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Gazprom

 
Zuletzt geändert am 12.04.2017 @ 16:32

Vergleiche auch: Was ein Gaskonzern und Sport, Oligarchen und Putin miteinander zu tun haben. Gazprom-Chronik (1) bis 31.12.2012: hier; Gazprom-Chronik (2) 1/2013 – 8/2014: hier; Gazprom-Chronik (3) 9-10/2014: hier; Gazprom-Chronik (4) ab 11/2014: hier; Gazprom-Chronik (V): ab 2016

Putins Russland
Der russische Präsident Wladimir Putin unterstützt seit langem den syrischen Diktator Assad, maßregelt Oppositionelle, beeinflusst massiv die Justiz, diskriminiert bei der Leichtathletik-WM im August 2013 in Moskau Homosexuelle lässt Oppositionelle wie die Gruppe Pussy Riot, die gegen Putin demonstriert hatte, ins Gefängnis werfen. Ende September 2013 wollte Pussy-Riot-Mitglied Nadeschda Tolokonnikowa in Hungerstreik treten: Sie klagte über unmenschliche Haftbedingungen wie 16 Stunden Näharbeit von Polizeiuniformen bei nur vier Stunden Schlaf. Daraufhin wurde Tolokonnikowa in Einzelhaft verlegt. Begründung der Gefängnisverwaltung: „Die 23jährige solle geschützt werden“ (Hans, Julian, Einzelhaft als Schutz, in SZ 25.9.2013). Im März 2014 annektierte Putin die ukrainische Krim-Halbinsel und war in die Initiierung der Aufstände im Osten der Ukraine involviert. Und seit Frühsommer 2014 versucht er, „Neurussland“ wieder dem russischen Staatsraum zuzuschlagen – die historische Bezeichnung entstand unter der Zarin Katharina die Große und umfasst etwa ein Drittel des ukrainischen Staatsgebietes.
Das Putin-Russland wird von Amnesty International, Human Rights Watch und anderen Menschenrechtsorganisationen stark kritisiert. Eine der Hauptstützen und Haupt-Finanziers für Putins Politik ist der eng mit dem Kreml verbundene Energiekonzern Gazprom. „Gazprom ist eines der verschlossensten Unternehmen und eines der umstrittensten. Der Gaskonzern gehört dem russischen Staat und gilt als wirtschaftliche und außenpolitische Waffe Wladimir Putins. Wenn Länder im Liefergebiet aufmüpfig werden, wird der Gashahn zugedreht. 2009 passierte das der Ukraine, andere mussten plötzlich das Doppelte für ihr Gas zahlen“ (Spiller 26.11.2013).
Gleichzeitig veranlasste Putin den russischen Erdgas- und Erdölkonzern Gazprom, sich mit Millionenbeträgen im internationalen Sport und hier vor allem im Fußball zu engagieren. Im Juli 2012 stieg Gazprom als Sponsor bei der Uefa Champions League ein, im September 2013 bei der Fifa (uefa.org 9.7.2012; gazprom.com 14.9.2013; siehe unten). Die sportpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Viola von Cramon, äußerte zum Engagement von Gazprom bei Fifa und Uefa: „Die Vertreter des Fußballs verschließen vor dieser Entwicklung ihre Augen und verspielen auf unbeholfene Art seine Glaubwürdigkeit” (Fritsch 25.5.2013).
„Gazprom ist ein umstrittener Partner, der regierungsnahe Konzern ist das wirtschaftliche und politische Werkzeug des russischen Präsidenten Wladimir Putins, sein Marketing-Instrument und Geldesel, der verlängerte Arm des Kremls” (Fritsch 25.5.2013). Der Journalist Jürgen Roth stellte schon 2005 fest: Für Putin „ist Gazprom mehr als ein strategisches Instrument – da kann man unter anderem auch seinen Wahlkampf über Gasprom mitfinanzieren lassen. (…) Gasprom ist nach meiner festen Überzeugung ein Synonym für Korruption, für eine gigantische Selbstbereicherung der früheren sowjetischen Nomenklatura, der neuen russischen Business-Elite und kriminellen Strukturen“ (schwabe 22.12.2005). – „Ohne Gazprom, heißt es, wird in Russland niemand Präsident. Und ohne Russlands Präsidenten geht nichts bei Gazprom. Im Konzern soll es von ehemaligen KGB-Agenten und Putins Helfern wimmeln, es soll einen eigenen Nachrichtendienst und eine eigene Armee geben. Einigen von Gazproms unzähligen Mittlerfirmen, mit denen Gazprom zusammenarbeitet, werden Verbindungen ins Milieu der organisierten Kriminalität nachgesagt“ (Spiller 26.11.2013).
Zu den Kapital-Verschiebungen und Verschleierungen bei Gazprom liefert der Artikel von Martin Tillack „Gazprom: Die Gazoviki, das Geld und die Gier“ einen guten Überblick.

Der Gazprom-Konzern
Der russische Staat hält 50 Prozent plus eine Aktie an dem Unternehmen und hat die Mehrheit im Aufsichtsrat (zeitonline 19.9.2013). Gazprom ist das weltweit größte Erdgasförderungsunternehmen. Der Konzern hat rund eine halbe Million Mitarbeiter und setzte 2011 umgerechnet 4 Milliarden Euro um. Auf Gazprom entfallen rund 85 Prozent der russischen Erdgasförderung, das entspricht rund ein Fünftel der weltweiten Förderung (Wikipedia). Der Konzern fördert über eine halbe Milliarde Kubikmeter Erdgas pro Jahr und verfügt über ein Fernleitungsnetz von über 150.000 Kilometer. Dazu kommt die Pipeline Nord Stream, die von Russland durch die Ostsee bis nach Greifswald führt. Gazprom ist das weltweit größte Gasförderungsunternehmen, „das zur Hälfte dem russischen Staat gehört – und mit dem ebenjener Staat in politischen Krisen Druck auf andere Länder ausübt. Ein Unternehmen, das Fernsehsender und Zeitungen besitzt und das mit seinen Gewinnen den russischen Staatshaushalt füttert“ (Amann u. a. 28.4.2014).

Gazprom und das Arktis-Öl
Greenpeace kritisierte Gazprom, weil der Konzern in der Arktis nach Öl bohren will. Das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ protestierte Mitte September 2013 gegen die geplanten russischen Ölbohrungen in der Arktis. Russische Sicherheitskräfte beschlagnahmten am 19.9.2013 das Schiff in internationalen Gewässern und schleppten es ab. Die 30 Besatzungsmitglieder wurden in verschiedene Untersuchungsgefängnisse der Region Murmansk gebracht. Die Justiz ermittelt wegen „bandenmäßiger Piraterie“: Damit können bis zu 15 Jahre Haft verängt werden. Greenpeace protestierte daraufhin vor der deutschen Gazprom-Zentrale in Berlin (spiegelonline 25.9.2013; Borgerding 24.9.2013). (Siehe auch unter Nachtrag 1).
Die Greenpeace-Aktivisten klagt der russische Staat wegen Piraterie an; ihnen drohen bis zu 15 Jahren Haft. „Laut Greenpeace lag die ‚Arctic Sunrise‘ 40 Seemeilen vor der russischen Küste, also in internationalen Gewässern. Eine Sprecherin des Grenzschutzes im nordrussischen Gebiet Murmansk sagte hingegen, das Schiff habe sich in der von Russland festgelegten 500 Meter breiten Sperrzone rund um die Bohrinsel befunden“ (spiegelonline 3.10.2013).

Zu den Risiken der Rohstoff-Erschließung in der Arktis siehe hier.

Sotschi, Olympische Winterspiele 2014: Die Bewerbung
Bei der Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2014 hatte Sotschi ein Organisationsbudget von 1,5 Milliarden Dollar, Pyeongchang von 1,26 Milliarden Euro und Salzburg von 965 Millionen Dollar. (Pyeongchang erhielt dann bei der dritten Bewerbung die Olympischen Winterspiele 2018). Letztlich war es ein Duell der Konzerne Gazprom und Samsung. Der russische Präsident Putin setzte sich persönlich für seinen Urlaubsort Sotschi am Schwarzen Meer ein.
„Doch Sotschis Agenten hatten 100 Millionen Euro lockergemacht, hieß es in Bewerberkreisen. Und Ex-KGB-Zar Wladimir Putin ließ IOC-Chef Jacques Rogge den Energieriesen Gazprom als Topsponsor andienen, von sagenhaften Konditionen war die Rede. Zur Kür in Guatemala flogen die Russen eine Antonow mit 70 Tonnen Material ein, um in den Tropen eine Freilauf-Eisfläche zu installieren. Deren Besuch war den IOC-Mitgliedern per Ethik-Kodex verboten, doch nicht alle hielten sich daran. Schließlich lockten allabendlich Kaviar, Tanz und nette Mädels… Nie wurde Olympia schamloser versteigert“ (Kistner, Juni 2008).

Sotschi, Olympische Winterspiele 2014: Naturzerstörung statt „Grünes Erbe
Der russische Gazprom-Konzern, Top-Sponsor der Sotschi-Bewerbung 2014, betreibt seit Jahren einen Tourismuskomplex und ein Skigebiet in Krasnaja Poljana bei Sotschi. Auf dem Gazprom-Gelände wird heftig gebaut: Hier sollen 2014 die Biathlon- und Langlauf-Wettbewerbe stattfinden. Insgesamt arbeiten 19.000 Menschen an der Vorbereitung der Spiele. Anwohner klagen über die starke Verkehrszunahme (Hosp 18.2.2011).
Fünf Oligarchen und russische Konzerne wurden “eingeladen” und bauen nun die fünf Wintersportressorts für 2014. Der von Wladimir Putin geförderte vielfache Nickel-Milliardär Wladimir Potanin baut Rosa Khutor, der Mischkonzern von Milliardär (und Anteilseigner des österreichischen Strabag-Konzerns) Oleg Deripaska baut das Olympische Dorf, Gazprom baut das Skizentrum mit Langlauf und Biathlon (Smejkal 13.2.2012).
Nach Auskunft der „Umweltwache Nordkaukasus“ wurden für die Spiele 20.000 Hektar Wald abgeholzt, einzigartige Quellenlandschaften zerstört und Tierpopulationen vertrieben (Großekathöfer 2.2.2009).
Die Baustelle im Sumpfgebiet der Imereti-Bucht war vorher Brutplatz für vom Aussterben bedrohte Zugvögel. Naturschützern zufolge entstehen 84 Prozent der olympischen Wettkampfstätten in einem Nationalpark. Das von Gazprom gebaute Biathlon-Zentrum, die Skipisten und die Hotelbauten gleichen einem ökologischen Albtraum. Selbst der russische Umweltminister sagte nach der Besichtigung: „Unsere Baustellen sehen furchtbar aus“ (Zekri 19.3.2009).
„Damit Gazprom in Ruhe bauen konnte, waren die Schutzauflagen des Nationalparks gesenkt worden. Die Umweltwache klagte. Im Oktober gab ihnen ein Gericht in der Stadt Majkop recht. ‚Zwei Wochen waren alle Bauarbeiten in Krasnaja Poljana illegal’, sagt Dimitrij, ‚auch die Olympia-Anlagen’. Dann kassierte ein Bezirksgericht das Urteil. Die Welt war wieder normal“ (Zekri 29.9.2008).
Gazproms Engagement bei Sotschi 2014 kommt den Konzern teuer zu stehen: Es sollen mehr als zwei Milliarden Euro sein (Aumüller 4.10.2013).

Gazproms Fußball-Engagement
FC Schalke 04: Seit 1.1.2007 ist Gazprom Sponsor beim deutschen Bundesligisten Schalke 04 – mit geschätzten 16 Millionen Euro jährlich (zeitonline 19.9.2013). Der Vertrag wurde im Mai 2011 bis Ende Juni 2017 verlängert (Wikipedia).
FC Chelsea: „Chelsea Football Club is delighted to announce that Gazprom has become the club’s official Global Energy Partner” (www.chelseafc.).
Zenit St. Petersburg: Gazprom ist Eigentümer des Klubs und kaufte kürzlich vom FC Porto einen brasilianischen Nationalstürmer für 50 Millionen Euro. Der Stadion-Neubau von Zenit St. Petersburg mit 70.000 Plätzen kostet nach aktuellen Schätzungen eine Milliarde Dollar (Aumüller 5.9.2012; Wikipedia).
Dazu ist Gazprom Sponsor u. a. vom Fußballverein Roter Stern Belgrad, vom russischen Volleyballverein ZSK Gazprom-Ugra Surgut, vom russischen Tischtennisverein Gazprom Fakel Orenburg, vom russischen Radrennstall Katjuscha (Wikipedia). „Denn Sport ist für Gazprom eine große Sache. Der Konzern sponsert nicht nur Fußballklubs wie Schalke 04 oder Zenit St. Petersburg, sondern auch die Champions League und den Fußball-Weltverband Fifa. Das Unternehmen engagiert sich im Eishockey, Radfahren, Segeln, Tennis, Leichtathletik, Boxen, Biathlon, Schach und Ballonfahren. Also überall. Gazprom tut das natürlich nicht aus Nettigkeit, sondern weil der Konzern sein Image verbessern will. Er will bald den europäischen Endverbrauchern Gas selbst verkaufen. dafür braucht er Sport, vor allem Fußball“ (Spiller 26.11.2013).
Gazprom stellt jährlich eine Milliarde Dollar für eine russisch-ukrainische Fußball-Liga bereit, die ab 2014 starten soll. Der Grund: Bisher stellte der Gazprom-Fußballklub Zenit St. Petersburg den russischen Verbandspräsidenten. Aber im September 2012 wurde Nikolaj Tolstych gewählt, ehemaliger Präsident von Dynamo Moskau. Deshalb investiert Gazprom, um die Klubs auf Tolstychs Seite zu ködern und wieder den Präsidentenposten zu erobern. Verfahrene Situation: Fifa-Blatter ist gegen die neue Liga. Putin schweigt – wegen der Fußball-WM 2018. Uefa-Platini zögert – denn Gazprom ist seit Sommer 2012 Hauptsponsor der Uefa-Champions-League (Aumüller 20.2.2013).

Putins Gazprom kauft sich in Fifa ein
Im September 2013 war die Fifa dran: Gazprom wird Sponsor von 2015 bis 2018. „Eine grundsätzliche Übereinstimmung sei schon im September bei einem Treffen zwischen Russlands Präsidenten Wladimir Putin, dessen Sportminister Witali Mutko, Gazprom-Geschäftsführer Alexei Miller und dem Fifa-Präsidenten Joseph S. Blatter getroffen worden” (SZ 20.9.2013; Hervorhebung WZ; gazprom.com 14.9.2013).
Ein Interview mit dem stellvertretenden Gazprom-Vorsitzenden Alexander Iwanowitsch Medwedew in der Zeit brachte dazu wenig: „Wird es kritisch, antwortet Medwedew einsilbig. Zum Beispiel auf die Frage, ob es einen Interessenskonflikt gäbe, falls das Gazprom-Team Schalke 04 einmal auf das Gazprom-Team Zenit St. Petersburg treffen sollte. Oder auf die Frage, ob es nicht komisch aussehe, wenn Gazprom einen Sponsoringvertrag mit der Fifa unterzeichne, ein paar Jahre nachdem der Fußball-Weltverband die WM 2018 nach Russland vergeben hat“ (Spiller 26.11.2013).

Beckenbauer wird Gazpromi
Beckenbauer saß bis Juni 2011 im Exekutivkomitee der Fifa, die die umstrittenen WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar entschied. „Den Gastgeber der WM 2018 gab die FIFA am 2. Dezember 2010 in Zürich bekannt” (Wikipedia).
Die “Russian Gas Society” (RGS, Mitglied ist auch Gasgigant Gazprom) engagierte Franz Beckenbauer mit einem Fünfjahresvertrag als Botschafter, um zunächst Sotschi 2014, aber auch die Eishockey-WM 2016 und die Fußball-WM 2018 in Russland zu unterstützen (SZ 1.6.2012).
Die RGS hängt eng mit dem Gazprom-Konzern und dadurch mit Präsident Putin zusammen. „Die RGS ist die Vereinigung aller Gas fördernden Unternehmen in Russland. Wichtigstes Mitglied ist der Gas-Gigant Gazprom. Gazprom-Chef Alexej Miller soll Beckenbauer am Donnerstag offiziell ins neue Amt einführen“ (focus.de 30.5.2012).
Bild schrieb im Mai 2012: “Beckenbauer wird der neue Sport-Zar von Russland” (Nienhuysen 9.7.2012). Beckenbauer: „Ja, ich bin eine Art Botschafter dieser ‘Russian Gas Society’… Ich freu’ mich darauf, wenn ich für die Russen irgendwas tun kann…” (Wagner 8.6.2012).
Bei seiner ersten Pressekonferenz als Gazprom-Sportbotschafter sagte Beckenbauer: „Ich bin hier als Sportler. Es geht um ein Miteinander, nicht um Politik” (Thaler 2.7.2013). „Dass bei dem einstigen Fußballkaiser purer Idealismus am Werk ist, scheint wenig wahrscheinlich. Auf die Frage, wie viel Beckenbauer mit seinem Werbedeal bei Gazprom verdiene, lächelt dieser nur verschmitzt und verweist auf seinen Manager Marcus Höfl. Auch der schüttelt den Kopf: ‚Die genaue Summe habe ich vergessen’, sagt er. Wichtig seien für ihn nur die Werte und das Miteinander im Sport, sagt Beckenbauer, und Gazprom-Vize Medwedew stimmt seinem deutschen Freund zu: ‚Ohne Ideale wäre solch ein Projekt nicht möglich gewesen’, sagt er. Ohne eine lukrative Geldsumme an Beckenbauer sicherlich auch nicht” (Ebenda; Hervorhebung WZ. Höfl ist Ehemann von Skirennfahrerin Maria Höfl-Riesch).
Kritiker äußerten, Beckenbauer in Kooperation „lasse sich mit seinem Engagement für die RGS letztlich nur vor den Karren eines zweifelhaften Regimes spannen” (Schlömer 5.11.2012). Der Europa-Abgeordnete Werner Schulz (Bündnis 90/Die Grünen) urteilte über Beckenbauers Engagement für Gazprom: „Wer sich zum Botschafter von Gazprom machen lässt, manövriert sich ins politische Abseits und hilft nur dem Regime von Wladimir Putin” (Nienhuysen 9.7.2012).

Gazpromi Schröder
Am 23.11.2004 fragte Reinhold Beckmann in der ARD Schröder: „Ist Putin ein lupenreiner Demokrat?“ Schröder „Das sind immer so Begriffe. Ich glaube ihm das und ich bin davon überzeugt, dass er das ist“ (Wikipedia).
Schröder wurde zwei Wochen nach seiner Amtsaufgabe als Bundeskanzler auf Vorschlag von russischer Seite Aufsichtsratschef der Pipeline-Betreibergesellschaft NEGP Company“ (Wikipedia) – mit einem Gehalt von jährlich 250.000 Euro (Tillack 22.9.2007). Schröder war als Bundeskanzler einer der eifrigsten Befürworter der Ostsee-Pipeline Nord Stream: An deren Konsortium hält Gazprom 51 Prozent der Anteile (Schwabe, Volkery 12.12.2005).
Schröder feierte beim Gazprom-Empfang seinen 70. Geburtstag nach. Mit dabei: “der deutsche Botschafter in Moskau, Rüdiger Freiherr von Fritsch, die deutsche Generalkonsulin in St. Petersburg und Eon-Vorstand Bernhard Reutersberg – und der außenpolitische Sprecher der CDU,  Philipp Mißfelder (Neukirch, Ralf, Der falsche Eindruck, in Der Spiegel 19/5.5.2014; Blome, Nikolaus, Müller, Peter, Politische Geisterfahrt, ebenda). “Gerhard Schröder lacht, als ihn Russlands Präsident  Wladimir Putin begrüßt. (…) Bei der Feier handelte es sich um einen Empfang der Nord Stream AG. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Unternehmens, das die gleichnamige Ostsee-Pipeline betreibt und vom russischen Staatskonzern Gazprom dominiert wird. Gazprom-Chef Alexej Miller war Berichten zufolge ebenfalls unter den Gästen” (Schröder feiert mit Putin 70. Geburtstag nach, in spiegelonline 29.4.2014). – “Es ist ein Irrtum, wenn der Ex-Kanzler meint, er könnte einfach so weitermachen, als wäre nichts gewesen. (…) Putin hat völkerwidrig die Krim annektiert. Es sterben Menschen in den besetzten Städten der Ostukraine, es werden Vertreter internationaler Organisationen festgehalten, die Kriegsangst wächst, und Schröders Freund Putin scheint an all dem mindestens Gefallen zu finden” (Nelles 29.4.2014).
Hallo Herr Altkanzler – Buchempfehlung: Jürgen Roth, GazpromDas unheimliche Imperium, Frankfurt 2012. Da steht alles drin, was Putin und seine Gang vor und nach dem Fall des Eisernen Vorgangs so angestellt haben.

Gazprom mit Propaganda-TV
„Das Tochterunternehmen Gazprom Media hatte im Jahr 2000 handstreichartig den regierungskritischen Fernsehsender NTW übernommen und in einen Propagandasender Putins umgewandelt. Der Verkauf der Medienanteile wurde schon mehrmals angekündigt. Aber im vergangenen Jahr (2013; WZ) beschloss GazpromMedia den Zukauf weiterer russischer Fernsehstationen und Radiosender. Ein Medienimperium à la Berlusconi ist entstanden – auf Staatskosten“ (Voswinkel 2/14).

Fazit zur fehlenden Kritik an Putins Gazprom
Politiker wie Schröder liefern die politische Akzeptanz für Putins Gazprom, Sportikonen wie Beckenbauer machen sie hoffähig. Die diversen Sportvereinigungen bleiben still und kassieren. „Der Sport schweigt besonders laut“ (Fritsch 24.5.2013).

Nachtrag 1: Greenpeace im Fußball-Stadion
Beim Spiel FC Basel  gegen Schalke 04 (Sponsor: Gazprom) hängtren Greenpeace-Aktivisten ein riesiges Poster über die Tribüne mit dem Text: “Gazprom Don’t foul the Arctic – Free The Arctic 30. Greenpeace“. Uefa-Präsident Michel Platini war Zeuge der Greenpeace-Demonstration. Der russische Staat hat letzte Woche ein Greenpeace-Schiff in internationalen Gewässern gekapert, das gegen Erdöl- und Erdgasausbeutung in der Arktis durch Gazprom protestierte. Das Greenpeace-Schiff wurde abgeschleppt; die Besatzung sitzt im Gefängnis  (Schalke-Gegner Basel droht Strafe, in spiegelonline 2.10.2013). Dem FC Basel droht nun eine Strafe der Uefa (Aumüller 4.10.2013).

Nachtrag 2: Die Gazprom-Drohung
Der größte Energielieferant der Welt, Gazprom, teilte am 4.3.2014 mit, dass die Ukraine die Februarrechnung 2014 für Gas in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar nicht bezahlen kann. Gazprom-Chef Alexej Miller kündigte an, dass deshalb der im November 2013 gewährte Preisnachlass entfallen muss. Dieser Preisnachlass war gewährt worden „als Lohn für ein Abrücken vom Assoziierungsabkommen mit der EU“ (Balser, Markus, Gammelin, Cerstin, Blick in die Röhre, in SZ 5.3.2014). Bezüglich der Abhängigkeit von Russland bzw. Gazprom steht Deutschland kaum besser da: „Die Ölimporte lagen 2013 bei über 31,4 Millionen Tonnen, rund 35 Prozent der gesamten Einfuhren. Bei Gasimporten sind es sogar fast 40 Prozent“ (Ebenda). „Die Europäische Union (EU) bezieht rund ein Viertel ihres Gasbedarfs aus Russland“ (Warnung vor Gas-Engpass, in SZ 10.3.2014).
Transportmittel für das russische Gas nach Deutschland ist die Pipeline Nord Stream (mit Gerhard Schröder als Aufsichtsrat). Gazprom hat sich auch mit dem Projekt South Stream gegen das von der EU geplante Projekt Nabucco durchgesetzt und beliefert europaweit. „Gazprom könnte so einen ganzen Kontinent in die Zange nehmen, heißt es in der Branche“ (Ebenda).

Nachtrag 3: Clemens Tönnies gehört zur Hälfte die Firma Tönnies Fleisch mit 4,6 Mrd. Euro Umsatz. Er ist auch Präsident vom FC Schalke 04, dessen Trikot-Sponsor Gazprom ist. Dazu Tönnies: Für mich ist da Nullkommanull zu beanstanden. Das ist ein starker, zuverlässiger Partner, dem das Wohlergehen von Schalke am Herzen liegt“ (Tönnies steht zu Putin, in SZ 25.3.2014). Und zu Putin äußerte Tönnies: „Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen. (…) Wir haben ein gutes Verhältnis – dazu stehe ich“ (Ebenda).

Nachtrag 4: Kreml sitzt am Gas-Hahn. Schon 2006 und 2009 hatte Russland der Ukraine den Gashahn zugedreht. Ein Gazprom-Insider: „Wenn der Kreml uns sagt, wir sollen es anhalten, dann halten wir das Gas an“ (Balser, Markus, Das Rohr zum Westen, in SZ 19.3.2014). Noch 2013 kündigte Gazprom-Chef Miller an: „Unser Ziel ist es, Gazprom zur Nummer eins im globalen Energiemarkt zu machen“ (Ebenda). Inzwischen steht Europa den Expansionsgelüsten von Gazprom skeptisch gegenüber: „Gazprom gilt in der Krim-Krise als das wichtigste Machtinstrument des Kreml: An der Unternehmensspitze sitzen drei Topmanager, die Putin beim Konzernumbau 2001 dort platzierte: sein alter Gefolgsmann Miller als Firmenchef, Finanzvorstand Andrej Kruglow und Exportchef Alexander Medwedew. Der Staat hält gut 50 Prozent der Anteile. Kein anderer Konzern hat eine vergleichbare geostrategische Bedeutung für Putin. Doch die stärkste Waffe des Präsidenten beschert ihm gleichzeitig sein großes Dilemma. Ein neuer Gasstreit würde vor allem Moskau selbst treffen. Russlands Wirtschaft ist abhängig von der Rohstoffindustrie. Fast 70 Prozent der Exporterlöse stammen aus Öl- und Gasverkäufen, über die Hälfte der Staatseinnahmen kommen von den Verkäufen der Rohstoffe. Gazprom ist der wichtigste Devisenbringer, Europa dessen wichtigster Markt“ (Ebenda). Gleichzeitig bereitete Gazprom eine weitere Expansion vor, die speziell Deutscgland noch mehr an Gazprom ausliefert: „Fast unbemerkt steht der Konzern in diesen Tagen vor der weiteren Expansion in Europa. Er will große Teile der deutschen Erdgas-Infrastruktur übernehmen. In einem bereits im vergangenen Jahr besiegelten milliardenschweren Tauschgeschäft übernimmt Gazprom bis Mitte 2014 Handelsgeschäft und Erdgasspeicher der deutschen BASF-Tochter Wintershall, darunter den größten westeuropäischen in Niedersachsen. Also jene Notreservoirs, die Deutschland vor Engpässen im Streit mit Russland schützen sollen“ (Ebenda).

Nachtrag 5: Gazpromi Merkel
Die offizielle Haltung der Merkel-Regierung: Die gesamte deutsche Energiepolitik muss neu betrachtet werden, um die Abhängigkeit von russischen Lieferungen zu senken. Merkel beklagte die „zum Teil sehr hohe Abhängigkeit“ von russischer Energie in der EU. Was tatsächlich geschieht: Vor zwei Wochen wurde die Übernahme der RWE-Tochter DEA durch den russischen Oligarchen Michail Fridman beschlossen. Die Merkel-Regierung schätzt dies als unproblematisch ein: „Man sehe keinen Anlass, den bereits beschlossenen Verkauf des  größten deutschen Erdgasspeichers sowie eines Großteils des deutschen Gashandelsgeschäfts an die Russen zu unterbinden, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium“ (Merkels Gasblase, in Der Spiegel 14/31.3.2014). – „Michail Fridmann, eben 50 Jahre alt geworden, zahlte 5,12 Milliarden Euro für das Traditionsunternehmen. Er kontrolliert nun gut ein Fünftel der deutschen Gasproduktion und rund ein Viertel der nationalen Ölförderung“ (Dohmen, Jung 5.5.2014).

Nachtrag 6: Holt Gazprom die verlorenen Sotschi-Milliarden von der Ukraine?
Der russische Staatskonzern Gazprom hat Milliarden für Putins Olympische Winterspiele 2014 aufbringen müssen. Nun fordert Gazprom von der Ukraine die Erstattung des gesamten Rabatts der letzten vier Jahre in Höhe von 8,3 Milliarden Euro zurück. Dazu Gazprom-Chefs Alexeij Miller: „Als Grund nannte er die Aufhebung eines Abkommens zur Nutzung des Flottenstützpunktes durch Moskau. Wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim sei das Abkommen hinfällig“ (Gazprom will weitere 8,3 Milliarden von der Ukraine, in spiegelonline 5.4.2014).
Das ist nun mal eine wirklich geile Argumentation, Herr Miller! Russland annektiert völkerrechtswidrig die Krim und schon hat man die Schwarzmeerhäfen – und kürzt die Gasrabatte für die letzten vier Jahre!

Nachtrag 7: Gazprom wankt. Im April 2007 tönte Gazproms stellvertretender Vorstand Alexander Medwedew, dass Gazprom das weltgrößte Unternehmen werden würde – mit einem Marktwert von einer Billion US-Dollar. Aber der staatlich gelenkte Konzern verliert seit drei Jahren auf dem Aktienmarkt an Wert, nicht zuletzt durch drei Milliarden US-$ verlorene Investitionen in Sotschi 2014, Gasprojekte in Sibirien und Milliarden-Investitionen in neue Gas-Pipelines nach Europa, um die Ukraine zu umgehen – bei gleichzeitig fallenden Gaspreisen auf dem Weltmarkt. Ian Hague von Firebird Management LLC stellte fest: „Gazprom ist ein Meister der Wertvernichtung“ (Pavliva, Halia, Galouchko, Ksenia, As Russia Stumbles, Gazprom Comes Up $ 9120 Billion Short, in Bloomberg 3.4.2014).

Nachtrag 8: Gazpromi Schröder. „Gerhard Schröder lacht, als ihn Russlands Präsident  Wladimir Putin begrüßt. (…) Bei der Feier handelte es sich um einen Empfang der Nord Stream AG. Schröder ist Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Unternehmens, das die gleichnamige Ostsee-Pipeline betreibt und vom russischen Staatskonzern Gazprom dominiert wird. Gazprom-Chef Alexej Miller war Berichten zufolge ebenfalls unter den Gästen“ (Schröder feiert mit Putin 70. Geburtstag nach, in spiegellonline 29.4.2014). – „Es ist ein Irrtum, wenn der Ex-Kanzler meint, er könnte einfach so weitermachen, als wäre nichts gewesen. (…) Putin hat völkerwidrig die Krim annektiert. Es sterben Menschen in den besetzten Städten der Ostukraine, es werden Vertreter internationaler Organisationen festgehalten, die Kriegsangst wächst, und Schröders Freund Putin scheint an all dem mindestens Gefallen zu finden“ (Nelles, Roland, Schröders Irrfahrt, in spiegelonline 29.4.2014).
Hallo Herr Altkanzler – Buchempfehlung: Jürgen Roth, Gazprom – Das unheimliche Imperium, Frankfurt 2012. Da steht alles drin, was Putin und seine Gang vor und nach dem Fall des Eisernen Vorgangs so angestellt haben.

Nachtrag 9: Erstes Erdöl von Gazprom aus der Arktis. Der Tanker „Mikhail Ulyanov“brach am 25.4. von der Gazprom-Bohrinsel Prirazlomnaya mit dem ersten Arktis-Erdöl nach Rotterdam auf: Greenpeace überwachte den Tanker aus der Luft. Käufer ist der französische Ölkonzern Total, der offiziell „aufgrund unkalkulierbarer Risiken kein eigenes Bohrprojekt in der Arktis vorantreiben“ will (Borgerding, Benjamin, Greenpeace, Tanker gesichtet, in www.greenpeace 27.4.2014). Greenpeace informierte dazu: „Öl aus arktischen Offshore-Bohrungen spielen in Gazproms Energie-Strategie eine zentrale Rolle. Der Konzern plant in der Region gemeinsam mit dem Ölunternehmen Shell weitere Ölfelder zu erkunden. (…) Das Fördern von Öl im arktischen Ozean schafft ein unvertretbar hohes Risiko für die Umwelt und unser Klima. Es muss verboten werden. (…) Wenn wir uns weiterhin von russischen Ölfirmen abhängig machen, stärken wir die Position von Russlands Präsident Wladimir Putin“ (Ebenda). In Rotterdam empfingen 30 Greenpeace-Aktivisten das Schiff: Von Schlauchbooten aus schrieben sie No Arctic Oil an den Rumpf (Tanker mit Arktis-Öl legt an, in SZ 3.5.2014).

Nachtrag 10: BASF verkauft an Gazprom. Der BASF-Vorstandsvorsitzende Kurt Bock betonte auf der Aktionärsversammlung am 2.5.2014: „Russland ist für unser Geschäft sehr, sehr wichtig“ (Einecke, Helga, „Russland ist sehr, sehr wichtig“, in SZ 3.5.2014). Und so geht es immer weiter in die Abhängigkeit von Gazprom: Nach dem Verkauf des Gasgeschäftes der RWE-Tochter DEA plus dem größten deutschen Erdgasspeicher (siehe Nachtrag 5) verkauft die BASF ihr Gashandelsgeschäft an Gazprom und erhält dafür Anteile am Erdgasfeld Urengoi in Westsibirien. „Dieser Tausch, der Gazprom erstmals Zugang zu Endkunden eröffnet, ist politisch zwar umstritten, wurde aber genehmigt. (…) Der Tausch kostet die BASF 12 Milliarden Euro an Umsatz und eine halbe Milliarde an Gewinn in diesem Jahr, eröffnet aber den Zugang auf neue Energiequellen“ (Ebenda). – „Ohne Gazprom geht bei Wintershall inzwischen wenig. 2012 ließ BASF zu, dass sich Gazprom deren größte Tochter Wingas einverleibte. Die Russen erlangten damit nicht nur den begehrten Zugang zu Millionen Endkunden in Deutschland, sie kontrollieren auch einen großen Teil des deutschen Gasnetzes und der riesigen Erdgasspeicher. Im Gegenzug erhielt BASF als einer der ganz wenigen ausländischen Konzerne direkte Beteiligungen an riesigen russischen Gasfeldern in Sibirien“ (Amann u. a. 28.4.,21014).
Diese Beteiligungen können im Zweifelsfall ganz schnell verstaatlicht werden, wie schon geschehen.
Wingas beherrscht ein Fünftel des deutschen Erdgasmarktes, verfügt über 2000 Kilometer Leitungen „und eine Reihe von Gasspeichern, darunter der größte Westeuropas in Rheden“ (Dohmen, Jung 5.5.2014). Im Sommer 2014 soll der Verkauf von Wingas an Gazprom über die Bühne gehen.
Ruhrgas
, die Tochter von E.on, „machte mit Gazprom viele Milliarden Gewinn. Das Prinzip war einfach: Die Russen lieferten das Gas bis zur deutschen Grenze zu einem Preis, der an den Ölpreis gekoppelt war (…) Der Gewinn von Ruhrgas betrug damals bis zu 2,3 Milliarden Euro pro Jahr“ (Ebenda). Dann investierte E.on rund sechs Milliarden Euro in Russland. Und irgendwann verlangte Gazprom-Chef Alexej Miller das selbe von E.on wie von BASF: den Zugang zum Endkundengeschäft. „Der damalige E.on-Chef Wulf Bertotat lehnte das ab. Seither gehört E.on nicht mehr zu den ganz großen Günstlingen der Russen“ (Ebenda).

Nachtrag 11: Neuer Sponsor für FC Schalke 04 empfohlen. Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Glöring-Eckardt, zum Schalker Trikotsponsor Gazprom, dessen Vertrag bis 2017 läuft: „Gazprom ist ein Staatsunternehmen, und damit ist man immer auch mit Putin untergehakt. (…) Es wäre aber gut, sich danach nach einem anderen Sponsor umzusehen“ („S04 hat besseren Sponsor verdient“, in deutschlandfunk.de 4.5.2014).

Nachtrag 12: Gazprom-Chef doch nicht auf Sanktionsliste
Alexej Miller ist Chef des Gazprom-Konzerns, der 72 Prozent der russischen Gasreserven kontrolliert. „Auf der Sanktionsliste aber, welche die EU erst am Montag um 13 auf 61 Namen verlängert hatte, fehlt der Name Miller. Die russische Zeitung Wedomosti will nun erfahren haben, dass Millers Name bereits auf einer vorbereiteten Sanktionsliste stand, dann aber auf Druck europäischer Energiekonzerne gestrichen worden sein soll. ‚Viele Anrufe‘ seien nötig gewesen, zitiert das Blatt einen anonymen Unternehmensvertreter“ (Brössler, Daniel, Politisch nicht durchzusetzen, in SZ 16.5.2014). E.on, Wintershall und RWE dementierten sogleich.

Vergleiche auch: Putin-Russland; Putin, Wladimir; Putin: Krieg und Spiele;  Gazprom-Chronik

Quellen:
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– Nachschlag in St. Petersburg, in SZ 5.9.2012
– Erinnerung an Glanz und Größe, in SZ 20.2.2013
Top-Sponsor im Dienste Putins, in sueddeutsche.de 4.10.2013
– Handschlag vom Tännchen, in SZ 17.12.2013
Bild: Beckenbauer Botschafter für Gasbereinigung, in focus.de 30.5.2012
Borgerding, Benjammin, Protest vor Gazprom-Zentrale in Berlin, in greenpeace.de 24.9.2013
Dohmen, Frank, Jung, Alexander, Angst vor dem Druckabfall, in Der Spiegel 19/5.5.2014
Fifa mit neuem Sponsor, in SZ 20.9.2013
Franz Beckenbauer: 10 Millionen Euro durch Werbeeinahmen, in bunte.de 21.7.2013
Fritsch, Oliver, Fußballsponsor Gazprom: Ist die Champions League ein Helfershelfer Putins? in zeitonline 24.5.2013
Gazprom, PM Gazprom becomes Official Partner of Fifa and 2018 Fifa World Cup, in gazprom.com 14.9.2013
Gazprom wird auch Sponsor der Fifa, in zeitonline 19.9.2013
Fußball – Gazprom neuer Sponsor der Fifa, SID 19.9.2013
Großekathöfer, Maik, Putins Märchen, in Der Spiegel 6/2.2.2009
Hosp, Gerald, Après-Ski mit Gazprom, in faz.net 18.2.2011
Justiz klagt alle Greenpeace-Aktivisten wegen Piratrie an, in spiegelonline 3.10.2013
Kistner, Thomas, So korrupt ist das IOC, in Cicero 6/2008
Nelles, Roland, Schröders Irrfahrt, in spiegelonline 29.4.2014
Nienhuysen, Frank, Eine Frage der Ehre, in SZ 9.7.2012
Russland nimmt alle 30 Greenpeace-Aktivisten in Untersuchungshaft, in spiegelonline 25.9.2013
Schlömer, Marc, „Ein Kaiser für Russland”, in wdr.de 5.11.2012
Schwabe, Alexander, „Gasprom ist ein Synonym für Korruption“, in spiegelonline 22.12.2005
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Thaler, Claudia, Lassen Sie uns nicht über Politik reden! in spiegelonline 2.7.2013
Tillack, Martin, Gazprom: Die Gazoviki, das Geld und die Gier, in Stern 22.9.2007
Uefa, PM Gazprom wird offizieller Partner der UEFA Champions League, in uefa.de 9.7.2012
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Wikipedia
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– Moskaus Botschafter, in SZ 1.6.2012


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