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Februar 2014

Zuletzt geändert am 09.06.2014 @ 11:33

 

Webseite-Besucher
Im Januar 2014 besuchten 27.158 Internet-Nutzer unsere Nolympia-Webseite, im Durchschnitt pro Tag 876. Von Februar 2010 bis einschließlich Januar 2014 hatten wir damit 795.271 Besucher. Wir bedanken uns für das anhaltende Interesse. Die Abläufe Sotschi 2014 werden chronologisch genau verfolgt:

Sotschi 2014/I/ 2007 – 6/2013: hier
Sotschi 2014/II/ 7-12/2013: hier

Sotschi 2014/III 01/2014: hier
Sotschi 2014/IV 02/2014: hier

Putin-Russland: Lupenreine Diktatur
Doping als “Nahrungsergänzungsmittel”: hier
CIPRA fordert Olympiafreie Alpen
Putin: Krieg und Spiele

In eigener Sache
Die Webseite und ihre Informationen stehen allen zur Verfügung, um die tatsächlichen Hintergründe im Sport aufzuzeigen und zu beschreiben. Ich bemühe mich meinerseits, korrekt zu zitieren und Quellen anzugeben. Umgekehrt erwarte ich, dass auch die Nolympia-Webseite als Quelle in den Artikeln von Journalisten fairerweise angegeben wird. Es ist weder fair noch professionell, wenn Journalisten bei mir lange um Informationen und um Hintergrund-Materialien zu den olympischen Fachthemen nachfragen und dann diese ohne jegliche Quellenangabe in ihre Artikeln einarbeiten.
Dr. Wolfgang Zängl

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Zitate des Monats:

Dmitri Schewtschenko von der “Umweltwacht Nordkaukasus” zu Sotschi 2014: “Wir gehören dem Widerstand der ersten Stunde an. Unsere Arbeit konzentriert sich auch auf den Schutz der einzigartigen subtropischen Sümpfe und kann letztendlich nur wenig bewirken. Deshalb haben wir uns gefreut, als die Menschen in Bayern erfolgreich Widerstand gegen die Bewerbung für die Olympischen Spiele geleistet haben” (Henneberger, Kathrin, “Die Kompensation ist ein Bluff”, in klimaretter.info 7.2.2014).

Der russische Oppositionsführer Boris Nemzow: “Es ist schwer, einen Ort in Russland zu finden, an dem es nie schneit. Putin hat es geschafft. Und nun macht er dort Winterspiele” (Bohnensteffen, Marcel, Hoffmann, Sabrina, Die 7 Sünden der Winterspiele, in huffingtonpost.de 1.2.2014).

Volker Beck, grüner Bundestagsabgeordneter, zur Wirkung der Olympischen Spiele Sotschi 2014: “Kein Land ist durch so eine Veranstaltung je freier geworden. Das ist eine Illusion, die uns die Funktionäre verkaufen wollen” (Grüner Beck fordert Politiker zum Olympia-Boykott auf, in spiegelonline 7.2.2014).

Frage der SZ an Bundes-Sportinnenminister Thomas de Maizière zu seinem Sotschi-Besuch. “Werden Sie auch Oppositionelle und Umweltaktivisten treffen?” Und dessen aufschlussreiche Antwort: “In erster Linie besuche ich die Olympischen Spiele. Ich besuche unsere Sportler. Es wird auch Gespräche mit der russischen Regierung, voraussichtlich mit dem Innenminister oder dem Sportminister geben” (Aumüller, Johannes, Keil, Christopher, “Man muss Olympia wieder bescheidener machen”, in SZ 1.2.2014).

Bundes-Sportinnenminister Thomas de Maizière in Sotschi: “Wir reden hier nicht über Breitensport und Nächstenliebe” (Hofmann, René, Hiebe statt Nächstenliebe, in SZ 21.2.2014).

Dimitrij Tschernyschenko, Leiter des Organisationskomitees Sotschi 2014: “Ich glaube nicht, dass es die Olympische Charta den Athleten erlaubt, in Pressekonferenzen ihre Meinung zu Themen zu sagen, die nichts mit dem Sport zu tun haben” (Becker, Christoph, Wer ist der Herr der Spiele? in faz.net 2.2.2014).

IOC-Präsident Thomas Bach: “Das operative Budget der Spiele in Sotschi ist mit 2,2 Milliarden US-Dollar im völlig normalen Rahmen, von einer Kostenexplosion kann keine Rede sein“ (Hungermann, Jens, Meinhardt, Gunnar, “Von einer Kostenexplosion kann keine Rede sein”, in welt.de 2.2.2014).

Regimekritiker Boris Nemzow zur Frage, wer von den Spielen profitiert: “Putins Freunde. Arkadij Rotenberg, sein Judo-Partner, hat mehr als sieben Milliarden US-Dollar bekommen. Sein KGB-Freund, der Bahn-Chef Wladimir Jakunin, bekam zehn Milliarden US-Dollar aus dem Budget. Putins Freunde von Gazprom, aus der Sberbank” (Winterfeldt, Jörg, “Für viele Einwohner sind die Spiele ein Desaster”, in fr-online 5.2.2014).

Amnesty International-Sprecher John Dalhuisen zur Verhaftung der Pussy-Riot-Frauen in Sotschi: “Unter Präsident Wladimir Putin werden die olympischen Ringe zu Handschellen” (Pussy-Riot-Aktivistinnen angeblich in Sotschi festgenommen, in faz.net 18.2.2014; Hervorhebung WZ).

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Die Gliederung im Februar 2014 sieht so aus:

I: Nachrichten aus Sotschi 2014
II: Weitere Nachrichten von Olympischen Spielen und dem IOC
III: Aktuelle Sportsplitter aus der Politik, von DOSB und den Sportverbänden
IV: Allgemeine Nachrichten
V: Sport-Millionen und -Millionäre
VI: Aktuelle Fußball-Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.
VII: Doping-News
VIII: Die Sportsender ARD/ZDF

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I: Nachrichten aus Sotschi 2014

- Olympischer Frieden. “Raketenkreuzer USS Ramage und Kommandoschiff USS Mount Whitney haben mit 600 amerikanischen Marinesoldaten im Schwarzen Meer Stellung bezogen. Die Olympischen Spiele können beginnen” (Die Kriegsschiffe sind da, in faz.net 3.2.2014).

- Lupenreine Diktatur (1): Pressefreiheit à la Putin. Zur Erinnerung: „Reporter ohne Grenzen zählt Russlands Präsidenten Wladimir Putin seit Langem zu den größten Feinden der Pressefreiheit, in der Rangliste der Organisation steht sein Land auf Platz 148 von 179. (…) Und weil der Staat die Übertragungsrechte kontrolliere, gebe es landesweit nur drei große Sender: Rossija (Russland), der direkt der staatlichen Medienholding gehört; Perwyj Kanal (Erster Kanal), der zu einer Hälfte dem Staat, zur anderen zwei kremlnahen Oligarchen gehört; und NTV, seit 2007 im Besitz des halbstaatlichen Energiekonzerns Gazprom. Der einzige kritische Kanal sei der 2010 gegründete Sender TV Doschd. Mehrmals bewarb der sich um Ausstrahlungslizenzen – wurde aber nicht zugelassen. Über Internet und Kabel erreicht TV Doschd eine Million Zuschauer am Tag. Russland hat 143 Millionen Einwohner. (…) Doch der Kreml versucht laut Gruska nicht nur die Berichterstattung in Russland zu beeinflussen, sondern auch russlandfreundliches Material in ausländischen Medien zu platzieren. Ein kremlnaher Verlag produziert eine Zeitungsbeilage, die der New York Times , dem Telegraph und Le Figaro beiliegt, in Deutschland erscheint sie als Russland Heute in der Süddeutschen Zeitung. Zudem betreibt der Staat den Auslandssender Russia Today (RT). 2000 Mitarbeiter in 19 Ländern arbeiten für RT und bieten Medien einen besonderen Service: Auf der Website lassen sich die staatstreuen Beiträge herunterladen. Nach RT-Angaben nutzten bereits 16.000 Sender in 185 Ländern das Material“ (Hollenstein, Oliver, Märchen für die Massen, in SZ 29.11.2013).

- Lupenreine Diktatur (2): Olympische “Pressefreiheit”. “Nach einem Bericht von Reporter ohne Grenzen haben in der Krasnodar-Region Lokalbehörden mit den Medien ‘Abkommen über Informationsversorgung’ geschlossen. Diese erhielten ‘generöse Unterstützung und Steuervorteile’ im Gegenzug für Artkel, die inoffiziell ‘die Behördenn preisen’” (Nienhuysen, Frank, Im Schatten der Ringe, in SZ 1.2.2014).

- Die 7 Sünden der  Winterspiele. Die Huffingtonpost zählt auf: 1. teuerste Spiele; 2. Naturzerstörungen; 3. subtropischer Ort; 4. das Volk leidet; 5. Bauherren und Auftraggeber sind korrupt; 6. nach den Spielen: kein Interesse; 7. Homophobie ist Gesetz (Bohnensteffen, Marcel, Hoffmann, Sabrina, Die 7 Sünden der Winterspiele, in huffingtonpost.de 1.2.2014).

- Lupenreine Diktatur (3): Putins persönlicher Schatz. Zur Erinnerung: Der Oppositionelle Alexej Nawalny hat im Wahlkampf um das Amt des Moskauer Bürgermeisters im Sommer 2013 die Moskauer Wähler gefragt, “ob sie denn wüssten, wie viel Geld Russland in den letzten 15 Jahren durch den Verkauf von Öl, Gas und Metall verdient habe. ‘Keine Ahnung’, ruft eine Rentnerin, ‘bekommen haben wir davon nichts.’ – ‘Drei Billionen Dollar’, sagt Alexej Nawalny, ‘damit würden auf jeden einzelnen Russen 640.000 Rubel entfallen, Säuglinge und 100-jährige inbegriffen, fast 20.000 Dollar’” (Neef, Christian, Schepp, Matthias, Lehrstück aus Moskau, in Der Spiegel 16/2.9.2013).
Gehören die russischen Rohstoffe Putin und seiner Gang persönlich? Zumindest verfährt er so. Vergleiche auch das Buch von Jürgen Roth: Gazprom.
Vorschlag zur Umbenennung des IOC: Internationaler Oligarchen-Club.

- Der IOC-Präsident und Sotschi 2014. Thomas Bach im Interview zu Sotschi 2014: “Sotschi hat die Voraussetzungen für hervorragende Olympische Spiele: Die Bedingungen für die Athleten sind großartig. Die Sportstätten haben sich in den Testwettkämpfen bewährt und sind zum Teil noch verbessert worden. Die olympischen Dörfer sind hervorragend gelungen. (…) Es wird Sicherheitsmaßnahmen geben, und die olympische Atmosphäre wird sich entfalten. Das zeigt übrigens die Erfahrung. (…) In dem Augenblick aber, in dem das olympische Feuer brennt, in dem die ersten Wettbewerbe beginnen, wird deutlich, dass es zuvorderst um die Athleten und den Sport geht.“
Zur Frage der hohen Kosten: „Man darf hier nicht mit dem saturierten Blick Westeuropas herangehen, wo es teilweise nicht einmal mehr möglich ist, einen Bahnhof um- oder eine Flughafen-Startbahn neu zu bauen. (…) Und ich betone auch: Das operative Budget der Spiele in Sotschi ist mit 2,2 Milliarden US-Dollar im völlig normalen Rahmen, von einer Kostenexplosion kann keine Rede sein.
Zur Diskussion, wie die Olympischen Spiele Russland zum Positiven verändern können: „Wir sprechen über Umweltfragen in Sotschi, über die Rechte von Homosexuellen, über gesellschaftliche Umstände in Russland. Das wäre sonst nicht der Fall. Und das zeigt einmal mehr, wie die Wahl einer Stadt den Olympiagastgeber in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückt. (…) Mit den Spielen hingegen wird es uns ermöglicht zu verdeutlichen, für welche Werte wir stehen“ (Alle Zitate: Hungermann, Jens, Meinhardt, Gunnar, “Von einer Kostenexplosion kann keine Rede sein”, in welt.de 2.2.2014; Hervorhebung WZ).
Stimmt: Das IOC steht für Gigantismus, zweistellige Milliarden-Verschwendungen, Nicht-Nachhaltigkeit, Protz und Prunk – gerade in Sotschi!

- Scharfe Kritik an Bach. Die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) übte scharfe Kritik am IOC und dessen Präsidenten Bach. Dieser hätte die olympische Idee von Toleranz und Frieden verraten. Putin nutze die IOC-Unterstützung und Vorbereitung auf die Olympischen Spiele, um repressive Gesetze durchzusetzen, die gegen alle angewandt werden, welche Putin kritisieren. Der Inlandsgeheimdienst FSB erhielt gerade durch ein neues Gesetz neue Kontrollrechte eingeräumt, “die zeitlich und örtlich unbegrenzt gelten sollen. Russische Oppositionelle befürchten, dass die Gesetze in erster Linie gegen politisch Unliebsame angewandt werden. Nach FAKT-Recherchen gab es bereits erste Hausdurchsuchungen bei NGO’s. Die Russland-Expertin der GfbV, Sarah Reinke, sagte gegenüber FAKT: ‘Für uns ist die Politik des IOC einfach verlogen. Nach außen und für PR-Zwecke wird immer gesagt, die olympische Idee, der olympische Geist, Freiheit und so weiter.’ Tatsächlich engagiere sich Bach überhaupt nicht dafür, ‘dass sich in Russland was in Richtung Demokratie verändert’” (Scharfe Kritik an IOC-Präsident Bach, in mdr.fakt.de 28.1.2014).

- “Blanker Hohn“. Barbara Lochbihler (Bündnis 90/Die Grünen), die Vorsitzende des Unterausschusses für Menschenrechte, kommentierte Bachs Aussagen: “Da lockt Putin zehntausende Arbeiter nach Sotschi, lässt sie unter extremsten Bedingungen sein olympisches Denkmal errichten, schmeißt sie ohne Bezahlung wieder raus – und Herr Bach spricht von einem ‘Meilenstein für die Entwicklung des Wintersports’. Für die Betroffenen muss sich das anhören wie blanker Hohn. Bach reagierte auf entsprechende Vorwürfe auch in dieser Woche wie gehabt: Das IOC sei keine Weltregierung, man könne keinen politischen Einfluss nehmen. Das ist blanke Augenwischerei!” (PM: Vergabeprozess gehört grundlegend reformiert, in gruene-bayern.de 4.2.2014). Lochbihler monierte im Deutschlandfunk, dass immer wieder Menschenrechte bei Sport-Großveranstaltungen verletzt werden. “Das IOC zeigt keinen politischen Willen zur Verbesserung” (Lochbihler: “Kein politischer Wille zur Verbesserung”, in deutschlandfunk.de 8.2.2014).

- Putins Spiele doch Putins Spiele. Bach wehrt sich seit längerem gegen das  Schlagwort von den “Putin-Spielen. “Sein frommes Bemühen torpedierte der russische Präsident jetzt selbst: Er höchstpersönlich habe den Badeort als Austragungsstätte erwählt, verriet Wladimir Putin im russischen TV” (Kistner, Thomas, Schnee unter Sägespänen, in SZ 4.2.2014). – “Es ist besonders schön zu sehen, was hier passiert, weil ich den Ort selbst gewählt habe”, sagte Putin dem russischen Staatsfernsehsender Rossija (Kaufmann, Stefan, Die Welt zu Gast bei Feinden, in handelsblatt.com 3.2.2014).
Zu Putins Spielen werden rund 50 Staats- und Regierungschefs kommen, darunter Putin-Freund Gerhard Schröder. (Ebenda). Zur Erinnerung an das Jahr 2004: “Schröder antwortete in der ARD-Sendung ‘Beckmann’ (…) auf die Frage, ob Putin ein lupenreiner Demokrat sei: ‘Ja, ich bin überzeugt, dass er das ist’” (Schröder: “Putin ist lupenreiner Demokrat”, in Hamburger Abendblatt 23.11.2004; Hervorhebung WZ).

- Bach: Sotschi-Kosten im Rahmen. “Die Kosten für die Spiele sind ganz im Kostenrahmen früherer Spiele, nicht darüber” (Kistner, Thomas, Schnee unter Sägespänen, in sueddeutsche.de 3.2.2014). Und auch beim Problem der massenhaft ausgebeuteten Fremdarbeiter wiegelte Bach ab: “Wir wurden darüber informiert, schauten uns die Belege an und erörterten die Dinge dann mit dem OK” (Ebenda). Dann wurden etwa sechs Millionen Euro nachgeschossen – für die zig tausende der ausländischen Arbeitskräfte, die zu wenig oder gar keinen Lohn erhalten haben.

- Lupenreine Diktatur (4): Amnesty International unzufrieden. Sprecher Emile Affolter am 3.2.2014: “Es muss dringend mehr als bisher auf die Einhaltung der Menschenrechte geachtet werden” (Kistner 3.2.2014). Die Einhaltung von Grundrechten muss vorher fixiert werden: “Das halten wir für eine der wichtigsten Aufgaben, die Bach zu lösen hat. Wir erleben hier täglich, wie die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird” (Ebenda).

- Lupenreine Diktatur (5): Putins Freunde. Interview von Jörg Winterfeldt in der Frankfurter Rundschau mit dem Regimekritiker Boris Nemzow: Dieser kann nicht nach Sotschi reisen, “weil Putin für Sotschi-Reisen eine besondere Genehmigung durch den FSB (Federalnaja sluschba besopasnosti Rossijskoj Federazii, Russlands Inlandgeheimdienst, d. Red.) zur Auflage gemacht hat. Oppositionsführern und Oppositionsaktivisten ist es völlig unmöglich, diese Genehmigung zu bekommen. Insofern sind diese Spiele ein einzigartiger Fall: Wenn du zum Beispiel eine Eintrittskarte für ein Hockeyspiel hast, reicht das nicht aus, um in die Eishockeyhalle zu gelangen. Du musst auch eine Genehmigung vom FSB bekommen. Die verweigern sie politischen Aktivisten.” Diese Genehmigung erhalten vor allem “Angehörige der Partei Einiges Russland, Gazprom-Leute, Eisenbahn-Mitarbeiter. Zwei meiner Parteikollegen ist die Genehmigung verwehrt worden.” Zum Umgang von Sotschis Bürgermeister Anatolij Pachonow mit den Bürgern äußerte Nemzow: “Der Bürgermeister hat sie nicht beschützt, weil er nur Putin und seinen Leuten dient, nicht den Bürgern Sotschis. Sie haben auch nicht von den Baumaßnahmen profitieren können, weil nur Einwanderer aus mittelasiatischen Ländern Jobs bekommen haben. Viele Bürger aus Sotschi haben auch keine Chance, sich Wettbewerbe der Spiele anzusehen, weil die Eintrittskarten sehr teuer sind.”
Nemzow hatte in Sotschi gegen Putins Wunschkandidaten Anatolij Pachonow um das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Zur “Wahl” sagte Nemzow: “Die Wahl war total gefälscht. 36 Prozent der Stimmen wurden im Vorhinein abgegeben, und ausnahmslos alle bekam Pachomow. Es herrschte absolute Zensur. Ich bekam keine Chance, im Fernsehen in Debatten aufzutreten oder in Zeitungen Gehör zu finden. Sie haben mein Werbematerial beschlagnahmt, und sie haben meine Berater verhaftet. In der Zeit war Putin zweimal in Sotschi, um seinen Protegé Pachomow zu unterstützen.” Auf die Frage, wer von den Spielen profitiere, äußerte Nemzow: “Putins Freunde. Arkadij Rotenberg, sein Judo-Partner, hat mehr als sieben Milliarden US-Dollar bekommen. Sein KGB-Freund, der Bahn-Chef Wladimir Jakunin, bekam zehn Milliarden US-Dollar aus dem Budget. Putins Freunde von Gazprom, aus der Sberbank.” Über Russland urteilte Nemzow: “Jeder versteht, dass das hier ein Land des Polizeistaates und der Korruption ist. Ich glaube, dass Sicherheitserwägungen in Sotschi sehr wichtig sind. Ich glaube und hoffe, dass den Besuchern nichts zustößt. Ich glaube aber auch, dass die Polizei sich nicht nur um Sicherheit kümmert, sondern auch darum, die Opposition von den Sportstätten fernzuhalten” (Winterfeldt, Jörg, “Für viele Einwohner sind die Spiele ein Desaster”, in fr-online 5.2.2014; Hervorhebung WZ).

Immer mehr Wettbewerbe. Eine Aufstellung in der SZ zeigt das Anwachsen der Wettbewerbe bei den Winterspielen: 1924 Chamonix 16; 1928 St. Moritz 13: 1932 Lake Placid 14; 1936 Garmisch-Partenkirchen 17; 1948 St. Moritz 22; 1952 Oslo 22; 1956 Cortina d’Ampezzo 24; 1960 Squaw Valley 27; 1964 Innsbruck 34; 1968 Grenoble 35; 1972 Sapporo 35; 1976 Innsbruck 37; 1980 Lake Placid 38; 1984 Sarajevo 39; 1988 Calgary 46; 1992 Albertville 57; 1994 Lillehammer 61; 1998 Nagano 68; 2002 Salt Lake City 78; 2006 Turin 84; 2010 Vancouver 86; 2014 Sotschi 98 (Deutlich mehr Frauen, immer mehr Wettbewerbe, in SZ 4.2.2014). Damit nehmen auch von Mal zu Mal die Anzahl der Athleten, der Begleiter, der gesamten “Olympischen Familie” und der Journalisten zu.
Das wirkliche Olympische Motto: größer, teurer, gewinnträchtiger.

- Deutsche Journalisten üben Fackellauf. Der Sportchef des Bayerischen Rundfunks, Werner Rabe, tut es, und die Olympia-Programmchefin des ZDF, Anke Scholten, tut es, und Moderatorin Hazel Irvine der BBC tut es: Mitlaufen beim Olympischen Fackellauf auf Einladung des IOC (Dobmeier, Steffi, Deutsche Journalisten als Fackelträger, in zeitonline 5.2.2014).
Da kann ja dann bei der Berichterstattung nichts mehr schief gehen. Zur Erinnerung: Der olympische Fackellauf wurde für die Sommerspiele 1936 von den Nazis erfunden – und seither beibehalten. Vgl. im Kritischen Olympischen Lexikon: Fackellauf

- IOC hat es geschafft: UNO anwesend. UNO-Präsident Ban Ki Moon (Südkorea, Pyeongchang 2018) plauschte in Sotschi mit IOC-Präsident Bach. Immerhin kritisierte er die Angriffe auf Homosexuelle und die Menschenrechtsfrage (Aumüller, Johannes, Freude über den kaukasischen Leoparden, in SZ 7.2.2014). Diskutiert wird: nichts. “Vielleicht noch eine klitzekleine Bemerkung von irgendjemandem der versammelten IOC-Hundertschaft zu Menschenrechten, Umweltsünden oder dergleichen? Tja, leider nicht. Zwei kleine allgemeine Bemerkungen, und fertig ist der Auftritt, tschüss und viel Erfolg bei den Spielen. Und damit ist dann auch die Session für diesen Tag vorbei, Bach muss noch zum gemeinsamen Fackellauf mit dem UN-Generalsekretär” (Ebenda).

- Kritik an den Putin-Spielen Sotschi 2014 gibt es. UNO-Präsident Ban Ki Moon “ist an diesem Tag vor der Eröffnungsfeier auch nicht der einzige, der sich so kritisch äußert. Eine kleine Auswahl: 200 Autoren aus aller Welt, darunter die Nobelpreisträger Günter Grass, Elfriede Jelinek und Orhan Pamuk, rufen Russland dazu auf, mehr Meinungsfreiheit zuzulassen. Der frühere Schach-Weltmeister und zwischenzeitliche Oppositionspolitiker Garri Kasparow moniert die Geldverschwendung für den „Fünf-Ringe-Zirkus eines Diktators“, bei dem Berge von Müll und verschmutztes Wasser die Folge seien. Und das Telefonunternehmen AT&T, Sponsor des amerikanischen Olympia-Teams, prangert das Anti-Homosexuellen-Gesetz als „verletzend“ an; dieses rückt noch einmal verstärkt in den Fokus, weil in sozialen Netzwerken ein Video kursiert, das zeigt, mit welchen körperlichen Angriffen Homosexuelle in Russland rechnen müssen” (Ebenda).

- Schönredner Bach. Diese 126. Session des IOC in Sotschi “findet unter dem Eindruck statt, dass das Image der Olympischen Spiele sowie vor allem das Image des IOC desaströs sind wie noch nie. Menschenrechtsbeauftragte prangern die Vergehen rund um die Veranstaltung in Sotschi an; Politiker bleiben fern oder mahnen zu Veränderungen; und in demokratischen Ländern wie Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Schweden haben die Menschen in vielen Umfragen keine Neigung mehr erkennen lassen, die Spiele des IOC zu veranstalten” (Aumüller, Johannes, Agenda 2020, in SZ 6.2.2014). Und nun redete IOC-Präsident Bach, der Sotschi 2014 stets vehement verteidigte, über seine “Agenda 2020″, als wäre nichts gewesen. “Ausgerechnet der Wirtschaftsanwalt Bach, der wie kaum ein anderer das IOC-System verkörpert, in dem er seit fast zwei Jahrzehnten fast durchgehend eine zentrale Rolle spielte – er macht nun auf großen Reformer” (Ebenda).
Deshalb wurde er ja am 10.9.2013 IOC-Präsident – weil er das marode IOC idealtypisch verkörpert.

- IOC feiert sich. Das IOC verhält sich im 21. genauso wie im 20. Jahrhundert: Kritik kommt nicht vor. Am Mittag des 7.2. äußert sich das Organisationskomitee. “Als erstes lobt dessen Chef Dmitrij Tschernyschenko, wie toll alles sei, schwärmt vom Fackellauf, der deutlich verbesserten Luft und darüber, dass in Russland nun viel mehr Menschen Sport treiben würden als vor dem Erhalt der Spiele. Dann tritt Jean-Claude Killy auf, seines Zeichens Chef der Koordinierungskommission (und oberster Coca-Cola-Abfüller Frankreichs), und sagt, wie toll alles sei und wie sehr er sich freue, dass der kaukasische Leopard wieder angesiedelt worden sei. (Ja, genau das Tier, das Putin gleich nach seiner Ankunft in Sotschi besuchte, weil es ihm so am Herzen liegt.) Und zum Abschluss sagt IOC-Chef Thomas Bach, wie toll alles sei und lobt den ‘brillanten Report’ des Organisationskomitees” (Ebenda).
IOC-Business as usual – diesmal im Putin-RusslandEine Kritik wird vom IOC nicht geäußert. Wiederum: Das IOC und Putins Russland sind die idealen Partner: keinerlei Einschränkungen, keine Demonstrationen oder Bürgerentscheide gestattet, keine realen Umweltauflagen, keine Kritik erlaubt – und Geld im Überfluss…

- Sotschi 2014 – falsch. Im Auftrag der dpa hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov eine Umfrage in Deutschland gemacht. 83 Prozent der 1076 Befragten glauben nicht an dopingfreie Winterspiele Sotschi 2014. Und nur für 22 Prozent ist Russland der passende Gastgeber: “60 Prozent antworteten auf diese Frage mit Nein” (Deutsche Fans sehen Olympia 2014 kritisch, in merkur-online 7.2.2014).

- Sotschi-Eröffnung: Amerikanischer Stern geht nicht auf. Fünf Sterne sollten zu fünf Olympischen Ringen transformieren. Ausgerechnet der rechte rote Ring (steht für den Kontinent Amerika) blieb Stern und wurde nicht zum Ring (Rilke, Lukas, Mit Pomp und ein bisschen Putin, in spiegelonline 7.2.2014).

- Lupenreine Diktatur (6): Umweltschützer Witischko verhaftet. Rechtzeitig zum Beginn von Sotschi 2014 wurde der Geologe Jewgeni Witischko von der Umweltwacht Nordkaukasus verhaftet. “Im Jahr 2011 hatte er sich mit Aleksandr Tkatschow angelegt, dem mächtigen Gouverneur der Region Krasnodar, zu der auch Sotschi gehört. Tkatschow ist der größte Grundbesitzer und ein wichtiger Verbündeter des Kremls bei der Kontrolle über die Olympia-Milliarden. Weil Witischko mit seinen Anhängern dagegen protestierte, dass sich der Gouverneur ein schönes Stück Strand zu seiner Datscha einverleibte, wurde der Öko-Aktivist zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Im Dezember 2013 aber wandelte ein Gericht die Bewährungsstrafe in drei Jahre Lagerhaft um – Jewgeni Witischko hatte angeblich gegen die Bewährungsauflagen verstoßen”(Heimann, Doris, Mehr Fluch als  Segen, in schwaebische.de 7.2.2014).
Die Rolle Olympischer Spiele ist für das IOC wichtig, für Potentaten aber noch wichtiger. Hierzu das Beispiel Olympischer Sommerspiele Berlin 1936: hier

- Olympische Charta hinfällig. Holger Gertz in der SZ: “Was ist eigentlich erbärmlicher? Dass Putins Leute in Sotschi sich an die Statuten des IOC nicht gebunden fühlen? Oder dass die Menschen im IOC, durch ihre billigende Teilhabe hier in Sotschi an allem, gegen die eigenen Regeln verstoßen?“ (Gerz, Holger, Ihr habt einen Knall, in SZ 7.2.2014).International Olympic Committee- Das IOC-Herz der Finsternis (2): Norwegerinnen dürfen nicht trauern. Beispiel 1:Der Bruder der Norwegischen Langläuferin Astrid Jacobsen war am 7.2.2014 überraschend verstorben. Die norwegischen Langläuferinnen waren daraufhin beim Skiathlon mit einem Trauerflor unterwegs. Sie bekamen vom IOC deshalb eine Rüge. Das IOC bezog sich auf die Olympische Charta, Regel 50.3: “Jede Demonstration oder politische, religiöse oder rassische Propaganda ist an den olympischen Stätten, Austragungsorten oder in anderen olympischen Bereichen untersagt.” IOC-Sprecherin Emanuelle Moreau: “Doch wir glauben, dass an den Wettkampfstätten, in denen die Atmosphäre festlich ist, nicht der richtige Ort für Trauer ist” (Norwegen beklagt “Riesendummheit” des IOC, in spiegelonline 10.2.2014). – Inge Andersen, Generalsekretär des Norwegischen Sportverbandes, in der Zeitung Aftenposten: “Das war eine ganz natürliche Reaktion der norwegischen Langlaufmannschaft. Das Menschliche ist viel wichtiger als Sport, wenn so etwas passiert. Wir würden das gerne mit dem IOC auf einer höheren Ebene diskutieren” (Ebenda).
Hallo Oslo 2022: Wollt ihr euch wirklich bewerben? 55 Prozent der Norweger sind bereits gegen Oslo 2022 – siehe unter II.
Beispiel 2: Kanadische Snowboarderinnen wollten mit einem Sticker an die vor zwei Jahren im Sport tödlich verunglückte kanadische Snowboarderin Sarah Burke erinnern. “Das IOC tat was? Genau. Es verbot den Aufkleber am Helm” (Becker, Christoph, IOC verbietet Trauerflor, in faz.net 10.2.2014). – Das IOC dazu: “Der Wettkampf soll eine Feierstätte bleiben, sie müssen andere Orte zum Gedenken finden” (Ebenda).
Hoffentlich weill das IOC bald keiner mehr haben.

Kommentar von Thomas Hummel in der SZ: “Die Welt fragt sich nun, was das soll? Hat sich die olympische Bewegung so weit vom Leben verabschiedet, dass nicht einmal mehr Totengedenken gestattet ist? Wie sehr darf Olympia entmenschlicht werden? Soll damit etwa jede Ablenkung für die exakt sitzenden Sponsorenlogos vermieden werden?” (Hummel, Thomas, Kein Platz für Menschlichkeit, in sueddeutsche.de 11.2.2014).
Kommentar von René Hofmann in der SZ: “Den Athleten bei Olympia wird jedes Fitzelchen Menschlichkeit verwehrt. Das IOC hat die norwegischen Langläuferinnen gerügt, weil sie mit Trauerflor angetreten waren. Trauerzeichen mit Propaganda gleichzusetzen – das ist ein ziemlich starkes Stück. Mit diesem Standpunkt fällt das IOC sogar noch hinter den Fußball-Weltverband Fifa zurück” (Hofmann, René, Trauerflor ist keine Propaganda, in sueddeutsche.de 12.2.2014).
Stellungnahme des Düsseldorfer Sportrechtspezialisten Dr. Paul Lambertz: “Diese Entscheidung ist nicht durch die Olympische Charta gedeckt, auf die sich das IOC beruft. (…)
Trauerbekundung ja oder nein – das ist natürlich nicht nur eine Rechtsfrage. Die Entscheidung des IOC war vor allem eins: menschlich kalt. Vermutlich will es dadurch seine Macht gegenüber den Athleten demonstrieren. (…) Lambertz: Es geht in der Tat nicht nur um die norwegische Mannschaft. Ein mittlerweile klassisches Phänomen wird hier sichtbar: Die Sportverbände sind von ihren Athleten entrückt(Fritsch, Oliver, “Die Entscheidung des IOC ist menschlich kalt”, in zeitonline 11.2.2014; Hervorhebung WZ).
(Das IOC-Herz der Finsternis (1) findet sich im Januar 2014.)

- Lupenreine Diktatur (14): Jewgeni Witischko zu Lagerhaft verurteilt. Der russische Umweltaktivist Jewgeni Witischko von der Umweltwacht Nordkaukasus ist am 11.2.2014 zu drei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Ein russisches Gericht hat das Urteil gegen den Geologen nun bestätigt. “Nach Auffassung der Richter hatte Witischko Zerstörungen durch die Winterspiele in Sotschi angeprangert. Sie sahen es als erwiesen an, dass der Ökologe an einer Villa des Gouverneurs der Olympia-Region Krasnodar Protestplakate angebracht hat, weil das Gebäude ohne gesetzliche Grundlage errichtet worden sein soll. Er wurde deshalb wegen vorsätzlicher Beschädigung fremden Eigentums für schuldig gesprochen und verurteilt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nannte den Richterspruch ‘politisch motiviert’. Die russischen Behörden würden Aktivisten im Umfeld von Olympia mit Druck ‘kaltstellen’ wollen, sagte die Sprecherin Julia Gorbunowa. Witischkos Anwalt Alexander Popkow meinte: ‘Jewgeni soll gezielt isoliert werden’. (…) Schon vor Beginn der Olympischen Spiele war Witischko zu 15 Tagen Arrest verurteilt worden. Auch ein zweiter Umweltschützer, Igor Chartschenko, war wegen seiner Kritik an Umweltschäden am Ort der Winterspiele festgenommen worden. Er war von einem Gericht in Krasnodar unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu fünfzehn Tagen Arrest verurteilt worden” (Kritiker zu Lagerhaft verurteilt, in tagesschau.de 12.2.2014). Diese 15 Tage Arrest erhielt Witischko, weil er angeblich an einer Bushaltestelle Schimpfworte benutzt hatte: Dies ist nach einem Putin-Dekret in Russland verboten. Es gab zwei Zeugen, welche den angeblichen Vorfall bestätigten – obwohl der Anwalt von Witischko erklärte, dass sein Mandant gar nicht an dieser Bushaltestelle gewesen sei.
Witischko hatte mit dem Ökowacht-Mitstreiter Suren Gasarjan gegen den illegalen Bau von Gouverneur Alexander Tkatschow protestiert (siehe oben): Gasarjan musste nach Estland fliehen. Witischko hat auch persönliche Konsequenzen gezogen: “Leute, die  ihn gut kennen, berichten, dass er sich sogar scheiden ließ, damit die Frau und die Kinder nicht bedroht werden” (
Aumüller, Johannes, Olympischer Gefangener, in SZ 13.2.2014).
Das IOC wiegelt ab und erzählt dazu Unwahres: “Wir haben (das Organisationskomitee) Sotschi 2014 gebeten, uns mit mehr Informationen zu versorgen. Dessen Informationen deuten darauf hin, dass der Fall Witischko nichts zu tun hat mit der Vorbereitung der Olympischen Spiele” (Ebenda). Witischko: “Das, was in unserem Land, in Sotschi, passiert, darf nicht sein, aber es passiert. Wir dürfen die Wahrheit darüber, wie sich diese Region nach Olympia weiterentwickeln wird, nicht sagen” (Ebenda). Der Vorsitzende der Oppositionspartei Jabloko, Sergej Mitrochin, kündigte einen Protestbrief an IOC-Präsident Bach an: “Wie kann er es dulden, dass in der Region der Olympischen Winterspiele ein politischer Prozess im Geiste der 1930er Jahre stattfindet?” (Im Hungerstreik, in SZ 18.2.2014). Seit dem 12.2., dem Tag der Urteilsverkündung, befindet sich Witischko im Hungerstreik.
Also feiert in aller Ruhe weiter, ihr IOC-Funktionäre, Sportler und Sportjournalisten. Und das Fernsehvolk sieht die Bilder vom “Olympic Broadcasting Service” (OBS), in denen keinerlei Kritik oder Protest gezeigt wird. Schöne neue olympische Welt…
V
ergleiche auch: Putin-Russland: Lupenreine Diktatur

- Der Hof-Schranz. Am 11.2.2014, Samstag abend, besuchte Putin das Österreich-Haus. Er “trank einen Schnaps und ließ sich beim Verzehr einer sogenannten Brettl-Jause filmen. Österreichs Ski-Legende Karl Schranz hatte im Vorfeld der Spiele den Austragungsort Sotschi wiederholt ausdrücklich gelobt und gegen jede Kritik verteidigt. Das hat ihm einen neuen Spitznamen eingebracht, in Österreich nennen sie ihn jetzt ‘Hof-Schranz‘” (Ahrens, Peter, Bidder, Benjamin, Gödecke, Christian, Putins neuer Propaganda-Trick, in spiegelonline 14.2.2014).

- Absagen nicht erwähnt. Im Staatsfernsehen wurden die Absagen von Joachim Gauck, Francois Hollande, Barack Obama etc. nicht erwähnt. “Stattdessen war ein Nachrichtensprecher zur besten Sendezeit minutenlang damit beschäftigt, die Namen all jener Staats- und Regierungschefs zu verlesen, die Putin in Sotschi ihre Aufwartung machen. Österreichs Kanzler Werner Faymann wird gesichtet, Japans Premier Shinzo Abe, und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon trägt im Stadtzentrum von Sotschi die Fackel. Sage und schreibe 60 Regierungsmaschinen will das Staats-TV auf dem Rollfeld des Flughafens Adler gezählt haben und jubelt: ‘Sotschi ist derzeit nicht nur Hauptstadt des Weltsports, sondern auch der internationalen Politik’” (Ahrens, Peter, Bidder, Benjamin, Gödecke, Christian, Putins neuer Propaganda-Trick, in spiegelonline 14.2.2014).

Das IOC-Herz der Finsternis (3): Auch Ukrainer dürfen nicht trauern. Da in der Ukraine seit Wochen und Monaten bürgerkriegsähnliche Zustände mit nunmehr täglich Dutzenden Toten herrschen, hatte das ukrainische Nationale Olympische Komitee am 19.2.2014 beim IOC den Antrag gestellt, dass die ukrainischen Athleten einen Trauerflor tragen dürfen. Das IOC lehnte diesen Antrag mit Hinweis auf bestehende Regeln ab. Kommentar von Claudio Catuogno in der SZ: “Was verlangt das IOC da von den Hauptdarstellern seiner Show? Dass sie gefälligst ihren Job machen als Rädchen in der globalen Kommerzmaschine. (…) Gar nicht zu ertragen ist es, wenn man es  in Bezug zu den Parolen von Menschlichkeit und Weltfrieden setzt, mit denen sich das IOC selbst ständig schmückt” (Catuogno, Claudio, Ohne Ventil, in SZ 20.2.2014).
IOC-Präsident Bach spielte den Mitfühlenden: Die Art und Weise, wie die ukrainischen Sportler ihre Nation mit großer Würde vertreten hätten, sei eine Ehre für ihr Land. “Ihre Anwesenheit hier ist ein Symbol, dass der Sport Brücken bauen und helfen kann, Völker mit verschiedenem Hintergrund in Frieden zusammenbringen kann” (Mackay, Duncan, Bubka appeals for peace in Ukraine as head of Lviv 2022 admits violence is affecting bid, in insidethegames.biz 19.2.2014).
Die üblichen nichtssagenden und verharmlosenden Bach-IOC-EDV-Satzbausteine
IOC-Mitglied und ukrainischer NOK-Chef Sergej Bubka, eng mit dem Machtzentrum des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch verbunden, drückte sich vor Konsequenzen: “Statt die ukrainische Mannschaft nach Hause zu schicken, publizierte Bubka eine lange Stellungnahme” (Aumüller, Johannes, Nachrichten aus Kiew, in SZ 20.2.2014). Bubka kandidierte erfolglos im September 2013 gegen Thomas Bach um das Amt des IOC-Präsidenten und leitet die ukrainische Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022 in Lwiw. “Da kann sich Bubka keinen Konflikt mit dem IOC leisten” (Zorniger Protest, in SZ 21.2.2014). Schließlich genehmigte das IOC den ukrainischen Sportlern großzügig eine Schweigeminute (Ebenda).
Mindestens die Hälfte der 45 ukrainischen Athleten beschlossen am 20.2., Sotschi 2014 zu verlassen und in die Ukraine zurückzukehren: “Sollen wir lächeln, wenn es in der Ukraine soviel Blut und Opfer gibt? Das ist einfach unmöglich!” (Protest gegen Janukowitsch – Ukrainische Sportler verlassen Olympia und Sotschi, in stern.de 20.2.2014).

- “Verlassen wir Sotschi!” Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy rief in einem Beitrag dazu auf, angesichts der blutigen Unruhen in der Ukraine Sotschi zu verlassen oder zumindest die Abschlussfeier zu boykottieren. “Und eine Frage schließlich an die Vertreter der Nationalen Olympischen Komitees, die zurzeit in Sotschi weilen und weiterhin, als wäre nichts geschehen, blind und taub für die Tragödie, die sich ein paar hundert Kilometer entfernt vom Schauplatz ihrer Großtaten ereignet, ein olympisches Ideal feiern, für dessen Flamme in diesem Jahr der Mörder die Verantwortung trägt: Spüren sie nicht, dass ihre Medaillen nach Blut schmecken? Kommt ihnen niemals dieser andere, blutige Schnee in den Sinn, der ohne jeden Zweifel die ganze Aufmerksamkeit ihres Gastgebers in Anspruch nimmt?  Und bemerken sie nicht, ich sage nicht einmal: die Obszönität, sondern die Absurdität, die man bis zur letzten Minute des letzten Tags dieser verdorbenen Olympischen Spiele wird erkennen können, dass es zwei Putins gibt: den schrecklichen, der am Dienstagnachmittag seinem Knecht Janukowitsch die Erlaubnis zum Töten erteilt hat, und den auf der Tribüne, der mit der gebührenden Großzügigkeit jene empfängt, die man einst die Götter des Stadions nannte?” (Lévy, Bernard-Henri, Verlasst Sotschi! in faz.net 20.2.2014; Hervorhebung WZ).

- Stimmung kippt: Putin-Russland gewinnt nicht. Der russische Sportminister Witalij Mutko: “Eishockey und Biathlon sind die Lieblingssportarten in unserem Land, und in beiden sind wir gescheitert” (Aumüller, Johannes, Maschine rostig, Flamme aus, in SZ 21.2.2014). Die russische Eishockey-Mannschaft schied schon im Viertelfinale gegen Finnland aus. Ein Erfolg im Eishockey “sollte ein Symbol sein für die Kraft des Landes und auch für die Kraft von Putin, dem Eishockey-Fan. Dass sich die Maschine nun so kraftlos zeigte, produzierte sehr viel Häme” (Ebenda). In der Zeitschrift Sowjetskij Sport stand, das olympische Feuer in Sotschi brenne noch, “aber das Feuer in uns lodert nicht mehr” (Ebenda). Im Medaillenspiegel lag Russland dann vorn: auch dank dem Edelgas Xenon, siehe unten.

- Höher, weiter, stärker: kleine Verletztenliste ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Torstein Hormgo, Norwegen, Slopestyle: Bruch Schlüsselbein; Shawn White, USA, Snowboard: Verletzung am Handgelenk; Merika Enne, Snowboard: Verletzung am Kopf; Omar Visintin, Italien, Snowboardcross: Hüftverletzung/Anbruch der Gelenkpfanne; Rowan Cheshire, Großbritannien, Ski-Freestyle: Startverbot wegen Gehirnerschütterung; Anna Wörner, Deutschland, Ski-Crosserin: schwere Knieverletzung; Maria Komissarowa, Russland, Skicross: Bruch des 12. Brustwirbels, Querschnittslähmung; langfristig Fortbewegung nur mit Gehhilfen möglich… Etc.
Kommentar in der Rheinischen Post zu Komissarowa: “Der Hochleistungssport bewegt sich an den Grenzen des Möglichen und manchmal auch an den Grenzen des Vertretbaren. ‘Citius, fortius, altius’, das im Deutschen grob zu “Schneller, höher, weiter” übersetzte Motto der Olympischen Spiele, wird ausgereizt. Bei den neuen Wettbewerben im Slopestyle zum Beispiel. Skifahrer und Snowboarder fliegen über Rampen – bis in Höhen von zehn Metern – und bieten atemraubende Kunststücke. (…) Mit den neuen, spektakulären Sportarten, die vor vier Jahren in Vancouver großen Anklang fanden, begegnet das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Konkurrenzveranstaltungen, die vornehmlich ein jüngeres Publikum begeistern. Die X-Games, die vor allem in Nordamerika populär sind, sind ein Beispiel dafür. ‘No risk, no fun’, heißt ein Motto der Szene. Ohne Risiko kein Vergnügen” (Komissarowa ist Opfer des “Schneller, höher, weiter”, in rp-online.de 26.2.2014). –
DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier kritisierte die Verantwortlichen für die olympische Skicross-Piste: “Ich bin ehrlich total angepisst, dass sich da Sportler so heftig verletzen, weil man glaubt, bei Olympia muss man etwas besonderes machen” (Skicrosserin Wörner schwer gestürzt, in spiegelonline 21.2.2014).
(Quellen: Cheshire darf nicht starten, in SZ 19.2.2014; Skicrosserin nach Sturz gelähmt, in spiegelonline 26.2.2014; Voigt, Benedikt, Die Geister, die sie riefen, in tagesspiegel.de 5.2.2014; Wieder Snowboarder verletzt, in SZ 19.2.2014; Spätfolgen für Skicrosserin, in SZ 6.3.2014)

- DOSB-Medaillenvorgabe völlig unrealistisch. Zwischen 27 und 42 Medaillen sollten deutsche Athleten nach der Medaillen-Zielvorstellung des DOSB erringen (Eberle, Lukas, Kartoffel gegen Knödel, in Der Spiegel 8/17.2.2014). Geworden sind es dann 19 (und Platz 6 im national geprägten Medaillenspiegel). Die Nummer 1 im Medaillenspiegel, Russland, hatte 33, der zweite, Norwegen, 26 (Medaillenspiegel: Übersicht, in spiegelonline 23.2.2014).
Soviel zur Überheblichkeit und Irrationalität des DOSB.
Da wird der Vesper-DOSB nicht seine unrealistischen Zielvorgaben korrigieren oder gar Fehler bei sich suchen, sondern die Sportverbände noch mehr schurigeln und an die kurze Leine nehmen. Das Druckmittel ist vorhanden: die Geldverteilung.

- Russen dopten in Sotschi anscheinend mit Edelgas. Dem WDR liegen Hinweise vor, dass russische Olympia-Mannschaften seit den Olympischen Sommerspielen 2004 in Athen mit dem Edelgas Xenon beatmet werden: Es soll sich um mehr als 70 Prozent der russischen Medaillengewinner von Athen 2004, und Turin 2006 handeln. Die Verwendung wurde vom russischen Sportministerium empfohlen – auch für Sotschi (Seppelt, Hajo, Gestärkte Gastgeber, in wdr.de 24.2.2014). “Das Xenon-Gas soll die Erythropoetin-Produktion im Körper anregen und so indirekt die Leistungsfähigkeit erhöhen” (Gas in der Grauzone, in SZ 25.2.2014). Synonym für Erythropoetin ist das (körpereigene) Epo, ein Glykoprotein-Hormon, das als Wachstumsfaktor für die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) während der Blutbildung (Hämatopoese) von Bedeutung ist (Wikipedia).
Der Leiter des Kölner Kontrolllabors, Mario Thevis zur Wirkungsweise von Xenon in Tierversuchen: “Innerhalb von 24 Stunden war die Epo-Produktion um den Faktor 1.6 auf 160 Prozent gesteigert worden” (Russische Sportler sollen jahrelang Xenon eingesetzt haben, in spiegelonline 24.2.2014). Der Economist gibt an, dass im Tierversuch mit Mäusen eine Steigerung des Epo-Niveaus um das Doppelte durch das Verhältnis von 70 Prozent Xenon und 30 Prozent Sauerstoff erreicht wurde (Breathe it in, in economist.com 8.2.2014). Ein weiterer Vorteil: “Xenon, dessen Einsatz durch Dokumente des russischen Forschungsinstitutes Atom Med Center seit mindestens 2003 belegt ist, steht hingegen nicht auf der Wada-Verbotsliste” (Mustroph, Thomas, “Das ist schon eine ganze Menge”, in taz.de 27.2.2014). Dazu kann es mit bisherigen Testmethoden nicht nachgewiesen werden. Bislang ist die Methode von der Welt-Anti-Doping Agentur Wada noch nicht verboten. Der ehemalige Wada-Präsident Richard Pound: “So etwas wurde ausschließlich zur Leistungssteigerung entwickelt – für mich ist das Doping” (Cöln, Christoph, Russlands Sportler sollen mit Edelgas gedopt haben, in welt.de 24.2.2014). Der Chef der staatlichen medizinisch-biologischen Agentur Russlands, Wlasimir Uiba: “Xenon ist nicht illegal. Es ist möglich, dass unsere Sportler Xenon-Inhalatoren benutzt haben. Daran ist nichts falsch” (“Es ist nicht illegal”, in SZ 27.2.2014).

- Anno Hecker zieht in der FAZ ein erstes Fazit: “Auch deshalb wirken die Beteuerungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), man werde die Doper fassen, unglaubwürdig. Vermutungen, die Organisation nutze nicht immer alle Nachweisverfahren, nähren den Verdacht: Die Herren der Ringe haben kein besonderes Interesse, den Wert ihrer lukrativen Veranstaltung in Frage zu stellen. Der Interessenkonflikt ist zu groß. Das gilt auch für die Frage nach der politischen Vereinnahmung des Sports. Die Vergabe der Spiele an Putin, die Übergriffe auf Menschenrechtsaktivisten während der Wettkämpfe und die Umweltzerstörung haben den Prozess der Distanzierung in der westlichen Welt vorangetrieben. Die Stimmbürger Bayerns, die im vergangenen November gegen die Ausrichtung von Winterspielen in München votierten, werden sich bestätigt fühlen” (Hecker, Anno, Die Schatten von Sotschi, in faz.net 21.2.2014; Hervorhebung WZ).

- Bilanz von Holger Gertz in der SZ: “Es ging in Vancouver ungezwungener zu als in Sotschi, bei den Spielen in einem Land, in dem Menschenrechte nichts gelten und die Umwelt vergewaltigt wird. Bei denen viele, die noch ein wenig geradeaus denken können, an jedem Tag gespürt haben: Nein, es ist nicht richtig, dass das hier stattfindet. Ein Klima des Zwangs, ein Klima der Vorsicht herrscht in Sotschi. Und dass die Menschen im IOC, die ja Putins Partner sind, so sehr darauf beharren, Spiele und Politik voneinander zu trennen, ist auch eine feige Form des Selbstschutzes. Wenn alle Sportler offen über das redeten, was nebenan, nicht weit von den Arenen, passiert – dann flöge auf, mit welchen Mächten sich die Olympier hier eingelassen haben. (…) Die Mitglieder der olympischen Familie wirken wie die Besatzung eines Raumschiffs aus einem Paralleluniversum, die Commander Adams (dem IOC-Sprecher; WZ) zuhören, wenn er etwas sagt. Oder nichts sagt” (Gertz, Holger, Danke, gern nicht wieder, in SZ 21.2.2014).

Christof Siemes in der Zeit: „Das Innere der olympischen Welt gleicht immer mehr einem Raumschiff, das in einem siebenjährigen Landemanöver auf einem fremden Planeten niedergeht, für knapp einen Monat zugänglich ist und dann weiterfliegt. Das Corporate Design, die Stadien, selbst die Nahrungsmittel darin werden immer austauschbarer, weil sie längst von einem, für einen globalen Sport-, TV- und Entertainmentmarkt optimiert sind. (…) Es wird Zeit, dass sich die Olympier an Bord ihres Raumschiffs darauf besinnen, dass sie von dieser Welt sind. Sonst werden sie hier nicht mehr gebraucht“ (Siemes, Christof, Das Raumschiff Olympia fliegt weiter, in zeitonline 23,2.2014).

- Kommentar von Peter Ahrens in spiegelonline: “Unbekümmert waren diese Spiele, die am Sonntag zu Ende gegangen sind, von Anfang an nicht. Belastet von der Hypothek, die ihnen mit der Vergabe in den südrussischen Badeort mitgegeben worden war: die Enteignungen von Anwohnern, die Betonierung einer ganzen Landschaft, die Verhaftung und Verurteilung von Oppositionellen, die gigantischen Kosten, die alles bisher Bekannte in den Schatten stellten. Es wäre schon ein olympisches Wunder gewesen, wenn dies heitere Spiele geworden wären. (…) Sie waren da, die großen olympischen Augenblicke. Aber das Unbehagen konnten sie nicht vertreiben, die Leichtigkeit, sie fehlte diesen Tagen von Sotschi. Mit Kiew war sie dann unwiederbringlich dahin. Während im Olympiapark das olympische Feuer brannte, stieg über dem Maidan der Rauch auf. Und eine harmlose Überschrift wie “Russland trauert um seine Eishockey-Helden” erschien plötzlich als Zynismus” (Ahrens, Peter, Das Feuer ist erloschen, in spiegelonline 24.2.2014).

- Olympic Broadcasting Services in Sotschi 2014: “Mehr als 450 Kameras filmten die Athleten in Sotschi, so viele wie noch nie. Die Technik hat sich den Anforderungen der Sportarten bis ins Detail angepasst. Es kamen Kameras zum Einsatz, die speziell dafür entwickelt wurden, einen Bob bei knapp 150 Stundenkilometern zu erfassen. Über der Freestyle-Piste kreisten Drohnen, um die Salti und Schrauben der Fahrer zu filmen, Nahaufnahmen in HD-Qualität. Die Skicrosser trugen Helmkameras, damit man die Stürze aus ihrer Perspektive sah. Die Bilder vermittelten den Eindruck, alle Kritik an den Spielen sei nichts als Nörgelei. Aber Bilder erzählen selten die ganze Geschichte.
Die Skispringer starteten immer spätabends, die Fernsehzuschauer sahen Athleten, die durch die Nacht segelten. Den gewaltigen Dreckhügel, den die Bagger und Sattelschlepper neben der Schanze hinterlassen hatten, sahen sie nicht. Er verschwand in der Dunkelheit, hinter einer weißen Plane.
So war es beim Langlauf, beim Rodeln, beim Riesenslalom. Neben den Stadien, in denen Postkartenmotive ins Bild gerückt wurden, lagen Bauschutt, kaputte Rohre, Reste von Stacheldrähten, Hundekadaver. Die schöne und die hässliche Seite trennten bei diesen Spielen nur der Sicherheits-Check am Eingang” (Eberle, Lukas, Großekathöfer, Maik, Ja, aber, in Der Spiegel 9/24.2.2014).
Die schöne neue OBS-Fernsehwelt…
Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexikon: Olympic Broadcasting Services

ational Olympic Committe——————————————————————————————————————–
II: Weitere Nachrichten von Olympischen Spielen und dem IOC

- Alpenschutzkommission CIPRA für olympiafreie Alpen. „’Wir wollen erreichen, dass sich der ganze Alpenraum gegen Olympische Winterspiele ausspricht’, erklärt Dominik Siegrist, Präsident der Alpenschutz-Organisation Cipra. Ziel sei es, die Alpen zum olympiafreien Raum zu erklären. Allerdings bestünden selbst innerhalb der Cipra noch Mentalitätsunterschiede. ‘In Frankreich und Italien etwa steht man Olympia weniger kritisch gegenüber als in der Schweiz, Deutschland und Österreich.’ Kommende Woche soll das Thema nun von den Länderdirektoren der Cipra diskutiert werden. Siegrist hält die Zeit für sportliche Mega-Anlässe wie Olympia im Alpenraum für abgelaufen. Der Widerstand in der Bevölkerung wachse, wie die Abstimmungen in Deutschland und Graubünden im letzten Jahr zeigen würden“ (Alpenschützer setzen zum K.-o.-Schlag gegen Olympia an, in suedostschweiz.ch 2.2.2014).
Aus einem Kommentar von Olivier Berger: “Sotschi und Pyeongchang als Olympiastädte, Russland und Katar als Gastgeber der Fußball-Weltmeisterschaften. (…) Was weiß Südkorea vom Skifahren? Was weiß Katar vom Fußball? Die Antwort lautet: nicht viel. (…) Letztlich gehts immer ums Gleiche: um Geld” (Adieu, du schöne Alte Welt, in Die Südostschweiz 2.2.2014). Zur späteren CIPRA-Position: hier

- Der DOSB-Generaldirektor zu Olympischen Spielen in Deutschland etc. Vesper im Interview: “Wir werden uns wieder um Sommerspiele bewerben, jedoch eher für 2028 als für 2024.” – “Alle Umfragen zeigen, dass es in Deutschland weiter eine Mehrheit gibt, die die Austragung Olympischer Spiele hierzulande begrüßen würde. Der Volksentscheid im vergangenen November gegen eine Bewerbung Münchens für die Winterspiele 2022 war eine Abstimmung in vier Kommunen.” – “Wir hätten gerade ein Prozent der benötigten Fläche neu versiegeln müssen.” – “Eine Kandidatur für Winterspiele ist jetzt auf absehbare Zeit wohl passé. Der DOSB hat als eine der größten Sportorganisationen der Welt aber weiter den Traum, Jahrzehnte nach den Sommerspielen 1972 in München Olympia wieder ins eigene Land zu holen. Es wird in den nächsten Jahren wieder eine Bewerbung für Olympische Spiele geben, da bin ich mir sicher.” – “Der nächste Schuss muss sitzen. Deshalb empfehle ich, nichts zu überstürzen. In München haben wir es nicht verhindern können, dass Fehlinformationen eine eigene Dynamik entwickelt haben. Es ist falsch, dass für die Organisation Olympischer Spiele Steuergelder verschwendet werden. Die Organisation trägt sich durch TV-Einnahmen, Merchandising, lokale Sponsoren und Eintrittsgelder. Die Olympiaausrichter der vergangenen Jahre haben fast immer eine schwarze Zahl geschrieben.” – “München (1972) und Barcelona (1992) sind durch Olympia Weltstädte geworden. Die Bevölkerung und die Unternehmen profitieren also von der Ausrichtung der Spiele; ganz abgesehen von der Begeisterung im ganzen Land, die Olympia entfacht.” – “Es gibt in Deutschland kein Großprojekt mehr, ohne dass sich dagegen starker Widerstand regt. Um die Menschen von Olympia zu überzeugen, brauchen wir Zeit.” – Zur Verantwortung des Sports sagte Vesper: „Dem Sport ist es doch zu verdanken, dass wir während der Spiele 2008 in Peking flächendeckend über Tibet diskutiert haben – danach war wieder Sendepause” (Alle Zitate: Grünberg, Rainer, “Wir wollen Olympia nach Deutschland holen”, in abendblatt.de 3.2.2014).
Zur Erinnerung an Peking 2008Vesper verglich Anfang August 2008 kurz vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Peking die Internet-Zensur in China mit der Sperrung rechtsradikaler Seiten in Deutschland: „Bei uns sind es rechtsradikale Seiten, die gesperrt werden. Und es ist natürlich auch in China so, dass einzelne Seiten gesperrt werden“ (Vesper spielt Zensur herunter, in SZ 6.8.2008; Kistner, Thomas, Nicht ganz angekommen, in SZ 7.8.2008). Gesperrt wurden von Peking unter anderem die Seiten von Amnesty International und anderen Menschenrechtsorganisationen, der BBC und der Deutschen Welle.

- Die Kosten einer olympischen Bewerbung. “Abschreckend für ein aufgeklärtes Land dürften allerdings auch schon die Kosten für eine reine Bewerbung sein. IOC-Vizepräsident John Coates bezifferte sie in seiner Einführung auf siebzig Millionen Dollar, mehr als 50 Millionen Euro. „Die Kosten machen uns allen Sorgen“, sagte er. Bach möchte in Zukunft Bewerberstädte vom Zwang zur Konformität befreien und ihnen die Chance geben, Olympische Spiele in ihre eigenen Entwicklungspläne besser zu integrieren. Dies würde ihnen echte Argumente in die Hand geben und den Beratern und Spindoktoren die Geschäftsgrundlage entziehen, die das Glattfrisieren von Bewerbungen zu einem lukrativen Geschäft gemacht haben” (Simeoni, Evi, Plötzlich ist Leben in der Bude in faz.net 5.2.2014).

- Neues aus der Ukraine, Bewerber für Olympische Winterspiele 2022: 1) Präsident Viktor Janukowitschs Premierminister Nikolai Asarow, strikter Russland-Freund und Europa-Gegner, trat am 28.1.2014 zurück und flog mit einem Privatjet nach Wien. Von dort steuert seine Familie ein Firmengeflecht, das u. a. Luxusmagazine für “UHNWI’s” (Ultra High Net Worth Individuals”) wie das Vienna Deluxe Magazine für Wien, Dubai, St. Moritz,  München und weiteren Städten herausgibt und der die Fabrik Metalist in Donezk gehört. Präsident Viktor Janukowitsch verlor 2004 nach der orangenen Revolution die Unterstützung der Oligarchen und beschloss, sich selbstständig und von Oligarchen unabhängig zu machen. “Alexander Janukowitsch ist während der Regierungszeit seines Vaters (Viktor; WZ) von einem einfachen Zahnarzt zu einem der reichsten Männer seiner Heimat aufgestiegen” (Hans, Julian, Für eine Handvoll Griwna, in SZ 7.2.2014). Er ist dem reichsten Oligarchen der Ukraine, Rinat Achmetow (geschätztes Vermögen 15 Milliarden Dollar), auf den Fersen. Laut Forbes erhielt die Mako-Holding von Alexander Janukowitsch in den letzten beiden Jahren staatliche Aufträge über 2,32 Milliarden Euro (Ebenda). Ein Comeback des früheren mit Skandalen belasteten Fußball-Funktionärs und Oligarchen Grigorij Surkis könnte bevorstehen: Dieser wird eher dem Lager von Julia Timoschenko zugeordnet (Ebenda).

- Sport auch in der Ukraine “unpolitisch”. Der Sturz des Präsidenten Wiktor Janukowitsch Ende Februar 2014 in der Ukraine hat auch sportpolitische Folgen. Dieser war eng mit dem ukrainischen Sport liiert. Sein ältester Sohn Alexander Janukowitsch, gelernter Zahnarzt und dank Staatsaufträgen zigfacher Millionär, war eng verbunden mit dem “jüngsten Milliardär” der Ukraine, dem 28jährigem Sergej Kurtschenko. Dieser war (ist?) Präsident des Fußball-Klubs Metallist Charkow und soll sich derzeit auf der Flucht befinden. Die Basketball-Europameisterschaft 2015 “war ein Prestigeprojekt von Janukowitsch persönlich, der Basketball-Verbandspräsident Alexander Wolkow sitzt für dessen ‘Partei der Regionen’ im Parlament” (Aumüller, Johannes, Klubbesitzer auf der Flucht, in SZ 28.2.2014). Für die Basketball-EM sind vier Hallen eingeplant, davon drei Neubauten (Ebenda). Fraglich ist auch die Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022 in Lwiw (Lemberg). Der ukrainische NOK-Chef Sergej Bubka war eng mit Janukowitsch liiert und früherer Parlamentarier von dessen “Partei der Regionen”, ebenso wie die andere NOK-Vertreter wie der frühere Sportminister Ravil Safiullin und der frühere Ringer Elbrus Tedejew (Ebenda).

- Deutsche Industrie dick dabei 2014 und 2016. “Knapp 100 deutsche Unternehmen, die meisten von ihnen hoch spezialisierte Mittelständler, erhielten Aufträge in der Olympiastadt am Schwarzen Meer. Ob Hoch- oder Tiefbau, Planung oder Beratung, Sicherheit oder Logistik, Hotelausstattung oder Innenausbau, Sportstättenbau oder Infrastruktur: Es gibt kaum einen Bereich, in dem deutsche Firmen im Zuge der Olympischen Spiele nicht tätig waren. (…) Unter anderem beim Bau der Olympischen Bob- und Rodelbahn, des Eislaufstadions und der Sprungschanze waren deutsche Firmen beteiligt. Aber auch beim Bau von Straßen, der Anlage von Tunneln, dem Ausbau des Hafens und des Flughafens sowie der Lieferung von Fahrzeugen für den öffentlichen Personennahverkehr haben Unternehmen aus Deutschland mitgewirkt. Nicht zuletzt kamen auch die offiziellen Olympiafahrzeuge aus deutscher Produktion – und die meisten Sportler traten mit Kleidung und Sportgeräten deutscher Hersteller zum Wettkampf an” (Czycholl, Harald, Gold für Deutschland in Sotschi und Brasilien, in welt.de 25.2.2014). Auch bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien sind deutsche Unternehmen dick beteiligt. Drei WM-Stadien wurden vom Hamburger Architekturbüro gmp entworfen. Vergleiche: Sportpalast-Architekten) Die deutschen Lieferungen umfassen auch die Innenausstattung wie die Bestuhlung. Dazu wurden die Verkehrsinfrastruktur und der Sicherheitssektor beliefert. Und auch für die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio stand die deutsche Industrie gern bereit.
Vergleiche die engen Beziehungen zwischen IOC-Präsident Bach und Siemens im Kritischen Olympischen Lexikon: Bach, Thomas

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III: Aktuelle Sportsplitter aus derr Politik, von DOSB und den Sportverbänden

- Olympische Jäger. Zu einer neuerlichen Bewerbung um Olympische Spiele in Deutschland sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann im Januar 2014: “Der nächste Schuss muss sitzen” (Grünberg, Rainer, Gemeinsames Olympia in Hamburg und Berlin, in welt.de 20.1.2014). Und DOSB-Generaldirektor Vesper im Februar 2014: “Der nächste Schuss muss sitzen” (Grünberg, Rainer, “Wir wollen Olympia nach Deutschland holen”, in abendblatt.de 3.2.2014).

- Berlins Sportsenator outet sich. Frank Henkel fährt selbstverständlich nach Sotschi. Der Berliner Tagesspiegel fragte ihn: “Warum haben andere Politiker mehr Berührungsängste als Sie?” Henkels Antwort: “Ich habe ehrlicherweise die Diskussion darum gar nicht verstanden” (Vetter, Claus, Teuffel, Friedhart, Frank Henkel: “Berlin kann Olympia!” in tagesspiegel.de 4.2.2014; Hervorhebung WZ). Und zur geplanten Bewerbung um Olympische Sommerspiele: “Berlin kann Olympische Spiele. Punkt. Ausrufezeichen.” (Ebenda).
Das letzte Mal konnte Berlin Olympische Sommerspiele im Jahr 1936.

- Nichts Neues vom Sportausschuss. Auch ohne FDP und den CDU-Bremser Klaus Riegert (von der eigenen Partei nicht mehr für den Bundestag nominiert) bleibt die Nichtöffentlichkeit der Sitzungen erhalten. “Die Koalition aus Union und SPD stimmte für die bestehende Regelung, die Oppositionsparteien der Linken und Grünen lehnte den Ausschluss der Öffentlichkeit ab. In einer Mitteilung der Grünen hieß es: ‘Transparenz bleibt nicht erwünscht. Die Große Koalition hat entschieden, auch in der Zukunft Sportpolitik grundsätzlich im Hinterzimmer zu machen’” (“Politik im Hinterzimmer”, in SZ 13.2.2014).
Die CDU/CSU- und SPD-Mehrheit der Mitglieder im Sportausschuss sind gleichzeitig hohe Sportfunktionäre oder dem DOSB verbunden: Diese Mehrheit hat sich DOSB-weisungsgemäß durchgesetzt.

- Der Bundes-Sportminister im Sportausschuss. Thomas de Maizière 1) zum Antidoping-Gesetz: dieses sei keineswegs einfach zu schaffen. “Um zu einem Erfolg zu gelangen, dürften jedoch Gegner und Befürworter einer solchen Regelung nicht auf ihren Positionen beharren” (Deutscher Bundestag, De Maizière will ein Antidoping-Gesetz, bundestag.de 12.2.2014). 2) zu Sotschi: Der Minister “sprach sich dafür aus, den Sport in den Mittelpunkt zu stellen” (Ebenda). 3) Zur Menschenrechtsdebatte in Sotschi: “Es könne nicht sein, dass bei Im- und Exportgeschäften mit Russland nicht über die Menschenrechte gesprochen werde, ‘und bei Olympia reden wir nur über die Menschenrechte’” (Ebenda). 4) Zum Breitensport: “Wir machen keine Breitensportförderung!” (Ebenda).
Beeindruckender Auftritt!

- de Maizière klotzt. Bundes-Sportinnenminister Thomas de Maizière besuchte Sotschi und sagte: “Klotzen und nicht Kleckern ist in der Spitzenförderung nicht so schlecht” (Völker, Markus, Die Medien sind zu kritisch, in taz.de 16.2.2014). Pech hat de Maizière mit Gesprächspartnern aus dem offiziellen russischen Lager: “Der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew habe ihm abgesagt, erklärte de Maizière. Ob er den Sportminister Witali Mutko trifft, stand Samstag wohl noch nicht fest. Den Chef des Internationalen Olympischen Komitees (und Duzfreund; WZ), Thomas Bach, hat der deutsche Minister immerhin treffen können. Die Herren verstanden sich. Man sprach auch über die schwierige Menschenrechtslage in Russland. De Maizière blieb auch in dieser Frage schwammig: ‘Wenn man sich nicht öffentlich äußert, heißt das nicht, dass man sich gar nicht äußert’“ (Ebenda).
Heißt aber auch nicht, dass man sich äußert!

- Rodelfreund de Maizière. Der Bundes-Sportinnenminister in Sotschi: “Wir werden immer viel für Rodeln tun” (Ebenda). Dazu Markus Völker: “Die Rodler müssen sich keine Sorgen machen, denn sie haben mit den Jahren mehr Gold geschürft als so mancher Glückpilz am Klondike. Sie legitimieren mit Medaillen den Subventionswahnsinn in der Heimat” (Ebenda). In Sotschi gewannen die  Rodler viermal Gold in vier Disziplinen – kein Wunder. Sie erhalten nicht nur Millionen an Unterstützung: “Vier von 16 Weltcup-Bahnen liegen in Deutschland, jede mit eigenem Olympiastützpunkt. Die staatliche Förderung des Bob- und Schlittensports hat in Deutschland Tradition. Schon in der DDR wurde der Sport im Eiskanal massiv unterstützt. Das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (…) kümmert sich um die Entwicklung der Schlitten und wird vom Staat mit Millionen Euro dabei gefördert. Die wenigsten Nationen können da mithalten und entsprechend dünn ist die Weltspitze. Zumindest die Rodelwettbewerbe sind so etwas wie offene deutsche Meisterschaften geworden, das Bobfahren muss sich um seinen Olympia-Status Sorgen machen” (Kempe, Robert, Außer Konkurrenz, Film im WDR, 17.2.2014, 22.45 – 23.15).
Vergleiche auch im Kritischen Olympischen Lexikon: Techno-Doping
Eine Folge der Rodel-Medaillen: Den Kritikern von Sotschi 2014 werden Vorwürfe gemacht, sie seien Spiele-Verderber. “Vielleicht lag’s daran, dass in Deutschland die Perspektive oftmals kippt, sobald der Ball rollt und der Ski fährt und hipp hipp hurra – die Bundesrodelrepublik in der Medaillenbilanz vorn liegt. (…) Es ist nur eine Antwort auf die Kernfrage möglich. Nein, Spiele auf diese Art und zu einem solchen Preis wie in Sotschi darf es nicht geben” (Aumüller, Johannes, Jetzt lasst uns feiern! in sueddeutsche.de 15.2.2014; Hervorhebung WZ).

- Bob-Pleite. Die deutschen Rodler schnitten in Sotschi schlecht ab – trotzdem sie extrem gepampert werden. “Von sechzehn Kunsteisbahnen, die es weltweit gibt, stehen allein vier in Deutschland. (…) In den vier Jahren vor Sotschi flossen rund 47 Millionen Euro Steuergeld in die Betreibung dieser kostspieligen Anlagen” (Kempe, Robert, Millionen für den Eiskanal, in deutschlandfunk.de 19.2.2014). Dazu kommen die Kosten des Berliner Institutes für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES, vom DDR-Sport übernommen). “Die Entwicklung des 2er-Bobs verschlang nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 800.000 Euro – die des 4er-Bobs gut eine Million” (Ebenda). Der Bob- und Schlittenverband Deutschland (BSD) erhielt in den vier Jahren vor Sotschi zwölf Millionen Euro Sportförderung. Zusammen mit den Zuschüssen für die vier Bobbahnen und dem FES kam ein Betrag von über 60 Millionen Euro zusammen (Ebenda).

- Noch mehr Geld gefordert. Christian Breuer, Athletensprecher des DOSB, meldete nach der mäßigen Vorstellung in Sotschi 2014 einen noch höheren Geldbedarf an: “Wir brauchen mehr Geld. wir leisten uns einige Rettungsschirme. Dann kann man auch den Sport retten” (Gajevic, Mira, Mehr Effizient, mehr Geld, in fr-online.de 25.2.2014). Der stellvertretende Vorsitzende des Sportausschusses, Reinhard Grindel (CDU) fragte die Effizienz der eingesetzten Mittel nach. Er trat angesichts des Dopingfalls Sachenbacher-Stehle für eine finanzielle Besserstellung der Nada ein, deren jährlichen Finanzbedarf er mit rund vier Millionen angab (Ebenda). Gegenüber einem verschärften Anti-Dopinggesetz hat die CDU verfassungsrechtliche Bedenken: “So weist Grindel darauf hin, dass die eigenverantwortliche Selbstschädigung nach deutschem Recht nicht strafbar ist” (Ebenda).
Das wird von Experten nicht als Grund gegen eine Verschärfung gesehen.

- Athletenvereinbarung unwirksam. Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hatte eine Schadensersatzklage gegen den nationalen und internationalen Eisschnelllauf-Verband geführt. Die Richterin am Münchner Landgericht wies die Klage ab, erklärte aber zugleich die sogenannte “Athletenvereinbarung” für unwirksam: Die Sportverbände dürfen in Zukunft Sportler nicht mehr zur Unterschrift zwingen, womit diese ihre Rechte aufgeben, vor ordentliche Gerichte zu ziehen. Dies sei, schrieb Thomas Kistner in der SZ, “ein Schlag gegen die Autonomie des Sports und dessen Rechtsansichten, die über sich statt des Himmels nur den Cas dulden. (…) DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sieht das Urteil ‘im Widerspruch zur herrschenden Meinung’ und zitiert einen Ex-Verfassungsrichter, der schon als eine Art Allzweckwaffe des Sports fungiert” (Kistner, Thomas, Ein Sieg für die Athleten, in SZ 27.2.2014).
Hierbei handelt es sich um Udo Steiner, der schon für den ehemaligen DOSB-Präsidenten Bach den Ausputzer spielte.

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IV: Allgemeine Nachrichten

- Ski-WM 2017 kostet. Die Gemeinde St. Moritz richtet 2017 die Ski-WM aus. Knapp zwölf Millionen Franken kostet die WM. Bund und Kanton werden 4,5 Millionen Franken übernehmen, die örtlichen Bergbahnen 3,4 Millionen für den Ausbau der Beschneiungsanlagen: bleiben für die Gemeinde 4,1 Millionen. Die Investitionen sollen die Durchführung von Weltcup- und Europacup-Rennen bis zum Jahr 2030 ermöglichen (12 Millionen Franken für WM-Infrastruktur, in nzz.ch 11.2.2014).
Das wird genauso wenig der Fall sein, wie der Kostenrahmen eingehalten werden wird.

- 38.000 Schneekanonen in den Alpen. In Österreich wurden bislang 20.000 installiert, in der Schweiz 8.500, in Frankreich 4.800, in Südtirol 3.400 und in Deutschland 1.200. In Deutschland werden 13 Prozent der Pisten beschneit, in Österreich 70 Prozent und in Italien 100 Prozent (Skigebiete kämpfen mit 38.000 Kanonen gegen den Schneemangel, in focus.de 2.2.2014). – Diese Zahlen sind in der Zwisdchenzeit schon wieder überholt!

- Bubka zuversichtlich. Der frühere Hochspringer und Vorsitzende des NOK der Ukraine, Sergej Bubka, sieht keine Gefahr für die Bewerbung Lwiw 2022 durch die Unruhen in der Ukraine. “Ich denke, dass sie (die Krise, die Red.) ausgestanden ist. Wir erschaffen unsere zukünftige Demokratie” (Bubka: Lwiw-Bewerbung 2022 nicht durch Unruhen beeinträchtigt, in handelblatt.com 9.2.2014).

- “Wintersport hat bei uns kaum noch eine Zukunft” äußerte Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag und Sprecher vom Netzwerk Nolympia. “Olympia hätte kaum begonnen, da hätten wir den ersten Höhepunkt schon absagen können: die Herren-Abfahrt am Sonntag auf der Kandahar.” Hartmann stellte die Frage: „Was wäre wenn… München jetzt in der Situation von Sotschi wäre und ab Freitag olympische Winterspiele ausrichten müsste?“ Knapp 20 Zentimeter Kunstschnee im unteren Abschnitt der Garmischer Kandahar-Abfahrt und kein Schnee für Sturzräume – das hat schon zweimal in diesem Winter nicht für die Austragung von FIS-Weltcuprennen gereicht” (Was  wäre wenn …: Olympia-Abfahrt abgesagt! PM gruene-fraktion-bayern.de, 6.2.2014).

- Nix mit Oslo 2022? Im September 2013 hatten sich nach einer Materialschlacht der Befürworter 55 Prozent der Bevölkerung von Oslo für die Olympischen Winterspiele 2022 in Oslo ausgesprochen. Nun wurden zwei Umfragen in ganz Norwegen durchgeführt: Und die sahen anders aus!
a) Umfrage von Norstat für die konservative Zeitung Minerva im Januar 2014 zur staatlichen Defizitgarantie für die olympische Rechnung: Sogar in Oslo war nun die Mehrheit gegen Oslo 2022. In ganz Norwegen waren 58 Prozent dagegen, im Norden Norwegens sogar 75 Prozent – und insgesamt nur 26 Prozent dafür (Berglund, Nina, Norwegian ‘no’ to OL guarantee, in newsinenglish.no 24.1.2014). Nina Berglund berichtete noch von einer Norstat-Umfrage im Auftrag des norwegischen Fernsehens (NRK): Hier antworteten auf die Frage, ob Oslo und Lillehammer 2022 die Olympischen Winterspiele ausrichten sollten, 55 Prozent mit Nein und nur 38 Prozent mit Ja; 7 Prozent waren unentschieden. Keine einzige Region war dafür: In Zentral-Norwegen waren 54 Prozent dagegen, in West-Norwegen 58 Prozent, in Ost-Norwegen 48 Prozent und in Süd-Norwegen 57 Prozent (Berglund, Nina, Public still rejects an Oslo Olympics, in newsinenglish,no 4.2.2014). Sogar einer der Haupt-Promotoren von Oslo 2022, IOC-Mitglied Gerhard Heiberg, musste eingestehen, dass viele andere Länder kein Interesse mehr haben, sich um Olympische Spiele zu bewerben, darunter ernsthafte Kandidaten wie die Schweiz, Deutschland und Schweden (Ebenda).
b) Umfrage des InFac-Institutes: “55,9 Prozent der Norweger lehnten eine Ausrichtung der Spiele ab, nur 34,5 Prozent bekundeten ihre Unterstützung. Das ergab eine Meinungsumfrage des InFac-Instituts. (…) In der Region um die Hauptstadt Oslo war die Unterstützung mit 44,8 Prozent etwas stärker als landesweit. In der nördlichen Region des Landes erreichte die Ablehnung einen Wert von 81,7 Prozent. (…) Norwegens Hauptstadt hat vier Rivalen: Peking, Lwiw (Ukraine), Almaty (Kasachstan) und Krakau (Polen). Die Entscheidung über den Gastgeber der Winterspiele 2022 fällt auf der 127. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Kuala Lumpur am 31. Juli 2015″ (SID, Norweger gegen Olympia 2022 in Oslo, in merkur-online 12.2.2014).
Falls Oslo aussteigt, bleiben zumindest drei eindeutig totalitäre Bewerber übrig. Sicher kein Problem für das IOC, das sich im Putin-Russland bestens aufgehoben fühlt.

- Ein Tipp für das IOC: Nordkorea baut Ski-Ressort. Der nordkoreanische Nachwuchs-Diktator Kim Jong Un lässt von den werktätigen Massen ein Ski-Ressort am Masik-Pass errichten: “Die Wälder sind gerodet, die Pisten eingeebnet, die Chalets hochgezogen, der Hubschrauberlandeplatz ist planiert. (…) Das Skigebiet ist eines der Lieblingsprojekte von Jungdiktator Kim Yong Un. (…) Bemerkenswert ist, das Nordkorea das Projekt genau dann in Angriff nahm, als Südkorea die Olympischen Winterspiele 2018 zugesprochen bekam” (Strittmatter, Kai, Wedeln mit Kim Yong Un, in SZ 10.10.2013). Der Skipass soll umgerechnet 50 Dollar kosten: “… soviel verdienen in Nordkorea die allermeisten Familien in einem Monat nicht” (Ebenda). – “Mit Pisten von insgesamt 110 Kilometer Länge, Hotels, Seilbahnen, Skiliften und einem Hubschrauber-Landeplatz muss sich Kims Pulverschneeparadies nicht hinter Wintersportorten in den Alpen verstecken” (Koydl, Wolfgang, Kims Paradies, in SZ 20.8.2013).

- IOC hat 932 Millionen Dollar Reserven. Auf der 126. Session des IOC verkündete Bach den Kontostand: Das IOC hat 932 Millionen Dollar auf der hohen Kante. Gleichzeitig werden Kandidaturen um Olympische Spiele immer teurer. “IOC-Vize John Coates offenbarte am Mittwoch, Kandidaturen würden im Schnitt 70 Millionen Dollar kosten” (IOC-Reserven inzwischen bei 932 Millionen Dollar, in rhein-zeitung.de 7.2.2014). Der ehemalige Wada-Präsident Richard Pound verfehlte erneut den Sprung in das Exekutivkomitee. Der Chinese Yu Zaiqing wurde zum Vizepräsidenten gewählt und bekam damit automatisch einen Sitz in der Exekutive (Ebenda).
Das wird die Bewerbung von Peking um die olympischen Winterspiele 2022 befördern.

- Der bayerische CSU-Innenminister als ewiger Olympia-Freund. Joachim Herrmann durfte Sotschi 2014 besuchen, war tief beeindruckt und warb umgehend für Sport-Großereignisse in Deutschland: “Wir sollten wieder gerne Gastgeber solcher Wettbewerbe sein, ich finde es gut, wenn so was bei uns stattfindet” (Hofmann, René, Schreie beim Salatschnibbeln, in SZ 25.2.2014).  

- Auf nach Pyeongchang 2018. “Neun Milliarden Dollar wollen die Koreaner für ihre Spiele investieren, zwei Milliarden unmittelbar für die Organisation, sieben in die Infrastruktur, davon allein vier in einen Hochgeschwindigkeitszug, der Pyeongchang in einer Stunde mit der Hauptstadt Seoul und dem Flughafen verbinden soll. (…) Zwar sind sieben von 13 Sportstätten bereits fertig, doch die größten Projekte fehlen noch: Das Olympiastadion für die Zeremonien, die beiden Eishockeyhallen oder die Halle für Eiskunstlauf und das in Korea sehr populäre Shorttrack. (…) Was die Ankündigungen zu Bauvorhaben wert sind, lehrt die Erfahrung, erweist sich erst, wenn endlich irgendwann die Bagger anrücken. In demokratischer organisierten Staaten als Russland sind derart gravierende Landschaftseingriffe stets eine sensible Angelegenheit: Auch Pyeongchangs Macher mussten das bereits erfahren, als etwa gegen die Pläne zum Bau eines Stadion für die alpinen Wettbewerbe in Jungbong Umweltgruppen zu Felde gezogen sind” (Winterfeldt, Jörg, Das Abenteuer in Fernost, in berliner-zeitung.de 24.2.2014).
Der Bau von Hochgeschwindigkeitsbahnen bei Olympischen Winterspielen wie in Sotschi 2014 und Pyeongchang 2018 ist quasi eine vom IOC installierte “Lex Siemens”: Durch die Vorschrift, dass die Austragungsstätten in 60 Minuten zu erreichen sein müssen, ist der Bau von Autobahn und Hochgeschwindigkeitsbahn vorprogrammiert.

- Super-Kandidaten für Olympische Winterspiele 2022. Ob Oslo wohl will? Nach dem Trauerflor-Ärger in Sotschi? Dann gäbe es noch Lwiw/Lemberg in der Ukraine – nichts weniger als fraglich angesichts des Putin-Aufmarschs auf der Krim und an der ukrainischen Grenze. Dann hätte das IOC noch Krakau/Zakopane/Slowakei: Gemeinschaftsbewerbungen werden nicht gern gesehen, vor allem, wenn so wenig Fünf-Sterne-Hotels für die Olympische Familie vorhanden sind. Peking ist angesichts von Pyeongchang 2018 und Tokio 2020 unwahrscheinlich: dreimal Asien… Und dann bleibt noch: Almaty/Kasachstan mit dem Diktator Nursultan Nasarbajew: “Für den Fall, dass Oslo absagt, könnte es gut sein, dass das IOC Almaty als den stärksten der schwachen Kandidaten erwählt” (Aumüller, Johannes, Hofmann, René, “Wir öffnen Horizonte”, in SZ 25.2.2014).
Erdöl-Milliarden plus Diktator: Das hat schon in Sotschi 2014 funktioniert.

- Slowakisch-olympische Milchbubenrechnung. Bei der Bewerbung von Krakau/Polen mit Jasná in der Tatra/Slowakei um die Olympischen Winterspiele 2022 sollen 177 Millionen Euro auf die Slowakei entfallen: 169 Millionen Euro für das Non-OCOG-Budget (davon wiederum 60 Prozent für die Verkehrs-Infrastruktur) und gerade einmal 8 Millionen Euro für das OCOG-Budget (Co-hosting 2022 Winter Olympics could cost Slovakia € 177 million, in spectator.sme 26.2.2014).
Völlig unrealistische Kostenrechnung – wie üblich.

- Oslo 2022: Parlamentarier verwundert. Die Forderungen des IOC bezüglich der Bewerbung Oslo 2022 um Olympische Winterspiele sorgten am 28.2.2014 für Spott und Kopfschütteln unter den Mitgliedern des norwegischen Parlaments. Die “Herren der Ringe” äußerten in ihren Forderungen hohe Erwartungen, sodass ein spottender Politiker einer Radiostation sagte: “Diese Leute vom IOC müssen wieder auf den Boden zurück gebracht werden” (Berglund, Nina, IOC’s demands met with ridicule, in newsinenglish.no 28.2.2014). Die IOC-Mitglieder wollen in Fünf-Sterne-Hotels untergebracht werden. Die IOC-Führungsebene möchte eine ganze “VIP”-Etage und einen medizinischen 24-Stunden-Service.

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V: Sport-Millionen und -Millionäre

- FC Bayern macht Kasse. Der Versicherungskonzern Allianz übernimmt für 110 Millionen Euro 8,33 Prozent Anteile an der FC Bayern München AG. Damit halten Adidas, Audi und Allianz je 8,33 Prozent Anteile (Fromme, Herbert, Eine Arena für die Allianz, in SZ 12.2.2014). “Der Versicherungskonzern hat sich mit dem Einstieg die Namensrechte an der Arena bis 2041 gesichert, diese werden auch künftig extra bezahlt; bisher wurden sie auf etwa sechs Millionen pro Jahr taxiert” (Kneer, Christoph, Steine und Beine, in SZ 13.2.2014). Das wären bis 2041 noch einmal 300 Millionen Euro (Ebenda). Ein Grund sind die Kosten des Kicker-Kaders: “Der Kader ist bedenklich teuer geworden, Spitzenverdiener wie Franck Ribéry, Mario Götze oder Philipp Lahm werden auf zehn bis zwölf Millionen Euro Jahresgage veranschlagt, was Kollegen wie Toni Kroos zu neuen Forderungen inspiriert. Kroos wird auf fünf Millionen geschätzt, er hätte wohl nichts dagegen, künftig auf das Doppelte geschätzt zu werden. Auch Arjen Robben wird seinen Vertrag demnächst nicht verlängern, um weniger zu verdienen” (Ebenda).

- Russischer Eishockey-Spieler führt. Der russische Eishockey-Spierler Alexander Owjetschkin ist der bestbezahlte Profi der Welt. Er kam 2005 zum Verein Washington Capitals, der ihm einen Vertrag über 13 Jahre über die Summe von 124 Millionen Dollar gab (Bidder, Benjamin, Grossekathöfer, Maik, Die große Acht, in Der Spiegel 8/17.2.2014).

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VI: Aktuelle Fußball-Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.

- Racing Santander boykottiert. Der derzeitige spanische Drittligist war 2011 noch in der Primera Division. “Der Traditionsverein Santander, gegründet 1913, ist zum Sinnbild für die Schuldenkrise im spanischen Fußball geworden – für obskures Management, zweifelhafte Investoren und vielfältig involvierte, verfilzte Lokalpolitik” (Meiler, Oliver, Streik im Sardinenbecken, in SZ 1.2.2014). 2011 trat der reiche Inder Ashan Ali Syed als Mäzen auf, kaufte den Klub für 15 Millionen Euro und wollte auch die sieben Millionen Euro der kantabrischen Regionalverwaltung übernehmen. “Am Ende gab Syed aber nur 500.000 Euro aus und wurde nie mehr gesehen in Santander. Seither rutscht der Verein immer tiefer ab. Fast 50 Millionen Euro Schulden haben sich mittlerweile angehäuft” (Ebenda). Und weil die Spieler seit über vier Monaten kein Gehalt mehr bekommen haben, streikten sie nun Ende Januar 2014 beim Viertelfinale des spanischen Pokalwettbewerbs und weigerten sich, gegen Erstligisten Real San Sebastián zu spielen.

- Herta BSC verkauft sich. “Der Finanzinvestor KKR (Kohlberg Kravis Roberts und Co.L.P.) steigt bei den Berlinern ein. Die weltweit agierende US-Beteiligungsgesellschaft erhält 9,7 Prozent Anteile an der KGaA der Hertha” (61 Millionen Euro, in SZ 1.2.2014). Dafür bezahlt KKR 61,2 Millionen Euro. “Nach Abschluss der Aufstiegssaison 2012/13 war der Hauptstadt-Klub mit Verbindlichkeiten von 36,8 Millionen Euro belastet gewesen. Ein Teil der 60 Millionen Euro soll nun zur Ablösung der Kredite eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen die aus Geldnot veräußerten Marketing-, TV- und Catering-Rechte zurückgekauft werden” (Ebenda). KKR wurde von Herta BSC auch das Recht eingeräumt, die Anteile bis 33,3 Prozent zu erhöhen (Catuogno, Claudio, “Das ist keine Übernahme”, in SZ 5.2.2014).

- Blatter meldet sich zurück. Fifa-Präsident Sepp Blatter ist dies seit 1998. Das IOC-Mitglied Blatter war natürlich auch in Sotschi. Der 77jährige zeigte sich munter, 2015 zum unendlichsten Mal seit 1998 als Fifa-Präsident anzutreten: “Ich werde nicht meine Kandidatur verkünden, aber wenn mich die Fifa-Mitglieder fragen, würde ich nicht Nein sagen” (Blatter-Signal aus Sotschi, in SZ 8.2.204).

- Preisspirale Neymar. Der brasilianische Fußballer Neymar kostete den FC Barcelona nicht 57,1 Millionen Euro, wie noch unter dem zurückgetretenen Präsidenten Sandro Rosell angegeben, sondern – Stand Ende Februar 2014 – rund 100 Millionen Euro. Offizielle und indirekte Zahlungen beliefen sich auf nunmehr 86,2 Millionen Euro, dazu bezahlte der FC Barcelona 13,5 Millionen Euro als Steuernachzahlung. “Bisher galten Cristiano Ronaldo und Gareth Bale, beide Real Madrid, mit Kosten um die 90 Millionen Euro als die teuersten Spieler” (Neymar noch teurer, in SZ 26.2.2014).

- Fußball-WM 2014 in Brasilien wirft ihre Schatten voraus. Im Vorfeld wurde von brasilianischen Politikern und der Polizei bei den Unruhen anlässlich des Confed-Cups im Juni 2013 versucht, mit “Agents provocateurs” den Widerstand gegen die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Sommerspiele 2016 zu kriminalisieren, wie sich im Juli 2013 herausstellte: “Von Polizei und Geheimdienst eingeschleuste Provokateure haben wohl die Gewalt bei den Demonstrationen gegen den Gouverneur von Rio de Janeiro gezielt angeheizt. ‘Zahlreiche Protestteilnehmer berichten, dass Polizisten in Zivil zum Steinewerfen und zu anderen Gewaltaktionen aufrufen’, sagt Maurízio Santoro von Amnesty International. (…) Überdies gab die Militärpolizei zu, dass sie Agenten in Zivil eingeschleust hat; einer soll einen Molotow-Cocktail geworfen haben” (Agenten mit Molotow-Cocktails, in Der Spiegel 31/29.7.2013). Peter Burghardt schrieb in der SZ: “Allerdings richtet sich mancher Verdacht auch gegen Politiker und Militärpolizisten. Regierungsnahe Kräfte scheinen seit Monaten bemüht zu sein, dem vornehmlich friedlichen Widerstand gegen Korruption, Verschwendung, Polizeigewalt und auch gegen die Fußball-WM das Image des Vandalismus zu verpassen. Das soll auch hartes Zugreifen gegen Protestierer rechtfertigen. Dabei sind die Uniformierten selbst, die manchmal brutal zu Werke gehen, ein bedeutender Teil des Problems. (…) Neue Tarife im miserabel funktionierenden Nahverkehr hatten den brasilianischen Volkszorn 2013 zunächst in São Paulo geweckt, die folgende staatliche Repression fachte die Wut erst so richtig an. Bald richteten sich riesige Kundgebungen auch gegen die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio, für die Milliarden ausgegeben und ganze Stadtteile umgegraben werden, während nebenan Schulen und Krankenhäuser verlottern. Obendrein ist man beim Bau der absurd überteuerten Stadien im Verzug, und bei den Arbeiten sterben immer wieder Handwerker. ‘Não vai ter copa’ war der Schlachtruf bei Protesten gegen das Turnier, ‘es wird keine WM geben.’ Bei Umzügen in Rio wurde nun ein Plakat mit dieser Aufschrift gesichtet: ‘Es wird Karneval geben, aber keine WM’” (Burghardt, Peter, Masken der Wut, in SZ 26.2.2014).

- Fußball-Jubel gesetzlich erlaubt. Fußball-WM im Juni 2014 in Brasilien: “Das Bundesumweltministerium (sic! WZ) hat vergangene Woche einen Entwurf vorgelegt, wonach die Übertragung von Spielen auf Großleinwänden auch nach 0 Uhr erlaubt sein soll. (…) Wegen der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Brasilien werden in der Vorrunde zehn Spiele um 0 Uhr angepfiffen, eines sogar um 3 Uhr nachts” (Public Viewing auch nach Mitternacht, in Der Spiegel 9/24.2.2014). In allgemeinen Wohngebieten dürfen öffentliche Veranstaltungen nach 22 Uhr nur Geräusche von 40 dB(A) verursachen – beim Public Viewing sind es mindestens 65 dB(A). Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD): “Das gemeinschaftliche Fußballgucken unter freiem Himmel gehört zu einer Fußball-Weltmeisterschaft einfach dazu” (Ebenda).
Hier fällt ausgerechnet die neue deutsche Umweltministerin auf das seit 2006 eingeführte Fifa-Geschäftsmodell herein.
Vergleiche im Kritischen Olympischen Lexikon: Public Viewing

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VII: Doping-News

- Doping Biathlon. Drei Biathleten aus Russland und Litauen wurden vom Weltverband IBU gesperrt (Positive A-Proben, in SZ 29.1.2014). – “Russlands beste Biathletin (Irina Starych; WZ) hat am Donnerstag ihren Rückzug aus Sotschi verkündet, sie wurde positiv getestet – und Biathlon ist im Gastgeberland wichtigster Wintersport nach Eishockey. (…) Hektisch recherchiert hinter den Kulissen die Administration des Sotschi-Patrons Wladimir Putin die Vorfälle im Biathlonlager. (…) Ein international renommiertes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften soll Dopern eine hochwirksame Substanz anbieten, die nicht von der Analytik erfasst wird” (Kistner, Thomas, Wie im Krimi, in SZ 3.2.2014; vgl. auch Kistner, Thomas, Bombe im Biathlon, in SZ 30.1.2014; Lähmende Zweifel, in SZ 31.1.2014). Das neue Dopingmittel “Full Size MGF” soll chemisch nahe am menschlichen Wachstumsfaktor und schwer nachweisbar sein. Die deutschen Dopingexperten Fritz Sörgel (Nürnberg) und Mario Thevis (Kölner Dopinglabor) “betonen, das Gesundheitsrisiko für Menschen sei gar nicht abzuschätzen, weil das Mittel weder erprobt noch klinisch zugelassen sei” (Ebenda). Thomas Kistner resümiert: ” Naturgemäß ist noch nicht bekannt, ob es im Umlauf ist. Doch ist der Mensch als Versuchstier ein vertrautes Szenario im Sport” (Ebenda).

- Aus  einem Beitrag von Claudia Lepping, einer ehemaligen Leichtathletin, die Doping abgelehnt hat und die Initiative “Dopingalarm” koordiniert: “Gespenstisch ist er, dieser olympische Geist. (…) Die Spiele von Sotschi sind gigantisch, unwirtlich steril und unwirklich perfekt. (…) In Vorbereitung auf die Sommerspiele in London 2012 sind allein in Europa mehr als 20 junge Spitzensportler gestorben, mit jeweils einem ganzen Cocktail von Medikamenten im Blut, wie Obduktionen ergaben. (…) Fast sechs Prozent von 1100 befragten Kaderathleten räumen in einer Umfrage ein, regelmäßig zu dopen; 40 Prozent ließen die Frage unbeantwortet, was auf eine höhere Dunkelziffer weist” (Lasst euch nicht erwischen, in SZ 1.2.2014).

- Bayern will schärfere Anti-Doping-Gesetze. Der bayerische Justizminister Winfried Bausback stellte am 3.2.2014 Eckpunkte des neuen bayerischen Entwurfs eines Sportschutzgesetzes vor. Zur Bekämpfung des Dopings im Spitzensport äußerte er: “Hier fehlt schlicht alles, was für eine effektive Strafverfolgung nötig ist” (PM: Bayerns Justizminister stellt Eckpunkte für neuen bayerischen Entwurf eines Sportschutzgesetzes vor, in justiz.bayern.de 3.2.2014). Es beinhaltet u. a.: “die uneingeschränkte Strafbarkeit jeglichen Besitzes von Dopingmitteln und Dopingwirkstoffen”, die Einführung eines Strafbestands des Sportbetrugs, umfassende Strafvorschriften gegen den Vertrieb und die Abgabe von Dopingmitteln und Dopingwirkstoffen und eine sportspezifische Kronzeugenregelung (Ebenda). Bausback verwies darauf, dass es in den letzten fünf Jahren 408 Doping-bezogene Verurteilungen gab – davon keine einzige im Spitzensport: “Den Spitzensport erreichen wir mit unseren Gesetzen nicht. Hier ist ein weißer Fleck” (Kleffmann, Gerald, Nächster Vorstoß, in SZ 4.2.2014). – “Seine Forderungen zielen darauf ab, Besitz, Gebrauch und Vertrieb von Dopingmitteln, aber  auch Sportbetrug, Bestechlichkeit und Bestechung staatlich sanktionieren zu können” (Ebenda; vgl. auch Spitzensport statt Spritzensport, in br.de 3.2.2014).

- Vesper: Simon respektlos. “Der Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft, Michael Vesper, hat sich gegen Äußerungen gewehrt, mehr als die Hälfte der Sportler in Sotschi seien gedopt. ‘Diese Anschuldigungen sind respektlos gegenüber den Athleten’, sagte der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Vesper reagierte damit auf Aussagen des Mainzer Sportmediziners Perikles Simon. Im Gespräch mit t-online.de hatte Simon behauptet, bis zu 60 Prozent aller Olympiateilnehmer seien gedopt, ‘quer durch alle Sportarten’” (Vesper nennt Simons Doping-Aussagen respektlos, in spiegelonline 6.2.2014).

- Simon: Die 40 Prozent loben. Perikles Simon verwies in seiner Replik auf Vesper darauf, dass die Wada in den Wochen vor und während Sotschi 2014 gar nicht zuständig ist, sondern jeder internationale Fachverband selbst seine Doping-Kontrollen durchführt. “Können diese wirklich ein Interesse haben, ihr Spitzenpersonal vor dem Saisonhöhepunkt reihenweise auffliegen zu lassen” (Hungermann, Jens, “Der Antidopingkampf ist massiv durchseucht”, in welt.de 6.2.2014). Simon äußerte: “Es gibt die sauberen Athleten” – und die gelte es zu loben (Ebenda). Die von ihm genannte Zahl von 40 bis 60 Prozent gedopter Athleten  “sind seit langem bekannt. Es ärgert mich deshalb, wenn sich Funktionäre einfach hinstellen und behaupten, dass meine Einschätzung unseriös und respektlos gegenüber den Sportlern sei” (Schicklinski, Johann, Dopingforscher Simon fordert personelle Konsequenzen, in  t-online.de 25.2.2014).  – “Bisher hat man es leider immer wieder geschafft, dass bei Dopingfällen fast einzig die Athleten zur Verantwortung gezogen wurden. Dabei sind diese oft das schwächste Glied in der Kette. Die Leute, die die Manipulation machen und die Leute, die den Profit aus dem Sport ziehen, schauen indes zu. Auch die großen Verbände” (Ebenda). In Sotschi waren von 2.631 Dopingtests gerade einmal fünf positiv (Ebenda).

- Turin-2006-Nachtests zurückgehalten. Die Dopingnachtests von den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin werden vom IOC zurückgehalten und sollen wohl nicht vor dem Abschluss von Sotschi 2014 veröffentlicht werden (IOC hält Nachtest-Ergebnisse von Turin zurück, in br.de 14.2.2014). Mindestens vier Proben sollen positiv sein, darunter eine der estischen Langlauf-Doppelolympiasiegerin Kristina Smigun-Vähi (Vier mal positiv, in SZ 20.2.2014).

- Doping heißt heute “Nahrungsergänzungmittel”. Die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle (33) wurde mit A- und B-Probe positiv auf das Stimulans Methylhexanamin getestet. Das Mittel ist “ausschließlich im Wettkampf verboten. (…) Die Nada warnt deshalb seit Jahren generell vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln im Sport” (Razzia in Ruhpolding, in br.de 22.2.2014). Diese Nahrungsergänzungsmittel stehen auch auf der “Kölner Liste” des Kölner Doping-Analyselabors. Nun sollen die Ursache im Fall Sachenbacher-Stehle angeblich genau diese “verunreinigten Energieriegel” sein. Das Landeskriminalamt Bayern hat die Privatwohnung von Sachenbacher-Stehle und den Olympiastützpunkt Ruhpolding am 21.2.2014 durchsucht; in Ruhpolding wurden “Nahrungsergänzungsmittel” gefunden (Hausdurchsuchungen bei Biathletin Sachenbacher-Stehle, in spiegelonline 22.2.2014).
Die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, Dagmar Freitag, “erinnert auch an (DOSB-Generaldirektor; WZ) Vespers Aussage, dass der Olympiatross in Sotschi sauber an den Start gehe: Nominiert sei nur, wer nachweislich kontrolliert worden sei” (Kistner, Thomas, Wende zum Schlechten, in sueddeutsche.de 21.2.2014). Freitag: “Wer aus negativen Tests den einzigen Rückschluss zieht, dass die betreffenden Athleten sauber sind, hat das Doping-System nicht begriffen” (Ebenda). Der Heidelberger Molekularbiologe Werner Franke: “Es kann Dummheit von ihr gewesen sein. Aber der, der einen Vorsatz ausschließt, ist mindestens genauso dumm. Das betreffende Mittel hat ganz klar eine leistungssteigernde Wirkung, gerade für Biathleten, da es vor allem beim Schießen Vorteile bringt” (Gödecke, Christian, Verunreinigt, nicht sauber, in spiegelonline 22.2.2014).
Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) tritt nun auch für ein schärferes Anti-Doping-Gesetz ein; darin soll endlich auch der Besitz geringer Mengen an Dopingmitteln unter Strafe gestellt werden. “Dopern und Ärzten sollen bis zu fünf Jahren Haft drohen” (Kistner 21.2.2014). Maas will dies zusammen mit den Bundesländern noch im Jahr 2014 auf den Weg bringen. “Seit fast zehn Jahren kämpft der Sport gegen diesen Schritt. Er muss wohl dazu gezwungen werden” (Hecker, Anno, Die Ärzte sollen reden, in faz.net 21.2.2014).
Siehe unter “Aktuelles”: Doping als “Nahrungsergänzungsmittel”

- Kommentar von Claudio Catuogno in der SZ: “Weggesperrte Umweltschützer, zwangsumgesiedelte Anwohner, ausgebeutete Bauarbeiter, gefälschte Fernsehbilder, homophobe Gesetzgebung, Propaganda. Die Spiele von Sotschi hatten viele unerfreuliche Aspekte.(…) Die Aufregung hatte aber einen fürs IOC angenehmen Nebeneffekt. Um ein Haar wäre angesichts all der berechtigten Empörung über Trauerflor-Verbote und Putin-Kungelei ein weiteres Übel arg in den Hintergrund gerückt. Eines, das man nach der Schlussfeier am Sonntag nicht einfach in Sotschi zurücklassen kann wie planierte Berge oder Aktivisten in Lagerhaft. Eines, das den modernen Leistungssport von innen heraus zerfrisst. Doping eben. (…) Wenn Evi Sachenbacher-Stehle nun über einen verunreinigten Energieriegel oder ähnliches stolpert, sieht das wie ein Erfolg fürs Testsystem aus. Wie ein dummer Einzelfall. Verunreinigte Energieriegel sind aber nicht die Art von Doping, die man immer mitdenken muss, wenn man sich mit den olympischen Extremleistern befasst. Mit den russischen, weißrussischen, amerikanischen, deutschen und so weiter” (Catuogno, Claudio, Klammern an die Illusion, in sueddeutsche.de 22.2.2014).

- Sohn schreit, Vater nimmt Epo. Der österreichische Ski-Langläufer Johannes Dürr wurde am letzten Tag von Sotschi 2014 mit Epo überführt und nannte persönliche Gründe: “Ich war mit meinem Leben damals überfordert. Mein kleiner Sohn hat nur geschrien, überhaupt nicht geschlafen” (Nur die halbe Dosis, in SZ 26.2.2014).
Wer glaubt eigentlich noch an die sagenhaften Leistungen der sagenhaften Spritzensportler – deren Ausreden immer merkwürdiger werden, siehe “Nahrungsergänzungsstoffe“!

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VIII: Die Sportsender ARD/ZDF

Die Auflistung der Sportsendung erfolgte nur für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, nicht für die Dritten Programme und ist vermutlich nicht vollständig (Sondersendungen!). Finanziert werden diese Sportsendungen durch die zwangsweise erhobenen Rundfunkgebühren. Vergleiche auch hierzu: Die öffentlich-rechtlichen Sport-Sender

Ergebnis für Februar 2014:
ARD:  8.445 min = 140 h 45 min
; ZDF: 7.650 min = 127 h 30min
Zusammen:  16.095 min = 268 h 15 min

1.2. ARD Sportschau live 9.35 – 17.47: 492 min
ARD Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ARD Star Biathlon 2014 20.15 – 22.45: 150 min
ZDF Akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
2.2. ARD Sportschau live 9.05 – 17.00: 475 min
ZDF Sportreportage 17.10 – 18.00: 50 min
7.2. ARD Sportschau 19.45 – 19.50: 5 min
ZDF Sotschi-Eröffnung 16.10 – 20.15: 245 min
ZDF Olympia 0.45 – 4.50: 245 min
8.2. ARD Olympia live 6.25 – 14.00: 455 min
ARD
Olympia live 14.00 – 18.40: 280 min
ARD
Sportschau 18.40 – 20.00: 80 min
ARD
Olympia live 20.00 – 20.45: 45 min
ZDF
Das aktuelle Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
9.2. ZDF Olympia live 7.30 – 11.03: 213 min
ZDF
Olymia live 11.03 – 12.33: 90 min
ZDF
Olympia live 12.33 – 15.03: 150 min
ZDF
Olympia live 15.03 – 17.05: 122 min
ZDF
Olympia live 17.05 – 19.00: 115 min
ZDF
Olympia live 19.25 – 20.15: 50 min
10.2. ZDF Olympia live 6.30 – 9.33: 183 min
ZDF
Olympia live 9.33 – 12.03: 150 min
ZDF
Olympia live 12.03 – 15.03: 180 min
ZDF
Olympia live 15.03 – 17.03: 120 min
ZDF
Olympia live 17.03 – 19.00: 115 min
ZDF
Olympia live 19.15 – 20.30: 75 min
ZDF
Heute-J. Sotschi 22.00 – 22.30: 30 min
11.2. ARD Olympia live 6.30 – 14.00: 450 min
ARD Olympia live 14.00 – 20.25: 385 min
ARD 20.35 DFB-Pokal 20.35 – 23.00: 145 min
ARD Olympia extra 23.00 – 23.10: 10 min
12.2. ARD DFB-Pokal 20.15 – 23.00: 165 min
ARD Sportschau Club 23.00 – 23.40: 40 min
ZDF Olympia live 6.30 – 9.33: 183 min
ZDF Olympia live 9.33 – 12.03: 150 min
ZDF Olympia live 12.03 – 17.03: 240 min
ZDF Olympia live 17.03 – 18.54: 111 min
ZDF Heute J. Sotschi 22.15 – 22.45: 30 min
13.2. ZDF Olympia live 8.00 – 9.03: 63 min
ZDF Olympia live 9.03 – 12.33: 210 min
ZDF Olympia live 12.33 – 14.48: 135 min
ZDF Olympia live 14.48 – 17.03: 195 min
14.2. ARD Olympia live 7.00 – 14.05: 495 min
ARD Olympia live 14.05 – 20.45: 400 min
15.2. ARD Sportschau 18.00 – 20.00: 120 min
ZDF Olympia live 7.30 – 10.33: 183 min
ZDF Olympia live 10.33 – 12.03: 150 min
ZDF Olympia live 12.03 – 15.03: 180 min
ZDF Olympia live 15.03 – 16.33: 90 min
ZDF Olympia live 16.33 – 19.15: 172 min
ZDF Olympia live 19.25 – 20.15: 50 min
ZDF Heute J. Sotschi 22.45 – 23.00: 15 min
ZDF Das akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
16.2. ARD Olympia live 6.25 – 14.00: 455 min
ARD Olympia live 14.00 – 20.00: 360 min
ZDF Heute J. Sotschi 21.45 – 22.00: 15 min
17.2. ARD Olympia live 6.30 – 14.00: 450 min
ARD Olympia live 14.00 – 21.00: 420 min
ZDF Heute J. Sotschi 21.45 – 22.15: 30 min
18.2. ZDF Olympia live 7.30 – 9.03: 93 min
ZDF
Olympia live 9.03 – 11.03: 120 min
ZDF
Olympia live 11.03 – 15.03: 360 min
ZDF
Olympia live 15.03 – 17.03: 120 min
ZDF
Olympia live 17.03 – 19.20: 137 min
ZDF
Olympia live 19.35 – 20.15: 40 min
ZDF
Heute J. Sotschi 22.45 – 23.15: 30 min
19.2. ZDF Olympia live 6.00 – 9.03: 183 min
ZDF Olympia live 9.03 – 11.03: 120 min
ZDF Olympia live 11.03 – 15.03: 240 min
ZDF Olympia live 15.03 – 17.03: 120 min
ZDF Olympia live 17.03 – 19.15: 132 min
ZDF Uefa Champ. L. 19.30 – 19.40: 10 min
ZDF Olympia live 19.40 – 20.15: 35 min
ZDF Champ. L. 20.15 – 23.15: 180 min
ZDF Champ. L. 1.10 – 2.45: 95 min
20.2. ARD Olympia live 8.30 – 14.00: 330 min
ARD Olympia live 14.00 – 20.00: 360 min
ZDF Heute J. Sotschi 21.45 – 22.15: 30 min
21.2. ARD Olympia live 8.30 – 15.00: 390 min
ARD Olympia live 15.00 – 20.45: 345 min
ZDF Heute J. 22.00 – 22.30: 30 min
22.2. ARD Sportschau  18.00 – 20.00: 120 min
ZDF Olympia live 10.00 – 12.33: 153 min
ZDF Olympia live 12.33 – 15.03: 150 min
ZDF Olympia live 15.03 – 17.03: 120 min
ZDF Olympia live 17.03 – 19.00: 117 min
ZDF Olympia live 19.15 – 20.15: 60 min
ZDF Das Akt. Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
23.2. ARD Olympia live 7.45 – 14.00: 375 min
ARD Olympia live 14.00 – 20.00: 360 min
ARD Ol. Wintersp. Sotschi 2.15 – 4.58: 163 min
ZDF Heute J. Sotschi 22.45 – 23.05: 20 min
26.2. ZDF Uefa Champions League 19.20 – 19.35: 15 min
ZDF
Uefa Champions League 20.25 – 23.15: 170 min
ZDF
Uefa Champions League 1.10 – 2.45: 95 min
28.2. ARD Sportschau 19.45 – 19.50: 5 min

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Laufende Chronologie der Olympischen Winterspiele 2018 in München +2 (wird laufend aktualisiert und ergänzt):
1936 - 1972 bis 1997 - 2007 - 2008 - Januar 2009 - Februar 2009 - März 2009 - April 2009 - Mai / Juni 2009 - Juli 2009 - August / September 2009 - Oktober 2009 - November 2009 - Dezember 2009 - Januar 2010 - Februar 2010 - März 2010 - April 2010 - Mai 2010 - Juni 2010 - Juli 2010 - August 2010 - September 2010 - Oktober 2010 - November 2010 - Dezember 2010 - Januar 2011 - Februar 2011 - März 2011 - April 2011 - Mai 2011 - Juni 2011 - Juli 2011 - August 2011 - September 2011 - Oktober 2011 - November 2011 - Dezember 2011 - Januar 2012 - Februar 2012 - März 2012 - April 2012 - Mai 2012 - Juni 2012 - Juli 2012 - August 2012 - September 2012 - Oktober 2012 - November 2012 - Dezember 2012 - Januar 2013 - Februar 2013 - März 2013 - April 2013 - Juni 2013 - Mai 2013 - Juli 2013 - August 2013 - September 2013 - Oktober 2013 - November 2013 - Dezember 2013 - Januar 2014 - Februar 2014 - März 2014 - April 2014 - Mai 2014 - Juni 2014 - Juli 2014 - August 2014 - September 2014 - Oktober 2014 - November 2014 - Dezember 2014 - Januar 2015 - Februar 2015 - März 2015 - April 2015 - Mai 2015 - Juni 2015 -

Literatur zur NOlympia-Chronologie

Nolympia-Chronologie, komplett / Stand Mitte Juli 2010 als pdf-Datei

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