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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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White Elephants

 
Zuletzt geändert am 22.02.2017 @ 14:28

„Hier geht es um Bauten, um Steine, Beton und Stahl. Um Arenen und Prestigeklötze, die teuer sind, aber nicht gebraucht werden. Man nennt sie weiße Elefanten. Die Legende dahinter: Der König von Siam hat weiße Elefanten an seine Feinde verschenkt, zum Beispiel an Angehörige des niederen Adels. Weiße Elefanten waren heilig, man musste sie pflegen, bestes Futter, Massagen, Pediküre. Man konnte aber nichts mit ihnen erwirtschaften, weil sie nicht arbeiten durften. Wer einen weißen Elefanten bekam, hatte laufende Kosten, bekam nichts zurück, war dem Bankrott geweiht. So ein weißer Elefant war ein vergiftetes Geschenk. (…) Olympische Spiele und Fußballweltmeisterschaften haben so viele weiße Elefanten hervorgebracht, dass eine stattliche Herde zusammenkäme. Und wahrscheinlich hat der Weltgeist mit seinem Gespür für Timing und Begrifflichkeit dafür gesorgt, dass diese Großevents inzwischen Mammut-Turniere genannt werden“ (Gertz 18.2.2017).
Unter „White Elephants“ versteht man ungenutzte oder abzubrechende Sportbauten, die für knapp drei Wochen in Betrieb sind und die nach den Olympischen Spielen niemand mehr brauchen kann. Die nutzlosen Bauten kosten die Städte und Gemeinden einen hohen Unterhalt. White Elephants sind eine Art „Einstürzende Neubauten“ – genutzt für wenige Wochen.
Der amerikanische Wirtschaftsprofessor Andrew Zimbalist veröffentlichte im März 2010 in der IMF-Zeitschrift Finance & Development unter dem bezeichnenden Titel „Ist es das wert?“ eine Warnung an die Austragungsorte. Er schilderte darin die vielfältigen Risiken für Olympische Sommer- und Winterspiele. Darin verwies Zimbalist auch auf die „White Elephants“: So kostete die Bobbahn in Turin 108 Millionen Dollar und verursacht jährlich hohe laufende Kosten für den Unterhalt; sie ist seit den Spielen 2006 außer Betrieb. Bereits im Jahr 2005 (also vor den Spielen!) wurden dort Überlegungen angestellt, nach der Winterolympiade 2006 in Turin die Sprungschanzen und die Bob- und Skeletonbahn sofort wieder abzureißen.

Eine kleine Auswahl:
Albertville 1992
In Albertville (Olympische Winterspiele) standen viele Sportstätten bald ungenutzt in der zerstörten Landschaft. Allein die Sprungschanzen in Courchevel verursachen derzeit 200.000  bis 300.000 Euro Instandhaltungskosten. Der letzte geplante Weltcup 2004/5 auf den Skisprungschanzen in Courchevel musste wegen Schneemangels abgesagt werden. Die Bob- und Rodelbahn in La Plagne ist seit 2003 außer Betrieb und verursacht ein jährliches Defizit von 250.000 Euro. Die Olympiahalle in Albertville kostet jährlich 600.000 Euro Unterhalt und muss jetzt für sechs bis sieben Millionen Euro renoviert werden (cipra.org 22.2.2012).
Der Fotograf Lois Hechenblaikner über Albertville: „Das Negativ-Beispiel schlechthin ist für mich Albertville. Ich habe mir das Jahre nach den Spielen 1992 angeschaut. Also so etwas von schrecklich und traurig, unfassbar! Stadien, die wie ein deplatziertes UFO vor sich hinrosten, ein Ortszentrum wie eine heruntergekommene Wildwest-Stadt, architektonisch vermurkst ohne Ende“ (Mooser 20.2.2013). – „Der Fotograf Lois Hechenblaikner hat weiße Elefanten gesucht und gefunden, zum Beispiel in Albertville, wo die Winterspiele 1992 stattgefunden haben. Es war nicht sehr kompliziert, weiße Elefanten laufen nicht weg. Das Ergebnis seiner Sichtung: ‚So etwas von schrecklich und traurig, unfassbar! Stadien, die wie ein deplatziertes Ufo vor sich hinrosten, ein Ortszentrum wie eine heruntergekommene Wildwest-Stadt, architektonisch vermurkst ohne Ende'“ (Gertz 18.2.2017).

Lillehammer 1994
In Lillehammer (Olympische Winterspiele) mit 25 000 Einwohnern steht seitdem ein Eissportstadion für 15 000 Zuschauer weitgehend leer.

Nagano 1998
In Nagano wurde für die Winterspiele 1998 eine der größten und teuersten Eishallen der Welt (umgerechnet 230 Millionen Euro) errichtet, die seitdem weitgehend leer steht. Der Unterhalt trifft die durch 1998 hoch verschuldete Stadt Nagano hart. Das neue, eigens für 200 Millionen Dollar erbaute Stadion in Atlanta (Sommerspiele 1996) wurde nach den Spielen halbiert und zu einem Spielfeld für Profi-Baseball umgebaut.
„Beim Olympiastadion von Nagano etwa, zu den Winterspielen 1998 für 107 Millionen Dollar erbaut, reichten die Besucher eines ganzen Jahres nicht, um rechnerisch die 30.000 Sitze auch nur ein einziges Mal zu füllen“ (Böcking, David, Der Ball rollt, der Rubel nicht, in spiegelonline 7.12.2012).

Sydney 2000
(Olympische Sommerspiele 2000) kostet der Unterhalt des olympischen Stadions (90.000 Plätze) 30 Millionen Dollar im Jahr.
Viele der Wettkampfstätten in Athen (2004) sind entweder verlassen oder selten benutzt und besetzen wertvolle Baugrundstücke mitten in der Stadt; die Bäume in den olympischen Grünanlagen und Parks sind verdorrt. Peter Dalheimer berichtet in einem Beitrag des SWR, dass eine der Ursache der griechischen Staatsverschuldung die Ausrichtung der Olympischen Spiele war: „Die Kosten von 11 Mrd. Euro konnten damals nur mit Hilfe von Krediten gestemmt werden. Allein 7 Milliarden wurden in den Neubau von Sportstätten investiert. Anlagen, die heute niemand mehr nutzt“ (Dalheimer 3.12.2011).

Athen 2004: Desaster
„In Griechenland sind die ehemaligen weißen Elefanten entsprechend runtergewohnt. Das beinahe bankrotte Land schleppt noch immer die Altlasten der Sommerspiele von Athen 2004 mit sich rum. In einer Dokumentation, ‚Die Spur des weißen Elefanten‘, hat der Präsident des griechischen Olympischen Komitees, ein besorgt dreinschauender Mensch, die Lage zusammengefasst: ‚Nein, es gab keinen Plan für den Tag nach den Spielen.‘ Anders gesagt: Nur der Moment ist wichtig, die Olympischen Spiele, zwei Wochen Party. Der Schein“ (Gertz 18.2.2017).

Peking 2008:  White Elephants
2008 fanden die Olympischen Sommerspiele in Peking statt. Geschätzte 60 Milliarden US-Dollar ließ sich das chinesische Regime die Spiele kosten. Und das IOC goutierte dies.
Nun schreibt man das Jahr 2012, und nicht einmal vier Jahre später sieht es nach einem Bericht im April 2012 im Spiegel in Peking so aus:
– Das Olympiastadion („Vogelnest“) ist 333 Meter lang, 294 Meter breit und 69 Meter hoch; es bietet 80.000 Plätze und soll umgerechnet 350 Millionen Euro gekostet haben: “Heute wird in dem Stadion sporadisch Fußball gespielt, manchmal finden Konzerte statt, es war auch schon Platz für einen Winter-Wunderland-Themenpark” (Der Spiegel 16/16.4.2012).
– Die Beachvolleyball-Arena: “eine Ruine” (Ebenda).
– Der Kajak-Parkurs: “ein ausgetrockneter Kanal” (Ebenda).
– Die BMW-Strecke: “ein mit Unkraut überwuchertes Feld samt verwitterter Tribüne” (Ebenda).
Das Olympistadion und verursacht jährliche Kosten von 11,4 Millionen Euro (Geinitz 31.7.2010). Ähnlich sieht es in Sydney (2000) und Athen (2004) aus (Hungermann 10.7.2011).
Bilder zu „Beijing’s Olympic Ruins“ gibt es hier.

Vancouver 2010:
In der High-Tech-Eislaufhalle in Vancouver 2010 (120 Millionen Euro Kosten) werden nach den zwölf olympischen Wettbewerben keine Eislaufrennen mehr stattfinden. Bei den Olympischen Winterspielen im subtropischen Sotschi 2014 plant man schon die Demontage von Sportstätten, die eventuell anderswo wieder aufgebaut werden sollen, wo man sie wirklich brauchen kann. Und der Bestand wird panisch völlig umgeplant:
„Aus dem Eishockeystadion soll ein Sport- und Kongresszentrum werden, aus dem Eiszentrum eine Handels- und Ausstellungsstätte, aus dem Pressezentrum ein weiteres Handelszentrum,. Aus dem Olympiapark ein Themenpark. Und was wird aus den 42 437 Hotelbetten, die das Olympische Komitee vorgeschrieben hat?“ (Nienhuysen 9.6.2010).
Die Sprungschanzen in Whistler für die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 wurden zuerst in den Berg gesprengt: Nun, Anfang 2011, sind sie schon wieder abgerissen und existieren nicht mehr (Der Anfang vom Ende der olympischen Träume, in wienerzeitung.at 22.2.2011).
Es gibt jede Menge weiterer Beispiele von olympischen White Elephants: so viel zum „positiven materiellen Erbe“ Olympischer Spiele. Aber auch die FIFA produziert White Elephants. Für die WM in Südafrika forderte sie fünf neue und fünf generalüberholte Stadien; sie werden nach dem Turnier nicht mehr gebraucht und verfallen oder werden rückgebaut, wie es schon mit den White Elephants in Japan und Südkorea geschehen ist.

Fußball-WM 2010
Das neue Green Point Stadium für 66 000 Besucher in Kapstadt – von Blatter angeblich allein bei einem Segeltrip entschieden –, das nun Cape Town Stadium heißt, kostete 420 Millionen Euro: Bei der WM 2010 fanden dort ganze acht Spiele statt. Danach wird es laufende jährliche Kosten zwischen ein bis sieben Millionen Euro verursachen: Die Finanzierung ist unklar.
Für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wollte Kapstadt eigentlich das bestehende Athlone-Stadion kostengünstig aufmöbeln. Doch der Weltfußballverband Fifa und die Regierung in Pretoria wollten einen Neubau. So kam es auch: Für 536 Millionen Dollar wurde das Cape-Town-Stadion gebaut, 55.000 Plätze, acht WM-Spiele fanden darin statt. Seitdem spielt der örtliche Fußballclub etwa zehnmal im Jahr vor rund 4000 Zuschauern, den Rest des Jahres ist das Stadion meist ungenutzt und kostet noch einmal viele Millionen an Unterhalt“ (Diekmann 19.6.2013). – „Der lokale Verein Ajax Cape Town kickt regelmäßig auf dem Weltklasse-Rasen. Doch wenn der Erstligist ein Zehntel der 55.000 Plätze zu relativ günstigen Preisen besetzt, ist man bereits zufrieden. Fussball gilt im ehemaligen WM-Austragungs-Land immer noch als Sport der Armen. Das große Geschäft wird mit Rugby und Kricket gemacht“ (Bröll 24.6.2014).
Auch in Durban entstand ein neues Stadion mit rund 52.000 Plätzen für 380 Millionen Dollar. Hier zieht der lokale Fußballclub nur rund 3000 Fans an, auch hier kostet der Unterhalt jedes Jahr Millionen. In unmittelbarer Nähe hat der – wesentlich populärere – Rugby-Verein sein schuldenfreies eigenes Stadion mit ähnlicher Kapazität. Für Südafrika ’stellt sich die Frage, weshalb diese Stadien überhaupt gebaut wurden‘, konstatiert eine Forschergruppe um Jens Alm vom dänischen Institut für Sportstudien“ (Diekmann 19.6.2013). – „Zur Weltmeisterschaft 2010 wurde in Durban ein Fußballstadion gebaut, ein paar Meter neben einem lange bestehenden Rugbystadion. Man hätte das Rugbystadion umrüsten können, das wäre billiger gewesen, aber angeblich konnten sich Fußballverband und Rugbyverband nicht einigen, und so steht jetzt im armen Südafrika ein Stadion neben einem Stadion. Wenn man es vor Ort sieht, glaubt man erst, es wäre eine Lichtspiegelung. Aber der Irrsinn ist wahr“ (Gertz 18.2.2017).

Ein Fazit zu Südafrika 2010 im Juli 2013
70 Millionen Euro ließ sich die Fifa nach der Fußball-WM 2010 in Südafrika das “Nachhaltigkeitsprogramm” kosten: 14 Millionen für das neue Gebäude des Fußball-Verbandes, sieben Millionen für Teambusse, vier Millionen für Fußball-Entwicklungsprojekte und 45 Millionen für das Programm “Legacy Trust”. Drei Jahre nach der WM sind erst 12 der 20 “Zentren für 2010″ (Fifa-Felder  für Jugendliche) in Betrieb. José Cabral von der CapeUniversity in Kapstadt: “Zugang haben nur die Kinder, die im Verein spielen… Den Funktionären geht es darum, eine neue Elite heranzuzüchten, nicht um den nachhaltigen Nutzen für die Massen” (Windmann, Antje, Mister Flo vom Chiemsee, in Der Spiegel 31/29.7.2010).
“Fünf Milliarden Euro hat Südafrika die Fußballparty gekostet. Das 450 Millionen Euro teure Stadion in Kapstadt steht meist leer. Die Stadt ächzt unter den vier Millionen Euro Unterhaltskosten pro Jahr. Damit das Inventar nicht verwittert, wurden die rund 55.000 Stühle mit Plastik überzogen” (Ebenda). – „In Nelspruit in Südafrika wurde für die WM 2010 eigens das Mbombela-Stasion gebaut. Kostenpunkt: 100 Millionen Euro. Der ‚weiße Elephant‘, wie ungenutzte Stadien in Südafrika genannt werden, steht nun an rund 350 Tagen im Jahr leer und die Stadt läuft Gefahr, auf den Unterhaltskosten von 450.000 Euro jährlich sitzen zu bleiben“ (Heinrich-Böll-Stiftung 30.4.2014). – „Fünf neue Stadien hatte Südafrika für die Fußball-WM 2010 gebaut, darunter in Kapstadt und Durban. Heute sind diese Arenen meist verwaist. (…) Der Fußballclub der Stadt (Kapstadt; WZ) spielt oft vor einigen hundert Fans. Eine Handvoll – für ein Stadion mit über 60.000 Plätzen“ (Karrer, Cristina, Reber, Markus, Fußballstadien – die Geldschlucker Südafrikas, in srf.ch 12.5.2014) Und in Durban sieht es nicht besser aus: Denn auch in Durban kostet der Betrieb des Stadions pro Jahr drei Millionen mehr, als er einnimmt“ (Ebenda).

Fußball-EM 2012 in Polen und der Ukraine
Das Stadion in Lemberg (Lviv), Ukraine, Kostenschätzung zwischen umgerechnet 220 und 450 Millionen Euro, 34.000 Plätze, erlebte drei EM-Spiele, dann war Schluss. Nun will die Stadt ihr Stadion füllen mit der Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022! Denn Erstligist Karpaty Lenberg spielt lieber im alten Stadion. Die laufenden Kosten für den Unterhalt liegen bei 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Dazu kam ein massiver Flughafenausbau:Das Stadion ist seitdem verwaist, und kaum ein Flugzeug steuert Lemberg an. 700 Millionen Euro an Steuergeldern sind futsch“ (Diekmann 19.6.2013).
Das vom Hamburger Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner umgebaute Olympiastadion in Kiew (70.000 Plätze) soll umgerechnet 585 Millionen Euro gekostet haben. Weitere Verwendung: unbekannt (Hellmann 25.6.2012)
In Polen wurde das Stadion von Breslau für 211 Millionen Euro gebaut; es wird pro Saison maximal ein bis zweimal voll sein. Das Warschauer Nationalstadion (58.000 Plätze) ist für keinen Verein errichtet worden, sondern laut Architekt Volkwin Marg „als patriotische Selbstdarstellung“ (Hellmann 25.6.2012): Es hat also auch keinem deutlichen Verwendungszweck. Das städtische Stadion in Breslau mit 42.000 Plätzen ist ähnlich überdimensioniert wie das Stadion in Posen mit 40.900 Plätzen (Ebenda).
„Zumindest in Polen drohen die überdimensionierten Arenen Investitionsruinen zu werden – wie es nach der WM 2010 in Südafrika, der Europameisterschaft 2004 in Portugal und der EM vier Jahre später in Österreich welche gab“ (SZ 20.6.2012).

Fazit der  Fußball-EM 2012 für Polen
“Die Uefa ist weg, 1000 Kilometer neue Autobahn und vier hochmoderne, aber kostenträchtige Stadien sind geblieben… Die Stadionbetreiber in Danzig und Breslau häufen Schulden an. auf Jahre werden sie ihre Stadien nicht wirtschaftlich betreiben können. in Posen wird die EM-Arena daher im Winter als Eisbahn genutzt, in Warschau plant man sogar eine Skisprung-Veranstaltung im Stadion” (Adrian 4.2.2013). “Die Dachkonstruktion schreit geradezu danach, vom Schanzenturm einer provisorischen K90-Normalschanze durchbrochen zu werden und sich in den Dienst eines ‘Mega-Spektakels’ (skispringen.com) zu stellen” (Hahn 2.2.2013).

Fußball-WM 2014 in Brasilien
Das Drama geht bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien weiter. „Manaus und Culaba sind ohne Team in den Profiligen. Den Stadien dort droht nach der WM Leerstand“ (SZ 9.7.2010).
„Wenn ich den Mund öffne, um die Fifa, CBF oder die Unehrlichkeit der Politiker und Geschäftsleute zu kritisieren, bin ich nicht nur Romario, sondern die Stimme von Millionen von Brasilianern. (…) Unser Geld fließt in überteuerte Bauwerke, in weisse Elephanten (Stadien, die nach der WM nicht mehr gebraucht werden können). Dieses Geld wird uns im Gesundheitssystem, in der Bildung und in der  Sicherheit fehlen.“ (Romario, ehemaliger  Weltfußballer und brasilianischer Parlamentsangeordneter; http://www.solidar.ch/brutale-zwangsraumung.html).
12 Milliarden Euro für WM 2014: Soviel wird Brasilien investieren. In zwölf Stadien werden die Spiele stattfinden. Darunter ist der Neubau von Manaus, ein Projekt des Hamburger Büros Gerkan, Marg und Partner. Das Stadion kostet umgerechnet 200 Millionen Euro. “Nur die VIP-Logen werden auf ausdrücklichen Wunsch der Fifa mit Klimaanlagen ausgerüstet. Die hohen Gäste wollen auf keinen Fall schwitzen beim Fußball” (Glüsing 15.10.2012).
Manaus ist mit dem Auto nur schwer zu erreichen. Ganze vier Vorrundenspiele werden hier ausgetragen. Es gibt keinen größeren Fußballverein: Damit ist der nächste White Elephant geschaffen.
„In Natal etwa, ganz am äußersten Ostzipfel Brasiliens, werde gerade für 400 Millionen Real ein neues Stadion gebaut. ‘Die haben nicht einmal einen Verein in der ersten Liga, wie sollen die dieses riesige Stadion jemals rentabel betreiben’” (Hollenstein 14.2.2013). – „Zur Fußball-WM 2014 wurde ein 40 000-Mann-Stadion in den Urwald von Manaus gestemmt, die Arena da Amazônia, für vier Spiele, unter anderem den Reißer Schweiz – Honduras. Die Klubs in der Region brauchen so ein Stadion nicht, man kann jetzt Hochzeit darin feiern. Aber dass jemand 44 310 Hochzeitsgäste zusammenbringt, ist selten“ (Gertz 18.2.2017).
Auch in der Hauptstadt Brasilia wurde es teuer – und unnütz: „Das neue Nationalstadion kostete statt der geplanten 275 Millionen Dollar am Ende mehr als 480 Millionen Dollar. Nach der WM werden die meisten der 72.000 Plätze jedoch höchstens noch für große Popkonzerte gebraucht: Der lokale Fußballclub spielt nur in der dritten Liga. ‚Zwei Kilometer von hier verfallen die Krankenhäuser und Schulen‘, sagt ein Student, der sich den Protesten vor dem Stadion angeschlossen hat. Und auch in Manaus, Natal oder Cuiabá fehlt es an hochklassigen Clubs, um die neuen Stadien nach der WM zu füllen“ (Diekmann 19.6.2013). – „Mindestens vier Stadien gelten bereits jetzt als ‚weisse Elephanten‘, also Bauten, die nach der WM keine Funktion mehr haben“ (Lichterbeck, Philipp, Genug vom Fussballfest schon vor dem Anpfiff, in WOZ 17.4.2014). – „Die Stadien werden den öffentlichen Haushalt auf Jahre hinaus belasten. Ein sich wiederholender Irrsinn. Schweiz gegen Honduras war der vierte und gleichzeitig letzte WM-Match in der Arena da Amazônia. Cuiabá? Auch vier Partien, jetzt nur noch Ungewissheit und Kosten. Die Karawane zieht weiter, zurück bleiben schöne, weisse Elefanten, wie die fortan unbrauchbaren, aber im Unterhalt teuren Stadien genannt werden“ (Birrer, peter B., Die WM in der Kralle der Fifa, in nzz.ch 29.6.2014).
Die WM 2010 in Südafrika lässt grüßen!

Fußball-WM in Katar 2022
Die neue Pseudo-Vermeidungsstrategie ist temporärer Bau und Rückbau: Mit Nachhaltigkeit hat dies nicht das geringste zu zun, im Gegenteil. Im bis 45 Grad heißen Katar sollen für die WM 2022 acht neue, gekühlte Stadien gebaut werden. Architekt Albert Speer: „Das wären White Elephants, klar. Also haben wir die Stadien demontierbar und für den Rückbau entworfen, um sie später als kleinere Sportstätten an ärmere Staaten verschenken zu können“ (Smoltczyk 26.5.2012).
Die nächsten White Elephants des IOC und der FIFA sind vorprogrammiert… So sieht das berühmte „Olympische Erbe“ in Wirklichkeit aus.

White Elephant in Aachen
Drittligist Alemania Aachen bekam vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Aachen jeweils 20 Millionen Euro für den Stadionumbau mit 33.000 Plätzen. Der Klub hat Altschulden von 4,5 Millionen Euro und bis Saisonende einen Fehlbetrag von zwölf Millionen Euro. Er kann sich das Stadion nicht mehr leisten und muss nach Jülich umziehen. Niemand weiß, was mit der Stadionimmobilie anzufangen ist. Aachens Kämmerin machte schon den Vorschlag, das neue Stadion abzureißen und dort Wohnungen zu bauen (Selldorf 28.2.2013).

Nachtrag Juni 2013: White Elephants in der Ukraine und Polen
In der Ukraine und in Polen stehen die Uefa-Protzstadien verwaist. In der Ukraine ermittelt der Staatsanwalt wegen Korruption. „Die Kosten, um die Infrastruktur zu erneuern, waren vor dem Turnier gewachsen und gewachsen. 40 Prozent der Investitionssumme seien in dunkle Kanäle geflossen, rechnen Experten vor. Allein für die Sanierung des Kiewer Finalstadions wurden rund 460 statt der geplanten 140 Millionen Euro fällig. Kritiker beschuldigen die berüchtigten Oligarchen, sich im Zusammenspiel mit der Regierung an den Staatsaufträgen bereichert zu haben. Auch das Beispiel Lemberg zeigt, dass bei der EM-Planung manches falsch gelaufen ist. Die westukrainische Stadt schlägt sich seit einem Jahr mit einem völlig überdimensionierten Flughafen und einem neuen Stadion herum, das nicht gebraucht wird. Die Arena ist zu groß für die Spiele des Lemberger Klubs Karpati. Nun muss die finanziell klamme Kommune 2 Millionen Euro im Jahr für den Ruhebetrieb des Stadions zahlen. Die Vorgaben für Airport und Arena hatte die Uefa gemacht.“ (Krökel, Ulrich, Ein Millionenminus als Souvenir der Euro 2012, in zeitonline 7.6.2013; Hervorhebung WZ).
Nach der Fußball-EM 2012 ist auch in Polen die Ernüchterung groß: „Der Fußball liegt am Boden, Erfolge bleiben aus, die teuren Stadien leer“ (Sundermeyer, Olaf, Madonna im Mausoleum, in faz.net 10.6.2013). Allein der Umbau des Nationalstadions hat mehr als 450 Millionen Euro gekostet. Fußball wird hier allerdings kaum noch gespielt, weil die beiden Warschauer Vereine in eigenen Stadien spielen (Ebenda). Hier wird das Stadion wenigstens noch für Messen und Events genutzt. „Anders sieht es in den übrigen polnischen EM-Städten aus. Die Stadien in Breslau, Danzig und Posen haben jeweils ein Millionenminus eingefahren“ (Krökel 7.6.2013). in Brslau ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Unregelmäßigkeiten beim Bau des Stadions, das der klammen Stadt pro Jahr ein Defizit von neun Millionen Euro verursacht (Krökel 7.6.2013).
Die White Elephants der EM 2012 werden noch lange herumstehen und immense Kosten verursachen.

Und White Elephants in Südafrika und Brasilien etc.:
„Hunderttausende demonstrieren, dass sie mitspielen wollen, wenn es um die Gestaltung ihres Landes geht, dessen Wirtschaft schneller wächst als die Infrastruktur – und das sich zutrauen soll, innerhalb von zwei Jahren Fußball-WM und Olympische Sommerspiele auszurichten. Unter brasilianischen Flaggen und in Nationaltrikots protestieren sie dagegen, ihr Recht auf ein funktionierendes Gesundheitswesen, auf Schulen für ihre Kinder und auf verlässliche Bus- und Bahnverbindungen dafür zu opfern, dass halbseidene Bauunternehmer mit Abermillionen aus der Staatskasse sieben Fußballstadien neu und weitere fünf umbauen, darunter das Maracanã in Rio de Janeiro. Sie machen kein Hehl daraus, dass sie ihre Politiker für inkompetent und korrupt halten – und Joseph Blatter, den Präsidenten der Fifa, nicht nur für deren Geschäftspartner, sondern für einen Komplizen. (…)
Welcher Normalverdiener wird sich eine Eintrittskarte für die WM 2014 oder Olympia 2016 leisten können, ganz zu schweigen von Tickets für die Familie?
WM und Olympia sind Feste, nach denen der Gastgeber, je nach Vorbereitung, allerhand wegräumen und wegwerfen muss (…) In Südafrika liegen Stadien wie weggeworfene Geschenkverpackungen der großen afrikanischen Fußballfeier WM 2010 herum – und jeder Steuerzahler kann sich ausrechnen, wie groß sein Anteil an den Kosten der inzwischen überwiegend nutzlosen Bauten ist. Athen leistete sich mit den Spielen 2004 und dem Neubau von Olympia-Stadion, U-Bahn und Flughafen ein Prestigeprojekt, das die Griechen bis heute teuer bezahlen. Die Gastgeber der Spiele 2008 müssen zu ihrem Glück nicht Rechenschaft ablegen über Kosten und Nutzen ihrer Sommerspiele, seit denen in Peking das berühmte Vogelnest herumsteht – fast immer leer“ (Reinsch 24.6.2013).
Der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, kritisierte im August 2013 die kommenden Olympischen Sommerspiele 2016 in seiner Stadt: “Es ist eine Schande, dass Brasilien die Olympischen Spiele austrägt. Wir werden die Altlasten tragen müssen” (spiegelonline 22.8.2013). Es sei völlig unklar, in welcher Form die Sportstätten nach dem Ende der Spiele genutzt würden, dazu gebe es keine Strategie. “Es ist ein Skandal, wie die Dinge hier laufen. Es ist schwer, mit dem Sport in Brasilien angesichts der Qualität unser Führungskräfte umzugehen. Sie bekleiden ihre Ämter ein Leben lang” (Ebenda). Zur Fußball-WM 2014 kritisierte Paes auch die Fifa: “Sie interessieren sich nur für die Stadien” (Ebenda).

Nachtrag Oktober 2013: White Elephant 2010 fertig, 2013 abgerissen?
Das Cape Town Stadium in Kapstadt hatte sich Fifa-Präsident Blatter bei einem Segeltörn ausgedacht (siehe oben), weil ihm das alte nicht repräsentativ erschien. Und das Hamburger Sport-Büro Gerkan, Marg und Partner baute es flugs. “Demolish it!” (Reisst es ab!) riefen  Bewohner Anfang Oktober auf einer Bürgerversammlung. Es hat 55.000 Plätze, über 400 Millionen Dollar gekostet, steht meist leer, verursacht vier Millionen Euro Unterhaltskosten pro Jahr. Läden, Events und Restaurants sollen es beleben. “Bis auf weiteres jedoch liegt das Stadion am Atlantikufer verlassen wie ein gestrandeter Ozeanriese da” (Elefant am Kap, in spiegelonline  14.10.2013; vgl. auch Schneider, Martin, Bilder haben ihren Preis, in SZ 12.9.2014). Carlos Ubina gibt Baukosten von 450 Millionen Euro an; die jährlichen Unterhaltskosten für Kapstadt liegen bei 3,5 Millionen Euro. Und auch bei der African-Nations-Championship im Januar 2014 blieb das Stadion ziemlich leer (Ubina, Carlos, Der weiße Elephant aus dem Wintermärchen, in stuttgarter-zeitung.de 15.1.2014). – „Die Bilanz des Gastgeberlands der WM 2010, Südafrika, ist ähnlich erschreckend. Das Land, das unter extremer Ungleichheit, Armut und Arbeitslosigkeit leidet, ist auf zwei Milliarden Euro Verlust sitzen geblieben. Die hunderte Millionen Euro teuren Stadien in Kapstadt, Durban und Polokwane stehen meist leer. Um sie instand zu halten, muss der Staat jedes Jahr Millionen in die Hand nehmen. Was zu der Situation führt, dass der Rasen im Stadion mit großem Aufwand bewässert wird, während die Township-Bewohner vor den Arenen nach wie vor kein funktionierendes Abwassersystem haben – was ihnen vor der WM versprochen worden war. Professor Patrick Bond von der Universität Durban fasst dies prägnant im Satz zusammen: ‚Die WM war eine gute Party, aber mit üblem Kater’“ (Lierheimer, Ingo, Fifa-WM vor dem Ende, in br.de 8.7.2014).

Nachtrag  4: Manaus
Für die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr baut Brasilien in Manaus das absurdeste Stadion des Erdballs: Für umgerechnet 224 Millionen Euro entsteht mitten im Amazonas-Urwald eine Arena, die niemand nach dem FIFA-Turnier wirklich braucht. Einen Club in den oberen Ligen hat Manaus nicht, die lokalen Vereine spielen vor durchschnittlich 447 Zuschauern. Ein Richter hat deshalb den Vorschlag gemacht, das Stadion nach der WM als Gefängnis zu nutzen“ (Stocks, Michael, Ein Stadion für Nichts? Film in wdr.de, 25.11.2013). Das Stadion hat 43.500 Plätze und kostet jährlich zwei Millionen Euro Unterhalt (Ebenda).

Nachtrag 5: Sotschis White Elephants
Sotschi wird den eigentlichen Preis für Olympia womöglich erst nach den Spielen im kommenden Februar zahlen: Unterhaltskosten für eine überdimensionierte Infrastruktur, ungenutzte Sportstätten, überschuldete Investoren, Insolvenzen. (…) Kaum etwas von dem, was für die gut zwei Wochen Olympia im Februar nächsten Jahres gebaut wird, hat je Chancen, wirtschaftlich selbsttragend, geschweige denn profitabel zu werden – das gilt für das Skigebiet Rosa Chutor und noch viel mehr für die Eisstadien am Schwarzen Meer, deren spätere Nutzung völlig im Dunkeln liegt. (…) Nicht viel besser als für den Immobilienmarkt sind die Prognosen, mit denen Fachleute in russischen Zeitungen für die neu gebauten Hotels mit fast 25.000 Zimmern zitiert werden. Ihre Aussichten, nach den Spielen noch auf eine wirtschaftlich tragfähige Auslastung zu kommen, werden als gering eingeschätzt. Es wird erwartet, dass die überwiegend zu großen Konzernen gehörenden neuen Häuser mit Dumpingpreisen um Gäste werben werden – eine offene Frage ist, wie sich das auf die vielen kleinen, privat geführten Hotels in der Stadt auswirkt, in denen bisher die Mehrzahl der Sommerurlauber unterkam“ (Veser, Reinhard, Putins Billionenspiel, in faz.net 25.12.2013).
„Doch was macht Sotschi nach Olympia? Bekannt als Kurort für die russische Mittelklasse, kann die Region nicht darauf hoffen, all die neuen Gästezimmer zu Olympia-Preisen zu füllen. (…) Zwar hat Sotschi jetzt in den Bergen ein perfekt angeschlossenes Wintersportangebot, mit dem es sich vom Sommergeschäft unabhängiger machen kann. Schwierig ist jedoch die Nachnutzung der sechs neu gebauten Stadien an der Küste. Eines ist der große Eispalast, und an ihm zeigt sich das Dilemma exemplarisch: Dort werden die wichtigsten Eishockey-Spiele stattfinden, und Eishockey ist vielleicht die wichtigste Sportart in Russland. Doch der Palast hat nur Platz für 12.000 Besucher, ein Drittel weniger als das Stadion im kanadischen Vancouver bei den Spielen 2010. Denn direkt nebenan steht schon das Hauptstadion „Fischt“ mit Raum für 40.000 Personen. (…)  Zwei gigantische Hallen nebeneinander könnten in Sotschi für den Dauergebrauch etwas viel sein, sagt Uliana Barbuschewa, die stellvertretende Stadionmanagerin. (….) Im Jahr 2012 hieß es noch, die Hälfte der Stadien an der Küste könnte abgebaut und in andere Landesteile transportiert werden. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede, stattdessen sollen sie unter anderem als Mehrzweckhallen, als Velodrom oder als Sportzentrum für Kinder genutzt werden“ (Triebe, Benjamin, Sotschi zwischen Wunsch und Wirklichkeit, in faz.net 2.1.2014).

Nachtrag 6: Putinsche Sprungschanzen
 „100 Jahre lang sollen sie halten, die olympischen Wettkampfanlagen am Schwarzen Meer und im Kaukasus. So hat es Russlands Präsident Wladimir Putin versprochen. Betrachtet man allerdings die stählernen Stützanker, die die Russen vorsorglich in die Betonwände des Auslaufs der beiden Olympiaschanzen getrieben haben, so dürfte sich Putins Prognose zumindest an diesem Ort als sehr optimistisch erweisen.  Aus den Wänden rinnt rostbraunes Wasser, an einigen Stellen hat der olympische Beton Falten gebildet. Die ganze Anlage geriet angeblich schon ins Rutschen, denn das kaukasische Gestein soll an dieser Stelle sehr locker sein. Die Russen wählten eigens ein besonders windgeschütztes Seitental einen Kilometer südöstlich von Krasnaja Poljana für die Wettbewerbe der Skispringer aus. Im Prinzip eine gute Idee. Angeblich fehlte den Geologen dann aber die Zeit, das Gestein vor dem Bau in dem außergewöhnlich steilen Hang genauer zu untersuchen. Die ganze Kaukasus-Region nördlich von Sotschi, berichtete die Internetzeitung Russland Aktuell schon vor einem Jahr, sei aus geologischer Sicht ‚völlig ungeeignet für Großbauten‘. (…) Insgesamt fallen bis zum 20. Februar sieben Gold-Entscheidungen in dem Seitental hoch über Esto Sadok. Danach wird dem Schanzenensemble womöglich jenes Schicksal beschieden sein, das auch die olympische Anlage Pragelato westlich von Turin aus dem Jahr 2006 ereilte: Auf ihr wurde nach den Spielen nie wieder gesprungen“ (Strepenick, Andreas, Was passiert nach Olympia mit der Skisprunganlage, in Badische Zeitung 11.2.2014).
Putins Einmal-Schanzen sollen über eine viertel Milliarde  Euro gekostet haben!

Nachtrag 7: Formel-1-Kurse als White Elephants
„Das Rennen in Baku könnte möglicherweise langfristig den Grand Prix in Sotschi ersetzen. In der Olympiastadt gastiert die Formel 1in dieser Saison erstmals (12. Oktober). In den vergangenen Jahren hat Ecclestone die Globalisierung der Formel 1 weiter vorangetrieben. Seit 2004 wurde auf zehn neuen Kursen gefahren, davon lagen nur zwei in Europa. Vier dieser Grand Prix (Europa, Türkei, Indien und Korea) sind allerdings bereits wieder aus dem Rennkalender gestrichen worden. In Indien soll 2015 wieder gefahren werden, dann sind auch zusätzliche Veranstaltungen in New Jersey, Mexiko und Österreich geplant“ (Ebenda).
Je mehr Formel-1-Kurse es weltweit gibt, umso mehr kann Herr Ecclestone die Bedingungen diktieren. Antrittsgelder von 30, 40 Millionen Euro seitens der Austragungsorte sind inzwischen Usus. Und wer rechnet schon nach, wie viel der globalen Formel-1-Kurse inzwischen White Elephants sind – nicht mehr gefragt, nicht mehr benutzt…

Nachtrag 8: Arena da Amazônia
Manaus mitten im Amazonas ist nur per Flugzeug und Schiff zu erreichen. Für vier Vorrundenspiele wurde ein neues Stadion errichtet. „Das alte Stadion mit 32.000 Plätzen, das da bis 2011 stand und der Nachfrage bei Weitem genügte, wurde abgerissen“ (Burghardt, Peter, Lattenschuss, in SZ 21.5.2014). Das neue Stadion kostet 219 Millionen Euro – und pro Jahr zwei Millionen Unterhalt. „Zum Pokalmatch zwischen Gastgeber Nacional und Sao Luiz verloren sich 3.475 Zuschauer auf den 44.310 bunten WM-Sitzen, das ist in etwa der Publikumsschnitt am Amazonas – Nacional spielt in der vierten Liga“ (Ebenda). – Das Dachmaterial kommt aus Deutschland, die Metallträger aus Portugal. Es gibt 70 Logen für die VIPs. Insgesamt wurden zwölf Stadien gebaut, durchwegs mit die teuersten der Welt. „Und man fragt sich, wozu Manaus, Brasília, Cuiabá und Natal Fifa-Arenen brauchen, obwohl sie nicht mal eine vernünftige Elf beherbergen. (…) Am 25. Juni ist das letzte der vier WM-Gruppenspiele. Danach müssen sie in Manaus schauen, wie sie den weißen Elefanten füttern“ (Ebenda).
Die Fifa eben – wie in Südafrika und überall!

Nachtrag 9: WM 2014 in Brasilien
– Leerstand in Cuiabá
: Nach vier WM-Spielen ist am 17.6.2014 WM-Ende und Schluss in Cuiabá mit dem Stadion für 39.859 Zuschauer. „Der publikumsträchtigste Sportverein in Cuiabá heißt Arsenal. Zu einem Topspiel kommen rund 2500 Leute“ (Herrmann, Boris, Abschied vom Sumpfgebiet, in SZ 24.6.2014). Und mit dem Ausbau der Infrastruktur hat es auch nicht so geklappt: „Eine Schnellbahntrasse wurde in die Landschaft gefräst. Die Schnellbahn hat dann allerdings kein Besucher benutzen können, weil die Bauarbeiten im Zeitplan leicht hinterherhinken (etwa drei bis fünf Jahre, sagen Kenner)“ (Ebenda).

– Zur Situation in Manaus
„Der Schulunterricht fällt dort so regelmäßig aus wie der Strom, In den Klassenzimmern fehlen Schulbänke, weil kein Geld mehr da ist. Das meiste ist zuletzt in einen WM-Flughafen geflossen, der wahrscheinlich irgendwann im Herbst fertig wird. Und in ein völlig überteuertes WM-Stadion, das in der Stadt ohne Profiteam für exakt vier Spiele gebraucht wird“ (Herrmann, Boris, Eine Million bunte Papierschnipsel, in SZ 12.5.2014). – Das Stadion in Manaus, die „Arena da Amazoniâ“, kostete 219 Millionen Euro – und erfordert pro Jahr zwei Millionen Euro Unterhalt (Burghardt, Peter, Lattenschuss, in SZ 21.5.2014).

– Nach vier Vorrunden-Spielen ist Schluss in den Stadien: Manaus (14.6. – 25.6.; 198 Millionen Euro), Curitiba (16.6. – 26.6.), Natal (13.6. – 24.6.; 132 Millionen Euro) und Cuiabá (13.6. – 24.6.; 170 Millionen Euro)! Für insgesamt 16 Fußballspiele à 90 Minuten wurden fast eine Milliarde Euro in neue Stadien gesteckt, die nie wieder mehr als maximal ein- bis zweitausend Besucher haben werden.
Vergleiche auch in der Chronologie: Juni 2014

– Nach der WM?! „Was aber kommt nach dem Finale? Schon jetzt ist klar, dass die Stadien zum Teil nicht ihrem eigentlichen Zweck, dem Fußballspiel, dienen werden. In Brasilia und Manaus zum Beispiel fehlen Vereine, die diese riesigen Arenen sinnvoll nutzen können. Daher denken die Verantwortlichen darüber nach, dort Kulturveranstaltungen oder Viehmärkte zu veranstalten. Es wäre der teuerste Viehmarkt der Welt, das Stadion in Manaus hat 225 Millionen Euro gekostet. Insgesamt hat Brasilien rund 2,8 Milliarden Euro in die 12 Stadien investiert – etwa doppelt so viel wie Deutschland bei der WM 2006. (…) Auch bei den WM-Stadien sind Baumängel zu erwarten und damit hohe Folgekosten, die auf die öffentliche Hand zukommen werden. Brasilien ist damit kein Einzelfall“ (Lierheimer, Ingo, Fifa-WM vor dem Ende, in br.de 8.7.2014).

– Deutsche Sportpalast-Architekten.
Aus einem Beitrag von Falk Jaeger im Tagesspiegel: “Wenn am Donnerstag in Brasilien die Fifa-WM angepfiffen wird, stehen die Deutschen schon als Weltmeister fest – als Weltmeister im Stadionbau. An der Errichtung von sechs der zwölf Spielstätten waren deutsche Architekten und Ingenieure beteiligt. (…) Seit der WM 2006 in Deutschland sind deutsche Architektenteams weltweit gefragt, RKW und HPP aus Düsseldorf, Schulitz aus Braunschweig, allen voran aber von Gerkan, Marg und Partner (gmp) Hamburg/Berlin/Aachen, die inzwischen als Marktführer gelten. Weit über 60 Stadien haben sie entworfen, zwei Dutzend sind realisiert oder im Bau, ob in Europa, Afrika, Nahost, China oder Südamerika” (Jaeger, Falk, Weltmeister im Stadionbau, in tagesspiegel.de 10.6.2014).
Folgende zwölf Stadien kommen für die Fußball-WM 2014 zum Einsatz: Belo Horizonte/Estádio Mineirao 58.259 Zuschauer, erbaut 1965/renoviert; Brasília/Estádio Nacional 69.432 Zuschauer, errichtet 2013; Fortaleza/Estádio Casatelao 60.348 Zuschauer, erbaut 1973/Umbau 2012; Manaus/Arena da Amazônia 39.118 Zuschauer, Neubau 2014; Recife/Arena Pernambuco 42.583 Zuschauer, erbaut 2013; Rio de Janeiro/Estádio do Maracana, 74.689 Zuschauer, erbaut 1950/Umbau 2013; Cuiabá/Arena Pantanal, 39.859 Zuschauer, erbaut 2014; Curitiba/Arena da Baixada, 38.533 Zuschauer, erbaut 1913/Umbau 2014; Natal/Estádio das Dunas, 38.958 Zuschauer, Neubau 2013; Porto Alegre/Estadio Beira-Rio, 42.9912 Zuschauer, erbaqut 1969/Umbau 2013; Salvador/Arena Fonte Nova, 51.708 Zuschauer, Neubau 2013; Sao Paulo/Itaquerao-Arena, 61.606 Zuschauer, Neubau 2014 (SZ 11.6.2014).
Und die meisten sind nach dem 13.7.2014 White Elephants!

– White Brasilian Elephants: „Am Mittwoch wird der Ceará SC wahrscheinlich mal mehr als 5000 Zuschauer begrüßen können. Es kommt schließlich der Joinville EC, der erste Verfolger des Tabellenführers in der Serie B. Ein Hexenkessel wird das Stadion Castelão in Fortaleza dadurch noch lange nicht. Denn es hat mehr als 64.165 Plätze. (…) Insgesamt sechs der zwölf WM-Stadien werden keinen Erstligisten beheimaten. Die Arenen in Manaus, Cuiaba und sogar in der künstlich aufgebauten Hauptstadt Brasília haben noch nicht einmal einen Zweitligaclub. Dabei haben alleine diese drei Stadien Baukosten von fast einer Milliarde Euro verschlungen – offiziellen Angaben zufolge. (…) Und selbst die Erste Liga liegt am Boden. Korruption, hohe Eintrittspreise und die Tatsache, dass nahezu jeder halbwegs begabte Kicker mit dem Erreichen der Volljährigkeit mit 18 Jahren nach Europa wechselt, haben das Interesse spürbar erkalten lassen“ (Wenn die großen Stadien nur noch „weiße Elefantten“ sind, in abendblatt.de 14.7.2014). Laut Lutz Pfannenstiel, ZDF-Experte, werden mindestens sechs der zwölf WM-Stadien White Elephants“: „In Natal haben sie ein Weltklassestadion, das droht, künftig nur zu einem Zehntel gefüllt zu sein. Und in Manaus wundern sich die Indianer, was sie mit diesem Riesenstadion anfangen sollen“ (Ebenda).

– Wer will Manaus-Stadion? Die WM-Arena in Manaus hat 221 Millionen Euro gekostet: Es wurden hier ganze vier Spiele ausgetragen, und nun ist das Stadion meist leer. „Der Traditionsklub Nacional aus Manaus spielt in der vierten Liga und kann bei seinen Heimspielen die 44.000 Plätze in der Arena nicht füllen“ (Rüb, Matthias, Wer will die Arena in Manaus? in faz.net 14.10.2014). Da der Bundesstaat die monatlichen Unterhaltskosten von 300.000 Euro nicht länger tragen kann und will, wird ein Pächter gesucht, der die Arena für 25 Jahre in Konzession betreibt (Ebenda).
Wer soll sich da melden? Die Manaus-Arena ist der klassische Fall eines „White Elephant“. Und es gibt drei weitere brasilianische WM-Stadien mit vier Spielen, die nach der WM Probleme haben…

Und Kosten ohne Ende
– Beispiel 1: Fußball-WM 2014
. Die ursprünglichen Kosten für die Stadien von 2,2 Milliarden Reais stiegen auf 6,9 Milliarden Reais, haben sich also mehr als verdreifacht (Baumann, Robert, Matheson, Victor, Infrastructure Investments and Mega-Sports Events: Comparing the Experience of Developing and Industrialized Countries, Worcester, Massachusetts August 2013, S. 10). Insgesamt soll die WM 2014 über 13 Milliarden Dollar gekostet haben (A.a.O., S. 31). In vier Stadien fanden je vier Spiele statt: Nunmehr stehen sie weitgehend leer.
– Beispiel 2: Fußball-WM Russland 2018. Die Kosten für die Fußball-WM 2018 in Russland stiegen von 10 Milliarden Dollar im Jahr 2010 über 20,5 Milliarden Dollar 2012 und 29 Milliarden Dollar im Frühjahr 2013. Das Sportministerium befürchtete bereits 2013, dass die WM 2018 über 44 Milliarden Dollar kosten wird (A.a.O., S. 13). Auch hier wird in vielen Stadien ein weitgehender Leerstand erwartet.
– Beispiel 3: Katar 2022. Die Fifa schreibt inzwischen bei Fußball-Weltmeisterschaften zwölf Stadien mit jeweils mindestens 40.000 Plätzen vor; das Stadion für Eröffnung und Abschluss muss 80.000 Plätze haben. Bei der Bewerbung um die Fußball-WM 2022 boten die USA 38 komplette Stadien an und übererfüllten die Fifa-Platzvorgaben fünf Mal, ohne dass ein einziges Stadion hätte neu gebaut werden müssen. „Die Fifa hingegen wählte als Austragungsland Katar, eine Wahl, durch die zehn neue Stadion mit 45.000 Plätzen mit Klimatisierung gebaut werden müssen, wobei viele von ihnen nach der WM abgebaut und in Entwicklungsländern wieder aufgebaut werden sollen. (…) Katar soll angeblich insgesamt 200 Milliarden Dollar für die Vorbereitung und Durchführung der WM 2022 ausgeben“ (Baumann, Robert, Matheson, Victor, Infrastructure Investments and Mega-Sports Events: Comparing the Experience of Developing and Industrialized Countries, Worcester, Massachusetts August 2013, S. 9).

Nachtrag 11: Münchens 1972 White Elephants
Die SZ hat kurz den derzeitigen Stand aufgelistet (Das Erbe der Ringe, in SZ 17.12.2014). Olympiastadion: Seit die Fußballer in die Allianz-Arena  umzogen, finden kaum noch Sportereignisse statt, dafür viele Events. Das stadioninnere ist asphaltiert, dito der Boden des Olympiasees. Soll demnächst für knapp 80 Millionen saniert werden. Ruder-Regatta: Bei der Anlage vergaß, „dass nicht nur der Ruhm, sondern auch die Bausubstanz bröckelt“ (Ebenda). – „Dass die Anlage als denkmalschutzwürdig eingestuft wird, macht die Lage nicht einfacher, weil Teile der maroden Tribüne und andere Bauten eigentlich abbruchreif sind“ (Ebenda). Olympia-Eisstadion: Stammt aus dem Jahr 1967. Wird demnächst abgerissen, siehe oben. Olympia-Radstadion: „Viel Gelegenheit, ein Radstadion zu sein, hatte das Olympia-Radstadion nicht“ (Ebenda). Sogar das 1972 wieder eingeführte Sechs-Tage-Rennen wurde in der Olympiahalle durchgeführt. Wird demnächst abgerissen, siehe oben. Olympia-Reitstadion Riem: Es wurde nach den Spielen auch zweckentfremdet, es machte sich einen Namen als Open-Air–Arena für 30.000 Besucher. Aus Sicherheitsgründen verhängte die Stadt 2012 jedoch ein Konzertverbot“ (Ebenda). Olympiahalle: wird für Mega-Aktionärstreffen oder Rock-Konzerte genutzt. „Zwischen 2007 und 2014 wurden 69 Millionen Euro verbaut“ (Ebenda). Olympia-Schwimmhalle: Wurde von den Stadtwerken übernommen, muss grundlegend saniert werden. „Wie viel das kosten wird, verraten die Stadtwerke noch nicht“ (Ebenda). Rudi-Sedlmayer-Halle: Heißt jetzt Audi Dome. Wird derzeit von den Basketballern des FC Bayern genutzt – bis zu deren Umzug in die Red-Bull-Arena. weitere Nutzung fraglich. Olympia-Schießanlage: Der Bayerische Sportschützenbund übernahm sie zunächst in Erbpacht und kaufte sie 2006 für 1,72 Millionen Euro. Wird nach wie vor für Schießwettbewerbe genutzt.
Das Olympische Erbe von München 1972 ist genauso marode wie anderswo – jede Menge White Elephants. Und Es kommt die Stadt teuer zu stehen: Die nächsten Jahre sollen über 400 Millionen Euro in den Olympiapark investiert werden.

Nachtrag 12: Resumée Olympische Winterspiele Sotschi 2014
Ein Jahr nach den Olympischen Winterspielen 2014 zogen Julian Hans und Holger Gertz in der SZ eine Bilanz (Alle Zitate: Hans, Julian, Gertz, Holger, Ihr uns auch, in SZ 6.2.2015):
– Eispalast Bolschoi, 12 000 Plätze: “Für die Spiele gebaut, Kosten 300 Millionen Dollar. Bei so einem normalen Spiel der Kontinentalen Hockey-Liga, an einem normalen Sonntagnachmittag, sind 6723 davon besetzt. (…)Der Eishockeyklub, kurz HK Sotschi, wurde erst im Sommer gegründet, damit der Eispalast nicht zu einem sogenannten weißen Elefanten verkommt: einem dieser Protzbauten, die immer vor sportlichen Großereignissen hochgezogen werden, und wenn die Karawane aus Sportlern, Medien und Businessmenschen abgezogen ist, kann niemand mehr etwas mit ihnen anfangen. (…) Bezahlt wird der Verein sowieso vom Staat und von Gazprom, was auf dasselbe rausläuft.”
– Olympisches Dorf in Adler: “… rund um das olympische Dorf im Ortsteil Adler stehen die Hotels leer. Es stehen Ferienhaussiedlungen leer und ganze Wohnviertel, die Investoren hier hochgezogen haben. Nur die Wachleute drehen mit ihren Schäferhunden ihre Runden um umzäunte Wohnblocks.”
Reduzierung Bahnverkehr: “Im Dezember gaben die Chefs der russischen Eisenbahnen ein gewaltiges Sparprogramm bekannt: Von allen Verbindungen in Staaten der ehemaligen Sowjetunion bleiben nur fünf erhalten. Nahverkehrsstrecken im ganzen Land werden stillgelegt. Für Millionen Russen waren sie das einzige Verkehrsmittel, um aus Dörfern und Kleinstädten in die Provinzzentren zu kommen.”
Zur Erinnerung: Putin-Freund Wladimir Jakunin investierte laut Blogger Boris Nemzow zehn Milliarden Dollar in Sotschi 2014, siehe oben.
– Fischt-Stadion: “Im Abendhimmel über dem Olympiapark leuchten gelbe Funken wie ein verblassender Gruß vom Olympischen Feuer. Schweißer demontieren das Dach über dem Fischt-Stadion, wo die Eröffnungs- und Abschlussfeiern abgehalten wurden. 779 Millionen Dollar hat es gekostet, für die Fußball-WM 2018 soll die Stahlkonstruktion weg. Was dem IOC recht ist, ist der Fifa noch lange nicht billig.”

Nachtrag 13: Nordische Ski-WM 2015 in Falun – verdreifachte Kosten für White Elephants
Kritiker der Nordischen Ski-WM 2015 in Falun sprechen aufgrund der Kosten von rund 27 Millionen Euro von der „WM der großen Sprünge“: „Nicht nur deshalb, weil sich das ursprüngliche Veranstaltungsbudget nach Angaben des Schwedischen Rundfunks von ursprünglich 9 Millionen Euro verdreifacht hat – das passiert bei Großereignissen ja immer wieder. Sondern vor allem, weil viel Geld für Anlagen aufgewendet wurde, die kaum eine Zukunft über die Titelkämpfe hinaus haben: die Skisprungschanzen. Von der ursprünglichen Konstruktion, für die WM 1974 erstellt, ist abgesehen von einigen Stahlrohren ebenso wenig übrig geblieben wie von der Renovation der Schanzen, die hier mit Blick auf die letzten nordischen Titelkämpfe von 1993 vorgenommen wurde. Der für diese WM erstellte Neubau verschlang einen großen Teil der bereitgestellten Gelder. Falun hätte, wird seitens der Stadtverwaltung ins Feld geführt, die nordische Ski-WM ohne moderne Schanzen gar nicht erhalten. Und im Rathaus heißt es zudem, dass der Titelkampf manch positive Begleiterscheinung mit sich bringen werde. Die Kritiker hingegen bemängeln, dass es nach dem Großanlass niemanden mehr geben werde, der die teuren Schanzen auslaste. Weil sich die Begeisterung für den nordischen Skisport in Schweden weitgehend auf den Langlauf beschränkt“ (Hermann, Rudolf, Schanzen ohne Zukunft, in nzz.ch 19.2.2015; Hervorhebung WZ).

Nachtrag 14: London 2012, Olympiastadion
Der amerikanische Ökonom Andrew Zimbalist hat in seinem Buch „Circus Maximus“ u. a. auch die Olympischen Spiele 2012 in London analysiert. „Die Amerikaner haben ein seltsames Wort für ‚Fehlinvestition‘: ‚White Elephant‘. Ein solcher weißer Elefant – teuer, aber zu nichts zu gebrauchen – ist das Olympia-Stadion in London. Eingedenk schlechter Erfahrungen anderswo überlegten sich die Organisatoren der Spiele von 2012 zwar eine Nachnutzung – der Profi-Fußballclub West Ham United sollte künftig hier spielen –, doch bei der Planung des Stadions war nicht bedacht worden, dass die Aschenbahn würde entfernt werden müssen, um eine Fußball-Arena zu schaffen. Zudem war das Stadion für West Ham viel zu groß und musste um den oberen Rang mit 55.000 Plätzen verkleinert werden. Allein dieser Umbau kostete mindestens 323 Millionen Dollar – so viel wie andernorts ein Stadion“ (Knödler, Gernot, Wie Olympia Städte auspresst, in taz.de 20.3.2015).

Nachtrag 15: Peking 2008
„Von ‚weißen Elefanten‘, Investitionsruinen, sprach die Zeitung China Daily schon vor ein paar Jahren. Am offensichtlichsten galt das für Stätten wie das Baseball-Stadion, das Velodrom oder die Ruder- und Kanu-Anlage, wo schon 2012 Gestrüpp wuchs und sich Risse durch den Beton zogen. (…) Und das einst 325 Millionen Euro teure Vogelnest? ‚Es wird bei seinem Aufstieg zu Ruhm und Ehre in die Spuren des Vaterlandes treten‘, heißt es in der Audio-Tour im Stadion. Nun, von der Vision der Schweizer Architekten Herzog und DeMeuron, die der Stadt Peking einen ’neuartigen öffentlichen Raum‘, einen Ort ‚für Begegnungen und Reibungen‘ schenken wollten, ist nicht viel geblieben. Das Stadion empfängt Touristen, aber die meiste Zeit steht es leer. 100 Großveranstaltungen mit jeweils mehr als zehntausend Teilnehmern habe das Stadion von 2008 bis Ende 2014 durchgeführt, heißt es. Mal abgesehen davon, dass in das Stadion 91 000 Menschen passen: Hundert große Events in fast sieben Jahren, das ist nicht viel – das kleinere Wukesong-Stadion kam auf 70 allein im letzten Jahr. Pekings Guo’an-Fußballklub lehnt es jedenfalls ab, das Stadion zu seiner Heimat zu machen, ohne öffentlich Gründe zu nennen: ‚zu teuer‘, schrieb das Portal ifeng.com“ (Strittmatter, Kai, Mehr Stolz als Recht, in SZ 14.8.2015).

Nachtrag 16: White Elephants nach Rio 2016
„Längst ist die gebetsmühlenartig vorgetragene Argumentation von Gouverneur Luiz Fernando Pezão und Bürgermeister Eduardo Paes zusammengebrochen, wonach die Austragung der Spiele dank der Partnerschaft privater Investoren und der öffentlichen Hand für die Stadt Rio ausgesprochen kostengünstig sein werde. Die berüchtigten ‚weißen Elefanten‘ – teure Sportarenen und Einrichtungen, die hernach niemand mehr brauche – werde es in Rio nicht geben, hatte Bürgermeister Paes immer wieder gepredigt. Nun stehen die unnützen Dickhäuter, für alle weithin sichtbar, natürlich doch in der Finanzwüste von Rio herum. Der eigens für die Spiele für mehr als 18 Millionen Euro (und noch dazu in einem Naturschutzgebiet) gebaute Golfplatz verschlingt Unterhaltskosten von monatlich gut 78.000 Euro. Kaum ein zahlender Spieler schwingt heute dort den Schläger, denn die Brasilianer können mit Golf nicht viel anfangen“ (Rüb, Matthias, Das Olympia-Erbe wird zur Last für Rio, in faz.net 27.12.2016). – „Wer Geschichten wie diese kennt, wird berührt gewesen sein von den Bildern, die diese Woche zu sehen waren. Rio, ein halbes Jahr nach den Olympischen Sommerspielen 2016. Sportarenen, die verrotten: ein Einschwimmbecken mit rostrotem Brackwasser und womöglich kleinen Tieren drin. Das Schwimmstadion, dessen Verkleidung in Fetzen hängt. Der Golfplatz, wie die furchige Oberfläche eines bisher unbekannten Planeten. Und das Maracanã, in dem bei Olympia die Eröffnungs- und Schluss-Zeremonien stattfanden und das Fußballfinale. Sitzschalen, von Vandalen aus der Verankerung gerissen und von Ordnungskräften dann in den Katakomben auf einen Haufen geworfen. Fernsehhalterungen ohne Fernseher. Wegweiser im Schutt. Der Rasen: wie ein abgeschabter Teppich. Das Maracanã heißt offiziell Estádio Jornalista Mário Filho, aber jeder sagt Maracanã. Es war einmal das Zuhause der Vereine von Rio. Jetzt sieht es aus, als hätten Mietnomaden sich vorübergehend eingenistet und sich dann in einer mondlosen Nacht davongeschlichen. (…) Olympia im Maracanã – die Wucht dieses Begriffspaares allein müsste eigentlich gewaltiger sein als alle Skepsis. Aber Olympia in Rio war eben auch nur ein Ereignis, an das sich vor allem die gerne erinnern werden, die daran verdient haben. Wo gebaut werden muss, verdienen Bauunternehmen. Und Energieversorger. Wo viel versichert werden muss, verdienen Versicherungen. Wo es schnell vorangehen muss (und der Umbau einer Stadt für Olympia muss vergleichsweise schnell gehen), wird vieles teurer; Schmiergelder können dafür sorgen, dass es noch teurer wird, aber auch schneller vorangeht. Es stimmt: Für manchen ist Olympia ein Geschäft. Aber was bleibt den Menschen in Rio, den Cariocas, von Olympia? Außer einem narkotisierten Stadion“ (Gertz 18.2.2017).
Fotos zum Verfall der Sportstätten von Rio 2016 in sueddeutsche.de vom 14.2.2017: hier
Dazu ein Bericht in faz.net zu Rio 2016 und dem Verfall: „Nun verrostet das leere Schwimmbecken im Olympiapark, die kunstvolle Außenhülle des Schwimmstadions ist zerrissen und die Fetzen wehen traurig im Wind. Ein Sinnbild des tristen Rio-2016-Erbes. (…) Der Macher der ersten Olympischen Spiele in Südamerika, der inzwischen abgetretene Bürgermeister Eduardo Paes, hatte betont: „Es wird keine weiße Elefanten geben“. (…) Ähnlich trostlos wie in Barra ist die Lage im Norden der Stadt, in Deodoro, wo Reiten und Kanuslalom stattfanden. Die Kanustrecke wurde nach Olympia mit viel Brimborium als riesiges Volks-Schwimmbad eröffnet, das ist aber auch seit Monaten zu, es fehlt an Geld für den Unterhalt. Am größten ist das Drama um das Sportsymbol des Landes, das Maracanã-Stadion, wo Deutschland 2014 Fußball-Weltmeister wurde. Es ist zu, Touristen stehen vor geschlossenen Toren. Drinnen streunen Katzen im Müll herum, tausende Sitze wurden herausgerissen, Fernseher gestohlen, Scheiben sind eingeschlagen, der Rasen ist vertrocknet. Wegen unbezahlter Rechnungen wurde sogar der Strom abgestellt. (…) Das Stadion ist mehrheitlich in Händen des Baukonzerns Odebrecht. Dieser soll mindestens 785 Millionen US-Dollar an Schmiergeldern in zwölf Ländern gezahlt haben. Odebrecht muss wegen milliardenschwerer Vergleiche sparen und will das Stadion loswerden – aber die wenigen Interessenten pochen darauf, dass erst die Schäden behoben werden“ (Das verwahrloste Erbe von Olympia 2016, in faz.net 20.2.2017).
Und zur Bildstrecke der verfallenden Sportstätten vom August 2018 in faz.net vom 20.2.2017: hier
Die Halbwertszeiten der olympischen Zerstörungen werden immer kürzer: Die Olympischen Sommerspiele von Rio 2016 sind gerade einmal sechs Monate her…

Vergleiche auch: Olympisches Erbe

Quellen:
Adrian, Ulrich, “Nur noch fünf Stunden nach Berlin”, Film im WDR 4.2.2013
Bröll, Claudia, Teures Erbe der Fussball-WM 2010, in nzz.ch 24.6.2014
Byrnes, Mark, Beijing’s Olympic Ruins, in theatlanticcities.com 6.7.2012
Dalheimer, Peter, Griechenland: Milliardengrab Olympiabauten, SWR 3.12.2011
Der Anfang vom Ende der olympischen Träume, in wienerzeitung.at 22.2.2011
Diekmann, Florian, Wut auf die Weltmeister der Verschwendung, in spiegelonline 19.6.2013
Fiasko Olympia, www.cipra.org 22.2.2012
Geinitz, Christian, Dabei sein war alles in Peking, in faz.net 31.7.2010
Germann, Daniel, Ein hoher Preis, in Neue Zürcher Zeitung 27.2.2010
Gertz, Holger, Die Ruinen von Rio, in SZ 18.2.2017
Gertz, Holger/Kistner, Thomas, Spielverderber, in SZ 26.6.2010
Glüsing, Jens, Schlafende Schlange, in Der Spiegel 42/15.10.2012
Hahn, Thomas, Die normalste Sache der Welt, in SZ 2.2.2013
Heinrich-Böll-Stiftung, Fußball und Demokratie, Berlin 30.4.2014
Hellmann, Frank, Leere Pracht, in berliner-zeitung.de 25.6.2012
Hollenstein, Oliver, Aberwitzige Idee, in SZ 14.2.2013
Hungermann, Jens, Ist Olympia kaum mehr als eine große  Party? in weltonline 10.7.2011
Jennings, Andrew, Das Olympia-Kartell – Die schäbige Wahrheit hinter den fünf Ringen, Reinbek 1996
Mooser, Hubert, „Vom Desaster bis zum optimalen Gewinn ist alles drin“, in tagesanzeiger.ch 20.2.2013
Nienhuysen, Frank
– Vollgefressene Kater, in SZ 2.3.2010
– 42 437 Hotelbetten für einen Kurort, in SZ 9.6.2010
Nur das Logo steht, in SZ 97.2010
Reinsch, Michael, Zorn auf die Zyniker, in faz.net 24.6.2013
Rios Bürgermeister nennt Olympische Spiele “eine Schande”, in spiegelonline 22.8.2013
Rosner, Maik, Eine Herde weißer Elefanten, in SZ 7.7.2010
Selldorf, Philipp, Auf Heimatsuche in Jülich und Kerkrade, in SZ 28.2.2013
Smoltczyk, Alexander, Vater Morgana, in Der Spiegel 22/26.5.2012
Unkraut auf der Tribüne, in Der Spiegel 16/16.4.2012
Vougioukas, Janis, Zum Einkaufen in den Wasserwürfel, in SZ 26.8.2008
http://www.solidar.ch/brutale-zwangsraumung.html
Zimbalist, Andrew, Is it worth it?, in Finance & Development March 2010
Zur Not singt Sting, in SZ 20.6.2012


Kritisches Olympisches Lexikon - Sach- und Personenregister: (273 Einträge, wird laufend aktualisiert und ergänzt)
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