiverbandes Franz Steinle stand, war entgegen der Empfehlung des DOSB an seine Verbände, in solchen Fällen die zentrale Dopingkommission des DOSB einzuschalten, verbandsintern und eigenmächtig zu dem Ergebnis gelangt, an den Skiverband die Empfehlung zu geben, keine arbeits- oder dienstrechtlichen Schritte gegen Trainer Frank Ullrich einzuleiten. Sollte Hörmann so weiter agieren, dann dürfte er das Erbe von Thomas Bach in dessen Sinn bestens weiterverwalten“ (Purschke 8.12.2013). Der frühere DDR-Biathlet Jürgen Wirth sagte in der ARD: „Ullrich hat uns damals angewiesen, dieses Mittel Oral-Turinabol einzunehmen“ (Hahn 11.2.2014).

Hörmann und der Klimawandel
Als einen Grund seiner Kritik an Garmisch-Partenkirchen nannte DSV-Chef Hörmann den Pisten-Zustand. Eine Fokussierung auf den Touristenskilauf, die die BZB beabsichtigt, hielt er für problematisch. Nicht den normalen Skifahrern sollen die Hänge zugute kommen. Denn man müsse sehen, dass der gute Zustand des Skigebietes erst durch den Leistungssport ermöglicht worden ist. Nach den getätigten Investitionen in Millionenhöhe – na, wer hats gezahlt? – sei „das Skigebiet ja nicht wiederzuerkennen gewesen“ (Effern, Neudecker 30.1.2012).
Wie wahr: Über die Vorgeschichte und den brachialen Ausbau der Kandahar haben wir eine Fotodokumentation veröffentlicht: hier.
DSV-Präsident Hörmann hatte Kritik am Zustand der Pisten während der WM 2011 geäußert. Nur mit großen Mengen an Kunstschnee, nächtlicher Dauerpräparationen und hohem Salzeinsatz konnten die Pisten noch einigermaßen befahrbar gehalten werden – neben dran war grüne Wiese. Die schnellen Wechsel zwischen Starkschneefällen und Tauwetter sind bereits Folgen des Klimawandels. Diese Folgen werden sich von Jahr zu Jahr verstärken.
Der IPCC-„Sonderbericht Extremwetter“ 2011 (www.ipcc.ch) sagt eine deutliche weitere Zunahme extremer Wetterlagen voraus. „Soll die globale Erwärmung auf einem bestimmten Niveau begrenzt werden, so sind dafür erhebliche Minderungen der Treibhausgasemissionen notwendig ”, steht im neuesten IPCC Sachstandsbericht 5 Teilbericht 1 vom September 2013.
Kein Ski- und Ski-WM-Gebiet wird davon verschont bleiben. Glaubt man wirklich, ein “Immer-weiter-so” im Skispitzensport ist damit vereinbar?
Das sollte sich Herr Hörmann klarmachen, bevor er den WM-tauglichen Ausbau mit massiven ökologischen und ökonomischen Schäden für weitere Berghänge der Alpen und der Mittelgebirge fordert.
Eine Meldung zum Thema zur selben Zeit: Die Industrie- und Handelskammer, das Bayerische Institut für Angewandte Umweltforschung und die Ludwig-Maximilians-Universität in München stellten in Garmisch-Partenkirchen schon 2012 eine Studie zum Klimawandel vor. “So soll in der Region Garmisch-Partenkirchen ab den 2030er Jahren neben den Durchschnitts-Temperaturen im Winter auch die Zahl der Tage mit über 30 Grad von jetzt null bis zwei auf acht steigen: Der Wintertourismus wird durch den Klimawandel Probleme bekommen“ (Pawlovsky 19.4.2012).
Aus-beschneit!

Hörmann und die BiathlonWM 2012 in Ruhpolding
Die Umbauten der „Chiemgau-Arena“ für die
BiathlonWM 2012 verursachten schwere Landschaftszerstörungen. Für diesen Um- und Ausbau wurde sogar der Antrag auf Befreiung von der Naturschutzverordnung „Östliche Chiemgauer Alpen“! bewilligt, sprich: Für benötigte Flächen wurde das Naturschutzrecht außer Kraft gesetzt.
Dazu wurde ein massiver Einsatz von Kunstschnee erforderlich. Ralf Roth von der Sporthochschule Köln bemerkte dazu: „Es ist heute nicht mehr möglich, solche Veranstaltungen ohne Beschneiung durchzuführen. Da gibt es ganz klare Anforderungen, das geht mit Naturschnee an keinem Standort der Welt.” Den Einsatz von Salz auf den Loipen rechtfertigte Roth so: „Es handelt sich um natürliche Salze, wie sie in der Landwirtschaft im Tonnenbereich ausgebracht werden” (Effern 8.3.2012). Also Dünger und Streusalz auf die Pisten?!
Greenwashing pur.
Hörmann sah bei der BiathlonWM 2012 ein „wirtschaftlich schönes Ergebnis”, mit dem übrigens nicht die 16,4 Millionen öffentlichen Geldmittel für den Umbau der Chiemgau-Arena zurückgezahlt werden: Mit dem – vom DSV privatisierten – Gewinn soll der eigene Biathon-Nachwuchs unterstützt werden (focus.de 10.3.2012).
Das ist eine Parallele zur
Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen: Auch hier zog der DSV mit dem Gewinn ab und hinterließ dem Austragungsort entsprechende Schulden, siehe oben!
– Eine weitere Parallele zur Ski-WM in
Garmisch-Partenkirchen 2011: Die Biathon-WM-Sause war noch gar nicht beendet, da verkündete der Präsident des DSV, Alfons Hörmann am 10.3.2011, dass sich der DSV demnächst wieder für eine BiathlonWM in Deutschland bewerben wird – allerdings nicht in Ruhpolding, wo „alles vorhanden ist”, sondern diesmal in Oberhof, Thüringen, wo in vieles neu investiert werden darf/muss.
Da sollen dann vermutlich die nächsten Millionen Euro öffentlicher Gelder – mindestens – für WM-taugliche
BiathlonSportstätten locker gemacht werden!

Die bestehenden sieben deutschen Biathlon-Anlagen, die alle ständig auf den neuesten Stand gebracht werden müssen, reichen dem Deutschen Skiverband (DSV) noch nicht. Nun soll in Kaltenbrunn im Werdenfelser Land die bestehende Biathlon-Anlage zum Bundesstützpunkt ausgebaut werden, angegliedert an den Olympiastützpunkt Garmisch-Partenkirchen. DSV-Präsident Alfons Hörmann betonte, dass man im Werdenfelser Land „nicht nur im alpinen Bereich, sondern in allen DSV-Sportarten aufrüsten muss” (merkur-online.de 4.9.2011). Das Projekt bedeutet: Infrastruktur für Schneekanonen und andere Beschneiungsantechnik – mit Strom- und Wasserleitungen und gegebenenfalls auch weiteren Speicherbecken, die Asphaltierung von Wanderwegen, neue Wirtschaftswege und die Versetzung von Brücken. Dazu natürlich das übliche Sortiment an Parkplätzen, Trainings- und Verwaltungsbauten, etc.
Auf Nimmer-Wiedersehen, Kaltenbrunner Sommertouristen!

Hörmann und München 2022
Der Präsident des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) und bekennender
München 2022-Fan, Günter Lommer nannte die Wahl Hörmanns eine “Steilvorlage für Olympia 2022 in München” (Herrmann u. a. 18.10.2013).
Da wäre dann kein Millionen-, sondern ein Milliardendefizit zu erwarten.
Hörmann zur Unterstützung von Bach für
München 2022: „Es kann niemand erwarten, dass Thomas Bach mit einer deutschen Fahne durch die Welt läuft“ (spiegelonline 12.9.2013). Noch drei Tage vor der vierfach verlorenen Abstimmung äußerte Hörmann im Interview, er gehe „mit viel Optimismus“ in den Wahlsonntag: „Repräsentative Umfragen der Vergangenheit belegen, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter einer Olympiabewerbung steht“ (dosb.de 7.11.2013). Und zur Frage der „Knebelverträge“: „Die Vertragslage ist auch faktisch anders als von den Gegnern dargestellt… Der HCC (Host City Contract; WZ) ist starr vom IOC vorgegeben, vor allem, damit sich alle Bewerber den gleichen Bedingungen stellen müssen. Dies ist vergleichbar mit deutschen Ausschreibungen und ein normales Verfahren“ (Ebenda). – „Die Verträge sind vollkommen transparent und ausgewogen“ (Voigt 10.11.2013).  

Abwahl von München 2022 am 10.11.2013
Auch Alfons Hörmann, der designierte DOSB-Präsident, sprach von einer ‘Stimmung, die kein solches Großereignis zulässt’. Das Scheitern der Bewerbung, diesmal nicht wie 2011 am Votum der IOC-Mitglieder, sondern der Bürger, werde ‘unsere Sportler traurig stimmen’ und den deutschen Sport ‘in der Basisarbeit eher schwächen als stärken’“ (Eichler 11.11.2013).
„Von einer vertanen Chance sprach der designierte
DOSB-Präsident Alfons Hörmann, Chef des Deutschen Skiverbandes, nach dem Bürgervotum und versuchte erst gar nicht Verständnis für die siegreichen Bedenkenträger aufzubringen. Es war ein Schock für den organisierten Sport in Deutschland“ (Rüttenauer 12.11.2013).
„’Jede Verbandsstruktur profitiert von den Einnahmen des
IOC’, sagt Hörmann. Wie wenig er das Votum der bayerischen Mehrheit verstanden hat, wie wenig er bereit ist, auf die Bürger zuzugehen, wird deutlich, als er den grünen Fraktionschef Hartmann offenbar als Rädelsführer ausmacht: ‘Die Karawane zieht weiter’, giftet er den NOlympia-Mann an, weil dieser auch Kritik an den Organisationen der Fußball-Weltmeisterschaften 2022 in Katar übte: ‘Hier wird Fundamental-Opposition gegen den Sport gemacht’“ (Jans 12.11.2013). – „Der Steuerzahler hätte nichts zu zahlen gehabt, weil wir mit besten Chancen angetreten wären, mit Olympia Geld zu verdienen“ (Aumüller, Kistner 7.12.2013). Dazu schrieben Johannes Aumüller und Thomas Kistner: „Wie diese Rechnung ausgesehen hätte, ist bis heute nicht bekannt“ (Ebenda).
Im Januar 2014 stellte Hörmann fest:  „Wir  haben im Rückblick München nicht ausreichend vorbereitet“ (sueddeutsche.de 17.1.2014). – „Das Thema Winterspiele scheint erst mal durch zu sein. (…) Wir haben München nicht ausreichend vorbereitet. Das darf uns nicht noch einmal passieren“ (Fischer 18.1.2014). – „Die Gegner haben sportliche Großveranstaltungen gekonnt miteinander vermengt. Und plötzlich ist Katar auf den Tegernsee und Sotschi auf den Chiemsee transferiert worden“ (Teuffel, Voigt 19.1.2014).

Hörmann wird DOSB-Präsident
Schon im Vorfeld der Wahl entstand Unmut: „Einen offenen Meinungsaustausch über Kandidat oder sportpolitische Inhalte gibt es nicht“ (Leufgens, Kempe 2.12.2013). Ein Funktionär, der ungenannt bleiben wollte, äußerte: „Das war ein abgekartetes Spiel. Ein Kandidat, den das Tandem Bach/Vesper doch schon frühzeitig ausgekaspert hat, wird uns nun vorgesetzt“ (Schreiber-Rietig 5.12.2013). – „Es gab keinen Herausforderer. Zwei Konkurrenten machten den Weg für Hörmann in einem Sechs-Augen-Gespräch frei. Das war im Oktober“ (Aumüller, Kistner 7.12.2013).
Kandidat Hörmann erhielt am 7.12.2013 dann 434 Ja-Stimmen und 25 Gegenstimmen (Hecker 7.12.2013). „Einer, der sich eher mit der Skisprungschanze in Füssen auskennt als in der Welt der Katarer und Kuwaiter“ (Aumüller, Kistner 7.12.2013).
Hörmann lobte Vorgänger Bach; dieser habe mit der Fusion des Deutschen Sportbundes mit dem Nationalen Olympischen Komitee zum DOSB „Außergewöhnliches geleistet“ (abendzeitung-muenchen.de 3.12.2013). – „Dass er 2006 dezidierter Gegner des Zusammenschlusses von DSB und NOK zum DOSB war und bald an der Spitze des damals von ihm abgelehnten Konstrukts steht, haben auch viele nicht vergessen“ (Ahrens 5.12.29013).
„Man schaut bei Thomas  Bach übrigens immer auf seine internationalen Verdienste und vergisst dabei seine vorbildlichen Leistungen in Deutschland bei der Fusion von NOK und DOSB in den vergangenen sieben Jahren“ (Fischer 18.1.2014).
Bach und sein Generaldirektor Vesper hatten als primäre Ziel die IOC-Präsidentschaft Bachs. Dafür haben sie im DOSB jegliche Kritik verbannt, den Besitz geringer Dopingmittel mit äußerster Härte verteidigt, den Spitzensport bis an die Grenzen gefördert und den Breitensport vernachlässigt: schöne Bilanz.
Hörmann lobte im SID-Interview auch die Arbeit der Anti-Doping-Agentur Nada. Er nannte als möglichen Grund die geringe Aufklärungsquote der Nationalen Anti-Doping-Agentur, dass sich „deutsche Sportler das Risiko eines Dopingvergehens einfach nicht mehr leisten können“ (zeitonline 5.12.2013).
Der Heidelberger Dopingexperte Prof. Werner Franke meinte dazu: „Hörmann hat keine Ahnung, er redet blanken Unsinn“ und vermutete, es ginge Hörmann um „den Schutz der dopenden Sportler“ (Ahrens 5.12.2013). Für Frankes Nürnberger Kollege Fritz Sörgel ist Hörmann naiv: „Einen wahren Fortschritt können wir von ihm offensichtlich nicht erwarten“ (Ebenda). Die ehemalige Leichtathletin Claudia Lepping, die die Webseite dopingalarm.de betreibt: „Wenn Herr Hörmann behauptet, die Dopingbekämpfung der Nada liefe bereits vorbildlich, frage ich mich, was ihn für das Amt des DOSB-Präsidenten in Sachen Doping befähigt: ein hohes Maß an Unwissenheit oder ein noch höheres Maß an Chuzpe“ (zeitonline 5.12.2013).

Hörmann und das Kartellrechtsverfahren
Hörmann ist seit 2010 alleiniger Geschäftsführer der Hörmann-Gruppe: Die Namensgleichheit ist zufällig. Er leitete bis 2010 den Dachziegel-Hersteller Creaton AG. Das Bundeskartellamt warf 2008 sechs Dachziegelherstellern Preisabsprachen bei Tondachziegeln vor. Der Vorwurf lautete auf „wettbewerbsbeschränkende Absprachen“ (Aumüller 9.12.2013b). Es verhängte Bußgelder für neun Unternehmen und zwölf Privatpersonen in Höhe von 188 Millionen Euro, davon entfielen auf Creaton 66 Millionen Euro (Hecker 1.12.2013; Aumüller, Kistner 7.12.2013; Aumüller, Kistner 10.12.2013) – das ist fast ein Drittel. Genauer gesagt geht es um zwei Verfahren: eine Absprache über einen „Energiekostenzuschlag“ vom Sommer 2006 und frühere Absprachen auf dem Markt mit Biberschwanzziegeln (Aumüller, Kistner 10.12.2013).
Verhandelt wird nach dem Einspruch von Creaton vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. „Bestätigt das OLG den Spruch des Kartellamts, müsste Hörmann 150.000 Euro zahlen, sein früheres Unternehmen aus der Tondachziegelbranche, die Creation AG, rund 66 Millionen Euro“ (spiegelonline 10.12.2013).
Der Vorgang löste vor der DOSB-Wahl am 7.12.2013 unter den Delegierten „ein gewisses Grummeln“ aus: „konkrete Nachfragen von Journalisten will Hörmann nicht beantworten“ (Aumüller 9.12.2013b). „Warum Hörmanns persönliche Rolle nicht schon vor der DOSB-Kür klarer dargelegt wurde, erklärte DOSB-Sprecher Christian Klaue am Dienstag so: ‚Weil es nicht unsere Aufgabe ist, Details aus einem laufenden Verfahren bekannt zu geben“ (Aumüller, Kistner 10.12.2013).
Der DOSB schrieb zu dem Vorgang: „Es „besteht lediglich der Verdacht einer Ordnungswidrigkeit wegen eines Vorgangs, der mehr als sieben Jahre zurückliegt und seitdem öffentlich bekannt ist“ (abendzeitung-muenchen.de 3.12.2013).
Und schon wird DOSB-intern überprüft: Der „Corporate Governance-Beauftragte“ des DOSB ist Jürgen Thumann, deutscher Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI) von 2005 bis 2009. „Wo sich Kartellamt und Generalstaatsanwaltschaft langwierige Verfahren leisten, regelt der DOSB alles recht flott per Austausch zwischen Präsidenten und externem Gutachter. Und zwar weitreichend, wie der DOSB jüngst mitteilte: ‚Auch eine Ordnungswidrigkeit erlaubt es’, so Herr Thumann, ‚Herrn Hörmann das Amt des DOSB-Präsidenten wahrzunehmen’“ (Aumüller, Kistner 7.12.2013).
Thumann war – wenig überraschend – nach „eingehender Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, das die Kandidatur von Alfons Hörmann nicht beeinträchtigt“ (SZ 4.12.2013). Laut Thumann bestünde lediglich der Verdacht einer Ordnungswidrigkeit: „das Präsidium habe sich dieser Auffassung angeschlossen“ (Ebenda).
Industrie + Wirtschaft + Spitzensport = DOSB.
„Da hilft auch die vorauseilende Entlastung nicht – nur weil der DOSB keinen anderen tauglichen Präsidentschaftskandidaten in der Eile auftreiben konnte“ (Winterfeldt 10.12.2013).

Nachtrag 1: Wahl von Bachs Nachfolgers
„Auch die Wahl Hörmanns war ein Beispiel für die fehlende Debattenkultur im deutschen Sport und den Mangel an Transparenz. Interviews mit kritischen Fragen wurden vor der Wahl abgelehnt. Diskussionen über Positionen und Programme waren nicht zu vernehmen. (…) Auf der Pressekonferenz kurz vor der Wahl Hörmanns erklärte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper laut der Nachrichtenagentur DPA gar, dass sich die Vorwürfe des Kartellamts nicht gegen Hörmann richten würden. Dieser wird kurz darauf mit großer Mehrheit zum DOSB-Präsidenten gekürt. Über 90 Prozent der Stimmen entfielen auf ihn. Nachfragen von Verbandsvertretern gab es nicht. Pikant: Nur drei Tage nach der Wahl bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf nach eingehender Prüfung den Bescheid des Bundeskartellamts. Demnach wurde Hörmann persönlich 2008 mit einem Bußgeld von 150.000 Euro belegt und hatte dagegen Einspruch eingelegt. Die Verhandlungstermine im neuen Jahr stehen noch aus. Der DOSB teilte daraufhin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SID mit, Generaldirektor Michael Vesper, der viele Jahre Minister in Nordrhein-Westfalen war, habe sich bei seiner Aussage zu Hörmann versprochen“ (Kempe, Robert, Verpasste Chance, in deutschlandfunk.de 29.12.2013).

Nachtrag 2: Kein Gegenkandidat
Am 29.12.2013 wurde erwartungsgemäß der Stuttgarter Jurist Franz Steinle mit 66 von 74 Stimmen zum Nachfolger von Alfons Hörmann gewählt, der DOSB-Präsident wurde (Steinle folgt Hörmann, in SZ 30.12.2013). Warum erwartungsgemäß? Weil wir schon am 15.12.2013 eine Email erhalten haben, dass der Kandidat Christian Neureuther nicht erwünscht war. Im Hintergrund war auch die Oberammergauerin Miriam Vogt, seit 2005 Präsidentin des Bayerischen Skiverbandes, als Vizepräsidentin des DSV ausgemauschelt worden. „Auch Peter Fischer, Präsident des  Skiclubs Garmisch und Geschäftsführer für die alpinen Ski-Weltcups, war von DSV-Kreisen zu einer Kandidatur ermuntert worden. Am Ende soll in aller Stille hinter den Kulissen die Entscheidung für den Schwaben Steinle und für Vogt als Stellvertreterin gefallen sein – mit Neureuther und Fischer hat bis heute niemand gesprochen“ (Holzapfel, Reinbold 10.1.2014). Neureuther und Fischer traten dann gar nicht zur Wahl an. “Es gab keinen Wahlkampf”, sagte Steinle (Voigt, Benedikt, Verwalter des Wohlstands – Neuer DSV-Chef Steinle setzt auf Kontinuität, in tagesspiegel.de 30.12.2013).
Beste Sport-Demokratur: immer ohne Gegenkandidaten…

Nachtrag 3: Neuer DSV-Präsident entlastete Doping-Trainer
Steinle war im DSV bisher zuständig für Rechtsfragen und den Antidoping-Bereich. Er hat als bisheriger Vizepräsident mit dem umstrittenen DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller eng kooperiert. “Doch gerade im Antidopingkampf ist Steinle nicht unbedingt als vorbildlicher Spitzenfunktionär aufgefallen. Im engen Schulterschluss mit dem bisherigen DSV-Präsidenten Alfons Hörmann und dem DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller kam es im Verband immer wieder zu höchst fragwürdigen Entscheidungen. Der amtierende DSV-Generalsekretär Pfüller war in der DDR laut Zeitzeugen als Cheftrainer und Funktionär des DDR-Skiverbandes selbst in das Dopingsystem eingebunden. Jahrelang hat Pfüller im DSV dopingbelastete DDR-Kollegen protegiert. Erinnert sei hier an den Fall des DDR-Biathlontrainers Frank Ullrich, der heute Skilanglauf-Bundestrainer ist. Im Jahr 2009 kam eine vom Deutschen Skiverband eigens eingesetzte Untersuchungskommission zum Ergebnis: Wenn Ullrich auch heute daran festhalte, dass es sich damals im DDR-Biathlon lediglich um legale Mittel gehandelt habe, gehe die Kommission von einem ‘unbewusst gesteuerten Verdrängungsmechanismus’ aus. Das Gremium stand ausgerechnet unter dem Vorsitz des Juristen und damaligen DSV-Vize Franz Steinle” (Purschke, Thomas, Neu, aber umstritten, in deutschlandfunk.de 29.12.2013). Der DOSB empfahl in solchen Fällen die Einschaltung  seiner zentralen Dopingkommission. “Der Skiverband tat das nicht. Stattdessen kam die DSV-Untersuchungskommission unter Franz Steinle verbandsintern und eigenmächtig zu dem Ergebnis, keine arbeits- oder dienstrechtlichen Schritte gegen Trainer Frank Ullrich einzuleiten” (Ebenda).

Nachtrag 4: Sotschi o.k.
Hörmann urteilte über Putins Spiele 2014, „die umstrittenen Spiele in Sotschi hätten mit ihrem fußläufigen Konzept und ihrer Organisation ’sportfachlich betrachtet neue Maßstäbe‘ gesetzt“ (Aumüller, Johannes, Botschaften in Rot, in SZ 17.2.2014). – „Es ist endlich mal der Fokus bei Sport-Großveranstaltungen in aller erster Linie auf die Athleten gelegt und nicht wie so oft viel für die Kulisse von Spielen getan worden“ (Zimmer-Amrhein, Florian, Akuter Gedächtnisverlust, in tasz.de 17.2.2014).

Nachtrag 5: Hörmann hofft
DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat große Erwartungen an den Reformen, die auch das olympische Bewerbungsverfahren betreffen. Sie sollen ’noch mehr Lust auf Olympia machen‘, hofft er – vor allem auch in Deutschland, das mit Berlin oder Hamburg von dem möglichen Aufwind profitieren will. Das IOC will die ‚Agenda 2020‘ am 8./9. November auf der außerordentlichen Session verabschieden“ (dpa, IOC kürt Kandidaten für Olympia 2022: München schaut zu, in sueddeutsche.de 4.7.2014).
Eher hört die NSA das Ausspionieren in Deutschland auf, als dass sich das IOC reformiert!

Nachtrag 6: Hörmann antwortet
Im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel gab Hörmann einiges zum Besten.
– „In München mussten wir ja leidvoll erfahren, dass selbst ein so gutes Konzept als Antwort auf Sotschi und Katar dennoch von den Bürgern nicht mitgetragen wurde“ (Kirnich, Peter, „Dass in die Infrastruktur investiert werden muss, ist klar“, in berliner-zeitung.de 9.7.2014).    “
Dass München 2018 oder erst recht München 2022 als „Antwort“ auf Sotschi 2014 und Katar 2022 zu verstehen war, ist neu.
– „In München hatten wir beispielsweise ein Konzept, in dem nur 1,8 Milliarden Euro für das Infrastrukturbudget vorgesehen waren, wovon 1,1 Milliarden unabhängig von Olympia schon geplant war und auch weiter geplant sind und nicht rund 30 Milliarden wie in Sotschi“ (Ebenda).
Die Münchner DOSB-Milliardenrechnung hätte nie gereicht. Der Erfahrungswert von Kostensteigerungen bei Olympischen Winterspielen liegt beim Faktor 3 bis 5. Und die gigantischen Autobahnprojekte um Garmisch-Partenkirchen herum waren zum Großteil gar nicht im dringlichen Bedarf des Bundesfernstraßenplans – und sind es jetzt auch nicht mehr.
– „Mit der reinen Durchführung der Spiele wird Geld verdient“ (Ebenda).
Original-Ton Hörmann! Stimmt – das IOC verdient Milliarden. Die Milliarden-Verschuldung tragen die Steuerzahler in den Austragungsländern.
– „Aktuelle Umfragen haben ergeben, dass 74 Prozent der Menschen grundsätzlich für die Ausrichtung Olympischer Spiele in Deutschland sind“ (Ebenda).
Das Problem mit diesen und anderen IOC-DOSB-Umfragen ist, dass nie eine Quelle angegeben wird – oder dass sowieso schon sportaffine Menschen wie zum Beispiel Mitglieder in Sportvereinen befragt werden. Aber die Methode verfängt – im Berliner Tagesspiegel stand  einen Tag später:
„Laut DOSB-Präsident Hörmann haben zwei vor kurzem durchgeführte Befragungen eine Zustimmung von etwa 75 Prozent unter den Deutschen für eine Olympiabewerbung ergeben“ (Hönicke, Christian, Sportbund will Bürger erst später beteiligen, in tagesspiegel.de 10.7.2014).

Nachtrag 7: Oberschiedsrichter Hörmann im Originalton
Zur Olympiatauglichkeit von Hamburg und Berlin: “Wir kommen zu dem klaren Fazit, dass beide Städte uneingeschränkt die Grundvoraussetzungen erfüllen, Olympiakandidat sein zu können.” Bis zur nächsten Sitzung des DOSB-Präsidiums soll bundesweit eine breite Diskussion “zu Sinn und Konsequenzen einer deutschen Olympiabewegung” initiiert werden und – Achtung NOlympia Hamburg und Berlin! – auch mit “Befürwortern und Gegnern”. Das Volk soll befragt werden, denn, so Hörmann: “Ein Szenario wie in München wollen wir nie mehr erleben.” Zur “Stimmungslage” in der Bevölkerung von Hamburg und Berlin meinte Hörmann: “Das lassen Sie unsere Sorge sein, für den Moment.” Bei einem Scheitern von 2024 wollen beide Städte 2028 wieder antreten; dies hätten sie “uneingeschränkt zugesichert” (Alle Zitate: Hungermann, Jens, Olympia-Entscheid hängt von der Bevölkerung ab, in welt.de 12.9.2014).
Wie steht es mit 2032?
Auf jeden Fall soll auf der DOSB-Mitgliederversammlung am 6.12.2014 noch nichts entschieden werden – wegen unklarem Stimmungsbild. Hörmann: “Es könnte auch sein, dass es einen Teilbeschluss geben wird und das Thema Bürgerbefragung dann nachgeschoben wird,. Es kann auch ein Zustand geschehen, dass keine Olympiabewerbung entsteht” (Hönicke, Christian, DOSB: Das Volk und andere Fragezeichen, in tagesspiegel.de 11.9.2014).
Es entscheidet in jedem Fall ausschließlich und einzig der DOSB – siehe unten.

Nachtrag 8: Hörmanns Welt
DOSB-Präsident Alfons Hörmann hält eine deutsche Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2026 trotz des klaren Scheiterns von München 2022 für möglich. ‚Noch vor wenigen Monaten haben wir gesagt, dass das Thema für lange Zeit undenkbar ist. Aber Dinge im Sport können sich manchmal schnell ändern. Es könnte zu einer Konstellation kommen, die zu neuen Überlegungen führt‘, sagte Hörmann am Dienstag in Willingen. Voraussetzung sei allerdings, dass eine Bewerbung Berlins oder Hamburgs um Sommerspiele nicht weitergeführt werde. (…) Zu denken gibt ihm Oslos Rückzug aus dem Rennen um die Winterspiele 2022, womit nur noch Almaty (Kasachstan) und Peking verbleiben. ‚Das hat noch einmal einen Phantomschmerz ausgelöst, weil klar geworden ist, wie groß die Chance für München gewesen wäre‘, sagte Hörmann'“ (SID, Alternative Winter, in SZ 22.10.2014).
Natürlich verschwendet Hörmann keinen Gedanken daran, warum München, Garmisch-Partenkirchen und die Landkreise Traunstein und Berchtesgaden am 10.11.2013 bei München 2022 mit NEIN abgestimmt haben. Und warum Oslo die  Bewerbung 2022 zurückgezogen hat. Erstaunlich, wie schnell in einem Jahr Amtszeit der Realitätsverlust beim DOSB-Präsidenten einsetzt! Das Ganze ist natürlich als Druckmittel an Hamburg und Berlin gedacht die wegen der DFB-Bewerbung um die Fußball-EM 2024 sowieso chancenlose Bewerbung um Olympische Sommerspiele zu pushen. Das ganze DOSB-Spiel ist so schlecht wie lächerlich. 

Nachtrag 9: Hörmann antwortet
Im Interview äußerte DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf die Frage nach der Stimmung in Hamburg und Berlin: „Die wohl alles entscheidende Frage ist also: Wie entwickelt sich die Stimmung in Hamburg und Berlin bis zum März 2015?“ Er verwies auf die beiden vom DOSB geplanten repräsentativen Umfragen in beiden Städten im Februar 2015. Zur Frage nach einer möglichen Ablehnung in beiden Städten sagte Hörmann: „Darüber will ich nicht spekulieren.“ Zu den nötigen Milliarden für Olympische Spiele 2024 in Zeiten knapper öffentlicher Mittel verstieg sich Hörmann zu der Aussage: „Ein Projekt wie Olympia und die Paralympics bringt neue Perspektiven für den Schulsport, für die Bewegung über alle Ebenen – dann sind wir in Kindergärten. Aber man darf auch Seniorenzentren nicht vergessen. Und schon sind wir bei den Themen Inklusion und Integration. Da ist Olympia der Motor, um sich in diese Richtung aufzumachen.“ (Alle Zitate: Niemeyer, Jörg, Hörmann: „Wir brauchen die Spiele“, in weser-kurier.de 9.11.2014).
Da muss man doch einfach Olympische Spiele durchführen! – Ob Hörmann das alles selbst glaubt?

Nachtrag 10: Der DOSB-Papst
DOSB-Präsident Alfons Hörmann zur Wahl des DOSB zwischen Hamburg und Berlin: “Das ist wie bei der Papstwahl. Am Ende kommt ein einstimmiger Beschluss heraus” (Johannes Aumüller, Hamburgs Vorteil, in SZ 12.1.2015). – “Zum anderen spotteten manche Beobachter, das Prozedere in der Sixtinischen Kapelle sei ‘deutlich demokratischer’ als im deutschen Sport” (Ebenda).
Dies war kein singulärer peinlicher Ausrutscher von Hörmann: Einstimmigkeit ist in der IOCDOSB-Sportdemokratur zur Pflichtübung geworden. Vergleiche: Die Sport-Demokratur

Nachtrag 11: Hörmann bei 48 Prozent befriedigt
Der DOSB lässt das Forsa-Institut in Hamburg und Berlin je 1500 Personen per Telefon befragen. DOSB-Präsident Alfons Hörmann machte sich tiefsinnige Gedanken zur Befragung: „Es kann sein, dass aus den Umfragen etwas feststellbar ist, es kann aber auch anders herum sein“ (Olympia-Bewerbung: DOSB trifft sich mit IOC in Lausanne, in zeitonline 23.2.2015). Ihm schwant wohl Fürchterliches – er senkte die Zufriedenheitsschwelle weiter ab: „Auch 48 Prozent Zustimmung für Olympia in einer Stadt könnte als höchst ermutigend interpretiert werden“ (Ebenda).

Nachtrag 12: Nichts gelernt aus München 2022
DOSB-Präsident Alfons Hörmann trauert noch immer der gescheiterten Olympia-Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 nach. ‚Es ist bitter, dass nur noch Almaty und Peking übrig sind. Jetzt wird deutlich, dass München die Spiele auf dem Silbertablett serviert bekommen hätte‘, sagte der 54-Jährige bei den Sternenfelser Gesprächen des Mühlacker Tagblatts. Im November 2013 war die Bewerbung Münchens an einem Bürgerentscheid gescheitert. Eine Hürde, die Hamburg auf dem Weg zu einer internationalen Bewerbung um die Sommerspiele 2024 noch überspringen muss. ‚Wir müssen uns von einem Bedenkenland zu einem Chancenland entwickeln‚, sagte Hörmann mit Blick auf den deutschen Kandidaten, der sich im Bewerber-Rennen gegen Berlin durchgesetzt hat“ (SID, Hörmann trauert Münchner Olympia-Chance nach, in zeitonline 25.3.2015).
Die DOSB-Sichtweise: Bedenken gegen Olympische Spiele sind sinnlos, wo sich doch so viele Chancen bieten. Zumindest war unser Widerstand gegen München 2022 nicht zwecklos!

Nachtrag 13: Hörmann tut Buße
DOSB-Präsident Alfons Hörmann zog seinen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid des Bundeskartellamts zurück. Damit muss er wegen seiner früheren Tätigkeit beim Dachziegel-Hersteller Creaton AG 150.000 Euro plus 75.000 Euro Zinsen bezahlen. Hörmann: „Mit der Lösung außerhalb des Gerichtsaales kann ich mich nun weiter voll auf die Arbeit auch im DOSB und damit auf die Entwicklung der Olympiabewerbung konzentrieren. Einen DOSB-Präsidenten vor Gericht wird es nicht geben“ (Hecker, Anno, Hörmann zahlt Bußgeld, in faz.net 5.5.2015).
Schade eigentlich…

– Nachtrag 14: Creaton AG zu fast 40 Millionen Euro verurteilt
Am 29.5.2015 verurteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf den Dachziegelhersteller Creaton AG wegen illegaler Preisabsprachen zu 39,9 Millionen Euro Bußgeld. Hörmann war dort von 1998 bis 2010 Vorstandsvorsitzender. Ursprünglich war die Creaton AG sogar zu 66 Millionen Euro verurteilt worden (Purschke, Thomas, Ex-Firma von deutschem Olympia-Chef muss Millionen-Bußgeld zahlen, in spiegelonline 3.6.2015).

Nachtrag 15: Hörmann und die Flüchtlinge. DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht im Hamburger Referendum am 29.11.2015 eine Herausforderung, die „insbesondere unter dem Aspekt der Flüchtlingskrise noch einmal etwas schwerer zu finden ist“ (Aumüller, Johannes, Fifa und Flüchtlinge, in sueddeutsche.de 30.9.2015). Die Flüchtlingsproblematik komme „zur absoluten Unzeit, was das Thema Olympia anbelangt“ (Ebenda).
Baut Hörmann da schon mal vor, falls das Referendum, verloren geht?
Hörmann möchte aber auch „das eine mit dem anderen wirkungsvoll“ vereinen: „So wie man derzeit hilfebedürftige Menschen aufnehme, wolle man ‚2024 Athletinnen und Athleten sowie die weltweite Sportfamilie willkommen heißen“ (Olympia 2024 in Gefahr: Flüchtlingskrise „zur absoluten Unzeit“, in mopo.de 1.10.2015).
Einfach schön…

Nachtrag 16: DOSB mag nicht für Doping-Opfer zahlen. Ende September 2015 verkündete das Bundesinnenministerium (BMI), dass es 10,5 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt zur Linderung der Not der Opfer vom DDR-Zwangsdoping zur Verfügung stellen wird (Hecker, Anno, Druck für den Sport, in faz.net 4.10.2015). Die Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfe-Vereins, Ines Geipel, war dankbar für den Vorstoß des BMI, wies aber darauf hin, dass die Einmalzahlung an etwa 1.000 Opfer für jeden 10.500 Euro ausmachten: Das reiche in der Regel nicht einmal für Medikamente und Reha-Maßnahmen (Aumüller, Johannes, Der Sport gibt nichts, in SZ 6.10.2015).
Der Parlamentarische Staatssekretär, Ole Schröder, forderte den DOSB auf, die selbe Summe zur Verfügung zu stellen. „Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, sagte im DLF, hierbei könne es sich nur um ein Missverständnis handeln. (…) Im Idealfall solle die Summe aus einem allgemeinen Topf von Sportgeldern vom BMI entnommen werden. ‚Von einem 20-Millionenbedarf war nie die Rede‘, sagte Hörmann“ (May, Philipp, DOSB-Chef Hörmann: „Ein Missverständnis“, in deutschlandfunk.,de 3.10.2014). – Ole Schröder hatte diese Forderung in seinem Interview gestellt. Hörmann mit Thomas Bach’scher Arroganz: „Ich hab mir noch nicht die Mühe gemacht, das anzuhören“ (Aumüller 6.10.2015). Zu den 10,5 Millionen Euro aus dem Bundesministerium des Inneren sagte Hörmann: „Das ist Geld, das dem Sport an anderer Stelle fehlt“ (Ebenda). Hörmann argumentierte auch, dass der Sport gar keine eigenen Mittel habe. „Dass sich der DOSB gerade einen Neubau über 25 Millionen Euro leistet, den er zur Hälfte selbst finanziert, sieht Hörmann aufgrund seines Finanzierungsmodells nicht als Widerspruch“ (Ebenda).
Die bietet sich doch angesichts der Frankfurter Nassauereien die Forderung an, sämtliche staatliche Subventionen an den Sp(r)itzensport sofort einzustellen.

Nachtrag 17: Das muss den Hamburgern reichen! Hörmann sah Mitte Oktober 2015 keine Probleme mit den Sicherheitskosten, den Hafen-Umzugskosten etc. Zum Finanzreport Hamburg 2024 sagte er: „Mehr Klarheit braucht ein Bürger aus Hamburg nicht“ (DPA, Hörmann sieht Hamburger ausreichend über Olympia informiert, in zeit.de 14.10.2015). – Hörmann zur Frage, dass die Hamburger Bürger bei Hamburg 2024 wissen müssten, wer was bezahlt: “Selbstverständlich wäre es schön, wenn da Klarheit wäre. Aber notwendig ist es nicht” (Widmann, Marc, “Der Weg ist richtig”, in zeit.de 24.10.2015).
Basta!

Nachtrag 18: Hörmann „vor Geipel gewarnt“
„Da ist der DOSB-Präsident Alfons Hörmann, der im März im Bürokratieton verkündete, dass Hamburg sich gegen Berlin durchgesetzt hat. Kurz darauf akzeptierte er in einem Gerichtsverfahren eine Strafe von 150.000 Euro plus 75.000 Euro Zinsen. Der Vorwurf an den Unternehmer aus der Baubranche: illegale Preisabsprachen. Bei seiner Wahl zum DOSB-Chef im Dezember 2013 hatte er noch versprochen, er werde sich in diesem Prozess „schadlos“ halten. Später gab er einen „Fehler“ zu. Der höchste Mann im deutschen Sport hat offenbar nicht immer viel von fairem Wettbewerb gehalten. Vor einer Woche besuchte Hörmann den Landessportbund Thüringen. Das ist ein von alten Stasi-Seilschaften diktierter Verband, der die volle Unterstützung Hörmanns genießt. Dabei ließ er sich öffentlich über Ines Geipel aus, die Leiterin des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (DOH). „Ich bin vor der gewarnt worden“, sagte Hörmann – und andere Abfälligkeiten. Doping-Opfer der DDR klingt nach einem alten Hut. Wer mal mit welchen zu tun hatte, sieht das anders. Unter ihnen sind körperliche und seelische Wracks, manche keine vierzig Jahre alt. Der Bund hat im November eine Einmalzahlung von 10,5 Millionen Euro an den DOH genehmigt. Der deutsche Sport sollte eine Mitverantwortung für diese DDR-Altlasten übernehmen, auch finanziell, etwa über eine Rente. Der DOSB lehnt das ab, ihm ist das Thema lästig“ (Fritsch, Oliver, Olympia in Hamburg: Die Spielverderber, in zeit.de 28.11.2015).

Nachtrag 19: Hörmann und „Mutti“
Die Aufarbeitung der Niederlage von Hamburg 2024 am 29.11.2015 sah seitens des sichtlich um Ablenkung bemühte DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann so aus: Schuld waren Fifa/Blatter, der DFB und sein früherer Präsident Theo Zwanziger der Internationale Leichtathletik-Verband IAAF und dessen früheres deutsches Council-Mitglied Helmut Digel. Schuld war nicht: der DOSB. „DLV-Präsident Clemens Prokop war ‚irritiert‘. Rund um den Dopingskandal hätte die deutsche Leichtathletik so viele Initiativen ergriffen, ‚dass ich nicht ins IAAF-Council gewählt wurde‘. An Hörmann gab er die Frage zurück: ‚Welche Initiativen hat der DOSB beim IOC gestartet, um aufzuklären, welche weiteren Sportarten von Russlands Dopingsumpf betroffen sind?'“ (Aumüller, Johannes, Mutti und andere Schufte, in SZ 7.12.2015). Außerdem arbeitete sich Hörmann, an der Politik ab und beklagte mangelnde Unterstützung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und der Bundeskanzlerin selbst. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach mit Hörmann am Freitagabend vor der Delegiertenversammlung darüber: „In der Rede am Samstag sparte Hörmann das Thema aus, aber es gab einen Videogruß des Hamburger Unternehmers und Bewerbungs-Unterstützers Alexander Otto, in dem es hieß: ‚Von Angela Merkel hätten wir uns ein bisschen mehr erwünscht.‘ Die Versammlung quittierte das mit Applaus. Hörmann sagte auf Nachfrage, ‚die aktive Unterstützung der Kanzlerin in Form von Beteiligung vor Ort‘ habe leider nicht stattgefunden“ (Ebenda).
So sieht die Aufarbeitung der Niederlage vom 29.11.2015 aus: weiter so, DOSB.
In einem Kommentar in der SZ äußerte Johannes Aumüller, es fehlten mindestens zwei Namen von Schuldigen: „Der erste lautet: Alfons Hörmann. Der deutsche Sport fiel seit dessen Amtsübernahme vor zwei Jahren nicht gerade dadurch auf, Missstände im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zu benennen oder zu bekämpfen. Hörmann selbst akzeptierte einen aus einer früheren Tätigkeit rührenden Bußgeldbescheid über 150 000 Euro wegen Kartell-Absprachen. Also ein Verstoß gegen das Wettkampfprinzip, das auch ein Grundwert des Sports ist. Auch saß beziehungsweise sitzt er im Vorstand von Biathlon- und Ski-Weltverband. Das sind Sportarten mit chronischen Dopingproblemen. Der zweite Name, den Hörmann aussparte: Thomas Bach. Mehr als jeder andere verkörpert er das internationale sportpolitische System der vergangenen Jahrzehnte. Seit zwei Jahren steht er als IOC-Chef an dessen Spitze. Ein Vorwurf an Funktionäre, sie hätten zu wenig mitbekommen oder unternommen, muss sich auch und erst recht an Bach richten. Zahlreiche Personen, um die es bei den Machenschaften von Fifa und IAAF jetzt geht, gehörten oder gehören zu seiner Ringe-Familie“ (Aumüller, Johannes, Liste mit Lücken, in SZ 7.12.2015).

Nachtrag 20: Hörmann kündigt Hörmann (1)
Die Hörmann Holding aus dem bayrischen Kirchseeon wirft ihrem bisherigen und nur zufällig gleichnamigen Geschäftsführer nach Informationen der WirtschaftsWoche vor, die ehrenamtliche DOSB-Präsidentschaft teilweise zu Lasten des Unternehmens ausgeübt zu haben und hat ihm im Februar nach längeren Auseinandersetzungen fristlos gekündigt. Alfons Hörmann klagt gegen die Kündigung. Verhandelt werden soll darüber am 23. Juni vor dem Landgericht München. Die Führung des Auto- und Kommunikationstechnik-Gruppe mit rund 2400 Beschäftigten wirft Alfons Hörmann vor, er habe ab Ende 2013 – also nachdem er die DOSB-Präsidentschaft übernahm – dem Unternehmen nicht mehr ’seine gesamte Arbeitskraft zur Verfügung gestellt‘ und stellte fest: ‚Eine operative Geschäftstätigkeit lässt sich mit Ihrem zusätzlich übernommenen Amt nicht vereinbaren“ (Alfons Hörmann wehrt sich gegen schwere Vorwürfe  seines Ex-Arbeitgebers, in wiwo.de 17.3.2016). – „‚Es enttäuscht uns zutiefst, feststellen zu müssen, dass mein Lebenswerk für Sie nur eine unter mehreren Aufgaben ist‘, zitiert die WiWo aus einem Schreiben von Holding-Chef Hans Hörmann (87) im Januar an den DOSB-Boss: ‚Eine operative Geschäftstätigkeit lässt sich mit Ihrem zusätzlich übernommenen Amt nicht vereinbaren'“ (WiWo: DOSB-Präsident Hörmann bot Rücktritt an, in handelsblatt.com 18.3.2016). Hörmann klagt gegen die Kündigung; die Verhandlung vor dem Amtsgericht München ist am 23.6.2016. „Um sich zu einigen, hat Alfons Hörmann nach einem Schreiben seiner Anwälte vom 5. Februar sogar ‚ausdrücklich angeboten (…) das Amt als Präsident des DOSB aufzugeben‘. An dem Angebot halte Hörmann ’nach wie vor fest‘, heißt es in dem Anwaltsbrief“ (Alfons Hörmann wehrt sich gegen schwere Vorwürfe  seines Ex-Arbeitgebers, in wiwo.de 17.3.2016). – „Nach SID-Informationen könnte es sich bei Hörmanns Offerte jedoch um ein übliches Manöver im Rahmen einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung handeln“ (handelsblatt.com 18.3.2016). Deshalb äußerte auch DOSB-Vorstandsvorsitzender Michael Vesper: „Hörmann ist und bleibt Präsident“ (DPA, Verwirrung um Hörmann, in SZ 21.3.2016).
Dann wird Hörmann aber nicht bei Hörmann bleiben können.

Nachtrag 21: Hörmann kündigt Hörmann (2)
Pompöse Feier am 20.5.2016 zum 10-jährigen Bestehen des DOSB – natürlich immer wieder in der Frankfurter Paulskirche. Mit anwesend: IOC-Präsident Thomas Bach und die Auto- und Sportkanzlerin Angela Merkel. „Seit zehn Jahren gibt es nun den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), zu dem damals der DSB und das NOK fusionierten, und die dieser Tage publizierten Bilanzen fallen oft verheerend aus – unter anderem wegen drei gescheiterter Olympia-Bewerbungen. Die Lage und die Aussichten des DOSB, der sich dank 27 Millionen Mitgliedschaften gerne als größte Bürgerbewegung des Landes feiert, sind eher schwierig. Erschwerend hinzu kommt die Situation des Spitzenpersonals, also von Präsident Alfons Hörmann und Vorstandschef Michael Vesper, dessen Vertrag kürzlich bis Ende 2017 verlängert wurde. (…) Vor knapp einem Jahr zog er (Hörmann; WZ) kurz vor Beginn des Kartellrechtsprozesses seinen Einspruch gegen einen 2008 verhängten Bußgeldbescheid zurück und zahlte eine Strafe in Höhe von 150 000 Euro plus Zinsen. (…) Für Creaton gab es am Ende des Prozesses ein Bußgeld von 39,9 Millionen Euro. Schon damals störten sich viele Beobachter daran, dass der oberste deutsche Sportlenker damit just gegen einen zentralen Gedanken des Sports, nämlich den Wettbewerbs-Charakter, verstieß. Aktuell führt Hörmann eine Auseinandersetzung mit der – nur zufällig namensgleichen – Firma Hörmann aus dem bayerischen Kirchseeon, für die er in den vergangenen Jahren als Geschäftsführer arbeitete. Anfang Februar kündigte sie ihm fristlos. Es geht unter anderem um den Vorwurf, dass sich Hörmann zu sehr um seinen Sport- und zu wenig um seinen Geschäftsführer-Job gekümmert habe. (…) Hörmann klagt gegen die Kündigung. Für den 23. Juni ist ein Gerichtstermin in München vorgesehen.  Für manche DOSB-Mitglieder wiegt schwer, dass Hörmann im Zuge der Auseinandersetzung gegenüber der Firma Anfang Februar anbot, sein Präsidentenamt aufzugeben. Eine entsprechende Passage aus einem Brief seiner Anwälte an die Firma zitierte die Wirtschaftswoche. Das mag nur taktische und juristische Erwägungen gehabt haben. Aber die deutsche Sportfamilie soll zu ihrer Zehn-Jahres-Feier jemandem applaudieren, der kürzlich offenbar das höchste Amt des deutschen Sports anbot“ (Aumüller, Johannes, Ein Fall für den Good-Governance-Beauftragten, in SZ 20.5.2016).

Nachtrag 23: Hörmann und der Doping-Opfer-Hilfe-Verein (DOH)
Bei der Feier zum 10-jährigen Bestehen des DOSB in der Frankfurter Paulskirche im Mai 2016 hatte Hörmann „behauptet, der DOSB ergreife schon seit Jahren die Initiative, um auch unter Einbeziehung des Unternehmens Jenapharm viele Dopingopfer zu entschädigen. Dazu der DOH: ‚Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Initiative des DOSB in Sachen Dopingopfer gegeben“ (SID, „Offensivlüge“, in SZ 24.5.2016). Der DOH bezeichnete Hörmanns Rede als „Offensivlüge“. Die Vorsitzende Ines Geipel: „Kein Gespräch nach vorn, kein ernsthaftes Angebot, stattdessen Dauerverweigerung, Diskreditierung oder ein Haufen blumiger Worte, denn keiner braucht“ (Ebenda). – Geipel: „Was für eine traurige Feier, blamabel und erschreckend zugleich“ (Dopingopfer sehen keinen Grund zum Feiern, in spiegelonline 19.5.2016).

Nachtrag 24: DOSB-Führung gegen Sportverbände
„Ein Streit auf höchster Ebene stellt den deutschen Spitzensport fünf Wochen vor Olympia vor eine Zerreißprobe. Die FAZ dokumentiert anhand von Mail-Auszügen ein Zerwürfnis zwischen DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Siegfried Kaidel, Sprecher der Spitzenverbände. Hörmann habe dabei die Vertrauensfrage gestellt. Der Streit sei nach einem Versuch Kaidels entbrannt, ein Treffen zwischen Funktionären und Innenministerium ohne DOSB-Spitze abzuhalten – formaler Anlass soll aber nicht die Reform, sondern die Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) gewesen sein. Laut FAZ hatte Hörmann darauf bei Innenminister Thomas de Maizière interveniert, der eine Teilnahme seines Abteilungsleiters an dem Treffen untersagte“ SID, „Hinterhältig“, in SZ 1.7.2016; Hervorhebung WZ). Hörmann stellte in einer Rundmail infrage, ob der Sport seine Führungsrolle verantwortungsbewusst umsetze. „Ruderchef Kaidel warf er ‚Verhinderungsstrategien‘ bezüglich der Reform vor und sprach von ‚hinterhältigen Spielchen‘. Kaidel wies dies zurück und erklärte, ‚ich unterliege nicht der Inquisition’“ (Ebenda).
Dazu aus einem Kommentar von Johannes Aumüller in der SZ: „Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) beansprucht die klare Führungsrolle, manche Spitzenverbände und das Innenministerium als Geldgeber sehen das etwas anders. Als Thema ist das konfliktträchtig genug, aber Grundsätzliches kommt dazu. Bei vielen Verbänden gibt es inzwischen eine tiefe Ablehnung gegen die DOSB-Spitze aus Präsident Alfons Hörmann und Vorstandschef Michael Vesper. Bilanz und Auftreten dieses Duos in jüngster Zeit lesen sich in der Tat verheerend. Da war die am Bürger-Votum gescheiterte Olympia-Bewerbung Hamburgs und der verblüffende Umgang damit: Wir haben uns nichts vorzuwerfen, folgerte Hörmann. Da waren auch die Themen, die aus Hörmanns Berufsleben in den Sport hinein lappten. (…) Zugleich wurde der Vertrag des ohnehin schon lange umstrittenen Vorstandschefs Michael Vesper verlängert. Die Umstände waren besonders merkwürdig, weil der Good-Governance-Beauftragte Jürgen Thumann wegen Vorwürfen gegen Vesper aktiv geworden war“ (Aumüller, Johannes, Ärger über das Führungsduo, in SZ 1.7.2016). Thumann war der Meinung, dass Vesper kein Verstoß nachzuweisen sei: „Allerdings wird sein Verhalten, so wie es von Hinweisgeberinnen geschildert worden ist, teilweise nicht dem Amt des Vorstandsvorsitzenden gerecht. Das Präsidium sollte ihn an seine hervorgehobene Stellung und an seine Vorbildfunktion erinnern“ (Ebenda). In vielen Bereichen fühlen sich Verbandsvertreter seit Längerem ignoriert und bevormundet, mäßig informiert und schlecht repräsentiert. Es geht gerade um eine Reform des Spitzensports – aber der deutsche Sport muss sich auch fragen, wer ihn in Zukunft führen soll“ (Ebenda).

Nachtrag 25: Millionen von Hörmann Holding für Hörmann?
Hörmann verhandelt seit frühjahr 2016 vor Gericht über eine finanziell lukrative Trennung von der Hörmann Holding, die ihm im Februar 2016 fristlos gekündigt hat. „Im Gespräch ist nach Informationen der WirtschaftsWoche für zurückliegende Ansprüche und als Abfindung eine Zahlung von rund 1,5 Millionen Euro. Ursprünglich hatten Hörmanns Anwälte ‚mindestens 5 Mio. Euro (…) als Grundlage für die Berechnung der finanziellen Konditionen eines vorzeitigen Ausscheidens‘ genannt“ (Schumacher, Harald, 1,5 Millionen Euro nach Kündigung durch Ex-Arbeitgeber? in wiwo.de 19.8.2016; Hervorhebung WZ). Die Hörmann Holding wirft ihrem früheren Geschäftsführer vor, „sein Ehrenamt beim DOSB auf Kosten des Unternehmens ausgeübt zu haben und kündigte ihm wegen der ‚Verwendung der Arbeitskraft für nicht genehmigte Tätigkeiten‘. So habe Hörmann, der seit 2010 den Automobilzulieferer führte, 2014 an 128 Wochentagen ‚ausschließlich Termine den Sport betreffend‘ wahrgenommen. Seine Anwälte hielten dagegen, dass der Firmen-Beirat den Sport-Job ‚unzweifelhaft gebilligt‘ habe“ (Ebenda; Hervorhebung WZ).

Nachtrag 26: Wie Hörmann einen Trägervereins-Vorstand entlässt
Der will seinen für Leistungssport zuständigen -Vorstand Dirk Schimmelpfennig als neuen Leiter der Trainerakademie in Köln inthronisieren – als Vorsitzender des Trägervereins. Die Kosten der „Trainerakademie des “ trägt natürlich nicht der selbst, sondern vornehmlich der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen den Etat der Akademie: „… der wiederum hat seine eh nicht üppigen Zuwendungen gerade von 37 000 Euro um 5000 Euro jährlich gekürzt. Ohne jede Vorwarnung“ (Catuogno, Claudio, Auf den Felsen geschleudert, in SZ 18.11.2016). Die Ablösung des bisherigen Trägervereins-Vorstand hat sich -Präsident Alfons Hörmann so ausgedacht: „Er hat Thomas Weikert, dem bisherigen Trägerverein-Vorstand, einen knappen Brief mit den neuen Personalien geschrieben: ‚Ich darf Sie bitten, diese Personalien auf Ihrer Mitgliederversammlung am 24. November zu bestätigen.‘ Ungeschickter geht es kaum. Weikert ist als Präsident des Tischtennis-Weltverbands ITTF einer der letzten international profilierten deutschen Sportfunktionäre. Weist man so einen schriftlich an, gefälligst seine eigene Abwahl zu organisieren? Weikert wehrt sich nun. Nicht, weil er an dem Stuhl klebt, den er 2008 erst auf Drängen des damaligen -Chefs Thomas Bach übernahm. Sondern, weil er die Vorgehensweise als ‚des nicht würdig‘ empfindet“ (Ebenda).
Der DOSB und Würde? Eine Contradictio in Adjecto…
Dazu Anno Hecker in der FAZAlfons Hörmann hatte in einem Brief vom 8.11.2016 den Vorstandsvorsitzenden Thomas Weikert zum Rücktritt aufgefordert. Weikert weigerte sich, weil die Aufforderung „ohne jede vorherige Rücksprache“ erfolgt war und beklagte „Stillosigkeit, Unhöflichkeit und rechtliche Fragwürdigkeit“, „zumal Hörmann den Präsidenten des internationalen Tischtennis-Bundes heftig persönlich angriff, ihm eine ‚Selbstinszenierung‘ zum Schaden von ‚Sportdeutschland‘ unterstellte. Weikert habe eindrucksvoll ‚die Maske fallen lassen“ (Hecker, Anno, Präsident im Scherbenhaufen, in FAZ 3.12.2016).  Weikert forderte eine Entschuldigung. Hörmann erklärte, dass es im Sommer 2016 Gespräche über die Ablösung Weikerts in großer Runde zusammen mit dem Leiter der Trainerakademie, Lutz Nordmann, gegeben habe. Weikert präsentierte eine akribische Aufstellung, dass es einen Austausch gegeben habe; Nordmann bestätigte dies. Weikert: „Es ist schlicht erlogen“ (Ebenda). Hecker: „Hörmann wird nicht zum ersten Mal in seiner Amtszeit bezichtigt, die Unwahrheit gesagt zu haben“ und erwähnt das Beispiel des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (Ebenda).

– Hörmanns Erzählungen (I): Athleten-Befragung zur Leistungssportreform
Bei der Sitzung mit dem Bundes-Sportinnenminister (siehe oben) erzählte DOSB-Präsident Alfons Hörmann die Geschichte vom Pferd… Angeblich wurden zur umstrittenen Leistungssportreform 500 Athleten befragt, darunter zwölf als kritisch bekannte. „Hörmann trug überdies vor, dass der DOSB rund 500 Athleten einbezogen habe und etwa ein Fünftel davon ’sehr umfangreich‘ zu Zielstellungen, Motiven, Sorgen und Bedenken befragt hätte, darunter zwölf Topathleten, die dem DOSB besonders kritisch gegenüberstehen würden. Die Namen behielt Hörmann allerdings für sich. Hörmann zufolge habe sich die Olympiamannschaft in einem ‚Manifest‘ positioniert, das eine überwältigende Mehrheit für die Reform, nämlich eine ‚Zustimmung von über 95 Prozent‘ signalisiere. Das Manifest solle alsbald öffentlich gemacht werden, sagte Hörmann“ (Mehr Reformen, mehr Millionen, in SZ 25.11.2016). – „Vergangenen Donnerstag saß dieser neben dem Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin, um das Konzept für die Leistungssportreform vorzustellen. Er sprach über die Eckpunkte dieser Reform, und dort baute er auch eine Passage ein, die seitdem für viel öffentliches Kopfschütteln und ebenso viel Unmut bei den Athleten sorgt. (…) Der DOSB-Chef trug nämlich zwischen seinen Anmerkungen zur Reform vor, dass der Verband rund 500 Athleten einbezogen und etwa ein Fünftel davon sehr umfangreich zu Zielstellungen, Motiven, Sorgen und Bedenken befragt habe. Und er ergänzte, dass ein frisch vorliegendes „Manifest“ des Olympia-Teams eine ‚Zustimmung von über 95 Prozent‘ signalisiere. Zusammengefasst klang das so, als hätten 95 Prozent von 500 Athleten gesagt: Ja, wir finden die kritisierte Reform gut. (…)  Inzwischen hält der DOSB fest, dass die besagte Befragung nicht Teil der Leistungssportreform gewesen, sondern ‚parallel im Zuge eines üblichen Markenprozesses‘ abgelaufen sei. Dafür seien zunächst ‚Interviews mit Athleten, Verbandsvertretern und vielen Sportinteressierten in Deutschland‘ geführt worden. Konkrete Nachfragen zu diesem Punkt beantwortet der DOSB nicht, etwa wie viele Athleten genau in diese Interviews involviert waren“ (Aumüller, Johannes, Der lange Weg zu den 95 Prozent, in SZ 29.11.2016).
In Wahrheit fand die Befragung also zu einem ganz anderen Thema statt. Dazu Johannes Aumüller in einem Kommentar in der SZ: „Eine Athleten-Umfrage konkret zur Reform gab es nie; die Zahl bezog sich auf eine Umfrage zur Stärkung der Marke ‚Olympiamannschaft‘. Drei Jahre ist Alfons Hörmann nun im Amt, und solche Episoden passen ins Bild. (…) Aber die Zahl von Fehlern, fragwürdigen Auftritten und Langstrumpfschen Wirklichkeitsdeutungen ist immens. Und die Frage ist, ob es außer dem Sport noch einen Bereich gibt, in dem sich jemand mit einer derartigen Bilanz so lang im Amt halten kann. (…) Die Leistungssportreform war das Lieblingsprojekt des DOSB-Bosses. Es ist inhaltlich ein fragwürdiges Gebilde herausgekommen, weil die künftige Förderung trotz globaler Dopingauswüchse viel zu stark auf Medaillen abzielen soll. Das rief viel Kritik hervor, nicht zuletzt von den Athleten – denen Hörmann nun vorgaukelte, als seien sie fast geschlossen für die Reform“ (Aumüller, Johannes, Alfons Langstrumpf, in SZ 29.11.2016; Hervorhebung WZ).
Dazu Michael Reinsch in der FAZ: Hörmann erklärte „sich zum Sachwalter der Athleten, von denen rund fünfhundert in die Diskussion ‚rund um das neue Konzept‘ einbezogen worden seien. Mit mehr als hundert von ihnen sei sehr umfangreich gesprochen und mit zwölf besonders Kritischen intensiv diskutiert worden… Ergebnis dieser umfangreichen Befragung sei ein Manifest, behauptete Hörmann, welches ‚die Zustimmung von 95 Prozent der Athleten recht gut wiedergibt‘. (…) Da er auf Nachfrage lediglich ankündigte, dass die Umfrage 2017 veröffentlicht werde, sich aber weigerte, die Namen der Verfasser des geradezu poetischen Textes zu nennen, bat ihn am Freitag der Sportausschuss des Deutschen Bundestages um Auskunft. (…) Da können sie lange warten, ist man versucht zu sagen. Denn Olympiateilnehmer erinnern sich, zwar nicht vom DOSB zur Reform, wohl aber von der Deutschen Sport Marketing zu einer Reihe von Formulierungen befragt worden zu sein, die ihre Haltung zum Wettkampf wiedergeben sollen. Es geht dabei um die Entwicklung der Marke Olympiamannschaft. Aus dem Okay zu Marketing-Slogans hat Hörmann offenbar die Zustimmung zum Projekt Spitzensportreform abgeleitet“ (Reinsch, Michael, Phantastische Zustimmung, in FAZ 26.11.2016).

– Hörmanns Erzählungen (II): Hörmann redete mit Thomas Weikert
Anno Hecker in der FAZAlfons Hörmann hatte in einem Brief vom 8.11.2016 den Vorstandsvorsitzenden der DOSB-Trainerakademie in Köln, Thomas Weikert, zum Rücktritt aufgefordert. Weikert weigerte sich, weil die Aufforderung „ohne jede vorherige Rücksprache“ erfolgt war und beklagte „Stillosigkeit, Unhöflichkeit und rechtliche Fragwürdigkeit“, „zumal Hörmann den Präsidenten des internationalen Tischtennis-Bundes heftig persönlich angriff, ihm eine ‚Selbstinszenierung‘ zum Schaden von ‚Sportdeutschland‘ unterstellte. Weikert habe eindrucksvoll ‚die Maske fallen lassen“ (Hecker, Anno, Präsident im Scherbenhaufen, in FAZ 3.12.2016).  Weikert forderte eine Entschuldigung. Hörmann erklärte, dass es im Sommer 2016 Gespräche über die Ablösung Weikerts in großer Runde zusammen mit dem Leiter der Trainerakademie, Lutz Nordmann, gegeben habe. Weikert präsentierte eine akribische Aufstellung, dass es einen Austausch gegeben habe; Nordmann bestätigte dies. Weikert: „Es ist schlicht erlogen“ (Ebenda; Hervorhebung WZ). Hecker: „Hörmann wird nicht zum ersten Mal in seiner Amtszeit bezichtigt, die Unwahrheit gesagt zu haben“ und erwähnte das Beispiel des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins (Ebenda).

– Hörmanns Erzählungen (III): DOSB unterstützte Dopingopfer „vom ersten Tag bis heute stets aktiv“
Die Vorsitzende des Doping-Opfer-Hilfe-Vereins, Ines Geipel, kritisierte Alfons Hörmann bei der Verleihung des DOH-Preises in Berlin: „Geipel legte nun bei der Verleihung des DOH-Preises in Berlin eine pikante Mail-Korrespondenz mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann aus dem vergangenen Jahr vor. Hörmann hatte die finanzielle Hilfe für Dopingopfer damals gerade zur ‚Chefsache‘ erklärt. Am 30. August schrieb er dann: Man müsse das Thema ‚möglichst emotionslos und sachorientiert mit nennenswerten finanziellen Mitteln zu einem Konzept entwickeln, das dann zumindest etwas Hilfe in angemessener Form bringt. Ich sage Ihnen zu, das weiterhin als klares Priorität-1-Thema zu bearbeiten.‘ Vier Tage später teilte der DOSB dem Bund plötzlich schriftlich mit, dass er keine finanziellen Mittel für die Dopingopfer freigeben werde. Geipel hakte bei Hörmann nach. Keine Antwort. Als Hörmann ein halbes Jahr später dem Bund für die neuen Millionen an die Dopingopfer dankte, sagte er: ‚Der DOSB hat diese Aktivitäten vom ersten Tag bis heute stets aktiv unterstützt.‘ Aktiv unterstützt? ‚Notorische Lügen‘, sagte Geipel in Berlin. Man habe sie um ein Konzept gebeten, und als sie darin dann um Geld vom Sport bat, habe sich der DOSB ‚wider alle Absprachen aus jeder Verantwortung gezogen’“ (Knuth, Johannes, „Notorische Lügen“, in SZ 8.12.2016).

Nachtrag 28: DOSB-Mitgliederversammlung 2. und 3.12.2016 in Magdeburg
Dazu Johannes Aumüller in der SZ: „Noch selten ist ein DOSB-Präsident so angeschlagen in eine Mitgliederversammlung gegangen wie nun Hörmann. Im deutschen Sport gärt und grummelt es immens, und inzwischen hat die Unzufriedenheit über Hörmann bei vielen einen Grad erreicht, an dem sie sich zunehmend Gedanken über personelle Alternativen machen. Der Präsident selbst ist sichtbar gereizt. (…) Hörmann fiel seit der Amtsübernahme 2013 mit persönlichen Fehlern (etwa der Umgang mit seiner Geldbuße, die er als Ex-Chef eines Dachziegelherstellers vom Kartellamt erhielt) und merkwürdigen Auftritten (etwa rund um Hamburgs gescheiterte Olympia-Bewerbung 2015) auf. Aber zuletzt bündelten sich die Irritationen so stark wie nie. Zuvorderst geht es um die Reform des Leistungssports, die in Magdeburg beschlossen werden soll. Der DOSB und das Bundesinnenministerium (BMI) als größter Geldgeber entwickelten ein Konzept, das einem Grundsatz folgt: Künftig sollen vor allem Disziplinen mit großem Medaillenpotenzial unterstützt werden, schwache Sportarten nur noch minimal. Die Vorbehalte richten sich gegen den Inhalt, aber auch gegen das Vorgehen. Erst am Donnerstag entwickelte das Präsidium den Antragstext für die Beschlussvorlage, am Freitag sollen ihn alle Verbände erhalten. Auf die Frage, ob es darin konkrete Änderungswünsche gegenüber dem vorliegenden Konzept gebe, sagte Hörmann: ‚Da können Sie weder Ja noch Nein sagen.‘ (…) Ungewöhnlich offen wird ob all dieser Vorgänge Kritik formuliert. ‚Ich glaube, er hat seinem Ansehen schweren Schaden zugefügt‘, sagte Leichtathletik-Chef Clemens Prokop dem sid. Und Judo-Präsident Peter Frese meint: ‚Alfons Hörmann hat gerade einen schweren Stand, auch weil er unnötige Stockfehler begangen hat'“ (Aumüller, Johannes, Gegrummel in Magdeburg, in SZ 2.12.2016).
Wenig Begeisterung für Hörmanns Auftritt: DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte am Freitag nach den zahlreichen Unstimmigkeiten in den vergangenen Wochen ein persönliches Wort des Bedauerns oder eine Bitte um Entschuldigung in seiner Rede vermieden. Im Gegenteil forderte Hörmann die Delegierten auf, ‚eine Fehlerkultur zuzulassen‘. (…) Für seine Rede erhielt er nur spärlichen Applaus. Unter anderem für missverständliche Äußerungen bei der Vorstellung der Spitzensportreform war Hörmann zuletzt ebenso scharf kritisiert worden wie für seine unglückliche Kommunikation mit Thomas Weikert, dem Präsidenten des Tischtennis-Weltverbandes ITTF“ (DOSB-Mitglieder beschließen Spitzensportreform, in www.sportschau.de 3.12.2016).

Nachtrag 29: Hörmann gegen russisches Staatsdoping
Trotz evidenter Beweise streiten die russischen Politiker und Sportfunktionäre das russische Staatsdoping-System ab. „Dieser absurden Logik folgt nicht mal mehr Alfons Hörmann. Dabei vertrat der Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in Russland-Fragen bisher tapfer die Linie seines Amtsvorgängers Thomas Bach; der IOC-Chef wiederum hat sich als wichtigster Kombattant Wladimir Putins profiliert. Nun probt Hörmann den Aufstand. Der als Einknicken vor Putin weltweit kritisierte IOC-Beschluss, trotz klarster Belege 280 Russen bei Olympia in Rio starten zu lassen, sei falsch gewesen: Russland #hätte niemals unter diesen Gegebenheiten und in dieser großen Mannschaft dort auflaufen dürfen‘. Hörmann rügt in der Welt am Sonntag: ‚Die optische, psychologische und kommunikative Wirkung des russischen Auftritts war für die gesamte Innen- und Außenwirkung des Weltsports schädlich.‘ (…) Die Schmerzgrenze ist für Hörmann erreicht, auch als Sportfunktionär muss man sich nicht chronisch für dumm verkaufen lassen. Dass Putin nichts gewusst habe, glaubt der DOSB-Chef nicht. Das erscheine in einem System wie Russland unvorstellbar: ‚Das fällt mir als Bürger Europas, aber auch als sportpolitischer Verantwortungsträger schwer zu glauben.‘ Auch bezweifelt er, dass ein solches Dopingsystem landesweit umgesetzt werde, ohne dass das NOK davon wusste oder involviert war. ‚Das ist nach meinem Verständnis einer Sportorganisation in einem Land wie Russland wohl kaum möglich.‘ Wenn es also in Russland Staatsdoping gab, folgert Hörmann, wäre ‚der Komplettausschluss des gesamten NOK mindestens für Pyeongchang (2018) und gegebenenfalls auch für Tokio (2020) ein Thema, mit dem sich das IOC intensiv beschäftigen muss. (…) Unklar ist, was Hörmann zu der ungewohnten Einsicht beflügelt hat. Ahnt er, dass es noch finanzielle Probleme mit der Strukturreform seines Sports geben könnte – und setzt er sich deshalb so heftig von Bachs Kurs ab? Letzteren fordert inzwischen ja sogar die deutsche Politik zu einer glaubwürdigen Anti-Doping-Politik auf“ (Kistner, Thomas, Hörmann für Sperre bei Olympia, in SZ 23.1.2017).

Nachtrag 30: Chaos in Hörmanns „Sportdeutschland“
„Auf einmal sah sich Alfons Hörmann sogar mit dem Wort ‚Chaos‘ konfrontiert. Aber der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Herr übers selbstgeschaffene ‚Sportdeutschland‘ war sich wohl bewusst, welche Folgen eine solche Einschätzung durch ihn selbst gehabt hätte. Und so beließ er es am Freitag bei einer Pressekonferenz in Berlin bei der Formulierung: ‚aktuelle Schwierigkeiten‘. Dabei wäre Chaos nur der ehrliche Begriff gewesen für das, was die Politik unter Führung des Bundesinnenministers Thomas de Maizière und vor allem die DOSB-Spitze rund um die beschlossene Reform des Leistungssportes angerichtet haben. (…) Der Sport hätte gerne sofort mehr Geld; die Politik will erst nächstes Jahr mehr Geld geben, wenn klar ist, ob der Sport sich auch wirklich reformiert. So ist zunehmend ungewiss, ob die Umsetzung später oder gar nicht mehr oder nur halb oder etwas anders kommt. Denn wahrscheinlich gibt es nach der Wahl im September einen neuen Innen- und damit auch Sportminister – und wer weiß schon, was der so denkt über die Reform.  (…) Die DOSB-Spitze verschärft das, indem sie intern Teile der Reform bisweilen anders darstellt, als es im Konzept steht. (…) In anderen Branchen gäbe es in solchen Momenten eine Debatte über die Führungsfiguren. Hörmanns Rückzug wäre schon angemessen gewesen, als er in einer beruflichen kartellrechtlichen Angelegenheit einen ‚Fehler‘ einräumte und 150 000 Euro Bußgeld zahlte – just in dem Bereich also, in dem es um den fairen Wettbewerb geht, das zentrale Gut des Spitzensports. Nun muss er in sportfachlicher Hinsicht eine bittere Bilanz seiner dreieinhalbjährigen Amtszeit ziehen. Unter seiner Verantwortung lehnte Hamburgs Bevölkerung eine Bewerbung für Sommerspiele ab und ist nun die Reform des Leistungssports in einem solch schwierigen Zustand angekommen. Doch nicht Rückzug, eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Zum Jahresende geht DOSB-Vorstandschef Michael Vesper; der war aufgrund seines Tuns und seines Auftretens stets umstritten, aber intern öfter mal Hörmanns Gegenspieler. Stattdessen übernimmt Veronika Rücker, bisher Chefin der Führungsakademie und sportpolitisch eher in der zweiten Reihe. Machtpolitisch darf sich Hörmann zunächst gestärkt fühlen. Es ist die Frage, ob das gut ist in diesen fürwahr chaotischen Zeiten in Sportdeutschland“ (Aumüller, Johannes, Frust in Sportdeutschland, in SZ 24.6.2017).

Quellen:
Ahrens, Peter, Fehlstart auf der Buckelpiste, in spiegelonline 5.12.2013
Aumüller, Johannes
– Alfons Hörmann, in SZ 9.12.2013a
– Schöne Wörter mit O, in SZ 9.12.2013b
Aumüller, Johannes, Kistner-Thomas
– Neuer Mann, neuer Ballast, in sueddeutsche.de 7.12.2013
– Ärger mit den Biberschwänzen, in sueddeutsche.de 10.12.2013
Biathlon
und Langlauf sollen in Ruhpolding stattfinden, in spiegelonline 12.9.2013
Der Ski-WM soll die Olympia-Bewerbung folgen, in faz.net 26.5.2013
Doping-Bekämpfer kritisieren Hörmann scharf, in zeitonline 5.12.2013
DSV aktiv, 7-8/2005, zitiert nach: Munzinger
Archiv
Effern, Heiner
– „Naturschnee funktioniert an keinem Standort der Welt”, in SZ 8.3.2012
– Garmisch beschert dem Skiverband einen Millionengewinn, in SZ 18.4.2011
Garmisch-Partenkirchen bleibt erste Wahl, in SZ 21.4.2012
Effern, Heiner, Neudecker, Michael, „Das macht die Leute mürbe“ in SZ, 30.1.2012
Eichler. Christian, Das Ende des  Wintermärchens, faz.net 11.11.2013
Eine Silbermedaille wird nicht vergeben.,, in welt.de 9.8.
2007
Einstimmig für Hörmann, in SZ 17.10.2013
Fischer, Christoph, „Sotschi ist eine Herausforderung“, in www.gea.de 18.1.2014
Hahn, Thomas, Unbewusst verdrängt, in SZ 11.2.2014
Hecker, Anno
– Noch ein Kandidat, in faz.net 20.9.2013
– Hörmann soll
DOSB-Präsident werden, in faz.net 16.10.2013
– Prozess wegen Dachziegeln? In faz.net 1.12.2013
DOSB fordert strafrechtliche Verfolgung dopender Athleten, in faz.net 7.12.2013
Herrmann, Boris, Hofmann, René, Jochum, Hanna, Neudecker, Michael, Kür in der Kaffeepause, in SZ 18.10.2013
Höb, Christian, Neudecker, Michael, „Sie wollen uns hier einfach nicht haben“, in SZ, 28.1.2012
Hörmann darf kandidieren, in SZ 4.12.2013
Hörmann droht Gerichtsverfahren, in spiegelonline 10.12.2013
Hörmann: Es bedarf der einen oder anderen Korrektur, in abendzeitung-muenchen.de 3.12.2013
Hörmann: Es ist Zeit für ein Wintermärchen 2022“, in dosb.de 7.11.2013
Hörmann ist neuer DOSB-Präsident, in spiegelonline 7.12.2013
Hörmann: Mit Olympia-Bewerbung „erstmal durch“, in sueddeutsche.de 17.1.2014
Hörmann zu Olympia: Eher Sommer- als Winterspiele, in mittelhessen.de 12.12.2013
Holzapfel, Matthias
– Verliert
Garmisch-Partenkirchen den Ski-Weltcup? in Münchner Merkur 25.1.2012a
– Gemeinderat muss entscheiden: Wie viel ist
Garmisch-Partenkirchen der Ski-Weltcup wert? in Münchner Merkur 16.4.2012b
– Über 1,7 Millionen Euro für vier Rennen, in Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 16.4.2012c
– Gemeinde sichert bis zu 530.000 Euro zu, in Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 16.4.2012d
– Ski-Weltcup in
Garmisch-Partenkirchen: So sieht das Finanzkonzept aus, in Münchner Merkur, 16.4.2012d
Holzapfel, Matthias, Reinbold, Peter, Gegenwind für neue DSV-Vizepräsidentin, in Garmisch-Partenkirchner  Tagblatt 10.1.2014
Hungermann, Jens, Auf den neuen DOSB-Chef warten Existenzfragen, in welt.de 8.12.2013
Jans, Gunnar, Sportfunktionäre: Die schlechten Verlierer, in abendzeitung-muenchen.de 12.11.2013
Kistner, Thomas
–  Wenige Köpfe, wenige Konturen, in SZ 18.10.2013
– Abflug in den Olymp, in SZ 31.12.2013
Klares Bekenntnis zu Kaltenbrunn, in merkur-online.de 4.9.2011
Leufgens, Jochen, Kempe, Robert, Konturloser Erbe,Film, wdr.de 2.12.2013
München kämpft um Winterspiele 2018, in focus.de 24.7.2007
Nächste deutsche WM-Bewerbung für Oberhof, in focus.de 10.3.2012
Oberstdorf bewirbt sich um nordische Ski-WM 2019, in zeit.de 2.3.2013
Pawlovsky, Julia, Temperaturen wie in Verona, in Münchner Merkur 19.4.2012
Pritzl, Tassilo, Schneebänder auf brauner Wiese, in Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 19.3.2011
Purschke, Thomas
– Sinistrer Forderer, in taz.de 4.3.2013
– Alfons Hörmann ist neuer Präsident, in taz 8.12.2013
Rüttenauer, Andreas, Wer braucht schon Olympia, in taz.de 12.11.2013
Schwer, Alexander, Fünf Millionen Euro “plus x”, in Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 16.4.2011
Scheiber-Rietig, Bianka, Von Königsmachern, Darlehen und Flurschäden, in SchieneStraßeLuft.de 5.12.2013
Ski-Weltcup bleibt in Garmisch, in SZ 20.4.2012
Sportstättenkonzept für
München 22018 steht, in handelsblatt.com 10.8.2007
Teuffel, Friedhard, Der
Sport hat zwei Jahreszeiten, in tagesspiegel.de 18.10.2013
Teuffel, Friedhard, Voigt, Benedikt, „An Heiligabend wird auch Blatter nichts ändern“, in tagesspiegel.de 19.1.2014
Tögel, Ralf, Neujahrsgrüße an renitente Garmischer, in SZ 3.1.2011
Wintersport einigt sich auf Sportkonzept für
München 2018, in bsv-ski.de 10.8.2007
Voigt, Benedikt, „Mit Olympia lässt sich auch Geld verdienen“ – Ski-Präsident Hörmann über Münchens Stärken, in tagesspiegel.de 10.11.2013
Winterfeld, Jörg, Preisabsprachen: Integrität in Gefahr, in berliner-zeitung.de 10.12.2013
Wintersportverbände erstellen Konzept für Olympia 2018 in
München, in mittelbayerische.de 9.8.2007
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Kritisches Olympisches Lexikon - Sach- und Personenregister: (274 Einträge, wird laufend aktualisiert und ergänzt)
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