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Sky TV

 
Zuletzt geändert am 24.07.2017 @ 15:47

Die europaweiten Sky-Bezahlsender haben sich auf die Übertragung von Sportereignissen spezialisiert – nun auch in Deutschland, siehe unten.

Die Ursprünge
Sky Channel wurde 1982 gegründet. 1989 übernahm Rupert Murdochs News Corporation Besitzanteile an Sky Television und war zunächst Eigentümer von British Sky Broadcasting (BSkyB). Murdochs Sohn James wurde 2003 CEO. Ende 2010 hielt die News Corporation rund 39 Prozent und plante eine erneute Übernahme. Da Murdoch bereits im Besitz von The Times, The Sunday Times, The Sun und News of the World war und in Besitz der Sky News kommen wollte, drohten die Verlage von The Guardian und The Daily Telegraph mit rechtlichen Schritten gegen die Übernahme. Hieraus entwickelte sich der Abhörskandal um News of the World und deren Einstellung: Der britische  Premier David Cameron war zugunsten von Murdock involviert. Im Juli 2011 zog Murdoch sein Übernahmeangebot zurück (Wikipedia).
Die British Sky Broadcasting Group hatte 2012 knapp 23.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von rund 6,8 Millionen Pfund.
BSkyB ist der größte Anbieter von Pay-TV in Großbritannien und Irland. Zum Empfang ist eine Set Top Box (Sky Digibox) nötig. „Sky verwendet das Videoguard-Verschlüsselungssystem, welches von NDS – einer Tochterfirma der News Coropration – entwickelt wurde (Ebenda).

Sky Deutschland
In Deutschland wurde die heutige Sky Deutschland AG 1991 als Sender „Premiere“ von Leo Kirchs Kirch-Gruppe gegründet. 2009 wurde Premiere in Anlehnung an Sky UK & Ireland und Sky Italy in Sky Deutschland umbenannt.
Sendertext: „Sky Sport News HD ging am 1. Dezember 2011 als erster 24-Stunden-Sportnachrichtensender in Deutschland und Österreich auf Sendung. Seitdem berichtet der Sender 365 Tage pro Jahr 24 Stunden täglich topaktuell und umfassend aus der Welt des Sports und hat sich bereits im ersten Jahr seines Bestehens als eine der meistzitierten Quellen für Sportnachrichten in Deutschland etabliert“ (vergleiche hier; Hervorhebung EZ). Der Chef von Sky Deutschland, Brian Sullivan: „Sie können Sky jetzt auf praktisch jedem Weg empfangen, ob per Satellit, Kabel oder IPTV, mit dem iPad, iPhone oder der Xbox“ (Busse 26.2.2013).
Sky Deutschland überweist jährlich 485,7 Millionen Euro für Fernseh- und Internetrechte an beide deutschen Fußball-Profiligen (Jakobs 15.1.2013). Das Unternehmen garantiert der DFL (Deutsche Fußball-Liga), für die Spielzeiten 2013/2014 bis 2016/17 bis zu 50 Prozent der Lizenzgebühren zu zahlen (Ebenda).
Im Januar 2013 erhöhte der Murdoch-Konzern für fast 350 Millionen Euro seinen Anteil von 49,9 auf 54,8 Prozent. insgesamt hat die News Corporation bereits rund 1,5 Milliarden Euro in Sky Deutschland gesteckt (Jakobs 15.1.2013; Busse 26.2.2013).
Der Sender machte 2010 mit über 1400 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 980 Millionen Euro. Er hat inzwischen 3,36 Millionen Abonnenten (Ebenda). Sky hat den Sitz in Unterföhring bei München. Dort befindet sich das größte Sportstudio Europas – mit etwa 500 Quadratmeter Fläche. Interviews werden mit Robotkameras aufgezeichnet – ein Kameramann oder Tonmann wird nicht mehr benötigt.

Nachtrag Februar 2014: Sky machte in Deutschland erstmals ein Plus von 34,8 Millionen Euro. Ende 2013 hatte Sky fast 3,7 Millionen Abonnenten und 1,5 Milliarden Euro Umsatz (Busse 7.2.2014; 2.7.2014).

Nachtrag  April 2014: Fusion von Comcast und Time Warner Cable. Time Warner Cable (TWC) ist der zweitgrößte US-Anbieter für Kabelfernsehen. Comcast, der größte Anbieter, will für 45,2 Milliarden Dollar TWC kaufen und hätte damit rund 40 Prozent Marktanteil. Im Sport-Zusammenhang interessant: „Anfang Dezember 2009 übernahm Comcast für rund 14 Milliarden US-Dollar (6,5 Milliarden in bar, die Kabelkanäle wurden mit einem Wert von 7,25 Milliarden US-Dollar veranschlagt)einen Anteil von 51 Prozent von NBC Universal, während der restliche Anteil bei General Electric Corporation verbleibt“ (Wikipedia). – „Die Kabelanbieter liefern den Endkunden also aus mehreren Kanälen gebündelte Angebote. Dafür müssen die Zuschauer ordentlich bezahlen. ‚Fast jeder TV-Zuschauer in den USA bezahlt zum Beispiel für den Sportsender ESPN, selbst wenn er Sport hasst und nie zuschaut‘, sagt David Hazinski, Professor für Telekommunikation“ (Boie, Johannes, Es liegt in der Luft, in SZ 28.4.2014).

Nachtrag August 2014: Das europäische Geschäft von Sky TV wird in London gebündelt. „An BSkyB ist Murdochs Holding 21st Century Fox mit 39 Prozent beteiligt. (…) Nun aber übernimmt BSkyB erst mal 100 Prozent an Sky Italia und etwa 57 Prozent an Sky Deutschland. Insgesamt könnten die beiden Übernahmen BSkyB mehr als neun Milliarden Euro kosten – davon fließen Murdochs Medienholding 21st Century Fox 6,7 Milliarden Euro zu. (…) In Europa wird damit ein Pay-TV-Konzern mit insgesamt 20 Millionen Abonnenten entstehen. (…) Sky ist auch der Hauptfinanzier der Fußball-Bundesliga. Der Sender hat noch bis 2017 die Übertragungsrechte und zahlt dafür durchschnittlich rund 485 Millionen Euro pro Saison“ (Busse, Caspar, Familien-Geschäfte, in SZ 26.7.2014). In Großbritannien machte BSkyB 2013/2014 einen Umsatz in Höhe von 7,6 Milliarden Pfund und 1,66 Milliarden Pfund Gewinn (Ebenda). Murdock wollte BSkyB ganz übernehmen: Durch den Abhörskandal um seine Zeitung News of the World musste er diesen Plan beenden. Deren Journalisten hatten Tausende Prominente und Politiker abgehört, was zum Ende von News of the World führte (Keil, Christopher, Werner, Kathrin. Umbau in Europa, in SZ 22.7.2014).
Die Milliarden aus dem Kauf von Sky Italia und Sky Deutschland BSkyB wollte Murdock zum Kauf des Time Warner Konzerns für 80 Milliarden Dollar einsetzen: Dieser Kauf ist inzwischen geplatzt.
Im August 2014 wurden die Preise für Sky-Übertragungen in der Gastronomie drastisch erhöht. Die „Sportsbar“ in München beispielsweise wurde von 700 auf 1100 Euro erhöht – das macht jährlich über 13.000 Euro. Sky argumentiert, die Sportrechte kosteten inzwischen eine halbe Milliarde Euro – doppelt so viel wie 2012. Die Abonnentenzahl lag im 2. Quartal 2014 bei 3,8 Millionen (Schubert 21.8.2014).

Nachtrag November 2014: Die britische Sky hat Sky Italia zu 100 Prozent übernommen und hält nun an Sky Deutschland rund 90 Prozent. Sky hat jetzt 31.000 Beschäftigte, 20 Millionen Kunden und macht 14 Milliarden Euro Umsatz. „Schon jetzt ist Sky nach dem Zusammenschluss mit 5,7 Milliarden Euro der größte Einkäufer von Fernsehrechten in Europa. Der Sender ist beispielsweise der wichtigste Geldgeber der Fußball-Bundesliga“ (Busse, Caspar, Mister Pay-TV, in SZ 21.11.2014). – „Die Murdock-Tochter BSkyB dürfte bereits in Besitz von drei Vierteln der Sky-Aktien sein“ (SZ 4.11.2014).

– Nachtrag Dezember 2014: Happige Gebührenerhöhung. „Warum Jürgen Franke im Substanz keine Fußballspiele im Bezahlfernsehen mehr zeigt. Das Substanz in der Ruppertstraße war eines der ersten Lokale Münchens, die Fußball-Übertragungen aus dem Bezahlfernsehen zeigten. Jetzt, nach 20 Jahren, ist Schluss. Wirt Jürgen Franke wollte die Erhöhung des Abo-Preises um 128 Prozent nicht hinnehmen. Die jährlichen Kosten hätten fortan eine fünfstellige Summe betragen. Genaue Zahlen darf Franke aber nicht nennen“ (Schubert, Andreas, „Ein völlig falsches Bild“, in SZ 6.12.2014).

Nachtrag Februar 2015: Englische Fernseh-Millionen. “Die englische Premier League hat einen bahnbrechenden TV-Vertrag abgeschlossen. Für die drei Spielzeiten von 2016 bis 2019 werden 6,9 Milliarden Euro (5,14 Milliarden Pfund) in die Kassen der Klubs fließen – und das nur für die nationale Übertragung. Zum Vergleich: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will für die Saison 2016/17 insgesamt 835 Millionen kassieren, inklusive der Auslandsrechte (SID, TV-Rekordvertrag, in SZ 11.2.2015). Die Premier League nimmt nochmals 2,6 Milliarden Euro für die Auslandsvermarktung ein. “Das wären in der Summe rund 9,5 Milliarden Euro für drei Spielzeiten (über drei Milliarden pro Saison)” (Ebenda). Bezahlen werden dies British Telecom (zwei Pakete) und Sky (fünf Pakete). Einen Grund für die ungleich höheren englischen TV-Summen nennt der Geschäftsführer der deutschen Fußball Liga, Christian Seifert: „In England hat Sky zehn Millionen Kunden und macht eine Milliarde Gewinn“ (Selldorf, Philipp, Mehr als utopisch, in SZ 12.2.2015). – „Der deutsche Ableger des Konzerns freut sich dagegen, jetzt die Marke von vier Millionen Abonnenten übertroffen zu haben. Und hierzulande firmiert Sky als Monopolist, während in England auch der zweite Anbieter BT dank drei Millionen Kunden Gewinne im Abo-Geschäft erwirtschaftet“ (Ebenda).

Nachtrag März 2015: Noch 60 Millionen Haushalte ohne Pay-TV. Europa-Chef von Sky ist Jeremy Darroch. Er sagte im Interview mit der SZ: „Wir sind in Europa der größte Investor in den Sport. Wir glauben an den Sport, und je attraktiver er wird, umso besser ist das für uns, weil dann mehr Menschen unsere  Angebote abonnieren. (…) In den fünf Ländern, in denen wir mit Sky aktiv sind, gibt es immer noch etwa 60 Millionen Haushalte, die kein Bezahlfernsehen haben“ (Busse, Caspar, Finke, Björn, „Sie können uns gratulieren“, in SZ 30.3.2015).

Nachtrag Juni 2015: Sky überträgt in TV-Technik UHD. Normale Fernseher haben 1920 mal 1080 Punkte, UHD-Fernseher dagegen 3840 mal 2160 Punkte. Bei einer Sportübertragung hat jede der elf super hochauflösenden Kameras vier Glasfaserkabel. „Jede Kamera liefert einen Datenstrom von acht Gigabit pro Sekunde“ (Martin-Jung, Helmut, Jetzt in superscharf, in SZ 2.6.2015). Das hat seinen ökologischen Preis, nachvollziehbar am Champions League-Finale am 6.6.2015: „Die FreeD genannte Technik stammt von der israelisch-amerikanischen Firma Replay Technologies. Im Olympiastadion wurden dafür knapp unter dem Dach 32 hochauflösende Kameras installiert. Sie erfassen jeden Winkel des Spielfeldes. Der Datenstrom, den die Kameras liefern, ist gigantisch: Ein Terabyte pro Sekunde. Wollte man diese Menge auf Datenträger abspeichern, wären etwa 250 Standard-DVDs nötig. Pro Sekunde. Das lässt schon ahnen, dass auch eine gewaltige Speicher- und Rechenkapazität vonnöten ist, um sie zu verarbeiten. Ein ganzer Container voller Rechner erledigt das, drei Klimaanlagen kühlen die Luft um die Metallregale mit den surrenden Serverrechnern, die der Chiphersteller Intel für den Testlauf in Berlin gestellt hat“ (Martin-Jung, Helmut, Stadionrundflug im virtuellen Hubschrauber, in SZ 2.6.2015).
Brot und Spiele im TV: Energie- und Geld-fressend.
Sky Deutschland hatte im Juni 2015 fast 4,3 Millionen Abonnenten: eine Marktdurchdringung von 17 Prozent. In Italien sind es 33 Prozent, in Großbritannien über 50 Prozent (Busse, Caspar, „Der Job ist nicht zu Ende“, in SZ 16.6.2015).

Nachtrag Dezember 2015: Fifa-Einnahmen am Verkauf von Fernsehrechten an der Fußball-WM. Diese Einnahmen betrugen 1974 9 Millionen Euro, 1998 75 Millionen Euro, 2002 1009 Millionen Euro, 2010 1818 Millionen Euro, 2014 1996 Millionen Euro (Endzeit im Schattenreich, in Der Spiegel Chronik 2015, S. 90f.).

Nachtrag Januar 2016: Bundesliga zu Sky – und Eurosport. Das Bundeskartellamt drängt auf die „No-Single-Buyer-Regel“ bei den Bundesliga-Übertragungsrechten. Also soll nicht mehr allein Sky zum Zug kommen – mit seinem Slogan „Alle Spiele, Alle Tore“. „Als Favorit wird vor allem John Malone gehandelt, dem über seine Discovery-Gruppe neuerdings auch der Spartensender Eurosport gehört. Discovery hat sich bereits die Fernsehrechte an den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 gesichert. Zudem gehört Malone das Kabelunternehmen Unity Media, das in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg aktiv ist“ (Busse, Caspar, Spielverlagerung, in SZ 29.1.2016).

Nachtrag Februar 2016: James Murdock übernimmt. Der Sohn von Rupert Murdock wird im Mai 2016 Verwaltungsrats-Chef von Sky, Europas größtem Fernsehkonzern. An Sky hält 21st Century Fox bislang 39 Prozent und will eventuell die restlichen Anteile übernehmen (Finke, Björn, Der verlorene Sohn, in SZ 1.2.2016).

Nachtrag März 2016/1: Beckenbauer nicht mehr bei Sky. „Franz Beckenbauer wird nach SPIEGEL-Informationen nicht mehr als Experte für Sky tätig sein. Das bestätigte der Pay-TV-Sender: ‚Wir bedauern die Entscheidung sehr.‘ Der Vertrag des früheren Weltmeisters wäre bis in die nächste Saison gelaufen. (…) Allerdings dürfte seine zentrale Rolle im Skandal um die Vergabe der WM 2006 ein gewichtigerer Grund gewesen sein, seine öffentliche Präsenz einzuschränken. Beckenbauer soll genervt davon sein, welch große Rolle das Thema gespielt habe. Bereits im Herbst hatte der Sender angekündigt, Beckenbauers Rolle auf den Prüfstand zu stellen. Man beobachte ‚aufmerksam die weitere Entwicklung‘, teilte Sky damals mit. Seit der SPIEGEL im Herbst 2015 erstmals die Bestechungsvorwürfe rund um die WM in Deutschland öffentlich gemacht hatte, war Beckenbauer mehr und mehr in die Kritik geraten. Als damaliger Chef des Bewerbungs- und des Organisationskomitees des Turniers sah er sich zuletzt verstärkt Bestechungsvorwürfen ausgesetzt“ (Hülsen, Isabell, Beckenbauer und Sky beenden Zusammenarbeit, in spiegelonline 16.3.2016).

Nachtrag März 2016/2: Deutsche Fußballl-Liga (DFL) und Sky
Derzeit ist das Wettbieten um die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga eröffnet. „Die DFL steht unter hohem Druck. Denn die Vereine wollen mehr Geld sehen, allen voran der FC Bayern München. Denn sie stehen im Wettbewerb mit den anderen europäischen Topklubs, und die erlösen deutlich mehr Geld mit dem Verkauf der Fernsehrechte und können damit auch mehr in Spieler investieren. Mindestens eine Milliarde Euro im Jahr fordert Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge deshalb für die Liga, offenbar ohne Berücksichtigung der internationalen Rechte. In England erlöst die Premier League allein 2,3 Milliarden Euro pro Jahr durch nationale Medien-Rechte.  Es soll also mehr rausspringen, und am Ende werden das wohl die Sender und die Zuschauer zahlen müssen. In der laufenden Saison kassiert die Liga national 663 und international 154 Millionen Euro. In der kommenden Spielzeit sind es 673 beziehungsweise 162 Millionen Euro. Der Bezahlsender Sky zahlt derzeit rund 80 Prozent der nationalen Einnahmen, doch das könnte sich nun ändern. (…) Verlierer wird wohl Sky sein. Derzeit zeigt der Sender mit inzwischen rund 4,3 Millionen zahlenden Kunden alle Spiele. Die gegenseitige Abhängigkeit ist hoch. (…) Weil das Kartellamt nun auf einen zweiten Interessenten dringt, um mehr Wettbewerb zu garantieren, wird Sky wohl nicht mehr wie bisher alle Rechte kaufen können. ‚Alle Spiele, alle Tore‘ – das wird damit vorbei sein“ (Busse, Caspar, Das Recht auf Fußball, in SZ 31.3.2016).

Nachtrag März 2016/3: Sky in England
„Sky wirbt für sich als ‚the home of live sport‘, die Heimat von Live-Sport. Für den Pay-TV-Sender, der zum Reich des Medienmilliardärs Rupert Murdoch gehört, sind die Übertragungen ein wichtiges Lockmittel für neue Kunden. Inzwischen hat der Londoner Konzern zwölf Millionen Abonnenten in Großbritannien und Irland, fast die Hälfte von ihnen hat Skys Sportsender gebucht. Doch bietet Sky auch schnelle Internet- sowie Telefonverbindungen an. Damit macht die Firma dem früheren Staatsmonopolisten BT direkt Konkurrenz. Sky und Kabelfernseh-Firmen nahmen BT – einem Unternehmen, bei dem die Deutsche Telekom Großaktionär ist – reihenweise Internetkunden ab. BT-Chef Gavin Patterson ging darum zum Gegenangriff über und gründete eigene Sportsender. Die sind kostenlos für die Internetnutzer des Konzerns. Damit gelang es Patterson, den steten Kundenschwund zu stoppen. Seine Sportsender buchten bislang 5,2 Millionen Haushalte. Solche Sender brauchen attraktive Angebote – wie Fußball. Deswegen konkurrierten Sky und BT im Sommer 2012 erstmals bei der Auktion von Live-Übertragungsrechten der Premier League. Es ging um die drei Spielzeiten von Sommer 2013 bis Sommer 2016. Sky darf demnach 116 Spiele live zeigen, BT 38. Dafür zahlten beide Konzerne umgerechnet fast vier Milliarden Euro, eine Steigerung um 70 Prozent im Vergleich zum Vorgängervertrag. Im Februar 2015 boten die Firmen für die kommenden drei Spielzeiten – und der Preis legte noch einmal um 70 Prozent zu. Sky wird von Sommer an 126 Spiele übertragen, BT 42. Daneben zeigt BT live die europäischen Wettbewerbe Champions League und Europa League. Bei der Auktion dafür stach der Telekom-Konzern Ende 2013 den Rivalen Sky aus. Wollen Fans sämtliche Spiele live schauen, müssen sie sowohl Sky als auch BT Sport abonnieren“ (Finke, Björn, Der Trend zum Zweitabo, in SZ 31.3.2016).

Nachtrag April 2016: Überbietungswettbewerb auch in Deutschland
Auch in Deutschland beginnt nun der von der DFL gezielt angeheizte Bieterwettbewerb um die TV-Rechte an der 1. und 2. Bundesliga. „Christian Seifert, der Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL), liegt also richtig, wenn er Bundesliga-Fußball als das ‚wertvollste Medienrecht‘ bezeichnet. Die 36 deutschen Fußballvereine der ersten und zweiten Liga wollen viel Geld damit einnehmen, nicht zuletzt auch, um im Wettkampf mit den finanzstarken Fußballligen aus England, Spanien und Italien mithalten zu können. Seifert spricht von 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro pro Saison. Das wäre ein deutlicher Zuwachs, derzeit sind es knapp 850 Millionen Euro. Kann das überhaupt gelingen? Wer zahlt am Ende die Rechnung? (…) Wer am Ende wie viel zahlen wird, ist offen. Immerhin gibt es eine ganze Zahl von Interessenten. Die öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender, die dringend auf Einschaltquoten angewiesen sind, der Pay-Sender Sky, der noch immer mit Verlusten kämpft, außerdem die Telekom, Vodafone, Amazon, Discovery (Eurosport), die auf Sportübertragungen spezialisierte Perform-Gruppe aus London. Sie alle könnten sich gegenseitig hochbieten und am Ende sehr viel Geld zahlen, so die Hoffnung der DFL. Doch klar ist auch: Die Rechnung wird am Ende der Zuschauer zahlen – über seine Rundfunkgebühr, über Abopreise für kostenpflichtige Angebote oder über immer mehr Werbung rund um die Partien. (…) Wohin das führen kann, ist in England zu besichtigen. Dort haben sich der Abosender Sky und der Telekom-Konzern BT gegenseitig überboten“ (Busse, Caspar, Das Spiel um die Milliarden, in SZ 16.4.2016; Hervorhebung WZ).

Nachtrag Mai 2016: Die Auswüchse der TV-Einnahmen in Großbritannien
In der Saison 2014/15 erhielt der 1. der Premier League, der FC Chelsea umgerechnet 134,3 Millionen Euro, der 2. Manchester City 133,7, der 3. Manchester United 131,3 und der 15., der diesjährige Meister Leicester City, immer noch 96,2 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der 1. der Bundesliga, der FC Bayern, erhielt in der Bundesliga 50,6 Millionen Euro, der 15. FC Augsburg 24,0 Millionen Euro (Millionen und ein Märchen, in Der Spiegel 19/7.5.2016). – Der Kampf um die TV-Rechte der Fußball-Bundesliga wird zwischen RTL, Springer, Sky, eventuell auch Amazon, Vodafone oder der Telekom ausgetragen – sofern sie sich in diesen teuren Bieterwettstreit hineintreiben lassen (Busse, Volker, „Nicht zu jedem Preis“, in SZ 12.5.2016).

Nachtrag Juni 2016: 84 Prozent mehr für TV-Rechte von Sky
„Etwas mehr als 4,6 Milliarden Euro bringt die Vergabe der nationalen Medienrechte für den neuen Zyklus von 2017 bis 2021, also zirka 1,16 Milliarden Euro pro Jahr. Das bedeutet gegenüber dem durchschnittlichen Wert des aktuellen Vier-Jahres-Zeitraumes eine Steigerung von 85 Prozent. Wie hoch die Summe in den einzelnen Jahren ist, wollte die DFL nicht mitteilen. Anzunehmen ist aber, dass sie sich in etwa zwischen 1,05 Milliarden im ersten und 1,25 Milliarden Euro im vierten Jahr bewegt. (…) Damit ist Sky erstmals seit langer Zeit nicht mehr Exklusiv-Inhaber aller Bundesliga-Rechte. Dies war allerdings schon vor der Auktion klar gewesen. Aufgrund einer Vorgabe des Bundeskartellamtes musste sich das Unternehmen wie jeder andere Interessent entscheiden, ob es auf eines der vielen verschiedenen Live-Pakete verzichtet – oder ob es sich alle Live-Pakete fürs Fernsehen sichert und die Rechte für die Internet- und Smartphone-Übertragung an einem Drittel aller Saisonspiele abgibt. Offenkundig war es den Unterföhringern wichtiger, auf dem wachsenden mobilen Markt verstärkt Präsenz zu zeigen. Allerdings will Sky künftig gegen das Verdikt des Kartellamtes ankämpfen: Schon am Tag vor der Bekanntgabe des Vergabeergebnisses hatte das Unternehmen angekündigt, beim Oberlandesgericht in Düsseldorf gegen das verhängte Alleinerwerbsverbot Beschwerde einzulegen. (…) In den vergangenen vier Jahren zahlte Sky im Mittel 486 Millionen Euro pro Saison, nun erfolgte beinahe eine Verdoppelung auf durchschnittlich 876 Millionen Euro. Da liegt der Gedanke nicht fern, dass es bei dem Sender mit seinen derzeit zirka 4,5 Millionen Abonnenten mittelfristig auch zu höheren Preisen für den Kunden kommen wird – auch wenn ein Sprecher erklärt, aktuell seien keine weiteren Erhöhungen geplant“ (Aumüller, Johannes, Auktion der Träume, in SZ 10.6.2016).
Der Sky-Deutschland-Chef Carsten Schmidt scheint zufrieden: „’Wir haben zu 100 Prozent erreicht, was wir wollten‘, sagt er. Aber es sei auch ‚die wettbewerbsintensivste Versteigerung aller Zeiten‘ gewesen. 30 Bundesliga-Partien am Freitag sowie je fünf am Sonntag und am Montag sind nun von 2017/18 an beim Paysender Eurosport zu sehen. Dabei ist aber möglich, dass Eurosport künftig über die Sky-Plattform abonniert werden kann, natürlich gegen eine Extra-Gebühr. Das wäre zwar teurer für den Fußball-Fan, aber er bräuchte keinen zweiten Dekoder. (…) Trotzdem ist das Leben von Sky nun nicht einfacher geworden. 3,5 Milliarden Euro zahlen die Münchner für vier Jahre. Für die laufende Vier-Jahres-Periode waren es 1,9 Milliarden Euro, ein saftiger Aufschlag von 84 Prozent, und das bei weniger Exklusivität. „Wir werden die höheren Kosten weiter durch ein Wachstum der Abonnentenzahlen finanzieren“, sagt Sky-Chef Schmidt der SZ. Derzeit gibt es gut 4,5 Millionen Kunden. Sky will demnächst endlich unter dem Strich Gewinne machen, doch wie? Experten schließen deshalb weitere Preisanhebungen nicht aus. (…) Sky ist ein Gewinner, der auch verloren hat“ (Busse, Caspar, Noch so ein Sieg und sie sind verloren, in SZ 11.6.2016).

Nachtrag Februar 2017: Zwei Medienmogule, zwei alte Männer…
Ende Februar 2017 informierete der US-Konzern Discovery seine Zuschauer, „dass sie möglicherweise von Februar an die vier Sender Eurosport 2 HD, Eurosport 1 HD, Eurosport 360 HD und Discovery Channel nicht mehr bei Sky sehen können“ (Busse, Caspar, Spiel der Giganten, in SZ 31.1.2017). Angeblich will Sky keinen fairen preis für die Einspeisung zahlen. „Es geht nicht nur um die vier Sender in Deutschland, sondern um weitere zwölf Discovery-Kanäle, die Sky in Großbritannien verbereitet. Der Sky-Konzern in London teilte mit, es handle sich insgesamt um eine Summe von bis zu einer Milliarde Pfund, die Discovery fordere. Diese Vorstellung sei ‚komplett unrealistisch‘. Die Attraktivität der Discovery-Sender und der Zuschauerzuspruch nehme seit Längerem ab. Sky habe deshalb einige Hundert Millionen Pfund angeboten. (…) Discovery will die Spiele nun alleine zeigen, sowohl beim frei empfangbaren Sender Eurosport 1 als auch beim kostenpflichtigen Angebot Eurosport 2, das bisher auch bei Sky zu empfangen ist. Discovery gegen Sky: Im Hintergrund steht auch die tiefe Rivalität zwischen den amerikanischen Medienunternehmern John Malone, 75, und Rupert Murdoch, 85. Beide sind für ihren rustikalen Stil bekannt – und sie belauern sich seit Langem. (…) Die Mitteilung von Discovery über einen möglich Ausstieg kam in der vergangenen Woche kurz vor der Veröffentlichung der Sky-Zahlen – die auch noch durchwachsen ausfielen. So stieg in den vergangenen sechs Monaten zwar der Umsatz um sechs Prozent. Der operative Gewinn ging aber zurück, weil die Kosten für die Fußballrechte der britischen Premier League gestiegen sind. Discovery hatte Sky im vergangenen Jahr bei der Vergabe der Fernsehrechte der Bundesliga Konkurrenz gemacht. Sky konnte wegen kartellrechtlicher Auflagen nicht alle Live-Rechte erwerben. So sind insgesamt 45 Spiele an Discovery gegangen, 40 Bundesligapartien am Freitag, am Sonntag und am Montag, sowie die Partien um die Bundesligarelegation und den Supercup. Diese sollen nun von der Saison 2017/18 an bei Eurosport 2 gezeigt werden“ (Ebenda). Am 1.2.2017 einigten sich die Konzerne der beiden Mogule dann doch: „Auch künftig sind die Discovery-Sender Eurosport 1 HD, Eurosport 2 HD, Eurosport 360 HD und Discovery Channel im Sky-Angebot enthalten. In der Nacht wäre der Vertrag ausgelaufen, der nun doch noch verlängert wurde. Auch für insgesamt zwölf Discovery-Sender in Großbritannien gab es eine Einigung“ (Busse, Caspar, Wenn alle Sieger sind, in SZ 2.2.2017).

Nachtrag März 2017: Neues vom Sky Radrennstall
Die Erfolge des Sky Rennstalls waren auch in jüngster Zeit erstaunlich. Der Kolumbianer Sergio Henao gewann das Rennen Paris – Nizza. Der Pole Michal Kwiatowski gewann Mailand – San Remo. „Sky ist die dominierende und finanzkräftigste Rad-Mannschaft der vergangenen Jahre. Ihr Manager Dave Brailsford und seine Entourage begründeten den Vorsprung immer mit ihrem ungewöhnlichen wissenschaftlichen und allumfassenden Ansatz“ (Aumüller, Johannes, Mysteriöses Paket aus Manchester, in SZ 20.3.2017). Und natürlich kein Doping. „Wer die vergangenen Jahre aufmerksam verfolgte, konnte sich darüber nur wundern. So stellte sich etwa heraus, dass Sky mit dem umstrittenen niederländischen Mediziner Geert Leinders zusammenarbeitete, erst nach intensiver Berichterstattung erfolgte die Trennung. Bei der Tour de France vor zwei Jahren fuhr Christopher Froome der Konkurrenz im ersten Bergfinale so davon, dass Experten die Veröffentlichung der Leistungswerte forderten“ (Ebenda). Auch war das Blutprofil von Henao auffällig. Und die Dinge um (den inzwischen vom Radsport zurückgetretenen) Bradley Wiggins, der für Sky die Tour de France 2012 gewann: „Im Herbst kam dann durch die Hackergruppe ‚Fancy Bears‘ heraus, dass er während seiner Karriere gleich drei Mal medizinische Ausnahmegenehmigungen für Triamcinolon erhielt, das leistungssteigernd wirken kann. Es sollte, so die heutige Begründung, gegen Heuschnupfen helfen. Zufälligerweise war das jedes Mal vor einer großen Rundfahrt – und vor dem Hacker-Report unbekannt gewesen“ (Ebenda). Dann berichtete die Daily Mail von einer Paketlieferung für Wiggins, „die ein Trainer 2011 mit viel Aufwand aus Manchester nach Südfrankreich transportierte. Teammanager Brailsford verstrickte sich bezüglich der Lieferung in diverse Widersprüche, schließlich erklärte er, da sei lediglich ein Hustenlöser drin gewesen. (…) Nachweise über den Inhalt der Paketlieferung existieren nicht. Angeblich hätten sich diese auf einem Laptop von Mannschaftsarzt Richard Freeman befunden, aber das Gerät sei leider in Griechenland gestohlen worden“ (Ebenda). Und die englische Anti-Doping-Agentur UKAD fand auch diverse Ungereimtheiten. „So führte deren Chefin Nicole Sapstead aus, der Teamarzt habe das Mittel Triamcinolon in so großen Mengen geordert, dass entweder Wiggins zu hohe Dosen bekam oder auch Teamkollegen das Mittel erhielten. Zudem bemängelte sie, dass Dokumentationen von Dopingproben von Wiggins ’nicht existieren oder nur stückhaft‘. Und britische Medien berichteten, dass Freeman gemäß Ukad-Ermittlungen 2011 ein Paket mit Testosteronpflastern erhalten habe, wobei es sich nach dessen Angaben um einen administrativen Fehler gehandelt habe“ (Ebenda).

Nachtrag Juli 2017 (1): Techno-Doping by Sky
„Gleich zu Beginn der jüngsten Auflage der Tour de France, beim Zeitfahren in Düsseldorf, hatte Sky die Konkurrenz aus einem anderen Grund skeptisch werden lassen: Auf den Rennanzügen der Sky-Fahrer hatten sie an den Armen kleine Blasen entdeckt. Dadurch sollte der Fahrtwind besser abgeleitet werden. Manche vermuteten darin einen Regelverstoß, das französische Team FDJ legte offiziell Protest ein. (…) Und kein Team hat mehr Möglichkeiten als Sky. Schon 2007, zwei Jahre vor der offiziellen Gründung des Rennstalls, ging Sky eine Partnerschaft mit dem Formel-1-Team von Mercedes ein. Seitdem werden im Windkanal im britischen Brackley die Rennräder getestet. Auch mit dem English Institute of Sport, einer Forschungseinrichtung von Sportwissenschaftlern, Sportmedizinern und Ingenieuren, kooperiert das Team von General-Manager Dave Brailsford. Mehrere Patente sind laut britischen Medien aus dieser Zusammenarbeit erwachsen, zum Beispiel für einen Helm, bei dem die Luft durch Öffnungen so austritt, dass die Verwirbelungen für einen aerodynamischen Vorteil sorgen. Ein anderes betrifft V-förmige Erhebungen, die an der Unterseite der Trikotärmel angebracht werden, und die ebenfalls für einen geringeren Luftwiderstand sorgen sollen. 2013 wurden diese Elemente bereits entwickelt. Bis zu sieben Prozent Zeitgewinn im Bahnradsport sollte das bringen, es gibt wissenschaftliche Studien dazu“ (Mustroph, Tom, Guter Stoff, in spiegelonline 10.7.2017).

Nachtrag Juli 2017 (II): Doping-Lieferungen
„Zunächst ging es um Bradley Wiggins, den Tour-Sieger 2012; es war damals Skys erster großer Erfolg. Im vergangenen Herbst enthüllte die Hackergruppe ‚Fancy Bears‘, dass Sir Wiggins, mittlerweile geadelt und im Ruhestand, einst drei Mal das hochwirksame Kortisonpräparat Triamcinolon erhielt. Legal, per Ausnahmegenehmigung. Weil er an Heuschnupfen litt. Das war vorher allerdings unbekannt gewesen. Zudem hatte Wiggins immer dann allergisch reagiert, wenn eine größere Prüfung bevorstand, unter anderem vor der Tour 2012, aber das war bestimmt reiner Zufall. Noch schwerer wog eine Paketlieferung, die noch immer die britische Anti-Doping-Agentur Ukad beschäftigt. Ein Trainer hatte 2011 mit viel Aufwand ein Päckchen von Manchester zum Team nach Südfrankreich geschafft. Brailsford verhedderte sich daraufhin immer wieder in Widersprüchen, im Paket steckte ein Hustenlöser, behauptete er schließlich, den habe man in der Form nicht in jeder Apotheke bekommen. Nachweise? Da wurde das Team, das sich sonst so liebevoll um Details kümmert, plötzlich vage. Nachweise befänden sich auf einem Laptop von Teamarzt Richard Freeman. Das Gerät sei ihm leider in Griechenland gestohlen worden, sorry. Ukad wunderte sich zudem, dass Sky das Kortison für Wiggins in so hohen Dosen orderte, dass der Kapitän damals entweder zu viel bekam – oder andere Fahrer mitversorgt wurden. Nein, der Doktor habe das meiste für seine Praxis benötigt, so Sky. Nachweise? Die fehlten weitgehend. (Christopher) Froome erklärte zuletzt, er habe eine derartige Ausnahmebehandlung abgelehnt, als er 2015 dabei war, die Tour zu gewinnen. Weil es sich ‚moralisch nicht richtig‘ anfühlte. Allerdings hatte er zuvor zweimal das Kortisonmittel Prednisolon erhalten, ebenfalls per Ausnahme: 2013 vor der Dauphiné, 2014 bei der Tour de Romandie, im letzteren Fall waren es 40 Milligramm. Eine Dosis, die nur für ’schwerste oder chronische Asthmaanfälle‘ gedacht ist und bei der man besser keine Radrennen mehr fährt, sagt ein Experte. Damian Collins, der Vorsitzende des britischen Sportausschusses, fand: ‚Die Glaubwürdigkeit von Sky und dem britischen Radsport liegt in Trümmern’“ (Knuth, Johannes, Husten zur rechten Zeit, in SZ 7.7.2017).
„Sky verfügt angeblich über 30 Millionen Euro pro Jahr, doppelt so viel wie der Schnitt auf der World Tour. Sie haben die besten Fahrer, das beste Konzept sowieso, so sehen sie das zumindest. Seit ihrer Gründung vor acht Jahren hat die Equipe fünf Mal die Tour gewonnen, Bradley Wiggins war ihr erster Sieger vor fünf Jahren, es ist eine wahrhaft erstaunliche Geschichte. Allerdings weniger, weil sie von heiteren Plauderstunden und schönen Siegen erzählt. Sondern davon, wie man selbst im Erfolg scheitern kann. (…) Die Lücke zwischen den schönen Bildern des Sports und der Wirklichkeit dahinter ist längst eine Kernübung des organisierten Sports geworden. Olympiasieger werden nicht mehr bei Siegerehrungen gekürt, sondern in den Laboren der Dopingjäger, viele Jahre nach Plauderstunden und Siegerehrungen. Man kann den Athleten nichts unterstellen, aber das Publikum kann ihnen auch nicht mehr vertrauen, weil viele Tests so porös sind, dass sie erst Jahre später ausschlagen, wenn überhaupt. Und weil viele Wahrheiten erst spät ins Licht rücken, wie bei Sky. Skys erste Saison im Profibetrieb endete enttäuschend. Im folgenden Winter verpflichtete Brailsford den Niederländer Geert Leinders. Der hatte zwischen 1996 und 2009 als Doktor bei Rabobank gewirkt – ehe er nach diversen Dopingaffären geräuschlos entfernt wurde. Kurz nach Leinders Wechsel zu Sky wurden Vorwürfe an die Öffentlichkeit gespült, aber hatte Brailsford nicht geschworen, keine Ärzte zu beschäftigen, die im verseuchten Radsportbetrieb gearbeitet hatten? Man benötige auch jemanden mit Expertise, entgegnete der Teamchef. Später, Brailsford hatte sich nach viel Getöse von Leinders getrennt, gestand er einen ‚Ermessensfehler‘ ein“ (Knuth, Johannes, Die Zugbrücke bleibt hochgezogen, in SZ 22.7.2017).

Quellen:
Busse, Caspar
– „Der härteste Job, den ich bisher hatte“, in SZ 26.2.2013
– Das erste Mal, in SZ 7.2.2014
– Noch viel vor, in SZ 2.7.2014
Erster Sky-Gewinn seit sieben Jahren, in SZ 4.11.2014
Jakobs, Hans-Jürgen, Das Sorglos-Paket, in SZ 15.1.2013
Schubert, Andreas, Teurer Kick, in SZ 21.8.2014
Wikipedia
www.sky.de/web/cms/de/skysportnewshd-sender


Kritisches Olympisches Lexikon - Sach- und Personenregister: (272 Einträge, wird laufend aktualisiert und ergänzt)
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