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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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März 2014

 
Zuletzt geändert am 19.01.2015 @ 12:44

Webseite-Besucher
Im Februar 2014 besuchten 34.392 Internet-Nutzer unsere Nolympia-Webseite, im Durchschnitt pro Tag 1228. Von Februar 2010 bis einschließlich Februar 2014 hatten wir damit 829.663 Besucher. Wir bedanken uns für das anhaltende Interesse, diesmal sicher auch durch die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi verursacht, die sehr genau dokumentiert wurden:

Sotschi 2014/I/ 2007 – 6/2013: hier
Sotschi 2014/II/ 7-12/2013: hier

Sotschi 2014/III 01/2014: hier
Sotschi 2014/IV 02/2014: hier

Putin-Russland: Lupenreine Diktatur
Doping als “Nahrungsergänzungsmittel”: hier
CIPRA fordert Olympiafreie Alpen
Putin: Krieg und Spiele
Oslo 2022 – Bewerben oder nicht bewerben: hier
Wie die Sport-Demokratur funktioniert: hier

In eigener Sache
Die Webseite und ihre Informationen stehen allen zur Verfügung, um die tatsächlichen Hintergründe im Sport aufzuzeigen und zu beschreiben. Ich bemühe mich meinerseits, korrekt zu zitieren und Quellen anzugeben. Umgekehrt wäre es fair, dass auch die Nolympia-Webseite als Quelle in den Artikeln von Journalisten angegeben wird.
Dr. Wolfgang Zängl

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Die Gliederung im März 2014 sieht so aus:

I: Nachrichten von Olympischen Spielen und dem IOC
II: Aktuelle Sportsplitter von DOSB und den Sportverbänden
III: Allgemeine Nachrichten
IV: Sport-Millionen und -Millionäre
V: Aktuelle Fußball-Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.
VI: Doping-News
VII: Die Sportsender ARD/ZDF

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Zitate des Monats

Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), zu den Paralympischen Spielen Sotschi 2014 (7. – 16.3.2016) im Angesicht der Krim-Krise: „Die letzten Vorbereitungen vor der Eröffnungsfeier am Freitag laufen, und wir sind zuversichtlich, großartige Spiele hier in Sotschi zu erleben“ (Wintersport-Krise: Paralympics-Komitee will sich nicht einmischen, in zeitonline 4.3.21014).

Kreml-Kritiker Alexej Nawalny: „Ausländische Kritik hin oder her: Die Wettkämpfe waren milliardenteure Propaganda und haben Putin geholfen“ (Russlands Behinderte hoffen auf Wandel, in ard.br.de 16.3.2014).

Der ukrainische IPC-Präsident Waleri Suskowitsch kritisierte am Ende der Paralympics Putin-Russland: „Niemals zuvor in der Geschichte der paralympischen Bewegung hat eine Gastgeber-Nation zur gleichen Zeit eine Aggression oder eine Intervention ausgeübt gegen ein anderes Land, das an den Paralympics teilnimmt“ (Ebenda).

– Wintersport im Klimawandel. „Die Bäume schlagen aus, Pisten lösen sich auf. Der federnde Schnee bei den Paralympics bringt die Monoskifahrer in ernste Gefahr. (…) Fast wirken diese Tage wie eine Mahnung für den Wintersport des Klimawandels“ (Hahn, Thomas, Rodeo auf der Piste, in sueddeutsche.de 12.3.2014). Alana Nichols und Stephani Victor-Kuonen stürzten beim Super-G, Tyler Walker stürzte bei der Abfahrt. „14 von 28 Startern stürzten allein am Montag beim Super-G der Männer, bei den Frauen immerhin drei von acht“ (Ebenda).

SP-Grossrat German Eyer zur abgelehnten neuerlichen Kandidatur vom Schweizer Kanton Wallis um Olympische Winterspiele. „Es besteht die Gefahr, dass wir wieder anfangen zu träumen und dabei alle bitter nötigen Reformen vergessen nach dem Motto: Olympia wird es schon richten. Das hat uns schon einmal geschadet, das darf nicht wieder vorkommen“ (Kein olympisches Feuer im Kanton Wallis, in srf.ch 14.3.2014).

Red-BullBoss Dietrich Mateschitz zu Bestrebungen, die Formel 1 umweltfreundlicher zu gestalten: „Sie ist weder dazu da, neue Rekorde im Benzinverbrauch aufzustellen, noch dass man sich im Flüsterton während eines Rennens unterhalten kann“ (Albrechtsberger, Philipp, „Öffentliche Präsenz? Die Zeit ist mir zu schade“, in kurier.at 23.3.2014).

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I: Nachrichten von Olympischen Spielen und dem IOC

– Paralympics begannen am 7.3.2014. Für die Ukraine zog nur ein Sportler mit Fahne ein – der Rest der Mannschaft verzichtete. Für den Ukrainer gab es Jubel von den Rängen. „Das hat Wladimir Putin sicher nicht gefallen“ (Blaschke, Ronny, „Das hat Wladimir Putin sicher nicht gefallen“, in deutschlandfunk.de 8.3.2014).

– IPC schweigt. IPC-Präsident Philip Craven verteidigte Sotschi im Vorfeld mit den Worten: „Wir müssen in diese Länder reisen und über heikle Themen sprechen“ (Blaschke, Ronny, Plötzlich unpolitisch, in faz.net 7.3.2014). Dann reiste das IPC nach Sotschi – und schwieg genauso wie das IOC. Hugh Williamson, Europa-Direktor von Human Rights Watch: „Das IPC hat sich gesträubt, Druck auf die russischen Behörden auszuüben“ (Ebenda).

– Russland: Keine Probleme mit den Paralympics. Der für die Paralympics zuständige russische Vizeregierungschef Dmitri Kosak zu den Vorbereitungen : „Wir liegen im Plan, es gibt keine Probleme“ (Zwiespältige Gefühle, in SZ 4.3.2014). Der englische Premierminister David Cameron kündigte an, dass kein englischer Minister die Paralympics besuchen werde (Ebenda). Die Bundesregierung kündigte ebenfalls an, dass die komplette politische deutsche Delegation bis auf einen Staatssekretär nicht fahren wird (Verwirrung um Boykott der Bundesregierung, in faz.net 6.3.2014). Das deutsche Paralympics-Team flog am 4.2.2014 nach Sotschi.

– Putin droht: „Es wäre der Gipfel des Zynismus, die Paralympischen Spiele jetzt zu gefährden. (…) Wer das verhindern will, der zeigt nur eines: Dass ihm nichts heilig ist“ (Dornblüth, Gesine, Paralympics vor dem Hintergrund der Krim-Krise, in deutschlandradiokultur.de 7.3.2014). Dessen ungeachtet hat die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, angekündigt, dass sie nicht nach Sotschi reisen wird (Ebenda). Staatssekretär Ole Schröder wird entgegen der ursprünglichen Planung ebenfalls nicht fahren (Sotschi wird boykottiert, in faz.net 12.3.2014). Bentele sollte am 8.3.2014 in die IPC-Ahnengalerie aufgenommen werden – gesponsert von einem Kreditkartenunternehmen (Blaschke, Ronny, Plötzlich unpolitisch, in faz.net 7.3.2014).
Vergleiche auch: Putin: Krieg und Spiele; Putin, Wladimir; Putin-Russland: Lupenreine Diktatur

– Putins neue Spiele. Weniger als zwei Wochen nach der Abschlussfeier Sotschi 2014 droht Putin mit dem Anschluss der Krim bzw. dem Einmarsch in die Ukraine. Kurt Kister schrieb dazu in der SZ: „Er weiß, dass Russland der Ukraine militärisch riesenhaft überlegen ist, und er weiß auch, dass Moskau keine militärischen Gegenmaßnahmen von außerhalb befürchten muss. Er handelt so ungeniert, wie er es sich anhand seines ohnehin ruinierten Rufs leisten kann. Putin ist ein Autokrat des 21. Jahrhunderts, der als KGB-Offizier im 20. Jahrhundert politisch sozialisiert worden ist und der sich nun gegenüber der Ukraine der Mittel des imperialistischen 19. Jahrhunderts bedient. (…) Die Putin-Doktrin lautet: Wo genug Russen leben, habe ich, der Präsident aller Russen, das Recht zu handeln. Was ‚genug‘ Russen sind, wird durch Putins Definitionshoheit bestimmt. In diesem Sinne waren die Verhältnisse während der Zeit des Kalten Krieges zwar nicht gut, aber sie waren halbwegs rational. Allerdings war Vernunft nie eine Tugend der Nationalisten“ (Kister, Kurt, Putins Doktrin, in SZ 4.3.2014).
Und das IOC steht still und schweiget… Außerdem will man ja die Paralympics (7. – 16.3.2014) in sportlicher Ruhe feiern.

– Ukraine droht mit Boykott der Paralympics. Sotschi liegt gerade einmal 475 Kilometer von der Krim-Region entfernt. „Das Team der Ukraine droht in der Krim-Krise mit einem Boykott der Paralympischen Spiele (7. bis 16. März) und stellt Russland ein Ultimatum. ‚Wir wollen eine friedliche Lösung. Das Gastgeberland soll seine Truppen von der Krim abziehen, bevor die Spiele beginnen‘, sagte Natalia Garach, Sprecherin des ukrainischen Paralympischen Komitees, der Nachrichtenagentur AFP: ‚Ansonsten werden wir die Spiele boykottieren'“ (Ukraine droht mit Paralympics-Boykott, in zeitonline 4.3.2014).

– Bentele fährt nicht. Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, hat angekündigt, dass sie nicht zu den Paralympischen Spielen 2014 nach Sotschi reisen wird. Dieser Verzicht sei ein „klares Zeichen an Russland“, sagte Bentele im ZDF (Bentele verzichtet, in SZ 7.3.2014). Wieder tat sich IPC-Präsident Philip Craven unrühmlich hervor: „Ich hätte mir gewünscht, dass sie sich zunächst daran erinnert hätte, dass sie eine Athletin ist“ (Ebenda).
IPC-Präsident Craven und IOC-Präsident Bach: Putins Voice…

– Ukrainische Delegation demonstriert für Frieden. Das Team der Ukraine zog nach ihrem Einzug durch das Paralympische Dorf und rief: „Frieden für die Ukraine. Frieden für die Ukraine. Frieden für die Ukraine“ (Hahn, Thomas, Aus vollem Hals, in SZ 7.3.2014). Thomas Hahn schrieb in der SZ: „Ihr Friedensmarsch durchs Paralympische Dorf war ein beeindruckender kleiner Beitrag zum Thema Zivilcourage auf den Bühnen des weltsportlichen Leichtsinns“ (Ebenda). Das IPC kündigte an, dies überprüfen zu lassen: „Der Ruf ‚Frieden für die Ukraine‘ sei eine politische Botschaft, die bei den Spielen keinen Platz haben dürfe“ (Blaschke,. Ronny, „Das hat Wladimir Putin sicher nicht gefallen“, in deutschlandfunk.de 8.3.2014).

– Beucher nicht zu Putin. Der russische Präsident lud am 11.3.2014 die 45 Präsidenten der teilnehmenden Paralympischen Komitees zum Mittagessen am 121.3.2014 ein. Der Deutsche Julius Beucher verweigerte dieses Mittagessen: „Als demokratischer Bürger und Verbandspräsident werde ich nicht als Staffage für Fotos auf PR-Terminen dienen“ (Kögel, Annette, Deutsche boykottieren Essen mit Präsident Putin, in tagesspiegel.de 13.3.2013). – „Ich kann nicht auf der einen Seite Herrn Putins Säbelrasseln auf der Krim kritisieren, mich über die ständigen Menschenrechtsverletzungen in Russland aufregen und dann zu Herrn Putin hingehen, mich zum Mittagessen einladen lassen, ihm die Hand schütteln und womöglich noch den Dank entgegen nehmen, dass wir hier nach Russland gekommen sind“ (Kein Essen mit Putin, in SZ 14.3.2014).

– Wiederaufbau nach Fukushima oder Tokio 2022. Am 11.3.2011 geschah die Dreifach-Katastrophe in Japan: Erdbeben, Tsunami, Kernschmelze in Fukushima. Im September 2013 bekam Tokio den Zuschlag für Olympische Sommerspiele 2022. Nun befürchten mehr als 60 Bürgermeister der Fukushima-Region, dass die Anstrengungen für die Olympischen Spiele den Wiederaufbau bei ihnen verzögert. Für Privatleute wird es noch schwerer, eine Baufirma zu finden; die Preise für Baumaterial und Handwerker steigen noch weiter. „Ältere Japaner sagen, sie hatten schon im Vorfeld der Olympischen Sommerspieler 1964 das Gefühl, dass wegen der Spiele alles in Tokio investiert und von den ländlichen Gegenden abgezogen worden sei. (…) Auch auf einer weiteren Großbaustelle in Nordjapan könnten bald die Arbeitskräfte ausgehen: am havarierten AKW in Fukushima. Dort befürchtet man, dass bald niemand mehr zu umgerechnet 80 Euro am Tag radioaktiven Schutt beseitigen will, wenn höhere Löhne in Tokio locken“ (Blaschke, Sonja, Drei Jahre nach Fukushima: Olympia behindert Wiederaufbau, in stuttgarterzeitung.de 11.3.2014).

– Staatsregierung nicht auskunftsfreudig. Die beiden MdL Ludwig Hartmann und Katharina Schulze wollten am 22.1.2014 in einer Anfrage von der bayerischen Staatsregierung wissen, wie es denn um die Liquidation der Bewerbungsgesellschaft München 2018 GmbH stehe, deren Ende ja mit der Wahl von Pyeongchang am 6.7.2011 eingeleitet und durch die Bewerbung München 2022 wieder gestoppt wurde. Die  Antwort am 17.2.2014 war äußerst dünn: – Die Liquidationsschlussbilanz wird von einer externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und nicht von den Finanzbehörden geprüft. – Die Liquidationsschlussbilanz wird erst nach Abschluss der Liquidationsbesteuerung erstellt. – Das Budget von 33 Millionen Euro soll eingehalten werden. . Zur Frage nach dem Anteil öffentlicher Gelder lautete die Antwort: „Der nicht durch private Mittel gedeckte Finanzierungsbedarf der Bewerbungsgesellschaft wird erst nach Abschluss der Liquidation feststehen“ (Bayerischer Landtag, 17/769, 14.3.2014).
Deshalb kümmert sich die Staatsregierung erst einmal gar nicht um die Liquidation.

– Berlin – fast – bereit. Der unermüdliche Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erklärte, Berlin sei bereit für Olympische Sommerspiele, auch schon 2024. (Hierfür müsste allerdings eine Bewerbung schon im November 2015 beim IOC vorliegen.) Der Sport müsse aber die Entscheidung treffen – und die Bevölkerung die Bewerbung tragen (SID, Berlin bereit für Olympia 2024 – nicht aber um jeden Preis, in handelsblatt.com 12.3.2014).
Und der Berliner Großflughafen?

– Fünf Bewerber. Am 14.3.2014 lagen beim IOC in Lausanne fünf Bewerbungen für die Olympischen Winterspiele 2022 vor: Almaty/Kasachstan, Krakau/Polen, Lwiw/Ukraine, Peking – und Oslo.
Weitere IOC-Termine: Auswahl der Kandidatenstädte: 7.-9.7.2014; Einreichen der Kandidaten-Unterlagen und Garantien: 7.1.2015 (bis dahin kann Norwegen noch unproblematisch zurückziehen); Besuch der Evaluierungskommission Februar und März 2015; Unterrichtung der IOC-Mitglieder Mai und Juni 2015. Die Entscheidung fällt am 31.7.2015 in Kuala Lumpur/Malaysia (IOC, Five bid cities submit Application Files to host 2022 Olympic Winter Games, in olympic.org/news 14.3.2014).

Vergleiche unter Aktuelles„Oslo 2022 – Bewerben oder nicht bewerben“ und zur verhängnisvollen Rolle des norwegischen IOC-Mitglieds Gerhard Heiberg: hier

– Kostenlawinen bei Olympischen Winterspielen. Der niederländische Sporthistoriker Jurryt van de Vooren hat alle 22 Olympischen Winterspiele seit 1924 untersucht. Fazit: “Olympische Winterspiele kosten fünfmal mehr als von den Organisatoren angekündigt – nicht nur in Sotschi, sondern im Durchschnitt aller Spiele. (…) Die prozentual gesehen größten Kostenexzesse gab es 1960 in Squaw Valley (+1350 Prozent) und 1976 in Innsbruck (+1354 Prozent). Der schlimmste Sündenfall der jüngeren Olympiageschichte (vor Sotschi 2014; WZ) ist Nagano 1998. Aus 1,17 Milliarden Euro wurden in Japan am Ende 14,6 Milliarden Euro – schätzungsweise, da laut van de Vooren alle Unterlagen nach den Spielen verbrannt wurden. (…) Selbst 1994 in Lillehammer, gern als Gipfel der olympischen Bescheidenheit verklärt, stiegen die Kosten auf ein Fünffaches. Die prozentuale Steigerung war mit 456 Prozent sogar noch höher als in Sotschi (419 Prozent), auch wenn die Spiele absolut deutlich günstiger waren. (…) Inzwischen befindet sich die olympische Idee in demokratischen Ländern in einer Ausrichterkrise, wie auch der krachend gescheiterte Volksentscheid zu einer Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2022 verdeutlicht hat” (Wolf 7.3.2014).

– Kein olympisches Feuer im Wallis. Das Parlament des Schweizer Kantons Wallis hat mit 63 zu 49 eine Kandidatur für olympische Winterspiele abgelehnt. SP-Grossrat German Eyer: „Es besteht die Gefahr, dass wir wieder anfangen zu träumen und dabei alle bitter nötigen Reformen vergessen nach dem Motto: Olympia wird es schon richten. Das hat uns schon einmal geschadet, das darf nicht wieder vorkommen“ (Kein olympisches Feuer im Kanton Wallis, in srf.ch 14.3.2014).

– Schmid verlässt das sinkende Schiff. Der Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen, Thomas Schmid, wirft hin. Schmid war von 2002 bis 2008 auf dem Ticket der CSU Bürgermeister. Als er aufgrund seines autoritären Führungsstils von der CSU nicht mehr aufgestellt wurde, gründete er sein Wahlbündnis CSB, das 2008 mit 52,2 Prozent gewählt wurde. Schmid war für den bedingungslosen Ausbau der Wintersport-Aktivitäten zuständig; unter seiner Ägide herrschte die Devise Sozialwohnungen verkaufen, Schneekanonen kaufen. Die verfehlte Investitionspolitik in den Wintersport zeigte sich erst im Februar 2014 beim alpinen FIS-Weltcup-Rennen: Sowohl das Damen- als auch das Herrenrennen musste (wie an vielen anderen Austragungsorten auch) wegen Schneemangels und Wärmeperiode abgesagt werden.
Schmid war ein bedingungsloser Fan von München 2018 und 2022 und erwartete sich von Olympischen Winterspielen die Lösung aller (von ihm mitgeschaffenen) Problemen in Garmisch-Partenkirchen. Nun erhielt er am 16.3.2014 noch 33,2 Prozent. Am 30.3.2014 hätte er in die Stichwahl mit der SPD-Fraktionsvorsitzenden Sigrid Meierhofer (SPD): Eine seltene Allianz von CSU, SPD, Grünen und FDP hatte sich für deren Wahl und gegen Schmid ausgesprochen. Schmid warf am 19.3.2014 hin – er tritt nicht mehr an. Er wird auch die Wahl zum Gemeinde- und Kreisrat nicht annehmen, wie er in einer persönlichen Erklärung bekannt machte: „Ich erkläre bereits heute, dass ich die Wahl zum Gemeinderatsmitglied sowie zum Kreisrat  nicht annehmen werde“ (Bürgermeister Schmid schmeißt vor Stichwahl hin, in merkur-online 19.3.2014). CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch: „Das zeigt sein Demokratieverständnis. Er hat keines, er hat sich als absolutistischer Herrscher gesehen“ (Effern, Heiner, Aus dem Amt geflüchtet, in SZ 21.3.2014).
Am 30.3.2014 wurde Sigrid Meierhofer mit über 65 Prozent der Stimmen gewählt.

– Paralympics-Abschluss. Während Russland am selben Tag – Sonntag, 16.3.2014 – die Krim annektierte, fand die Abschlussfeier in Sotschi statt.
Bei 72 Disziplinen in fünf Sportarten gab es Medaillen mit 547 Athleten. Zum Vergleich: Bei den Olympischen Winterspielen waren es 98 Disziplinen in sieben Sportarten mit 2.861 Athleten (Hahn, Thomas, Gruß an die Oligarchen, in SZ 14.3.2014). Russland hat bei 72 Entscheidungen 80 Medaillen errungen – also 80 von 216 möglichen.
„Russlands Präsident Wladimir Putin beobachtete das Spektakel mit bunten Feuerwerken, Lichtershow und aufwendigen Inszenierungen wie Regierungschef Dmitri Medwedew von Ehrenplätzen auf der Tribüne“ (11. Winter-Paralympics sind offiziell beendet, in spiegelonline 16.3.2014). IPC-Präsident Philip Craven bedankte sich dann noch bei Putin, „dass Sie den Willen für Wandel gezeigt haben“ (Hahn, Thomas, Sir Philip für Putin, in SZ 18.3.2014). Und Putin bedankte sich bei Craven und dem IPC, „dass die Paralympischen Spiele draußen geblieben sind aus der Politik“ (Ebenda).
Und dann gab es einen Protokollverstoß: „Im Bruch mit den Regeln hielt bei der feierlichen Finalshow am Sonntagabend Vize-Ministerpräsident Dmitri Kosak die Rede für Gastgeber Russland – fast zeitgleich mit dem ersten Ergebnis des umstrittenen Krim-Referendums. Eigentlich wäre dafür Organisationschef Dmitri Tschernyschenko zuständig gewesen. Selbst das Internationale Paralympische Komitee (IPC) musste offen eine Abweichung vom eigenen Protokoll einräumen. Auch hier sprang IPC-Präsident Philip Craven hilfreich zur Seite: Diese „ganz besondere Ausnahme“  sei Kosaks großen Verdiensten beim Sotschi-Projekt zuzurechnen (Politisierte Sotschi-Paralympics beendet, in berliner-zeitung.de 16.3.2014). Der deutsche Vertreter Friedhelm Julius Beucher dazu: „Das ist ein erneuter Versuch, die Spiele politisch zu instrumentalisieren. Das ist schon sehr dreist. Die kalte Invasion mit dieser Abstimmung versucht man im Nachhinein zu legitimieren“ (Ebenda).
Aus einem Beitrag von Thomas Hahn in der SZ: „Und dabei hat man noch mal sehen können, wie wunderbar sich der Sport und die Politik verstehen, wenn sie etwas voneinander wollen: der Sport teure Arenen für seine Wettkämpfe und die Politik eine Bühne für ihre Stärke. Die Paralympischen Spiele von Sotschi waren wunderbar. Und gerade weil sie so wunderbar waren, waren sie so erschreckend. Denn sie haben reibungslos funktioniert als PR-Maschine für einen modernen Autokraten, der nicht nur eine fragwürdige Menschenrechts- und Umweltpolitik verantwortet, sondern derzeit auch die Krim-Krise, die ungute Erinnerungen an den Kalten Krieg weckt. (…) Durch die Haltung, die Sir Philip Craven mit Ausdauer vertritt, wird der Sport zum attraktiven Spielzeug für Machtmenschen. Es soll nur um Sport gehen bei den Spielen? Niemals ging es nur um Sport bei den Spielen von Sotschi. Sie waren angelegt als Showveranstaltung für das neue Putin-Russland. Die Paralympics waren für Putin das perfekte Instrument, um sich als Gutmensch zu inszenieren. Die Schwärmereien des britischen IPC-Chefs sind die Geigenmusik zur täglichen Russland-Show der Staatsmedien“ (Ebenda).
Craven sprach dann noch von den „besten Paralympischen Spielen, die jemals stattgefunden“ hätten (spiegelonline 16.3.2014).
Damit erinnert er an den früheren IOC-Präsidenten und Altfaschisten Juan Antonio Samaranch: „best games forever“…

– Kein Deutscher ins „Governing Board“ des IPC. Der Chef de Mission des deutschen Paralympics-Teams, Karl Quade, „hatte sich bemüht, in das 15-köpfige ‚Governing Board‘ des IPC gewählt zu werden – vergeblich“ (Blaschke, Ronny,m Ein paar Jubelarien zu viel, in neues-deutschland.de 18.3.2014). Julius Beucher hatte es erst gar nicht versucht, in das erlauchte Gremium aufgenommen zu werden: „So bleibt der Einfluss des weltweit größten Behindertensportverbandes begrenzt“ (Ebenda).

– Paralympische Ex-Militärs. „Immer mehr paralympische Verbände arbeiten mit dem Militär zusammen und bringen so Kriegsversehrte zum Sport. (…) Von den achtzig Teilnehmern der USA sind sechzehn Veteranen aus dem Irak oder Afghanistan dabei, 2010 in Vancouver waren es noch fünf. (…) Fast 17.000 Behindertensportler in den USA haben ihre Verletzungen in Vietnam, im Irak oder Afghanistan davon getragen. Künftig werden bis zu zwanzig Prozent der Paralympier aus Soldatenprogrammen stammen“ (Blaschke, Ronny, „Schlachtfeld“ des Sports? in deutschlandfunk.de 15.3.2014). Ähnliche Tendenzen sind in Großbritannien, Kanada, Israel und Russland zu beobachten. „In Deutschland steht die Kooperation zwischen dem Behindertensportverband und der Bundeswehr am Anfang“ (Ebenda). Der ukrainische Paralympier-Präsident Waleri Suskowitsch meinte dazu: „Die Paralympischen Spiele und Krieg sind unvereinbar. Ich möchte keine Sportler, die ihre Behinderungen im Krieg davon getragen haben. Das sind Verwundungen, die niemand braucht“ (Blaschke, Ronny, „Das hat Wladimir Putin sicher nicht gefallen“, in deutschlandfunk.de 8.3.2014).
Vom Sportsoldaten zum behinderten Sportsoldaten…

– 2022: schwächstes Bewerberfeld seit Jahrzehnten. Aroundtherings schrieb am 14.3.2014: „Das Rennen um die Olympischen Winterspiele 2022 beginnt mit dem schwächsten Bewerberfeld seit Jahrzehnten“ (Hula, Ed, Bisson, Mark, 2022 Power Index – Uncertainty Rules Winter Olympic Race, in aroundtherings.com 14.3.2014). Im Vorfeld schieden Graubünden und München durch Bürgerentscheide aus und Stockholm durch Absagen der Stadtspitze. Es verbleiben Oslo/Norwegen, Lviv/Lemberg, Ukraine, Krakau,Polen, Almaty, Kasachstan und Peking,China. Eine ukrainische Bewerbung ist derzeit mehr als fragwürdig. Oslo wird nicht von der Bevölkerung unterstützt. Kasachstan und China sind totalitäre Regime.

– Gleich und gleich gesellt sich gern. IOC-Präsident Bach hat Wladimir Putin am 17.3.2014, einem Tag nach der russischen Einverleibung der Krim-Halbinsel, zu einem Besuch der IOC-Zentrale und des Olympischen Museums in Lausanne eingeladen (SID, IOC-Präsident Bach lädt Putin nach Lausanne ein, in zeitonline 20.3.2014). Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte, dass Bachs „Kumpanei“ mit Putin offenbar keine Grenzen kenne: „Wohlfeil und verlogen offenbart sich hier Bachs stets hochgehaltene Behauptung von der angeblichen Politikferne des Sports“ (Bach lädt Putin ein, in SZ 22.3.2014). Das IOC habe das Ziel, durch Sport zu einer friedlichen und gerechten Welt beizutragen. „Sein Präsident übt stattdessen lieber den Schulterschluss mit Diktatoren“ (Ebenda).
Ob Putin wohl noch ein Visum für die Schweiz bekommt?
IOC-Sprecher Mark Adams wies die Kritik zurück: „Diese Prozedur sei lediglich ‚Protokoll‘ und nach allen olympischen Spielen üblich“ (IOC weist Kritik zurück, in SZ 24.3.2014).

Halbwertszeit des „Olympischen Friedens“ immer kürzer. Kaum waren die Putin-Spiele am Sonntag, den 23.2.2014 zu Ende, legte der russische Präsident Wladimir Putin sogleich los. Die Vorbereitungen zur Übernahme der ukrainischen Krim und zu weiteren Kriegsdrohungen gegen die Ukraine liefen an. Die Demonstranten gegen Putins Kriegspläne wurden festgenommen und im Staatsfernsehen negiert; die staatlich organisierten Manifestationen pro Putin mit tausenden herbei gekarrten Putin-Fans wurden in aller Länge gezeigt. Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny wurde mit anderen Oppositionspolitikern am 25.2.2014 zu mehrtägigen Haftstrafen verurteilt, weil sie gegen die Verurteilung von acht Putin-Gegnern protestiert hatten. Nawalny wurde dann am 28.2.2014 zunächst bis Ende April 2014 unter Hausarrest gestellt: „Bis dahin dürfe Nawalny nur mit Familienangehörigen sprechen und weder Telefon noch Internet benutzen“ (Putin-Kritiker unter Hausarrest, in SZ 1.3.2014). Putins Lupenreine Diktatur…
Und das alles ging und geht das IOC natürlich nichts an!

– Sport und Krieg: Basketball-EM in der Ukraine. Die Ukraine sagte die Basketball-EM 2015 wegen der politischen Spannungen mit Russland ab, so der Direktor des Organisationskomitees (Ukraine zieht zurück, in SZ 20.3.2014). Der (umstrittene) Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL), Jan Pommer, bedauerte nicht etwa die furchtbare Situation der Ukraine, sondern hoffte umgehend auf eine deutsche Ausrichtung: „Das würde uns eine Menge Wind unter den Flügeln geben“ (BBL hofft auf EM, in SZ 21.3.2014). „Sowohl die FIBA Europe als auch der ukrainische Basketball-Präsident Alexander Wolkow wiesen Meldungen  zurück, wonach die Ukraine bereits ihren Verzicht auf das Turnier erklärt habe“ (Ebenda). Am 15.5.2014 soll das endgültige Austragungsland festgelegt werden (Mehr Zeit für Ukraine, in SZ 24.3.2014).

– Sport und Krieg: Fecht-Weltcup in Moskau. „Wegen der Krim-Krise boykottieren die ukrainischen Fechter den Säbel-Weltcup am kommenden Wochenende in Moskau. (…) Das ukrainische Team wurde 2008 Olympiasieger. Anders als die Fechter wollen Ukraines Amateurboxer dagegen Ende März in Moskau antreten“ (Ukraines Teilboykott, in SZ 21.3.2014).

– Olympischer Zeitdruck 2016. Das wird spannend: Am 5.8.2016 sollen die Olympischen Sommerspiele in Rio eröffnet werden. „Die Großveranstaltung im brasilianischen Frühling 2016 ist in Verzug, und der Ton der Olympier wird schärfer“ (Käufer, Tobias, Alarm in Rio, in faz.net 23.3.2014). Nicht einmal die Planung steht für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio – Bürgermeister Eduardo Paes plant um: „Jetzt sollen Teile des Athletendorfes und der Unterkünfte für die Journalisten in einem Armenviertel angesiedelt werden. (…) Der Haken dabei: Davon war in der ursprünglichen Bewerbung nicht die Rede“ (Ebenda). Und mit der Finanzierung klappt es auch noch nicht: „Niemand weiß bisher, wie all der Aufwand bezahlt werden soll. Es fehlen noch konkrete Haushaltsansätze für 28 Projekte. Nur für zwei der vier Olympia-Regionen sind die Bauvorhaben ausgeschrieben“ (Ebenda). – „Wettkampforte sind zudem die Regionen Copacabana, das Maracana-Stadion sowie Deodoro. Für Deodoro und Copacabana sind die Projekte noch nicht ausgeschrieben“ (Furcht vor dem Desaster, in sueddeutsche.de 23.3.2014).
Und mit dem „Grünen Erbe“ schaut es in Rio auch nicht gut aus: „Ein Großteil der Stadt-Abwässer wird ungeklärt ins Meer gelassen und verschmutzt so die wunderschönen Buchten. Olympia mit seinen zahlreichen Wassersport-Aktivitäten wäre eigentlich ein guter Anlass gewesen, mit einem nachhaltigen und umweltbewussten Programm die Situation zu verbessern. (…) Doch auch 30 Monate, bevor sich die ersten Segelboote in der Olympia-Bucht Guanabra durch die Wellen kämpfen, ist die Wasserqualität so wie sie schon immer war: unzumutbar“ (Käufer 23.3.2014).
Da wünscht man dem IOC für Rio 2016 doch die selben Sorgen wie der Fifa für die Fußball-WM 2014: selber schuld!

– Bach und Craven bekommen Putin-Orden. Der russische Präsident Wladimir Putin hat IOC-Präsident Thomas Bach und IPC-Präsident Philip Craven den „Orden der Ehre“ verliehen. Auch der oberste Coca-Cola-Abfüller Frankreichs, IOC-Mitglied Jean-Claude Killy, der Chef der IOC-Koordinierungskomission von Sotschi 2014 war, hat  einen Orden von Putin bekommen (dpa, Putin zeichnet IOC-Chef Bach mit Orden der Ehre aus, in augsburger-allgemeine.de 26.3.2014).
Achtung, IOC: Hat Wladimir schon den Olympischen Orden in Gold?

– Thomas Bach: Crisis? What crisis? Irgendwelche internationalen Sporttreffen gibt es täglich. Ende März 2014 traf sich in Kuwait das ANOC, der Zusammenschluss aller nationalen Olympischen Komitees. IOC-Präsident Bach spielte die Risiken der Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022 herunter, das ist schließlich Teil seiner Jobbeschreibung. In Lviv, Ukraine droht die Kriegsgefahr mit Russland; fraglich, ob eine neue Regierung sich weiter bewirbt. Und in Oslo, Norwegen sind staatliche Defizit-Garantien etc. fraglich. Bach: „Wir sind immer noch im frühen Stadium des Bewerbungsprozesses… Es ist in diesem frühen Stadium nicht neu, dass wir noch nicht alle Garantien haben“ (Mackay, Duncan, „I’m not too worried“ claims Bach over troubled race for 2022 Winter Olympics, in insidethegames.biz 30.3.2014). In Krakau, Polen wird es am 25.5.2014 ein Referendum geben. Bach: „Bezüglich Krakau ist der Bürgermeister sehr optimistisch“ (Ebenda). Für Bach hat der „Erfolg“ (?) von Sotschi 2014 den Bewerberorten geholfen, die Vorteile Olympischer Winterspiele und Paralympics zu erkennen: „Ich bin sicher, dass sie den großen Erfolg von Sotschi 2014 gesehen haben, wo im Gegensatz zu davor jetzt über das positive Erbe der Olympischen und Paralympischen Spiele diskutiert wird“ (Ebenda).
50 Milliarden US-Dollar für Putins Einweg-Spiele! Aber Gesundbeten gehört auch zur Jobbeschreibung eines IOC-Präsidenten.
Laut Bach „ist die Kandidatur für die Spiele eine große Gelegenheit, eine Region und eine Gesellschaft zum Besseren umzuwandeln“ (Ebenda).
Genau. Die Gegend um Sotschi ist jetzt um so vieles schöner. Und Bachs Freund Putin marschierte bei der olympischen Gelegenheit mal eben in der Krim ein.

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II: Aktuelle Sportsplitter von DOSB und den Sportverbänden

– Causa Hoeneß erreicht 27,2 Millionen Euro. Am 11.3.2014 erkannte die Verteidigung des Präsidenten vom FC Bayern, Uli Hoeneß, eine Steuerschuld ihres Mandanten von 27,2 Millionen Euro an. Aus einem Kommentar von Moritz Küppers im Deutschlandfunk zu Hoeneß und dem FC Bayern: “ Dass deren Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nach einer Katar-Reise mit unverzollten Rolex-Uhren erwischt wurde und nun vorbestraft ist – geschenkt. Dass die Deutsche Fußballliga, der Initiator des milliardenschweren TV-Vertrages keinen Ethik-Code, keine Compliance-Richtlinien hat, aber dafür detailliert festlegt, wer wann wo und wie berichtet und penibel auf den Schutz der Sponsoren achtet – akzeptiert. Dass im Hintergrund und im Kampf um Spieler – egal ob volljährig oder nicht – Millionen-Summen bewegt werden – egal. Und auch die Tatsache, dass die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne mit penibelsten Compliance-Vorschriften im Fall Hoeneß sich nicht getraut haben, ein klares Wort zu sprechen, wird toleriert“ (Küppers, Moritz, Doppelmoral im Profifußball, in deutschlandfunk.de 15.3.2014).
Zur Erinnerung: Im Jahr 2000 war der damalige Chef von Adidas Robert-Lois Dreyfus, der die Adidas-Anteile von Bernard Tapie gekauft hatte. Tapie, der im französischen Präsidentschaftswahlkampf 2007 Nicolas Sarkozy unterstützte, erhielt 2008 vom französischen Staat die phänomenale Entschädigungszahlung von 403 Millionen Euro, da er angeblich beim Verkauf der Adidas-Anteile durch die frühere Staatsbank Crédit Lyonnais übervorteilt worden war; inzwischen wurden Tapies Villen und Konten im Juli 2013 beschlagnahmt (Millionen – schockgefroren, in SZ 11.7.2013). Von den 403 Millionen Euro waren 45 Millionen Euro „Schmerzensgeld“, 73 Millionen Zinsen. Die ehemalige Finanzministerin von Sarkozy und jetzige Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, wurde deswegen im Mai 2013 vor dem Gerichthof in Paris vernommen: „Im verschwörungsverliebten Frankreich sehen trotzdem viele Sarkozy, den Wahlsieger von 2007, als heimlichen Drahtzieher hinter der üppigen Entschädigung“ (Kläsgen, Michael, Lächeln vor Gericht, in SZ 27.5.2013). Louis-Dreyfus richtete das inzwischen bekannte Konto bei Vontobel ein und stellte Hoeneß 20 Millionen Mark für Spekulationsgeschäfte zur Verfügung: Fünf Millionen Mark auf ein Konto und 15 Millionen Mark über eine Bürgschaft. Angeblich soll der Bayern-Manager nach kurzer Zeit die fünf Millionen und den Kredit zurückgezahlt haben (Ebenda).
Nur: Warum stellte der Adidas-Chef dieses Millionen-Spielgeld Hoeneß zur Verfügung? „Diese Geschäfte zwischen Hoeneß und dem 2009 verstorbenen Louis-Dreyfus fallen genau in die Zeit, in der der FC Bayern München mit Adidas über einen Einstieg des Sportartikelherstellers in die künftige FC Bayern AG verhandelte. Im September 2001 verkündete Hoeneß, dass sich der Konzern aus Herzogenaurach mit zehn Prozent am Klub beteilige und dafür 75 Millionen Euro in Aktien bezahle. Außerdem verlängerte der FC Bayern den Ausrüstervertrag mit Adidas um sieben Jahre, bis 2010. Diese Partnerschaft besteht bis heute fort. (…) Louis-Dreyfus war bis März 2001 Vorstandschef von Adidas. Sein Nachfolger wurde Herbert Hainer, der den Sportartikelkonzern bis heute führt und auch im Aufsichtsrat des FC Bayern sitzt“ (Leyendecker, Hans, Ott, Klaus, Adidas-Chef gab Hoeneß 20 Millionen Mark, in SZ 13.4.2013).
Unser Mitleid mit Uli Hoeneß hält sich in Grenzen. Denn der FC Bayern München hat in den großen Münchner Tageszeitungen am 9.11.2013 jeweils eine ganzseitige Anzeige für München 2022 geschaltet: Einen Tag später, am 10.11.2013, war die Abstimmung. Schade ist nur, dass sich Hoeneß nun als einer der wenigen klaren Kritiker vom Fifa-Paten Blatter selbst aus dem Verkehr gezogen hat.

– Der DOSB-Generaldirektor spricht. Claudio Catuogno und Boris Herrmann interviewten Michael Vesper in der SZ. Auf die Feststellung, dass Wladimir Putin nach Sotschi 2014 nun als großer Gewinner dastehe, antwortete Vesper mit einer Verdrehung von Ursache und Wirkung: „Seit Wochen wird international über die russische Schwulengesetzgebung diskutiert, über die Menschenrechtslage, über Umweltzerstörung. All diese Themen standen jetzt weltweit auf den Titelseiten.“ – Zur Frage der riesigen Umweltzerstörungen durch Sotschi 2014 antwortete Vesper: „In sieben Jahren hat Russland hier etwas ins Gebirge gehauen, was in den Alpen in sieben Jahrzehnten zuvor vielfach geschaffen wurde: ein Wintersportzentrum.“ – Die grünen Mitglieder im Sportausschuss, Monika Lazar und Özcan Mutlu, fuhren nicht nach Sotschi mit der Begründung: „Mit der Begründung: „Die Olympischen Spiele sind, wie auch die Paralympics, in diesem Jahr vor allem eines: die Spiele Putins.“ Dazu Vesper: „Ich bin da anderer Meinung. Und ich finde es eigenartig, wenn die, die gar nicht da waren, so genau wissen, wie es dort war.“ – Der DOSB wollte zwischen 27 und 42 Medaillen gewinnen: Geworden sind es 19. Die Vorsitzende des Sportausschusses, Dagmar Freitag (SPD), nannte dies „die zweite große Fehleinschätzung von Herrn Vesper nach den Sommerspielen von London 2012“. – Vesper: „Belehrungen vom heimischen Sofa nehme ich immer sehr gerne entgegen . . .“ – Zum Dopingfall Evi Sachenbacher-Stehle stellte Vesper fest: „Das ist ein kompliziertes Feld. Es gibt kaum einen Sportler, der ohne eine Ergänzung seiner Ernährung auskommen kann.“ – Zur kommenden Verschärfung des Anti-Dopinggesetzes im Bundestag und den Widerstand dagegen im DOSB sagte Vesper: „Schauen Sie in unseren Beschluss der Mitgliederversammlung vom Dezember. Dort haben wir uns für sinnvolle gesetzliche Verschärfungen ausgesprochen – unter der Bedingung, dass das sportrechtliche System nicht gefährdet wird.“ (Alle Zitate: Catuogno, Claudio, Herrmann, Boris, „Ich lasse mir das nicht in die Tonne treten“, in SZ 8.3.2014; Hervorhebung WZ).
Vesper hat im Vorfeld dieser Mitgliederversammlung alles in Bewegung gesetzt, damit eine Verschärfung des Anti-Doping-Gesetzes durch den DOSB abgelehnt wurde. Hier lohnt ein Rückgriff auf die Chronologie Dezember 2013: Bei der neunten DOSB-Mitgliederversammlung am 7.12.2013 wurde ein Antrag des Deutschen Tischtennis-Bundes angenommen, wonach entlarvte Doper nicht mehr nur von Sportgerichten, sondern auch strafrechtlich verfolgt werden können. “Die Versammlung sprach sich gleichzeitig gegen die “Besitzstrafbarkeit” aus. Bislang wurden gegen Athleten nur dann staatliche Verfahren eingeleitet, falls sie ‘nicht geringe’ Mengen bestimmter Substanzen besaßen” (Hecker, Anno, DOSB fordert strafrechtliche Verfolgung dopender Athleten, in faz.net 7.12.2013). Aus diesem Grund stimmte der Deutsche Leichtathletik-Verband gegen den Antrag, da er ihm nicht weit genug ging.

Bundes-Sportinnenminister lässt acht Millionen springen. 38 Millionen Euro verlangte der DOSB zusätzlich zu den offiziellen 130 Millionen Euro für den Spitzensport. (Der beim Aufaddieren mit den vom Staat bezahlten Sportsoldaten etc. jetzt schon eine Viertelmilliarde Euro vom Staat kassiert.) Der damalige Bundes-Sportinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erklärte Ende 2013: „Es kann nicht sein, dass aus höher, schneller, weiter – höher, schneller, weiter, teurer wird – und zwar ständig“ (Kempe, Robert, Mehr Geld für den Spitzensport, in deutschlandfunk.de 16.3.2014).
Thomas de Maizière hatte gerade noch beklagt, dass die deutsche Regierung nicht nach Sotschi fahre: „Diese Entscheidung ist uns schwer gefallen“ (Sotschi wird boykottiert, in faz.net 12.3.2014). Nun spendierte er acht zusätzliche Millionen Euro. DOSB-Präsident Alfons Hörmann: „Damit setzt er ein ermutigendes und partnerschaftliches Signal“ (Besser als nichts oder viel zu wenig, in faz.net 12.3.2014). Die Vizepräsidentin im DOSB, Christa Thiel, hatte im Herbst 2013 den Fehlbetrag von 38 Millionen Euro errechnet und sagte nun zu den acht Millionen: „Dass es nicht immer zu einer hundertprozentigen Sättigung eines solchen Bedarfs kommt, wissen wir nur zu gut“ („Gutes Signal“, in SZ 14.3.2014).
Dass der DOSB finanziell nie satt sein wird, weiß nun jeder.
Allerdings sind die acht Millionen Euro Augenwischerei. Die Projektmittel für die Olympischen Spiele 2016 sollen um drei Millionen Euro erhöht werden. Die Mehrausgaben gehen zu Lasten des Breitensports. „So soll die Förderung der bekannten Schulwettbewerbe ‚Jugend trainiert für Olympia‘ und ‚Jugend trainiert für die Paralympics‘ um die Hälfte gekürzt werden – eine Umverteilung zu Lasten des Breitensports“ (Kempe, Robert, Ein Taschenspielertrick des BMI, in deutschlandfunk.de 23.3.2014). – „Beim Deutschen Olympischen Sportbund hat man die Erhöhung der Sportförderung erwartungsgemäß eifrig beklatscht. Eigentlich sollte der DOSB Vertreter des gesamten Sports sein“ (Ebenda).
Der DOSB ist schon lange nicht mehr Vertreter des gesamten Sports. Er droht zwar immer mit seinen über 27 Millionen Mitgliedern – seine Prioritäten gelten aber den wenigen tausend Spitzensportlern aus.

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III: Allgemeine Nachrichten

– Siemens muss leider draußen bleiben. Siemens sah sich in Brasilien mit zahlreichen Korruptionsvorwürfen konfrontiert: Von 1999 bis 2005 sollen Siemens-Mitarbeiter brasilianische Politiker bestochen haben, um Aufträge bei Post und Telekom zu erhalten. Dazu kamen mutmaßliche Schmiergeldzahlungen für Aufträge bei Bau- und Unterhalt vom Nahverkehr in Brasília und Sao Paulo. Ende März 2014 sicherte Siemens Kooperation bei der Aufklärung zu. „Hintergrund sind Verträge und Ausschreibungen aus den Jahren 1998 bis 2007. Dabei soll es illegale Preisabsprachen bei Kauf, Wartung und Betrieb von Zügen für die U-Bahn der Millionenmetropole Sao Paulo gegeben haben“ (Siemens kooperiert in SZ 29.3.2014).
Und Siemens bildete mit den Konzernen Alstom/Frankreich, Bombardier/Kanada, CAF/Spanien und Mitsui/Japan ein Preisabsprache-Kartell. Es gab ein Schwarzgeldkonto über sechs Millionen Euro in Luxemburg und ein Konto in Genf, über das 20 Millionen Euro an brasilianische Politiker flossen (Burghardt, Peter, Giesen, Christoph, Boom und raus, in SZ 3.3.2014). Siemens war auch Adressat der Demonstrationen im Juni 2013: „Die Proteste gegen Missmanagement, Geldverschwendung und Korruption richteten sich teilweise auch gegen den Konzern“ (Ebenda).
Im August 2013 wurde der Konzern wegen erwiesener Korruption für die Dauer von fünf Jahren von der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen und staatlichen Verträgen ausgeschlossen. Der Siemens-Umsatz sank im Geschäftsjahr 2012/2013 auf 1,95 Milliarden Euro – trotz der weiter bestehenden öffentlichen Aufträge für die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Sommerspiele in Rio 2016.
Gegen den Gerichtsbeschluss vom August 2013 legte Siemens Widerspruch ein: Dieser wurde am 29. Januar 2014 zurückgewiesen. Nun klagt der Konzern erneut gegen den Ausschluss von Geschäften (Siemens klagt gegen Ausschluss von Aufträgen in Brasilien, in spiegelonline 3.3.2014).
Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexikon: Siemens olympisch

– Weißrussischer Diktator gegen Boykott. Alexander Lukaschenko ist der unbarmherzige Diktator Weißrusslands und ein enger Freund von René Fasel, dem Präsidenten des Internationalen Eishockeyverbandes IIHF. Im Mai 2014 wird im Land des Diktators die Eishockey-WM stattfinden – ohne dass Fasel das geringste dabei findet. Auch die Sportverbände weigerten sich, den Forderungen von Menschenrechtsgruppen nachzukommen und die WM abzusagen.
Vergleiche hierzu: Eishockey-WM 2014 beim Diktator
Die Boykott-Diskussionen um die Paralympics 2014 in Sotschi aus Anlass der Krim- und Ukraine-Aggressionen von Wladimir Putin kommentierte Weißrusslands Außenminister Wladimir Makej im Interview am 4.3.2014. Sein Land habe „keine Angst vor einem Boykott“ des Turniers. Makej kritisierte die „in Europa und Amerika herrschende Dämonisierung unserer Republik“ (Meisner, Matthias, Gastgeber Weißrussland hält Boykott für „dumme Idee“, in tagesspiegel.de 4.3.2014). Er wiederholte die alte – besonders von totalitären Herrschern gern gebrauchte – Formel, dass Sport und Politik getrennt sein sollten und behauptete, dass das Ziel der WM nicht das positive image von Lukaschenko sei. „Experten sehen das anders: Eishockey ist in Weißrussland wichtiger als Fußball, und der Präsident zeigt sich immer wieder selbst als Eishockey-Spieler, zuletzt unter anderem bei einem Showspiel in Sotschi gemeinsam mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin“ (Ebenda).

Motorsport I: Auch Ecclestone will zu einem Diktator. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (83) will 2015, spätestens 2016 in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan, einen Grand Prix durchführen. Das diktatorische Regime von Ilham Alijew missachtet Menschenrechte und schaltet politische Gegner brutal aus. Ecclestone Anfang März 20124: „Wir gehen nach Aserbaidschan“ (Ecclestone erwägt Rennen in Aserbaidschan, in spiegelonline 5.3.2014).
Auch der Motorsport ist selbstverständlich „unpolitisch“.
Ecclestone tourt mit seinem umweltschädlichen Motorsport-Zirkus schon am 12.10.2014 auf einem neuen Formel-1-Kurs in Sotschi. Kommentar von Christoph Becker in der FAZ: „Bernie Ecclestone darf sich auf den nächsten Kreisverkehr bei einem Autokraten freuen. Mit Wladimir Putin läuft es ja bestens. (…) Die im ‚Organized Crime and Corruption Reporting Project‘ (OCCRP) zusammen geschlossenen investigativen Journalisten aus Mittel- und Osteuropa wählten Alijew 2012 angesichts seiner vielfältigen, vor allem für seine Familienmitglieder förderlichen Geschäfte zu ihrem ‚Mann des Jahres‘. Alijew war der erste, dem der Titel verliehen wurde(Becker, Christoph, Brennstoff aus Baku, in faz.net 5.3.2014).

– Motorsport II: Formel-1-Kurse als White Elephants. „Das Rennen in Baku könnte möglicherweise langfristig den Grand Prix in Sotschi ersetzen. In der Olympiastadt gastiert die Formel 1 in dieser Saison erstmals (12. Oktober). In den vergangenen Jahren hat Ecclestone die Globalisierung der Formel 1 weiter vorangetrieben. Seit 2004 wurde auf zehn neuen Kursen gefahren, davon lagen nur zwei in Europa. Vier dieser Grand Prix (Europa, Türkei, Indien und Korea) sind allerdings bereits wieder aus dem Rennkalender gestrichen worden. In Indien soll 2015 wieder gefahren werden, dann sind auch zusätzliche Veranstaltungen in New Jersey, Mexiko und Österreich geplant“ (Ebenda).
Je mehr Formel-1-Kurse es weltweit gibt, umso mehr kann Herr Ecclestone die Bedingungen diktieren. Antrittsgelder von 30, 40 Millionen Euro seitens der Austragungsorte sind inzwischen Usus. Und wer rechnet schon nach, wie viel der globalen Formel-1-Kurse inzwischen White Elephants sind – nicht mehr gefragt, nicht mehr benutzt…

– Motorsport III: Auch 2014 zigmal um die Welt. Grand-Prix-Termine der Formel-1: 16.3. Melbourne/Australien; 30.3. Sepang/Malaysia; 6.4. Bahrein; 20.4. Schanghai/China; 11.5. Barcelona/Spanien; 25.5. Monte Carlo/Monaco; 8.65. Montréal/Kanada; 22.6. Spielberg/Österreich; 6.7. Silverstone/Großbritannien; 20.7. Hockenheimring/Deutschland; 27.7. Budapert/Ungarn; 24.8. Spa-Francorchamps/Belgien; 7.9. Monza/Italien; 21.9. Singapur; 5.10. Suzuka/Japan; 12.10. Sotschi/Russland; 2.11. Austin/USA; 9.11. Sao Paulo/Brasilien; 23.11. Abu Dhabi
Und alles mit mindestens sechs Jumbo-Jets per Luftfracht. Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexíkon: Motorsport

– Motorsport IV: Der Red Bulle. Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, geschätztes Privatvermögen 2013 rund 7,5 Milliarden Euro, enger Freund von Bernie Ecclestone, hat zwei Formel-1-Teams: Red Bull und Toro Rosso. Der 69jährige wandte sich im österreichischen Kurier gegen Versuche, die Formel 1 spritsparender zu gestalten: „Die Formel 1 wieder zu dem zu machen, was sie immer war: die Königsdisziplin. Sie ist weder dazu da, neue Rekorde im Benzinverbrauch aufzustellen, noch dass man sich im Flüsterton während eines Rennens unterhalten kann, das Lauteste der Boxenfunk und das höchste der Gefühle ein quietschender Reifen ist. Ich halte es für ebenso absurd, dass wir um Sekunden langsamer fahren als voriges Jahr und dass die Nachwuchsserie GP2 teilweise schon mehr Motorsport und Kampf bietet und fast gleich schnelle Zeiten fährt wie die Formel 1 bei einem Bruchteil an Budget“ (Albrechtsberger, Philipp, „Öffentliche Präsenz? Die Zeit ist mir zu schade“, in kurier.at 23.3.2014).

– Aserbaidschan hoch im Kurs. Nicht nur der Ex-Außenminister Hans-Jürgen Genscher gab sich als Freund der Diktatur, so im Juni 2012: „Vor allem glaube ich an die Freundschaft der Völker Aserbaidschans und Deutschlands. Kein kritischer Bericht kann dieser Freundschaft schaden“ (Brössler, Daniel, Mein Freund, der Diktator, in SZ 10.5.2013).
Hallo Herr Genscher – dazu nur als Beispiel eine Reuters-Meldung: „Gegner des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew wollen dessen Wiederwahl anfechten. Internationale Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sagten, die Berichterstattung über die Wahl sei eingeschränkt gewesen. Zudem seien Kandidaten und Wähler eingeschüchtert worden. Alijew hatte die Wahl mit fast 85 Prozent der Stimmen gewonnen. Er herrscht seit zehn Jahren über das öl- und gasreiche Land“ (Wahl in Aserbaidschan unfair, in SZ 11.10.2013).
Auch der EU-Energiekommissar Günther Oettinger trat im Mai 2013 dafür ein, „dass Gas aus Aserbaidschan nicht über den Umweg von ‚Putins Schreibtisch‘, sondern direkt nach Europa gelangen solle“ (Ebenda).
Da tritt man dann auch für Diktator und Sportsfreund Ilham Aliyew ein.

– Putins Oligarchen-Freunde auf der Schwarzen Liste
Nach der Einverleibung der Krim-Halbinsel Mitte März nach den Paralympics in Sotschi 2014 durch Putin beschlossen EU und die USA eine „Schwarze Liste“, auf der sich viele Freunde Putins finden: – (1) Die Bank Rossija, 1990 von Jurij Kowaltschuk in St. Petersburg gegründet. Putin erklärte, er werde bei der ihm angeblich unbekannten Bank ein Konto eröffnen: „Sie gilt als persönliche Bank des Präsidenten und hoher Beamter“ (Hans, Julian, Wenn Panzer Wachstum stoppen, in SZ 24.3.2014). – „Sie ist mehrheitlich im Besitz von Personen, die zum Umfeld des russischen Präsidenten gehören“ (Hans, Julian, Schwarze Liste als Auszeichnung, in SZ 22.3.2014) – und Kowaltschuk hatte mit Putin die berüchtigte Datschen-Kooperative „Osero“ gegründet und gilt als Putins Vermögensverwalter: „Die Rede ist dabei nicht von dem Vermögen, das aus dem Gehalt Putins aus seiner Tätigkeit als  Präsident oder  Regierungschef angefallen ist, sondern von großen Geldströmen, die aus Staatsaufträgen wie etwa dem überteuerten Olympia-Projekt in Sotschi abgezweigt wurden“ (Ebenda; siehe auch unten). – (2) Dmitrij Kisseljow, „der als schärfster Propagandist der Kreml-Medien unlängst gewarnt hatte, Russland sei in der Lage, die USA in ‚radioaktive Asche‘ zu verwandeln“ (Ebenda). – (3) Wladimir Jakunin, Chef der Russischen Eisenbahn, die Milliarden in die olympische Verkehrs-Infrastruktur gesteckt hat und sich 2014 Geld aus dem Russischen Staatshaushalt leihen musste, mit großem Anwesen im Moskauer Umland: „Auf einem komplexen Schaubild, das eine ganze Großleinwand füllt, hat der Anti-Korruptions-Blogger Alexej Nawalny dargestellt, wie Jakunin Geld aus russischen Staatsaufträgen über ein Gewirr von Off-Shore-Firmen ins Ausland transferieren soll“ (Ebenda; Jakunins Sohn hat in London eine 15-Millionen-Dollar-Villa). – (4) Arkadij Rotenberg, Putins Judopartner aus St. Petersburger Zeiten, Sotschi-Gewinnler, inzwischen Eigentümer von Bau- und Pipeline-Firmen. – (5) Die Bank SMP, im Besitz von Arkadji Rotenberg und Bruder Boris Rotenberg. „Am Sonntag erklärten Visa und Mastercard, wieder mit der SMP-Bank zusammenarbeiten zu wollen. Das Geldhaus habe die beiden davon überzeugen können, weil die Sanktionen gegen die Aktionäre und nicht gegen die Bank verhängt wurden“ (Hans, Julian, Wenn Panzer Wachstum stoppen, in SZ 24.3.2014). –
„Die Multimillionärs-Brüder Rotenberg gelten als enge Bekannte von Staatschef Wladimir Putin. Für die Winterspiele in Sotschi sollen sie Verträge erhalten haben, die ihnen rund sieben Milliarden US-Dollar in die Tasche spielten“ (Dynamo-Chef sanktioniert, in SZ 22.3.2014). – (6) Genadij Timtschenko, Putin-Vertrauter, sechstreicher Russe auf der Forbes-Liste, verkaufte noch blitzschnell am 19.3.2014 seine Aktien am Ölhandelsunternehmen Gunvor (Ebenda), bevor er am 20.3.2014 auf die US-Sanktionsliste gesetzt wurde. Usw.

– Ein Freund, ein guter Freund… Marius Vizer, von Wladimir Putin und Scheich Al Sabahs Gnaden Präsident von Sport Accord, dem Zusammenschluss aller Internationalen Sportverbände, hat die Entscheidung der USA scharf verurteilt, nach der Annexion der Krim den russischen Milliardär und Putin-Freund Arkady Rotenberg (mit von Forbes geschätzten drei Milliarden Euro) auf die Sanktionsliste zu setzen. Am 6.4.2014 findet im türkischen Antalya die SportAccord international Convention statt, zu der Rotenberg trotz der US-Sanktionen erwartet wird. Laut Vizer ist Rotenberg ein begeisterter Sportsmann und integraler Bestandteil in der Judo-Entwicklung. „Die SportAccord Convention unterstützt voll Mr. Rotenberg“ (Mackay, Duncan, Exclusive: US decision to sanction SportAccord Convention Executive Committee member „bizarre“ claims Vizer, in insidethegames.biz 24.4.2014).
Judo-Spezln unter sich: Rotenberg ist ein früherer Judo-Partner von Putin und sitzt im Exekutivkomitee von SportAccord und der Internationalen Judo-Vereinigung (IJF). Vizer ist Präsident der IJF.

– Putins wirklicher Reichtum
“Als 2004 der Präsidentschaftskandidat Iwan Rybkin erklärte, Putin sei in Wahrheit der reichste Mann des Landes, und Kowaltschulk kümmere sich um seine Finanzen, verschwand er auf ungeklärte Weise von der Bildfläche und tauchte erst Tage später wieder auf” (Hans, Julian, Schwarze Liste als Auszeichnung, in SZ 22.3.2014).

– Kein Skiwinter. „Selten war ein Winter in Bayern so mild wie dieser. Statt schneebedeckter Hänge waren vielerorts grüne Wiesen zu sehen. (…) Auch in Oberbayern beklagen Liftbetreiber Ausfälle bis zu 80 Prozent“ (DPA, Skiwinter fiel weitgehend aus, in SZ 24.3.2014).

– Siemens spricht bei Putin vor. Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser (richtig: Josef Käser) besuchte am 26.3.2014 erst den Gazprom-Chef Alexej Miller. Miller stand zunächst auch auf der von der EU zusammengestellten schwarzen Liste von 120 Russen: „Sein Name sei jedoch wieder von der Liste verschwunden, um zu deeskalieren“ (Balser, Markus, Das Rohr zum Westen, in SZ 19.3.2014).
Nach Miller besuchte Kaeser dann den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Mit beim Treffen: der Chef der russischen Eisenbahn, Wladimir Jakunin (der real auf der USA-Boykottliste steht), der im Rahmen von Sotschi 2014 mit für die Zerstörung des Flussbettes der Msymta zuständig war. Siemens lieferte „im vorigen Jahr der russischen Staatsbahn Hochgeschwindigkeitszüge für die Strecke St. Petersburg-Moskau-Nischni Nowgorod und hat mit der Staatsbahn zudem vereinbart, bis Ende 2020 insgesamt 675 Frachtlokomotiven zu fertigen und zu liefern“ (Schäfer, Ulrich, Wladimir und Joe, in SZ 27.3.2014). Dazu liefert Siemens Gasturbinen, Medizintechnik, Anlagentechnik etc. nach Russland (Büschemann, Karl-Heinz, Busse, Caspar, Angst ums Geschäft, in SZ 4.4.2014).
Da muss Kaeser-Käser doch einfach zu Putin und Jakunin fahren!
Die Annektierung der Krim bezeichnete Kaeser im ZDF als „kurzfristige Turbulenzen“ (Schäfer, Ulrich, Stets zu Diensten, in SZ 28.3.2014). Der Siemens-Chef lobte Putin für die „herausragenden“ Olympischen Spiele in Sotschi: „Das war für die Welt eine gelungene Zusammenkunft“ (Bauchmüller, Michael, Busse, Caspar, Ein Mann von Welt, in SZ 28.3.2014).
Ob das zum Beispiel die verhafteten Protestierer von der Umweltwacht Nordkaukasus, das ruinierte Flusstal der Msymta, die enteigneten Hausbesitzer, die vertriebenen Bewohner auch so sehen, Herr Kaeser-Käser?
Siemens macht weltweit 76 Milliarden Euro Umsatz, davon kommen gerade noch elf Milliarden Euro aus Deutschland. Bei Sotschi 2014 hat Siemens, wie bei allen Olympischen Spielen, dank enger Verbindung mit IOC-Präsident Thomas Bach, Milliarden umgesetzt: „Siemens macht etwa zwei Milliarden Euro Umsatz in Russland“ (Ebenda).
Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nannte Kaesers Besuch bei Putin „schräg“. Deutlicher wurde der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU): „Wenn der Siemens-Chef das Vorgehen Putins auf der Krim als ‚kurzfristige Turbulenz‘ bewertet und die Wertegemeinschaft mit Putin beteuert, ist das peinlich und unverantwortlich“ (Gabriel kritisiert Treffen von Siemens-Chef mit Putin, in spiegelonline 30.3.2014). – „Auch bei Volkswagen wird die Reise Kaesers kritisch gesehen. ‚Wir wissen nicht, was den geritten hat‘, sagt ein Manager“ (Büschemann, Karl-Heinz, Busse, Caspar, Angst ums Geschäft, in SZ 4.4.2014).
Vergleiche auch: Siemens olympisch; Thomas Bach

Clemens Tönnies, gehört zur Hälfte die Firma Tönnies Fleisch mit 4,6 Mrd. Euro Umsatz. Er ist auch Präsident vom FC Schalke 04, dessen Trikot-Sponsor Gazprom ist. Dazu Tönnies: „Für mich ist da Nullkommanull zu beanstanden. Das ist ein starker, zuverlässiger Partner, dem das Wohlergehen von Schalke am Herzen liegt“ (Tönnies steht zu Putin, in SZ 25.3.2014). Und zu Putin äußerte Tönnies: „Wir freuen uns immer, wenn wir uns sehen. (…) Wir haben ein gutes Verhältnis – dazu stehe ich“ (Ebenda).

– Adidas Russland. Der deutsche Sportartikel-Konzern Adidas fördert seit Jahren die russische Fußball-Nationalmannschaft und ist bei der WM 2018 (wie bei den früheren WM) offizieller Fifa-Top-Sponsor. Der Konzern setzt in tausend Adidas-Geschäften rund eine Milliarde Euro um und ist beim Umsatz zu sieben Prozent vom Russlandgeschäft abhängig (Büschemann, Karl-Heinz, Busse, Caspar, Angst ums Geschäft, in SZ 4.4.2014).

– Bayerische SPD für olympischen Spitzensport: Die Bayerische SPD-Landtagsfraktion geben über ihre sportpolitischen Sprecher Diana Stachowitz und Harald Güller in einer PM vom 28.3.2014 der CSU-Staatsregierung eine Mitschuld am „enttäuschenden Abschneiden bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi“ (SPD fordert bessere Unterstützung von Sportlern durch den Freistaat, PM 28.3.2014). Die CSU-Staatsregierung habe die finanzielle Förderung des Spitzensports „auf unverantwortliche Weise vernachlässigt“. – „Das Ergebnis bleibt ebenfalls deutlich hinter denn vom DOSB selbst gesteckten Erwartungen zurück“ (Antrag vom 26.3.2014: Dank an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Olympischen Spiele und der Paralympics – Bessere Rahmenbedingungen für den Hochleistungs- und Spitzensport schaffen).
Hallo, bayerische SPD: Könnte dies nicht auch an den unrealistischen „Zielvorgaben“ des DOSB liegen?
Und dann treten die neun SPD-MdL noch für den Ausbau des Sportsoldaten-Sektors ein: „Der Bayerische Landtag begrüßt ausdrücklich, dass die bayerische Polizei jetzt vermehrt Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern eine mit ihrer sportlichen Karriere zu vereinbarende Berufsausbildung bietet und fordert die Staatsregierung auf diesen Weg konsequent weiter zu gehen und die Angebote, auch für andere Bereich des Öffentlichen Dienstes, sukzessive auszuweiten“ (Ebenda).
Wusste gar nicht dass dies zu den Zielen der SPD gehört…

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IV: Sport-Millionen und -Millionäre

– Pelé verdient an WM 2014. Edson Arantes do Nascimente, brasilianischer Fußballspieler, genannt Pelé (73), verdient viel Geld an der Fußball-WM 2014 in Brasilien. „Laut Bloomberg hat er in den vergangeen 18 Monaten Vereinbarungen mit Procter & Gamble, mit Volkswagen, mit der arabischen Fluglinie Emirates, mit der Restaurantkette Subway und natürlich mit Coca-Cola unterschrieben. Vor Kurzen erst hat er in Rio de Janeiro für den Schweizer Luxusuhren-Hersteller Hublot das erste Geschäft in Lateinamerika eröffnet, er soll von Hublot für die Zusammenarbeit insgesamt 500.000 Dollar bekommen. (…) Die Marke ‚Pelé‘ wird nach groben Schätzungen alleine in diesem Jahr einen Umsatz von 25 Millionen Dollar machen“ (Busse, Caspar, Der Unsterbliche, in SZ 22.3.2014). Inzwischen regt sich gibt auch Kritik am Großverdiener: „Er kungele mit den Reichen und Schönen, unterstütze die Machenschaften der Fifa, verrate seine Herkunft“ (Ebenda).

– 45 Millionen Ablöse für 20jährigen. Der FC Arsenal war im Januar 2014 am Schalker Nationalspieler Julian Draxler (20) interessiert und bot eine Summe von über 30 Millionen Euro. Der FC Schalke hat Draxler bis 2018 verpflichtet und erwartet mehr, nämlich „die festgeschriebene Entschädigung von 45 Millionen Euro“ (Selldorf, Philipp, In der Jungstar-Falle, in SZ 24.3.2014).

VW-Sponsorendeal. Der VW-Konzern hat mit Zulieferern und Vertragsnehmern wie Telekom T-Systems Millionendeals auf „Sponsorenbasis“ des VFL Wolfsburg durchgeführt. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hält dies für Korruption: „Das Ganze kann man auch als Korruption bezeichnen. Es geht darum, dass Firmen sich etwas versprechen lassen und im Gegenzug anderen etwas versprechen“ Hornung, Peter, Strunz, Benedikt, VW: Millionendeal mit Staatsanwaltschaft, in ndr.de 21.3.2014). Das Stuttgarter Gericht schlägt ein Bußgeld von zwei Millionen Euro vor. Damit „wäre VW aus der Sponsoring-Affäre mit einem blauen Auge davongekommen, bliebe dem Konzern doch ein peinlicher Prozess erspart“ (Ebenda).

– Fußball – Umsatzstärkste Vereine Europas, Saison 2012/2013: (1) Real Madrid 518,9 Mill. Euro; (2) FC Barcelona 482,6 Mill. Euro; (3) Bayern München 431,2 Mill. Euro; (4) Manchester United 423,8 Mill. Euro; (5) Paris St. Germain 398,8 Mill. Euro (Keil, Christopher, Milliarden-Macher, in SZ 29.3.2014).

– Fußball – Internationale Fernseheinnahmen 2013: Premier League Großbritannien: 875,4 Mill. Euro; Primera Divisíon Spanien: 150 Mill. Euro; Serie A Italien: 117 Mill. Euro; Bundesliga Deutschland 71,6 Mill. Euro (Ebenda).

– Fußball – Nationale Fernseheinnahmen, Prognose Saison 2013/2014: Premier League 1216 Mill. Euro; Bundesliga 627,7 Mill. Euro (Ebenda).

– Neue Medien-Milliarden. Der Konzern British Telekom (BT) hat in Großbritannien 28 Millionen Telefonanschlüsse. BT hat 2,5 Milliarden Euro in neue Glasfasernetze investiert. Eine BT-Sprecherin: „Breitband ist ein wichtiger Teil unserer Geschäftsstrategie… Über das Breitband bringen wir Live-Sport auf die Geräte“ (Keil, Christopher, Milliarden-Macher, in SZ 29.3.2014). – „Glaserfaserleitungen für das Triple Play, der digitale Anschluss für Telefon, Internet und Fernsehen, soll das Geschäftsmodell der Zukunft sein. Die schnelle, hochwertige Datenübertragung des Glasfasernetzes liefert ruckelfreie, scharfe Bilder in HD-Qualität und braucht Inhalte. So entstehen immer neue Produkte für Smartphones, Tablets, Flat-Screens. Fußball-Spiele bieten Netzverbreiter wie BT und Sender wie BSkyB an. Das treibt die Preise“ (Ebenda).
Noch  mehr Sport-Medien, noch mehr „Brot und Spiele“ – und noch mehr Millionen für Spieler: „Dass British Telecom auf Live-Fußball setzt, wird die Premier League auf Jahre in die Lage versetzen, die höchsten Gagen für die besten Spieler aufzubringen. 21,6 Milliarden Euro Umsatz machte BT 2012, erzielte 2,8 Milliarden Gewinn und ist in Großbritannien Marktführer beim Breitband mit 6,3 Millionen Abnehmern. Für 1,1 Milliarden Euro kaufte der Konzern vor vier Monaten auch die Champions League und die Euro League. BT Sport wird beides von 2015 bis 2018 in Großbritannien ausstrahlen“ (Ebenda).

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V: Aktuelle Fußball-Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.

– Brasilien 2014/I: Fifa erklärt brasilianische Fröhlichkeit. „Die Fifa stellte einen Online-Reiseführer für WM-Touristen ins Internet. Der Tenor: Brasilianer sind ungeduldig, unpünktlich und chaotisch. Im Gastgeberland der Fußball-WM (12. Juni bis 13. Juli) stieß die Online-Broschüre auf Entrüstung. Viele Brasilianer fühlten sich verhöhnt. Ihnen stießen vor allem Passagen wie diese negativ auf: ‚Pünktlichkeit ist in Brasilien nicht gerade eine Wissenschaft‘, ‚Brasilianer bevorzugen ein kultiviertes Chaos‘ und ‚Geduldig Schlangestehen liegt nicht in ihrer DNA‘. Der Titel des Ratgebers: ’10 Tipps zur Vermeidung kultureller Missverständnisse‘. Angesichts der plumpen Klischees, die transportiert werden, wirkt das ungewollt komisch. Immerhin: Nach der heftigen Kritik aus Brasilien hat die Fifa den Ratgeber aus dem Netz genommen. ‚Das Ziel war, die entspannte Lebensweise in Brasilien darzustellen‘, teilte der Verband mit. ‚Das Material sollte Fröhlichkeit vermitteln und überhaupt keine Kritik an Brasilien sein“ (Fifa verärgert Brasilianer mit peinlichem Ratgeber, in spiegelonline 23.3.2014).

– Brasilien 2014/II:Adidas blamiert sich.„Der Sportartikelhersteller hatte zuletzt für Unmut bei den Brasilianern gesorgt – wegen der Produktion sexistischer T-Shirts für die WM. Eines der Shirts zeigt eine Frau im Bikini vor dem Hintergrund des Zuckerhuts. Darüber stand der Spruch „Lookin‘ to score“, was sowohl als Anspielung auf ein Tor beim Fußball als auch auf sexuellen Kontakt zu verstehen ist. Auf dem zweiten T-Shirt prangte der Slogan „I love Brazil“ in Verbindung mit einem Herz, das zugleich einen weiblichen Po darstellte. Das brasilianische Fremdenverkehrsamt forderte Adidas auf, die T-Shirts aus dem Sortiment zu nehmen. Die Behörden hätten es schwer genug, gegen Sextourismus im Land vorzugehen, sagte ein Sprecher. Adidas versprach, den Verkauf der Shirts zu stoppen“ (Ebenda).

– Die Fußball-WM wirft ihre Schatten voraus. Aus einem Gastkommentar von Christopher Gaffney in n-tv: „Die brasilianischen Vorbereitungen für die WM wurden von den Anforderungen und Voraussetzungen der Fifa bestimmt. Damit ein Spiel einer Fifa-WM stattfinden kann, bedarf es eines Stadions nach Fifa-Standard, eines Transport- und Sicherheitsplans, ausreichender Flughafen- und Hotelkapazitäten, Kommunikationsinfrastruktur und finanzieller Garantien. (…) In Brasilien sorgt der desaströse Zustand der städtischen Infrastruktur jedoch dafür, dass alle WM-Städte in allen Fifa-Kategorien investieren mussten, um die Anforderungen zu erfüllen. Als der Fußball-Weltverband 2007 die WM-Endrunde an Brasilien vergab, hieß es, dass nicht ein einziges Stadion im Land WM-tauglich war – obwohl das Maracana-Stadion in Rio de Janeiro erst 2007 für die Pan-Amerika-Spiele für 100 Millionen Dollar renoviert worden war. (…) Alle städtischen Stadien, die für die WM saniert wurden, wurden privatisiert. Das hat schon 2013 zu einem Anstieg der Ticketpreise um 32 Prozent geführt. Die unteren Schichten in Brasilien können es sich nicht länger leisten, Profi-Fußball anzuschauen. Die Drehkreuze vor den Stadien sind zu sozialen Filtern geworden, die nur noch die Mittel- und Oberklasse passieren kann. Noch schlimmer ist, dass die WM Straßenhändlern die Möglichkeit nimmt, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der öffentliche Raum rund um WM-Stadien wird im Namen der Fifa und ihrer Sponsoren von öffentlichen Sicherheitskräften überwacht und gesäubert. Die massiven Ausgaben für die öffentliche Sicherheit führen zu einer Militarisierung des öffentlichen Raumes. Drohnen und Roboter werden während der WM durch die brasilianischen Städte patrouillieren. Während des Confed-Cups gehörten Soldaten plötzlich wieder zum Straßenbild – etwas, das es seit den Tagen der Militärdiktatur nicht mehr gegeben hatte“ (Gaffney, Christopher, „Millionen Brasilianer werden protestieren“, in n-tv 4.3.2014).

– Brasilien 2014/III: Sicherheitsbedenken. Die brasilianische Regierung hat vor dem Start der Fußball-WM (12.6. – 13.7.) erhebliche Sicherheitsbedenken. „Die brasilianische Zeitung O Globo zitiert aus einem geheimen Regierungsbericht, in dem von mehreren „Sicherheitsrisiken“ in sechs der zwölf WM-Spielorte die Rede ist“ (Risiko nicht nur in Rio, in SZ 21.3.2014). Es  werden politische Proteste und Streiks in Rio de Janeiro, Porto Alegre, Belo Horizonte, Brasília, São Paulo und Fortaleza erwartet. „Insbesondere im Endspielort Rio de Janeiro sei das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Behörden „sehr angespannt“. Weiterhin wird der Regierung die massive Verschwendung von Geldern vorgeworfen“ (Ebenda).
Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexikon: Confed Cup 2013

– 170.000 Polizisten und Soldaten für die WM. In der SZ schrieb Thomas Kistner zur WM 2014 (12.6. – 13.7.2014): „Ein Heer aus 170.000 Militärs und Polizisten stellt die Regierung mit Hilfe französischer Polizeiexperten für den Vorstadt-Nahkampf auf die Beine; konservativen Politikern in Brasilia erscheint die Gelegenheit günstig, gleich auch die Anti-Terror-Gesetzgebung im Land zu verschärfen. (…) Nur noch 52 Prozent der Brasilianer stehen laut Institut Datafolha hinter der WM; gestiegen sei die Zahl der WM-Gegner von anfänglich zehn auf den Höchststand von 38 Prozent“ (Kistner, Thomas, Countdown vorm Showpalast, in SZ 5.3.2014).

– Sport-Großereignisse fördern Überwachung. Von den Vorbereitungen der Fußball-WM 2014 in Brasilien berichtete Jonas Reese im Deutschlandfunk. Eigens wurde eine militärische Spezialeinheit gegründet, um mögliche Unruhen einzudämmen. Allein die neue Kommandozentrale in Rio kostete 200 Millionen Euro. Der Gouverneur Sergio Cabral ist stolz: „Auf Cabrals Monitor blinken Streifenwagen, Feuerwehr und Krankenwagen in Miniaturansicht, Einsatzorte leuchten rot auf, Verkehrsstaus, Unfälle – eine Stadt wie im Computerspiel. Dieses Nationale Kontrollzentrum ist das Herzstück des Sicherheitskonzepts von Brasilien für die kommenden Großereignisse, WM und Sommerspiele“ (Reese, Jonas, Sicherheitsnetz für Brasilien, in deutschlandfunk.de 2.3.2014).
Rund eine Milliarde Euro soll die Sicherheit bei der WM 2014 kosten. Seit den Anschlägen  vom 11.9.2001 entsteht rund um Sport-Großereignisse wie Fußball-WM und Olympische Spiele eine spezialisierte Sicherheitsindustrie – auch im Gefolge des Anschlags vom 11.9.2001. „Die Sommerspiele in Barcelona 1992 haben zum Beispiel offiziell 48 Millionen Euro für Sicherheit ausgegeben. London 20 Jahre später rund eine Milliarde. Unter der Marke von eine Milliarde Euro sind seit Athen 2004 überhaupt keine Spiele mehr geblieben“ (Ebenda; Hervorhebung WZ). Bei Sotschi 2014 rechnete man auch mit Kosten für Sicherheit von einer Milliarde Euro – wobei die russische Regierung keine offiziellen Zahlen herausrückte. Hinzu kommt, dass Sport-Großereignisse den Vormarsch von Überwachungstechniken befördern oder erst möglich machen: „Groß-Events schaffen oft günstige Bedingungen, um Sicherheits- und Überwachungstechnologien zu installieren, die ansonsten vielleicht schwerer durchzusetzen wären. Allein in der Metropole Sao Paulo etwa wird sich die Zahl der Überwachungskameras in der Innenstadt im Vorfeld der WM von 50 auf 1500 verdreißigfachen“ (Ebenda).
Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexikon: Sicherheit
Und wer bezahlt für diese Sicherheitsmaßnahmen: Die Öffentliche Hand – und natürlich nicht die Verursacher Fifa, IOC, Internationale Sportverbände

– Blatter ist ein „Dieb, ein Korrupter, ein Hurensohn“. So nannte der frühere Weltfußballer, Weltmeister von 1994 und jetzige Abgeordnete Romario den Fifa-Präsidenten. Da Fifa-Generalsekretär Jerôme Valcke die Befürchtung geäußert hatte, dass die WM 2014 in Brasilien die schlechteste in der Fifa-Geschichte werden könnte, nannte ihn Romario „einen der größten Erpresser des Weltsports“ (Romario über Blatter: „Dieb, Korrupter, Hurensohn“, in merkur-online 13.3.2014). Romario: „Ich hoffe, dass andere Länder nicht die Auflagen und Unnachgiebigkeiten der Fifa akzeptieren, die Bundesgesetze und sogar die Kultur unseres Volkes überfahren will“ (Ebenda).

– Fußball-Pate Erdogan. In der SZ hat sich Thomas Kistner die Mysterien des türkischen Fußballs angesehen. Der Erstliga-Verein Fenerbahce Istanbul, der „Klub der Mächtigen“ (Kistner), hatte sich in der Saison 2010/2011 den Titel erkauft: Viele Spiele sollen verschoben worden sein. Klubchef Aziz Yildrim wurde wegen „Bildung und Leitung einer organisierten Bande“ zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. „Auffallend spät, nach wachsenden Protesten tausender türkischer Aktivisten sperrte die Uefa Mitte 2013 Fenerbahce für die nächsten drei Klubwettbewerbe“ (Kistner, Thomas, Delikate Wendung, in SZ 6.3.2013). Auch der Cas bestätigte die Sperre. aber die Sperren gegen Fenerbahce und Yildrim wurden nie umgesetzt. Helfer war Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. „Am Wochenende nahm die Affäre eine delikate Wendung. In der Türkei tauchte der Mitschnitt eines Telefonats zwischen dem Ministerpräsidenten und seinem Sohn auf, der auf Youtube landete und nahelegt, das Erdoğan mithalf, Fenerbahce vorm Abstieg zu bewahren. Er habe keinen Einfluss auf den Europabeschluss der Uefa gehabt, aber auf das nationale Verfahren. Erwähnt wird zudem, dass Senes Erzik eine Rolle gespielt habe, Vorstandsmitglied der Uefa. Ein Fehlverhalten bestreiten alle“ (Ebenda). Die Uefa sieht kein Fehlverhalten für die eigene Untätigkeit: Das türkische Uefa-Exekutivkomitee-Mitglied Erzik sei kein Mitglied im Kontroll- und Disziplinarausschuss.
Als Komplize fungiert eine türkische Bank, die seit der Saison 2012/13 mit 30 Millionen Euro die Uefa-Champions-League finanziert. „Kritiker verweisen darauf, dass bis 2012 ein Miteigner der Bank, die kein Filialnetz im europäischen Ausland habe, in Fenerbahces Vorstand saß“ (Ebenda).
Uefa, Fifa: egal. Der gleiche Stallgeruch nach Korruption, Schiebung, Schwindel... Blattini eben.

– Fußball-WM 2014 und Olympische Spiele 2016: unbezahlbar. Die Bewohner von Rio de Janeiro leiden unter den durch die WM 2014 und die kommenden Olympischen Sommerspiele 2016 gestiegenen Preisen. „Seit Rio zur Olympia-Stadt gekürt wurde, sind laut einer aktuellen Studie in einigen Stadtvierteln die Ladenmietpreise fast zehnmal stärker gestiegen als die Inflation“ (Mit dem „Surreal“ gegen den Wucher, in taz.de 11.3.2014). Auf Facebook-Seiten zeigen Protestierende Rechnungen von Restaurants und anderem. Auch eine eigene Währung wird angeboten: „Die Bewegung bietet auch den „Surreal“ als parallele Schmäh-Währung zum Brasilianischen Real zum Ausdrucken an: Statt dem Lorbeer-bekränzten Bildnis der Republik, das normalerweise Geldscheine und Münzen schmückt, blickt dem Betrachter der spanische Surrealismus-Künstler Salvador Dalí entgegen“ (Ebenda).

Fifa bleibt Putin treu. „Fußball bleibt außen vor: Trotz der Krim-Krise und der internationalen Sanktionen hält der Weltfußballverband Fifa an der WM in Russland 2018 fest. Es gebe keine Bestrebungen, etwas an der Gastgeber-Rolle Russlands für das Turnier zu ändern, sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter in Zürich. Der britische Premierminister David Cameron hatte am Vormittag Zweifel geäußert, dass bei der Vergabe der WM alles mit rechten Dingen zuging“ (Liveticker, spiegelonline 21.3.2014).

– Bayerischer Staat garantiert. „Die bayerische Landesregierung hat München und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bei deren Bewerbung für die EM 2020 weitreichende Garantien zugesichert“ (Bayern gibt Garantien für Münchens EM-Bewerbung 2020, in sueddeutsche.de 18.3.2014). Das Land verpflichtet sich, für die Sicherheit, die  Verkehrsmaßnahmen und die polizeilichen Aufgaben zu sorgen. Am 9.4.2014 befasst sich der Münchner  Stadtrat mit der Bewerbung.
Hoffentlich fragt mal einer der Stadträte nach, wie viel Millionen denn die Fußball-Sause im Stadion des FC Bayern tatsächlich kostet – und wer das in Wirklichkeit zu zahlen hat!

– Fußball siegt über Pferdesport. Der scherzhaft nach seinem Verursacher genannte „Oliver-Bierhoff-Campus“ ist ein „Leistungs- und Kompetenzzentrum“ des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Es wird mindestens 60 Millionen Euro kosten und soll auf dem Gelände der Frankfurter Galopprennbahn mit Aussicht auf die Frankfurter Bankensilhouette gebaut werden. Das dortige „Direktorium für Vollblutzucht und Rennen“ ist entsetzt „und kündigte an, für den Erhalt kämpfen zu wollen. Aber Frankfurt hat mit dem Angebot des städtischen Grundstücks an den DFB längst Tatsachen geschaffen. Der Kampf der Galopper ist wohl verloren, bevor er begonnen hat“ (Selldorf, Philipp, Oliver-Bierhoff-Campus, in SZ 21.3.2014). – „Der Rennverein war entsetzt, die  Pächter beharrten darauf, einen gültigen Mietvertrag bis 2024 zu besitzen“ (Perkuhn, Anja, Klopper gegen Klepper, in SZ 16.4.2014). Bislang wurde der Pachtvertrag der Hippodrom GmbH nicht gekündigt.
Im September 2014 wurde dann bekannt, dass die Stadt Frankfurt das Galopprennbahn-Gelände zu Schleuderpreisen an den DFB abgegeben hat: 45,33 Euro pro Quadratmeter (Küppers, Moritz, „Die Rennbahn wird unter Wert verkauft“, in deutschlandfunk.de 13.9.2014).

– 1. FC Kaiserslautern: 100 Millionen illegale Zuwendungen. „Nach Angaben des Bundes der Steuerzahler Rheinland-Pfalz sind in den vergangenen zehn Jahren rund 100 Millionen Euro Steuergelder des Landes illegal an den Club geflossen“ (Steuerzahlerbund nennt Zahlungen an FCK illegal, in spiegelonline 19.3.2014). 2006 kaufte die Stadt dem Klub das Fritz-Walter-Stadion für 65 Millionen Euro ab und bewahrte ihn vor der Pleite. Seither bezahlt der Klub eine  immer weiter gesenkte Miete, zuletzt 2,4 Millionen Euro im Jahr. Die Stadt hatte zudem das Trainingsgelände „Fröhnerhof“ für sechs Millionen gekauft, nun soll es für 2,6 Millionen Euro an den FCK zurückverkauft werden. (Ebenda). – Steuerzahlerbund-Geschäftsführer René Quante: „Es gibt wenige Steuerverschwendungsfälle in Rheinland-Pfalz, die da mithalten können“ (Vorwürfe gegen FCK, in SZ 20.3.2014).
Zum Beispiel der Fall Nürburgring!

– And the winner is: Mr. Warner and family. Das amerikanische FBI fand heraus, dass Jack Warner, von 1990 bis 2011 Präsident des nordamerikanischen Fußballverbandes Concacaf, Vertreter von Trinidad and Tobago, langjähriger Vize-Präsident der Fifa und ehemals Vertrauter von Sepp Blatter, nach der Wahl von Katar als Austragungsland der Fußball-WM 2022 1,2 Millionen Dollar erhielt. Überwiesen hat die 1,2 Millionen Dollar die Firma Kemco (Khalid Electrical and Mechanical Est), die im Besitz des Katarers Mohamed Bin Hammam ist. Warners Sohn Daryll erhielt 432.000 Dollar, sein Sohn Daryan 316.000 Dollar sowie ein Angestellter 412.000 Dollar – von einer Firma mit dem Namen „We buy houses“. Zusammen macht dies 2,36 Millionen Dollar, rund 1,7 Millionen Euro (Newell, Claire, Watt, Holly, Duffin, Claire, Bryant, Ben, Good, Alastair, Qatar Cup 2022 investigation: former Fifa vice-president Jack Warner and family paid millions, in telegraph.co.uk 17.3.2014). „Warners Sohn Daryan steht deshalb schon seit 2012 in seinem Wohnort in Florida unter Hausarrest und soll als Zeuge in dem Verfahren kooperieren“ (Hummel, Thomas, Millionen für den Fifa-Vizepräsidenten, in sueddeutsche.de 18.3.2014).
Am 2.12.2010 hatte Katar völlig überraschend die WM 2022 erhalten. Am 15.12.2010 stellte Jack Warner der Firma Kemco die 1,2 Millionen Dollar in Rechnung (Weinreich, Jens, Eine Million vom Freund des Emirs, in spiegelonline 18.3.2014). Im Juli 2011 wurde die Summe zugunsten von Jack Warner an eine Bank auf den Cayman Islands überwiesen. Diese verweigerte die Annahme und sandte das Geld zurück nach Katar. Daraufhin wurde das Geld an eine Bank in New York überwiesen – und erregte die Aufmerksamkeit des FBI
Warner hatte die Kandidatur von Mohamed bin Hammam um das Fifa-Präsidentenamt 2011 gegen Blatter unterstützt: Beide flogen auf Druck von Blatter aus ihren Ämtern. „Falls Qatar die WM-Ausrichtung durch unlautere Mittel und korrupte Funktionäre gewonnen hätte, dann bliebe nur ein geordneter Rückzug übrig: nämlich der Entzug des Turniers“ (Ashelm, Michael, In den Sand gesetzt, in faz.net 19.3.2014).
Und die Fifa reagiert – nicht: „Keine Stellungnahme zu den neuen Korruptions- Vorwürfen. Nur ein paar halbgare Ankündigungen zum Thema Menschenrechte. Der Fußball-Weltverband FIFA ist am Ende seiner Exekutivsitzung in Zürich einfach unter den neuesten Enthüllungen zur umstrittenen WM 2022 in Katar hinweggetaucht“ (Fifa weicht Katar-Debatte aus – Schweigen zur Korruption, in sueddeutsche,de 21.3.2014).

– 13 von 22. Die unendliche Geschichte der Fußball-WM 2022 in Katar: „13 der 22 Funktionäre, die 2010 die WM vergaben, sitzen bis heute im Fifa-Vorstand. Auch viele Katar-Wähler, das Emirat hatte 14 Voten erhalten“ (Kistner, Thomas, Poker um Katar, in SZ 27.3.2014). Das FBI ermittelt, der Fifa-interne Ermittler Michael Garcia will die 13 Fußball-Paten verhören.
Übrigens, Herr Garcia: Sie könnten auch Franz Beckenbauer verhören – der war bis 2011 im Fifa-Exekutivkomitee, hat für Russland 2018 gestimmt und berät Putin-Russland für viel Geld bis 2018.
Garcia soll nun ausgebremst werden. Denn einige Sport-Paten wie der bekennende Katar-Wähler und Uefa-Präsident Michel Platini werden nervös. Dazu kommt der argentinische Fußball-Pate Julio Grondona: seit 1979 Präsident des argentinischen Fußballverbandes (also seit schlappen 35 Jahren!), seit 1988 im Fifa-Exekutivkomitee. „Seit 2011 wird gegen Grondona in Argentinien wegen des Verdachts auf Korruption, Geldwäsche und Steuerhinterziehung in einem hohen zweistelligen Millionenbereich ermittelt“ (Wikipedia). Katar hat eine Finanzhilfe an Grondonas argentinischen Fußballverband in Höhe von 76 Millionen Dollar diskutiert, aber angeblich nicht bezahlt. Und dazu kommt Angel Villar Llona: seit 1988 Präsident des spanischen Fußballverbandes, seit 1992 im Uefa-Exekutivkomitees, seit 1998 im Fifa-Exekutivkomitee (Wikipedia). Er „soll, wie Blatter 2011 selbst verriet, mit Katar Stimmpakete ausgehandelt haben“ (Ebenda).
Alles uralte Bekannte aus dem uralten Fifa-Schmiergeldsumpf…

– Gewerkschaftlerin spricht von 4.000 Toten. Die Generalsekretärin des internationalen Gewerkschaftsbundes (ITUC), Sharan Burrow, stellte fest, dass sich Katar nach wie vor weigere, zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit internationalen Organisationen zu kooperieren: „Wie lange will die Fifa noch die falschen Behauptungen zu Verbesserungen im Land akzeptieren? (…) Es gab keine Bewegung, Vorschriften bezüglich des internationalen Standards einzuführen“ (4000 Tote für Katar-WM? in SZ 21.3.2014). – „Der ITUC rechnet mit 4.000 getöteten Gastarbeitern bis zum WM-Anpfiff und stützt sich dabei auf aktuelle Todesraten“ (Ebenda).

– Katar + Kafala = Sklavenhaltung. Besonders berüchtigt ist das in Katar und anderen arabischen Staaten geltende „Kafala-System“, wonach jeder ausländische Arbeitnehmer einen einheimischen „Bürgen“ braucht, ohne den er quasi das Land nicht mehr verlassen darf.
Tim Röhn hat in der Welt den aufschlussreichen Artikel „Rote Karte“ geschrieben. Ein Auszug daraus: „In Katar hat das Kafala-System Gültigkeit. Das ermöglicht es Firmenbossen, ihre Angestellten wie Leibeigene zu behandeln. Nicht der Staat registriert die Ausländer, sondern das katarische Unternehmen, das als Arbeitgeber fungiert. Die Firma, genannt Sponsor oder Kafeel, entscheidet darüber, wann ein Arbeitnehmer ausreisen und ob er den Arbeitgeber wechseln darf. Kurzum: Ein Mensch liefert sich einem anderen Menschen aus. Laut einer Studie der Universität Doha aus dem vergangenen Jahr mussten 90 Prozent der Billigarbeitskräfte ihren Reisepass abgeben, nur etwas mehr als die Hälfte bekam von ihrem Sponsor – wie gesetzlich vorgeschrieben – eine Krankenversicherungskarte ausgehändigt. 21 Prozent der Befragten gaben an, ‚manchmal, selten oder nie‘ pünktlich bezahlt zu werden. Die Arbeitsverträge haben in der Regel eine Laufzeit von zwei Jahren, vorzeitige Kündigung ausgeschlossen. Wer seinem Sponsor davonläuft, macht sich in Katar eines Verbrechens schuldig und wird zur Fahndung ausgeschrieben“ (Röhn, Tim, Rote Karte, in Die Welt 23.3.2014).

– Deutscher Chef des Gewerkschaftsbundes gegen Katar und Kafala. Der Bundesvorsitzende des DGB, Michael Sommer, äußerte dazu: „Unsere Befürchtungen, was das Regime in Katar betrifft, bestätigen sich voll. Man muss Katar die WM 2022 entziehen, wenn sie an dem Kafala-System, das an Sklaverei grenzt, festhalten“ (Kistner, Thomas, Zwei Millionen an die Familie, in SZ 19.3.2014).

– Größenwahnsinniger japanischer Sportfunktionär. Der Präsident des japanischen Fußballverbandes JFA, Kuniya Daini, bietet Japan als Ersatz für Katar 2022 an: „Wir richten schon die Olympischen Spiele 2020 aus. Wenn es eine Chance gibt, würden wir gern auch die WM ausrichten“ (Japan bietet sich als Katar-Ersatz an, in spiegelonline 31.3.2014).

– Eigentümlichkeiten auch bei der WM 2018. Der britische Premierminister David Cameron vermutet, dass auch die WM-Vergabe 2018 an Russland nicht mit rechten Dingen zuging und Großbritannien im Vorfeld „aussortiert“ worden sei – Großbritannien hatte gerade einmal eine Stimme von 22 erhalten (Englands Premier vermutet Schiebung, in spiegelonline 21.3.2014).
Aber auch bei der Fußball-WM 2018 weicht die FIFA nicht von dem mittlerweile genauso umstrittenen Gastgeber Russland ab. Trotz der Krim-Krise und der internationalen Sanktionen werde das Turnier dort wie geplant stattfinden, erklärte Blatter. ‚Diese WM wurde an Russland vergeben. Wir haben keine Absicht, das zu ändern‘, sagte der FIFA-Präsident. Russlands Sportminister Witali Mutko hatte dem Exekutivkomitee zuvor einen Bericht zum Stand der Vorbereitungen gegeben. Er ist praktischerweise selbst Mitglied der FIFA-Exekutive“ (Fifa weicht Katar-Debatte aus – Schweigen zur Korruption, in sueddeutsche,de 21.3.2014; zu Mutko siehe unten). – „Es gebe keine Bestrebungen, etwas an der Gastgeber-Rolle Russlands zu ändern, sagte Präsident Joseph Blatter am Freitag in Zürich“ (Fifa hält an Russland fest, in SZ 22.3.2014).
Dann kann man noch daran denken, dass beim IOC die Wahl von Sotschi 2014 äußerst dubios war etc.: Bei der Wahl der Austragungsorte internationaler Sport-Großereignisse bleibt eben nichts dem Zufall überlassen.

– Witali Mutko: eine russische Sport-Karriere. Putins Sportminister Mutko (* 1958) machte eine bemerkenswerte Karriere: 1979 Eintritt in die KPDSU, 1990 Präsident des Sowjets, 1992 Aufsichtsrat des Fußballvereins Zenit St. Petersburg, wurde dessen Präsident von 1995 bis 2003; Verkauf von 25 Prozent Zenit-Anteile an Gazprom-Partner Lentransgaz; gewann Gazprom 1999 als Haupt-Sponsor; Präsident des russischen Fußballverbandes (2005 bis 2009), seit 2009 Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees.
Wahlkampfhelfer von Wladimir Putin 2000; Aufsichtsrat des Organisationskomitees von Sotschi 2014; russischer Minister für Sport, Tourismus und Jugend seit 2008 (Wikipedia; russiaprofile.org).

– Blatters Welt. Fifa-Präsident Sepp Blatter lieferte wieder eine Sichtweise seiner Fifa-Welt. Beim Uefa-Kongress in Kasachstan äußerte er zu den sozialen Unruhen in Brasilien vom Juni 2013, die hervorgerufen waren durch Korruption, Geldverschwendung und Luxusbauten für die Fifa: „Während des Confed Cups 2013 war der Fußball Opfer von sozialen Unruhen. Wir hoffen, dass dies bei der WM nicht der Fall sein wird“ (Blatter bezeichnet Fußball als Opfer sozialer Unruhen, in spiegelonline 27.3.2014).
Da verwechselt Blatter Ursache (Fifa) und Wirkung (Proteste)!

Uefa beschließt Aufrüstung in Kasachstan. Hurra: noch mehr Fußball. Am 27.3.2014 beschloss die Uefa die „Nations League“ – passend in der Hauptstadt Astana der Diktatur Kasachstan. Die Nationenliga soll versetzt zur Fußball-WM und parallel zur Europameisterschaft in den ungeraden Jahren stattfinden: „In vier anhand des Länderkoeffizienten eingeteilten Divisionen (A bis D) mit vier Untergruppen à drei bis vier Teams sollen die Mannschaften zwischen September und November 2018 vier bis sechs Partien spielen“ (Uefa beschließt Einführung der Nations League, in spiegelonline 27.3.2014). DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: „Das ist ein großer Schritt für die Nationalmannschaften in Europa und wir hoffen, dass die Fans das neue Format unterstützen“ (Ebenda). Entfallen sollen lediglich Freundschaftsspiele: „Die Uefa ist der Ansicht, Test-Länderspiele in der bisherigen Form interessieren kaum jemanden… Dahinter steht der Gedanke, dass man attraktivere Spiele auch besser vermarkten kann“ (Hamann, Birger, Das bedeutet die Uefa-Revolution, in spiegelonline 27.3.2014). – „Was immer Platini als Chef des europäischen Verbandes Uefa sich ausdenkt, es dient in den seltensten Fällen dem Spiel an sich, sondern eher seinem Machterhalt und der Geldvermehrung. (…) Verkauft wird die  Sache als Goldenes Kalb, das, wenn es denn mal groß ist, ordentlich gemolken werden kann, weil angeblich hochinteressante Spiele anstünden“ (Rosentritt, Michael, Nationenliga: Die kreative Geldvermehrung der Fifa, in tagesspiegel.de 27.3.2014). – „Die Uefa verselbständigt sich und quetscht dabei noch mehr Kapital aus ihrem europäischen Fußballmarkt“ (Kistner, Thomas, Platinis nächster Angriff, in SZ 28.3.2014).
Noch mehr Brot und Spiele für noch mehr Geld… Es  steht zu hoffen, das den Fans das ganze Fußball-Spektakel irgendwann zum Hals raus hängt.

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VI: Doping-News

– Blitz-Rehabilitation. Die jamaikanische Sprinterin Veronica Campbell-Brown wurde am 4.5.2013 positiv auf das Diuretikum Hydrochlorotiazid getestet: Mit ihm können Dopingmittel verschleiert werden. Im Oktober 2013 entschied der jamaikanische Leichtathletik-Verband, nur eine Verwarnung auszusprechen. Ein Gremium des internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF empfahl am 10.2.2014 eine Zweijahressperre; am 12.2. schloss sich der JAAA an. Eine Woche später landete die Causa Campell-Brown beim Internationalen Sportgerichtshof CAS. Am 25.2.2014 wurde Campbell-Brown vom CAS freigesprochen. Am 26.2.2014 wurde sie für die Hallen-Weltmeisterschaften in Sopot (7. – 9.3.2014) nominiert (Plötzlich ein Urteil, in SZ 27.2.2014). Fazit von Michael Reinsch in der FAZ: Campbell-Brown hat dies ihrem Rechtsbeistand, dem IAAF und der (gewollten?) Inkompetenz der jamaikanischen Anti-Doping-Agentur zu verdanken. Die Verteidigung wies nach, „dass die Behälter nicht oder falsch verschlossen waren… Damit waren die Analysen von A- und B-Probe nichtig“ (Reinsch, Michael, Der gar nicht so saubere Fall, in faz.net 9.3.2014). Der skandalumtoste IAAF-Präsident Lamine Diack äußerte zur Einstellung des Verfahrens gegen einen Superstar der Leichtathletik: „Wir sind gespannt, wie die anderen Fälle ausgehen“ (Ebenda). – „Es wäre ein Wunder, würden nicht auch Powell und Sherone Simpson den Nachweis des Aufputschmittels Oxilfren mit denselben Verfahrensfehlern bestreiten“ (Ebenda).
Die Schmierenkomödie ist ein Doping-Lehrstück, mit welchen Tricks man erwischte Doper wieder laufen lässt – im wahrsten Sinn des Wortes!

– Dopingfälle 2002 vom IOC-Präsidenten vertuscht. Nach Bericht im schwedischen Fernsehen mit dem Titel „Die heimliche Blutwelt der Skiläufer“ ergab die Doping-Analyse von 25 Athleten der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City deutliche Hinweise auf die Verwendung unerlaubter Mittel. Laut der Dokumentation hat der internationale Skiverband FIS damals eine Liste mit 19 Athleten geführt – zwölf Männer und sieben Frauen -, die des Dopings verdächtigt wurde (Hinweise auf Doping bei Olympia 2002, in sueddeutsche.de 5.3.2014). Aus einem Kommentar von Jürgen Ahäuser: „Unglaublich, die Blutspur scheint ganz oben im Olymp angekommen zu sein. Für die Beobachter des Sports ist es ein geflügeltes Wort, für niemanden mehr die Hand ins Feuer zu legen. Dass die Vertuschung aber bis in die Spitze des IOC und die Kontrollorgane reicht, macht verzweifelt und sprachlos“ (Ahäuser, Jürgen, Blutspur, in fr-online.de 11.3.2014).
Bei den Biathlon-Tests gab es laut dem damaligen Chef des Anti-Doping-Labors in Salt Lake City, Don Catlin, zwei Dopingfälle mit positiver EPO-Analyse: Er äußerte dies in einem Gespräch mit der New York Times. Der damalige IOC-Präsident Jacques Rogge „soll persönlich dafür gesorgt haben, dass (…) zwei mögliche Dopingfälle aus dem Biathlon-Lager nicht weiterverfolgt wurden“ (Schwere Vorwürfe gegen Rogge, in tz.de 10.3.2014). Die Namen wurden nicht bekannt, die Proben im Labor anonymisiert und inzwischen vernichtet; dazu sind die Fälle inzwischen verjährt: Die Verjährungsfrist beträgt zehn Jahre.
Deshalb wird alles erst nach zwölf Jahren bekannt: wieder ein Hinweis auf die gezielte Doping-Vertuschung im Weltsport.
Thomas Kistner nannte dies in der SZ „eine Episode aus dem Maschinenraum des Sports“ (Konsequentes Mauscheln, in SZ 11.3.2014). Für den Doping-Experten Prof. Werner Franke ist die Entwicklung nicht überraschend: „Das wundert mich alles überhaupt nicht. Kein Mensch kann ohne die Unterstützung aus Doping-Staaten wie den ehemaligen Sowjet-Republiken IOC-Präsident werden – entsprechend wird auch nach der Wahl gehandelt. Das gilt bis heute“ (Schweigen im Zeichen der Ringe, in fr-online.de 11.3.2014).
Ob Prof. Franke dabei wohl an den amtierenden IOC-Präsidenten gedacht haben könnte?!

– Siebter Doper bei Sotschi 2014. Beim polnischen Bobfahrer Daniel Zalewski wurde Amphetamin nachgewiesen. „Im Viererbob erreichten die polnischen Männer nur den 27. Rang“ (Polnischer Bobfahrer bei Olympia des Dopings überführt, in sueddeutsche.de 15.3.2014).
Das internationale Dopingspektakel erinnert schon sehr an das Sprichwort: Die Kleinen hängt man, und die Großen lässt man laufen…

– Hoher Umsatz bei kleiner Erfolgsquote. Die Erfolgsquote bei deutschen Dopingkontrollen liegt bei 0,1 Prozent – in anonymen Umfragen geben aber 35 Prozent der Sportler Doping zu. Im WDR lief dazu am 17.3.2014 der Film von Fred Kowasch und Ralf Meutgens: „Placebo für die Öffentlichkeit“: „Dopingkontrollen sind in Deutschland mittlerweile ein lukratives Geschäft. Die Firma PWC aus München ist als Hauptauftragnehmer der NADA praktisch konkurrenzlos auf dem Gebiet der Durchführung der Dopingkontrollen, der Jahresumsatz steigt seit langem kontinuierlich. (…) Finanziert wird das System, bei dem eine Probe bis zu 600 Euro kostet, vor allem vom Bund – und damit vom Steuerzahler – von einigen Sponsoren und den Sportverbänden. Ansonsten trifft man bei Nachfragen eher auf Schweigen – eine interne Anweisung der NADA untersagt ihren Auftragnehmern die Kommunikation mit Medien. Das deutsche Anti-Doping-System scheint vor allem ein Placebo für die Öffentlichkeit zu sein, das den Glauben an die konsequente und erfolgreiche Doping-Bekämpfung erhalten soll“ (Begleittext zum Film).

– Bayern ausnahmsweise vorn. Der bayerische Justizminister Winfried Bausback stellte am 17.3.2014 in Anwesenheit von Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), den bayerischen Gesetzentwurf für ein Sportschutzgesetz vor. Herausragende Punkte: – ein Straftatbestand des Dopingbetrugs, – die uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit von Dopingmitteln und Dopingwirkstoffen, – umfassende Strafvorschriften gegen den Dopinghandel, – ein erhöhter Strafrahmen von bis zu fünf Jahren für Dopingvergehen (PM Bayerns Justizminister stellt bayerischen Gesetzentwurf für ein Sportschutzgesetz vor, Bayerisches Staatsministerium der Justiz 17.3.2014). Damit zog Bausback die Konsequenzen „aus einem Dilemma, das machtbewusste Spitzenfunktionäre im Dachverband Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) bis heute als effektive Selbstreinigung darzustellen versuchen“ (Kistner, Thomas, „Endlich tun, was versäumt wurde“, in SZ 18.3.2014). Bausback: „Lassen Sie uns endlich tun, was jahrelang versäumt wurde: Ein Strafrecht zum Schutze der Integrität des Sports schaffen!“ (Ebenda).
Bausback hob die vom DOSB abgelehnte Strafbarkeit des Besitzes von geringen Mitteln an Dopingmitteln hervor: „Die uneingeschränkte Besitzstrafbarkeit ist unverzichtbar, um Doping im Spitzensport strafrechtlich zu erreichen“ (Bayern plant Strafverfolgung von Sportbetrügern, in sueddeutsche.de 17.3.2014).
Das wird die Herren des DOSB wie Michael Vesper und Matthias Jahn aber nicht freuen!

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VII: Die Sportsender ARD/ZDF

Die Auflistung der Sportsendung erfolgte nur für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, nicht für die Dritten Programme und ist vermutlich nicht vollständig (Sondersendungen!). Finanziert werden diese Sportsendungen durch die zwangsweise erhobenen Rundfunkgebühren. Vergleiche auch hierzu: Die öffentlich-rechtlichen Sport-Sender

Ergebnis für März 2014:
ARD: 4.527 min = 75 h 27 min
; ZDF: 4.085 min = 68 h 5min
Zusammen:  8.612 min = 143 h 32 min

1.3. ARD Sportschau live 10.00 – 18.00: 480 min
ARD Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ZDF Akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
2.3. ARD Sportschau 9.35 – 17.00: 445 min
ZDF Sportreportage 17.10 – 18.00: 50 min
5.3. ARD Sportschau FB D-Chile 20.15 – 23.15: 180 min
ARD
Sportschau-Club 23.15 – 23.40: 25 min
6.3. ZDF SportExtra 12.10 – 17.20: 430 min
7.3. ARD Sportschau vor acht 19.45 – 19.50: 5 min
ZDF
Paralympics Eröffnung 16.45 – 20.15: 210 min
8.3. ARD Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ZDF
SportExtra 8.15 – 17.00: 525 min
ZDF
Akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
9.3. ARD 
Sportschau 18.00 – 18.30: 30 min
ZDF
SportExtra 10.15 – 17.00: 405 min
ZDF
Sportreportage 17.10 – 18.00: 50 min
10.3. ZDF Paralymics 12.05 – 13.00: 55 min
11.3. ZDF Paralympics 12.05 – 13.00: 55 min
ZDF
Paralympics 15.05 – 16.00: 55 min
12.3. ARD Paralymics 9.00 – 14.00: 300 min
ZDF
Uefa CL 19.20 – 19.35: 15 min
ZDF
Uefa CL 20.25 – 23.15: 180 min
ZDF
Uefa CL 1.10 – 2.45: 85 min
13.3. ARD Paralympics 9.00 – 14.00: 300 min
ARD
Sportschau live 15.03 – 19.50: 287 min
14.3. ARD Paralympics 9.35 – 13.00: 205 min
ARD
Sportschau live 16.10 – 19.45: 215 min
15.3. ARD Paralympics 8.05 – 18.05: 600 min
ARD
Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ZDF
Akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
16.3. ARD Paralympics 7.45 – 18.50: 665 min
ZDF
Sportreportage 17.10 – 18.00: 50 min
19.3. ZDF Uefa-CL-Magazin 19.20 – 19.35: 15 min
ZDF
Uefa Champions League 20.25 – 23.15: 170 min
ZDF
Uefa CL 1.10. – 2.45: 95 min
20.3. ZDF
Biathlon 12.10 – 14.00: 110 min
ZDF
Biathlon 15.05 – 17.00: 115 min
21.3. ARD Sportschau vor acht 19.45 – 19.50: 5 min
ZDF
SportExtra Skispringen 15.05 – 17.05: 120 Min
22.3. ARD Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ZDF
SportExtra 9.00 – 16.20:  440 min
ZDF
Das akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
23.3. ARD Sportschau 18.00 – 18.30: 30 min
ZDF
SportExtra 10.20 – 17.00: 380 min
ZDF
Sportreportage 17.10 – 18.00: 50 min
25.3. ARD Sportschau 22.30 – 23.30: 60 min
26.3. ARD Sportschau 22.30 – 23.30: 60 min
28.3. ARD Sportschau 19.45 – 19.50: 5 min
29.3. ARD Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ZDF
Akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
30.3. ARD Sportschau 18.00 – 18.30: 30 min


Laufende Chronologie der Olympischen Winterspiele 2018 in München +2 (wird laufend aktualisiert und ergänzt):
1936 - 1972 bis 1997 - 2007 - 2008 - Januar 2009 - Februar 2009 - März 2009 - April 2009 - Mai / Juni 2009 - Juli 2009 - August / September 2009 - Oktober 2009 - November 2009 - Dezember 2009 - Januar 2010 - Februar 2010 - März 2010 - April 2010 - Mai 2010 - Juni 2010 - Juli 2010 - August 2010 - September 2010 - Oktober 2010 - November 2010 - Dezember 2010 - Januar 2011 - Februar 2011 - März 2011 - April 2011 - Mai 2011 - Juni 2011 - Juli 2011 - August 2011 - September 2011 - Oktober 2011 - November 2011 - Dezember 2011 - Januar 2012 - Februar 2012 - März 2012 - April 2012 - Mai 2012 - Juni 2012 - Juli 2012 - August 2012 - September 2012 - Oktober 2012 - November 2012 - Dezember 2012 - Januar 2013 - Februar 2013 - März 2013 - April 2013 - Juni 2013 - Mai 2013 - Juli 2013 - August 2013 - September 2013 - Oktober 2013 - November 2013 - Dezember 2013 - Januar 2014 - Februar 2014 - März 2014 - April 2014 - Mai 2014 - Juni 2014 - Juli 2014 - August 2014 - September 2014 - Oktober 2014 - November 2014 - Dezember 2014 - Januar 2015 - Februar 2015 - März 2015 - April 2015 - Mai 2015 - Juni 2015 - Juli 2015 - August 2015 - September 2015 - Oktober 2015 - November 2015 - Dezember 2015 -

Literatur zur NOlympia-Chronologie

Nolympia-Chronologie, komplett / Stand Mitte Juli 2010 als pdf-Datei

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