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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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Hickey, Patrick

 
Zuletzt geändert am 22.02.2017 @ 11:07

Hickey, Joseph Patrick (* 17.6.1945), irischer Sportfunktionär, war von 1988 bis 2016 Präsident des Olympischen Komitees von Irland, seit 1995 IOC-Mitglied, seit 2006  Präsident des European Olympic Committee (EOC), seit 2012 Mitglied im IOC-Vorstand. Wurde am 17.8.2016 in Rio wegen illegaler Ticketgeschäfte verhaftet (wikipedia.org).
Vergleiche auch: Laborchef von Sotschi 2014 packt aus; Die Wada-Untersuchung; Rio 2016 und Doping

Olympia-Promoter Hickey
Das European Olympic Comittee (EOC) ist der Zusammenschluss der europäischen Olympischen Komitees. Das EOC mit seinem Präsidenten Patrick Hickey plante in der Diktatur Aserbaidschan 2015 die ersten European Games. Im Vorfeld wollte das EOC auch untersuchen, welche Gründe zum Desinteresse an Olympischen Spielen geführt haben. EOC-Präsident Patrick Hickey wies darauf hin, dass Europa mit fünf Kandidaten für die Olympischen Winterspiele angetreten war. Und da Hickey offensichtlich nichts aus diesen Absagen gelernt hat, betonte er, dass Olympische Spiele „unsere beste Gelegenheit ist, junge Leute für den Sport zu begeistern und dem Austragungsort und dem -land ein bleibendes Erbe bezüglich Infrastruktur und Erlebnis zu hinterlassen“ (Butler, Nick, Working Group set up analyse european reluctance to bid forOlympics, in insidethegames.biz 6.11.2014).  Und noch absurder: „Wir möchten, dass Austragungsorte, die nein gesagt haben, in Zukunft ja sagen, weil sie die Vorteile verstehen müssen, die diese Spiele mit sich bringen“ (Ebenda).

Hickey und die „European Games“
Patrick Hickey setzte sich schon vor der Vergabe vehement für Aserbaidschan 2015 ein. Kein Wunder, hatte doch Hickey 2008 schon dem weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko den EOC-Orden verliehen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen erstellt regelmäßig eine Rangliste der Pressefreiheit von 180 Ländern: Dort steht Aserbaidschan im August 2016 auf Platz 163. Das war dem EOC völlig egal. Aber auch vom Weltverband der Sportjournalisten (AIPS) war kein kritisches Wort zu hören, im Gegenteil: Deren Präsident Gianni Merlo überreichte 2014 beim AIPS-Weltkongress in Baku Diktator Alijew einen Orden (Weinreich 28.4.2015).
Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexikon: Aserbaidschan-Sport

Hickey vergab die Europa-Spiele ungerührt im Dezember 2012 nach Baku – am Ende des Jahres der Proteste gegen den dortigen Eurovision Song Contest und als schon offen lag, wie Aliyevs Familie sich an den Bauten für das Schlagerfest bereichert hatte. Vom 12. bis 28.6.2015 beherbergte Diktator Ilhjam Aliyev dann das Sportereignis des European Olympic Committees (EOC) in Baku/Aserbaidschan. „Den Weltverbänden sind bisher die politischen Implikationen ihrer ‚Neutralität’, die erfahrungsgemäß dazu dient, umstrittenen Herrschern eine Bühne zur Selbstinszenierung zu geben, gleichgültig. Davon zeugt die wachsende Zahl von internationalen Turnieren in den Reichen diverser Auto- und Kleptokraten. Einer von ihnen darf (…) sogar eine Premiere veranstalten, die ersten ‚Europäischen Spiele’ in Baku. Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev wird regelmäßig in den Berichten von Menschenrechtsorganisationen getadelt. Im Ehrenamt steht Aliyev dem Nationalen Olympischen Komitee von Aserbaidschan vor“ (Hartmann 6.6.2014)

Patrick Hickey, Unschuldsengel
Auf die Frage, wie denn die European Games in Baku landen konnten, antwortete Hickey der New York Times: „Ich denke, das ist alles einfach passiert“ (zeit.de 10.6.2015). Dabei war es kein Zufall, sondern der gezielte finanzielle Anreiz: Pekunia non olet. „Und das nicht nur, weil Hickeys Faible für die stramme Sorte Sportskameraden bekannt ist, seit er dem weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko einen Orden verlieh. Ilham Aliyev, auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees in Aserbaidschan, brachte das nötige Kleingeld mit. Er versprach schon bei Geschäftsanbahnung Ende 2012, allen Teilnehmenden Reise und Unterkunft zu spendieren. Ein Funktionär aus Skandinavien sagt, das habe ‚eindeutig den Ausschlag gegeben’. Namentlich lässt er sich nicht zitieren, formuliert aber, was er von den Europaspielen im vollgepackten Sportkalender hält: ‚Ziemlich überflüssig’“ (Ebenda).

„Die Organisatoren versuchen gar nicht erst zu verheimlichen, dass es die Europaspiele ohne das Angebot Aserbaidschans nicht gäbe. Sportminister Rahimov heckte den Plan zusammen mit dem Chef des Europäischen Olympischen Komitees (EOC), Patrick Hickey, aus – und erntete als Dank vor allem zwei Dinge: Häme und Unverständnis. Die Verbände der Länder sprachen sich gegen die Idee aus. Zu voll sei der Wettkampfkalender der einzelnen Sportarten, zu teuer die Austragung, hieß es auch aus Deutschland. Als man dann aber hörte, dass Aserbaidschan alle Kosten übernimmt, samt Anreise und Bekleidung für die Sportler, ließ man sich schnell umstimmen. (…) ‚Wir geben die Antwort während der Spiele. Wenn die Menschen erst einmal hier sind und das alles erleben, wird die Kritik vergessen‘, sagt EOC-Chef Hickey. Man müsse sich nur anschauen, was bis jetzt schon geleistet worden sei. Was für eine großartige Stadt Baku doch sei! (…) Die Athleten, die erst hier im olympischen Dorf übernachten und ein Jahr später nach Rio fahren, werden dort nicht sehr glücklich sein’“, sagt Patrick Hickey“ (Schulze 21.7.2014; Hervorhebung WZ).

Das Thema Menschenrechte oder die hundert politischen Gefangenen in Aserbaidschan sind im Sport nur offiziell ein Thema, nicht in der Wirklichkeit. Gerald Knaus von der NGO European Stability Initiative stellt dazu fest: „Aliyev beutet den Reichtum des Landes aus, um sich Freundschaften zu kaufen und seinem Regime Legitimität zu verleihen. (…) Wenn es gelingt, bekannte Menschenrechtler und Journalisten ins Gefängnis zu werfen und trotzdem die Sportwelt zu Gast zu haben, wenn es keine Reaktionen gibt, dann wird auch anderen Oppositionellen die Hoffnung genommen“ (zeit.de 10.6.2015).

Jens Weinreich zu den European Games 2015 und Patrick Hickey: „Thomas Bach vom IOC wird heute natürlich neben dem aserbaidschanischen NOK-Präsidenten (sic!) Ílham Alijew, dessen nicht minder kleptomanischer Gattin Mehriban, seinem Freund Hickey, dieser finsteren Figur, Scheich Ahmad und anderen Gefährten in der Ehrenloge sitzen. (…) In anderen asiatischen Republiken wie Turkmenistan werden ebenfalls große Pläne geschmiedet: Dort steht mit dem Diktator Gurbanguly Berdimuhamedow der nächste Gernegroß bereit, hat bereits fünf Milliarden Dollar in Sportanlagen und Propaganda investiert und richtet im Herbst die Vollversammlung der asiatischen Olympia-Föderation aus. Präsident des NOK von Turkmenistan ist Berdimuhamedow natürlich auch. Er wird von denselben olympischen Lobbyisten und Spindoktoren betreut, meist aus England, die für Baku 2015 Werbung machen, die für Hickey arbeiten, für viele IOC-Mitglieder und zahlreiche Weltverbände. Es bleibt alles in der Familie. (…) Die CSM des ehrenwerten Lord Coe, der in diesem Jahr Präsident des Weltverbandes der Leichtathleten (IAAF) werden und als solcher auch ins IOC einziehen will, ist inzwischen von Aserbaidschan nach Turkmenistan weiter gezogen und kassiert dort die Millionen. Coe ist nur ein Beispiel für die vielfältigen Interessenkonflikte und die Absahnermentalität in dieser Branche – offiziell reden wir ja von Ehrenamtlichen” (Weinreich 13.6.2015; Hervorhebung WZ).

70 IOC-Mitglieder wurden zur Eröffnung der Europan Games mit dem Aliyev-Clan auf der Ehrentribüne erwartet (zeit.de 10.6.2015). „IOC-Präsident Thomas Bach war da, sein Wahlhelfer und potenzieller Fifa-Präsident Scheich Ahmad Al-Fahad Al-Sabah ebenfalls. Und auch Patrick Hickey aus Irland, Verbündeter von Bach und Al-Sabah sowie Präsident der Vereinigung European Olympic Committees (EOC). Sie machten bei der Eröffnung der ersten Europaspiele in Baku Aserbaischans Alleinherrscher Ilham Aliyev ihre Aufwartung. Die Top-Sportführer der Welt haben im nagelneuen Olympiastadion nicht entschieden gegen Menschenrechtsverletzungen oder die Beugung der Pressefreiheit opponiert; sie saßen auf der Tribüne neben Aliyev und applaudierten. Aliyev ist eben einer der ihren, denn schließlich fungiert der Kleptokrat auch als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Aserbaidschan. Und als großzügiger Finanzier“ (Weinreich 13.6.2015).

Orden vom Diktator für Hickey
In der Eröffnungsrede der European Games äußerte Patrick Hickey: „Die aserbaidschanische Nation befinde sich ‚auf einer aufregenden Reise. Es war eine Ehre, mit dabei zu sein“ (Becker 21.6.2015; Hervorhebung WZ). – „Am Mittwoch bekommt Patrick Hickey einen Orden. Ilham Aliyev verleiht ihm den ‚Shafar‘-Orden, den das EOC in seiner Pressemitteilung zur höchsten Auszeichnung der Republik Aserbaidschan macht, dabei aber den ranghöheren ‚Haydar-Aliyev-Orden‘ vergisst. ‚Das größte Geschenk, das ich von Aserbaidschan erhalten konnte, ist diese großartige Bühne für die besten Athleten Europas‘, wird Hickey zitiert“ (Lennartz, Michael, Europaspiele und die Chancen auf Olympia, in fnp.de 22.6.2015).
Aus einem Kommentar von Christoph Becker in der FAZ: „Patrick Hickey schwärmt – Thomas Bach schweigt. Sie reagieren, wie zu befürchten stand. EOC-Präsident Patrick Hickey, von Aliyev schon nach wenigen Wettkampftagen mit einem aserbaidschanischen Orden behängt, schwärmt: ‚Jeder Aspekt dieser Spiele war ausgezeichnet.‘ Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, schweigt, wohlwissend, dass er demnächst ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt sein wird, ob nun Kasachstan oder China Olympiagastgeber 2022 wird. Und Michael Vesper, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes, wohnte einer ‚gelungenen Premiere‘ bei. (…) Dabei hätten die Sportler, gerade jene, die so oft abseits der öffentlichen Wahrnehmung siegen und verlieren, Bestleistungen bieten und Niederlagen einstecken, eine gemeinsame, europaweite, eine fröhliche und freundliche Veranstaltung verdient. Stattdessen wurden sie wieder zu Statisten einer geopolitischen Machtinszenierung eines korrupten Regimes, von der die Sportfunktionäre dieser Welt offenkundig nicht mehr genug bekommen können“ (Becker, Christoph, Schämt euch! in faz.net 28.6.2015).

Hickey und das russische Systemdoping
Wie wichtig Hickey für den kurz zuvor gewählten IOC-Präsidenten Thomas Bach war, zeigt die Ernennung Hickeys für den neu geschaffenen Posten „Delegate Member for Autonomy“. Hickey, der Diktatorenfreund Aserbaidschans und Weißrusslands, propagierte angesichts des „großen Erfolgs“ der European Games 2015 in Aserbaidschan auch gleich Europäische Winterspiele (SID 14.9.2015).  – „Bach hat ihn im IOC zum Sondergesandten ernannt: Delegate Member for the Autonomy of Sport. Autonomie des Sports. Ausgerechnet er“ (Weinreich 12.6.2015).
Und Hickey umschmeichelte Putin-Russland: “Russland ist weiterhin der bevorzugte Partner des EOC für die European Games 2019″ (zeit.de 21.11.2015).
Hickey wurde also „IOC-Beauftragter für Autonomie“, obwohl oder weil er keine Probleme damit hatte, die ersten European Games an die Diktatur von Aserbaidschan zu vergeben. „Wir warten immer noch, dass IOC-Präsident Thomas Bach Mr. Hickey von seinem Posten als den olympischen Hüter der Autonomie des Sports entlässt. (…) Es ist offensichtlich, dass die selben Sportführer, die im Sport selbst den Wettbewerb als Weg zur Veredelung des menschlichen Charakters predigen, es hassen, Wettbewerb auf ihrem eigenen Sportgebiet anzuerkennen… 2015 tötete die Autonomie des Sports. Sie wird nicht vermisst. Lasst uns 2016 und die Jahre danach die wirkliche Freiheit von Zusammenschlüssen stärken.“ (Andersen 23.12.2015).
Im November 2015 wurde der erste Bericht der Wada zum russischen Systemdoping veröffentlicht. Knapp zwei Wochen danach erteilte Patrick Hickey Russland schon vorab die Generalabsolution. “Er wolle russische Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro sehen, sagte Hickey laut der russischen Nachrichtenagentur Tass in Prag… Es sei an der Zeit für das EOC, das Nationale Olympische Komitee Russlands zu unterstützen” (Becker 20.11.2015). Hickey zum russischen System-Doping: “Ich glaube, dass Russland zukünftig in einer Führungsrolle vorangehen kann” (zeit.de 21.11.2015).
Und dann fanden im Juni 2016 die unglaublichen Tricksereien von Bach und seinem IOC-Clan statt, die mit einer unfassbaren Chuzpe über die Wada-Berichte und den McLaren-Bericht zum russischen System-Doping hinweggehen und die russischen Sportler trotz des erwiesenen staatlichen System-Dopings nach Rio einluden. Nur die russische Whistleblowerin Julia Stepanowa, die den Aufklärungsprozess erst in Gang gebracht hatte, durfte nicht als Sportlerin teilnehmen – gemäß dem eigentlichen Bach-Motto: Null Toleranz gegenüber den Kritikern des Dopingssystems. Dazu berief Bach seinen IOC-Privatklüngel ein: den durch keine IOC-Charta institutionalisierten Olympic Summit mit seinen Wahlhelfern – von Al-Sabah bis Patrick Hickey.

Dazu Jens Weinreich in spiegelonline: „Die Zusammensetzung dieses Olympic Summits, der in der Olympischen Charta nicht auftaucht und folglich keinerlei Beschlussrecht hat, wurde vom IOC zuvor nicht bekanntgegeben. Aus guten Gründen: Denn mit Ausnahme der IOC-Athletensprecherin Claudia Bokel, die zuletzt mehrfach fundamentale Kritik am Dopingkontrollprogramm sowie der Führung von IOC und Wada geübt hatte, hatte Bach ausnahmslos seine Gefolgsleute geladen. Dazu zählten beispielsweise der Ire Patrick Hickey, der kurz zuvor die europäische Athletenkommission auf Linie gebracht hatte, oder die Präsidenten der Weltverbände der Leichtathletik (IAAF) und des Schwimmens (Fina), Sebastian Coe (Großbritannien) und Julio Maglione (Uruguay). IAAF und Fina haben nachweislich mit den Russen gedealt und nicht nur rund um die Weltmeisterschaften 2013 in Moskau (Leichtathletik) und 2015 in Kazan (Schwimmen) das Dopingkontrollsystem untergraben. (…) Diese handverlesene Runde von 18 Personen (Maglione war telefonisch zugeschaltet) beriet nun also die Frage der Zulassung für die Olympischen Spiele 2016 – und entschied angeblich einstimmig, obwohl der Summit keinerlei Beschlussrecht hat. Bach verkündete anschließend eine sogenannte Deklaration von fünf Punkten. Russland wird demnach in Rio ein Team stellen“ (Weinreich 21.6.2016).

Dagegen regten sich – erstmals einigermaßen laut und offen und bis zu Rio 2016 andauernd – Proteste, unter anderem von Travis Tygart von der US-Anti-Doping-Agentur. „Allerdings ist es nicht Tygart allein, der die kollektive Verbannung fordert und damit eine massive Front gegen das Internationale Olympische Komitee (IOC) aufbaut – dessen Führung die Russen trickreich im Spiel zu halten versucht. Hinter dem Aufruf der Usada und ihrer kanadischen Schwesteragentur stehen rund zehn weitere nationale Anti-Doping-Agenturen, auch die deutsche Nada ist dabei. (…) Der Ringe-Konzern sieht sich einem Zangenangriff ausgesetzt. Im eigenen Lager, wo das IOC faktisch seit jeher im Stile eines Politbüros walten durfte, brechen die Divisionen weg. Etwas in der Sportwelt bisher Unvorstellbares ist am entstehen: Eine veritable Debattenkultur. Bachs jüngste Rochade passt ins Bild des Ex-Fechters, der gern hinter der Maske operiert: Am Wochenende stieg Patrick Hickey in die Bütt, Chef der europäischen NOKs (EOC), und lederte wider die angebliche Vorverurteilung. (…) Der Ire Hickey, Affären-erprobt im familiären Geschäftsumfeld mit dem Sport und linientreuer IOC-Vorstand, ist als Mahner auch deshalb ungeeignet, weil er hier selbst Interessenskonflikte hat: Just in Sotschi sollen die Europa-Spiele 2019 des EOC stattfinden; im Mai sprang Veranstalter Niederlande ab. Da wäre es sehr unpassend, falls im Report ein geheimdienstlich orchestrierter Pharmabetrug bei den Sotschi-Winterspielen 2014 ausgebreitet werden sollte. (…) Klar ist: Die massive Ausschluss-Forderung einer anschwellenden globalen Anti-Doping-Allianz entspringt nicht dem Wunsch, die Russen so kurz vor Publikation des Berichts schon mal vorzuverurteilen – sondern einer überwältigenden Skepsis gegenüber dem IOC. Befürchtet wird, dass Putin-Freund Bach aus einem reichen Sortiment an Hinterzimmerstrategien noch etwas zutage fördert, mit dem sich ein russisches Rumpfteam nach Rio schleusen ließe“ (Kistner, Thomas, Überwältigende Skepsis, in SZ 18.7.2016).

Jens Weinreich in spiegelonline: „Natürlich hat das Imperium zurückgeschlagen. Dem Iren Patrick Hickey, IOC-Vorstand und Präsident der Vereinigung europäischer Olympiakomitees (EOC), ist es kurz vor dem sogenannten Olympic Summit im Juni gelungen, die EOC-Athletenkommission zu einem Statement zu bringen, das dem Papier von Scott und Bokel kolossal widerspricht. (…) Nachdem Hickey noch am Samstag die erste große Attacke auf Scott und die Usada und das CCES startete, folgten am Sonntag Julio Maglione (Uruguay), Präsident des Schwimm-Weltverbandes Fina, und am Montagmorgen Nenad Lalovic, Präsident des Ringer-Weltverbands UWW, und behaupteten, der McLaren-Report sei durch angebliche Leaks entwertet worden. Maglione und Lalovic sind wie Hickey dem Lager der Russen und Bach zuzuordnen. Maglione kam gerade von einer Krisensitzung in Moskau, wo es auch um die Dopingtests der Schwimm-WM 2015 in Kazan ging. Der Serbe Lalovic wäre ohne Russlands Unterstützung weder UWW-Präsident noch IOC-Mitglied geworden“ (Weinreich 18.7.2016).

Und Thomas Kistner in der SZ: „Bachs Ringe-Clan wird trotz des vernichtenden Reports – der zeigt laut Verfasser nur eine ‚dünne Scheibe‘ der Affäre – alles daran setzen, vielen Russen den Weg nach Rio zu ebnen. Geübt lässt der Ex-Fechter die öffentliche Debatte von Gefolgsleuten führen. Als Scharfmacher geriert sich IOC-Vorstand Patrick Hickey; der Ire ist auch Chef der europäischen NOKs und versucht gerade, seine siechen Europa-Spiele in Sotschi anzudienen. (…) Es tobt die Schlammschlacht um Russland, sie wird manche spannende Personalie des IOC in den Fokus befördern. Der Ringe-Konzern, in unabhängigen Rankings gern unter den intransparenten Organisationen des Globus gelistet, ist faktisch auf Kommandostrukturen aufgebaut. Diese Welt aus Befehl und Gehorsam könnte ein Chaos erleben, falls in Rio der neuerdings aufmuckende Teil der Sportwelt und russische Vertreter aufeinanderprallen sollten. Die Schaukelpolitik des IOC am Dienstag festigte den Eindruck, dass es ihm mehr um den Schutz von Putins Sportlern als um den der globalen Athleten besorgt ist“ (Kistner 20.7.2016; Hervorhebung WZ). – “ Vor den Rio-Spielen ritt Hickey schärfste Attacken gegen alle, die in der Staatsdoping-Affäre um Russland auf einen Komplett-Ausschluss des Teams drängten. Er lag damit voll auf Bachs Linie, und wie geschmeidig die Räder der olympischen Macht ineinander greifen, zeigte sich, als die IOC-Exekutive ihren Beschluss pro Russland (und gegen die Whistleblowerin Julia Stepanowa) kundtat“ (Kistner 19.8.2016).

Hickey und die Tickets Rio 2016
Hickey wurde am 17.8.2016 im IOC-Hotel Windsor Marpendi in Rio festgenommen unter dem Verdacht, einen Schwarzhandel mit Eintrittskarten betrieben zu haben. „Den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro droht ein echter Skandal: Der ranghohe IOC-Funktionär Patrick Hickey ist Medienberichten zufolge am Rande der Spiele verhaftet worden. Grund ist der Verdacht auf Schwarzhandel mit Eintrittskarten. Der Zugriff sei um kurz nach sechs Uhr morgens in einem Hotel erfolgt. Hickey, Präsident des Europäischen Olympischen Komitees (EOC), gehört zum engsten Machtzirkel des deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach“ (spiegelonline 17.8.2016). Vorher wurden bereits Haftbefehle gegen vier Funktionäre von THG Sports erlassen und der irische Geschäftsführer Kevin James Mallon inhaftiert (Ebenda). Die Ticketverschiebungen sollen einen Umfang von mindestens drei Millionen Dollar haben…
Greedy: Das scheint ein Charakterzug hoher Sportfunktionäre mit fünf Buchstaben zu sein: greedy = gierig, habgierig… greedy for power: machtgierig
Welch erbärmliche Szene: „Sylviana Hickey, Ehefrau des IOC-Mitglieds, behauptete, ihr Mann sei bereits auf dem Rückweg nach Irland. Doch die Beamten ließen sich nicht abwimmeln, immerhin hatten sie einen Durchsuchungsbefehl und einen Haftbefehl dabei. Hickey, einer der einflussreichsten Sportfunktionäre der Welt, saß im Bademantel auf dem Bett. Er wurde abgeführt, Computer, Mobiltelefone, Pass und Unterlagen wurden konfisziert“ (Weinreich 17.8.2016). – „Gute Nachrichten aus dem Fachhandel: Bettwäsche boomt. Sind die hohen Herrschaften des Fußball-Weltverbandes Fifa oder des Internationalen Olympischen Komitees unterwegs, zieht die Nachfrage nach Laken kräftig an. Wie bei der Verhaftung der bösen Fifa-Buben im Mai 2015 im Zürcher Nobelhotel Baur au Lac, gaben am Mittwoch auch die Bediensteten des Strandhotels Windsor Maripendi im Stadtteil Barra dem IOC-Mitglied Patrick Hickey diskretes Geleit: hinter blütenweißen Bettlaken. Das Prozedere spricht sich offenbar herum“ (Kistner 19.8.2016).
Kriegsberichterstattung vom Schlachtfeld Sport…
Hickey, aber auch das IOC, hatten sich geweigert dem irischen Sportminister Shane Ross Fragen zu Ticketschiebereien der britischen Firma THG Sports zu beantworten. „Hickey und sein Sohn Stephen waren bereits während der Olympischen Spiele 2012 in London in derlei Ticket-Affären verstrickt. Brasiliens Fußball-Legende Romário, Weltmeister 1994 und seit Jahren Kongressabgeordneter, hatte bei einer Anhörung zur Sport-Korruption in Brasília 2012 vor Hickey gewarnt. Er forderte den damaligen Sportminister Aldo Rebelo schriftlich auf, die Ticketgeschäfte Hickeys und die Deals mit brasilianischen Olympiaorganisatoren gründlich zu überprüfen. Stephen Hickey soll sich gemäß Medienberichten noch im IOC-Hotel aufhalten. Gegen ihn liegt bisher kein Haftbefehl vor“ (Ebenda).
Dazu Thomas Kistner in der SZ: „Er war der erste und, wie stets, der kernigste Unterstützer von Thomas Bach, als der IOC-Präsident seine Offensive gegen eine Komplett-Aussperrung der Russen von den Rio-Spielen startete. Nun muss das Internationale Olympische Komitee (IOC) erst einmal verzichten auf sein hohes Mitglied Patrick Hickey: Der Ire wurde im IOC-Hotel Windsor Marapendi am Strand von Barra verhaftet. Damit ähnelt der Ringe-Clan auch auf dieser Ebene immer stärker dem Fußball-Verband Fifa. (…) Wie bei der Fußball-WM 2014 geht es erneut um illegale Ticketverkäufe. Und wie bei der Fifa, sind nun auch beim IOC denkwürdige Vorgänge rund um diesen lukrativen Erwerbszweig zu besichtigen: Bestimmte Ticketagenten mit bester Funktionärs-Anbindung gelangen immer wieder ins Geschäft, da wie dort führen Spuren über Verwandte, aber auch über personalisierte Karten direkt in die Verbände. (…) Das OK Rio 2016 dementierte, dass die THG für das Ticketing der Rio-Spiele zugelassen sei. So, wie das 2012 für London und 2014 für Sotschi der Fall war. Im undurchdringlichen Ticketgeschäft ist es jedoch nicht unüblich, mit Unterfirmen ins alte Geschäftsgeflecht zurückzukehren. Auch stellt sich die Frage, wie der jetzt im berüchtigten Gefängnis Bangu einsitzende THG-Direktor Mallon an fast 1000 Karten für die Eröffnungsfeier gelangte. Die fanden sich bei der Festnahme im Hotelzimmer“ (Kistner 18.8.2016; Hervorhebung WZ).

Das IOC-Geschäftsmodell
Der Fall Hickey „ist typisch für die Branche. Zum einen sind viele der Vorwürfe gegen Hickey und Anverwandte keineswegs neu, sie wurden über Jahren in den Medien erhoben. Den eigenen Granden nicht auf die Finger schauen (übrigens auch bei anderen dubiosen Geschäftstätigkeiten Hickeys, insbesondere in Osteuropa) – so haben es auch die Fifa-Brüder untereinander gehalten. Und so hält man es im IOC. Oder ging das IOC den öfter aufflammenden Vorwürfen gegen seinen Spitzenfunktionär jemals ernsthaft nach? Nie. Das führt zum zweiten Teil des Problems: Hickey ist einer aus dem inneren Zirkel, dem Kreis um IOC-Präsident Thomas Bach. Und in der olympischen Familie ist es – wie auch in der Fifa-Familie – unvorstellbar, dass Leute mit Zugang nach oben intern in Schwierigkeiten geraten könnten. Schlüsselfiguren wie Hickey sorgen dafür, dass die sogenannte Einheit der Bewegung gewahrt und der Throninhaber souverän bleibt. Sie halten die Herde beisammen, über Druck und Intrigen. Denn sie sitzen überall dort, wo sich was bewegen lässt. In der olympischen Welt ist das die Vereinigung aller Nationaler Olympischen Komitees ANOC, außerdem die Vergabestelle der Fördermittel. An diesen Schalthebeln im IOC sitzt Scheich Ahmed Al-Sabah aus Kuwait, der nebenbei auch dem Fifa-Vorstand angehört. Der Scheich hat einen treuen Mitstreiter an der ANOC-Spitze, er ist sein Vizepräsident und heißt, richtig: Patrick Hickey. Der außerdem der Vereinigung aller europäischen NOKs vorsteht, dem EOC. Der mächtige Scheich und der mächtige Ire waren die Wegbereiter, als Bach 2013 den IOC-Thron bestieg. Und sie blieben wichtige Helfer“ (Kistner 19.8.2016).
Wie funktioniert also die internationale Sportpolitik? Pat Hickey kämpft an vorderster Front für die russischen Athleten, damit diese trotz eindeutig erwiesenen Staatsdopings  in Rio antreten dürfen. Im Gegenzug gewährt Wladimir Putins Russland Gastfreundschaft für die völlig überflüssigen European Games 2019 von Hickeys EOC. Alle sind zufrieden. Wenn nicht gerade so ein lästiger Ticketskandal dazwischen kommt…

– Bachs Sicht der Dinge
„Die Behörden ermitteln gegen ihn, aber vom Internationalen Olympischen Komitee hat er zunächst nichts zu befürchten: Das IOC plant keine weiteren Schritte gegen Patrick Hickey wegen seiner mutmaßlichen Verstrickung in Schwarzmarktgeschäfte mit Olympia-Tickets. Die Ethikkommission sehe derzeit keinen Anlass für zusätzliche Sanktionen, da Hickey seine olympischen Ämter wegen der Affäre vorerst ruhen lasse, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. (…) Die IOC-Ethikkommission sei in Kontakt mit den Behörden und verfolge die weitere Entwicklung des Falls, sagte Bach. Bislang sei Hickey noch nicht von einem Richter angehört worden. Für ihn gelte vorläufig die Unschuldsvermutung, betonte Bach“ (Vorerst keine Sanktionen gegen Hickey, in spiegelonline 20.8.2016). – „Die Wahrheit ist: Das Wasser steht dem Chef des Olympiakonzerns bis zum Hals. Einer seiner wichtigsten Unterstützer, der Ire Patrick Hickey, dem Schwarzmarkthandel und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen werden, wurde inzwischen in ein brasiliansiches Hochsicherheitsgefängnis gebracht. Dort sitzen eigentlich Schwerstkriminelle ein, denen das IOC-Exekutivmitglied Hickey, Irlands NOK-Präsident und Boss aller europäischen Olympiakomitees, nun Gesellschaft leistet. Die brasilianische Justiz demonstriert Härte gegen die olympischen Konquistadoren. Derartige Konsequenz hat bei den kriminalistischen Ermittlungen im Reich des Fußball-Weltverbandes Fifa schon viele hochrangige Offizielle zu Geständnissen und hochbrisanten Aussagen gebracht. Die Affäre Hickey könnte die IOC-Führung um Thomas Bach, die beinahe den Eindruck erweckt, als kenne man den Iren schon gar nicht mehr, noch stärker in Bedrängnis bringen. Der Fall passt ins Bild dieser Spiele. Und stimmt so gar nicht mit dem Eindruck überein, wie Bach die Show von Rio beurteilt“ (Weinreich 21.8.2016; Hervorhebung WZ).

– Mitwisser Bach?
„Im berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Bangu bei Rio de Janeiro durfte sich Pat Hickey bisher der Rückendeckung der Sportfamilie gewiss sein. Vor zwei Wochen hatte Brasiliens Polizei den irischen Multifunktionär, unter anderem Chef des heimischen olympischen Komitees (OCI) und Vorstand im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), während der Sommerspiele festgenommen. Die Behörden verdächtigen ihn, illegalen Tickethandel für die Rio-Spiele betrieben und eine kriminelle Vereinigung gebildet, womöglich gar angeführt zu haben. Um die 1000 Karten aus dem OCI-Kontingent soll er nebst anderen Billetts zu überteuerten Preisen weiterverkauft haben. Aber das IOC unter Führung des Deutschen Thomas Bach, zu dessen sportpolitischen Vertrauten Hickey zählt, gab sich gnädig. Es erfolgten keine Sanktionen. Stattdessen verwies es auf die Unschuldsvermutung“ (Aumüller, Kistner 29.2016). Nun haben die brasilianischen Ermittler am 17.8.2016 auch Hickeys Computer und Smartphone beschlagnahmt und fanden mehrere Korrespondenzen zwischen Bach und Hickey bezüglich Tickets. Am 12.7.2015 fragte Hickey bei Bach wegen der „Ticket ATR Situation“ an. Im Sommer 2015 monierte Hickey beim IOC-Präsidenten die Ticketzuteilung für Rio 2016: „Wir bitten um mehr Karten, schreibt er wiederholt, und meint mit ‚wir‘ offenkundig sein irisches olympisches Komitee, aus dessen Kontingent er, so die Verdachtslage, Karten für seine verbotenen Deals abgezwackt haben soll. Für die Eröffnungsfeier, so Hickey, hätten sie gerne 188 statt der bisher zugeteilten 38 Tickets; bei der Schlussfeier 128 statt 28; im Fußball-Finale der Männer 500 statt 0; im 100-Meter-Finale 242 statt 42; und beim Basketball-Finale der Männer 30 statt 0. Macht fast 1000 Tickets mehr für einige Höhepunkte der Spiele. Das sind happige Forderungen für ein einzelnes nationales Komitee. (…) Eine solche Forderung offenbart offenkundig das Selbstverständnis Hickeys, der in den jüngsten sportpolitischen Debatten stets treu an Bachs Seite stand. Nicht zuletzt, als das IOC trotz dokumentierten Staatsdopingsystems und heftiger internationaler Kritik Russland nicht komplett von den Spielen ausschloss“ (Ebenda).

– Hickey kommt raus
„Patrick Hickey ist vorläufig aus dem Gefängnis in Rio de Janeiro entlassen worden. Ein brasilianisches Gericht begründete den Schritt mit dem ‚kritischen Gesundheitszustand‘ des IOC-Funktionärs. Die Richter entsprachen damit einem Antrag von Hickeys Anwälten. Allerdings dürfe der 71-jährige Ire vorerst das Land nicht verlassen und musste seinen Reisepass abgeben. (…) Laut Behörden kann ihm – sollte sich der Verdacht erhärten – eine mehrjährige Haftstrafe in Brasilien drohen“ (IOC-Funktionär Hickey aus Gefängnis entlassen, in spiegelonline 30.8.2016).

– Hickey und das IOC-Ressort „Autonomie and Good Governance“
„Hickey darf das Land nicht verlassen, er musste seinen Reisepass abgeben. Seine Ämter lässt er ebenfalls ruhen, fürs Erste. Das trifft sich ein wenig ungünstig für den irischen Multifunktionär, der in diesen Tagen allerlei zu tun hätte. Hickey übersieht im IOC ja unter anderem auch das Ressort ‚Autonomie und Good Governance‘, er soll sicherstellen, dass die nationalen Olympiakomitees frei sind von politischen Lenkern oder Einflüsterern“ (Knuth 31.8.2016).
Hickey und „Good Governance“: Das heißt, den Bock zum Gärtner machen…

– Bach gibt den Blatter und fährt nicht zu den Paralympics
Der frühere Fifa-Präsident Sepp Blatter fürchtet – zurecht – eine mögliche Verhaftung durch US-Behörden in Zudsammenhang mit den Fifa-Korruptionsaffären. Er bleibt in der Schweiz und traut sich höchstens noch zu seinem Sportkumpel Wladimir Putin nach Russland. IOC-Präsident Thomas Bach steht die Welt – noch – offen, bis auf Brasilien. Aus Angst vor einer Vernehmung sagt er sogar die Paralympics in Rio 2016 ab.
„Bach hatte seine Reise zu den Paralympics kurzfristig abgesagt. Obwohl er eine erneute Reise nach Rio zu den Paralympics abgesagt hat, bleibt Thomas Bach weiter im Fokus der Ermittler im Fall illegaler Ticketverkäufe bei den Olympischen Spielen: Die brasilianische Polizei besteht auf einer Zeugenvernehmung des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees. Den Anspruch auf eine Aussage Bachs im Ermittlungsverfahren gegen das irische IOC-Exekutivmitglied Patrick Hickey unterstrichen die Ermittler erneut auf einer Pressekonferenz in der Olympiastadt. ‚Wir wollen Thomas Bach als Zeugen befragen, weil er in Emails auftaucht und wir bestimmte Unklarheiten aufklären möchten‘, erklärte Ronaldo Oliveira von der zuständigen Ermittlungskommission. Die Fahnder interessieren sich für Hintergründe einer Email-Korrespondenz zwischen Hickey und Bach über zusätzliche Kartenwünsche des Iren für die Olympia-Wettkämpfe. ‚Herr Bach hat nicht geantwortet, aber wir wissen, dass Herr Hickey 296 Sondertickets erhalten hat, und dazu wollen wir den IOC-Präsidenten befragen‘, erläuterte Oliveiras Kollege Ricardo Barbose de Souza die Absichten der Polizei. Das IOC hat bereits mehrfach betont, dass Ticket-Angelegenheiten nicht zum Aufgabenfeld seines Präsidenten gehören“ (SZ/SID, Polizei pocht auf Bachs Aussage im Olympia-Ticketskandal, in SZ 9.9.2016).

– Nachschlag für Hickey – von Bach?
„Laut der Polizei habe das irische olympische Komitee (OCI) nach der Verteilung der Karten für Rio und einer Beschwerde Hickeys beim IOC-Chef noch 296 Tickets als Nachschlag erhalten. Der 71-Jährige wird angeklagt, da während der Spiele in Rio fürs OCI bestimmte Karten zu überteuerten Preisen feilgeboten wurden. Im Zuge der Ermittlungen stellte die Polizei Nachrichten Hickeys an Bach sicher, in denen es um Ticketfragen und den Wunsch nach einem höheren Kontingent für die Top-Events wie etwa das Fußball-Finale ging. Die Polizei möchte den IOC-Chef daher unbedingt sprechen: ‚Wir wollen Thomas Bach als Zeugen befragen, weil er in E-Mails auftaucht und wir bestimmte Unklarheiten aufklären möchten‘, hieß es“ (296 Tickets mehr, in SZ 10.9.2016). – Bach zog es vor, statt die Paralympics in Brasilien am Wochenende 10. und 11.9. das kroatische NOK zu besuchen. „Bach sagte zudem, dass er von den brasilianischen Behörden nicht zu einer Anhörung im Skandal um das irische IOC-Mitglied Patrick Hickey eingeladen wurde“ (SID, Bach lieber in Kroatien, in SZ 12.9.2016).

– Hickeys Ticket-Geschäfte mit Bach persönlich
„Es ist eine Geschichte, die in eines der trübsten Schattenreiche der Sportpolitik führt: in das Geschäft mit den Eintrittskarten. In kaum einem anderen Segment lässt sich für Funktionäre so ungestört und reichhaltig Geld scheffeln wie hier; Jack Warner und andere Skandalfiguren im Fußball-Weltverband Fifa haben das über Jahrzehnte vorgeführt. Und auch Hickey soll das angeblich getan haben. Am Dienstag erhob Staatsanwalt Marcos Kac in Rio Anklage gegen den Iren sowie gegen dessen Landsmann Kevin Mallon von der Firma THG und acht andere Personen. Die Vorwürfe: Schwarzmarkthandel mit Tickets, Betrugs, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Organisation“ (Aumüller, Johannes, Kistner, Thomas, Nachrichten an den Präsidenten, in SZ 8.9.2016). Jedes Nationale Olympische Komitee (NOK) kann unter den offiziellen Ticketverkäufern (ATR) einen auswählen und Kartenwünsche äußern. Beim Olympic Council of Ireland (OCI) war es sowohl bei London 2012 als auch bei Sotschi 2014 THG Sports. Pikant: Pat Hickeys Sohn John Hickey arbeitet für THG.
Bei Hickeys Unterlagen fanden sich direkte Verbindungen zu IOC-Präsident Thomas Bach in Zusammenhang mit Ticketwünschen. „Die brasilianische Polizei hatte bei Hickeys Verhaftung dessen Laptop und Mobiltelefon sichergestellt. Hier fanden sich auch die Konversationen Hickeys mit Bach. Sie liefern keine Hinweise auf ein Vergehen, offenbaren aber einen vertraulichen Umgang mit dem Ticketthema. Insgesamt 65 Nachrichten sind dokumentiert – und mindestens drei von ihnen, die der SZ vorliegen, erscheinen den Ermittlern als sehr bemerkenswert. Am 12. Juli 2015 erbat Hickey ein ‚Gespräch unter vier Augen‘ wegen der Situation mit den ATR, die ‚in eine Sackgasse‘ steuere. Am 28. Juli 2015 beschwerte er sich bei Bach über die bisherige Ticketverteilung und forderte einen kräftigen Zuschlag für viele bedeutende Olympia-Veranstaltungen aus der sogenannten High-Demand-Kategorie. Allein 500 Karten für das Fußball-Finale der Männer, und insgesamt 1000 Karten zusätzlich, unter anderem für Eröffnungs- und Schlussfeier sowie für das 100-Meter-Finale der Männer in der Leichtathletik. (…) Am 16. Januar 2016 schließlich bat Hickey um ein Treffen zwecks ‚advise und guidance‘, das sich auf Deutsch von ‚Ratschlag‘ bis ‚Anordnung‘ übersetzen lässt“ (Ebenda).
Am 31.3.2015 lehnte das Organisationskomitee Rio 2016 THG als Ticketpartner ab: „Der Firmenname war in Brasilien bereits ein Begriff, mehrere THG-Mitarbeiter waren bei der WM 2014 wegen illegaler Ticketgeschäfte verhaftet worden. Kurz nach der Ablehnung gründeten in Dublin drei Herren eine Firma namens Pro 10 Sport. Offiziell haben Pro 10 und THG nichts miteinander zu tun. Als aber irische Journalisten eine Pro 10-Kontaktnummer anriefen, kam dort als Ansage auf der Mailbox: ‚Das ist die Nummer von Marcus Evans‘. Evans ist Gründer der THG, die Agentur gehört zur Marcus-Evans-Group. Im Dezember 2015 annoncierte das OCI dann Pro 10 als neuen Ticketpartner. Und im August 2016 erwischte die Polizei während der Rio-Spiele den THG-Direktor Kevin Mallon und Mitarbeiter mit Hunderten Tickets aus dem irischen Kontingent“ (Ebenda).

– Hickey: „bin absolut unschuldig“
In einer persönlichen Erklärung wies Hickey alle Vorwürfe zurück und versicherte: „Ich bin absolut unschuldig“ („Ich bin absolut unschuldig“, in spiegelonline 12.9.2016). Die Aussage von Bach stimmt wohl nicht: „Bach sagte zudem, dass er von den brasilianischen Behörden nicht zu einer Anhörung im Skandal um das irische IOC-Mitglied Patrick Hickey eingeladen wurde“ (SID, Bach lieber in Kroatien, in SZ 12.9.2016, siehe oben) Dagegen meldete spiegelonline: „Im Zuge ihrer Ermittlungen wollen die brasilianischen Behörden auch IOC-Präsident Thomas Bach zu der Angelegenheit befragen. Die Fahnder in Brasilien interessieren sich für Hintergründe einer E-Mail-Korrespondenz zwischen Hickey und Bach über zusätzliche Kartenwünsche des Iren für die Olympia-Wettkämpfe“ (Ebenda).

– Drei IOC-Direktoren haben sich mit Hickey abgesprochen
„Im Kriminalfall um den illegalen Tickethandel bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gerät die IOC-Führung weiter unter Druck. Gemeinsame Recherchen der brasilianischen Zeitung ‚O Estado de São Paulo‘ und SPIEGEL ONLINE dokumentieren erstmals, dass die wichtigsten Manager der IOC-Administration in den Vorgang involviert waren, das einflussreiche IOC-Mitglied Patrick Hickey mit Sonderregeln im Tickethandel auszustatten. Gemäß einem Schriftwechsel zwischen dem Iren Hickey und drei IOC-Direktoren soll die dubiose Lösung auch mit IOC-Präsident Thomas Bach abgesprochen gewesen sein. Am 10. April 2015 schrieb Hickey: ‚Ich habe dieses Vorgehen gestern mit Präsident Bach besprochen. Er bestätigte, dass er die Strategie akzeptiert'“ (Weinreich, Jens, Hohe IOC-Manager geraten im Ticketskandal unter Druck, in spiegelonline 13.9.2016). im Frühjahr 2015 hatte das Organisationskomitee Rio 2016 (Rocog) den Tickethändler THG abgelehnt. Hickey wollte dann, dass sein OCI selbst offizieller Tickethändler wird. „Hickey skizziert am 10. April 2015 sein angeblich mit IOC-Präsident Bach besprochenes Vorgehen in vier Punkten: Das Rocog, das gerade THG als offiziellen Tickethändler abgelehnt hatte, akzeptiert die Benennung des OCI zum Tickethändler. Das Rocog akzeptiert die Benennung von THG als Sublizenzhändler des OCI. Das IOC soll schriftlich versichern, dass die Ablehnung von THG durch die Brasilianer keine Auswirkungen auf künftige Geschäfte von THG etwa mit dem olympischen Organisationskomitee 2020 in Tokio haben würde. Hickey erneuert die beträchtlichen Ticketforderungen für 2016 an das Rocog. Christophe Dubi, IOC-Exekutivdirektor für Olympische Spiele, bestätigte dieses Vorgehen dreieinhalb Stunden später. Hickey hatte auch den Geschäftsführer des Rocog, Sidney Levy, über die trickreiche Lösung informiert. Am 16. April bestätigte IOC-Rechtsdirektor Howard Stupp die Lösung im Sinne Hickeys, als er den Entwurf für ein offizielles Schreiben des IOC verschickte. Neben Dubi waren zwei weitere langjährige IOC-Direktoren in den Vorgang involviert und arbeiteten die Sonderregelung für Hickey aus, die brasilianischen Behörden verdächtig vorkommt: Howard Stupp, der Rechtsdirektor, und Pere Miró, Direktor für den mit rund einer halben Milliarde Dollar gefüllten Entwicklungshilfefonds ‚Olympische Solidarität‘ und zugleich Direktor für die Beziehungen zu den 206 Nationalen Olympischen Komitees“ (Ebenda). Nun sieht die brasilianische Justiz noch mehr Gründe, hohe IOC-Funktionäre in der Causa Hickey zu vernehmen. „Nach Ansicht des neuen Dokuments erklärte ein langjähriges IOC-Mitglied SPIEGEL ONLINE: ‚Aus diesem Briefwechsel geht hervor, dass die Sonderregelung für Hickey mit Thomas Bach besprochen wurde. Im IOC führen Mitarbeiter nur das aus, was Ihnen gesagt wird'“ (Ebenda).
Und Bach kneift und traut sich nicht mehr nach Brasilien.  „IOC-Präsident Bach steht derzeit weltweit unter Kritik, weil er als erster IOC-Präsident seit Mitte der Achtzigerjahre nicht die Paralympischen Spiele besucht. Die Presseabteilung des IOC versucht diesen Vorgang mit dem vagen Hinweis auf Bachs ‚vielfältige Verpflichtungen‘ herunterzuspielen“ (Ebenda; Hervorhebung WZ). Gemunkelt wird auch, dass Bach das Internationale Paralympische Komitee abstrafen wollte, weil dieses Russland ausgeschlossen hat (Ebenda).

Nada-Aufsichtsratschef kritisiert Bach
„Die Kritik an Thomas Bach reißt nicht ab. Als nächster hochrangiger Funktionär attackierte Aufsichtsrats-Chef Hans-Georg Näder von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) den deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) scharf für dessen Amtsführung in den vergangenen Monaten. ‚Bach blamiert Deutschland und beschädigt durch sein Verhalten massiv die olympische Bewegung, weil er nicht klar Position bezieht zu Korruption im IOC und zum Doping – eine Problematik, die nicht nur auf Russland beschränkt ist‘, sagte Näder dem Tagesspiegel. (…) Anders als das IOC bei Olympia in Rio hatte das IPC im Skandal um Russlands Staatsdoping die russischen Athleten von den derzeit laufenden Paralympics in Brasilien ausgeschlossen. ‚In einer Welt, die sowieso aus dem Gleichgewicht geraten ist, wo alle klugen politischen Köpfe und alle Global Citizens mit Einfluss versuchen, ruhig Kopf zu bewahren, hat Thomas Bach die olympische Idee, die gerade in dieser Zeit eine wichtige Vorbildfunktion haben könnte, durch sein Misleadership schwer beschädigt‘, sagte Näder. (…) Näder ärgert sich allerdings auch darüber, dass Bach ‚es nicht mal geschafft‘ habe, die Paralympics bei seiner Rede auf der Schlussfeier der Olympischen Spielen in Rio ‚auch nur zu erwähnen‘. Das wäre üblich, sagte der Topmanager weiter. Bach ist der erste IOC-Präsident seit Langem, der den paralympischen Feiern und Wettbewerben fernbleibt“ (SID, „Bach blamiert“, in  SZ 14.9.2016).
Also doch die Ignorierung der Paralympics durch Bach aufgrund des Drucks von Russland?

Nachtrag 1: Hickeys Erbe – European Games in der Diktatur Weißrussland
„Die Europaspiele sind ein ewig umstrittenes Projekt des eigentlichen EOC-Präsidenten Patrick Hickey (Irland), der im August in Rio de Janeiro verhaftet wurde und Brasilien seither nicht verlassen darf. Hickey wird von der brasilianischen Justiz die Bildung einer kriminellen Vereinigung für den illegalen Handel mit Olympiatickets vorgeworfen, ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Er legte unmittelbar nach seiner Verhaftung vorübergehend alle Ämter nieder, darunter auch die Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und im IOC-Exekutivkomitee. Die EOC-Führung, der auch DOSB-Vorstandschef Michael Vesper angehört, steht weiter solidarisch zu Hickey. (…) Lukaschenko sandte zu Beginn der EOC-Vollversammlung Grußworte an Hickey. (…) Hickey-Gefolgsmann Kocijancic (Janez Kocijanic ist Nachfolger Hickeys als EOC-Chef; WZ) erklärte: ‚Wir haben die Anschuldigungen gegen Pat Hickey geprüft. Soweit wir wissen, hat er sich keiner Straftat schuldig gemacht.‘ Es gab großen Beifall. Hickey, der in zahlreiche Affären verstrickt ist, hatte die European Games 2019 an Russland vergeben wollen. Er behauptete monatelang, russische Städte wie Kasan und Sotschi hätten Interesse daran. Sein Plan war, die European Games mit der vollen Wiedereingliederung des russischen Sports in die internationale Arena zu verbinden. Nachdem im November 2015 die Welt-Antidoping-Agentur Wada Russland als nichtkonform mit dem Welt-Antidoping-Code erklärt hatte, wollte Hickey mit den Russen und mit dem IOC einen Deal verabreden. Doch Russlands Sportminister Witalij Mutko erklärte im Frühjahr 2016, dass man kein Interesse habe und mit der Fußball-WM 2018 und anderen Projekten bestens ausgelastet sei. Hickeys Russland-Plan hatte sich spätestens nach dem IOC-Beschluss im Sommer zerschlagen, Russland vorerst keine Sportereignisse zuzusprechen, wogegen andere Organisationen wie der Biathlon-Weltverband IBF allerdings verstießen und inzwischen Weltmeisterschaften an die Staatsdoping-Nation vergaben. Weniger als drei Jahre vor Austragung der Europaspiele stand das EOC-Exekutivkomitee unter Druck. Normalerweise werden derlei Megaevents sieben Jahre (Olympia) oder gar acht und mehr Jahre (Fußball-WM) zuvor vergeben. Wie Weißrussland, das sich in einer gewaltigen Wirtschaftskrise befindet, eine solche Aufgabe meistern will, weiß niemand“ (Weinreich, Jens, Der Diktator und die Spiele, in spiegelonline 21.10.2016).

Nachtrag 2: Hickey: „Bin total unschuldig“
Bis Anfang Dezember 2016 saß Hickey im brasilianischen Gefängnis; dann bekam er nach Zahlung einer Kaution von 410.000 Euro seinen Reisepass wieder und durfte nach Irland zurück. Das Geld kam von der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (Anoc): Dessen Vorsitzender ist der Multi-Sportfunktionär Al-Sabah. Hickey gab das Unschuldslamm: „Es waren extrem traumatische Monate für mich und meine Familie. Ich möchte betonen, dass ich total unschuldig bin“ (SID, „Total unschuldig“, in SZ 20.12.2016). – Hickey wurde im August in Rio de Janeiro verhaftet, „weil er für den illegalen Handel mit Olympia-Tickets eine kriminelle Vereinigung gegründet haben soll. Der dubiose kuwaitische Scheich Ahmad Al-Sabah, ein Fixpunkt in Bachs Netzwerk, hat soeben als Präsident der Weltvereinigung aller NOK, ANOC genannt, 410.000 Euro als Kaution für Hickey aus einem Etat zur Verfügung gestellt, der eigentlich der Sportförderung zu Gute kommen soll. Die ÖOC-Führung hält ebenfalls solidarisch zu ihrem Freund Hickey, auf dem Jahrestreffen der europäischen NOK jüngst in Minsk unterstützte man eine Resolution“ (Weinreich, Jens, Der Überlebenskampf: Olympische Winterspiele, in jensweinreich.de, Blog, 2.1.2017).

Nachtrag  3: Hickey tritt beim OCI zurück
IOC-Mitglied Patrick Hickey trat Anfang Februar 2017 als Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Irlands zurück: „Der 71 Jahre alte Hickey hatte das OCI 28 Jahre lang angeführt; er steht unter Verdacht, Olympia-Eintrittskarten aus dem Kontingent seines NOKs überteuert weitergegeben und sich daran bereichert zu haben“ (SID, Hickey tritt zurück, in SZ 7.1.2017).

Quellen:
Andersen, Jens Sejer, The year that killed the autonomy of sport, in playthegame.org 23.12.2015
Aumüller, Johannes, Kistner, Thomas, Wunschliste an Bach, in SZ 29.8.2016
Becker, Christoph
– Die sind doch nur neidisch, in faz.net 21.6.2015
– Schämt euch! in faz.net 28.6.2015
– Europa-Spiele 2019 finden in Russland statt, in fazt.net 20.11.2015
Butler, Nick, Working Group set up analyse european reluctance to bid forOlympics, in insidethegames.biz 6.11.2014
European Games in Aserbaidschan: Das Mini-Olympia beim Despoten, in zeit.de 10.6.2015
Hartmann, Grit, Spiele mit Despoten? Zur Zukunft sportlicher Mega-Events, in bpb.de 6.6.2014
Kistner, Thomas
– Überwältigende Skepsis, in SZ 18.7.2016
– Zögerlich am Telefon, in SZ 20.7.2016
IOC-Mitglied verhaftet, in SZ 18.8.2016
– Moral hinter Bettlaken, in SZ 19.8.2016
Knuth, Johannes, Im Zweifel unschuldig, in SZ 31.8.2016
Lennartz, Michael, Europaspiele und die Chancen auf Olympia, in fnp.de 22.6.2015
Ranghoher IOC-Funktionär in Rio festgenommen, in spiegelonline 17.8.2016
Schulze, Katrin, Höher, größer, reicher, in tagesspieggel.de 21.7.2014
SID, EOC erwägt Einführung von Europaspielen im Winter – DOSB zurückhaltend, in zeit.de 14.9.2015
Trotz Dopingskandal: Russland soll Europaspiele 2019 ausrichten, in zeit.de 21.11.2015
Weinreich, Jens
– Warum ein autoritäres Regime die ersten European Games ausrichtet, in krautreporter.de 28.4.2015
– Was vom Tage übrig bleibt (91): FIFA, Interpol, European Games, Patrick Hickey und die Verantwortungslosigkeit des Sports, jensweinreich.de 12.6.2015
– Das merkwürdige Spiel des ehrenwerten Lords, in spiegelonline 13.6.2015
– Ein fauler Kompromiss, in spiegelonline 21.6.2016
– Das Imperium schlägt zurück, in spiegelonline 18.7.2016
„Endlich mal der Richtige“, in spiegelonline 17.8.2016
– Bachs Blütenträume, in spiegelonline 21.8.2016
wikipedia.org


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