Hunderte Millionen Euro wechseln in einem Jahr von Industriekonzernen zum IOC, zur FIFA, zur IAAF und anderen Sportverbänden.
Coca-Cola investiert seit fast acht Jahrzehnten in die Spiele. Der größte Softdrink-Hersteller der Welt darf mit dem Attribut „offizielles Getränk der Olympischen Spiele“ werben. Von 1967 bis 1992 pumpte der Konzern hunderte von Millionen Dollar in den Weltsport und hielt den Konkurrenten Pepsi aus dem IOC-Geschäft. Bis 2020 hat Coca-Cola die Olympischen Spiele gebucht.
Kodak bezahlte in der Vergangenheit ebenfalls ein Vermögen, um den Konkurrenten Fuji fernzuhalten.
Der TV-Sender NBC „stopfte von 2000 bis 2012 rund 5,7 Milliarden Dollar in die Spiele“ (Kistner 5.10.2009).
In Vancouver gehörten Coca-Cola, Acer, Atos Origin, General Electric, McDonald’s, Omega, Panasonic, Samsung und Visa zur internationalen olympischen Sponsorenfamilie. Dazu kamen noch die nationalen Sponsoren PetroCanada, Hudson’s Bay Company und BC Hydro: bekannt für großflächige Landschaftszerstörung.
Für London 2012 gibt das IOC folgende TOP-Partner an: Coca-Cola, Acer, Atos Origin, General Electric, McDonald’s, Omega, Panasonic, Samsung und Visa.
Der neueste TOP-Sponsor ist der Chemie-Gigant Dow Chemical, bekannt als Lieferant vom Kampfstoff Napalm und Entlaubungsmittel Agent Orange im Vietnam-Krieg. Dow Chemical übernahm außerdem 2001 den Chemiekonzern Union Carbide, der 1984 die Katastrophe im indischen Bhopal mit 20.000 Toten und 500.000 zum Teil schwerst Verletzten verursachte. Dow Chemical verweigert seither Entschädigungen für die Opfer.
Das Sponsorenstatus beim IOC lässt sich der Konzern 100 Millionen Dollar in der Periode 2012 bis 2022 kosten.
Quellen:
Kistner, Thomas, Rache für Chikago, in SZ 5.10.2009
Olympic.org
Simson, Vyv/Jennings, Andrew, Geld, Macht und Drogen, München 1992
Sponsoren-Milliardär IOC: Geld gegen Image, in zeitonline 21.7.2010
Stimmt die Chemie? In faznet 21.7.2010
Weinreich, Jens, Die Welt hier drinnen, in SZ 6.8.2008
Kritisches Olympisches Lexikon - Sach- und Personenregister:
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