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Olympisches Motto

Zuletzt geändert am 21.04.2011 @ 11:18

„Citius, altius, fortius“ – „Schneller, höher, stärker“ wurde 1894 von Pierre de Coubertin als Motto vorgeschlagen, 1924 erstmals zitiert und 1949 in die IOC-Satzung aufgenommen. Es ist am Anfang des 21. Jahrhunderts angesichts der auf vielen Gebieten sich andeutenden ökologischen Katastrophen so ziemlich das dümmste Motto, das sich jemand aussuchen kann. Es könnte auch gut von der deutschen Autoindustrie stammen.

Inzwischen geht der Trend zum “Tempo-Marathonlauf (Hahn 2.4.2011): Die Zwei-Stunden-Marke wird wohl demnächst fallen , was einem Durchschnitt von 21 km/h entspricht. Beim Spitzenbergsport ist “Speed-Climbing” und “Speed-Hiking” in: Die “Seven Summits” wurden von einem Österreicher in 58:45 Stunden erstiegen, die drei großen Nordwände der Alpen von einem Schweizer in 7:04 Stunden. Die sinnlich erlebte Bergwelt wird von der digitalen Zeitmessung abgelöst.

Die Leistungssteigerungen werden vornehmlich durch absolute Professionalisierung und Höchsteinsatz von Geld, durch Doping und Techno-Doping erreicht.

Auch der Eiskanal von Vancouver (150 km/h) mit einem toten Rodler und vielen Unfällen ist ein Ergebnis von „Citius, altius, fortius“. Alte IOC-Herren beschleunigen die olympischen Wettbewerbe und verheizen junge Sportler. Die Parallelen zum Krieg liegen nahe.

Ein besseres Motto für die Menschheit wäre zum Beispiel: Langsamer, bescheidener, intelligenter!

Quellen:
Dick, Andi, Schneller hoch und weit, in DAV Panoprama 5/2010
Hahn, Thomas, Unwirklich schnell, in SZ 2.4.2011


Kritisches Olympisches Lexikon - Sach- und Personenregister: (118 Einträge)
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