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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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März 2013

 
Zuletzt geändert am 27.03.2014 @ 17:41

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Im Februar 2013 besuchten 13.846 Internet-Nutzer unsere Nolympia-Webseite. Von Februar 2010 bis einschließlich Februar 2013 hatten wir 481.291 Besucher. Wir bedanken uns für das anhaltende Interesse.

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Termine:
3.3.2013:     Volksabstimmung in Graubünden, St. Moritz und Davos über OWSGraubünden 2022: ERLEDIGT, siehe unten
7.-9.3.2013: Volksbefragung in Wien über OSS „Wien 2028“: ERLEDIGT, siehe unter II
9.9.2013:     Abstimmung in Oslo über OWS „Oslo 2022“
10.11.2013:  Abstimmung in München über OWSMünchen 2022 (eventuell)
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Die Gliederung im März 2013 sieht so aus:

I: Nachrichten vom Wintersport
II: Allgemeine Nachrichten
III: Graubünden 2022;
IV: „München 2022“
V: Aktuelle Sportsplitter vom IOC etc.
VI: Aktuelle Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.
VII: Doping-News
VIII: Die Sportsender ARD/ZDF
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Zitate des Monats

Jörg Schild, Präsident Swiss Olympic: „Das Image des IOK ist nicht das beste, das hörten wir im Abstimmungskampf immer wieder“ (Schmid, Andreas, Jegen, Peter, „Das Image des IOK ist nicht das beste“, in nzz.ch 15.3.2013).

René Fasel, IOC-Mitglied, Mitglied des IOC-Exekutivkomitees, Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes, zur Abwahl von Graubünden 2022: „Ginge es nach mir, sollten wir schon morgen wieder eine Kandidatur starten“ (Graf, Simon, Städler, Iwan, „Morgen wieder eine Kandidatur starten“, in tagesanzeiger.ch 9.3.2013).

René Fasel (siehe oben): „Vielleicht müsste der Bund 3 Milliarden Franken für Olympische Winterspiele einsetzen und fragen, wer interessiert sei. Dann würden wohl alle kommen: die Bündner, die Walliser, die Berner, die Innerschweizer“ (Ebenda).
(Siehe auch unten; vergleiche im Kritischen Olympischen Lexikon: Fasel, René)

Sepp Blatter, lebenslanger Fifa-Präsident, in einem Brief an den neugewählten Papst Franziskus: „Ohne den Glauben an Gott mit dem Glauben an den Fußball auf eine Stufe stellen zu wollen, möchte ich anmerken, dass beide gemeinsame Werte haben“ (Weinreich, Jens, Joseph Blatters kastriertes Programm, in berliner-zeitung.de 20.3.2013).

Sepp Blatter, Fifa-Präsident, auf der Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees am 22.3.2013: „Wir werden weiter daran arbeiten, eine vollkommen demokratische Organisation zu werden“ (Rüttenauer, Andreas, Alternde Oberwitzbolde des Fußballs, in taz.de 22.3.2013).
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I: Nachrichten vom Wintersport

– Oberstdorf unermüdlich. Oberstdorf richtete die Nordische Ski-WM 1987 und 2005 aus. Die WM 2005 brachte einen zweistelligen Millionenbetrag an Schulden: unerheblich. Man bewarb sich erneut (und vergeblich) 2013, 2015 und 2017. Und nun auf ein Neues: Oberstdorf bewirbt sich um die Nordische Ski-WM 2019. Der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV) und Obertrommler Alfons Hörmann: „Ich sehe die Chancen als gut an und bin optimistisch“ (Oberstdorf bewirbt sich um nordische Ski-WM 2019, in zeit.de 2.3.2013).
Hörmann ist optimistisch, weil der DSV dann mit Millionen Euro abziehen könnte, während Oberstdorf in die nächsten Millionen-Schulden abstürzen würde.

– Nächste Skihalle vor dem Aus. Nach den Skihallen Snow Funpark in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) und Snowtropolis in Senftenberg (Brandenburg) gerät nun der Snow Dome in Bispingen bei Hamburg in Schwierigkeiten und wird zum 31.3.2013 den Betrieb einstellen. Betreiber waren die Bergbahnen Sölden GmbH mit Geschäftsführer Jakob Falkner. Fast fünf Millionen Euro öffentliche Fördergelder aus Niedersachsen sind 2006 beim Bau geflossen. Hauptursache der Schwierigkeiten bei Skihallen sind als größter Kostenfaktor die Stromkosten (Snow Dome steht vor dem Aus, in spiegelonline 7.3.2013).
Glücklicherweise scheint der Strompreis diese Stromverschwendung zu beenden.

– Eine Sport-Karriere.
„Seit der Wiedervereinigung haben sich etliche Funktionäre und Trainer des DDR-Leistungssport in nahezu allen deutschen Sportverbänden gut eingerichtet. Ihr herausragender Vertreter ist der 63jährige Thomas Pfüller“ (Purschke, Thomas, Sinistrer Forderer, in taz.de 4.3.2013).
Siehe auch unter Januar 2013: Das Biathlon-Sportpersonal Oberhof.
Pfüller war in der ehemaligen DDR seit 1978 stellvertretender Generalsekretär des DDR-Skiverbandes und seit 1984 Skilanglauf-Cheftrainer.
Nach der Wiedervereinigung stieg Pfüller auch im Deutschen Skiverband (DSV) kontinuierlich auf: vom technischen Direktor und Sportdirektor zum Generalsekretär und in die Geschäftsführung der DSV Leistungssport GmbH. Im DOSB gehört er dem Beirat Leistungssport an (Wikipedia). Im Oktober 2010 wurde er zum Vize-Präsidenten des Welt-Biathlonverbandes IBU gewählt. (Purschke, Thomas, Die Olympiabewerbung München 2018 und die dunklen Schatten der Vergangenheit, in dradio.de 30.1.2011; Wikipedia).
Pfüller behauptete – wie so viele ehemalige Verbands-Trainer der DDR -, nicht in das Staatsdoping bzw. die “Umsetzung des DDR-Staatsplans 14.25″ eingeweiht gewesen zu sein (Hahn, Thomas, Die Erinnerung der Anderen, in SZ 30.10.2010). Er sagte laut Protokoll der Richthofen-Doping-Kommission: „Ich habe sicher niemanden überzeugt mitzumachen, aber auch nicht dagegen geredet“ (Purschke 4.3.2013).
„Die Kommission stellte 1992 abschließend fest, Erkenntnisse aus der Systematik des DDR-Sports auch im Biathlon sprächen dafür, dass ‘auch Pfüller mit der Organisation von Doping im Sport in Berührung gekommen sein muss’. Im Ermittlungsverfahren zum DDR-Staatsdoping wegen Körperverletzung zum Nachteil der Sportler wurde Pfüller als Beschuldigter vernommen. Es lagen konkrete und ihn belastende Aussagen von Sportlern vor. Die Vernehmung durch Kriminalbeamte dauerte vier Stunden. Um frühere Athleten, die aus politischen Gründen um ihre Karriere betrogen wurden, oder um Doping-Geschädigte hat sich der DSV-Spitzenfunktionär bis heute kaum gekümmert…
Wie alte Seilschaften wirken, zeigte Pfüller auch 2006 mit der Verpflichtung des dopingbelasteten DDR-Biathlon-Verbandstrainers Wilfried Bock, der 1992 wegen seiner 15-jährigen Stasispitzeltätigkeit beim DSV nicht weiterbeschäftigt worden war. Pfüller und Bock waren einst Trainerkollegen bei Dynamo Zinnwald. Als die Rückholaktion von Bock 2009 publik wurde, musste Pfüller den Vertrag mit seinem Altlast-Spezi Bock aufkündigen“ (Ebenda).

– Auch Oslo lernt nicht von den Graubündnern. Anfang März 2013 stellte die Osloer Stadtspitze erste Olympische Pläne vor. Oslo 2022 soll zwischen 20 Mrd. Norwegische Kronen (rund 2,686 Mrd. €) und 4,567 Mrd. Kronen (rund 4,567 Mrd. €) kosten. Der Plan von „Spielen in der Stadt“ wurde verworfen. Die alpinen Skiwettbewerbe sollen nun in Kvitfjell stattfinden, zwei bis drei Stunden Fahrzeit von Oslo entfernt. Für Biathlon und Eisschnelllauf sollen neue Arenen gebaut werden – die natürlich auch ohne Spiele dringend benötigt würden, wie die Promotoren behaupten („badly needed“). Eröffnungs- und Schlussfeier fändenentweder im nationalen Fußballstadion – oder in einem neuen Stadion statt!
Offen ist noch, ob der norwegische Staat die vom IOC verlangten Garantien abgeben will. Oslo braucht auch dringend direkte öffentliche Unterstützung bei der Finanzierung. „Norwegen verfügt über eine solide Wirtschaft und Ölreichtum; trotzdem denken viele Norweger, dass das Geld besser für Schulen, Pflegeheime, die Gesundheitsfürsorge und andere Gemeinschaftsdienste ausgegeben werden sollte“ (Berglund, Nina, Oslo rolls out ist Olympic plans, in newsinenglish.no 7.3.2013). Auch das Bürgerreferendum am 9.9.2013 ist umstritten, da tausende ständiger ausländischer Bewohner hier zwar Steuern zahlen, aber nicht wie sonst mitstimmen dürfen, da das Referendum zusammen mit den allgemeinen nationalen Wahlen durchgeführt wird. (Außerdem wurde das Wahlalter für dieses Referendum von 18 auf 16 Jahre abgesenkt, da sich die Verantwortlichen mehr Zustimmung bei den Jungen erwarten.)
Aus der Tatsache, dass Graubünden 2022 abgewählt wurde, ziehen die Verantwortlichen von Oslo 2022 keine Lehren, sondern sehen – wie die Promotoren von München 2022 -, nur die eigenen Chancen steigen. Olympische Winterspiele seien kein Event für nur 14 Tage. Ganz Norwegen würde davon profitieren. Aktionen zu Gesundheit und sportlichen Aktivitäten würden vier Jahre vor den Spielen begonnen und nachher weitergeführt werden; die Tourismusmanager und Hotelverbände seien begeistert etc. („I think this will be a fantastic possibility for Oslo“); neue Sportarenen sollen kommen, die Wirtschaft wäre positiv beeinflusst, die Immobilienwirtschaft gestärkt, internationale Konferenzen würden nach den Spielen kommen (Ebenda; vgl. auch Fester grepet om byutvikling i ostlige bydeler, www.oslo.2022.oslo.kommune.no).
Kurz: das übliche olympische Gesülze vor der Bewerbung. Der olympische Katzenjammer kommt dann später.

– Oslos Olympische Promotoren spielen Defizitrisiko herunter. Die Hauptpromotoren von Oslo 2022 sind: Ola Elvestuen, Stadtrat für Umwelt und Verkehr, Borre Rognlien, der Chef des Nationalen Olympischen Komitees und Stian Berger Rosland, der Regierende Bürgermeister von Oslo (Berglund, Nina, Olympic Boosters downplay deficit, in newsinenglish.no 26.3.2013; Wikipedia). Das Defizit von Oslo 2022 wird von diesen Herren – wie üblich viel zu niedrig – mit umgerechnet 1,5 Milliarden US-Dollar angegeben (rund 1,17 Milliarden Euro). Elvestuen lobte u. a. den „Wert der guten Erfahrungen“, die Gesamtentwicklung der Stadt und die „beträchtliche Begeisterung“, die der Wintersport hervorrufen kann.
Einer der Kritiker der Osloer Bewerbung, Bjorner Moxnes von der linken Partei Rot, kritisierte: „Es ist nett, dass Elvestuen die Faktoren Gemütlichkeit und Spass auf der Habenseite eines Olympischen Budgets verbuchen will, aber dies ist schlicht und einfach nicht seriös. Das ist ‚Voodoo Economics'“ (Ebenda). Der Professor am Oslo College ogf Marketing, Hans Mathias Thjomoe, verwies auf den zweifelhaften und völlig überschätzten „Olympic Effect“: Normalerweise gäbe es nur während der Spiele ein kurzes Aufflackern des Gemeinschaftssinns, das wenige Wochen anhält, und dann gehen die Leute zum Alltag über (Ebenda).
Das geplante Referendum in Oslo am 3. September 2013 wird nicht nur deshalb kritisiert, weil zehntausende ausländischer Bewohner und Steuerzahler nicht abstimmen dürfen. Auch das ganze übrige Land ist ausgeschossen, obwohl Oslo staatliche Garantien für das IOC braucht (Ebenda).

– Millionärshügel Gudiberg. Für die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen wurden 6,8 Millionen Euro in den Hang investiert: „5,1 Millionen für Beschneiung, Pistenbau und Funktionsräume sowie 1,7 für die Bahn. Insgesamt vier Millionen Euro davon flossen als Zuschuss“ (Brinkmann, Tanja, Holzapfel, Matthias, Am Gudiberg hat Training Vorrang, in Münchner Merkur 13.3.2013). Aber bis 2017 findet im FIS-Kalender kein Slalomrennen auf dem Gudiberg statt. Mit dem Zuschuss soll allein der Trainingsbetrieb für den Ski-Spitzensport ermöglicht werden: Damit sind anderweitige Nutzungen wie allgemeiner Wintersport oder touristische Sommernutzung eingeschränkt: Damit die Vorgaben der Zuschussgeber nicht verletzt werden (Ebenda).
Ein nutzloser und ruinierter Hügel, in den Millionen investiert wurden…

– Unbekanntes Sotschi. „Nur jeder Dritte kennt den Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014… 34 Prozent der Befragten wussten, dass sich die Sportelite im kommenden Jahr in Russland trifft. Weiteren 15 Prozent war immerhin bekannt, dass die Spiele in Russland stattfinden“ (SID-Umfrage: Nur jeder Dritte weiß von Sotschi, in donaukurier.de 14.3.2013).
Vier Wochen vorher wird Sotschi 2014 im Fokus der Öffentlichkeit sein, die zwei Wochen während der Spiele, dazu noch etwas Paralympics – und dann ist der Spuk wieder vorbei. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und da redet das IOC immer von diesen sagenhaften Bekanntheitswerten der Austragungsorte…

– Sotschi bunkert Winter 2014. Da Sotschi ja subtropisch liegt (derzeit Ende März 14 Grad und Regen), bunkern die russischen Organisatoren an den Wettkampfstätten schon jetzt, im März 2013, an sieben separaten Stellen 450.000 Kubikmeter Schnee: Sie sollen mit Planen abgedeckt werden. Mindestens 140.000 Kubikmeter werden bis zu den olympischen Winterspielen im Februar 2014 wegschmelzen. 400 Schneekanonen sind in Betrieb: Es werden sicher noch mehr. Die Schneelagerung kostet allein schon elf Millionen Dollar (Russland bunkert Schnee für Olympische Winterspiele, in spiegelonline 26.3.2013).

– Keine Dopingkontrollen in Sotschi. Bei der Einzelstrecken-WM der Eisschnellläufer Ende März 2013 in Sotschi wurden den Sportlern keine Blutkontrollen abgenommen. Der medizinische Berater des Weltverbandes ISU erklärte, es sei in der Umgebung von Sotschi „in einem Radius von zwei Autostunden keine Blutkontrollmaschine vorhanden“ (Keine Bluttests, in SZ 30.3.2013).
Das geht ja gut los…

– Sotschi 2014 immer teurer. Bei 37,5 Milliarden Euro (rund 48 Milliarden US-Dollar) liegen inzwischen die Kosten der Olympischen Winterspiele 2014. Das übliche Verwirr-Spiel mit OCOG- und Non-OCOG-Budget: Der stellvertretende Ministerpräsident Dmitrij Kosak erklärte, die Kosten für die Olympischen Spiele selbst lägen bei „nur“ fünf Milliarden Euro; das Übrige diene „der Entwicklung der Region“ (Veser, Reinhard, Abrutschende Neubauten, in faz.net 29.3.2013). Allein die Kosten für die Skisprungschanzen haben sich auf das Siebenfache erhöht – auf 200 Millionen Euro. Gebaut werden die Schanzen von einer Firma, die dem stellvertretenden NOK-Chef Achmed Bilatow gehört: Er musste im Februar 2013 auf Druck von Putin sein Amt aufgeben und reiste nach seiner Absetzung „sicherheitshalber zu einer medizinischen Behandlung nach Westeuropa“ (Ebenda). Ignoriert wurden die bei den Einheimischen bekannten schwierigen geologischen Bedingungen: „Nun müssten umfangreiche Sicherungsarbeiten vorgenommen werden, um ein Abrutschen der Schanzen zu verhindern“ (Ebenda).

– Abolzungen für Pyeongchang 2018. Von den Gegnern von London 2012 ist mindestens noch eine Gruppe aktiv: http://www.gamesmonitor.org.uk/
gamesmonitor.org berichtete im Januar 2013 mit Fotos über Abholzungen eines der ökologisch wertvollsten Waldgebiete in Südkorea für die Infrastruktur der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang: „the whole area is designated by the Korean Forestry Service as an area for the ‚Protection of flora genes and forest Eco-systems‘ as the sign below indicates. This designation is to be withdrawn by the Forestry Service to allow the area’s destruction for the 2018 Olympics after the South Korean Government passed a special law to negate this designation“ („Die ganze Region wurde von der Koreanischen Forstbehörde als ‚Schutzgebiet für die genetische Vielfalt der Pflanzen- und Waldgesellschaften‘ eingestuft, wie das untere Schild anzeigt. Diese Klassifizierung wird durch die Forstbehörde zurückgezogen, um die Zerstörung des Gebietes für die Olympischen Winterspiele 2018 zu ermöglichen, nachdem die südkoreanische Regierung ein entsprechendes Gesetz gebilligt hat, um diesen Schutz aufheben zu können“; Cheyne, Julian, Unique Korean habitat in danger from Pyeongchang Olympics, in www.gamesmonitor.org 20.1.2013).
„Naturschützer weisen darauf hin, dass Mount Kariwang-san einen ‚Super-A-Klasse‘-Wert hat, der sehr viele Baumarten beherbergt… die nun den Ski-Abfahrtsstrecken weichen müssen… und einem ‚Kettensägen-Massaker‘ entgegensehen, wenn die geplanten Arbeiten für die olympischen Skigebiet der 2018-Spiele beginnen“ (Ebenda).
Siehe hier
Olympic business as usual: Das Olympische Erbe ist Zerstörung.

– Polen und Slowakei 2022. Polen will sich zusammen mit der Slowakei um die Olympischen Winterspiele 2022 bewerben. Die Gesamtkosten werden auf zwei Milliarden US-Dollar geschätzt (rund 1,5 Milliarden Euro), wovon die Slowakei zwischen 20 und 30 Prozent tragen soll. (Tomck, Radoslav, Slovakia to join Poland’s Bit for 2022 Olympics to Spur Growth, in bloomberg.com 13.3.2013; Lopatka, Jan, Polish, Slovak leaders back 2022 Winter Olympic bid, in reuters.com 27.3.2013).
Oh je – die Ärmsten! Immerhin hätte dann das IOC zumindest einen Kandidaten für 2022.
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II: Allgemeine Nachrichten

– Nachtrag zum Ende der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft im Münchner Olympiapark: Im März 2013 wurde ein naheliegender Grund für das Ende der DTM bekannt: „Danach war es mitnichten die genervte Stadtspitze, deren Machtwort (…) den lärmenden Spuk ins Abseits beförderte. Vielmehr habe die Weigerung der Autofirmen, für das Show-Spektakel Wertungspunkte zu vergeben, die öffentlich-rechtlichen TV-Sender veranlasst, von Übertragungen Abstand zu nehmen“ (Kronewiter, Thomas, Das Ende der Boliden, in SZ 6.3.2013),

– Auch die Wiener sagten ab. Was bisher geschah: Vom 7. bis 9. März 2013 war in Wien eine Volksbefragung u. a. zu dem Thema geplant: „Soll sich die Stadt um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2028 bemühen.” Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl (wäre 79 Jahre alt im Jahr 2028) hielt eine Bewerbung Wiens für eine gute Sache und übte Zweckoptimismus: „Wenn wir uns bewerben, werden wir gewinnen“ (Große Chance – viele Fragezeichen, in sport.orf.at 7.3.2013). Auf dem Foto tauchte neben ihm ÖOC-Präsident Karl Stoss auf. Auch Wiens Grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou war begeistert und schwärmte noch Mitte Februar 2013 von (ausgerechnet!) den Olympischen Sommerspielen Athen 2004 – und von Wien 2028. (Vergleiche dazu Chronologie Februar 2013).
Nun gab es im Vorfeld reichlich Kritik in der österreichischen Presse – mit Verweisen auf die immens gestiegenen Sicherheitskosten, die fehlende Sportinfrastruktur etc. „Über Auswirkung und Kosten einer Bewerbung geschweige denn des Events wurde die Bevölkerung weitgehend im Unklaren gelassen. Die Wiener wurden, was mögliche Olympische Sommerspiele 2028 betrifft, nicht mit zuviel Information verwirrt“ (Neumann, Fritz, Wenn Wien die Weichen stellt, weitet sich Olympia-Frage aus, in derstandard.at. 6.3.2013). SP-Klubobmann Schicker sprach von 80 bis 100 Millionen Euro (!) Bewerbungskosten, Sportstadtrat Christian Oxonitsch von 20 bis 25 Millionen Euro. „Die Differenz blieb unerklärt“ (Ebenda).
„Olympische Sommerspiele haben eine derart gigantische Dimension angenommen, dass Wien dafür einfach zu klein ist. Das Geld, das in eine Bewerbung fließen würde, könnte man im Sport viel sinnvoller einsetzen“ (Team1012.at, Olympische Spiele in Wien? 4.3.2013; hier findet sich auch eine gute Zusammenfassung der meisten Gründe, die gegen Wien 2028 sprechen).
Wie auch immer: Nach Auszählung der Stimmen war Schluss mit Wien 2028. Die offizielle Wahlbeteiligung betrug knapp 30 Prozent, der Anteil der Nein-Stimmen 71,94 Prozent, mit Ja stimmten 28,06 Prozent (Vorläufiges Ergebnis der Wiener Volksbefragung, wien.gv.at 12.3.2013).
Bürgermeister Häupl fand das Ergebnis „persönlich schade“. Die taz titelte: „Einsames Stadtoberhäupl“ (Skocek, Johann, in taz.de 12.3.2013).
Siehe auch unter „Aktuelles“: Wien 2028 – Nein danke!

Das frühe Ende der amerikanischen Gladiatoren
(Quelle: Schmieder, Jürgen, Ein leeres Gesicht, in SZ 30.3.2013; Wikipedia)
Derek Boogaard, Eishockeyspieler (Enforcer): *1982, †13.5.2011: Gehirnkrankheit durch Erschütterungen des Kopfes; Suizid mit Cocktail aus Alkohol und Schmerzmittel (Oxycodon); die Familie des Verstorbenen verklagt die National Hockey League (NHL). „Die Familie des Verstorbenen reichte vergangene Woche bei einem Gericht in Chikago eine Klage ein, in der sie die NHL beschuldigt, Boogaard zur Einnahme von Schmerzmitteln ermutigt und in die Medikamentenabhängigkeit getrieben zu haben. So sollen Temärzte der Minnesota Wild in der Saison 2008/2009 dem Spieler 1021 Schmerz- und Schlaftabletten verschrieben haben…“ (Tödlicher Cocktail, in Der Spiegel 21/18.5.2013).
Rick Rypien, Eishockeyspieler (Enforcer): *1984; †15.8.2011, litt an Depressionen, Suizid
Jovan Belcher, American Football: *1987; †1.12.2012; erschoss erst seine Freundin, dann sich selbst
Wade Belak, Eishockeyspieler, *1976; †31.8.2011: Suizid durch Erhängen
Junior Seau, American Football, *1969; †2.5.2012, Gehirnschäden durch ständige Zusammenstöße, Suizid durch Erschießen
etc.
Umsätze der US-Ligen: National Hockey League (NHL): 3,4 Milliarden $; National Basketball Association (NBA): 5 Milliarden $; Major League Baseball (MLB): 7,5 Milliarden $; National Football League (NFL): 9,5 Milliarden $.
“Auf der Forbes-Liste der 50 wertvollsten Sportvereine stehen 39 amerikanische Klubs. Doch die Probleme sind nicht länger zu tarnen: Athleten erleiden Kopfverletzungen, sie werden depressiv und aggressiv und zu einer Gefahr für sich und andere“ (Ebenda). Ein weiteres Problem neben den Sportverletzungen ist Doping. „Seit 2003 wurden fast 200 Baseballspieler positiv getestet“ (Ebenda). Bronson Arroyo, Baseball: „Ich nehme zehn bis zwölf verschiedene Mittel pro Tag, an Spieltagen mehr, alle Tests waren bisher negativ“ (Ebenda).
Eric Winston, American Football, im Oktober 2012: „Wir sind keine Gladiatoren, das hier ist nicht das Kolosseum in Rom. Es ist ein Spiel! Ich habe mittlerweile verstanden, dass ich wahrscheinlich nicht sehr lange leben werde, wenn ich dieses Spiel spiele“ (Ebenda).
Vergleiche im Kritischen Olympischen Lexikon: Brot und Spiele, VIP-Lounge

– München kauft Eliteschulen-Grundstück. Die Stadt hat am 25.3.2013 den Kaufvertrag für ein Grundstück an der Knorrstraße im Münchner Norden unterzeichnet: Hier soll die neue „Eliteschule des Sports“ entstehen (Stadt kauft Grundstück füer neues Gymnasium, in SZ 28.3.2013).

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III: Graubünden 2022

– Macht Platz. Unter diesem Titel veröffentlichte Holger Gertz am 1.3.2013 in der SZ einen Artikel über die Graubündner und die Bewerbung 2022, siehe hier. Da steht zum Beispiel: „Olympiabewerbungen sind inzwischen Übungen in direkter Demokratie. Nicht ausgeschlossen, dass in allen Kandidatenstädten die Menschen Nein sagen zu den gigantischen Spielen, und zu einem IOC, das in die Veranstaltungsorte einfällt wie eine Besatzungsarmee. Und das sich reformieren muss, wenn es Olympische Spiele in Zukunft nicht nur noch bei Putin und Konsorten austragen lassen will, in Ländern also, die so vordemokratisch organisiert sind wie das IOC selbst.“

– Beerdigung erster Klasse: Am 3.3.2013 beerdigte die Graubündner Bevölkerung die Bewerbung Graubünden 2022 mit annähernd 53 Prozent Gegenstimmen.
Zur Erinnerung an die Bewerbung vom Kanton Graubünden 1988, die von rund 76 Prozent der Bevölkerung abgelehnt wurde: „In aller Schlichtheit: eine Beerdigung ersten Ranges. Das Ergebnis erstaunt nicht in seinem Ausgang, aber in seiner Heftigkeit und seinem Ausmaß. Da mag man verschiedenes als Gründe angeben, aber nehmen wir es doch zum Nennwert: dort, wo das Volk etwas mitzusagen hat, ist Olympia tot; Spektakel, mehr nicht…“ (Lebrument, Hanspeter, Olympia ade! in Bündner Zeitung 3.3.1980; Hervorhebung WZ).
Graubünden 2022 wurde in St. Moritz und Davos (erstaunlicherweise) angenommen; aber z.B. die Kantonshauptstadt Chur sagte mit fast 60 Prozent ab (Burgener, Samuel, Kistner, Thomas, Das Volk sagt „Nein“, in SZ 4.3.2013). Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild äußerte zum Ergebnis, dass „Olympia in den nächsten 20 Jahren kein Thema ist“ (Burgener, Samuel, Keine Lust auf Gigantismus, in SZ 5.3.2013).
Soll man das glauben? Andernteils wird sich im Jahr 2032 der Klimawandel noch weit stärker auswirken. Wenn es sie noch gibt, würden die Olympischen Winterspiele trotzdem noch gigantischer sein – wie der Profit des IOC. Und die Kosten – und das Defizit – würden entsprechend weitersteigen.
René Hofmann, Olympia, nein danke, in SZ 5.3.2013: “Das Nein im Gebirge ist ein mächtiges sportpolitisches Wetterleuchten. Dessen Licht lässt vieles, was hier schiefläuft, in scharfen Kontrasten hervortreten… Keine andere Nation ist ähnlich eng mit den Mächtigen des Sports verbandelt. Dass nun selbst die Schweizer „Olympia , nein danke!“ sagen, heißt deshalb etwas. Es signalisiert den Lenkern des Sportgeschäfts, dass sie schnell umsteuern sollten… Es ist vor allem ein ungutes Gefühl: Die Einnahmen wandern zu den Verbänden, die Kosten müssen die Bürger des Ausrichterlandes schultern. Wie viel Abneigung ein solches Szenario – Gewinne werden privatisiert, Verluste verstaatlicht – hervorruft, mussten in der Schuldenkrise die Banken erkennen. Nun deutet sich für die Welt des Sport Ähnliches an… Das Thema Olympia ist zur Gefahr geworden. Ein Renner ist es fast nur noch dort, wo es nicht wirklich demokratisch zugeht.”
Näheres unter „Aktuelles“ mit Presseerklärungen: Hier.

– Nur noch Buchhaltung abschließen… Der bisherige Mediensprecher von Graubünden 2022, Christian Gartmann, sagte der Presse, es ginge nur noch darum, die Archivierung und die Buchhaltung abzuschließen (Olympia: Nun gehts mit Bündner Hilfe gegen München 2022, in suedostschweiz.ch 6.3.2013).
Ob es wohl so kommt bei Graubünden 2022 wie bei München 2018: Die Abwahl erfolgte am 6.7.2011, und bis heute liegt kein Geschäftsabschluss vor!

– Helle Freude in Oslo – beim dortigen IOC-Mitglied Gerhard Heiberg. Heiberg, IOC-Mitglied, Antreiber der Bewerbung Oslo 2022, ist erleichtert, dass Graubünden abgesagt hat: „Sie waren sehr formidable Konkurrenten. Dass sie jetzt abgesagt haben, macht es für uns leichter“ (Brekken, Thor Benjamin, Heiberg zum Schweizer Nein, tbb@tv2.no).

– Olympiafreier Alpenraum: „Inzwischen vernetzen sich die Olympiagegner aber nicht nur zwischen Chur und München, sondern im ganzen Alpenraum, wie Grass (Komitee Olympiakritisches Graubünden; WZ) betont. Die Alpenschutz-Organisation Cipra habe sich des Themas wieder angenommen, und es entstehe ein alpenweiter Widerstand gegen olympische Projekte. ‚Am liebsten würden wir auch die Norweger mit ins Boot holen.‘ Die norwegische Hauptstadt Oslo ist ebenfalls im Gespräch für die Winterspiele im Jahr 2022. ‚Wir wollen das Thema warm halten“ (Berger, Olivier, Im Alpenraum schließen sich die Reihen gegen Olympia, in suedostschweiz.ch 6.3.2013).

– Schweiz: Small is beautiful. Nicht zu vergessen: Die Graubündner beerdigten am 3.3.2013 nicht nur Graubünden 2022. Die Schweizer nahmen außerdem mit großer Mehrheit die „Abzockerinitiative“ an, welche die grenzenlose Bonusverteilung an Manager begrenzt, sowie die Änderung des Raumplanungsgesetzes, das zu große Bauzonen verkleinern und damit die Zersiedelung der Schweiz einbremsen soll.
– Deutschland: Big is beautiful. Berliner Großflughafen, Elbphilharmonie, Stuttgart 21, 2. Stammstrecke München (München 21), München 2022…

– Trachsel tritt – natürlich – nicht zurück. Regierungspräsident Hansjörg Trachsel war einer der eifrigsten Verfechter von Graubünden 2022: kein Wunder, dass in Schweizer Medien sein Rücktritt gefordert wurde. Da musste Trachsels Stellvertreter Mario Cavigelli in die Bresche springen: Der geforderte Rücktritt sei eine „unnötige Personifizierung“. „Das politische System in Graubünden sehe keine Rücktritte nach politischen Niederlagen vor“ (Furter, Reto, Trachsel hadert mit Rücktrittsforderung, in Die Südostschweiz 6.3.2013).

– Keine Reflexion in Bayern. Im Interview der Südostschweiz habe ich über die Situation in Bayern gesagt: „Tatsächlich jubilieren die Promotoren jetzt. Allerdings fragt in Bayern niemand, wieso die Bündnerinnen und Bündner die Spiele nicht wollten“ (Berger, Olivier, Im Alpenraum schließen sich die Reihen gegen Olympia, in Die Südostschweiz 6.3.2013).

– Interview mit Jon Pult. Der Graubündner SP-Präsident Jon Pult wies auf wichtige Argumente gegen Graubünden 2022 hin: Das IOC hat aus den Spielen „eine gigantische Kommerzmaschine gemacht. Die Werte des Sports sind nebensächlich geworden.“ – „Wir mussten auf die Propagandabotschaft der Befürworter, es sei möglich, kleine, nachhaltige, umweltfreundliche Spiele zu machen, reagieren. Sie hatten das Gegenteil von dem erzählt, was Olympische Spiele in Wirklichkeit sind. Wir mussten das wahre Gesicht der Olympischen Spiele zeigen… Die Rahmenbedingungen legt noch immer das IOC fest, und da ist von Kehrtwende keine Spur.“  – „Unsere Hauptargumentation war nun mal die, dass Olympia unter den heutigen IOC-Bedingungen nicht nachhaltig sein kann… Aber der Gigantismus, die Geldverschwendung und die Umweltschädlichkeit wären geblieben. Und solche Spiele wollten wir nicht.“ – „Olympia ist kein Allheilmittel, sondern hat neben gewissen Vorteilen auch viele Nachteile für den Tourismus. Das Schicksal Graubündens hängt nicht an Olympia.“ – „Unser grösstes Problem sind die Preise. Wir sind zu teuer. Mit Olympia wäre das Preisniveau noch mehr gestiegen. Unser Wettbewerbsnachteil hätte sich also verschärft.“ – „Meine Verantwortung als Grossrat und Präsident der SP Graubünden ist die Entwicklung Graubündens. Und mit unserem Kampf haben wir Schaden vom Kanton abgewendet. Und es bleibt auch die Hoffnung, dass beim Internationalen Olympischen Komitee immer weniger Bewerbungen eingehen und das IOC dann von sich aus die Rahmenbedingungen ändert.“ (Interview: Christian Buxhofer, „Wir mussten das wahre Gesicht von Olympia zeigen, in Bündner Tagblatt 6.3.2013)

IOC-Präsident: Nur ein Nein. Jacques Rogge äußerte zur Niederlage von Graubünden 2022: „Es ist ein Nein zu den Olympischen Winterspielen 2022 im Kanton Graubünden, mehr nicht.“ – „Es war in meinen Augen ganz bestimmt kein grundsätzlicher Entscheid gegen den Sport“ (Jacques Rogge: „Es war nur ein Nein zu 2022“, in Bündner Tagblatt 7.3.2013).
Es war auch kein Entscheid gegen den Sport, sondern gegen den IOC-Sport!

– Der „Eishockey-WM-beim-Diktator“-Fasel will gleich wieder. René Fasel, IOC-Mitglied, Mitglied des
IOC-Exekutivkomitees, Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes, lieferte ein bemerkenswertes Interview im Tagesanzeiger ab (Alle Zitate: Graf, Simon, Städler, Iwan, „Morgen wieder eine Kandidatur starten, in tagesanzeiger.ch 9.3.2013).
Fasel: „Nebst dem Neid auf unseren Einfluss und Status höre ich immer wieder den Vorwurf des Gigantismus – vor allem bezogen auf die Winterspiele in Sotschi.“ – Frage: „Sie finden also den Vorwurf des Gigantismus betreffend Sotschi deplatziert?“ Fasel: „Was soll die Frage?“
Fasel zur Abwahl von Graubünden 2022: „Ginge es nach mir, sollten wir schon morgen wieder eine Kandidatur starten.“ (Hervorhebung WZ). Dann brachte Fasel einen teuren Vorschlag: „Vielleicht müsste der Bund 3 Milliarden Franken für Olympische Winterspiele einsetzen und fragen, wer interessiert sei. Dann würden wohl alle kommen: die Bündner, die Walliser, die Berner, die Innerschweizer.“
Motto: Anscheinend laufen die Kantone dann besinnungslos dem Geld hinterher – wenn es nur viel genug ist.
Zum Agieren von Bundespräsident Maurer als eifriger Verfechter von Graubünden 2022: „Auch muss ich Bundespräsident Ueli Maurer ein Kompliment machen. Er hat sich unwahrscheinlicuh stark für die Winterspiele eingesetzt. Es gibt aber auch andere Politiker, die populistisch oder demagogisch sind.“
In Wirklichkeit war es Maurer, der populistisch und demagogisch agierte – und politisch fragwürdig als Bundespräsident, der unabhängig agieren muss. Und unehrlich bezüglich der von Anfang an vom IOC in seinen Verträgen geforderten unbegrenzten Defizitgarantie.
Fasels Presseschelte: „Und die Presse hat uns auch nicht geholfen. Sie können sich nicht vorstellen, was für eine Macht Sie haben. Wahrscheinlich müsste man sich mit allen wichtigen Medien zusammentun, bevor man ein solches Grossprojekt angeht.“
Nun stand zum Beispiel der komplette Ringier-Verlag mit seinen sämtlichen Zeitungen hinter der Bewerbung: Fasel greift hier also die unabhängige Presse und ihre Journalisten an.
Fasels nächste Presseschelte: „Auch bei Sion 2006 waren die Schweizer Medien schuld, dass es nicht klappte. Wenn man das ganze IOK skandalisiert und den damaligen Präsidenten Juan Antonio Samaranch attackiert, dann … Ich sage nur: Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.“
An dieser Stelle ist ein kurzer Rückblick auf die wirklichen Gründe für das Ende der Bewerbung von Sion 2006 nötig. Marc Hodler, seit 1963 IOC-Mitglied und langjähriger Präsident des Weltskiverbandes FIS, lieferte mit seiner Bemerkung über die schmutzige Vergabe Olympischer Spiele die Vorgabe: „Hodler war zwei Jahrzehnte für olympische Bewerbungen zuständig. Am 11.12.1998 sprach Marc Hodler in der IOC-Zentrale in Lausanne über Bestechungen und löste die größte Krise der olympischen Bewegung aus: Er berichtete über „klare Korruption“, über „organisierten Stimmenkauf, schmutzige Werbekampagnen und sagte: Er kenne keine Stadt, die Olympische Spiele auf ‚unangreifbare Weise’ erhalten habe… Auf einmal aber sorgt ausgerechnet Marc Hodler, seit 1963 im Kartell des Schweigens und einer seiner Mächtigsten, dafür, dass Samaranchs Reden von der ‚olympischen Bewegung’ für die ‚Jugend der Welt’ als verkaufsförderndes Geschwätz entlarvt sind“ (Brinkbäumer/Geyer/Wulzinger 1998). Ende 1999 sagte Hodler: „Es gibt ein IOC-Mitglied, das vertritt die These, wonach Käuflichkeit allein eine Frage des Preises ist” (Kistner, Thomas, Weinreich, Jens, Der olympische Sumpf, München 2000,  S. 74).
So war das wirklich mit  dem Ende der Bewerbung von Sion 2006, Herr Fasel. Und das wissen Sie genau. Und es waren nicht die Journalisten schuld, sondern die korruptiven Machenschaften der IOC-Mitglieder.
Vergleiche im Kritischen Olympischen Lexikon – auch zur engen Kooperation von Fasel mit dem weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko: Fasel, René und unter „Aktuelles“: Eishockey-WM 2014 beim Diktator.

Und noch eine Meldung in Zusammenhang mit der Weißrussland-Eishockey-WM-2014 und ihrem Promoter Fasel: „Staatschef Alexander Lukaschenko regiert dort seit bald zwanzig Jahren, zuletzt ließ er sich im Dezember 2010 wiederwählen, die Straßenproteste ließ er niederknüppeln. Regimegegner organisierten danach stumme Demonstrationen, da forderte niemand mehr einen Machtwechsel, die Menschen klatschten bloß in die Hände. Lukaschenko untersagte daraufhin öffentliches Händeklatschen. Mehrere tausend Weißrussen sind seitdem festgenommen und wegen Händeklatschens zu Geld- und Haftstrafen verurteilt worden. Auch ein Mann in der Stadt Grodno, der nur einen Arm hat, musste 200 Dollarzahlen(Neshitov, Tim, Töte den Sklaven in dir, in SZ 16.3.2013).
Zur Erinnerung: Als er im September 2012 zu Menschenrechtsverletzungen in Weißrussland gefragt wurde, entgegnete Fasel: “Ich habe das nicht mitgekriegt, also diese News habe ich nicht verfolgt” (tagesspiegel.de 24.9.2012; Hervorhebung WZ).

– Schweizer Bundesamt für Sport fordert Unmäßiges. Matthias Remund, Chef des Schweizer Bundesamtes für Sport, forderte im Interview mal eben 100 Millionen Schweizer Franken für den Spitzensport (bisher 40 Millionen Franken), dazu 30 Millionen Franken für den Nachwuchssport (bisher 10 Millionen), das macht 130 Millionen Franken (statt bisher 50) – mehr als 106 Millionen Euro (Andiel, Christian, „100 Millionen Franken werden nicht genügen“, in tagesanzeiger 20.3.2013).
Zum Vergleich: In Deutschland (81,726 Mill. Einwohner) werden etwa 250 Millionen Euro in den Spitzensport gesteckt, das sind etwa 3,05 Euro pro Einwohner. Remund fordert nun für die Schweiz umgerechnet rund 106 Millionen Euro: Das macht bei 7,967 Mill. Schweizern rund 13,34 Euro pro Einwohner.
Remund ist seit 2005 Direktor des Bundesamtes für Sport. Er „war als Langläufer selbst Spitzensportler und Mitglied verschiedener Leistungskader. Als Trainer und Funktionär war er in verschiedenen Bereichen des Sports tätig“ (Wikipedia).
Überall fordern Ex-Sportler, die inzwischen hohe Sportfunktionärs-Posten besetzen, unmäßig hohe Staatszuschüsse.

– Manche machen weiter. „Eine kleine Gruppe um den Aroser Kurdirektor Pascal Jenny möchte in den nächsten Monaten die Möglichkeit einer erneuten Kandidatur für die Spiele im Jahr 2030 prüfen. ‚Es wäre falsch, jetzt einfach aufzugeben. Dafür wurde in den letzten Jahren zu viel investiert‘, betont der ehemalige Spieler der Schweizer Nationalmannschaft“ (Odermatt, Marcel, Menzato, Nico, Der Kampf um Olympia geht weiter, in blick.ch 17.3.2013).
Natürlich berichtet Blick wohlwollend über die Pläne: Blick gehört zum Ringier Verlag, einem der eifrigsten Verfechter von Graubünden 2022.
Und: Ein ehemaliger Handball-Nationalspieler möchte als Kurdirektor von Arosa die Bewerbung 2030 forcieren: Es wäre interessant, einmal in Deutschland, Österreich, der Schweiz etc. nachzuschauen, welche ehemaligen Sportler inzwischen in Funktionen gehievt wurden, wo sie olympische Bewerbungen vorbereiten…
„In der kleinen Initiativgruppe sitzen neben Jenny auch Nationalrat und Swiss-Olympic-Exekutivrat Jürg Stahl (45, SVP/ZH) sowie der Churer Stadtpräsident Urs Marti (44, FDP)“ (Ebenda). Kommentar von Jon Pult, Präsident der SP Graubünden: „Die Olympia-Turbos sind schlechte Verlierer“ – der neue Anlauf sei „eine massive und kontraproduktive Zwängelei“ (Ebenda).

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IV: München 2022:

– Kein Lernprozess
Anfang März 2013 gibt es für Olympische Winterspiele 2022 noch keinen offiziellen Kandidaten: Anmeldeschluss beim IOC ist am 14.11.2013. Dem IOC gehen aus vielen Gründen die Kandidaten aus. (Für 2018 gab es mit Müh und Not noch drei Bewerber!)
Nach der Abwahl von Graubünden 2022 (und dem Rückzug der US-Bewerber) fragten sich die Münchner Olympiabefürworter nicht, warum die Graubündner Bevölkerung NEIN gesagt hat. Und warum das IOC acht Monate vor Fristende am 14.11.2013 noch keine halbwegs interessierte Bewerbung hat.
Die Abwahl von Graubünden 2022 wurde nicht als ein Vorgang gesehen, aus dem etwas zu lernen wäre, im Gegenteil. Motto von München 2022: „Niemand wollte Olympische Spiele, und wir haben sie sofort bekommen.“
OB Ude spottete arrogant über die Abwahl von Graubünden 2022: „Die Entwicklung könnte nicht vergnüglicher sein… Dadurch wachsen unsere Chancen. wir sind in höchstem Maß interessiert und bereit“ (Bock, Willi, Olympische Winterspiele: Die Chancen steigen, in abendzeitung-muenchen.de 4.3.2013).
Bertolt Brecht: „Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.“
Ude sprach weiter von „einer immer günstigeren Bewerberlage“ und sah ein „Zustimmungspotential von 70 Prozent“ (Effern, Heiner, Lode, Silke, Münchens Olympia-Chancen steigen, in sueddeutsche.de 4.3.2013; die Zahl 70 Prozent nennt Ude seit etwa 2010 – ohne Quellenangabe!). – „Der Brief ist schon fertig. Wir müssen nur noch das Datum eintragen“ (Bock 4.3.2013).
DOSB-Vesper sagte, was er sagen muss: „Die Konkurrenzsituation hat sich mit dem Votum aus Graubünden erheblich entspannt“ (Ebenda).

– Große olympische Koalition:
OB Ude (SPD): „Zwischen der Staatskanzlei und dem Rathaus gibt es eine optimale Zusammenarbeit, das werden wir fortsetzen“ (Freie Fahrt für Winterspiele 2022 in München, in welt.de 4.3.2013).
Stadtrat Mario Schmidbauer (CSU): „Wenn wir uns bewerben, gehe ich zu 95 Prozent davon aus, dass wir die Winterspiele auch bekommen“ (Olympia-Befürworter sehen sich im Aufwind, in Münchner Merkur 4.3.2013).

– München 2022 in Arbeit. Als ob im Juli 2011 mit der krachenden Abwahl der Bewerbung München 2018 durch das IOC in Durban (63 Stimmen Pyeongchang, 25 Stimmen München) nichts geschehen sei, werkelt im Münchner Rathaus seit einem Jahr eine Arbeitsgruppe an München 2022. Dazu gehören Wirtschaftsbosse und Stadtbeamte. „Bei regelmäßigen Treffen in München wird das ambitionierte Vorhaben der Isar-Metropole bereits seit Monaten sanft vorangetrieben“ (Ebenda). Ende 2012 traf sich eine kleine Runde Münchner Olympiaplaner dann bei DOSB-Generaldirektor Vesper und hat „darüber debattiert, wie die Pläne von 2018 für 2022 aktualisiert werden könnten und wer das finanziert“ (Weinreich, Jens, Alle Wege führen nach München, in spiegelonline 3.3.2013).

– Das „Bach-Dilemma“: Tritt DOSB-Präsident als IOC-Präsident an oder nicht? Darauf ist seit Jahren die gesamte deutsche Sportpolitik zugeschnitten – und deshalb werden (hoffentlich) die deutschen Sportverbände unwirsch. „Falls Bach, der offiziell noch mauert in der Frage, ob er um den IOC-Thron kandidiert, scheitert, wäre eine deutsche Beteiligung höchstwahrscheinlich. Andernfalls nicht – es sei denn, es bliebe beim globalen Desinteresse. dann könnte München womöglich ja dem IOC des neuen Präsidenten aus der Patsche helfen“ (Burgener, Samuel, Kistner, Thomas, Das Volk sagt „Nein“, in SZ 4.3.2013).
Der Bach-Vesper-DOSB funktioniert so: „Denn die Sportpolitik in diesem Land bestimmt, von der Ablehnung harter Anti-Doping-Gesetze bis zur Olympia-Bewerbung, allein der Deutsche Olympische Sportbund. Und im DOSB hat einer das Sagen: Präsident Thomas Bach. Stramm eskortiert von seinem General Michael Vesper, der Bach beerben könnte, so wird in hohen Verbandskreisen besorgt geraunt“ (Kistner, Thomas, Abhängig von den Interessen eines Mannes, in sueddeutsche.de 6.3.2013).
Und warum wehren sich die hohen Verbandskreise nicht endlich? Weil das Bundesberliner Füllhorn insgesamt pro Jahr rund 250 Millionen Steuergelder für den Spitzensport aufbringt, die dann vom Bach-Vesper-DOSB relativ freihändig verteilt werden. Und wer hier in Ungnade fällt, hat finanziell nichts mehr zu lachen.

– Olympische Winterspiele für Diktaturen: „Vielleicht liegt es ja an Sotschi. Die Russen haben gerade den Rest der Welt mit den unfassbaren Kosten der Winterspiele 2014 von über 50 Milliarden Dollar geschockt. Offenbar so nachhaltig, dass den Bürgern von Graubünden, Schweiz, und Annecy, Frankreich, die Lust auf Winterspiele vergangen ist. Auch in München wird es schwierig, Volkes Zustimmung für eine erneute Bewerbung zu bekommen. Was zur Folge hat, dass es acht Monate vor Bewerbungsschluss noch keinen offiziellen Kandidaten für die Austragung der Spiele 2022 gibt. Das sollte dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zu denken geben. Winterspiele werden aufgrund der hohen Sicherheits- und Infrastrukturkosten für Europas und Nordamerikas Demokratien immer unattraktiver… Nur für autoritäre Diktaturen und Pseudo-Demokratien wiegt noch der Nutzen der Eigenwerbung die Ausgaben auf. Siehe Russland. Oder Kasachstan und China…“ (Voigt, Benedikt, Olympia nach Neuseeland? in tagesspiegel.de 5.3.2013)..

– Online-Umfragen verheerend für München 2022: (Stand 6.3.2013, 10.30)
Merkur: Pro 41,5%; Contra 58,5% (hier)
tz:        Pro 33,3,0%; Contra 66,7% (hier)
AZ:       Pro 26%; Contra: 49%; Bürgerentscheid 25% (hier)

– Olympionike Maennig rechnet: falsch. Der schon von der Bewerbung München 2018 bekannte Befürworter und Ruder-Olympiasieger 1988, Wolfgang Maennig, sieht als Hamburger Wirtschaftsprofessor kein finanzielles Risiko bei München 2022. Auf die Frage „Lohnen sich Olympische Spiele angesichts horrender Kosten überhaupt“ kam das aufschlussreiche Statement: „Leider weiß man das erst hinterher (lacht)“ (Hungermann, Jens, „Das muss man sich leisten wollen, in welt.de 6.3.2013; Hervorhebung WZ). Maennig brachte im Interview die üblichen Statements von Befürwortern mit dem Motto: Ist doch alles schon vorhanden. In Bayern „wäre nicht mehr viel hinzuzufügen. Eine Investition von schätzungsweise zwei bis drei Milliarden Euro im Rahmen der Spiele muss sich ein Land wie Deutschland leisten können – und wollen!“ (Ebenda).
Erstens kann es NIE WIEDER Olympische Winterspiele für nur zwei bis drei Milliarden Euro geben: Erfahrungsgemäß kommt Faktor drei bis fünf (bei Sotschi Faktor zehn) dazu. Und warum sollte man sich für dieses viele Geld einen solchen kurzen Event mit immensen ökologischen Zerstörungen, noch dazu im Klimawandel, überhaupt leisten? Noch dazu, wo man die tatsächlichen finanziellen Kosten immer erst hinterher kennt.

– Harter Widerstand von Nolympia. Im Fall einer Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022 in München kündigte Andreas Keller vom Netzwerk Nolympia entsprechende Aktivitäten an: „Wir werden hart dagegenhalten und alles Maßgebliche tun, um diesen zweiwöchigen Zirkus zu verhindern… Finanziell sind sie (die Spiele) für den Gastgeber ein Fiasko, sie zerstören die Gegend mit überdimensionierten Bauten, die nicht nachhaltig genutzt werden können“ („Zweiwöchiger Zirkus“, in Der Spiegel 11/11.3.2013)

– Olympiafreier Alpenraum in Arbeit. Nachdem die Graubündner Zeitung Die Südostschweiz getitelt hatte: „Im Alpenraum schließen sich die Reihen gegen Olympia“, interviewte auch der Münchner Merkur nach der Abwahl von Graubünden 2022 Olympiakritiker. Stefan Grass vom Komitee Olympiakritisches Graubünden äußerte: „Wir haben auch das Know-how der Gegner von München 2018 benutzt“ und forderte: „Olympia soll ein Auslaufmodel werden“ (Müller, Felix, Alpen-Allianz gegen Olympia, in Münchner Merkur 11.3.2013). Der bayerische Grünen-Chef Dieter Janecek sagte: „Man kann von den Schweizern lernen, wie man mit wenig Geld bestehen kann“ (Ebenda). Ich war ebenfalls angefragt: „Ich könnte mir vorstellen, Bauern aus Davos einzuladen, die in Garmisch-Partenkirchen erzählen, wie eiskalt ihre Flächen überplant wurden“ (Ebenda). Auch die Alpenschutzkommission CIPRA will sich verstärkt einschalten.
Olympiafreier Alpenraum: Dafür lohnt es sich doch zu kämpfen!

– Bayerische Grüne gegen München 2018. Am 13.3.2013 legten sich die Grünen bei einer Vorstandssitzung auf ein eindeutiges Nein zu München 2022 fest. Der Vorsitzende Dieter Janecek äußerte nach der Abwahl von Graubünden 2022: „Gerade wird das ganze Konzept Olympischer Spiele infrage gestellt“ (Schier, Mike, Olympia belastet die Opposition, in Münchner Merkur 14.3.2013). „Er regt an, die Abstimmung über Olympia mit der Landtagswahl zusammenzulegen“ (Ebenda).

– OB Ude olympisiert ungeniert weiter. „Im Rathaus hat er eine Arbeitsgruppe eingesetzt, außerdem will er im Falle seiner Wahl zum Ministerpräsidenten die blinde Ex-Sportlerin Verena Bentele zur Olympiabeauftragten des Freistaats machen“ (Ebenda. Die Arbeitsgruppe existiert schon seit ungefähr einem Jahr; vgl. Effern, Heiner, Riedel, Katja, Neue Olympia-Chance für München, in sueddeutsche.de 7.7.2012). Das Konzept München 2018 werde überprüft: „Während in München kaum Änderungen zu erwarten sind, könnte in Garmisch nachgebessert werden“ (Ebenda).
Wo soll denn bitte in München das Olympische Dorf hin, wo doch die Bundeswehr auf ihrem Gelände bleiben kann? Oder wird auch hier schon wieder gesägt?
So findet Ude natürlich keine Mehrheit mit den Grünen. Eigentlich kann die Ude-SPD nur noch mit der CSU zusammengehen. Vorschlag: Ude wird unter Seehofer Sportminister, Thomas Urban (früher DAV, jetzt Leiter des Sportamtes der Stadt München) wird sein Staatssekretär.
Die Freien Wähler machen übrigens wie bei München 2018 auch bei München 2022 wieder mit (Ebenda).
Schade – als Mit-Verhinderer der 3. Startbahn waren sie besser positioniert.

MdL Ludwig Hartmann ) gegen München 2018 und auch gegen München 2022. Hartmann (Bündnis 90/Die Grünen) organisierte am 15.3.2013 das Fachgespräch „Wettrüsten in den bayerischen Skigebieten“. „Innerhalb von sieben Jahren habe sich die Größe der künstlich beschneiten Flächen in Bayern fast verdoppelt, mittlerweile gebe es 142 Beschneiungsanlagen und rund 22 Millionen Euro an Subventionen seien seit 2009 in Bayern für die Anlagen genehmigt worden“ (Kemmnitzer, Sebastian, Eifriges Ausloten, in taz.de 18.3.2013).
Axel Doering schilderte die baulichen Eingriffe durch die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen und wandte sich im Hinblick auf das geplante München 2022 an das Publikum mit der Bitte: „Helft uns, dass wir keine weitere Großveranstaltung bekommen“ (Ebenda). Genau dies versucht derzeit der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen, Thomas Schmid: „Selbstverständlich befinden wir uns in engen Gesprächen mit allen Betroffenen, insbesondere mit der Landeshauptstadt München, dem Landkreis Berchtesgadener Land und dem Sport“ (Ebenda). Ludwig Hartmann urteilte über die olympischen Veranstalter: „Das IOC hat sich seit der letzten Bewerbung nicht verändert“ und verwies auf die zwei Hauptargumente gegen Olympische Winterspiele: deren Kosten und deren zerstörerische Auswirkungen auf die Umwelt (Ebenda).

– Der Bundes-Sportminister findet München 2022 gut. Hans-Peter Friedrich forderte am 21.3.2013 eine neuerliche deutsche Olympiabewerbung. „Für ein Land, dem es so gut geht wie Deutschland, muss es ein Ziel sein, solche weltweit beachteten Spiele auszutragen“ (Friedrich fordert deutsche Olympia-Bewerbung, in abendzeitung-muenchen.de 21.3.2013). Dabei beträgt die Gesamtverschuldung Deutschlands 2.025 Milliarden Euro; die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 24.771 Euro (WIkipedia).
Gut gehen ist relativ; nach den Spielen würde es Deutschland schlechter gehen.
Die Absagen Olympischer Spiele von Graubünden 2022 und Wien 2028 durch Bürgerbegehren ignorierte der Bundes-Sportminister: „Ich werde immer für Olympische Spiele in Deutschland werben“ (Ebenda). Friedrich begrüßte ein Münchner Bürgerbegehren zu 2022: „Eine solche Bürgerbefragung sollte allerdings möglichst frühzeitig erfolgen“ (Ebenda).
Obacht, Herr Sportfan: Kleiderordnung beachten: Das entscheidet alles immer noch der Bach-Vesper-DOSB – und nicht der Bundessportminister oder die Bundesregierung.

– MdB Stephan Mayer nach München 2018 auch bei München 2022 wieder dabei. Der sportpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe, Stephan Mayer, erklärte zum vehementen Engagement von Bundesinnenminister Friedrich für München 2022, die Bewerbung München 2018 sei „eine hervorragende Grundlage, die eine erneute Bewerbung Münchens für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele erfolgreich unterstützen würde. Im Grunde steht das Konzept für eine erfolgreiche Bewerbung, davon bin ich überzeugt. Winterspiele nach Deutschland zu holen, war nie so erfolgversprechend wie jetzt“ (PM Mayer, CSU: München muss sich bewerben, 21.3.2013).
Das Motto von Mayer et al: Niemand will Olympische Winterspiele 2022, und schon haben wir sie bekommen!
Mayer ist Mitglied des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, ehemals Mitglied im Kuratorium München 2018, Mitglied im Aufsichtsrat München 2018, Stellvertretender Vorsitzender Kuratorium Sport und Natur.

– Magdalena Neuner für Bewerbung München 2022 (Leute von heute, in SZ 22.3.2013).
Das ist unverständlich: da die Biathetin Neuner eine fundierte Kritik am Verhalten des DOSB während der Olympischen Winterspiele Vancouver 2010 geäußert hat und deshalb aus dem aktiven Sport ausgeschieden ist. Noch unverständlicher, weil sie zwar im Zolldienst war, aber seit 18.8.2012 keine Sportsoldatin mehr ist.

– Fast unmöglich: Ude übertrifft sich selbst. Ude auf Facebook: „So, so. Morgen ist also Gründonnerstag. dass ich nicht lache! Weißer Donnerstag wäre passender.“ Die Grünen hätten gegen Münchens Olympiabewerbung vor allem deshalb gewettert, „weil es in Bayern angeblich keinen Schnee  mehr gibt… Hoffentlich bekommen sie wenigstens in den Pfingstferien recht“ (Ude hält den Grünen Mega-Schneefall vor, in Münchner Merkur 28.3.2013).
Axel Doering aus Garmisch-Partenkirchen, SPD-Mitglied und und Mitglied des NOlympia-Netzwerkes, schrieb daraufhin auf Facebook an Ude: „Sehr geehrter Herr Ude, Sie machen es einem nicht leicht Sozialdemokrat zu sein und zu bleiben. Eine Partei die jemanden aufstellt der nicht das geringste vom Klimawandel kapiert hat (da sind weiße Ostern gar nicht so selten), der mit Kritikern nur hämisch umgeht, verdient es nicht gewählt zu werden. Ihr Glück kann nur sein, dass der Wendehals von der Staatspartei genauso unmöglich ist. So ratlos war ich vor einer Wahl noch nie. Wenn Sie wieder mit Olympia nach Garmisch-Partenkirchen kommen, werden wir wieder alles tun, um den Ort vor dem teuren und unsozialen Diktat der Funtionäre zu bewahren.
Nolympia wächst!“
Herzliche Grüße
Axel
Ich wiederhole unseren Vorschlag: Ude wird unter Seehofer Sportminister – mit Thomas Urban (Ex-DAV) als Staatssekretär.

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V: Aktuelle Sportsplitter vom IOC etc.

– Noch eine Nachricht für IOC-Mitglied René Fasel: „Weißrussischer Menschenrechtler im Exil ermordet. Unbekannte haben in Litauen den Vorsitzenden des Verbands der weißrussischen Gemeinschaft ermordet. Roman Wojnizki wurde laut Polizei tot im Keller seines Wohnhauses in Vilnius gefunden. Seine Leiche war gefesselt, geknebelt und mit Folterspuren übersät… Menschenrechtler fordern eine lückenlose Aufklärung des Falls… Weißrussische Oppositionelle und Bürgerrechtler werden immer wieder Opfer von Übergriffen. Beobachter vermuten den weißrussischen Geheimdienst KGB hinter den Angriffen“ (Weißrussischer Menschenrechtler im Exil ermordet, in spiegelonline 7.3.2013).
Warum das eine Nachricht für den Präsidenten des Internationalen Eishockeyverbandes, René Fasel ist? Fasel sagte am 23.9.2012 im Deutschlandfunk, die Entscheidung der Eishockey-WM 2014 in Weißrussland stehe fest und werde nicht revidiert. Als er zu Menschenrechtsverletzungen in Weißrussland gefragt wurde, entgegnete Fasel: “Ich habe das nicht mitgekriegt, also diese News habe ich nicht verfolgt” (Nichts mitgekriegt, in tagesspiegel.de 24.9.2012; Hervorhebung WZ).
Vergleiche unter „Aktuelles“: Eishockey-WM 2014 beim DiktatorKritisches Olympisches Lexikon: Fasel, René

– Madrid: Schulden-Hauptstadt will 2020.
Am 18.3.2013 kam die IOC-Evaluierungskommission nach Madrid. Um die Olympischen Sommerspiele 2020 zu bekommen, hat Spanien sogar die Dopinggesetzgebung verschärft. Ein Problem: „Madrid ist bereits jetzt die am höchsten verschuldete Kommune des Landes“ (Nowakowski, Gerd, Billig-Spiele in der Schulden-Kapitale, in tagesspiegel.de 13.3.2013). Kein Problem: Die Spiele sollen nur 1,5 Milliarden Euro kosten – es ist ja wieder einmal fast schon alles vorhanden: „80 Prozent aller Einrichtungen – Sportanlagen wie Verkehrswege – stehen bereits nach den Worten der Oberbürgermeisterin“ (Urban, Thomas, Ein Ruck geht durch die Stadt, in SZ 21.3.2013).
Ein weiteres Problem bereitet wie üblich die Korruption: „In Spanien wurden dagegen Korruptionsvorwürfe gegen den ehemaligen Vizepräsidenten des Nationalen Olympischen Komitees bekannt. Der derzeit bereits wegen Korruptionsverdachts vor Gericht stehende Schwiegersohn des Königs, Inaki Urdangarin, soll bei der letzten Bewerbung vor vier Jahren fast 150 000 Euro für eine angebliche Beratertätigkeit kassiert haben“ (Ebenda).

IOC- und Fifa-TOP-Sponsor Coca-Cola siegt vor Gericht. Zur Erinnerung: Der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, wollte Süßgetränke wie Coca-Cola nur noch in Portionen bis maximal 0,5 Liter ausschenken lassen, da sie fettsuchtfördernd sind. Coca-Cola klagte dagegen, und der oberste Gerichtshof in New York entschied im März 2013, dass die von Bloomberg geforderte Beschränkung nicht rechtens sei (Koch, Moritz, Ein Großer ganz klein, in SZ 13.3.2013). 
„Die volkswirtschaftlichen Schäden, die die Fettsucht in den USA in Form von Behandlungskosten und Produktivitätseinbußen verursacht, werden von der Brookings Institution auf 215 Milliarden Dollar beziffert – pro Jahr. In New York gilt mehr als die Hälfte der Stadtbevölkerung als übergewichtig oder fettleibig“ (Ebenda). – „Es gibt heute mehr über- als unterernährte Menschen auf der Welt… Fast Food spielt eine Rolle, Burger, Chips und Fertiggerichte. Doch der stetige Zuwachs in den vergangenen Jahrzehnten hat vor allem eine Ursache: den Genuss von immer süßeren Getränken in immer größeren Mengen… 5.000 New Yorker, 70.000 Amerikaner werden in diesem Jahr an den Folgen der Fettleibigkeit sterben, 2,8 Millionen Menschen weltweit. Die Fehlernährung ist auch ein soziales Problem: Zwischen 2003 und 2007 ist die Zahl der fettleibigen Kinder in den USA nach Angaben des Food Research and Action Center um zehn Prozent gestiegen. Bei Kindern aus einkommensschwachen Familien betrug der Zuwachs 23 Prozent“ (Koch, Moritz, Süßes Gift,  SZ 14,3,2013).
Moritz Koch erwähnt die gegenüber der Bloombergschen Quantitäts-Beschränkung effektivere Methode: eine Soft-Drink-Steuer. Aber die Industrie wehrte sich: „In ihren Werbespots beschwört sie mit viel Pathos den Freiheitsgedanken“ (Ebenda).
Wie heißen die zwei Hauptdickmacher und IOC-Fifa-Uefa-TOP-Sponsoren? Coca-Cola und McDonald’s.

– London 2012: gebrochene Versprechungen. 2005 bewarb sich London um die Olympischen Sommerspiele 2012. In dieser Bewerbung hatten die Londoner Organisatoren geschrieben: “Jeder Sektor der Wirtschaft wird von den Olympischen Spielen profitieren” (Kaiser, Tina, Britannien auf dem Weg ins Olympia-Desaster, in welt.de 16.4.2012; Hervorhebung WZ). Die Kostenkalkulationen lagen zum Zeitpunkt 2005 bei 2,4 Milliarden Pfund.
Januar 2012: Laut britischem Sportsender Sky-TV lagen die tatsächlichen Gesamtkosten nun bei 24 Milliarden Pfund: Das wäre der Faktor 10 (Hervey, Lia, Chennaoui, Orla, Olympics over budget, in skysports.com 28.1.2012; Oliver, Amy, Cost of Olympics to spiral to 24 billion pounds, in dailymail.co.uk 27.1.2012).
Januar 2012: Die Ratingagentur Moody’s hatte sich zur selben Zeit die Olympischen Sommerspiele London 2012 näher angesehen. Die daran geknüpften wirtschaftlichen Erwartungen wurden von Moody’s als unrealistisch klassifiziert. Die britische Regierung behauptete im Vorfeld, dass die Spiele Großbritannien aus der Rezession ziehen würden. Offiziell wurden dann neun Milliarden Pfund investiert. Sehr vermutlich wird die Endabrechnung, die erst 2013 erstellt wird (wenn überhaupt!), noch höher ausfallen! Die Hauptgewinner sind laut Moody’s die TOP-Sponsoren des IOC wie Coca-Cola und MacDonald’s sowie die London 2012-Sponsoren Lloyds Banking Group, British Airways und BP, die 700 Millionen Pfund aufgebracht haben. Moody’s: “Insgesamt halten wir es für unwahrscheinlich, dass die Spiele einen entscheidenden volkswirtschaftlichen Schub für Großbritannien bringen; die Auswirkungen der Infrastruktur-Maßnahmen sind schon vorbei” (Ruddick, Graham, Olympics ‘unlikely to boost’ evconomy, says Moody’s, in telegraph.co 1.5.2012; Hervorhebung WZ; Weir, Keith, Moody’s dampens Olympic Games growth hopes, in uk.reuters.com 1.5.2012).
Juli 2012: Die Olympische Sommerspiele waren wahrlich kein Konjunkturprogramm. Die Britische Zentralbank warf wieder die Notenpresse an: Das Anleihenankaufprogramm wird noch einmal um 50 Milliarden auf 375 Milliarden Pfund aufgestockt. „Es ist die insgesamt dritte Runde von Staatsanleihenkäufen. Die britische Wirtschaft steckt zum zweiten Mal in einer Rezession. Das zweite Programm war erst vor acht Wochen ausgelaufen… Wegen der düsteren Aussichten wollten Haushalte und Unternehmen nicht mehr konsumieren beziehungsweise investieren“ (England druckt und druckt, in SZ 6.7.2012).
März 2013: „Das Pfund Sterling kennt offenbar kein Halten mehr. Der Wechselkurs zum US-Dollar und zum Euro ist in den Keller gerauscht… Hinzu kommt, dass die Rating-Agentur Moody’s der drittgrößten Volkswirtschaft der EU vor kurzem die Bestnote bei der Kreditwürdigkeit entzogen hat… Mitte 2012 lag Großbritannien unter den 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen beim Wachstum auf Platz 19… Die britische Ökonomie stagniert damit seit Jahren… Zudem hat die Bank (of England; WZ) über das ‚quantitative Easing‘, also vor allem über den Ankauf von Staatsanleihen, die gigantische Summe von 375 Milliarden Pfund (433 Milliarden Euro) in die Wirtschaft gepumpt“ (Oldag, Andreas, Schwindsucht, in SZ 15.3.2013).
Hallo, ihr ökonomischen Schönrechner von der IOC-Promotorenseite: so viel zum großen Konjunkturprogramm Olympische Spiele!

– Wie ein IOC-Mitglied CO2 spart. Prinz Albert von Monaco hat sich ein neues Verkehrsmittel geleistet. Das Flugzeug vom Typ Falcon 7X ist 23 Meter lang und kann11.000 Kilometer ohne Tankstopp zurücklegen. Kostenpunkt: 40 Millionen Euro. Albert II: „Das Flugzeug sei umweltfreundlich und ein wertvolles Hilfsmittel für seine Arbeit als Staatschef“ (Busse, Caspar, Ach wie schön ist Palau, in SZ 7.3.2013). Der Fürst lässt jedes Jahr eine CO2-Bilanz seiner Flüge erstellen: Der Ausstoß wird mit dem Kauf von CO2-Zertifikaten „kompensiert“. „Den Jungfernflug als offizielle Fürstenmaschine hat der Falcon-Jet bereits an diesem Dienstag. Dann reist Albert II zu einem Staatsbesuch in das Südseeparadies Palau“ (Fürst Alberts neues Spielzeug, in spiegelonline 5.3.2013).
Palau: „Das Klima wird als tropisch beschrieben, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 27 Grad. 27 Grad! Die Gewässer rund um die Insel gelten als eine der besten Tauchgebiete der Welt… Zum Jungfernflug hebt die Maschine bereits in dieser Woche ab. Albert II. muss zu einem dringenden Staatsbesuch reisen. Wohin? In die Südsee nach Palau“ (Busse, Caspar, Ach wie schön ist Palau, in SZ 7.3.2013).
Vergleiche im Kritischen Olympischen Lexikon: CO2-Neutralität; Greenwashing

– Cameron spielt 1984:
„Es stellte sich heraus, dass sogar Demonstrationen stattgefunden hatten, um dem Großen Bruder für die Erhöhung der Schokoladenration auf zwanzig Gramm in der Woche zu danken. Dabei war erst gestern, so überlegte Winston, bekanntgegeben worden, dass die Ration auf zwanzig Gramm die Woche herabgesetzt würde. War es möglich, dass die Leute das nach nur vierundzwanzig Stunden schlucken würden? Ja, sie schluckten es“ (George Orwell, 1984, Zürich 1950, S. 55f).
Mitte März 2013 verkündete der britische Premierminister David Cameron die „Olympisches-Erbe-Förderung“. Bei offiziellen Kosten von 12 Milliarden Pfund für London 2012 sollen nun 150 Millionen Pfund an die 17.000 Grundschulen verteilt werden: Das macht exakt 8.823 Pfund pro Schule. Dabei hatte Camerons Erziehungsminister Michael Gove erst vor zweieinhalb Jahren den Schulsport zerstört, indem er das von der früheren Labour-Regierung mit jährlich 162 Millionen Pfund geförderte und überaus erfolgreiche Schulsport-Program beendete („Michael Gove vandalized school sport“; Conn, David, A lame olympic legacy for school sport, in guardian.co.uk 16.3.2013). An diesem Programm hatten in den Jahren 2009 und 2010 mehr als 90 Prozent der Schüler teilgenommen. „Der Vergleich zwischen den zwölf Milliarden Pfund für die Olympischen Spiele London 2012 und dieser 150-Millionen-Pfund-Förderung braucht keine nähere Erläuterung““ (Ebenda).

– Madrid und Istanbul billig wie nie
. Die IOC-Evaluierungskommission besuchte für die Vergabe der Olympischen Sommerspiele 2020 am 18. März 2013  zuerst Madrid: Dort sollen die Spiele gerade einmal 1,5 Milliarden Euro kosten (siehe oben). Nach Madrid war ab 24.3. Istanbul dran. Hier sollen die Olympischen Sommerspiele 2,5 Milliarden US-Dollar (1,9 Milliarden Euro) kosten (Istanbul stellt sich vor, in SZ 25.3.2013).
Zum Vergleich: London 2012 lag bei offiziell 12 Milliarden Pfund (rund 15 Milliarden Euro); laut Sky TV betrugen die Gesamtkosten 24 Milliarden Pfund (rund 30 Milliarden Euro). Vergleiche im Kritischen Olympischen Lexikon: London 2012.
Das übliche olympische Spielchen mit OCOG-Budget, Non-OCOG-Budget und einem dritten Budget. Mal schauen, wie wenig Tokio 2020 kosten soll!


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VI: Aktuelle Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.

– Die nächsten Favelas werden „befreit“. Anfang März 2013 besetzten 1400 Polizisten, 200 Marinesoldaten, 17 Panzerfahrzeuge und Hubschrauber zwei Armenviertel von Rio de Janeiro. „Die Besetzung von Favelas ist Teil von Rios Sicherheitsstrategie für sportliche Großveranstaltungen in Brasilien. 2014 findet in dem Land die Fußball-Weltmeisterschaft statt, zwei Jahre später in Rio die Olympischen Spiele… Seit 2008 wurden laut BBC in Rio mehr als 30 Favelas auf diese Art ‚befriedet’… Allerdings gebe es immer noch rund 600 Favelas allein in Rio“ (Soldaten und Polizisten besetzen Armenviertel, in spiegelonline 4.3.2013). – „Immer wieder flammt Gewalt auf. Anderswo funktioniert das Friedenskonzept so gut, dass die Immobilienpreise sich teilweise vervierfacht haben… Es heißt immer wieder, Rios Führung kümmere sich hauptsächlich um die strategisch bedeutsamen Gegenden nahe der Wettkampfstätten von WM und Olympia“ (Burghardt, Peter, Einmarsch der Rambo-Truppe, in SZ 5.3.2013).

– EU überprüft staatliche Finanzhilfen für Fußballklubs. Am 6.3.2013 teilte die Europäische Kommission mit, dass sie staatliche Finanzhilfen für niederländische Fußballklubs „tiefgehend prüfen“ will. „So hatte die Heimatstadt des PSV Eindhoven dem Erstligisten mehr als 48 Millionen Euro für Land gezahlt, das sie ihm anschließend verpachtet… Die Vereine seien deshalb ins Visier der Wettbewerbshüter geraten, weil sie auf Forderungen verzichtet hätten… Dass sich die EU-Kommission nun erstmals mit dem Profifußball auseinandersetzt, ist nicht nur wegen der Fälle in den Niederlanden interessant… es liegt auf der Hand, dass ein besonderes Interesse den Spaniern gelten dürfte“ (Im Visier der EU, in SZ 7.3.2013).

Fifa erkennt jetzt Hitzeproblem. Der Chefmediziner der Fifa, Michel D’Hooghe, ist gegen die Austragung der Fußball-WM 2022 in Katar im Sommer bei 45 Grad plus. „Zwar würden Partien und Trainingseinheiten in klimatisierten Spielstätten (!WZ) bei 21 Grad stattfinden, allerdings wären Tausende von Fans und Offizielle während des einmonatigen Turniers der Hitze ausgesetzt, so D’Hooghe“ (Fifa-Medizinchef gegen Sommer-Turnier, in spiegelonline 15.3.2013; Hervorhebung WZ).

– Gewerkschaften erkennen in Katar Sklaverei. Sharan Burrow, die Generalsekretärin des internationalen Gewerschaftsbundes ITUC, äußerte Ende März 2013 zur geplanten Fußball-WM 2022 in Katar: „Katar ist ein Sklavenhändler-Staat. Um die Infrastruktur zu bauen, werden wahrscheinlich mehr Arbeiter sterben als die 736 Fußballer, die bei der WM auf dem Rasen stehen werden“ (Fußball-WM 2022: Wieder Wirbel um WM 2022 – Gewerkschaftsbund: Sklaverei, in sueddeutsche.de 27.3.2013; Hervorhebung WZ). Gründe: „Laut ITUC herrschen in Katar für Arbeiter menschenunwürdige Zustände. Das sogenannte Visa-Sponsoring ermögliche die Auferlegung von Zwangsarbeit, da die Reisepässe der ausländischen Hilfskräfte, die meist aus Nepal oder den Philippinen kommen, von den Arbeitgebern einbehalten werden. Auch seien oftmals versprochene Leistungen und Gehaltszahlungen nicht eingehalten worden. Die Arbeiter müssten zudem in schmutzigen, überfüllten Arbeitslagern leben“ (Ebenda).

Fifa-Exekutivmitglied für 90 Tage suspendiert. Vernon Manilal Fernando (* 1949) aus Sri Lanka war von 1979 bis 1999 Präsident des srilankischen Fußballverbandes; seit 2011 sitzt er im Fifa-Exekutivkomitee (Wikipedia). Am 11.3.2013 wurde er ohne Angaben von Gründen für 90 Tage gesperrt. Vielleicht wurde aber auch nur deshalb suspendiert, weil er enge Beziehungen zu dem inzwischen lebenslang gesperrten Intimfeind von Fifa-Präsident Sepp Blatter, Mohamad Bin Hammam aus Katar, unterhält (Ashelm, Michael, Noch mehr Korruption? in faz.net 12.1.2013).

– Milliardäre sind auch nicht mehr das…
Wie bereits hier im Januar 2013 gemeldet: Das legendäre Fußballstadion Maracana in Rio de Janeiro, mit bis zu 200.000 Zuschauern das größte der Welt, wird für die WM 2014 auf Kosten des brasilianischen Steuerzahlers für umgerechnet 350 Millionen Euro umgebaut. Der Gouverneur von Rio, Sergio Cabral, will das Maracana privatisieren und für 2,5 Millionen Euro pro Jahr an seinen Förderer, den Multimilliardär Eike Batista übergeben. Die Kostensteigerungen für die Renovierung des Maracana-Stadions sehen so aus: Von umgerechnet 222 Millionen Euro auf 296 Millionen Euro, derzeit 344 Millionen Euro… (Upadek, Carsten, Kowasch, Fred, Kurz vor der Räumung, in dradio.de 30.12.2013; Burghardt, Peter, Widerstand mit Pfeil und Bogen, in SZ 30.1.2013). Am 28. Mai 2013 wird das Stadion der Fifa für die WM 2014 übergeben. Nach der WM wird es für 2,5 Millionen Euro an den neuen Betreiber Batista vermietet (Upadek, Kowasch 30.12.2012).
Das ist eine Verzinsung des staatlich eingesetzten Kapitals von rund 0,7 Prozent.
Die Machbarkeitsstudie wurde von der Firma IMX durchgeführt, die dem reichsten Mann Brasiliens gehört: Eike Batista. Beste Chancen auf die Übernahme des Stadions hat: die Firma IMX. Der Großparkplatz könnte auch für das Shoppingcenter dienen, das neben dem Stadion errichtet wird. Bauherr: Eike Batista (Lichterbeck, Philipp, Mit Kriegsbemalung gegen Schlagstöcke, in tagesspiegel.de 27.1.2013).
Das Problem: Batista hat inzwischen finanzielle Schwierigkeiten. Sein Vermögen ist von 30 auf zehn Milliarden US-Dollar zusammengeschrumpft: Das merkt gerade der deutsche Eon-Konzern, der 2012 finanziell in den Energieversorger MPX von Batista eingestiegen ist (Dohmen, Frank, Brasilianisches Abenteuer, in Der Spiegel 11/11.3.2013).
Da wird wohl der brasilianische Staat noch etwas mehr einspringen müssen.

– Die Fifa-Reform-Farce. 2011 wurde der Schweizer Rechtsprofessor Mark Pieth als Chefreformer der Fifa
vom lebenslänglichen Fifa-Präsident Sepp Blatter persönlich bestallt. Blatter (*1936) ist 77 Jahre alt, war von 1981 bis 1998 Fifa-Generalsekretär, ist seit 1998 Fifa-Präsident und will 2015 nochmals antreten. Am 21.3.2013 sollten die Reformen bzw. Pieths sieben „unverzichtbare“ Forderungen auf der Sitzung des Fifa-Exekutivkomitees abgesegnet werden: „ein kastriertes Programm“ (Weinreich, Jens, Joseph Blatters kastriertes Programm, in berliner-zeitung.de 20.3.2013). Blatter über Pieth im März 2013: „Ich habe ihm nun gesagt, dass er sich nicht öffentlich äußern soll, wenn ich es ihm nicht ausdrücklich sage. Das hat er akzeptiert“ (Weinreich, Jens, Stühlerücken auf der Titanic, in spiegelonline 20.3.2013).
Pieth hat für sein Institut von der Fifa viel Geld erhalten (wie viel, ist unbekannt): Das macht abhängig.
Zum Reförmchen-Prozess sagte Blatter: „Der Reformprozess neigt sich dem Ende zu“ (Ashelm, Michael, Endlich weg damit, in faz.net 21.3.2013). Dem deutschen Fifa-Exekutivmitglied Theo Zwanziger (ehemals DFB-Präsident) blieb es dann überlassen, die Reformvorschläge der Pieth-Kommission zu begraben. Keine Altersbeschränkung, keine Überprüfung der Kandidaten für das Exekutivkomitee, keine  Amtszeitbegrenzung, keine Transparenz beim Entlohnungssystem etc.: „Herr Pieth ist nicht die Fifa… Herr Pieth verfügt nicht über der Weisheit letzten Schluss“ (Ebenda).
Alexandra Wrage ist die einzige Frau in der Fifa-Reformgruppe „Independent Governance Committee“ (JGC). Sie sagte zum „Reformprozess“: „Die Sorge ist immer, dass so ein Projekt so endet, dass nur die Liegestühle auf der ‚Titanic‘ umgruppiert werden“ (Kistner, Thomas, „Die Sorge ist, dass …“ in SZ 19.3.2013).
Andreas Rüttenauer fasste in der taz zusammen: „Eine Fifa-Reform wird nicht stattfinden.“ – Es „haben die Totengräber einer Fifa-Reform in aller Ruhe eine tiefe Grube ausheben können. Chef dieser Beerdigungsorganisation in der Fifa ist Theo Zwanziger, ehemals DFB-Präsident und noch Mitglied im Exekutivkomitee der Fifa (Alternde Oberwitzbolde des Fußballs, in taz.de 22.3.2013).
Thomas Kistner schrieb in der SZ: „Am Donnerstag nun stellte die Fifa etwas vor, das die Arbeit von Pieths IGC auf Bonsai-Format eindampfte… über Alters- und Amtszeitbegrenzungen darf der Kongress befinden. Das ist das Organ, in dem Zwergstaaten und Palmeninseln den Willen ihrer Fifa-Granden vollstrecken. So wird aus Blatters Sicht alles gut im Weltfußball; die Seifenoper mit der Reform hat Druck von ihm abgeleitet“ (Kistner, Thomas, Hauptsache, die Kasse stimmt, in SZ 23.3.2013).
Jens Weinreich schrieb dazu: „Der Reformprozess der Fifa dient nur einem Zweck: dem Machterhalt ihres ewigen Präsidenten Joseph Blatter… Die Formulierung für die Bestellung von Mitgliedern der Fifa-Exekutive sind so gewählt, dass alle Klein- und Großganoven, die bereits in diesem Gremium sitzen, problemlos ihre Posten behalten können“ (Weinreich, Jens, Weiße Wäsche vom Grabbeltisch, in berliner-zeitung.de 23.3.2013). Dazu erfolgte die Vorgabe von Blatter, dass bei der Präsidentenwahl 2015 der Kandidat vor der Wahl mindestens über zwei von fünf Jahren eine Verbandsfunktion ausgeübt haben muss: „Das ist eine Lex Blatter: Denn damit hält er sich seinen ehemaligen Berater Jérôme Champagne vom Leibe“ (Ebenda).

– Wie Fifa-Funktionäre abkassieren. In der Concacaf, der Fußball-Konföderation von Nordamerika und der Karibik, „herrschte zwei Jahrzehnte der langjährige Fifa-Vizepräsident Jack Warner und häufte ein immenses Vermögen an. Nationalverbände aus der Karibik mussten gemäß einer Verbandsregelung teilweise ein Drittel ihrer Zuwendungen aus dem Finanzprogramm der Fifa an Warner abzweigen. Die Fifa zahlt seit 1999 jedem der inzwischen 209 Nationalverbände jährlich 250.000 US-Dollar, hinzu kamen zwei Bonuszahlungen in gleicher Höhe“ (Weinreich, Jens, Kronzeuge der Fußball-Korruption, in spiegelonline 28.3.2013). Dazu kassierte Warners Stellvertreter, der Concacaf-Generalsekretär Chuck Blazer, zehn Prozent aller von ihm ausgehandelten Marketingverträge als Provision. Blazer soll so dokumentierte 9,6 Millionen Dollar kassiert haben – spiegelonline zufolge sogar mehr als 20 Millionen Dollar (Ebenda). Warner wollte 2011 gegen Fifa-Präsident Blatter kandidieren: Er trat im Juni 2011 zurück, weil Chuck Blazer als Kronzeuge für einen Bestechungsversuch von Warner auftrat.
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VII: Doping-News

Kurznachrichten:
– Radprofi bleibt für zwölf Jahre gesperrt.
Der Italiener Riccardo Riccò wurde als Doper bei der Tour de France 2008 erwischt und 2012 für zwölf Jahre gesperrt. Sein Einspruch wurde vom Internationalen Sportgerichtshof (Cas) am 1.3.2013 abgelehnt (Einspruch abgelehnt, in SZ 2.3.2013).
– Ehemaliger Staffelweltmeister bleibt lebenslang gesperrt. Der Einspruch des Jamaikaners Steve Mullings gegen die lebenslange Sperre wurde Anfang März 2013 vom Cas abgelehnt (Sprinter Mullings bleibt lebenslang gesperrt, in spiegelonline 4.3.2013).
Lance Armstrong vor Sammelklage. Die US-Regierung will erreichen, dass Armstrong mehr als 30 Millionen Dollar an US Postal zurückzahlen muss (Armstrong vor Gericht, in SZ 4.3.2013). „Die Investition staatlicher Gelder in Pharmabetrug ist im wirtschaftlich gebeutelten Amerika nicht mehr vermittelbar“ (Kistner, Thomas, Teures Teilgeständnis, in SZ 7.3.2013). Die Versicherungsagentur SCA Promotions hat Armstrong auf 12 Millionen Dollar verklagt. Die Acceptance Insurance in Nebraska will drei Millionen Dollar – plus Schadensersatz (Ebenda).
– Der dopende Holländer. Als achter Fahrer des früheren Radsportrennteams Rabobank gestand die niederländische Radsport-Ikone Michael Boogerd, gedopt zu haben. „Der dreimalige Landesmeister und Tour-de-France-Etappensieger räumte ein, von 1997 bis zum Karriereende nach der WM 2007 verbotene Substanzen genommen zu haben… Wie fast alle, war Boogerd in seiner Karriere bei keinem Dopingtest positiv“ (Der Nächste gesteht, in SZ 7.3.2013).
– Sechs Leichtathleten aus Osteuropa des Dopings bei WM 2005 in Helsinki überführt. Bekannt waren bereits die Russinnen Olga Kusenkowa (Hammerwurf-Siegerin) und Tatjana Kotowa (Weitsprung-Zweite). Dazu kamen die Weißrussen Iwan Tichon (Hammerwurf-Gold), Wadim Dewjatowski (Silber) und Nadeschda Ostaptschuk (Kugelstoßen-Gold) und Andrej Miknewitsch (Kugelstoßen-WM-Sieger 2003, Sechster 2006).Tichon, Miknewitsch und Ostaptschuk wurden bereits mehrmals des Dopings überführt (Drei gedopte Weltmeister, in SZ 9.3.2013).
– Dänischer Radrennfahrer gesteht Doping zwischen 1998 und 2010. Michael Rasmussen fuhr im Team Rabo-Bank, inzwischen wegen nicht lösbarer Dopingprobleme von Rabo spektakulär aufgelöst. Rasmussen verklagte seinen ehemaligen Rennstall, da dieser vom Blutdoping gewusst habe und beschuldigte gleichzeitig seine beiden ehemaligen Kollegen Michael Boogerd (oben erwähnt) und Denis Mentschow. Mentschow fährt inzwischen im berüchtigten russischen Katjuscha-Team (vergleiche Chronologie Februar 2013) und belegte am 8.3.2013 den zweiten Platz von Paris-Nizza. „Und so stehen die jungen Fahrer der nächsten Generation weiterhin neben den Betrügern von einst und neulich“ (Burkert, Andreas, „Man kann da wenig machen“, in SZ 11.3.2013).
– Auch Stefan Schumacher gesteht Doping. Der frühere Team-Gerolsteiner-Profi setzte sich schon mit Anfang 20 Spritzen – mit Epo, Wachstumshormonen, Kortikostereoiden, Bluttransfusionen: „Doping wird zum Alltag, wie der Teller Nudeln nach dem Training“ (Schumacher gesteht jahrelanges Doping, in spiegelonline 29.3.2013; Ludwig, Udo, „Obelix im Zaubertrank“, in Der Spiegel 30.3.2013). Die Ärzte hätten „zum Teil aktiv beim Dopen mitgemischt“ (Ebenda; „Wie Nudeln“, in SZ 30.3.2013).

– Hamburger Dopingarzt darf weiterpraktizieren
. 2006 wurde der Arzt des Dopings an drei Radrennfahrern verdächtigt. Die Staatsanwalt stellte einen Strafbefehl über 39.000 Euro aus, den der Arzt akzeptierte. Die Nada forderte nun den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mehrfach auf, gegen die drei Radfahrer vorzugehen. Der BDR wurde schließlich aktiv. Und nun kam die wundersame Institution der deutschen Sportgerichtsbarkeit ins Spiel: das „Deutsche Sportschiedsgericht„: Es erklärte sich als nicht zuständig: „Die Athletenvereinbarung des BDR reicht demnach nicht aus, dem Sportschiedsgericht eine Klärung zu übertragen“ (Hecker, Anno, Nicht zuständig! in faznet.de 1.3.2013).
Zum Deutschen Sportschiedsgericht vergleiche auch: Erfurter Blutdoping und Gleiss Lutz; Zur Dopingposition des Bach-Vesper-DOSB: Der Dopingexperte des DOSB.

– Radpräsident steigt ab – und dann doch nicht. Rudolf Scharping, seit 2005 Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), war und ist nicht gerade als eifrigster Bekämpfer des im deutschen und internationalen Radsport sehr verbreiteten Dopings bekannt. Er gab bekannt, bei der Sitzung des BDR am 23.3.2013 nicht mehr antreten zu wollen. Seine Vorgängerin im Amt war Sylvia Schenk, die sich vehement gegen Doping und gegen das Verhalten des Weltradsportverbandes UCI im Fall Lance Armstrong ausgesprochen hat (Scharping hört auf, in SZ 1.3.2013). Sylvia Schenk kündigte am 20.3. an, dass sie zur Wahl am 23.3.2013 antritt (Kistner, Thomas, Kandidatin der Basis, in SZ 21.3.2013).
Seit Schenk ihre Kandidatur ankündigte, machte Scharping plötzlich wieder Wahlkampf; im BDR erklärte man umgehend, es habe nie eine offizielle Rücktrittserklärung Scharpings gegeben: „Als ob es die brauchte, wenn der Präsident persönlich die Kollegen und das Amtsorgan informiert“ (Kistner, Thomas, Scharping schwenkt um, in SZ 9.3.2013). Schenk sagte: „Wie hilft man den Athleten wirklich, anstatt sie im Zweifelsfall im Regen stehen zu lassen? Doping ist nicht bloß ein Problem der Sportler. Da stecken Strukturen dahinter und die Einstellung des gesamten Umfeldes. Darüber habe ich im Kampf gegen Korruption viel gelernt“ (Ketterer, Frank, „Ich war damals zu gutgläubig“, in taz.de 22.3.2013).
Schenk hatte ihr Amt als BDR-Präsidentin bei einer Abstimmung im Präsidium verloren, als sie die Vertrauensfrage zwischen sich und dem damaligen Sportdirektor Burkhard Bremer stellte. Bremer hatte auffällige Blutwerte eines Sportlers verheimlicht (Ebenda). Patrik Sinkewitz war mit Epo gedopt und wurde zum Kronzeugen; der damalige Bundestrainer Peter Weibel äußerte danach, Bremer und zwei Ärzte hätte von dem Doping gewusst (Burkert, Andreas, Kistner, Thomas, Es müssen Seilschaften sein, in sueddeutsche.de 17.5.2010). Gerichte attestierten Bremer, „an einem Doping-Vorfall beteiligt gewesen“ und nicht „konsequent gegen Doping im Radsport“ agiert zu haben (Burkert, Andreas, Der Wahlkämpfer, in SZ 23.3.2013).
Scharping beschäftigte Bremer dann bis zu dessen Pensionierung im Jahr 2011 weiter (Sachse, Jonathan, Die fragwürdigen Aussagen von Rudolf Scharping, in spiegelonline 23.3.2013). „Bremers Vertrag wurde noch vor Peking bis zu seiner Verrentung 2011 verlängert“ (Burkert, Kistner 17.5.2010). – „Nach Recherchen von Spiegel online arbeitet Bremer 2013 wieder im Radsport, und dies in einer BDR-nahen Funktion“ (Sachse 23.3.2013).

– Bund Deutscher Radfahrer strampelt weiter wie gehabt: Scharping wurde am 23.3.2013 mit 411 (zu 156 Stimmen für Sylvia Schenk) wiedergewählt. Scharping hatte noch am 26.1.2013 behauptet: „In Deutschland gibt es seit Jahren keinen Dopingfall mehr, und wir tun alles, dass das so bleibt“ (ebenda). – „Doch alleine bis 2012 folgten 32 weitere Dopingfälle im BDR, die in den Jahresberichten der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada dokumentiert sind“  (Sachse, ebenda). „Dabei steht die Ära Scharping, abgesehen von finanziellen Nöten des BDR, für alles andere als eine konsequente Anti-Doping-Haltung“ (Burkert 23.3.2013; Hartmann, Ulrich, Der Feuerwehrmann soll weiter löschen, in SZ 25.3.2013).
Auch Vize Günter Schabel wurde wiedergewählt und nicht der kritische Robert Bartko. Das war das Diktat Scharpings: Er mache nur weiter, wenn er sein Funktionärsteam behalten könne (Sachse, 23.3.2013).
Angst vor Aufklärung? Natürlich. Lieber vertraut der BDR dem Doping-Anti-Aufklärer Scharping. Ein Neubeginn sieht anders aus.

Mauern in Freiburg. Die Kommission zur Aufarbeitung der Dopingforschung an der Freiburger Universität – in Zusammenhang mit den „Forschungen“ der Sportmediziner Prof. Joseph Keul und Prof. Armin Klümper sowie deren Nachfolger – wurde erst 2012 über den eigentlichen, im Jahr 2007 vergebenen Arbeitsauftrag fündig. Er lautete u. a.: „die Freiburger Sportmedizin in ihren gesamten Aktivitäten während der vergangenen 50 Jahre auf den Prüfstand zu stellen“ (Kistner, Thomas, Stark verkürzter Arbeitsauftrag, in SZ 2.3.2013). An der verkürzten Aufgabenstellung wirkte laut Kommission der Altrektor Wolfgang Jäger mit. Dabei ergaben sich weitere bemerkenswerte Ereignisse: „Der auf Keul limitierte Prüferstab fand gleichfalls erst 2012 heraus, dass fünf Kisten mit tausenden Seiten Keulscher Geschäftskorrespondenz in der Garage jener Uni-Juristin schlummerten, die auch das Gründungsprotokoll 2007 schrieb und die anfänglich als Kommissionsgeschäftsführerin wirkte“ (Ebenda).

– Der Doping-Reflex des Bach-Vesper-DOSB. „Baden-Württembergs Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hat die Forderung nach einer neuen Strafnorm im Kampf gegen Doping bekräftigt. Bei einer Podiumsdiskussion sagte er am Donnerstag in Stuttgart, mit Hilfe des Straftatbestandes Sportbetrug sollten Profisportler zur Rechenschaft gezogen werden, die mit leistungsfördernden Mitteln an einem Wettkampf teilnehmen… Bei der Veranstaltung des Stuttgarter Justizministeriums kritisierte Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Stickelbergers Vorstoß… Er sprach  sich erneut für die bestehende Verbandsgerichtsbarkeit bei Dopingvergehen aus“ (Strafen verschärfen, in SZ 16.3.2013).
Denn die deutschen Doping-Verfahren landen gern mit leitender Beihilfe des DOSB beim „Deutschen Sportschiedsgericht“, siehe oben – das gern zugunsten der Doper entscheidet.
Vergleiche auch unter „Aktuelles“: Erfurter Blutdoping und Gleiss Lutz. Zur Dopingposition des Bach-Vesper-DOSB: Der Dopingexperte des DOSB

– Freiburg bildete spanische Dopingärzte aus. „Deutschland geriert sich gerne als Musterbeispiel für nahezu dopingfreien Sport – wiewohl deutsche Athleten andere Erfahrungen haben, wie eine kürzlich erschienene Studie der Sporthilfe- Stiftung offenbart. Wie weit die Selbstgewissheit der Sportfunktionäre trotzdem geht, führte erst am Donnerstag Michael Vesper vor. Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) plädierte bei einer Diskussion im Justizministerium von Baden-Württemberg gegen die Einführung eines Anti-Doping-Gesetzes, wie es von Skandinavien bis Italien in Kraft ist. Zugleich aber häufen sich Hinweise, dass der Pharmabetrug hierzulande tiefer in Ärzte- und Verbandsstrukturen wurzelt als anderswo. Laut Deutschlandfunk und BR weisen dabei Spuren von Deutschland direkt in ein anderes gelobtes Land der Manipulation: nach Spanien“ (Kistner, Thomas, Dubiose Gäste, in SZ 19.3.2013; Hervorhebung WZ).
Deutschlandfunk und BR berichteten von Spuren nach Spanien: Von Anfang 1970 bis Ende 1980 wurde eine Reihe von spanischen Ärzten in Freiburg von Sportmediziner Prof. Joseph Keul angestellt, die später mit Dopingverbindungen auffielen. Es handelte sich um die Ärzte Eduardo Escobar – langjähriger Betreuer vom Fußballklub Real Sociedad San Sebastian, wurde beim Fuentes-Prozess beschuldigt, Dopingmittel gekauft zu haben; Inaki Aratibel – Doping-Team Phonak, Jose Aramendi – Doping-Team Telekom, Doping-Team Once; zwischen 2001 und 2003 Betreuer von Lance Armstrong, Doping-Team US Postal (Krause, Sebastian, Das Rätsel um die Gastärzte aus Spanien, in dradio.de 17.3.2013 und br.de 18.3.2013).
Der DOSB kämpft seit Jahren gegen ein schärferes Anti-Doping-Gesetz und für das Recht der Athleten auf den Besitz an geringen Mengen Dopingmittel: Vielleicht steht die Abkürzung DOSB ja für DOping-SportBund???
Vergleiche auch u. a.: Erfurter Blut-Doping und GleissLutz; Die Reihen fast geschlossen; Der DOSB-Dopingexperte; Deutsche Doping-Szenen 1/2013

– Kleiner Exkurs zur Freiburger Sportmedizin: Ein Berliner Forscherteam um Erik Eggers von der Humboldt-Universität untersucht seit 2009 die Doping-Forschung in Deutschland. Als sie im Herbst 2012 erste Ergebnisse präsentierten, stellte der DOSB umgehend die wissenschaftliche Qualität der Studie in Zweifel (Hausding, Matthias, Drepper, Daniel, Deutsche Sportfunktionäre wussten über Doping Bescheid, in derwesten.de 6.11.2012). Die Berliner konnten ihre Ergebnisse bis heute nicht veröffentlichen.
Ins Visier gerieten die Freiburger Professoren Joseph Keul und Wilfried Kindermann, die  – staatlich unterstützt – über die Wirksamkeit von Dopingmitteln forschten. Keul war auch Lehrer des heutigen DOSB-Chefarztes Bernd Wolfarth. Wolfarth schrieb seine Dissertation an der Universität Freiburg über das Thema „Zur Regeneration im Ausdauersport“. – „Die Athleten bekamen von Wolfarths Kollegen sechs Wochen lang pro Woche jeweils 250 mg Testosteron gespritzt“ (Hausding, Matthias, Drepper, Daniel, Olympia-Arzt forschte an Dopingmitteln, in derwesten-recherche.org 2.11.2012). Testosteron ist seit 1984 verboten: Ungeachtet dessen liefen die Forschungen darüber an der sportmedizinischen Abteilung in Freiburg auf Hochtouren. Keul „verharmloste Doping und begrüßte den Einsatz von Testosteron… Obwohl schon im ersten Abschnitt des Projektes die Leistungssteigerung durch Testosteron belegt werden konnte, verschwiegen die Forscher diese Ergebnisse und sprachen öffentlich davon, Testosteron bringe nichts. Keul argumentierte jahrelang dafür, Testosteron von der Dopingliste zu nehmen. Gleichzeitig verteilten seine Freiburger Kollegen Georg Huber und Armin Klümper die Mittel an Sportler, wie mittlerweile durch Forschungen und Gerichtsverfahren belegt ist“ (Ebenda).
Wolfarth übernahm 1996 das molekularebiologische Labor der Freiburger Sportmedizin von dessem langjährigen Leiter Joseph Keul. „Wolfarth betreut seit 1993 Spitzensportler, seit 2000 ist er Verbandsarzt der Biathleten. Seit 2009 leitet Wolfarth die Sportmedizin am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig, das von der Sportabteilung des Bundesinnenministeriums finanziert wird. Bei den Olympischen Spielen in Vancouver war er zum ersten Mal oberster deutscher Olympiaarzt“ (Ebenda). Den Posten des „leitenden Olympiaarztes des Deutschen Olympischen Sportbundes“ übernahm Wolfarth wiederum von Wilfried Kindermann (Neuer Mann für Wohl und Wehwehchen, in ftd.de 9.2.2010). „Kindermann (…) konnte nie aktives Mitwirken beim Doping bewiesen werden, doch er steht seit Jahren in der Kritik“ (Fischer, Mirjam, Kontrolleure mit einschlägiger Erfahrung, in spiegelonline 5.7.2007).
Es macht den Eindruck, als ob nur eine ganz spezielle Ärzte-Klientel mit entsprechender Ausbildung die medizinischen Posten im deutschen Sport besetzen durften und dürfen.

– Dopingmittel mit Vergiftungsgefahr. „Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat Athleten vor der Einnahme eines stark gesundheitsgefährdenden und derzeit auf dem Schwarzmarkt erhältlichen Dopingmittels gewarnt. Die Substanz sei unter dem Namen „GW501516“ registriert und bereits von einigen Sportlern eingenommen worden. In klinischen Tests habe man aber eine akute Vergiftungsgefahr durch die Substanz festgestellt, hieß es. Die Nebenwirkungen seien so stark, dass dieser ungewöhnliche Schritt notwendig wurde, um das Bewusstsein für das Gesundheitsrisiko zu schärfen, teilte die Organisation mit. Die Wada rief auch die nationalen Verbände auf, ihre Sportler ’so schnell wie möglich‘ zu informieren“ (Die  Wada warnt, in SZ 23.3.2013).
„GW501516 war ein Entwicklungs-Arzneimittel, das von der pharmazeutischen Firma zurückgezogen und eingestellt wurde, als in vorklinischen Untersuchungen Gifte festgestellt wurden. Diese Substanz hat keine klinische Zulassung und wird sie auch nicht erhalten“ (siehe z.B. hier).

– Estnischer Olympiasieger zurück. Andrus Veerpalu, Ski-Weltmeister, gewann 2002 und 2006 bei Olympischen Winterspielen Gold, dazu Silber, WM-Titel etc.. Am 23.2.2011 trat er zurück, da eine Dopingprobe das Wachstumshormon HGH vermuten ließ. Der Internationale Sportgerichtshof Cas hob die Sperre am 26.3.2013 auf. Angeblich sei der damalige Test nicht wissenschaftlich einwandfrei durchgeführt worden, dazu gelten die Werte der Wada nicht für den internationalen Skiverband FIS. „Der Freispruch für Herrn Veerpalu ist also ein Freibrief für die Wachstumsbranche der HGH-Freunde. Zumindest bis die Wada wieder einen Grenzwert gezogen und der Cas diesen gerichtsfest bestätigt hat… Kein Wunder, dass HGH als sichere Bank unter den Dopern gilt“ (Becker, Christoph, Ein Held für Doper, in faz.net 26.3.2013). – „Jetzt stehen den Betrügern Tür und Tor offen, weiter mit Wachstumshormonen zu dopen“  (Kreuzer, Heinz-Peter, CAS-Urteil im Fall Veerpalu erschwert Dopingbekämpfing, in dradio.de 1.4.2013)


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VIII: Die Sportsender ARD/ZDF
Die Auflistung der Sportsendung erfolgte nur für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, nicht für die Dritten Programme und ist vermutlich nicht vollständig (Sondersendungen!).
Vergleiche auch hierzu: Die öffentlich-rechtlichen Sport-Sender

Ergebnis für März 2013:
ARD = 4761 min = 79 h 21 min; ZDF = 2460 min = 41 Stunden
ARD und ZDF gesamt: 120 h 21 m (5  komplette Tage)

Ergebnis für März:

1.3.   ARD Ski alpin 11.05 – 12.15: 70 min
         ARD
Sportschau live: Ski nordisch, Biathlon, Eisschnelll. etc. 13.00 – 17.00: 240 min
2.3.  ARD Sportschau live: Eisschnelll., Nordische Kombination etc. 9.40 – 18.30:  530 min
ARD Sportschau  18.30 – 20.00: 90 min
        ZDF hallo Deutschland – Die großen Sportlegenden 13.55 – 14.40: 45 min
ZDF Das aktuelle Sportstudio 23.00 – 0.15: 75 min
3.3.  ARD Sportschau live: Eisschnellauf, Biathlon etc. 10.05 – 16.30: 385 min
ARD Sportschau 18.00 – 18.30: 30 min
6.3. ZDF Uefa Champions-League-Magazin 19.20 – 19.35: 15 min
ZDF Uefa Champions-League Achtelfinale
20.25 – 23.15: 170 min
ZDF Uefa Champions-League
1.10 – 2.45: 95 min
7.3. ZDF Biathlon Weltcup 12.05 – 14.00: 115 min
ZDF Biathlon
15.10 – 17.15: 125 min
9.3.  ARD Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ZDF Sport extra Eisschnelll. Ski alpin etc.
9.15 – 19.00: 585 min
10.3. ARD Sportschaz 18.00 – 18.30: 30 min
ZDF Sport extra Ski alpin, Langlauf etc.
10.15 – 17.00: 405 min
ZDF Sportreportage Fußball etc.
17.10 – 18.00: 50 min
12.3. ARD Sportschau live Skispringen 17.50 – 19.50: 120 min
13.3. ARD Ski alpin 11.20 – 13.00: 100 min
ZDF Uefa Champions-League-Magazin
19.20 – 19.35: 15 min
ZDF Uefa Champions-League Achtelfinale
20.15 – 23.15: 180 min
ZDF Uefa Champions-League
1.10 – 2.45: 95 min
14.3.  ARD Sportschau live Eiskunstlauf, Ski alpin etc. 9.05 – 10.30: 85 min
ARD Sportschau live Ski alpin, Langlauf etc.
11.20 – 15.00: 220 min
15.3. ARD Ski alpin 10.15 – 12.00: 105 min
ARD Sportschau live Biathlon, Skispringen etc.
12.45 – 18.50: 365 min
16.3. ARD Sportschau live Ski alpin, Nordische Kombination etc. 8.45 – 17.45: 540 min
ARD Sportschau
18.00 – 20.00: 120 min
ZDF Das aktuelle Sportstudio
23.00 – 0.15: 75 min
17.3. ARD Sportschau live Ski alpin etc. 8.50 – 12.03: 193 min
ARD Sportschau
18.00 – 18.30: 30 min
ZDF Sportreportage Formel 1 etc.
17.10 – 18.00: 50 min
22.3. ARD Sportschau live Skifliegen, Langlauf etc. 15.05 – 18.50: 225 min
ZDF Fußball-WM Kasachstan-Deutschland 
18.15 – 21.15: 180 min
23.3. ARD Sportschau live Skifliegen, Eisschnelllauf etc. 9.35 – 16.25: 410 min
ARD Sportschau Fußball 3. Liga
18.00 – 18.35: 35 min
ARD Boxen
23.00 – 1.30: 150 min
ZDF Das  aktuelle Sportstudio
23.00 – 0.00: 60 min
24.3. ARD Skifliegen 9.35 -12.03: 148 min
ARD Sportschau18.00 – 18.30: 30 min
ZDF Sportreportage Formel 1 etc. 17.10 – 18.00: 50 min
26.3.  ARD Sportschau WM-Spiel Deutschland-Kasachsten 20.15 – 23.30: 195 min
ARD Sportschau-Club
23.30 – 0.15: 45 min
30.3.  ARD Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ZDF Das aktuelle  Sportstudio
23.00 – 0.15: 75 min
31.3.   ARD Sportschau 19.00 – 19.30: 30 min

 


Laufende Chronologie der Olympischen Winterspiele 2018 in München +2 (wird laufend aktualisiert und ergänzt):
1936 - 1972 bis 1997 - 2007 - 2008 - Januar 2009 - Februar 2009 - März 2009 - April 2009 - Mai / Juni 2009 - Juli 2009 - August / September 2009 - Oktober 2009 - November 2009 - Dezember 2009 - Januar 2010 - Februar 2010 - März 2010 - April 2010 - Mai 2010 - Juni 2010 - Juli 2010 - August 2010 - September 2010 - Oktober 2010 - November 2010 - Dezember 2010 - Januar 2011 - Februar 2011 - März 2011 - April 2011 - Mai 2011 - Juni 2011 - Juli 2011 - August 2011 - September 2011 - Oktober 2011 - November 2011 - Dezember 2011 - Januar 2012 - Februar 2012 - März 2012 - April 2012 - Mai 2012 - Juni 2012 - Juli 2012 - August 2012 - September 2012 - Oktober 2012 - November 2012 - Dezember 2012 - Januar 2013 - Februar 2013 - März 2013 - April 2013 - Juni 2013 - Mai 2013 - Juli 2013 - August 2013 - September 2013 - Oktober 2013 - November 2013 - Dezember 2013 - Januar 2014 - Februar 2014 - März 2014 - April 2014 - Mai 2014 - Juni 2014 - Juli 2014 - August 2014 - September 2014 - Oktober 2014 - November 2014 - Dezember 2014 - Januar 2015 - Februar 2015 - März 2015 - April 2015 - Mai 2015 - Juni 2015 - Juli 2015 - August 2015 - September 2015 - Oktober 2015 - November 2015 - Dezember 2015 -

Literatur zur NOlympia-Chronologie

Nolympia-Chronologie, komplett / Stand Mitte Juli 2010 als pdf-Datei

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