Seit 1928 ist Coca-Cola als Sponsor das „offizielle Getränk der Olympischen Spiele“ – bis heute und noch länger. Die aktuellen Verträge laufen derzeit bis zum Jahr 2020.
Coca-Cola beeinflusste auch die Wahl des Austragungsortes der „Jahrhundertspiele 1996“ massiv: Dadurch wurde es Atlanta, der Firmensitz von Coca-Cola. Eine Viertelmilliarde Dollar hat sich der Konzern die Spiele an seinem Stammsitz angeblich kosten lassen. Der olympische Fackellauf hieß dann auch „Coca-Cola Olympic Torch Relay“: Coca-Cola wählte 2500 der 10 000 Fackelträger selbst aus. Der Fernsehsender NBC sendete für 60 Millionen Dollar Coca-Cola-Werbespots – damit nicht die von Pepsi ins Programm kamen.
Christoph Dieckmann schrieb dazu 1996 in der Zeit: “Aber endgültig gestorben ist Olympia für mich erst am 18. September 1990. Zufällig war ich in Atlanta, als das IOC die Jubiläumsspiele 1996 nicht nach Athen vergab. Diese antigeschichtliche Korruptheit fanden die Amis ganz, ganz great cause money rules” (Dieckmann 19.7.1996).
Jean-Claude Killy, ehemaliger Skirennfahrer und IOC-Mitglied seit 1995, ist Chef von Coca-Cola Frankreich; auch andere IOC-Mitglieder üben in ihren Ländern Funktionen bei Coca-Cola aus.
Der Zusammenhang von Coca-Cola und Olympischen Spielen erschließt sich nicht über den gesundheitlichen Nutzen des Süßgetränks – ganz im Gegenteil –, sondern über finanzielle Transaktionen an das IOC gegen Werbeflächen bei Olympischen Spielen und die > Olympischen Ringe auf einem Getränk, das für jeden Sportmediziner eine Zumutung sein müsste.
Gesundheitliche Schäden entstehen durch das Zusammenwirken des Säuerungsmittels Phosphorsäure, Kohlensäure und Zitronensäure (der pH-Wert liegt bei 3) und dem hohen Zuckergehalt: Ein Liter Coca-Cola enthält den Zuckergehalt von etwa 36 Stück Würfelzucker. Das Süßgetränk kann zu Übergewicht, Zahnschäden und Osteoporose führen (Wikipedia).
In Deutschland sind 20 Prozent der Fünf- bis 17-Jährigen übergewichtig, in Frankreich 21 Prozent und in den USA 35 Prozent. In den USA entstanden 2010 diverse Pläne zur Besteuerung der Süßgetränke wie Coca-Cola. Die Lobby der Süßgetränke-Hersteller investierte im Jahr 2009 die stolze Summe von 18,9 Millionen Dollar für die Lobbyarbeit gegen eine solche Steuer (Piper 8.6.2010).
Als Frankreich eine Steuer auf zuckerhalltige Erfrischungsgetränke (die “Cola-Steuer”) einführen wollte, reagierte der Konzern (und damit aiuch IOC-Mitglied Jean-Claude Killy) mit einem Investitionsstopp: Es werden keine 17 Millionen Euro in ein neues Werk bei Marseille investiert (SZ 9.9.2011).
Der größte Softdrinkhersteller der Welt machte 2009 einen Umsatz von über 35 Mrd. US-Dollar (Wikipedia).
Frankreich führte 2012 eine “Cola-Steuer” ein, um die Verbraucher vom Süßgetränk und damit von Dickmachern abzuhalten, Die 1,5-Liter-Flasche soll um elf Cent teurer werden. “Cola und Co “gelten als Dickmacher. Zum Beweis führt das Gesundheitsministerium ärztliche Studien an” (Kläsgen 30.12.2011).
Quellen:
Cola-Werk auf Eis gelegt, in SZ 9.9.2011
Dieckmann, Christoph, Ariersilber, Negergold, in Die Zeit 19.7.1996
IOC Marketing: Media Guide Vancouver 2010
Jennings, Andrew, Das Olympia-Kartell, Reinbek 1996
Kläsgen, Michael, Teurer Zuckertrank, in SZ 30.12.2011
Piper, Nikolaus, Süße Steuer, in SZ 8.6.2010
Weinreich, Jens, Der olympische Geist versteckt sich in der Flasche, in Berliner Zeitung 17.7.1997
Wikipedia
www.coca-cola.com
Kritisches Olympisches Lexikon - Sach- und Personenregister: (112 Einträge)
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