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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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Mai 2014

 
Zuletzt geändert am 24.06.2014 @ 18:06

 

Webseite-Besucher
Im April 2014 besuchten 22.380 Internet-Nutzer unsere Nolympia-Webseite. Von Februar 2010 bis einschließlich April 2014 hatten wir damit 878.388 Besucher. Wir bedanken uns für das anhaltende Interesse.

Immer noch aktuell:
Kritisches Olympisches Lexikon: Red Bull, Almaty 2022
CIPRA fordert Olympiafreie Alpen
Putin: Krieg und Spiele
Oslo 2022 – Bewerben oder nicht bewerben: hier
Wie die Sport-Demokratur funktioniert: hier

In eigener Sache
Die Webseite und ihre Informationen stehen allen zur Verfügung, um die tatsächlichen Hintergründe im Sport aufzuzeigen und zu beschreiben. Ich bemühe mich meinerseits, korrekt zu zitieren und Quellen anzugeben. Umgekehrt wäre es fair, dass auch die Nolympia-Webseite als Quelle in den Artikeln von Journalisten angegeben wird.
Dr. Wolfgang Zängl

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Die Gliederung im Mai 2014 sieht so aus:

I: Nachrichten von Olympischen Spielen und dem IOC
II: Aktuelle Sportsplitter von DOSB und den Sportverbänden
III: Aktuell aus München und Bayern
IV: Allgemeine Nachrichten
V: Sport-Millionen und -Millionäre
VI: Aktuelle Fußball-Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.
VII: Doping-News
VIII: Die Sportsender ARD/ZDF

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Die Bürger von Krakau haben am 25.5.2014 zu 69,7 Prozent mit NEIN gegen Krakau 2022 gestimmt – siehe unter I

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Zitate des Monats

Sandra Quintela zum Umbau des Maracana-Stadions in Rio: „Es ist überhaupt kein Stadion mehr, sondern eine Arena für das Fernsehen, nicht mehr für die Menschen. Früher hatten im Maracana 200.000 Menschen Platz, heute sind es noch 70.000, und fast alle davon sind blond und blauäugig“ (Bernard, Andreas, Burghardt, Peter, Haberl, Tobias, Eine Stadt kämpft um ihre Seele, in SZ-Magazin 18/2.5.2014. Quintela untersucht die Auswirkungen der WM 2014 in Brasilien und der Olympischen Sommerspiele Rio de Janeiro 2016).

Anno Hecker in der FAZ über den Präsidenten des Internationalen Eishockey-Verbandes, René Fasel und die Vergabe der Eishockey-WM 2014 zum weißrussischen Diktator Alexander Lukaschenko: „Denn die Fähigkeit, Irrtümer einzusehen, ist die Voraussetzung für neue Wege. Mit IOC-Mitgliedern wie Fasel scheint das unmöglich“ (Hecker, Anno, Ignoranten und Schurken, in faz.net 6.5.2014).

Andrej Tkachou, weißrussischer Blogger und einer von 300 Inhaftierten in Minsk: „Abscheuliche Menschenrechtsverletzungen, gefälschte Protokolle, offenes Kidnapping von Aktivisten, Folter und Verspottung – das ist die Kehrseite der Weltmeisterschaft, über die jeder so enthusiastisch ist“ (Over 300 oppositionists got arrested during IIHF World Championship in Minsk, in charter97.org 31.5.2014).

Stefan Grass vom Olympiakritischen Komitee Graubünden: „Die Analysen von investigativen Journalisten zeigen deutlich: Sportgroßveranstaltungen können nur noch in Ländern vergeben werden, in denen Regierungseliten, auch wenn demokratisch gewählt, keine Volksabstimmungen durchführen, wie in Sotschi, Peking, Pyeongchang, Katar und Brasilien“ (Spiele für Diktatoren, in Magazin Solidarität 2/2014; vgl. auch IOC und Diktaturen).

Henning Vöpel vom Hamburger Institut HWWI über die Fußball-WM 2014 in Brasilien: „Die Fifa ist Monopolist und schöpft die gesamten Gewinne ab“ (Pennekamp, Johannes, Kein WM-Aufschwung für Brasilien, in faz.net 13.5.2014).

Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris: Olympische Spiele gehören nicht zu meinem Wahlprogramm“ (SID, Pariser Bürgermeisterin dämpft Hoffnungen auf Olympia 2024, in zeitonline 31.5.2014).

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I: Nachrichten von Olympischen Spielen und dem IOC

– Mehrheit gegen Krakau 2022. Die Leiterin der Bewerbung für Olympische Winterspiele 2022 in Krakau, Jagna Marczulajtis-Walzak, musste im April 2014 von ihrem Posten zurücktreten: Ihr Ehemann Andrzej Walczak wurde beschuldigt, Journalisten Geld für eine positive Berichterstattung geboten zu haben. Jetzt kommt der nächste Schlag für Krakau 2022. Das polnische Homo Homini Institute befragte Ende April 2014, weniger als vier Wochen vor der offiziellen Abstimmung am 25.5.2014, 1.100 Polen zur Bewerbung Krakau 2022. 58 Prozent der Bevölkerung sind dagegen, nur 31 Prozent befürworten die Bewerbung (Butler, Nick, Further blow for Kraków 2022 as survey finds 58 per cent of Polish population opposes bid, in insidethegames.biz 1.5.2014).
Bei der Wahl am 25.5.2014 waren es dann 69,7 Prozent, siehe unten:

– Die Bewerbung Krakau 2022 findet nicht statt. Am 25.5.2014 stimmten die Bürger von Krakau über die Bewerbung Olympische Winterspiele 2022 in Krakau ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 35,96 Prozent, damit ist das Referendum gültig. Es stimmten 69,72 Prozent der Krakauer mit NEIN. Ein Sprecher der Stadt verkündete den offiziellen Rückzug: „Dieses Ergebnis markiert das Ende der Bewerbung der Gemeinde, die Olympischen Spiele zu organisieren“ (Krakau zieht zurück, in SZ 27.5.2014; Krakauer wollen keine Olympischen Winterspiele 2022, in zeitonline 26.5.2014). Zwischenstand: Graubünden 2022: abgewählt. München 2022: abgewählt. Stockholm 2022: zurückgezogen vom Stadtrat wegen Bürgerunwillen. Krakau 2022: Abwahl 25.5.2014. Da waren es nur noch vier: Oslo 2022 schwächelt; Lviv/Lemberg2022 in der Ukraine hat andere Sorgen und wird dem Vorsitzenden der Evaluierungskommission, der ein erklärter Putin-Freund ist, schon gar nicht gefallen. Damit verbleiben der Favorit Almaty 2022 aus der Diktatur Kasachstan und Peking 2022 aus der Diktatur China.

– Pressestimmen zur Ablehnung von Krakau 2022
Markus Völker, taz: „Das IOC hat ein Problem. Der Westen verabschiedet sich von den Spielen. Am Wochenende hat auch die Bevölkerung von Krakau nein gesagt. (…) Krakau ist kein Einzelfall. Immer wieder heißt es in demokratisch verfassten Nationen: zu teuer, zu megaloman, zu fremdgesteuert“ (Im Westen nichts Teures, in taz.de 25.5.20134).
Zjan Shirinian, insidethegames: „Krakaus Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 ist aller Wahrscheinlichkeit nach vorbei, nachdem die Bewohner der Stadt mit einem überwältigenden „Nein“ beim gestrigen Referendum abgestimmt haben“ (Kraków’s 2022 Olympic bid over after overwhelming „no“ vote, insidethegames.biz 26.5.2014).
APA/dpa: „Dem IOC brechen die Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2022 weg… Mehr als 200.000 Einwohner sagten ‚Nein‘ zu Olympia… ‚Eine vernünftige Entscheidung. Für uns ist die Angelegenheit damit beendet‘, sagte Tomasz Lesniak von der Initiative der Olympia-Gegner“ (Wer will Olympische Winterspiele 2022? Bitte melden, in APA/dpa 26.5.2014).
n-tv: „Dem IOC gehen damit allmählich die Kandidaten aus, der zuletzt in Sotschi zelebrierte olympische Gigantismus schreckt ab. Zuvor hatten sich bereits München, Stockholm (Schweden) und die Region Graubünden (Schweiz) aus dem Kreis der möglichen Bewerber um die Winterspiele 2022 verabschiedet, weil die Bevölkerung die Unterstützung verweigerte. Almaty (Kasachstan), Lwiw (Ukraine), Peking (China) und Oslo (Norwegen) sind die weiteren Interessenten, wobei Lwiw als Ausrichter wegen der instabilen politischen Lage in der Ukraine wohl ausscheidet“ (Keiner will Olympische Winterspiele – Auch Krakau lässt das IOC abblitzen, in n-tv 26.5.2014).
Johannes Aumüller, SZ: „
Als im Februar im Rahmen der olympischen Sause in Sotschi die Bewerberstädte für die Winterspiele 2022 ihre Konzepte präsentierten, fielen den Verantwortlichen des Kandidaten Almaty aus Kasachstan jede Menge gute Argumente ein. Die Sportstätten seien zum Großteil schon gebaut; das Vorzeigeprojekt sei die berühmte Medeo-Eisschnelllaufbahn, auf der es früher zu zig Weltrekorden kam; zudem sei Almaty eine ‚City of Love‘, in der es viele Hochzeiten gebe. Und übrigens: Großer Widerstand aus der Bevölkerung gegen das Projekt Olympische Spiele sei nicht zu erwarten, eher große Unterstützung. (…) Viel Spaß dann dem IOC 2022 in der City of Love. Die Menschenrechtler dürfen sich schon wieder warmlaufen“ (Zu Gast beim Autokraten, in SZ 27.5.2014).
Christoph Rella, Wiener Zeitung: „
Was nun die Kosten der Olympia-Ausrichtung betrifft, hüllt sich das Kasachische Olympische Komitee in Schweigen. Es darf aber davon ausgegangen werden, dass die Spiele von Almaty nicht unter 3,5 Milliarden Euro – diese Summe wurde im Zusammenhang mit den Bewerbungen Münchens und Oslos genannt – kosten werden, sondern viel mehr. Aber auch das ficht Kasachstan nicht an. Das Geld ist ja da. Und die volle Unterstützung der Bevölkerung angeblich auch. Bleibt nur noch ein Problem: die Politik. Tatsächlich sieht sich das zentralasiatische Land, das seit dem Zerfall der Sowjetunion von Präsident Nursultan Nasarbajew autokratisch regiert wird, heftiger Kritik ausgesetzt, weil Grundrechte nicht eingehalten, Oppositionelle verfolgt, Wahlen manipuliert sowie Minderheiten und Journalisten drangsaliert werden. Nicht zu vergessen die Korruption. Eines scheint daher sicher: Die kasachische Führung und das IOC werden sich warm anziehen müssen, sollte Almaty den Zuschlag erhalten“ (Der dritte Versuch, in wienerzeitung.at 27.5.2014).
Oliver Händler, Neues Deutschland: „Zunächst hatten die Graubündner eine Bewerbung mit St. Moritz und Davos abgelehnt, es folgten München und nun Krakow. Bereits im Januar hatte Stockholm zurückgezogen, nachdem die dort regierenden Moderaten auf ihrem Parteitag die Bewerbung abgelehnt hatten. Der Bau einer Bob- und Rodelbahn erschien ihnen zu teuer, ‚zumal es nach den Spielen keinen Nutzen mehr dafür gibt‘, hieß es zur Begründung. Auch die Koalitionspartner hatten schon abgewunken. Die Parteien reagierten damit auch auf Umfragen, nach denen es an Rückhalt in der Bevölkerung gefehlt hatte“ (Will denn keiner mehr Olympia? in neues-deutschland.de 28.5.2014).
Matthew Futterman, Wall Street Journal: „Was wäre, wenn das Internationale Olympische Komitee einen Wettbewerb abhält, um herauszufinden, wer das zweijährige Spektakel ausrichten will, und es würde sich keiner melden, oder – realistischer, jeder, der sich gemeldet hat, zieht vor der endgültigen Wahl zurück? Das Wettrennen um die Olympischen Winterspiele 2022 hat noch nicht ganz diesen Punkt erreicht, aber es ist nahe davor“ (Does Anyone Want to Host the 2022 Winter Games? in Wall Street Journal 27.5.2014).
Christopher Clarey, New York Times: „Was einmal wie ein sicheres Rennen um die Olympischen Winterspiele 2022 aussah, scheint nun eine Rauferei um den Notausgang geworden zu sein“ (Bidders for 2022 Winter Games Are Melting Away, in NYT 28.5.2014).
Stephen Wilson, AP: „Hat die Situation das Stadium erreicht, wo Olympische Spiele nur noch in nicht-demokratischen Ländern abgehalten werden können, wo Geld keine Rolle spielt? Bürgerbegehren werden in Peking oder Almaty nicht abgehalten“ (IOC faces trouble finding cities to host games, in AP 1.6.2014).
Nina Berglund, newsinenglish: „Der Druck auf Oslos Steuerzahler, die Olympischen Winterspiele 2022 durchzuführen, wird sich nach der Absage der Bewohner Krakaus noch erhöhen… (…) Die öffentliche Meinung in Norwegen richtet sich aber heftig gegen Olympische Spiele. Über 80 Prozent der Bewohner von Nord-Norwegen sind dagegen, um die 60 bis 70 Prozent im Westen von Norwegen und sogar 60 Prozent in Oslo selbst, wie die jüngsten Umfragen ergeben haben“ (Pressure rises as Krakow dumps OL, newsinenglish.no 26.5.2014).
The Guardian titelte: „Die Olympischen Winterspiele 2022: die Spiele, die niemand haben will“ (The 2022 Winter Olympics: the games nobody wants to host, in theguardian.com 28.5.2014).
S. Langer, Berliner Kurier: „Immer größer. immer pompöser. dazu ein Schauspiel der Macht für die Olympia-Bonzen und ihre Geldgeber – bisher war das trotz aller Kritik ein milliardenschweres Erfolgsmodell. Aber 14 Monate vor der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 scheint das Geschäft unter den fünf Ringen ins Stocken zu geraten. Nur noch zwei ernsthafte Bewerber sind übrig. Der Rest sagt: Ach nö. lass mal stecken, IOC“ (Winterspiele 2022? Ach nö, lass mal stecken, IOC! in berliner-kurier.de 29.5.2014).

– Oslo 2022 am Ende? Norwegens Progress Party (FRP) will sich gegen die Bewerbung Oslo 2022 engagieren. Der Juniorpartner in der Regierung hält Olympische Winterspiele für einen Missbrauch öffentlicher Gelder: Ihr Parteivorsitzender Siv Jensen ist zugleich norwegischer Finanzminister (Butler, Nick, Norwegian Congress Party consider opposing Oslo 2022 bid at National Congress, in insidethegames.biz 1.5.2014).
Am 4.5.2014 sprang die kleinere Regierungspartei ab: „Die Fortschrittspartei, die mit der konservativen Partei Hoyre in Norwegen eine Minderheitsregierung bildet, sprach sich am Sonntag gegen die Spiele aus. Auf einem Parteitag stimmte die Mehrheit der Delegierten gegen eine Staatsbürgschaft von rund vier Milliarden Euro. Das Geld solle besser in Infrastruktur, Steuererleichterung und Bildung gesteckt werden. (…) Bei einer Umfrage im April gab es nur noch 35 Prozent Zustimmung“ (Bewerbung vor Aus, in SZ 5.5.2014).
Zur Erinnerung: Der IOC-Konzern will keine Staatsbürgschaft über vier Milliarden Euro. Das reicht dem IOC-Konzern nicht. Er will EINE UNBEGRENZTE DEFIZIT-GARANTIE.
Die Progress Party stützte sich auf die letzten Umfragen: Fast 80 Prozent der Einwohner des Nordens sind gegen Oslo 2022, landesweit 59,2 Prozent; nur 34 Prozent aller Norweger befürworten die Spiele (Berglund, Nina, FRP blows out Olympic flame, in newsinenglish, 4.5.2014; vgl. auch Häussler, Randi, Aus der Traum für Oslo? in deutschlandfunk.de 5.5.2014). Die FRP will das Geld lieber in die Infrastruktur, Ausbildung, Gesundheitsfürsorge und andere Ausgaben investieren. Auch die Konservativen und die Labour Party zögern, noch dazu, wo die Zustimmungsrate weiter fällt. Eine Umfrage von Norstat für das Norwegische Fernsehen ergab nur 35 Prozent Zustimmung – bei 60 Prozent Ablehnung (Berglund, Nina, Olympic opposition hits new high, in newsinenglish.no 14.5.2014). Harald Tom Nesvik von der Progress Party hält es nunmehr für völlig klar, dass die Regierenden die Bewerbung aus Eis legen sollten. Audun Lysbakken, der Vorsitzende der Socialist Left Party: „Dieses Umfrageergebnis ist eine eindeutige Aussage gegen das Internationale Olympische Komitee und die Geldverschwendung, die die Durchführung Olympischer Spiele mit sich bringt. Es ist unmöglich, eine olympische Bewerbung zu unterstützen, solange sich die öffentliche Meinung nicht ändert“ (Ebenda).
Die Ministerpräsidentin Erna Solberg von den Konservativen: „Ich glaube, dass die Olympischen Spiele eine fantastische, aber sehr kostspielige Erfahrung sind“ (Mackay, Duncan, Norwegian Prime Minister claims Olympics „fantastic experience, but very costly“ as Oslo 2022 try to save bid, in insidethegames.biz 5.5.2014). Der Präsident des norwegischen NOK, Borre Rognlien, kämpft unverdrossen weiter: „Norwegen hat eine moralische Verpflichtung, sich um die Spiele zu bewerben“ (Ebenda). – „In der Zwischenzeit nutzten Almaty und Peking die Chance und wiederholten erneut, dass sie jeweils die sicherste und machbarste Wahl seien, nachdem sie einen ruhigeren und problemloseren Frühling als ihre europäischen Rivalen erlebt haben“ (Butler, Nick, Oslo 2022 outline importance of „fighting“ to save bid following latest IOC scrutiny, in insidethegames.biz 8.5.2014).
Eine große Rolle spielen die tatsächlichen Kosten. Bislang wurden für die Bewerbung Oslo 2022 umgerechnet 18,3 Millionen Euro ausgegeben. Kritiker bezweifeln, dass das angegebene Budget von 4,3 Milliarden Euro ausreichen würde. Atle Simonsen von der FRP: „Wer glaubt, dass Oslo 2022 weniger als 50 Milliarden norwegische Kronen (6,1 Milliarden Euro) kosten würde, kann auch an den Weihnachtsmann glauben“ (Ebenda). Natürlich schielen die Befürworter bezüglich der Defizitgarantie auch auf den Norwegischen Staatsfonds, der im Jahr 2012 über 508 Milliarden Euro Rücklagen aus den Öleinnahmen verwaltete (Wikipedia). Und ganz neu:

IOC-Präsident sucht norwegischen König heim. Der IOC-Konzernchef Thomas Bach wird sich am 19.5.2014 nach Oslo begeben und dort zusammen mit IOC-Mitglied und Oslo-2022-Verfechter Gerhard Heiberg König Harald treffen (No Olympic decisions at Hoyre’s meeting, in newsinenglish.no 12.5.2014).
Warum wohl? Um nach der chancenlosen Kandidatur Krakaus dem IOC-Konzern den letzten demokratischen Bewerber für 2022 warm zu halten. Um Oslo zu animieren, noch mehr Millionen in eine – gegen Almaty chancenlose – Kandidatenfarce zu stecken.
Bachs Tour wird von Nick Butler/insidethegames als „public relations exercise“ bezeichnet (Butler, Nick, Oslo 2022 bid looms in background as Bach begins Norway visit, in insidethegames.biz 19.5.2014). Bach redete zehn Minuten mit norwegischen Sportlerinnen, denen während Sotschi 2022 verboten wurde, schwarze Armbänder der Trauer zu tragen und verstieg sich zu dem verlogenen Satz: „Wir fühlten sehr für Sie“ („We felt very much  for you“; Woodgate, Emily, IOC President’s armband lament, in newsinenglish.no 20.5.2014). Der Chef der norwegischen Sportverbände, Per Toien, äußerte zum Bach-Besuch: „Er ist nicht in Norwegen, um für die olympische Bewerbung Überzeugungsarbeit zu leisten. im Gegenteil – das wäre ihm gar nicht erlaubt“ (Ebenda). Es darf gelacht werden.

– Steuerbefreiung in Sotschi. Die olympischen Wettkampfstätten und Hotels werden für zwei Jahre durch die Regionalregierung von der Grundsteuer befreit: Dadurch entgehen dem regionalen Steuerbudget ungefähr 114 Millionen Dollar. Es ist „ein Schritt, der laut Analysten schlicht die hoffnungslose Situation ihrer finanziellen Lage darstellt… Die meisten von ihnen haben gar nicht das Geld, um Grundsteuer zu zahlen, sagte Ilya Volodko, CEO der Beratungsfirma MACON in Krasnodar“ (Kulchitskaya, Diana, Lawmakers Attempt to Save Failing Olympic Venues With Tax Break, in Moscow Times 12.5.2014). 

Doping in Sotschi 2014.“Infusionsmaterial in Koffern, auffällige Funde in den Appartments des Olympischen Dorfes und verblüffende Versäumnisse bei Zieltests: Ein Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur legt nahe, dass die Manipulationsbekämpfung bei den Winterspielen in Sotschi Lücken aufwies. (…)   Der Zoll, der per Videokamera penibel die Einfuhr von insgesamt 16.000 Gepäckstücken seit Dezember 2013 aufzeichnete, bemerkte in den Koffern von Vertretern aus sieben Nationen größere Mengen an Infusions-Material“ (Aumüller, Johannes, Kistner, Thomas, Spritzen im Gepäck, in SZ 17.5.2014). Speziell der Welt-Skiverband FIS und der Eisschnelllaufverband ISU fielen auf; dazu wurde nicht auf das Wachstumshormon HgH getestet (Ebenda).

– Trauerspiel in Hamburg und Berlin geht weiter. „Hamburg kann Olympia! Davon ist Sportsenator Michael Neumann (SPD) überzeugt“ (Trümpler, Erik, 65 Prozent der Hamburger sagen Ja zu Olympia, in mopo.de 7.5.2.014).
Hallo, Hamburger: Laut Berechnungen des Sportsenders SKY hat London 2012 nicht die offiziellen 13, sondern in Wirklichkeit 24 Milliarden Pfund (umgerechnet 30 Milliarden Euro) gekostet!
Die Hamburger Morgenpost startete zur Unterstützung eine Online-Umfrage: Angeblich waren 64,7 Prozent für Olympische Sommerspiele in Hamburg. Allerdings war diese Umfrage entgegen der Mopo-Behauptung alles andere als repräsentativ: Das Institut „mafo.de“ befragte nämlich gerade einmal 500 Personen, und Online-Umfragen sind nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz „vermeidet ein klares Bekenntnis zu Olympia. (…) ‚Bewerbungen von demokratischen Staaten müssen immer so sein, dass alle Gebäude eine Folgenutzung haben‘, sagte der Bürgermeister. (…) Außerdem, so Scholz, sei die Finanzierung der Spiele gerade in Zeiten der dann geltenden Schuldenbremse ein zentraler Punkt: ‚Da können wir nicht Milliarden raushauen'“ (Scholz vermeidet klares Bekenntnis zu Olympia, in abendblatt.de 14.5.2014).
Hamburgs Grüne warnten vor einer voreiligen Bewerbung 2024 und verwiesen auf das Debakel mit der Elbphilharmonie- Grünen-Fraktionschef Jens Kerstan sieht ein notwendiges Referendum erst nach der Bürgerschaftswahl als möglich an (Bündnis 90/Die Grünen warnen vor voreiliger Olympia-Bewerbung Hamburgs, in zeitonline 7.5.2014). Außerdem möchten die Grünen das Referendum verschieben: Da das IOC erst im Dezember 2014 seine Kriterien für die Vergabe der Spiele neu regeln will, ist die Zeit bis Februar 2015 zu kurz (Grüne wollen Referendum über Olympia verschieben, in welt.de 9.5.2014).
Am 9.5.2014 traf sich der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, mit DOSB-Präsident Alfons Hörmann (der, der vorher schon in April 2014 zum Werben für Olympische Sommerspiele in Hamburg war) – plus DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. „Kein Olympia ohne das Volk“, lautet – derzeit – das Credo der Sportchefs. DOSB-Sprecher Christian Klaue: „Wir können und wollen Olympia nicht gegen die Bürger machen“ (Thomsen, Jan, Wowereit spricht über Olympia 2024, in berliner-zeitung.de 8.5.2014). Kein Problem, denn: Zudem seien moderne Spiele immer nachhaltige Spiele – ohne den Betonpomp vergangener Zeiten“ (Ebenda).
Glaubt diesen Unsinn wirklich noch jemand?
Und so werden Berlin und Hamburg von den DOSB-Lobbyisten weiter in einen sinnlosen und millionenteuren Wettbewerb getrieben: Und die Vergabe wird dann weder an Berlin noch an Hamburg gehen.
DIE LINKE, Landesverband Hamburg, lehnte am 19.5.2014 eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028 ab: Das IOC achtet weder auf die Einhaltung von Arbeits-, Sozial- und Ökostandards oder Menschenrechte. Olympische Spiele fördern keine Völkerverständigung oder frieden. „Das IOC wird auch der Freien und Hansestadt Hamburg die Vertragsbedingungen diktieren“ (PM DIE LINKE lehnt eine Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele 2024 und 2028 ab, 19.5.2014).

– Der DOSB gibt Gas. Schon im Herbst 2014 will er bekanntgeben, wann und mit welcher Stadt er sich bewerben will. „Auf die Organisation einer Volksbefragung oder eines Referendums soll im ersten Schritt verzichtet, die Meinung der Bevölkerung aber später eingeholt werden“ (Grünberg, Rainer, Olympia-Entscheidung schon im Herbst, in welt.de 19.5.2014).
Immer wenn aufs Tempo gedrückt wird, versucht jemand, einen anderen übers Ohr zu hauen.
Der Gipfel an Naivität steht im Antrag von SPD, CDU, Grüne und FDP: „Der Senat wird ersucht, kurzfristig eine Studie zu Chancen und Risiken einer Hamburger Olympia-Bewerbung zu erarbeiten und der Bürgerschaft bis zum Herbst 2014 vorzulegen“ (Drucksache 20/11848, 20.5.2014).
Fünf Monate Zeit – was soll dabei herauskommen außer vagen Vermutungen? Die vier Parteien bezeugen damit ihre Unkenntnis über das Ausmaß Olympischer Sommerspiele.
Besonders spaßig: „Einigkeit  herrscht in den vier Rathausfraktionen von SPD, CDU, Grünen und FDP, dass eine Bewerbung Hamburgs nur unter der Voraussetzung erfolgen sollte, dass das IOC dem Gigantismus abschwört, das größte Sportfest der Welt reformiert“ (Ebenda).
Oh heilige Einfalt! Gar nichts wird abgeschworen: St. Petersburg wird sich 2024 bewerben, die Heimatstadt von Wladimir Putin und Gazprom. Und die nächsten zig Gazprom-Milliarden locken das IOC.

– Zitate zu Hamburg 2014:
– Bela Rogalla
, Landessprecher DIE LINKE:„Die Ankündigung des DOSB-Präsidenten Hörmann, bereits im Herbst 2014 allein zu entscheiden, ob die Olympischen Spiele 2024 in Hamburg oder Berlin stattfinden, ist eine arrogante Frechheit des DOSB-Präsidiums“ (DIE LINKE, PM 19.5.2014).
Dietrich Wersich schwärmt von der ‚Jahrhundertchance Olympia‘. Dadurch könnte Hamburg ‚auf die Weltkarte kommen‘, glaubt der CDU-Chef in der Bürgerschaft“ (Veit, Sven-Michael, Nur die Linke spielt nicht mit, in taz.de 20.5.2014).
Kann man so naiv sein?
Jens Kerstan, Fraktionschef Bündnis 90/Die Grünen: „Wir wollen nicht drei Wochen Party und dann auf einem Schuldenberg sitzen bleiben“ (Ebenda).
Kleiner Tipp: frühere Bewerbungen und Bewerbungskosten ansehen! Jeder Austragungsort blieb auf einem Schuldenberg sitzen.
DOSB-Präsident Alfons Hörmann: „Wir gehen nur dort hin, wo wir auch wirklich gewollt sind“ (Eberts, Carsten, Wieder Sehnsucht nach Olympia, in sueddeutsche.de 28.5.2014).
Also auf nach Sotschi, Peking, Almaty, St. Petersburg…
Michael Neumann, Hamburger Sportsenator: „Ich habe Lust auf das Thema Olympia“ (Grünberg, Rainer, Olympia neu erfinden, in welt.de 6.6.2014).
Glücklicherweise kommt es nicht auf Herrn Neumanns Lust allein an.

Wolfgang Maennig, Goldmedaillengewinner und Hamburger Professor: „Olympia ist auch heute noch nicht reif für fundamentale Veränderungen“ (Ebenda).

– Zitate zu Berlin 2024:
Gerhard Janetzky,
Präsident der deutschen Olympischen Gesellschaft Berlin: „Es gibt zur Zeit keinen, der die Fahne für eine Olympiabewerbung in die Hand nimmt. Eigentlich müsste das der Regierende Bürgermeister oder der Sportsenator tun“ (Teuffel, Friedhard, Berlin verpasst den Start für die Olympia-Bewerbung, in tagesspiegel.de 30.5.2014).
Klaus Wowereit
, Regierender Bürgermeister: „Man muss sich gut überlegen, ob man sich auf das IOC einlässt“ (Ebenda).
„Der Sportökonom Professor Holger Preuß von der Universität Mainz versuchte zwar, den Bewerbern Mut zu machen, indem er aufschlüsselte, dass Olympische Spiele eine Stadt nicht in Schulden treiben, sondern stattdessen große Infrastrukturprojekte ermöglichten. Das lasse sich historisch belegen“ (Ebenda).
Ja, ja, der Herr Sportökonom… seit Jahren einschlägig bekannt.
Aus einem Fragenkatalog des DOSB an Berlin: „Eine Bewerbung ist oft nicht im ersten Anlauf erfolgreich. Wären Sie im Fall eines Scheiterns der Bewerbung grundsätzlich bereit und interessiert an einem weiteren Bewebungsverfahren“ (Ebenda
Oder an einem dritten?
Tilmann Heuser, Landesgeschäftsführer Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Berlin: „Wir sehen da durchaus Potenziale, wenn man den Bestand an Sportstätten sinnvoll nutzt“ (Anker, Jens, Olympische Spiele in Berlin, in welt.de 10.6.2014).
Hallo Herr BUND-Landesgeschäftsführer: Vielleicht fragen Sie mal bei Prof. Hubert Weiger nach, warum der Bund Naturschutz in Bayern über fünf Jahre die Bewerbung um Olympische Winterspiele München 2018 und 2022 bekämpft hat. Eine Empfehlung wäre auch, sich auf der Webseite www.nolympia zu informieren.

Da der Umfang Hamburg 2024 und Berlin 2024 zunimmt: ausführliches Stichwort Hamburg-Berlin 2024 im Kritischen Olympischen Lexikon.

– Rio 2016 (1): IOC-Sport und Fifa-Sport zerstören die Stadt
a) Maracana-Stadion: Sandra Quintela, Ökonomin, zum Umbau des Maracana-Stadions in Rio: „Es ist überhaupt kein Stadion mehr, sondern eine Arena für das Fernsehen, nicht mehr für die Menschen. Früher hatten im Maracana 200.000 Menschen Platz, heute sind es noch 70.000, und fast alle davon sind blond und blauäugig. Weil sich die Schwarzen den Eintritt nicht mehr leisten können“ (Bernard, Andreas, Burghardt, Peter, Haberl, Tobias, Eine Stadt kämpft um ihre Seele, in SZ-Magazin 18/2.5.2014). b) Preisanstieg: „Allein in den letzten fünf Jahren haben sich die Mieten verdoppelt und die Immobilienpreise vervierfacht.“ – Quintela: „Ich wohne seit 19 Jahren in dieser Stadt und spüre, wie sie immer mehr ihre Seele verliert, weil die normalen Menschen immer weiter in die Vororte gedrängt werden“ (Ebenda). c) Operation Ordnungsschock: Rios Stadtverwaltung erließ im Vorfeld der WM 2014 und Rio 2016 Dutzende von Verordnungen, um das Strandleben zu disziplinieren = zu zerstören. Der Künstler Ernesto Neto: „Sie haben verboten, dass Kinder Drachen steigen lassen. Sie haben verboten, dass wir laut Musik hören. Sie haben verboten, dass Kleinhändler ihren queijo coalho verkaufen, den Käse am Stiel, der in Handöfchen gegrillt wird, nur weil sich mal ein Typ den Magen verdorben hat. Sie haben verboten, dass wir bunte Sonnenschirme aufstellen, erlaubt waren nur noch rote, blaue und gelbe. Inzwischen haben wir den Strand zurückerobert. Die können vielleicht das Maracaña-Stadion, aber nicht unsere Seele kaputtmachen“ (Ebenda). Der Bürgermeister „steckt mit Coca-Cola und Heineken unter einer Decke. Vor zwei Jahren hat er offiziell verboten, am Strand Kokoswasser zu trinken, weil das ja das Geschäft der großen Getränkekonzerne kaputtmacht. Inzwischen trinken wir wieder unser Kokoswasser, dürfen die Nüsse aber nicht mehr mit der Machete aufmachen. Zu gefährlich, sagen die Behörden, also müssen die Verkäufer mit einer Bohrmaschine ein Loch in die Nuss bohren, damit man einen Strohhalm reinstecken kann. Es ist lächerlich. Glauben Sie mir, die würden am liebsten verpackte Kokosnüsse von Heineken verkaufen“ (Ebenda). d) Die Favelas: „Von den sechs Millionen Einwohnern Rios leben 1,2 Millionen in einer Favela – so heißen die rund 1000 improvisierten Armensiedlungen, die meist von Drogenkartellen oder rechten Milizen kontrolliert werden. Seit 2008 versucht die Regierung, die Favelas gewaltsam zurückzuerobern; bis heute gelten vierzig als »befriedet«, das bedeutet, sie sind dauerhaft von bewaffneten Polizeieinheiten besetzt“ (Ebenda).

– Rio 2016 (2): Absehbare Katastrophen. Auch IOC-Krisenmanager Gilbert Felli stellte fest: „Erst zehn Prozent der Sportstätten seien zwei Jahre vor Beginn der Sommerspiele 2016 fertiggestellt, zum gleichen Zeitpunkt vor Olympia in London 2012 seien es 60 Prozent gewesen“ (SID, Erst zehn Prozent, in SZ 8.5.2014).
Wenn der IOC-Konzern Olympische Sommerspiele 2016 nach Rio vergibt, obwohl man weiß, dass Brasilien schon eine WM 2014 kaum stemmen kann, ist er wohl selber schuld…

– Rio (3): Segler über Wasserqualität entsetzt. In die Guanabra-Bucht vor Rio werden derzeit nur 40 Prozent der Abwasser gefiltert eingeleitet. Deshalb stand am 18.5.2014 in der New York Times: „Hinweis für Olympia-Segler: Fallt nicht in Rios Wasser“ (Segler fürchten das Wasser, in SZ 21.5.2014). Das Rio Sailing Team Germany schrieb auf seiner Homepage: „Willkommen im Müll-Paradies – Unvorstellbar, wie hier olympische Segelwettbewerbe stattfinden sollen.“ – „Eine Expertin wollte vor Ort die Strömung messen, das sei jedoch wegen des Drecks im Wasser kaum möglich gewesen“(dpa, „Willkommen im Müll-Paradies“, in faz.net 20.5.2014). Auch der Weltsegler-Verband ISAF ist besorgt. Bis 2016 sollen 80 Prozent der Abwasser gefiltert werden.
Wer’s glaubt…

– Eishockey-WM 2014 in Weißrussland: Diktator Alexander Lukaschenko ist klamm. „Ein Diktator, der sich präsentieren will. Ein Weltverband, der das billigend in Kauf nimmt, indem er einfach wegschaut. Die Eishockey-WM in Weißrussland zeigt, wie umstrittene Regime den Sport missbrauchen“ (Vetter, Claus, tagesspiegel.de 4.5.2014). René Fasel, der Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF), äußerte gegenüber Kritikern, 2009 wäre in der IIHF für Weißrussland eine „demokratische Entscheidung“ gefallen. Und er wiederholt den alten IOC-Kalauer: „Sport und Politik sollten nicht vermischt werden“ (Hecker, Anno, Ignoranten und Schurken, in faz.net 6.5.2014).
Ganz demokratisch für eine Diktatur und einen Diktator, der hinrichten lässt. Was für ein Demokratieverständnis vom IOC-Mitglied Fasel! Alles nach dem Motto: Der Sport ist unpolitisch…“
„Stattdessen spulte sie (die IIHF; WZ) nur die Lebenslüge vom unpolitischen Sport herunter und diskutierte erst gar nicht über die Möglichkeiten einer Verlegung. Zum Dank macht der Diktator Komplimente: IIHF-Präsident René Fasel sei ein ‚echter Kerl‘, weil er dem immensen Druck standgehalten habe, sagte Lukaschenko kürzlich“ (Aumüller, Johannes, Werbung für den Diktator, in SZ 9.5.2014).
Im Frühjahr 2014 war der weißrussische Diktator Alexander Lukaschenko finanziell am Ende – aber Hilfe nahte: „Putins liebster, aber klammer Nachbarstaat braucht Geld. Weißrussland ist in der schwersten monetären Krise seit der Unabhängigkeit vor 20 Jahren“ (Vetter 4.5.2014). Und so gewährte Eishockeyfan Wladimir Putin dem Eishockeyfan Diktator Alexander Lukaschenko vor Kurzem einen Kredit über 1,5 Milliarden Euro – soviel dürfte die WM (9. – 25.5.2014) gekostet haben. Allein der Komplex der Minsk-Arena mit Eisschnelllaufstadion und Radrennbahn hat rund 440 Millionen Dollar gekostet: “Eine erhebliche Investition in einem Land, das finanziell immer wieder durch den IWF (!WZ) oder Kredite aus Russland gestützt werden muss” (Aster, Ernst-Ludwig von, Schrum, Anja, Fairplay und Foulspiel – Sport in Weißrussland, in Deutschlandfunk 3.5.2014).
Vom 9. bis 25.5.2014 wird diese WM mit 16 Nationen gespielt: perfekte TV-Bilder, eilfertige Sportreporter, welche die Diktatur nicht erwähnen. Natürlich werden auch Proteste und Demos nicht übertragen.
„Seit den Präsidentenwahlen 2010 hat sich die Situation in Lukaschenkos Staat massiv verschlechtert. Damals wurden 700 Menschen in Minsk aus politischen Gründen verhaftet. Eingeschränkte Meinungsfreiheit, Versammlungsverbot, Homophobie – das System ist weit von demokratischen Grundprinzipen entfernt. Weißrussland ist das letzte Land in Europa, das die Todesstrafe anwendet. (…) Eine Intervention des EU-Parlamentes gegen die Austragung der WM in Weißrussland brachte Lukaschenko in Bedrängnis. Doch IIHF-Präsident René Fasel kam ihm zu Hilfe. Der Sport dürfe sich nicht zur Marionette der Politik machen, sagte der Schweizer“ (Ebenda). Die letzte Hinrichtung erfolgte erst zwei Wochen vor der WM (Aumüller 9.5.2014).
Das ist eine aparte Argumentation. In Wirklichkeit wollte Fasel sagen: Die IIHF hat die WM bewusst nach Weißrussland vergeben, und es ist ihm völlig egal, dass dies eine Diktatur ist: Hauptsache, die Kasse stimmt. Und außerdem gibt es keine Kritik und Proteste wie in Demokratien.
„Oppositionelle sind schon seit langem gegen die Ausrichtung der WM. Die Eishockey-Förderation lasse dem Diktator alles durchgehen, ist der Tenor. ‚Sie können nicht das Jahr der Gastfreundschaft ausrufen, wenn so viele Menschen unschuldig im Gefängnis sitzen‘, sagt Anatoli Lebedko, Leiter der Vereinigten Bürgerpartei“ (Ebenda). – Walentin Stefanowitsch von der weißrussischen Menschenrechtsorganisation Wiasna: „Wir befürchten, dass er das Turnier nun zur großen Propaganda nutzt“ (Aumüller 9.5.2014). – „Amnesty International hat in dieser Woche erneut Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit anlässlich der WM kritisiert. In den vergangenen zwei Wochen seien 16 Aktivisten festgenommen worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag. ‚Im Vorfeld der Eishockey-WM versuchen die belarussischen Behörden, durch Verhaftungen kritische Stimmen auszuschalten und Aktivisten einzuschüchtern‘ (Schall, Tobias, Zu Gast beim Diktator, in stuttgarter-zeitung.de 8.5.2014).
Simone Brunner berichtete für die Zeit aus Minsk: „30 Aktivisten wurden in den vergangenen Tagen wegen ‚kleinen Rowdytums’ und „Widerstands gegen die Staatsgewalt“ zu Haftstrafen verurteilt – ohne dass es überhaupt eine Aktion gegeben hätte. Hunderte Menschen wurden vom KGB verhört, eingeschüchtert oder zum Verlassen der Hauptstadt aufgefordert. (…) Der Menschenrechtler Ales Bjaljazki, der ehemalige Präsidentschaftskandidat Nikolai Statkewitsch und der Chef der Studentenorganisation ‚Junge Front‘ Eduard Lobau sitzen weiter im Gefängnis“ (Brunner, Simone, Belarus: Eiszeit in Minsk, in zeitonline 16.5.2014).
Wen dies sicher nicht stört, noch dazu, wo in Minsk Russland Eishockey-Weltmeister wurde: „… oben, in der Loge, applaudierte Staatspräsident Wladimir Putin“ (Neudecker, Michael, Was für ein Verbot? in SZ 27.5.2014).
Der weißrussische Blogger Andrej Tkachou sollte am 7.5.2014 auf der Polizeistation ein „vorbeugendes Gespräch“ führen und verbrachte 15 Tage in einem Minsker Gefängnis. Er berichtete von nicht weniger als dreihundert Inhaftierten. Tkachou: „Abscheuliche Menschenrechtsverletzungen, gefälschte Protokolle, offenes Kidnapping von Aktivisten, Folter und Verspottung – das ist die Kehrseite der Weltmeisterschaft, über die jeder so enthusiastisch ist“ (Over 300 oppositionists got arrested during IIHF World Championship in Minsk, in charter97.org 31.5.2014).
Vergleiche auch: Fasel, René; Lukaschenko, Alexander 

– Eishockey-WM beim Diktator – Kommentar von Daniel Germann in der NZZ: „Organisatorisch hingegen verdiente sich Minsk beste Noten – nicht nur wegen der vollen Stadien, die gewissermassen garantiert gewesen waren. Der weissrussische Staatspräsident Alexander Lukaschenko soll dem Eishockeyverbands-Präsidenten René Fasel bei einem Treffen im März versichert haben: ‚Bei uns wird es bei keinem Match freie Plätze auf der Tribüne geben.’ (…) Gleichzeitig begegnet der IIHF-Präsident René Fasel den Protesten aus der Europäischen Union gegen die Vergabe des Turniers in den politisch isolierten Staat mit der Aussage, Sport und Politik sollten nicht vermischt werden. Es ist das Mantra, mit dem die Sportfunktionäre die moralische Verantwortung abzuschieben pflegen. (…) Die IIHF entlarvte ihre doppelte Moral am Wochenende: Der russische Headcoach Oleg Znarok wurde wegen einer obszönen Geste, mit der er das Durchschneiden einer Kehle andeutete, für den Final gesperrt. Der weissrussische Staatspräsident Alexander Lukaschenko, der Todesurteile durch den Genickschuss vollstrecken lässt, war als Gast und Gastgeber willkommen“ (Doppelbödige Moral im internationalen Sport, in nzz.ch 26.5.2014).

– Der IOC-Konzern sahnt ab. „Das IOC hat die TV-Rechte in den USA für die Rekordsumme von 7,65 Milliarden Dollar verkauft. Der neue Vertrag mit NBC läuft vom Jahr 2021 bis 2032“ (IOC schließt Rekord-Deal mit NBC ab, in spiegelonline 7.5.2014). 2011 schrieb das IOC die TV-Rechte aus, was einen Bieterwettstreit zwischen Disneys ESPN/ABC und Fox Sport von der News Corp. mit NBC auslöste. Diesmal schrieb der IOC-Konzern die TV-Rechte nicht aus, sondern „verhandelte still und heimlich mit dem Fernsehsender seit November 2013 über eine Verlängerung“ (Armour, Nancy, NBC Universal pays $ 7,75 billion for Olympic through 2032, in usatoday.com 7.5.2014). IOC-Präsident Bach dazu putzig: „Dieser Deal dreht sich nicht nur ums Geld. Wir denken langfristig im IOC“ (Ebenda).
Der IOC-Konzern denkt eben langfristig ans Geld.

IOC ganz großzügig. „IOC-Präsident Thomas Bach hat sich besorgt über die Situation in der Ukraine geäußert und einen Hilfsfonds mit 218.000 Euro eingerichtet für Spitzenathleten in dem krisengeschüttelten Land“ (Fonds für Ukrainer, in SZ 15.5.2014; Hervorhebung WZ).
Aus einem Kommentar von Tamara Arthofer: „Dass aber das IOC wieder einmal den Weltfriedensstifter spielen will, zeugt angesichts dieser Vorfälle (Verbot schwarzer Armbinden für ukrainische Sportler bei Sotschi 2014; WZ) nicht nur von Weltfremdheit, sondern auch von einer Scheinheiligkeit, die die Grenzen des Erträglichen schön langsam überschreitet“ (Arthofer, Tamara, Scheinheiligkeit à la IOC, in Wiener Zeitung 14.5.2014).
Und gleichzeitig wird vom IOC Almaty vorangetrieben – die Ukraine könnte sich die Millionen für die Bewerbung Lviv 2022 schon jetzt sparen.

– Bach: IOC braucht sich nicht ändern. Am 15.5.2014 traf sich IOC-Präsident Bach mit Schweizer Medienvertretern. Thema war auch die Abwahl von Graubünden 2022, München 2022, Wien 2028 und der Rückzug von Stockholm. Kein Wort für die vielen Gründe gegen Olympische Winterspiele wie Gigantomanie, ständig wachsende Kosten, Verschuldung auf Jahrzehnte, leerstehende Olympiabauten, Umweltzerstörungen etc.
Kommentar Bach: „Viele Wintersportzentren in West- und Mitteleuropa sind saturiert. Sie sind auf Jahre ausgebucht und haben ihre Stammgäste“ (Nach dem Scheitern von Graubünden 2022 wünscht sich das IOK eine neue Herangehensweise, in suedostschweiz.ch 16.5.2014).
Das IOC wie gehabt: beratungsresistent, kritiklos, überheblich, ignorant…
Bach weiter: „Solche Zentren würden es nicht unbedingt als notwendig erachten, in die weitere Zukunft zu investieren“ (Ebenda).
Irrtum, Herr IOC-Präsident: Das ist keine Zukunft, in Olympische Winterspiele zu investieren – das ist die Verhinderung von Zukunft, das ist Verschuldung, Ruin, Landschaftszerstörung. Und die Bürger haben sich sehr bewusst dagegen entschieden.
Bach: „Von jenen Kreisen, die Winterspiele in neuen Regionen mit wenig Schneesport-Tradition wie beispielsweise Sotschi kritisieren, forderte Bach, selbst eine Kandidatur auf die Beine zu stellen“ (Ebenda).
Man darf also die nur allzu berechtigte Kritik an Sotschi 2014 – und demnächst Almaty 2022 – nur äußern, wenn man sich selbst bewirbt: lächerlich. Das IOK wünscht gerade KEINE neue Herangehensweise. Es hat nichts verstanden, und es will nichts verstehen.
In der Zukunft müssen wir das anders gestalten. Wir müssen die Kandidaten auffordern, mehr nachzudenken, kreativer zu sein. Sie sollen dem IOK sagen, wie Olympische Spiele in ihr soziales, ökologisches und ökonomisches Umfeld passen“ (Ebenda).
Aber Herr IOC-Präsident, haben Sie denn noch nichts von Ihrem eigenen Host City Contract gehört, dem Knebelvertrag, der alles genauestens im Sinn des IOC regelt? Kann ich mir nicht vorstellen. Bei Ihrer langen IOC-Zugehörigkeit…

– Russen-Mafia gegen Salzburg 2014: Anfang Juli 2006 observierten deutsche Sicherheitsbehörden „ein Treffen zwischen russischen Regierungsvertretern und Bossen der Russen-Mafia in einem Restaurant in der Münchner Innenstadt. Teilnehmer des Treffens waren Sergei Prichodko, damals außenpolitischer Berater von Präsident Putin und heute stellvertretender Premier Russlands, sowie Leonid Tyagachev, Präsident des russischen Olympischen Komitees. Ihr Gesprächspartner war Radik Jussupow, Chef der russischen Mafia-Gruppierung ‚Dragons‘, die in Moskau, Sankt Petersburg, Perm und Sewastopol operiert. Thema der Runde in München war die Olympia-Ausschreibung, über die 2007 entschieden werden sollte“ (Holte die Russen-Mafia die Spiele nach Sotschi? in faz.net 25.5.2014). Jussupow kontaktiert zwei Monate später Fedor Radmann, der bei dem Treffen massiv unter Druck gesetzt worden sein soll. Radmann bestritt dies, trat dann im Januar 2007 aus „schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen“ als Bewerbungschef von Salzburg zurück (Ebenda). Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden: „Und er (Radmann; WZ) hat wortwörtlich gesagt, er lasse sich nicht erpressen“ (Russische Mafia gegen Olympia in Salzburg, in salzburg.orf 25.5.2014).

– Olympische Sommerspiele 2024 in Putins Heimatstadt St. Petersburg?
New York:
Am 27.5.2014 entschied Oberbürgermeister Bill de Blasio, dass New York sich nicht für 2024 bewirbt: „Ich bin mir sicher, dass die überwältigende Mehrheit der New Yorker sagen würde: ‚Ich schau mir das lieber zuhause auf meinem Fernseher an'“ (New York City Mayor Bill de Blasio Decides Against Bid to Host 2024 Olympics, in wsj.com 27.5.2014).
Philadelphia: Nach einem Jahr des Prüfens gab Bürgermeister Michael Nutter bekannt, dass sich die Stadt aus Kostengründen nicht bewerben wird: „Es würde Millionen und Abermillionen Dollar kosten. Viele Sportstätten müssten gebaut werden – und in vielen Fällen nur für die Olympischen Spiele“ (Philly drops out of running für 2024 Olympics, in philly.com 29.5.2014).
St. Petersburg: Gouverneur Georgy Poltavchenko gibt Mitte Mai 2014 bekannt: „Wir ziehen eine Bewerbung in Betracht“ (Zaccardi, Nick, St. Petersburg still in the mix for 2024 Olympic bid, in NBC Sports.com 19.5.2014). Dazu passt:

– Russland führt. Die Liste der Nationen, die Sport-Großereignisse ab 2010 durchführen, wird seit Oktober 2013 von Russland angeführt: 14 solcher Events wurden in Putin-Russland durchexerziert (Bang, Soren, Europe is still dominating in the global event race, in playthegame.org 20.5.2014).

– Kein Paris 2024. Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, äußerte Ende Mai in New York: „Olympische Spiele gehören nicht zu meinem Wahlprogramm“ (SID, Pariser Bürgermeisterin dämpft Hoffnungen auf Olympia 2024, in zeitonline 31.5.2014). – „Angesichts der notwendigen Milliarden-Ausgaben hat sich in vielen Teilen der Welt in den vergangenen Monaten Olympia-Müdigkeit ausgebreitet“ (Ebenda).

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II: Aktuelle Sportsplitter von DOSB und den Sportverbänden

– „General mit Brechstange“. So betitelte Thomas Kistner seinen Artikel über DOSB-Generaldirektor Michael Vesper und seinen Umgang mit der „Schiedsvereinbarung“ (vgl. Chronologie April 2014). „Mitte der Woche wollen die Spitzenverbände bei einem kurzfristigen Treffen erörtern, wie mit einem brisanten zivilrechtlichen Urteil zur Schiedsvereinbarung zu verfahren ist. Dieser müssen sich alle Athleten unterwerfen, indem sie erklären, im Streitfall mit Verbänden, vor allem in Dopingfragen, kein ordentliches Gericht anzurufen, sondern nur Sportrichter bis zum Sportschiedsgerichtshof Cas in Lausanne zu akzeptieren“ (Kistner, Thomas, General mit Brechstange, in SZ 5.5.2014).
DOSB und IOC versuchen seit vielen Jahren, sich ihre eigene Sportgerichtsbarkeit zu schaffen und über dem jeweiligen Recht zu stehen.
Das Münchner Landsgericht hatte im Rechtsstreit Claudia Pechstein entschieden, dass diese Schiedsvereinbarung rechtswidrig sei, da sie nicht freiwillig, sondern unter Zwang zustande kommt. Vesper hielt in einem Rundschreiben vom April 2014 die Sportverbände an, dieses Urteil zu ignorieren: Am 30.4. schrieb er erneut und warnte vor einer „internationalen Isolierung des deutschen Sports“ (Ebenda). – Vesper „lädt Funktionäre und Athleten für den 13. Juni ins Hauptquartier, der Sportrechtler Jens Adolphsen soll da referieren und Klarheit schaffen. Andere Stimmen, ein Pro und Kontra ist nicht vorgesehen, es dürfte auf eine Belehrungsveranstaltung hinauslaufen“ (Ebenda).
Es wäre interessant, was das Kartellrecht gegenüber dem Monopolisten DOSB aussagt. Der DOSB ist das nationale Sport-Kartell, das IOC das internationale Sport-Kartell. Kein Industriezweig ist so straff durchorganisiert. Man stelle sich vor, eine deutsche Herstellersparte räumt sich ein Monopol und eine eigene Rechtssprechung ein und fordert ihre Mitglieder auf, sich dieser zu unterwerfen, eine Unterschrift zu leisten und auf die Anrufung ordentlicher Gerichte zu verzichten. Das wäre unvorstellbar. Der DOSB (und der IOC-Konzern) versuchen, dies seit Jahren weltweit durchzudrücken.

– Spitzensport gewinnt wieder gegen Breitensport. „Bei den Haushaltsberatungen im Sportausschuss des Bundestages ist der aktuelle sportpolitische Kurs klar geworden: So viel wie möglich für den Spitzensport“ (Bouhs, Daniel, Bund spart bei „Jugend trainiert für Olympia“, in deutschlandfunk.de 7.5.2014). CDU/CSU und SPD im Sportausschuss erhöhten die Mittel für die Spitzensportförderung des Bundesministerium des Innern um acht Millionen Euro auf 139,45 Millionen Euro. 3,45 Millionen Euro gehen in Projektförderung, 0,5 Millionen in die Olympiastützpunkte und je eine Million in das Institut für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT), das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) und die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada sowie in den Behindertensport. Der Schulwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ wird dagegen zurückgefahren: 2014 wird der Etat mit 350.000 Euro halbiert, 2015 wird das Jugendprogramm gar nicht mehr gefördert. (SID, Sportausschuss stimmt Erhöhung des Sportförderetats zu, in zeitonline 7.5.2014; Bouhs 7.5.2014).
Nachtrag Juni 2014: Bundesinnenminister Thomas de Maizière versuchte die Strteichung, „um die Länder für ihre Versäumnisse bei der Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur zu bestrafen“ (Reinsch, Michael, Jugend trainiert weiter, in faz.net 6.6.2014). Auch der Sportausschuss des Bundestages hatte der Streichung zugestimmt. Am 5.6.2014 „gaben die Abgeordneten von Union und SPD (…) Jugend trainiert das verloren geglaubte Drittel seines Gesamtbudgets zurück, vom nächsten Jahr an und auf Dauer“ (Ebenda). ————————————————————————————–
III: Aktuell aus München und Bayern

– Neues vom Buddelfeld. Zur Vorgeschichte des Sudelfelds mit Landrat Jakob Kreidl (CSU): „Kopfschütteln rief im Innenausschuss auch eine Informationsfahrt nach Serfaus und Interlaken hervor, die inklusive Steuern 85 244 Euro kostete. Der Landrat und sein Stellvertreter, die beiden Sparkassenvorstände und 16 Bürgermeister wollten sich dort Anregungen für den Umbau ihres Skigebiets auf dem Sudelfeld holen. Im Prüfbericht wurde moniert, dass die Pisten von Serfaus und Interlaken in den Zentralalpen auf einer Höhe von 1400 bis 3000 Metern lägen. Da seien die Parallelen zum Sudelfeld überschaubar. Die Tourismus-Experten des Landkreises seien übrigens nicht eingeladen gewesen. Dafür kamen vier Mitarbeiter des Landratsamts und 17 Partner mit. Letztere bezahlten als Pauschale für das Wochenende mit zwei Übernachtungen in einem Fünf-Sterne-Hotel 100 Euro. Als die Sparkasse wegen der ausufernden Kosten den Kreis um eine Beteiligung ersuchte, bezahlte Kreidl 34 450 Euro. Dabei ignorierte er die Einwände seines Kämmerers, dass es dazu einer Einwilligung des Kreisausschusses bedurft hätte“ (Effern, Heiner, Im Selbstbedienungsladen, in SZ 15.5.2014; Hervorhebung WZ). Von der Verwaltung gut eingefädelt: „Unklar sei auch, ob und in welchem Landschaftsschutzgebiet sich das Vorhaben befindet: Die amtlichen Karten dazu sind verschollen“ (Huber, Rudolf, Beschneiungsanlage: Das Sudelfeld wird zerstört, in abendzeitung-muenchen.de 13.5.2014).
Am 7.5.2014 beschloss der Bayerische Landtag mit den Stimmen von CSU, Freien Wählern und drei Stimmen von der SPD die Förderung des privaten Ausbaus der Beschneiungsanlagen am Sudelfelds (Allianz gegen Schneekanonen kommt, in br.de 8.5.2014). Vergleiche hierzu auch den Beitrag der CIPRA: Skitourismus als Nimmersatt

– Widerstand der Umweltverbände. Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen den massiven Ausbau des Skigebietes am Sudelfeld wächst, ein privates 45-Millionen-Euro-Projekt mit geplanter 35-prozentiger staatlicher Förderung (vergleiche auch Chronologie April 2014). Nach dem Bund Naturschutz (BN) beschloss nun auch der Deutsche Alpenverein (DAV) am 8.5.2014, vor Gericht gegen die Genehmigung des Landratsamtes Miesbachs zu klagen: Es soll ein sofortiger Baustopp erreicht werden. DAV-Vizepräsident Ludwig Wucherpfennig: „Sein Ausbau setzt eine neue Aufrüstungsspirale in den Skigebieten des Freistaates in Gang“ (Sebald, Christian, Alpenverein zieht vor Gericht, in SZ 9.5.2014). Damit gehen DAV, BN, der Verein zum Schutz der Bergwelt, Mountain Wilderness, NaturFreunde Deutschland, CIPRA Deutschland und die Gesellschaft für ökologische Forschung juristisch gegen das Projekt Sudelfeld-Ausbau vor. Eine gemeinsame Pressekonferenz fand am 13.5.2014 um 10.30 im Münchner Ratskeller statt. Vor allem die Begründung mit dem „öffentlichen Interesse“ und dem Außerkraftsetzung der Landschaftsschutzverordnung wird von Rechtsanwalt Ulrich Kaltenegger angegriffen: Diese gebe es nur bei Gefahrenabwehr (z.B. bei Lawinenverbauung) oder Daseinsvorsorge (z.B. Straßenerschließung). Kaltenegger: „Aber hier geht es ums Skifahren“ (Huber, Rudolf, „Das ist eine Hinrichtung der Alpen“, in Abendzeitung 14.5.2014).
Mountain Wilderness entrollte während der laufenden Naturzerstörung am Sudelfeld ein Banner mit der Aufschrift: „Naturzerstörung aus Profitgier“. (Im Alpenverein gibt es Kritik an Sudelfeld-Klage, in SZ 22.5.2014).
MdL Claudia Stamm (Bündnis 90/Die Grünen) wies darauf hin, dass noch kein Förderantrag der Investoren vorliegt. „Die Landtags-Grünen fragen sich nun, ob hier gegenüber den Investoren mündliche Absprachen oder sogar Zusagen seitens der Staatsregierung getroffen wurden oder ob es möglicherweise weitere Einflussnahme der – nach eigenen Angaben – ausgewiesenen Sudelfeld-Kennerin Ilse Aigner gab“ (PM: Sudelfeld-Ausbau: Gemauschel um staatliche Förderung?, 8.5.2014. Aigner (CSU) ist bayerische Ministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie; der Landkreis Miesbach liegt in ihrem Wahlkreis). Am 6.5.2014 stellte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen Dringlichkeitsantrag im Landtag und forderte „Keine staatliche Förderung von Beschneiungsanlagen (Bayerischer Landtag, Drucksache 17/1783).
MdL Florian von Brunn (SPD): „Wir lehnen es ab, Symptome der Klimaerwärmung mit Steuergeldern auf Kosten des Klimas zu behandeln“ (Plenarprotokoll vom 7.5.2014). Er begründete dies mit der Situation in Garmisch-Partenkirchen: „Dort muss das Grundwasser für die Schneekanonen auf der Kandahar-Abfahrt aus dem Tal nach oben gepumpt werden, oben wird es dann in XXL-Kühlschränken gekühlt, weil es für die Schneeerzeugung zu warm ist. Dann müssen aber die Schneekanonen wieder beheizt werden, damit sie nicht einfrieren. Am Schluss haben wir noch den Energiebedarf für die eigentliche Schneeerzeugung. (…) Wie sieht es nun in der Realität aus? Garmisch-Partenkirchen hat in diesem Jahr den FIS-Weltcup 2014 absagen müssen, weil sie trotz massiv ausgebauter Beschneiungsanlagen nicht genug Schnee erzeugen konnten“ (Ebenda).
Der neue Landrat Wolfgang Rzehak (Bündnis 90/Die Grünen) hatte im April die Verwaltung des Landkreises Miesbach bezüglich der Genehmigung in Schutz genommen und zeigte sich einen Tag vor der Pressekonferenz skeptisch gegenüber der Klage von DAV und BN. BN-Vorsitzender Hubert Weiger: „Ich war von seiner Aussage schockiert“ (Mäckler, M., Sudelfeld: Naturschützer wollen Baustopp erwirken, in Münchner Merkur 14.5.2014).
Kein Witz: Angie Sebrich, Leiterin der Jugendherberge Sudelfeld, weiß zum Ausbau des Sudelfeldes: Es wird „keine unberührte Natur zerstört, sondern nur modernisiert“ (Sudelfeld: Die Bürgermeister wehren sich, in Münchner Merkur 16.5.2014).
Vergleiche auch auf der GÖF-Webseite: Beschneiung Sudelfeld
und aktuelle Vergleiche vom Mai 2014 unter Aktuelles: Kein Baustopp am Sudelfeld

– Deutscher Skiverband schizophren. Am 13.5.2014 gab der DSV eine Pressemitteilung heraus. Darin stand: „Der Deutsche Skiverband bekennt sich zu den Grundsätzen des Alpenplanes als Instrument für eine nachhaltige Entwicklung und Steuerung der Erholungsnutzung im bayerischen Alpenraum. Die Weiterentwicklung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der zukunftsfähigen Wintersportgebiete und Liftanlagen ist aus tourismus- und sportbezogenen Gründen unverzichtbar“ (Skiverband; Entwicklung von zukunftsfähigen Wintersportgebieten, dosb.de 13.5.2014).
Fällt niemand beim DSV auf, dass der zweite Satz im kompletten Gegensatz zum ersten steht? Klar ist damit: „Eine nachhaltige Entwicklung“ ist den DSV-Oberen völlig egal. Die umweltbewussten DSV-Mitglieder sollten sich hier entsprechend artikulieren.
Gleichzeitig meldete der DSV beim Sportausschuss des Deutschen Bundestages einen finanziellen Mehrbedarf von 800.000 und der Snowboard Verband Deutschland von 500-700.000 Euro an (SID, Ski- und Snowboard-Verband melden beim Bund Mehrbedarf an, in zeit.de 7.5.2014).

– Garmisch-Partenkirchen: Beschneibecken sauber, Amphibien tot. Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) haben das veralgte Speicherbecken abgelassen. Dadurch wurde der Laich geschützter Amphibien wie Grasfrosch, Erdkröte und Bergmolch vernichtet: Mehrere Quadratmeter Laich war in den Wald gekippt worden. Während der Laichzeit darf nichts dergleichen unternommen werden – noch dazu in 1200 Meter Höhe. Die BZB gibt sich zerknirscht, weil Ähnliches bereits im Vorjahr passiert war (Speicherteich gesäubert – Amphibien vernichtet, in merkur-online 3.5.2014). Und der Tierschutzverein erstattete Anzeige (Anzeige gegen Zugspitzbahn, in merkur-online 13.5.2014).

– DSV will sich mit Ski-WM 2023 sanieren. Bei der Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen war der Deutsche Skiverband (DSV) der große (und einzige) Gewinner: Fünf Millionen Euro spülte die WM in die Kassen des DSV, der sie komplett einbehielt. Zur Erinnerung: Der Ausbau des Skigebietes für die WM kostete 36 Millionen Euro – davon kamen 25 Millionen Euro von Bund und Land – und nichts vom DSV (Schwer, Alexander, Fünf Millionen Euro „plus x“, in Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 16.4.2011). Und jetzt, Ende Mai 2014, bezeichnete der Sportdirektor des DSV, Wolfgang Maier, die finanzielle Situation des DSV als „angespannt“ und deshalb eine Ski-WM 2023 in Garmisch-Partenkirchen als notwendig: „Gut tun würde dem Verband eine solche Großveranstaltung derzeit vor allem in finanzieller Hinsicht“ (Maier plädiert für Skli-WM 20233, in Garmisch-Partenkirchner Tagblatt 31.5.2014; Köhle, Jörg, „Ohner die Ski-WM hätten wir Probleme“, in Münchner Merkur 31.5.2014).

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IV: Allgemeine Nachrichten

– BASF verkauft an Gazprom. Der BASF-Vorstandsvorsitzende Kurt Bock betonte auf der Aktionärsversammlung am 2.5.2014: “Russland ist für unser Geschäft sehr, sehr wichtig” (Einecke, Helga, “Russland ist sehr, sehr wichtig”, in SZ 3.5.2014). Und so geht es immer weiter in die Abhängigkeit von Gazprom: Nach dem Verkauf des Gasgeschäftes der RWE-Tochter DEA plus dem größten deutschen Erdgasspeicher (siehe Kritisches Olympisches Lexikon: Gazprom, Nachtrag 5) verkauft die BASF ihr Gashandelsgeschäft an Gazprom und erhält dafür Anteile am Erdgasfeld Urengoi in Westsibirien. “Dieser Tausch, der Gazprom erstmals Zugang zu Endkunden eröffnet, ist politisch zwar umstritten, wurde aber genehmigt. (…) Der Tausch kostet die BASF 12 Milliarden Euro an Umsatz und eine halbe Milliarde an Gewinn in diesem Jahr, eröffnet aber den Zugang auf neue Energiequellen” (Ebenda).
Und Gazprom den Zugang zum deutschen Endverbraucher – und die  Abhängigkeit vom russischen Gashahn wächst…
Vergleiche hierzu im Kritischen Olympischen Lexikon: Gazprom-Chronik – Was ein Gaskonzern und Sport, Oligarchen und Putin miteinander zu tun haben

– Wegwerfartikel Formel-1-Kurs. Auf dem „International Circuit“ in Südkorea wurden gerade einmal vier Formel-1-Rennen durchgeführt. Nun entschied Bernie Ecclestone, dass 2015 ein neuer Kurs in Baku/Aserbaidschan die zweifelhafte Formel-1-Ehre erhält. Ecclestone: „Es wird 2015 losgehen und Südkorea ersetzen“ (Baku statt Mokpo, in SZ 9.5.2014).
Vermutlich zahlt der Diktator in Aserbaidschan ein höheres Antrittsgeld!
Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexikon: Motorsport

– „Schalke 04 hat besseren Sponsor verdient“. Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, zum Schalker Trikotsponsor Gazprom, dessen Vertrag (mit 15 Millionen Euro pro Jahr) noch bis 2017 läuft: „Gazprom ist ein Staatsunternehmen, und damit ist man immer auch mit Putin untergehakt. (…) Es wäre aber gut, sich danach nach einem anderen Sponsor umzusehen“ („S04 hat besseren Sponsor verdient“, in deutschlandfunk.de 4.5.2014).

Eike Batista pleite. 2015 wollte er der reichste Mann der Welt sein: der ehemals achtreichste Mensch auf der Forbes-Liste, der Brasilianer Eike Batista, der auch im Fußball-WM-Business mitmischte. Nun hat die Justiz seine Konten gesperrt. Sein Ölimperium (Offshore-Vorkommen vor der brasilianischen Küste) ist am Zusammenbrechen,; seine beiden Residenzen wurden an die Söhne überschrieben; mit seinem Mercedes SLR McLaren fuhr ein Sohn einen Radfahrer tot); sein Privatjet ging für 30 Millionen Euro an einen Chinesen; seine Luxusyacht wurde verschrottet. Und der deutsche Eon-Konzern, der in Batistas brasilianischen Energieversorger einstieg, macht riesige Verluste (Burghardt, Peter, Der eingefrorene Traum, in SZ 10.5.2014).

– Schalke 04 hätte vielleicht auch einen anderen Präsidenten verdient. Präsident vom FC Schalke 04  ist Clemens Tönnies, Fleischproduzent, Massentierhalter, Russland-Investor. Die Tönnies Lebensmittel GmbH & Co KG setzte 2013 fast 6 Milliarden Euro um. „Tatsächlich ist Tönnies auch direkt in Russland längst aktiv, acht Mastanlagen für Schweine hat er dort schon, drei weitere sind im Bau. Rund 1,5 Millionen Tiere pro Jahr will er künftig mästen, schlachten und zerlegen“ (Amann, Susanne, Dohmen, Frank, Kramer, Jörg, Middelhoff, Paul, Schmid, Barbara, Die Gas-Connection, in Der Spiegel 18/28.4.2014). Wen wundert es, als Tönnies vor dem Abflug mit einem Privatflieger nach Sotschi 2014 einem „Sport-Bild“-Reporter sagte, es habe ihn „geärgert, wie negativ dieses Land dargestellt worden ist“ (Ebenda). In Sotschi traf er dann den Oligarchen und Multimilliardär Oleg Deripaska und German Gref, Putins Ex-Wirtschaftsminister und nun Chef der Sberbank (Ebenda).

– Puma-Produktion gestoppt. Der Sportartikelhersteller Puma lässt vom chinesischen Sportschuhhersteller Yue Yuen in Vietnam produzieren. Nachdem China eine Ölplattform in umstrittenen Gewässern nahe der vietnamesischen Küste stationiert hat, wurden in einem Industriegebiet 15 ausländische Fabriken angezündet. Hersteller Yue Yuen stellte daraufhin die Produktion ein (Kai Strittmatter, Nationalistische Zündler, in SZ 15.5.2014; Ritzer, Uwe, Mehr Sport! in SZ 15.5.2014).
Warum ich dies erwähne? Weil auch die Sportartikel inzwischen global produziert werden – und von Kriegen, Rohstoffproblemen und Energiefragen abhängen.

– Teures Wintersportzentrum in Oberhof. Statt 7,7 Millionen Euro kostet der Neubau  des 100-Meter-Bakkens und  der Umbau der 140-Meter-Schanze über zwölf Millionen Euro. Thüringens dafür zuständige Sozialministerin Heike Taubert (SPD) begründete dies mit „nicht vorhersehbaren Baugrundverhältnissen und besonderen Aufwendungen zur Baustelleneinrichtung mitten im Waldgelände (!WZ)“ (Purschke, Thomas, Höhere Baukosten und Missmanagement, in deutschlandfunk.de 29.5.2014). „Ausgerechnet der Bürgermeister von Oberhof, Thomas Schulz, der 2011 wegen Steuerhinterziehung und Untreue vom Amtsgericht Meiningen verurteilt wurde, schimpfte in der Lokalpresse auf die Bau- und Planungsfirma und deren Versäumnisse“ (Ebenda).

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V: Sport-Millionen und -Millionäre

US-Sport-Oligarch rassistisch. Der US-Basketball-Klub Los Angeles Clippers gehört seit 1981 dem US-Milliardär Donald Sterling (vorher Donald Tokowitz, *1934). “Er hat mit Immobilien ein Vermögen gemacht, das das Wirtschaftsmagazin Forbes auf rund 1,9 Milliarden Dollar schätzt; angeblich gehört ihm halb Beverly Hills, die feinste Gegend von Los Angeles” (Mölter, Joachim, Protest in Schwarz, in SZ 29.4.2014). Nun soll Sterling den Klub wegen Rassismus verkaufen. Ein Telefongespräch mit seiner (angeblichen) Geliebten Vanessa Stiviano wurde veröffentlicht, in dem sich Sterling über sie beschwerte, weil sie sich mit “schwarzen Menschen” zeige, z. B. mit dem ehemaligen US-Basketball-Star Magic Johnson: “Es stört mich sehr, dass du öffentlich machst, dass du dich mit schwarzen Menschen umgibst” (Schmieder, J., Moelter, J., Obama schaltet sich ein, in SZ 28.4.2014). – “Du kannst mit ihnen schlafen, du kannst machen, was du willst. Ich bitte dich nur, das nicht zur Schau zu stellen und sie nicht mit zu meinen Spielen zu bringen” („Ich hätte sie einfach auszahlen sollen“, in spiegelonline 3.5.2014). Im Interview bedauerte er, dass er seine Freundin Stiviano nicht mit Geld zum Schweigen gebracht habe: “Ich hätte sie einfach auszahlen sollen” (Ebenda).
Über 76 Prozent der Spieler der National Basketball Association(NBA) sind schwarz; unter den 49 Mehrheitseignern der NBA mit ihren 30 Klubs gibt es aber mit Michael Jordan nur einen einzigen Afroamerikaner (Pitzke, Marc, Eine Frage des Geldes, in spiegelonline 30.4.2014). Nach dem Skandal sperrte die NBA Sterling lebenslang und verhängte eine Strafe von 2,5 Millionen Dollar. Ein Dutzend Sponsoren der Clippers beendeten ihr Engagement. Die Ticketpreise gingen von durchschnittlich 680 auf 250 Dollar herunter (Ebenda; Clippers verlieren Sponsoren wegen Rassismus-Skandal, in spiegelonline 29.4.2014). “Es ist immer der gleiche Zyklus. Ein Rassist gefährdet den still erkauften Frieden, indem er sich ertappen lässt, gefolgt von ‘Empörung’, Protesten, Boykotten und schließlich der Abstrafung” (Ebenda).
NBA-Chef Adam Silver “forderte die anderen Teambesitzer auf, Sterling die Eigentümerschaft über die Clippers zu entziehen und einen Verkauf des Klubs zu forcieren” (Schmieder, Jürgen, NBA schließt Sterling aus, in SZ 30.4.2014). Sterling hatte 1981 den Basketball-Verein für 12,5 Millionen Dollar gekauft: Aufgrund der lukrativen TV-Verträge könnte der Kaufpreis heute bei einer Milliarde Dollar oder darüber liegen (Schmieder, Jürgen, Mehr als eine Milliarde Dollar, in SZ 2.5.2014).
Ende Mai 2014 sah es so aus, dass Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer die Los Angeles Clippers für zwei Milliarden Dollar übernimmt (Ex-Microsoft-Chef Ballmer gewinnt Wettbieten um LA Clippers, in spiegelonline 30.5.2014).
Vergleiche auch: Oligarchen-Sport

– Milliardär kauft FC Valencia. Der spanische Fußballclub FC Valencia ist mit 300 Millionen Euro verschuldet. Der Milliardär Peter Lim (60) aus Singapur, laut Forbes mit einem Vermögen von 1,7 Milliarden Euro ausgestattet, kaufte im Mai 2014 den Club für 100 Millionen und will 300 Millionen in neue Spieler und den Fertigbau des neuen Stadions investieren (Milliardär Peter Lim übernimmt FC Valencia, in spiegelonline 17.5.2014).
Vergleiche auch: Oligarchen-Sport

– Scheiden tut weh. Dem russischen Oligarchen Dmitrij Rybolowlew gehört die Mehrheit am französischen Fußballklub AS Monaco. Er hat in Russland ein Vermögen mit Düngemitteln gemacht. Nun wurde Rybolowlew im Mai 2014 von seiner Frau Elena geschieden: Diese bekam nach einem Scheidungsprozess in Genf 4.020.555.987,90 Schweizer Franken (umgerechnet knapp 3,3 Milliarden Euro) zugesprochen (Russischer Oligarch muss Ehefrau vier Milliarden Franken zahlen, in spiegelonline 20.5.2014).

– Atlético Madrid: Millionen vom Diktator. 15 bis 20 Millionen Euro pro Jahr bezahlt Diktator Ilham Alijew aus Aserbaidschan dem spanischen Fußballclub Atlético Madrid, damit – seit Dezember 2012 – auf den Vereins-Trikots „Aserbaidschan – Land des Feuers“ zu lesen ist. „Es geht um Werbung für das Öl- und Gas-reiche Land Aserbaidschan… einmal hat Mittelfeldmann Turan dem umstrittenen Staatspräsidenten Alijew höchstpersönlich ein Trikot mit der Nummer 10 überreicht. (…) Die aserbaidschanischen Menschenrechtler sind verstört über die Kooperation“ (Aumüller, Johannes, Matratzenlager mit Autokraten, in SZ 23.5.,2014). Der Diktator benutzt Großereignisse für die Zurschaustellung seiner Macht: In Baku gastierte 2012 der unsägliche Eurovision Song Contest; Baku kandidierte für die Olympischen Sommerspiele 2020 und hofft darauf, ein Austragungsort für die Fußball-EM 2020 zu werden (Ebenda).

– Financial Unfair Play I (s. auch u.). Die Uefa-Mogelpackung heißt eigentlich Financial Fair Play (FPP) – siehe auch unter VI. Gerade wurden Paris St. Germain (Finanzier Qatar Sport Investment) und Manchester City (Finanzier Mansour Bin Zayed Al Nahyan, Abu Dhabi) von der Uefa zu je 60 Millionen Euro Bußgeld verurteilt, da kauft Paris St. Germain (PSG) für rund 50 Millionen Euro den Abwehrspieler David Luiz vom FC Chelsea (Finanzier Roman Abramowitsch). PSG-Klubchef Nasser Al-Khelaifi äußerte, „er werde weiter jeden Wunschspieler anheuern, das FFP könne sein Projekt, Europas Fußballspitze zu erobern, nicht torpedieren“ (Kistner, Thomas, Im Stress-Test gescheitert, in SZ 26.5.2014).

– Über 3,4 Miliarden Euro für neue Fußball-Spieler. „Die europäischen Vereine haben in dieser Spielzeit mehr als 3,4 Milliarden Euro für neue Spieler ausgegeben. (…) Seit 2009 gaben die europäischen Klubs insgesamt 14,5 Milliarden Euro für neue Spieler aus. (…) Insgesamt erwirtschafteten die europäischen Klubs 14,1 Milliarden Euro, davon wurden 37 Prozent durch nationale TV-Gelder erzielt. Damit war das Fernsehen die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle. Der Verkauf von Eintrittskarten machte dagegen nur 18 Prozent aus (2,5 Milliarden Euro)“ (Kuske, Tobias, Das Milliardengeschäft, in spiegelonline 20.5.2014).

– Die Adidas-Millionen. „Die Franken sind exklusiver Ausrüster, Sponsor und Lizenznehmer der WM. Adidas stellt den Spielball, darf in und an den Stadien (und damit vor den Fernsehkameras) exklusiv für sich werben, etwa an den Banden am Spielfeld. Schiedsrichter und Balljungen müssen Adidas tragen. Für so viel Exklusivität zahlt die Drei-Streifen-Marke in Geld und Ware angeblich 40 bis 50 Millionen Euro jährlich an den Weltfußballverband Fifa. (…)  Eine erfolgreiche, international gefragte und in den Medien präsente Vereins- oder Nationalmannschaft lässt sich ein Ausrüster gut und gerne 25 Millionen Euro aufwärts kosten. Pro Jahr. Nicht inklusive der Schuhe, denn deren Marke dürfen die Spieler frei wählen“ (Ritzer. Uwe, So weit die Füße sie tragen, in SZ 22.5.2014).

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VI: Aktuelle Fußball-Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.

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– Brasilien 2014 (1): Aufrüstung. Immerhin laufen für die WM 2014 die militärischen Vorbereitungen: „Brasilien hat eine fast 17.000 Kilometer lange Landgrenze und 9.500 Kilometer Flussgrenze mit zehn Nachbarländern. Rund vier Wochen vor dem Beginn der Fußball-WM sollen ab jetzt Soldaten aller Waffengattungen diesen Bereich in einer Großoperation 150 Kilometer landeinwärts besonders schützen. ‚Ágata 8‘ heißt der Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag in Brasília mit. 30.000 Mann sollen dabei verstärkt gegen den Schmuggel von Drogen und Waffen sowie gegen illegale Einwanderung vorgehen“ (Brasilien startet militärische Großoperation entlang seiner Grenzen, in spiegelonline 10.5.2014; Brasilien startet Großmanöver, in faz.net 10.5.2014). Mindestens fünf der zwölf WM-Städte werden die Erweiterung ihrer Flughäfen nicht bis zur WM schaffen, Arbeiten in drei Fußballstadien sind nicht abgeschlossen (Ebenda). Am 12.6.2014 beginnt die WM.

– Brasilien 2014 (2): Teure Tickets schließen Bevölkerung aus. Der brasilianische Schriftsteller Luiz Ruffato: „Man konnte das gut beim Endspiel des Confed-Cups beobachten: Das ganze Stadion war voll mit weißen Zuschauern, die unserer Nationalelf zuschauten, die vor allem aus Schwarzen besteht. Das ist die Metapher für Brasilien: Die Dunkelhäutigen schwitzen, damit die Elite ihren Spaß hat“ („Wir waren immer gewalttätig“, in Der Spiegel 20/12.5.2014).

– Brasilien 2014 (3): Wieder das Maracana-Stadion. Das größte Station der Welt wurde 1950 in Rio de Janeiro gebaut und war als demokratische Veranstaltung gedacht: Jeder konnte sich die Tickets leisten. „Die Tribüne war rund, damit jeder den gleichen Blick auf das Spielfeld hatte. Es gab nur zwei Ränge. Keine Blöcke. Jeder konnte stehen, wo er wollte. Wenn die Mannschaften die Seite wechselten, wechselten die Fans die Kurve“ (Glüsing, Jens, Großekathöfer, Maik, Jagd auf die weißen Elephanten, in Der Spiegel 20/12.5.20145). Der erste Umbau erfolgte 1999 und brachte dem Oberrang Sitzschalen. Beim zweiten Umbau 2007 für 105 Millionen Euro wurden die Stehplätze abgeschafft. Für die WM 2014 wurde das Maracana-Stadion ein drittes Mal den Wünschen der Fifa gemäß umgebaut: Die eingeplanten Kosten von 200 Millionen Euro stiegen auf 400 Millionen Euro – aus Steuergeldern (Ebenda). Und es wurde trotzdem privatisiert: „Ein Konsortium aus drei Firmen betreibt jetzt das Maracana, der Vertrag läuft über 35 Jahre. Das Stadion fasst nicht mehr halb so viele Besucher wie früher, dafür gibt es 125 Logen, jede 50 Quadratmeter groß, mit Bar und Terrasse“ (Ebenda). Das „Comitê Popular da Copa“, das Volkskomitee der WM, protestiert seit 2010 gegen die Privatisierung – vergeblich. Stadtforscher und Aktivist Gustavo Mehl: „Nun wird das Stadion von Odebrecht verwaltet, dem größten Baukonzern Brasiliens, der immensen politischen Einfluss hat. Odebrecht und die anderen führenden Bauunternehmer des Landes sind die größten Wahlkampfspender – der rechten Politiker ebenso wie jener der regierenden Arbeiterpartei PT“ (Schulz, Ole, „Die WM ist absurd“, in taz.de 19.5.2014).

– Brasilien 2014 (4): Kein Wachstum durch Fußball-WM. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) und die Privatbank Berenberg untersuchten in einer Analyse die wirtschaftlichen Auswirkungen der Fußball-WM 2014 in Brasilien. Jörn Quitzau von Berenberg: „Es ist ein Trugschluss, dass die WM einen nachhaltigen Wachstumseffekt hat. Die Bedeutung ist verschwindend gering“ (Pennekamp, Johannes, Kein WM-Aufschwung für Brasilien, in faz.net 13.5.2014). – „Der eigentliche Profiteur der WM ist nach Ansicht der Volkswirte der Weltfußballverband Fifa, der das Turnier veranstaltet. HWWI-Forscher Henning Vöpel: „Die Fifa ist Monopolist und schöpft die gesamten Gewinne ab“ (Ebenda).
Das gilt für die Fifa wie für das IOC und ist sicher auf alle Sport-Großereignisse zu übertragen!

– Brasilien 2014 (5): Proteste und Widerstand. Tausende Brasilianer demonstrierten gegen die Milliarden-Ausgaben für die WM 2014. Vertreter von Obdachlosenverbänden und Gewerkschaften beteiligten sich am „Internationalen Tag des Kampfes gegen die WM“. Teilnehmer trugen Transparente wie „Fifa go home“ oder „Schulen und Hospitäler nach Fifa-Standard“ (Proteste und Randale in WM-Stadt Sao Paulo, in spiegelonline 16.5.2014). Obdachlose Familien besetzten eine Fläche in der Nähe des Stadions Arena Corinthians. Proteste gab es auch an den WM-Spielorten Belo Horizonte, Fortaleza und Brasília (Ebenda).
Demonstranten und Ureinwohner gegen WM. „Zur Zahl der Demonstranten gibt es sehr unterschiedliche Angaben, sie schwanken zwischen 300 und 2000. Fakt ist: Auch indigene Ureinwohner mit traditionellem Kopfschmuck protestierten in der Hauptstadt. Einige von ihnen schossen mit Pfeil und Bogen in Richtung der Polizisten, um eine Straßensperre aufzubrechen. Ein berittener Polizist wurde nach Angaben von Sicherheitskräften durch einen Pfeil am Bein verletzt und musste operiert werden. (…) Die Wut richtet sich gegen die immensen Ausgaben für die Fußball-WM, Korruption und Mängel in Schulen, Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen. Der Stadionneubau in Brasília ist besonders in die Kritik geraten. Das gesamte Projekt kostet mit umgerechnet etwa 620 Millionen Euro fast dreimal so viel wie ursprünglich veranschlagt“ (Indianer schießen Pfeile auf Polizisten, in spiegelonline 28.5.2014).

– Brasilien 2014 (6): Meu Rio. Die Protestbewegung „Meu Rio“ (Mein Rio) wurde 2011 gegründet und hat heute 140.000 Mitglieder. Sie will gegen die Missstände im Land wie Korruption, Geldverschwendung, kaputte Infrastruktur etc. kämpfen. „So trug Meu Rio durch eine ähnliche Aktion dazu bei, die Schließung einer bekannten Volksschule zu verhindern. Politiker wollten die Grundschule, die neben Rios frisch renoviertem Maracanã-Stadion steht, vergangenes Jahr abreißen. Neben der Arena, in der das WM-Finale stattfinden wird, sollte Platz geschaffen werden für Parkplätze und Shopping-Center. (…) Etwa 30 Prozent der Haushalte der Sechs-Millionen-Metropole sind nicht mit der Kanalisation verbunden. Lediglich ein Drittel des Schmutzwassers, das nur wenige Kilometer vor Rios Traumstränden ins Meer fließt, wird gereinigt. Der Guanabara Bay, in dem zu den Olympischen Spielen 2016 Segel- und Schwimmwettbewerbe stattfinden sollen, ist Rios größte öffentliche Toilette. Überall riecht es nach Fäkalien, im Wasser schwimmen alte Fernseher, am Ufer türmt sich der Hausmüll. ‚Es ist eine Schande für diese eigentlich großartige Stadt‘, sagt Rezende. Über 200 Meu-Rio-Aktivisten wehrten sich Anfang dieses Jahres mit einem dreimonatigen Großprojekt gegen die katastrophale Abwasserentsorgung. Sie stellten am weltbekannten Strand von Ipanema etliche Toiletten auf und ließen 70 Schiffe mit riesigen Spruchbändern medienwirksam über den Guanabara Bay schippern“ (Fiedler, Matthias, Kämpfen statt Kuschen, in spiegelonline 19.5.2014).

– Brasilien (7): Arena da Amazônia. Manaus mitten im Amazonas ist nur per Flugzeug und Schiff zu erreichen. Für vier Vorrundenspiele wurde ein neues Stadion errichtet. „Das alte Stadion mit 32.000 Plätzen, das da bis 2011 stand und der Nachfrage bei Weitem genügte, wurde abgerissen“ (Burghardt, Peter, Lattenschuss, in SZ 21.5.2014). Das neue Stadion kostet 219 Millionen Euro – und pro Jahr zwei Millionen Unterhalt. „Zum Pokalmatch zwischen Gastgeber Nacional und Sao Luiz verloren sich 3475 Zuschauer auf den 44.310 bunten WM-Sitzen, das ist in etwa der Publikumsschnitt am Amazonas – Nacional spielt in der vierten Liga“ (Ebenda). – Das Dachmaterial kommt aus Deutschland, die Metallträger aus Portugal. Es gibt 70 Logen für die VIPs. Insgesamt wurden zwölf Stadien gebaut, durchwegs mit die teuersten der Welt. „Und man fragt sich, wozu Manaus, Brasília, Cuiabá und Natal Fifa-Arenen brauchen, obwohl sie nicht mal eine vernünftige Elf beherbergen. (…) Am 25. Juni ist das letzte der vier WM-Gruppenspiele. Danach müssen sie in Manaus schauen, wie sie den weißen Elefanten füttern“ (Ebenda).
Die Fifa eben – wie in Südafrika und überall!

Brasilien (8): Recife. „Die schöne neue Welt entsteht circa 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt: Rund um die Fußball-Arena von Recife wachsen Luxusappartements, Bürotürme und Hotels in den Himmel. In der Cidade da Copa – WM-Stadt – sollen einmal Zehntausende Menschen leben. Nur ein paar hundert Meter weiter herrscht allerdings nicht Aufbruch-, sondern Abbruchstimmung: Rund 80 Häuser haben die Bulldozer in diesem Viertel weggerissen, um Platz zu schaffen für die neue Metrostation, das Bus-Terminal und eine breite Zufahrtsstraße zum Stadion. (…) Allein in Recife seien 2.000 Familien enteignet worden, sagen WM-Kritiker. Die Verwaltung spricht von 800 Familien. (…) In Recife wie auch in anderen brasilianischen Städten steigen die Immobilienpreise im Zusammenhang mit der WM rasant an. Stadtviertel werden enorm aufgewertet durch Firmenansiedlungen, Shopping-Center und bessere Straßen. Das macht das Wohnen für viele Menschen unbezahlbar. (…)Federführend ist der brasilianische Baukonzern Odebrecht, schon jetzt einer der großen Gewinner der WM: Das Unternehmen errichtete mehrere Stadien und etliche Hotels im ganzen Land. Zu den Verlierern zählen die Enteigneten“ (Schäfers, Burkhard, Tausende Familien in Brasilien enteignet, in Deutschlandfunk.de 29.5.2014).

– Brasilien (8): Diverses
– „Tausende Brasilianer protestierten gegen Fußball-WM“ (spiegelonline 23.5.2014).
– Umweltlizenz für deutsches Campo Bahia wurde erst am 22.5.2014 nachgereicht – „nach Informationen des Deutschlandfunks hat sie (die Stadtverwaltung von Santa Cruz Cabrália; WZ) die fehlernde Umweltlizenz ignoriert, weil ihr der Werbeeffekt durch die deutsche Nationalmannschaft wichtiger war“(Upadek, Carsten, Dokumente für gültige Umweltlizenz erst nach DLF-Rercherechen, in deutschlandfunk.de 24.5.2014).
– „In Rio de Janeiro haben wütende Lehrer den Mannschaftsbus des brasilianischen Nationaltreams gestoppt. Sie fordern Geld für Bildung statt für Fußball“ (Lutteroth, Jule, Demonstranten blockieren Bus von Brasiliens WM-Team, in spiegelonline 27.5.2014).
– Der Kinderstrich boomt im Schatten der Fußball-WM: Artikel in der Welt hier

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– Financial Fairplay II: Geldstrafen für Milliardäre. (S. a. oben) Das „Financial Fairplay“ (FFP)der Uefa soll finanzielle Ungerechtigkeit ausgleichen: Es wurde eine Verlustgrenze der letzten beiden Spielzeiten von 45 Millionen Euro festgesetzt. Insgesamt neun Vereine sind betroffen. Manchester City und St. Germain Paris, beide auf Landesmeister-Kurs, sollen je 60 Millionen Euro Strafe zahlen, dazu werden die Spielerkader von 25 auf 21 verringert. Manchester City gehört der Herrscherfamilie aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die in den letzten fünf Jahren rund eine halbe Milliarde Euro investierte: Hier lag der Verlust der letzten beiden Spielzeiten bei 180 Millionen Euro. Paris St. Germain „wird seit 2011 von einem Konsortium aus Katar geführt, das mehrere hundert Millionen Euro investierte“ (Manchester City und Paris sollen je 60 Millionen Euro zahlen, in spiegelonline 6.5.2014). – „Der französische Klub bekam 200 Millionen Euro von der Tourismus-Behörde Katars“ (Teevs, Christian, Warum Paris und Manchester bestraft werden, in spiegelonline 17.5.2014). Die spanische Primera División soll mit über drei Milliarden Euro verschuldet sein, die italienische Serie A mit über 1,6 Milliarden Euro (Ebenda). Neben ManCity und PSG Paris trifft die harmlose Reglementierung noch die türkischen Klubs Galatasaray Istanbul, Bursaspor und Trabzonspor und die russischen Klubs Zenit Petersburg (Eigentümer: Gazprom), Rubin Kasan, Anschi Machatschkala sowie Lewski Sofia (Rabatt bei Bewährung, in SZ 19.5.2014).
Uefa-Präsident Michel Platini, mit der Herrscherfamilie Katars über die WM-Wahl 2022 und einem hochdotierten Job für seinen Sohn eng verbunden, äußerte: „Es wird harte Strafen geben, aber ich glaube, es wird keine Ausschlüsse aus dem Europapokal geben“ (Ebenda). Platini baute vor: Einer der zehn „unabhängigen“ FFP-Ermittler ist ein französischer Rechtsanwalt, der mit der Vergabe der TV-Rechte in der Ligue 1 zu tun hat, Platini beim WM-Turnier 1998 beraten hat und einer internationalen Kanzlei angehört, die Katars WM-Organisatoren 2022 berät (Kistner, Thomas, Chance überwiegt Risiko, in SZ 9.5.2014).
Kommentar von Thomas Kistner in der SZ: „So wirkt das Bemühen der Uefa um mehr Finanzstabilität amateurhaft. Denn die Funktionäre verzichten auf das harte Instrument eines Wettbewerbs-Ausschlusses; auch gibt es keinen Zwangsabstieg oder Titel-Entzug, es drohen nicht einmal Punktabzüge im nationalen Liga-Betrieb“ (Kistner, Thomas, Feilschen mit Buchprüfern, in SZ 6.5.2014; vgl. auch Kleinere Kader, in SZ 7.5.2014). Außerdem können Ausgaben ausgelagert werden: Viele Spieler von Atlético Madrid befinden sich „zu beträchtlichen Teilen im Besitz klubfremder Investoren“ (Kistner SZ 9.5.2014).
Siehe auch unter V: Sport-Millionen und -Millionäre

– Gemein: Schweiz verschärft Gesetz gegen Korruption. Erst wurden vom IOC-Konzern mühsam die internationalen Sportverbände in die Schweiz gelotst, wo auch die Fifa feudal residiert, und nun das: „Die Schweiz will künftig Bestechung in der Privatwirtschaft als Offizialdelikt behandeln. Der Bundesrat hat sich trotz Gegenwehr des Sports (…) nicht überzeugen lassen, dass Sportfunktionäre grundanständige Kerle sind, die den Verlockungen der hereinprasselnden TV- und Werbemillionen tapfer widerstehen und nur das Beste für ihren Sport wollen“ (Kistner, Thomas, Paradies für Söhne, in SZ 7.5.2014). Eigentlich handelt es sich ja um Milliarden bei den Sportkonzernen IOC und Fifa. Die Fifa trägt dabei mit der (finanziell) unwiderstehlichen Bewerbung von Katar 2022 etc. etc. eine nicht zu geringe Mitschuld. Fifa-Generalsekretär Jérôme Falcke jammerte zwar über eine „Lex Fifa“, hatte aber 2011 einem Fifa-Vorstand in einer Email mitgeteilt, dass man sehr wohl wisse, dass „Katar die WM gekauft hat“ (Ebenda).
Der Fifa-Chefermittler Michael J. Garcia kommt nicht so recht weiter beim Vernehmen der 22 stimmberechtigten Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees, die über Katar 2022 entschieden. Die Vergabe an Russland 2018 war ähnlich dubios: Deshalb gilt Garcia dort vorsichtshalber als „unerwünschte Person“ und darf nicht einreisen. Vermutlich soll er den russischen Sportfunktionär Witalij Mutko nicht anhören dürfen: Dieser hatte im Fifa-Exekutivkomitee im Dezember 2010 mit abgestimmt – und ist heute russischer Sportminister (Bohrende Fragen, in Der Spiegel 19/5.5.2014).

– Red Bull ist unwillig. Der RB Leipzig heißt natürlich nicht Red Bull Leipzig, sondern Rasenballsport Leipzig e.V. Er stieg Anfang Mai 2014 in die Zweite Bundesliga auf. Der RBL gehört Red Bull bzw. seinem Eigner Dieter Mateschitz. „Mateschitz hat angeblich 100 Millionen Euro zurückgelegt, um RBL zum Vorzeigeobjekt zu machen“ (Herrmann, Boris, Viel Feind, in SZ 3.5.2014). Das macht nicht nur Freunde: „Bullenschweine, Dosenklub, Brauseklub, Retortenklub, seelenloser Plastikklub gehören derzeit noch zu den netteren Rufnamen der neureichen Leipziger“ (Ebenda).
Die stimmberechtigten Gremien sind mit Vertrauten des Red-Bull-Eigners Mateschitz besetzt; das Vereinslogo ist ein leicht umgestaltetes Firmenlogo; der Verein hat neun Mitglieder, die allesamt gute Freunde von Mateschitz sind; der Mitgliedsbeitrag beträgt 800 Euro im Jahr (Pinselstriche am Logo, in SZ 5.5.2014).
„Der Ligaverband DFL hat RB die Lizenz nur unter Auflagen erteilt. Die Vereinsstrukturen widersprechen dem Geist der 50+1-Regel“ (Ebenda). Mateschitz bzw. RBL legte Berufung gegen die DFL-Auflagen ein (Harte Haltung auf beiden Seiten, in SZ 9.5.2014).

– Katar 2022: Fifa bleibt zuhause. Katar hatte selbst einen Untersuchungsbericht bei der Kanzlei DLA Piper über die Missstände bei den Arbeitsbedingungen im Land in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war weitgehend vernichtend. Nun hat die Fifa ihre für nächste Woche geplante Reise nach Katar, dem Gastgeber der Fußball-WM 2022, abgesagt: Eine Reise mache derzeit keinen Sinn (Zwanziger bestätigt Absage von Fifa-Reise nach Katar, in spiegelonline 11.5.2014). – „So kamen zwischen Januar und Mitte April dieses Jahres angeblich 43 Nepalesen ums Leben – ein Teil durch Arbeitsunfälle. Die Zahlen stammen vom Außenministerium Nepals. Die Qatarer führen dazu offensichtlich keine Statistik“ (Ashelm, Michael, Interner Bericht prangert Missstände auf WM-Baustellen an, in faz.net 11.5.2014).

– Blatter kritisiert Katar-Vergabe und macht weiter. Originalton des ewigen Sepps: „Sicher war es ein Fehler! Aber wissen Sie, man macht viele Fehler im Leben“ (Blatter nennt WM-Vergabe an Katar einen Fehler, in spiegelonline 16.5.2014). Blatter fuhr fort: „Der Technische Bericht zu Qatar hat eindeutig gesagt, dass die Temperaturen im Somme zu hoch sind“ (Ashelm, Michael, Blatters Wahlkampfgetöse, in faz.net 16.5.21).
Und dieser Technische Bericht ist unter Präsident Blatters Vorsitz dann unter den Tisch gefallen,.
À propos Fehler – Blatter sagte zu seiner Kandidatur als Fifa-Präsident im Mai 2015: „Ich habe nicht nur Lust, ich bin entschlossen weiterzumachen“ (spiegelonline 16.5.2014). – „Seine Aussagen zu Katar sind daher auch als Attacke gegen Michel Platini zu deuten“ (Ebenda).
Kommentar von Thomas Kistner in der SZ: „Unruhen in São Paulo, Rio und Recife, miserable Wirtschaftsdaten für das WM-Land, Europas Steuerfahnder auf der Spur von Felipe Scolari, dem Trainer der Selecão – dazu droht der Baustopp im WM-Eröffnungsstadion Itaquerão. Sie reißen nicht ab, die Hiobsbotschaften aus Brasilien, das trübt sehr die Vorfreude aufs Mega-Turnier. Aber der Fußball-Weltverband Fifa hat einen Kommunikationskünstler an der Spitze, der weiß, was in medialen Krisenzeiten zu tun ist: Themen anschieben, die von der aktuellen Spannung ablenken. Also haut Sepp Blatter wieder etwas raus: Und was wäre als Reizthema geeigneter als Katar?“ (Wow, Katar – ein Fehler! in sueddeutsche.de 16.5.2014).
Nun kommt auch die Vergabe der Fußball-WM 2018 in Russland langsam auf den Prüfstand: 2018 und 2022 haben jeweils die Kandidaten mit der schlechtesten Bewertung den Zuschlag erhalten.

– Gift im Fußball. „Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat giftige Chemikalien in Fußballschuhen, Shirts und Torwarthandschuhen nachgewiesen (Quelle hier). Betroffen ist Sportausrüstung für die Fußball-Weltmeisterschaft aus den Häusern Adidas, Nike und Puma. Fast alle der 33 getesteten Produkte der aktuellen WM-Kollektionen waren mit gesundheitsschädlichen Nonylphenolen oder auch perfluorierten Chemikalien belastet. Ein Adidas-Fußballschuh der Linie ‚Predator‘ kam auf einen Spitzenwert von 14,5 Mikrogramm an giftiger Perfluoroctansäure (PFOA) pro Quadratmeter. Selbst der untersuchte Adidas-WM-Ball ‚Brazuca‘ enthielt pro Kilo 20 Milligramm der hormonell wirksamen Nonylphenole“ (Greenpeace findet Gift in WM-Kollektionen, in spiegelonline 18.5.2014: Klawitter, Nils, Gift im Schuh, in Der Spiegel 21/19.5.2014).
Nachtrag: Im Juni 2014 teilte Adidas mit, dass ab Ende 2017 die Adidas-Produkte zu 99 Prozent frei von Schadstoffen sein würden (Adidas verzichtet auf Giftstoffe, in SZ 12.6.2014).

– RB Leipzig: Zahnlose Deutsche Fußball-Liga. Ende Mai 2014 wurden die harmlosen Auflagen der DFL für den Red-Bull-Fußballverein RB Leipzig (Rasenballsport Leipzig)  bekannt: minimale Änderung des Logos, eine veränderte Zusammenstellung der Klubgremien (bisher ausnahmslos RB-Angestellte) und Öffnung für potenzielle Mitglieder und Mitbestimmung zu ermöglichen. „Da der hohe Jahresbeitrag von 800 Euro der Gemeinnützigkeitsregel entspricht, sah der DFL keine Handhabe, den Klub diesbezüglich zu einer Änderung zu zwingen“ (Wöckener, Lutz, Die überraschende Nachsicht der DFL mit RB Leipzig, in Die Welt 29.5.2014).
Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexikon: Red Bull

– HSV-Mitgliederversammlung enteignet sich selbst. Am 1.6.2014 beschloss die Mitgliederversammlung des Hamburger Sportvereins mit fast 70 Prozent die Ausgliederung der Fußball-Abteilung in eine AG. „Dass die neue AG dem Verein offiziell das Stadion und das Vereinsemblem, die Raute wegnimmt, ist den meisten Mitgliedern egal“ (Marwedel, Jörg, Phänomen der Massen, in SZ 27.5.2014).

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VII: Doping-News

– Neues Gesetz: Gefängnis für Doper. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) erklärte Ende Mai 2014, dass bis Ende des Jahres ein Anti-Doping-Gesetz vorgestellt wird, in dem Doping, der Besitz und der Vertrieb von Doping-Mitteln als Delikt in das Strafgesetzbuch aufgenommen wird. Der DOSB bleibt, wie zu erwarten war, bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber einer Verschärfung. DOSB-Präsident Alfons Hörmann „reagierte zurückhaltend auf den Vorstoß der Politik. Vor einer Verabschiedung  müsse über das Gesetz intensiv diskutiert werden“ (Gefängnis für Doper, in SZ 30.5.2014).
Um die vom DOSB gewünschten Verwässerungen unterbringen zu können.

Siehe hierzu die Doping-Hintergründe von Cycling4fans: hier
und Aktuelle Doping-Meldungen hier
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VIII: Die Sportsender ARD/ZDF

Ich habe von Januar 2013 bis April 2014 die Sportsendungen in ARD und ZDF aufgelistet. Das sah für den Mai so aus:
3.5. ARD Sportschau live 16.00 – 17.30: 90 min
ARD 17.30 – 20.00: Sportschau 150 min
ARD Boxen 22.55 – 1.30: 155 min
ZDF  Das akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
4.5. ARD Sportschau live 13.15 – 16.25: 190 min
ARD Aportschau 18.00 –  18.30: 30 min
ZDF Sportreportage 17.10 – 18.00: 50 min
Usw. usw.
An dieser Stelle breche ich die Aufzählung ab. Das System ist klar.

Zu der Jahres-Sportstatistik von ARD: hier; zu der Sportstatistik von ZDF: hier
Vergleiche auch hierzu: Die öffentlich-rechtlichen Sport-Sender

Gesamtergebnis der Sportsendungen von ARD und ZDF für Januar bis Dezember 2013:
Januar 2013: 7245 min = 120 h 45 min
Februar 2013: 7990 min = 133 h 18 min
März 2013: 2370 min = 39 h 30 min
April 2013: 2670 min = 44h 30 min
Mai 2013: 2370 min = 39h 30 min
Juni 2013: 3497 min = 58 h 17 min
Juli 2013: 2630 min = 43 h 50 min
August 2013: 5328 min = 88 h 48 min
September 2013: 3581 min = 59 h 41 min
Oktober 2013: 2495 min = 41 h 35 min
November 2013: 3445 min = 57 h 25 min
Dezember 2013: 6860 min = 114 h 20 min

Gesamtergebnis der Sportsendungen in ARD und ZDF für 2013:
50.481 min = 841 h 21 min. Das bedeutet:
ARD und ZDF haben 2013 über 35 komplette Tage durchgehend Sport übertragen – das sind fast zehn Prozent des Gesamtjahres.

Januar 2014: 7.620 min = 127 h
Februar 2014: 16.095 min = 268 h 15 min
März 2014: 8.612 min = 143 h 32 min
April 2014: 2782 min = 46 h 22 min

Siehe auch: Die Öffentlich-Rechtlichen Sportsender

Zwangsabgabe für ARD und ZDF
Dank der famosen Hilfe des Jura-Professors Paul Kirchhoff dürfen nun auch Haushalte ohne Fernseher die TV-Sport-Sause mitbezahlen. Das muss man sich vermutlich so vorstellen: In klandestinen, mondänen Büroräumen treiben auf der einen Seite die Sportfunktionäre die Preise für die Übertragungsrechte hoch, und auf der anderen Seite akzeptieren die Vertreter von ARD und ZDF nach kurzen Verhandlungen die Aufschläge. Und alle vier Jahre wird über die Fußball-WM und die olympischen Spiele verhandelt – stets in tiefem Einvernehmen. Man kennt sich schließlich schon lange, manchmal seit Jahrzehnten.
Die ARD-ZDF-Vertreter geben ja nur die dreistelligen Millionenbeträge aus den Gebühren der Zwangs-Mitgliedszahler aus. Und ohne TV-Übertragung keine Sponsoren, ohne Sponsoren keine Sponsorenmillionen für BROT UND SPIELE von Fifa, Uefa, IOC und den Internationalen Sportverbänden. Und Je mehr Geld in den Sportsektor gepumpt wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit von Dopingsport, Korruptionssport, Sportbetrug.

Meine Bitte an kritische Sport- und sonstige investigativen Journalisten:
Für die Zukunft eines besseren Sports und einer sinnvolleren Verwendung der öffentlich-rechtlichen Gebührenmillionen wäre es wichtig, diese fragwürdige Kooperation zwischen den Vertretern der gierigen Sportfunktionäre und den willfährigen Vertretern der Öffentlich-rechtlichen Sportsender aufzudecken. Vermutlich ist es ein kleiner Kreis immer gleicher Personen, die Jahr für Jahr die Preisspirale für die TV-Sportübertragungen in die Höhe treiben. Bitte aufdecken!

 


Laufende Chronologie der Olympischen Winterspiele 2018 in München +2 (wird laufend aktualisiert und ergänzt):
1936 - 1972 bis 1997 - 2007 - 2008 - Januar 2009 - Februar 2009 - März 2009 - April 2009 - Mai / Juni 2009 - Juli 2009 - August / September 2009 - Oktober 2009 - November 2009 - Dezember 2009 - Januar 2010 - Februar 2010 - März 2010 - April 2010 - Mai 2010 - Juni 2010 - Juli 2010 - August 2010 - September 2010 - Oktober 2010 - November 2010 - Dezember 2010 - Januar 2011 - Februar 2011 - März 2011 - April 2011 - Mai 2011 - Juni 2011 - Juli 2011 - August 2011 - September 2011 - Oktober 2011 - November 2011 - Dezember 2011 - Januar 2012 - Februar 2012 - März 2012 - April 2012 - Mai 2012 - Juni 2012 - Juli 2012 - August 2012 - September 2012 - Oktober 2012 - November 2012 - Dezember 2012 - Januar 2013 - Februar 2013 - März 2013 - April 2013 - Juni 2013 - Mai 2013 - Juli 2013 - August 2013 - September 2013 - Oktober 2013 - November 2013 - Dezember 2013 - Januar 2014 - Februar 2014 - März 2014 - April 2014 - Mai 2014 - Juni 2014 - Juli 2014 - August 2014 - September 2014 - Oktober 2014 - November 2014 - Dezember 2014 - Januar 2015 - Februar 2015 - März 2015 - April 2015 - Mai 2015 - Juni 2015 - Juli 2015 - August 2015 - September 2015 - Oktober 2015 - November 2015 - Dezember 2015 -

Literatur zur NOlympia-Chronologie

Nolympia-Chronologie, komplett / Stand Mitte Juli 2010 als pdf-Datei

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