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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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August 2013

 
Zuletzt geändert am 01.05.2014 @ 15:18

Webseite-Besucher

Im Juli 2013 besuchten 22.261 Internet-Nutzer unsere Nolympia-Webseite: pro Tag 718. Von Februar 2010 bis einschließlich Juli 2013 hatten wir 572.208 Besucher. Wir bedanken uns für das anhaltende Interesse.

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Termine zur Bewerbung um Olympische Winterspiele 2022:
Juli 2012:     Die USA sagen für die Bewerbung 2022 ab.
3.3.2013:     Volksabstimmung OWSGraubünden 2022: ABGEWÄHLT
7.-9.3.2013: Volksbefragung in Wien über OSS “Wien 2028″: ABGEWÄHLT
9.9.2013:     Abstimmung in Oslo über OWS “Oslo 2022″. Derzeitiger Stand:
57,3 Prozent Nein-Stimmen, 36,6 Prozent Ja-Stimmen (Umfrage von Norwegian Broadcasting; zitiert nach Berglund, Nina, Majority opposes Olympics in Oslo, in newsinenglish.no 22.8.2013).
30.9.2013:    DOSB und Sportverbände geben gnädig bekannt, ob sie sich mit München 2022 bewerben wollen.
10.11.2013:  Falls ja: Abstimmung in München, in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden und im Ort Garmisch-Partenkirchen über OWSMünchen 2022″
14.11.2013:  Annahmeschluss beim IOC für die Bewerbung 2022
31.7.2015:    Entscheidung über den Austragungsort 2022

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Zitate des Monats:

„Und seitdem setze ich mich hier für eine Null-Toleranz-Politik im Kampf gegen Doping ein“ (DOSB-Präsident Thomas Bach im Interview, ZDF-HeuteJournal 5.8.2013). Seit Bach im Jahr 2006 DOSB-Präsident wurde, kämpft er vehement dafür, dass Athleten straffrei „geringe Mengen“ an Dopingmittel besitzen dürfen. Vergleiche hier.

Die Doping-Wiedervereinigung. Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler zur Historiker-Studie und der Frage des Dopings nach der Wende 1989: „Das Ziel war, das System der untergegangenen DDR zu übernehmen. Es sind auch heute noch viele am Ruder, die belastet sind“ (Kistner, Thomas, „Vitaminspritzen? So dumm können die Athleten gar nicht sein“, in SZ 17.8.2013).

Der Präsident des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF, Lamine Diack (80), zu den jüngsten Dopingskandalen bei Sprintern: „Jeder positive Fall beschädigt die Leichtathletik nicht, sondern macht sie stärker“ (Leichtathletik-Boss vertraut Bolt, in spiegelonline 6.8.2013).

Die spanische Zeitung El Pais zum Fußball im Krisenland Spanien „Die wahren Fans treibt die Krise nicht um. Im Gegenteil: Sie brauchen den Fußball, um nicht täglich an die Krise denken zu müssen“ (Urban, Thomas, Die 100-Millionen-Sünde, in SZ 13.8.2013).

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Die Gliederung im August 2013 sieht so aus:

I: Nachrichten von Olympischen Spielen
II: “München olympisch″
III: Aktuelle Sportsplitter von IOC, DOSB etc.
IV: Allgemeine Nachrichten
V: Sport-Millionen und -Millionäre
VI: Aktuelle Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.
VII: Doping-News
VIII: Die Sportsender ARD/ZDF

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I: Nachrichten von Olympischen Spielen

– Rios „Vorfreude“ auf 2016: Der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, kritisierte die kommenden Olympischen Sommerspiele 2016 in seiner Stadt: „Es ist eine Schande, dass Brasilien die Olympischen Spiele austrägt. Wir werden die Altlasten tragen müssen“ (Rios Bürgermeister nennt Olympische Spiele „eine Schande“, in spiegelonline 22.8.2013). Es sei völlig unklar, in welcher Form die Sportstätten nach dem Ende der Spiele genutzt würden, dazu gebe es keine Strategie. „Es ist ein Skandal, wie die Dinge hier laufen. Es ist schwer, mit dem Sport in Brasilien angesichts der Qualität unserer Führungskräfte umzugehen. Sie bekleiden ihre Ämter ein Leben lang“ (Ebenda). Zur Fußball-WM 2014 kritisierte Paes auch die Fifa: „Sie interessieren sich nur für die Stadien“ (Ebenda).

– Rio 2016 im Verzug. Das IOC sieht Zeitverzug und Finanzierungsprobleme für die Olympischen Sommerspiele 2016. Umbauten am Maracana-Stadion sind wegen gerichtlicher Auseinandersetzungen verzögert. Die Wada hat dem einzigen Anti-Doping-Labor in Rio die Zulassung entzogen. „Zu den größten Sorgenkindern gehört der Hotelsektor, weil von den angepeilten 45.000 Zimmern erst 19.200 zur Verfügung stünden“ (Sport News Medien: IOC sieht Olympia in Rio in Gefahr, zeitonline 31.8.203).
Oje – hoffentlich werden wenigstens die 5-Sterne-Hotelzimmer für die „Olympische Familie“ fertig!

– Verfall der brasilianischen Währung Real. „Mit Investitionen in Höhe von 60 Milliarden Dollar wollen die Notenbanker in Brasilia den Verfall stoppen. Zuvor waren bereits 40 Milliarden Dollar locker gemacht worden“ (Burghardt, Peter, Der Zauber verfliegt, in SZ 24.8.2013).

 

– Neues aus Oslo 1: Rote Flaggen. Die Kosten der Holmenkollen-Skischanzen für die Ski-Sprungweltmeisterschaften 2011 stiegen von 500 Millionen auf 2 Milliarden Norwegische Kronen (umgerechnet von 61 auf 247 Millionen Euro). Für die Durchführung Olympischer Winterspiele müssten noch einmal über 12 Millionen Euro investiert werden: Die technische Infrastruktur und das Beleuchtungssystem müssten aufgerüstet werden, die Beschneiung erneuert, die Verkehrswege vergrößert, die Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden. Siv Jensen, die Vorsitzende der Progress Party, hat das Referendum am 9.9.2013 mit initiiert und wird mit Nein stimmen: Sie ist nicht der Ansicht, dass die Milliarden für Oslo 2022 der richtige Weg sind, mit dem Geld der Steuerzahler umzugehen. Der Präsident des Norwegischen Olympischen Komitees, Jarle Aambo, trat Mitte August 2013 nach 20 Jahren zurück: Er soll aufgrund des schlechten Abschneidens der norwegischen Sportler bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London zum Rücktritt gezwungen worden sein (Berglund, Nina, Costs, chief’s exit jeopardize ‚OL‘, in newsinenglish.no 19.8.2013).

– Neues aus Oslo 2: Mehrheit dagegen. Derzeitiger Stand der Abstimmung: 57,3 Prozent Nein-Stimmen, nur 36,6 Prozent Ja-Stimmen (Umfrage von Norwegian Broadcasting; zitiert nach Berglund, Nina, Majority opposes Olympics in Oslo, in newsinenglish.no 22.8.2013). Die Bevölkerung befürchtet Budgetüberschreitungen der mit umgerechnet 3,7 Milliarden Euro angesetzten Spiele, verbunden mit Kürzungen im Sozialbereich. Die olympischen Sportfunktionäre wollen nun eine Reihe von Veranstaltungen durchführen und um die Unterstützung von Medien wie den staatlichen Rundfunk NRK und Aftenposten kämpfen (Ebenda).

– Erster offizieller Bewerber für Olympische Winterspiele 2022: Das ist Almaty in der Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Dortiger Staatspräsident bzw. Diktator ist Nursultan Äbischuly Nasarbajew. Almaty hat mit Kasachstans neuer Hauptstadt Astana bereits 2011 die Asienspiele ausgerichtet und war 2017 Austragungsort der Hochschulspiele (Olympia 2022: Almaty ist erster Bewerber für Olympia 2022, in sueddeutsche.de 19.8.2013).

– Olympische Traumtänzer in der Ukraine. Auch die Ukraine wird sich bis zum 14.11.2013 mit Lwiw und der Zakarpattia-Region bewerben. Der stellvertretende Premierminister Oleksandr Vilkul: „Wir hoffen, dass wir einen Traum realisieren dürfen, Gastgeber für die Olympischen Spiele zu werden, wodurch unser ganzes Land geeint werden könnte“ (Ukraine to officially bid for hosting 2022 Olympics by mid-November, in nrcu.gov 21.8.2013).
Zur „Einigung“ denke man in der Ukraine an die Rolle der dortigen Oligarchen (EM 2012!), das Schicksal von Julia Timoschenko etc.

– Auch Krakau bietet mit. Auch die polnische Stadt Krakau wird sich zusammen mit der Tatra-Region der Slowakei um 2022 bewerben (Krakow to team with Slovakia on joint 2022 Winter Olympic bid, in spectator.sme.sk 23.8.2013).

– Teures Österreich-Haus. Die Tirol Werbung wollte 25.000 Euro von der Stadt Innsbruck für das „Österreichische Haus“ in Sotschi 2014. Dafür wollte sich die Tirol Werbung beim ÖOC für  die Vergabe der Medaillenfeier der erfolgreichen Sotschi-Rückkehrer in Innsbruck stark machen (Jubiläum 50 Jahre Olympische Winterspiele Innsbruck 1964). Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer fiel auf das Angebot nicht herein: „Zusätzlich wäre in Sotschi ein eigener Innsbruck-Abend samt Programm zu gestalten und finanzieren gewesen“ (Mitterwachauer, Manfred, Mair: „Kein Landesgeld nach Sotschi“, in tt.com 27.8.2013). Der Tourismus Verband Innsbruck wollte trotzdem dafür 25.000 Euro aufbringen: Man müsse „mit dem ÖOC guten Kontakt halten“ (Ebenda). Die Vertragsunterzeichnung zwischen Tirol Werbung und dem ÖOC wurde dann am 27.8.2013 überraschend abgesagt: Der Sotschi-Auftritt mit dem „Austrian Tirol House“ sollte nämlich insgesamt zwei Millionen Euro kosten. Die Tirol Werbung soll als „Premium Partner des ÖOC“ 500.000 Euro beitragen – 100.000 Euro von der Tirol Werbung selbst, der „Rest“ wäre gekommen von „TVB-Fördergelder, Partnerregionen (Bsp. Seefeld, Zillertal, Ischgl) Institutionen (Wirtschaftskammer) oder Firmen“. Der nächste Haken: Die 500.000 Euro seien, so der Geschäftsführer der Tirol Werbung, Josef Margreiter, die „Sockelfinanzierung“: „Darauf aufbauend seien diverse Aktionen für in etwa weitere 500.000 Euro zu bestreiten“ (Ebenda).

ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel äußerte sein Unverständnis über die Absage von Innsbruck: „Olympia ist eine irre Werbeplattform“ (Ebenda).
Stimmt!

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II: “München olympisch″

– Chiemgau olympisch? Die Ruhpoldinger Chiemgau-Arena soll Austragungsort für die Biathlon-Wettbewerbe werden; auch für Langlauf wäre Ruhpolding „erste Wahl“.
Die „Östlichen Chiemgauer Alpen“ stehen unter Naturschutz. Das betrifft auch die benötigten Flächen – das Naturschutzrecht wurde schon beim Ausbau der Chiemgau-Arena für die Biathlon-WM-Anlage außer Kraft gesetzt.

„Die Chiemgau-Region ist hervorragend für die olympischen Disziplinen Biathlon und Langlauf geeignet. Das ist das Ergebnis der Standortuntersuchungen der von der Landeshauptstadt München beauftragten Arbeitsgemeinschaft „München 2022“… Zudem wäre für die Austragung der Spiele ein Olympisches Dorf in der Region notwendig. Auch dafür gibt es mehrere geeignete Standorte, wobei sich Inzell/Außernfeld derzeit besonders anbieten würde“ (Pressemitteilung Landratsamt Traunstein, www.chiemgau24.de 2.8.2013).
Weiß jemand, was InzellAußernfeld nach 2022 mit einem Olympischen Dorf macht?

– Faule Versprechen: kein Gigantismus. Ruhpolding spurt. Im Gemeinderat trug der Leiter des Biathlon-Zentrums, Engelbert Schweiger, den derzeitigen Stand München 2022 vor. Die Verhandlungen mit den Grundeigentümern seien auf ein „grundsätzlich positives Echo“ gestoßen (Pichler: „Wir brauchen keinen Gigantismus“, in traunsteiner-tagblatt.de 5.8.2013).
Das kennt man von der Bewerbung München 2018 aus Garmisch-Partenkirchen.

Schweiger zu den Langlaufwettbewerben am Fuß des Unternberges: „Hier seien so gut wie keine Eingriffe in die Natur erforderlich“ (Ebenda).
Das kennt man von der Bewerbung München 2018 aus Garmisch-Partenkirchen.

Schweiger zur Bewerbung München 2022: „Man hat aus den Fehlern der Bewerbung für 2018 gelernt“ (Ebenda).
Offiziell sind bei der Bewerbung München 2018 nie Fehler gemacht worden.

Beim Bürgerentscheid wird sehr wahrscheinlich noch keine Finanzierung der Bewerbung vorliegen.
Das kennt man von der Bewerbung München 2018.

Bürgermeister Claus Pichler (SPD) verwies auf die „fröhlichen Winterspiele“ 1994 in Lillehammer: „Wir brauchen keinen Gigantismus“ (Ebenda).
Hallo Herr Pichler: In Lillehammer starteten 67 Mannschaften mit 1739 Athleten; es wurden 61 Wettbewerbe durchgeführt. In Sotschi 2014 werden 5.000 Sportler starten und 98 Wettbewerbe durchgeführt. Und 2022 darf es IOC-bedingt von allem noch etwas mehr sein! Das liegt nicht im Einflussbereich der Bürgermeister, sondern wird im IOC-formulierten Host-City-Contract festgelegt.

– Keine Olympischen Spiele im Alpenraum! Die Grundlagen für den Widerstand gegen Olympische Winterspiele haben wir mit dem Widerstand gegen München 2018 gelegt und werden sie mit dem Widerstand gegen München 2022 fortsetzen. Mit vielfältigen Aktualisierungen und Aktionen begleitet Nolympia jeden neuen Olympia-Versuch. Sylvia Hamberger, Axel Doering und Wolfgang Zängl haben noch einmal zusammengetragen, was gegen eine Bewerbung München 2022 spricht:

Bewertung der geplanten Bewerbung für Olympische Winterspiele München 2022 durch das Netzwerk Nolympia

– Wundertüte München 2022: Sechsspuriger Autobahnausbau. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) zum sechsspurigen Ausbau der A8 am Chiemsee: „Eine mögliche erfolgreiche Bewerbung um die Winterolympiade könne hier ‚Druck im Kessel aufbauen‘ und einen möglicherweise schnelleren Ausbau bis zur Autobahnausfahrt Blaue Wand ermöglichen“ (Ramsauer: „Wir haben hier vieles vorangebracht“, in Traunsteiner Tagblatt 8.8.2013).

– Rogge verspricht und wirbt. Der IOC-Präsident hält eine Bewerbung München 2022 für aussichtsreich (IOC-Chef: München hat gute Olympia-Chancen, in SZ 19.8.2013).
Das muss er ja bei den wenigen Bewerbern! Und die Konkurrenten haben nicht die Anzahl an Fünf-Sterne-Hotels, die die Olympische Familie so gern belegt.

– Udes Wahlkampf München 2022. Viel Zeit hat er anscheinend im bayerischen Wahlkampf, der Ministerpräsidentenkandidat Ude (SPD). „Nach Auskunft von Oberbürgermeister Christian Ude sind bislang sämtliche Sponsoren weiter mit im Boot – und bei Treffen hätten weitere hochkarätige Wirtschaftsvertreter mündliche Zusagen gemacht“ (Hutter, Dominik, Riedel, Katja, Trommeln für Olympia 2022, in SZ 20.8.2013). Und auch die berühmte „Tourismus Initiative München“ (Vertreter der Wirtschaft und der Landeshauptstadt) meldete sich zu Wort: Sie tritt nun als „Team München 2022“ auf. Deren Vorsitzender Thomas Muderlak, der Chef der BMW-Welt, wollte sein Kampagnen-Budget plötzlich nicht mehr beziffern. Laut eigener Presseerklärung vom Juli 2013 sollten im Jahr 2012 eine Million Euro und 2013 zwei Millionen Euro eingesammelt werden: Das sind insgesamt drei Millionen Euro, davon kommt die Hälfte von der Landeshauptstadt München, also 1,5 Millionen Euro öffentliche Steuergelder (Quelle: „Tourismus Initiative München (TIM) e.V.“, in www.muenchen.ihk.de).  Vergleiche auch: Etikettenschwindel München 2022.

– Bayerischer Wirtschaftsminister denkt mit… Martin Zeil (FDP) besuchte Berchtesgaden und gab folgendes von sich: „Natürlich befassen wir uns mit einer weiteren Bewerbung für Olympische Winterspiele, weil das ganz große Impulse gibt. Denken wir nur an die infrastrukturellen Verbesserungen für den Schienen- und Straßenverkehr“ („Die Liebe zu Berchtesgaden und dem Königssee ist geblieben“, in berchtesgadener-anzueiger.de 28.8.2013).
Zur Erinnerung: Die USA sagten für 2022 ab. Graubünden 2022 wurde abgewählt. Oslo 2022 hat derzeit 58 Prozent Gegner. Nur die Bayern marschieren mit der Bewerbung München 2022 – Motto: Niemand hat die Olympischen Winterspiele 2022 haben wollen – und schon haben wir sie bekommen.

– Was auch zu einer Bewerbung 2022 gehört: Kohlendioxid. Der CO2-Wert der Atmosphäre steigt unaufhörlich: Er hat im Mai 2013 erstmals die Tages-Marke von 400 ppm (parts per million) erreicht. Was dies für die eigene Lebensbiographie bedeutet, finden Sie hier.

– Diskussion in Ruhpolding. Der grüne Kreisrat Sepp Hohlweger hatte Katharina Schulze von der Nolympia-Gruppe München eingeladen, um mit Gästen die Folgen einer Bewerbung für Ruhpolding und den Landkreis zu diskutieren. Durch hohe Kosten von München 2022 würden laut Hohlweger andere Projekte in Ruhpolding wie Freibadsanierung, Soccer Park, Skaterpark, Jugendtreff, ein Sozialbüro auf der Strecke bleiben.  Im Landkreis wäre beispielsweise der Bau der Turnhalle des AKG in Traunstein, die Sanierung der Realschule in Trostberg, die energetische Sanierung landkreiseigener Gebäude und vieles mehr zurückzustellen. Bezüglich der Unterbringungsmöglichkeiten für Athleten, Funktionäre und Reporter sagte Willi Geistanger aus Siegsdorf. „Wir haben die Bewohner in Voraus gefragt, ob sie ihre Häuser für die Olympiade zur Verfügung stellen würden. Die Antwort lautet zu 95 Prozent: Nein!“ (Effner, Axel, Kostenlawine für Gemeinden durch Olympia 2022? in Wochenblatt.de 23.8.2013). Bezüglich eines notwendigen olympischen Dorfes fragte die Architektin Helga Mandl, was damit nach den Spielen passieren soll. Hohlweger: „Eine so hohe neue Bettenkapazität wäre sicher eine gewaltige Konkurrenz zu den bestehenden Beherbergungsbetrieben“ (Ebenda). – „Herrmann Feil wunderte sich, warum er und die anderen Ruhpoldinger Gemeinderäte nicht im Vorfeld von der Stadt München gefragt wurden, ob Ruhpolding überhaupt mitmachen will“ (Ebenda).

– CSU-Fraktionschef kämpft für Olympischen Hain. Herr Josef Schmid (CSU) hat sich dafür eingesetzt, dass der für 1972 angelegte olympische Hain mit Pflanzen für die 65 Nationen wieder angelegt wird. Bereits 1974 waren zwei Drittel der Pflanzen schon geklaut oder zertrampelt. „Das Baureferat und die für den Park verantwortlichen Stadtwerke wollen im Herbst mit den Neupflanzungen beginnen“ (Neue Pflanzen für den Olympischen Hain, in SZ 27.8.2013).
Vorauseilender Olympischer Gehorsam – ziemlich überflüssig.

– Deutscher Skiverband veranlasst Landschaftszerstörung. „Wer live erleben will, wie man eine ‚rechtlich einwandfreie‘ und öffentlich wohl organisierte Zerstörung von gesetzlich geschützten Biotopen, von Naturraum und Landschaft in einer Biosphärenregion umsetzt, der muss sich auf den Weg machen und zum Jenner fahren. Dort wird Landschaft gerade zum DSV-Leistungszentrum umgekrempelt, dort wurde Bergwald gerodet, dort wird die Landschaft mit Baggern modelliert, dort kann man begreifen und erleben, dass es harte Arbeit ist, unsere schöne Landschaft, die wir bei Gelegenheit schon einmal als „Geschenk Gottes“ bezeichnen zu zerstören“ (Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen, KV Berchtesgadener Land 30.8.2013; Hervorhebung WZ). Ein  Gefälligkeitsgutachten der Bürogemeinschaft Narr-Rist-Türk aus Marzling im Auftrag von Bürgermeister Stefan Kurz ermöglichte die Landschaftszerstörung nahe dem Nationalpark.

CIPRA gegen München 2022. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA äußerte sich kritisch zu München 2022:“Der Host-City-Vertrag regelt die Rechte und Pflichten des IOC und der Gemeinden, die die Spiele ausrichten. Als ‚Knebelungsvertrag‘ und ’sittenwidrig‘ bewertete ihn unter anderem die Zivilrechtsabteilung Salzburgs, ehemalige Kandidatin für die Winterspiele 2014. So kann das Komitee die Bedingungen ändern, die Kommunen können es aber nicht. In Sotschi sind zum Beispiel zwölf Wettbewerbe nach Unterzeichnung des Host-City-Vertrags dazugekommen. Es liegt am Veranstalter dafür Platz, Sportstätten und Infrastruktur zu schaffen. Die Gemeinden müssen weiter Schneesicherheit garantieren. In einer Studie des Deutschen Alpenvereins hiess es kürzlich, dass in 20 Jahren nur mehr 50 bis 70 Prozent der Bayrischen Skigebiete schneesicher seien – trotz neuer Speicherbecken, Schneekanonen und Schneedepots.“
Zum Beitrag hier.

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III: Aktuelle Sportsplitter vom IOC, DOSB etc.

– Der Sepp Blatter des Handballs. Der Präsident der International Handball Federation (IHF), Hassan Moustafa, neu im Kritischen Olympischen Lexikon: hier.

– News aus der russischen Despotie. Putin-Russland ist äußerst sportiv: Leichtathletik-WM 2013 in Moskau (10. – 18.8.2013), Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi  (7. – 23.2.2014), Formel-1-Grand Prix 2014 in Sotschi, Schwimm-WM 2015 in Kasan (17.7. – 2.8.2015), Eishockey-WM 2016 in Moskau und St. Petersburg (19.4. –  22.5.2016), Fußball-WM 2018 (8.6. – 8.7.2018). Allein die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi liegen bereits bei umgerechnet 37 Milliarden Euro, Tendenz steigend. 19 bis 23 Milliarden Euro sollen laut Regime-Kritiker Boris Nemzow und Leonid Martynjuk veruntreut worden sein. Nemzow: „Nur Oligarchen und Unternehmen mit Verbindung zu Putin würden reich“ (Bilger, Oliver, Der Sport muss in den Russisch-Kurs, in Schweiz am Sonntag 11.8.2013).

WM 2014: Weiße Elephanten. Die Umbaukosten für das Fußballstadion in Brasilia wurden ursprünglich mit 700 Millionen Real veranschlagt; inzwischen liegen sie bei über einer Milliarde Real. Die Rechnungsprüfer gehen bei den Endkosten von 1,7 Mrd. Real aus. „Bezahlt wurde das Stadion vollumfänglich aus der Kasse des Bundesdistrikts Brasilia. Drei weitere Stadien gehen auf Kosten der Steuerzahler: jene in Manaus, in Cuiabá und in Rio de Janeiro. (…) Weder in der Hauptstadt noch in Manaus noch on Cuiabá gibt es Vereine, die in einer höheren Liga spielen. Gleiches gilt auch für Natal im Nordosten Brasiliens. Die Spiele der lokalen  Teams ziehen im allerbesten Fall wenige tausend Zuschauer an“ (Brühwiler, Tjerk, Brasiliens Fußballfest auf Kosten der Steuerzahler, in nzz.ch 23.8.2013). – „So kennt die Fußball-WM in Brasilien bis jetzt erst einen sicheren Gewinner: die Fifa selbst. Der Weltfußballverband hat nämlich bereits alle Verträge in trockenen Tüchern. 4 Mrd. $ wird das Turnier der Organisation laut  deren Generalsekretär Jérôme Valcke in die Kasse spülen – steuerfrei, versteht sich“ (Ebenda).

Kurznachrichten von der Leichtathletik-WM 2013 in Moskau:
– Deutsch-national. Der seit September 2010 bei der Bundespolizei „arbeitende“ Sportsoldat David Storl gewann in Moskau das Kugelstoßen. Die inzwischen übliche nationalfarbenträchtige Montur beim Triumpflauf: Deutschland-Fahne, Deutschland-Hütchen, Deutschland-Trikot.
– Die Sprinterinnen Kelly-Ann Baptiste und Semoy Hackett aus Trinidad&Tobago zogen sich „freiwillig zurück“, wie es zunächst hieß. Der Internationale Leichtathletikverband IAAF bestätigte den Zusammenhang mit Doping (Baptiste reist ab, in SZ 12.8.2013; Sprinterinnen weg, in SZ 13.8.2013).
– Auch Jamaika Doping-dezimiertVeronica Campbell-Brown, Sherone Simpson, Asafa Powell fehlen (Traber des Tages, in SZ 9.8.2013). Nichtsdestotrotz gewannen die Läufer aus Jamaika wieder die 4×100-Meter. Auch über den Überflieger Usain Bolt, Jamaika, wird viel gemunkelt, wie z.B. vom deutschen Weitspringer Christian Reif: „Wenn man von dem ausgeht, was ich glaube, schadet er einfach zu vielen anderen Sportlern. Ich kann nicht sagen, dass er gedopt ist. Ich kann nur Vermutungen anstellen – und die teilen komischerweise sehr viele Menschen“ (Hahn, Thomas, „Ich könnte sehr gut auf Usain Bolt verzichten“, in SZ 8.8.2013).
Nicht vergessen: Die Anti-Doping-Agentur in Jamaika testet kaum.
– Kein großes Interesse in Moskau. Das Luschniki-Stadion war oft kaum zur Hälfte gefüllt. „Die Organisatoren hatten verkündet, 80 Prozent der Tickets verkauft zu haben, die Hälfte der Karten soll jedoch an Sponsoren gegangen sein“ (Zu wenig Zuschauer, in SZ 12.8.2013). Der deutsche Zehnkämpfer Rico Freimuth: „Schade, dass die WM in Russland keinen interessiert“ („Interessiert keinen“, in SZ 13.8.2013). Der Spiegel konstatierte: „kaum Zuschauer, kaum Atmosphäre“ (Kramer, Jörg, Pfeil, Gerhard, Schepp, Matthias, Im Zeichen des Regenbogens, in Der Spiegel 34/19.8.2013).

– Rhythmischer Sportbetrug. Die Rhythmische Sportgymnastik ist seit 1986 im Olympischen Programm. Ende August 2013 fand die Weltmeisterschaft in Kiew statt. Der Präsident des Weltturnverbandes FIG und damit Chef der Gymnastik, Bruno Grandi (79), urteilte zuvor über diese Sportart, sie sei ein „Kochtopf voller Lügen“. Im Jahr 2012 wurden Kampfrichterlehrgänge manipuliert: Die Prüflinge kannten die Ergebnisse. Die Gewinner von Rio 2016 sollten damit vorbestimmt werden. Grandi suspendierte sechs von sieben Mitglieder des Technischen Komitees. 56 Kampfrichter müssen ihre Prüfungen wiederholen. Getrickst wurde schon 1996 bei den Olympischen Sommerspielen in Atlanta: Der Spanier Juan Antonio Samaranch war IOC-Präsident, Spanien gewann, die Teamdisziplin blieb olympisch (Schmidt, Sandra, Freundschaftsdienste unter Kampfrichtern, in sueddeutsche.de 31.7.2013; Streit vor WM, in SZ 24.8.2013; Rhythmische Sportgymnastik: Ein kriminelles Netz aus Freundinnen, in zeitonline 28.8.2013).
16 Kampfrichterinnen, u. a. die suspendierte russische TK-Chefin Natalia Kuzmina, protestierten und warfen der FIG-Führung vor, die Sportgymnastik zu diskreditieren (Schmidt, Sandra, Wächter für die Wächter, in SZ 29.8.2013). Die Rhythmische Sportgymnastik wird „von den Staaten des ehemaligen Ostblocks, voran Russland, dominiert. (…) Seit zehn Jahren gehen alle Medaillen an Länder der ehemaligen Sowjetunion, seit 2009 gibt es nur russische Doppelsiege, so auch 2012 bei den Olympischen Spielen in London… In Kiew sind jetzt erstmal die russischen Gymnastinnen favorisiert. Bei der EM im Juni gewannen sie alle sieben Titel“ (Ebenda).

– Zentralschweiz will Olympische Jugendspiele. „Lucerne 2020“ heißt die Bewerbung. 48 Millionen Franken sollen die Olympischen Jugendspiele im Winter 2020  kosten: 24 Millionen Franken würden die sechs Kantone der Zentralschweiz aufbringen müssen. Wer hat die Kosten verifiziert: Die übliche Sport-Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (Staatliches Risiko für die Staats-Kassen, in zentralplus.ch 15.8.2013).
Angesichts bisheriger Schätzungen und Kostensteigerungen von PricewaterhouseCoopers bei Sport-Großereignissen kann man sicher sein, dass auch „Lucerne 2020“ um einiges teurer wird.

– Neues vom Bach-Vesper-DOSB. Der Präsident der Modernen Fünfkämpfer, Klaus Schormann, hatte schon mal Einladungen verschickt zum „Gedankenaustausch“, falls Bach IOC-Prässident werden sollte (was er m. E. NICHT wird). „Gerade mal einen Tag dauerte es, bis dem wackeren Fünfkämpfer die Grundsätze verbandsinterner DOSB-Demokratie beigebracht wurden. Er zog seine Einladung an die Verbandspräsidenten schriftlich zurück – aufgrund ’sachlicher Diskussionen‘ sowie ‚aus Respekt und Würdigung unseres DOSB-Präsidenten‘. Gelacht haben darüber die wenigsten. Es rumort im Dachverband des deutschen Sports (Spott: ‚Bach-Verband‘)“ (Hartmann, Grit, Nur wir, nie ich, in berliner-zeitung.de 26.8.2013). Als eine Nachrichtenagentur Fragen der kritischen Art an die 34 Präsidenten der olympischen Verbände stellte, antwortete Rainer Brechtken, „Turner-Chef und allzeit linientreuer Bach-Gefolgsmann“ (Ebenda) im „Wir-Modus“ – auch an seine Kollegen. „Wir“ führen keine Personaldiskussion vor dem 11. September. „Wir“ haben keine Kritik an Bach, der im übrigen jede Menge Verdienste habe. Und: Die Anti-Doping-Politik würde „höchste Priorität“ genießen (Ebenda).
Oje.

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IV: Allgemeine Nachrichten

Homosexuell in Russland… Wladimir Putin hat am 30. Juni 2013 das weltweit kritisierte Gesetz zum Verbot von „Homosexuellen-Propaganda“ unterzeichnet. Nun wird gerätselt, was während der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi passieren wird – bzw. ob das Gesetz Gültigkeit hat oder nicht (Russland kippt Anti-Homosexuellen-Gesetz – aber nur während Olympia, in spiegelonline.de 30.7.2013). Das IOC möchte – offiziell – die Spiele „ohne Diskriminierung gegenüber Athleten, Offiziellen, Zuschauern und Medien“ durchführen und „hat sich ‚an höchster Stelle‘ versichert, dass den Teilnehmern und Zusehern bei den Winterspielen 2014 in Sotschi keine Festnahmen (…) drohen“ (Olympia-Komitee: „Homo-Propaganda“-Verbot gilt nicht in Sotschi, in ria.ru 29.7.2013). – „Das IOC hat von höchster Regierungsstelle in Russland Zusicherungen erhalten, dass das Gesetz diejenigen, die an den Spielen teilnehmen, nicht betreffen wird“ (spiegelonline 30.7.2013). Menschenrechtler und Schwulen-Aktivisten bezweifeln dies, da das Gesetz ja gelten würde: „Es sei aber juristisch völlig unmöglich, dieses Gesetz mal eben auszuschalten für die Spiele“ (Ebenda; Olympioniken dürfen auch in Russland homosexuell sein, in sueddeutsche.de 30.7.2013). Der russische Sportminister äußerte: „Niemand verbietet Sportlern mit nicht-traditioneller sexueller Orientierung, nach Sotschi zu kommen, aber wenn sie diese auf der Straße propagieren, werden sie dafür zur Verantwortung gezogen“ (Anti-Homosexuellen-Gesetz gilt auch bei Olympia in Sotschi, in spiegelonline 1.8.2013; Kreisl, Volker, Umarmen verboten, in SZ 2.8.2013).
Ob das IOC gegenüber Putin-Russland wirklich einschreiten will? Eigentlich liegen ja totalitäre Systeme dem IOC. Bei den Olympischen Sommerspielen Peking 2008 ging es auch um Menschenrechte – und dazu hat das IOC nur folgenlose Worthülsen von sich gegeben.

Evi Simeoni kommentierte den Vorgang in der FAZ: „Wie will Russland mit möglichen schwulen Sportlern und anderen Gästen während der Leichtathletik-Weltmeisterschaften umgehen, die demnächst in Moskau beginnen? Und was will die russische Justiz tun, wenn sich bis zur Fußball-WM 2018, die ebenfalls in Russland stattfindet, ein Nationalspieler zu seiner Homosexualität bekennen und mit öffentlichen Traumpässen und Torschüssen Schwulen-Propaganda betreiben sollte?…Der Anspruch, der dahintersteckt, lautet, dass sie ihre Großereignisse vergeben können, wohin sie wollen, solange dort nur die Bevölkerung unterdrückt wird und nicht die olympische oder die Fußballfamilie. Und jetzt? Die Gesetzgebung in Russland verletzt auch die Rechte der Sportler, Zuschauer, Kampfrichter und Medien aus dem Ausland. Die alte Denkschleife funktioniert nicht mehr. Nun ist es an der Zeit, dass sich IOC und Fifa endlich mit einer alten Forderung befassen: Dass zu den Vergabekriterien, die Bewerber für Großereignisse erfüllen müssen, auch Mindestanforderungen an den Menschenrechtsstandard eines Gastgeberlandes gestellt werden“ (Simeoni, Evi, Doch keine Freiheit für Sport-Schwule, in faz.net 31.7.2013).

Kurze Ergänzung:
– Boykott abgelehnt. Westliche Staaten und Politiker (Guido Westerwelle, David Cameron, Barack Obama etc.) lehnten einen Boykott der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi ab. Sie reagierten u. a. auf einen Brief des britischen Schauspielers Stephen Fry, der an den britischen Premier und das IOC geschrieben hatte, Putin habe „aus Schwulen Sündenböcke gemacht – wie Hitler es mit den Juden gemacht hat“ (Olympia-Boykott abgelehnt, in SZ 12.8.2013).
Fifa besorgt? Die Fifa betonte, ihre Statuten sähen keine Diskriminierung vor und erinnerte Putin-Russland an seine Zusage, „allen Besuchern und Fans einen warmen Empfang zu bereiten und für ihre Sicherheit zu sorgen“ (Fifa verlangt von russischer Regierung Klarstellung, in spiegelonline 14.8.2013).
– Schwedische Sportlerin protestiert mit Fingernägeln. Die schwedische Hochspringerin Emma Green Tregaro hatte sich aus Solidarität mit homosexuellen Sportlern die Fingernägel in Regenbogenfarben bemalt (Hahn, Thomas, „Alle verdienen die gleichen Rechte“, in SZ 17.8.2013). Green Tregaro: „Sport hat auch etwas mit Respekt vor dem anderen zu tun“ (Bunter Protest, in SZ 16.8.2013). Selbst dieses kleine Zeichen war dem Internationalen Leichtathletikverband IAAF schon zu viel: Er untersagte der Schwedin die Minidemonstration, da es Athleten untersagt sei, „während eines Wettkampfes werbliche oder politische Aussagen zu machen“ (Verband stoppt Protestaktion von Hochspringerin Green Tregaro, in spiegelonline 17.8.2013). Diese färbte sich daraufhin die Fingernägel rot. Der US-Mittelstreckenläufer Nick Symmonds widmete seine 800-Meter-Silbermedaille seinen schwulen und lesbischen Freunden (Ebenda).
– Rogge für Putin und gegen Proteste. IOC-Präsident Rogge verwies auf Regel 50 der Olympischen Charta, die praktischerweise politische, religiöse und rassistische Propaganda während der Spiele verbietet. Das Verbot der Regenbogen-Fingernägel sei ein „Mittel, um Athleten zu schützen, damit sie nicht unter Druck gesetzt werden, die Spiele als Plattform zu benutzen“ (Hartmann, Grit, Der entmündigte Athlet ist das Ziel, in zeitonline 19.8.2013). Dazu Grit Hartmann: „Das klingt ähnlich perfide wie die Kreml-Erklärung, Schwule und Lesben könnten ja zu Hause ein kuscheliges Dasein führen“ (Ebenda).
– Russische Stabhochspringerin Putin-treu. Jelena Issinbajewa lebt seit zehn Jahren nicht schlecht von ihrem Sport: „Millionenschwere Werbeverträge, ansehnliche Immobilien, Empfänge und eine Freundschaft mit Präsident Putin sind nun ihre Welt“ (Steinbichler, Kathrin, Jelena Issinbajewa, in SZ 17.8.2013). Die Aktion von Emma Green Tregaro verurteilte sie scharf: So etwas sei „nicht respektvoll“ gegenüber russischen Sportlern und Bürgern: „Ich unterstütze unsere Regierung“ (Ebenda). „Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. Dies ergibt sich aus der Geschichte. Ich hoffe, dass dieses Problem nicht die Olympischen Winterspiele in Sotschi belastet“ („Ich bin gegen jede Diskriminierung“, in spiegelonline 16.8.2013).
Issinbajewa wird bei den Olympischen Winterspielen 2014 ehrenhalber zur Bürgermeisterin ernannt und ist ehrenhalber Botschafterin der Olympischen Jugendspiele. „Für die in Monaco, ihrem vormaligen Wohnsitz, ansässige Organisation Peace and Sport, tritt sie ebenfalls als Botschafterin auf, sie soll für Toleranz und für den Dialog unter Jugendlichen werben“ (Steinbichler 17.8.2013).
Das passt ja alles wunderbar mit der vermeintlichen olympischen Toleranz zusammen.
Mutig ist Issinbajewa anscheinend nicht: Nachdem sie von anderen Sportlern kritisiert worden war, erklärte sie alles als Missverständnis und zum Sprachproblem: „Ich bin gegen jede Diskriminierung von Homosexuellen“ (spiegelonline 16.8.2013).
Was wohl Wladimir dazu sagt?
Olympische Charta schützt Putins Gesetz. Regel 50 lautet: „No kind of demonstration of political, religious or racial propaganda is permitted in any Olympic sites, venues or other areas.“ Das IOC benutzt nun Paragraph 50, um Proteste zu verhindern. „Es hat bereits deutlich gemacht, dass es etwa politische Auseinandersetzungen unter Athleten wie jetzt in Moskau nicht dulden wird – wer sich zu Statements hinreißen lässt, kann nach Regel 50 der Olympischen Charta disqualifiziert werden“ (Simeoni, Evi, Liebesgrüße nach Moskau, in faz.net 17.8.2013). Kein Wunder, dass Russland in Sotschi 2014 die Olympische Charta anerkennen will (Brief ans IOC, in SZ 23.8.2013) – Das tut Russland nicht weh.
Kommentar von Peter Sturm: „Hier kniet die ‚mächtige‘ globale Sportorganisation ohne Not wieder einmal vor dem Fürstenthron. Schon vor den Sommerspielen in Peking 2008 fühlte sich das IOC bemüßigt, Sportler daran zu ‚erinnern‘, dass die Olympische  Charta politische Propaganda im Rahmen der Spiele verbietet. (…) Genauso wenig kann sich die Organisation zu dem Schluss durchringen, der angesichts des Elends naheliegt: Man vergibt Großereignisse wie Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften nicht an zweifelhafte Länder“ (Eine eigene Welt, in faz.net 16.8.2013).

– Neues von Siemens, Samba corrupti: Die Siemens-Korruption im brasilianischen Wahlkampf

Der Siemens-Konzern hatte im Juli 2013 festgestellt, dass der Auftragsumfang bei Zügen und U-Bahnen in Sao Paolo umgerechnet 630 Millionen Euro betrug. Durch das Kartell von Siemens und der anderen fünf Konzerne waren nach Eingeständnis von Siemens mehr als 130 Millionen Euro Staatsgeld abgezogen worden. Dies führte zu Protesten im beginnenden brasilianischen Präsidentschaftswahlkampf 2014. Die Bürgerbewegung Passe Livre (Freie Fahrt) hatte gegen die Fahrpreiserhöhungen im Juni 2013 beim Confed-Cup protestiert und rechnete nun nach: „Mit solchen Summen könnte man den Preis für die Tickets von drei Real glatt auf 90 Centavos senken, 30 Cent, glaubt Matheus Preiss von Passe Livre. (…) Siemens habe an Strippenzieher in Brasilien laut der deutschen Justiz umgerechnet mindestens acht Millionen Euro gezahlt. (…) Die Entscheidung über das Projekt eines milliardenschweren Schnellzuges von Rio de Janeiro nach Sao Paolo wurde wegen der Aufregung bereits verschoben“ (Burghardt, Peter, Wahlkampf mit Siemens, in SZ 14.8.2013).

– Sport & Politik: Katar-Militärgeschäfte boomen. In die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrates (Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate) wurden im Jahr 2012 für 1,42 Milliarden Euro Rüstungsgüter von deutschen Konzernen geliefert. Im ersten Halbjahr 2013 wurden von der Merkel-Regierung Ausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter in Höhe von knapp 817 Millionen Euro genehmigt (Hickmann, Christoph, Deutsche Waffenexporte in die Golfregion boomen, in SZ 7.8.2013).

– High-Tech-Segeln: Nur einer kommt durch. Beim America’s Cup gab es ständig Materialbruch, weil sich die High-Tech-Segler am Limit bewegen. Hintergrund: Auch das Segeln sollte modernisiert werden – da es anscheinend bisher zu langweilig, zu unattraktiv war für Fernsehsender und Sponsoren. War die Kur erfolgreich? „… die rauschhaften Bilder, die in diesen Wochen vom America’s Cup gesendet werden, wirken wie ein Triumph der Modernisierer. Katamarane mit Hydraulik-Foils, einer Art Hebeschwert, segelfliegen übers Wasser, in hautenge Anzüge gepackte Crews schuften für den Sieg, Live-Kameras versetzen den Zuschauer in die wichtigsten Positionen, alles wird erklärt, alles wird verstanden. Alles? Sportlich Interessierte sind irritiert. Denn in der Herausforderer-Runde kommt bislang immer nur ein Boot an, obwohl es doch ein Wettrennen unter zweien ist. (…) Der America’s Cup 2013 kommt wie gewünscht spektakulär rüber, er liefert Bilder für die Couch – und für die Besucher, denn die Entscheidungen fallen nicht fernab auf See, sondern in der Bucht. Er ist aber auch ein Beispiel dafür, was passiert, wenn ein Sport seine Grenzen sprengen will und einen Wettbewerb anbietet mit einer Technik, die offensichtlich nicht ausgereift ist.“ (Kreisl, Volker, Bilderrausch und Pannen, in SZ 21.8.2013). Dazu gab es bei den Vorrunden einen ersten Toten.

– Pistorius angeklagt. Der High-Tech-Karbon-Prothesenträger und sechsmalige Goldmedaillengewinner bei Paralympics, Oscar Pistorius, ist wegen vorsätzlichen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp angeklagt worden (Gebete und Tränen, in SZ 20.8.2013).

– Tierquäler als Sponsor. Der Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat durch Vermittlung der Sportagentur Infront 2012 den in Tierschutzkreisen übel beleumundeten Geflügelkonzern Wiesenhof als Sponsor vermittelt bekommen. Dem Wiesenhof-Konzern ist es pro Jahr sechs Millionen Euro wert, als Trikotsponsor vom Fußball-Bundesligisten Werder Bremen fungieren zu dürfen. Im August 2013 berichtete das ARD-Magazin Report über Tierschutzvergehen bei der Ausstallung in Putenfarmen, die für Wiesenhof arbeiten. Die Geschäftsführung von Werder Bremen musste einräumen: “Der dargestellte Umgang mit den Puten ist weder mit dem Tierschutzgesetz noch mit der Firmenpolitik vereinbar” (Ärger um Sponsor, in SZ 22.8.2013). Vergleiche im Kritischen Olympischen Lexikon: Sponsoring

– Heilsbringer München 2022. Der Geschäftsführer der Olympiapark GmbH, Arno Hartung „hofft vor allem, dass die Olympischen Winterspiele 2022 in München stattfinden“ (Staubinger, Melanie, Brotlos ohne Spiele, in SZ 26.8.2013). Die Münchner Olympiahalle muss bis 2019 für 110 Millionen Euro saniert werden. (Homann, Moritz, 110 Millionen für die Olympiahalle, in merkur-online 25.8.2013). Insgesamt müssen bis 2032 über 470 Millionen Euro in den Olympiapark gesteckt werden. Die Olympiapark GmbH machte 2012 ein Minus von fast 20 Millionen Euro.
So ein schönes olympisches Erbe! Und das olympische Erbe von 2022 kostet dann doppelt.

– X-Games dürfen weitermachen. Im Münchner Olympiapark sind zwar inzwischen Autorennen verboten (DTM!). Die Geschäftsführung der Olympiapark GmbH wies aber darauf hin, dass Veranstaltungen mit Motorrädern „ausdrücklich nicht betroffen“ seien. Geschäftsführer Arno Hartung erwähnte lobend die 119.000 Besucher der X-Games (Staubinger, Melanie, Brotlos ohne Spiele, in SZ 26.8.2013). Die Bezirksausschuss-Vorsitzende riet den Anwohnern, während der nächsten X-Games am besten zu verreisen (Motorräder bleiben im Olympiapark, in SZ 31.8.2013).

– Olympiapark wird teilprivatisiert. Bis spätestens 2017 wird Red Bull eine neue Eishockey-Halle an der Stelle des jetzigen Radstadions bauen: Damit beginnt die Teilprivatisierung des Olympiaparks.

Bis dahin wird noch kräftig in die alte Halle investiert. Neue Sitzschallen, Video-Würfel, neue Bandenwerbung mit Red-Bull-Logo in den vier Himmelsrichtungen. Und ganz wichtig: Der VIP-Bereich bot bisher nur 120 Leuten Platz und wird auf das Vierfache vergrößert. Die VIPs haben nun 300 Quadratmeter – hurra! Nicht klar war, wer da investiert – die LH München? (Kerber, Matthias, Umbau! Die neue Stierkampf-Arena, in abendzeitung-muenchen.de 22.8.2013).

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V: Sport-Millionen und -Millionäre

Für die unteren Schichten: Brot und Spiele. Für die Oberschicht: Tanz ums Goldene Kalb.

– Neuer Rekord: 120 Millionen Euro. Der walisische Fußballspieler Gareth Bale soll für 100 bis 120 Millionen Euro Ablösesumme vom englischen Klub Tottenham Hotspur zu Real Madrid wechseln (Bizarrer Rekord, in SZ 2.8.2013; Honigstein, Raphael, Cardiff, London, Madrid, New York, Mars, in SZ 3.8.2013). Der spanische Staat spart beim Gesundheits- und Bildungsbudget, hat Steuern, Strompreise und Busfahrpreise erhöht. Die spanischen Profiklubs sind mit 3,6 Milliarden Euro verschuldet – inklusive Schulden beim Finanzamt: Und der Fußballer Cristiano Ronaldo erhält eine Lohnerhöhung auf jährlich 17 Millionen Euro, netto, bis 2018 (Meiler, Oliver, Teures Baby, in SZ 7.8.2013). Siehe auch unter VI.

– Irrtum: Bale kostet doch „nur“ 99 Millionen Euro! Allerdings kommen noch geschätzte 160 Millionen Euro an Brutto-Gehaltszahlungen dazu (Cáceres, Javier, „Eine Respektlosigkeit“, in SZ 26.8.2013).

– Frankreich besteuert auch Sportler. Da ab 2014 in Frankreich eine Reichensteuer von 75 Prozent für Jahreseinkommen ab einer Million Euro gelten soll, befürchtet der Präsident der französischen Fußball-Profiliga: „Wenn diese Pläne umgesetzt werden, bedeuten sie den Tod des französischen Profifußballs“ (Mühlfenzl, Martin, Torschusspanik, in SZ 2.8.2013). Der Spieler Zlatan Ibrahimovic soll jährlich 14,5 Millionen Euro verdienen. Das bliebe bei ihm und seinen Kollegen ungeschmälert: Die Spielerberater haben meist Nettogehälter ausgehandelt, und die Steuer ist ausschließlich vom Arbeitgeber aufzubringen (Ebenda).

– Gehaltsaufbesserung. Stürmer Robert Lewandowski von Borussia Dortmund erhält – wohl aus Angst der Verantwortlichen vor einer Arbeitsverweigerung Lewandowskis – für die letzten zehn Monate bei der Borussia über fünf Millionen Euro (Buschmann, Raphael, Lewandowski wird beim BVB zum Großverdiener, in spiegelonline 16.8.2013). Leicht zu rechnen: Das sind über 500.000 Euro pro Monat, oder über 25.000 Euro pro Arbeitstag, ein Stundenlohn von über 3.125 Euro. Nicht ungewöhnlich für junge Sportheroen aus der Fußballwelt…

– Rodriguez kassiert trotzdem. Der amerikanische Baseball-Profi Alex Rodriguez wurde beim Dopen erwischt (siehe unten unter VI) und wurde für 211 Spiele gesperrt. „Sollte die Strafe auch nach dem Einspruch bestätigt werden, dann würde Rodriguez etwa 36 Millionen US-Dollar an Gehalt verlieren. Nur: Sein Vertrag bei den Yankees gilt noch bis zum Jahr 2017, sollte er nach Ablauf der Sperre zu Beginn der Saison 2015 wieder auflaufen, dann ist dieser Kontrakt noch mindestens 86 Millionen US-Dollar wert. Durch diverse Prämien – er bekommt etwa sechs Millionen Dollar, wenn er in seiner Karriere noch 13 Homeruns schafft – könnte er mehr als 100 Millionen Dollar verdienen“ (Schmieder, Jürgen, Farce auf dem Feld der Yankees, in SZ 7.8.2013).

– 96 Millionen Euro für drei Jahre. Der FC Barcelona kassiert 96 Millionen Euro von Qatar Airways von 2013 bis 2016 – plus einen Bonus für den Gewinn der Uefa Champions League von fünf Millionen Euro (Barcelona kassiert fast 100 Millionen für Trikotwerbung, in spiegelonline 27.8.2013).

– Tennisdächer für eine halbe Milliarde Euro. Das Arthur-Ashe-Stadion und das Louis-Armstrong-Stadion in New York werden für umgerechnet 550 Millionen Dollar überdacht, damit die Tennisspiele nicht mehr wegen Regens unterbrochen werden müssen (Bülow, Ulrike von, Deckel drauf, in SZ 30.8.2013).

– 765 Millionen Dollar für amerikanische Frühinvaliden. Versicherungen und Spieler der National Football League haben sich geeinigt: „Die Ex-Profis, die durch ihre Sportkarriere dauerhafte Schäden davon getragen haben, bekommen Zuwendungen“ (Versicherung zahlt Ex-Profis 765 Millionen Dollar, in spiegelonline 30.8.2013). Etwa 4500 Spieler sind betroffen: „Viele der einstigen Akteure leiden aufgrund zahlreicher Gehirnerschütterungen an Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und Demenz“ (Ebenda).
Und wer bezahlt letztlich die 765 Millionen US-Dollar, Kosten für Brot und Spiele? Die Allgemeinheit.

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VI: Aktuelle Sportsplitter von Fifa, Uefa etc.

– Der Coup mit den Cups: „Ein Cup nach dem anderen wird ausgespielt. Wo kommen diese Cups her? Wofür gibt es sie? Wer will sie haben? Allein für den FC Bayern ging es binnen kurzer Zeit um den Paulaner-, Uli-Hoeneß-, Telekom- und Super-Cup. Jetzt hat er den Audi-Cup vor der Brust. Außerdem waren im Angebot: Nordcup, Sparda-Bank-Cup, Kaiserstuhl-Cup. Vor lauter Cups sieht mancher Trainer den wahren Wettbewerb gar nicht mehr… Man könnte fast meinen, diese Inflation hätte damit zu tun, dass Vereine und Verbände mit ihren ständigen Cups noch mehr Sponsoren- und Fernseh-Geld verdienen wollen. Aber dieser Gedanke ist natürlich so unerhört, dass man ihn am besten gar nicht erst denkt“ (Hahn, Thomas, Cups für alle Fälle, in SZ 1.8.2013).

– Fußball-Klassengesellschaft. Bundesliga: FC Bayern und Borussia Dortmund kassieren ab; vier Klubs schreiben rote Zahlen. 2. Bundesliga: Weniger als die Hälfte der Vereine machen Gewinn. Dritte Liga: Nur sieben Prozent sind in der Gewinnzone. Einnahmen der 36 Profi-Vereine 2013/14: 560 Millionen Euro aus Fernsehrechten. „Fast jeder dritte befragte Klub plant derzeit einen Um- oder Neubau, in der dritten Liga ist es sogar jeder zweite. Die Vereine erhoffen sich dadurch künftig höhere Einnahmen, vor allem aus dem Verkauf von Logen- und VIP-Karten. 93 Prozent der bauwilligen Klubs nennen dies als Ziel“ (Freiberger, Harald, Drei Klassen, in SZ 8.8.2013).

– Spanischer Fußball kennt keine Krise. Real Madrid hat eine halbe Milliarde Euro Schulden – und will den Waliser Gareth Bale für 100 Millionen Euro kaufen (siehe unter V). „In den VIP-Logen der großen Arenen wurden zwischen Politikern und Baulöwen viele der riesigen Bau- und Infrastrukturprojekte ausgekungelt, die zu der Immobilienblase geführt haben. Bekanntlich ist der Präsident von Real Madrid, Florentino Pérez, auch Chef des größten Baukonzerns des Landes, ein klassischer Baulöwe, der immer schon mit dreistelligen Millionensummern hantiert hat (…) Club-Präsident Florentino hatte zur Zeit des Booms einen Teil des Vereinsgeländes verkauft, darauf entstanden die vier postmodernen Wolkenkratzer des neuen Bankenviertels. Die Banken sind wenig später eingebrochen“ (Urban, Thomas, Die 100-Millionen-Sünde, in SZ 13.8.2013).

Noch wilder trieb es der FC Valencia: „Zunächst bezahlte die öffentliche Hand den Löwenanteil des Stadions und der Infrastruktur dazu. Da der Schuldenberg des FC Valencia dennoch weiter wuchs, verfielen die Regionalpolitiker auf den Gedanken, dass eine Stiftung den Verein übernehmen solle. Diese juristische Trickserei erlaubte es Stadt und Region, für Kredite zu bürgen. Es kam, wie es kommen musste: Der Verein ging pleite – die Region Valencia aber auch. Sie hängt jetzt am Tropf der Zentralregierung in Madrid, die annähernd 100 Millionen Euro an Verbindlichkeiten geerbt hat. Trotz einiger Proteste ist aber nichts passiert: Der FC spielt weiter, die Spieler bekommen weiter ihre exorbitanten Gehälter – und die nun mit ihren Steuergroschen dazu beitragenden Fans rennen weiter ins Stadion“ (Ebenda).

– Sky Deutschland steigt ein. Der zum Imperium von Rupert Murdock gehörende Bezahlsender Sky steigt mit 485 Millionen Euro in die Fußball-Übertragungsrechte ein. Burkhard Weber, Sportchef bei Sky: „Alles, was technologisch machbar ist, kommt über kurz oder lang… am Ende sind wir ja alle leidenschaftliche Fußball-Fans, was gibt es im Fernsehen, das emotionaler wäre als ein Live-Fußball-Spiel, möglichst in HD, wo du wirklich die Emotionen der Spieler in den Gesichtern sehen kannst?“ (Röckenhaus, Freddie,  Die schöne neue Fernsehwelt, in SZ 10.8.2013).
Brot und Spiele, reloaded…

– Aus dem Oligarchen-Fußball I: Anschoi Machatschkala war seit Januar 2011 ein Projekt des Oligarchen Sulejman Kerimow aus Dagestan. Kerimow ist „selbstverständlich bestens verdrahtet mit dem Kreml, reich geworden mit der Investmentfirma Nafta Moskau… regelmäßig war er unter den 20 reichsten Männern des Landes“ (Aumüller, Johannes, Abschied von der Dachterrasse, in SZ 14.8.2013). Dazu ist er einer der Haupteigentümer beim Düngemittelhersteller Uralkali, der derzeit mit Dumpingpreisen für Dünger dem deutschen Düngemittelkonzern Kali+Salz diverse Probleme verursacht. Kerimow beschäftigte u. a. Samuel Eto’o (32) – für angeblich 20 Millionen jährlich. Die Mannschaft lebte während der Woche in Moskau und flog zu den Heimspielen von Anschi Machatschkala ein. Nun verlor Kerimow an einem einzigen Tag im August 2013 über 545 Millionen Dollar (Ebenda): Und schon knausert er an seinem Fußballklub und setzt auf junge Spieler.

– Aus dem Oligarchen-Fußball II: Die Uefa schloss am 14.8.2013 den ukrainischen Fußballklub Metallist Charkow von der Champions League aus. Ein Video aus dem Jahr 2008 zeigt, wie ein Spieler des Vereins Karpaty Lwiw gesteht, wie er und Teamkollegen 110.000 Dollar von Metallist Charkow erhielten, damit sie die Partie verloren (Null zu 4). „Die ukrainische Liga gilt als chronisch manipulationsverseucht, warum geriet just dieser Sieg gegen Lwiw in den Fokus? Wer in der Ukraine diese Frage stellt, vernimmt stets den Hinweis auf den Machtkampf, der damals im nationalen Fußball herrschte. Auf der einen Seite stand der Multifunktionär und Verbandschef Grigorij Surkis; auf der anderen Seite unter anderem der damalige Besitzer von Metallist, Alexander Jaroslawskij. Mittlerweile hat Jaroslawskij den Klub verkaufen müssen und ist Surkis als Verbandschef abgelöst – doch Uefa-Vize ist er bis heute“ (Aumüller, Johannes, Schalke trifft auf Stevens, in SZ 16.8.2013; Hervorhebung WZ). Peinlich: Surkis ist heute Vize-Präsident der Uefa (Ausschuss für Charkow und Fenerbahce, in  SZ 29.8..2013).

– Teixeira sponsert Rosell. Der brasilianische Skandal-Fußballfunktionär Ricardo Teixeira hat kurz vor  seinem Abgang noch die Testspiel-Rechte der brasilianischen Nationalmannschaft bis zum Jahr 2022 verscherbelt. Rechtehalter ist nun die Agentur International Sports Events (ISE) auf den Cayman Islands. Die Einnahmen gehen nicht mehr an den brasilianischen Verband CBF: ISE gibt Teile der Einnahmen an die Privatagentur Uptrend Development LLC weiter. Diese ist registriert auf Alexander R. Feliu, richtig Alexandre Rosell i Feliu: bzw. Sandro Rosell: Das ist der Präsident des FC Barcelona (Kistner, Thomas, Profiteur in Barcelona, in SZ 17.8.2013). Pro brasilianischem Freundschaftsspiel fließen 1,6 Millionen Dollar an die ISE, die 1,1 Millionen Dollar an den CBF weiterreicht: 450.000 Dollar gehen an Rosells Uptrend Development. „Hinter der ISE, die Teixeira mit CBF-Rechten fütterte, stehen Investoren aus Katar und Saudi-Arabien. Das lenkt den Blick auf die WM-Vergabe 2022 an den Wüstenstaat: Seit jener umstrittenen Entscheidung halten sich Gerüchte,  dass das Turnier von dem superreichen Emirat erkauft worden sei“ (Ebenda).
Interessant dabei: Die damals elfjährige Tochter Antônia Teixeira bekam im Juni 2011 umgerechnet 1,7 Millionen Euro überwiesen – von Sandro Rosell (Kistner, Thomas, Millionen für die Tochter, in SZ 18.2.2012). Dieser hat wiederum die Qatar Foundation  als Sponsor für den FC Barcelona angeworben: für 165 Millionen Euro bis zum Jahr 2022 (Ebenda). Rosells Agentur Bonus Sport Marketing war beim Start des monumentalen Talentwettbewerbs der katarischen Aspire-Akademie beteiligt (Ashelm, Michael, Die Qatar-Connection, in faz.net 11.1.2013).

– Blatter will verlegen. Ursprünglich hatte die Fifa-Evaluierungskommission die Kandidaten für die Fußball-WM 2018 (Russland) und 2022 (Katar) durchfallen lassen. Prompt wurden sie von der Exekutivkommission gewählt. Nun nannte angesichts der im Sommer bis zu 45 Grad heißen Temperaturen in Katar Fifa-Präsident Blatter die Wahl Katars „eine Fehlentscheidung“ und trat für eine Winter-WM 2022 ein. „Warum ist weder der Fifa-Präsident noch jemand anderes mit mindestens Hauptschulabschluss beim Wahlkongress aufgestanden und hat auf diese Mogelpackung hingewiesen? „(Ahäuser, Jürgen, Wendehals, in fr-online 28.8.2013).
Weil es sich um die Sportdemokratur handelt, wo andere Gesetze als Fairness, Ehrlichkeit oder Logik gelten. 

– DFB bewirbt sich um Fußball-EM 2020. Am 30.8.2013 wurde im DFB-Präsidium abgestimmt, ob man sich mit Berlin oder München als Austragungsort für die EM-Runde der Uefa Champions-League bewirbt – nicht ganz unvoreingenommen: „Fünfzehn Präsidiumsmitglieder werden am Freitag abstimmen, darunter vier Vertreter der Deutschen Fußball-Liga (DFL), die bereits angekündigt haben sollen, geschlossen für München zu votieren. Ihr Hauptargument: Das Stadion in München befindet sich – anders als in Berlin – in Vereinsbesitz. Die zu erwartenden Einnahmen würden daher im Ligakreislauf bleiben. In Berlin würde hingegen das Land als Eigentümer des Stadions profitieren“ (Hermanns, Stefan, Rosentritt, Michael, Berlin oder München? Der DFB muss sich entscheiden, in tagesspiegel.de 29.8.2013).
Natürlich wurde das Stadion des FC Bayern in München gewählt.

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VII: Doping-News

– Doping in Deutschland gefahrlos. 2012 wurden hier zwar 185.000 Proben genommen, wovon bei gerade einmal 1,56 Prozent auffällige Werte ermittelt wurden. „Fürs sportinterne Kontrollnetz gilt das Übliche: In ihm verfangen sich vor allem die Dummen… Minidosen, längst die probate Spritzmethode, sind nicht zu entdecken“ (Hartmann, Grit, Wie es den Betrügern gefällt, in berliner-zeitung.de 2.8.2013).

– „Kein Doping im Stall“. Anfang August 2013 besuchte Ernst Jakob schließlich doch den Prozess Team Gerolsteiner/Radfahrer Stefan Schumacher (vergleiche Chronologie Juni 2013). „Die Direktive war: In diesem Stall findet kein Doping statt“ (Aumüller, J., Catuogno, Claudio, Alter Bekannter, in SZ 7.8.2013). – „Ernst Jakob stammt aus Freiburg, er ist ein Schüler von Joseph Keul, einem der maßgeblichen Profiteure und Antreiber der Dopingforschung in Westdeutschland. An einem von Keuls wichtigsten Projekten war Jakob schon Ende der Achtziger beteiligt, an der Studie mit dem Titel ‚Regeneration und Testosteron'“ (Ebenda). Auf der Homepage von Jakobs Arbeitgeber, der Sportklinik Hellersen, steht zu Jakob: „Olympiaarzt Calgary1988, Albertville 1992, Lillehammer 1994, Nagano 1998, Salt Lake City 2002, Turin 2006. Teamarzt Nordischer Skisport des Deutschen Skiverbandes. Teamarzt Radsport (Coast, Bianchi, Gerolsteiner). Mitglied der Kommission Sportmedizin des Deutschen Fußball-Bundes. Fachgutachter Sportmedizin der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Local Medical Officer der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Lehrbeauftragter des Faches „Sportmedizin“ am Institut für Sport und Sportwissenschaft der TU Dortmund. Referent für Fort- und Weiterbildung, 2. Vorsitzender, Sportärztebund Westfalen e.V.“ – „Der DOSB wird auf der Seite in der Rubrik ‚Partner‘ geführt. Allerdings sind die Vorwürfe im Schumacher-Prozess dem Dachverband nun doch zu problematisch geworden. Bereits nach Äußerungen von Schumacher und Kopp, Jakob habe sie beim Dopen beraten, sei man aktiv geworden, seit Montag ruhe die Zusammenarbeit mit der Sportklinik, hieß es“  (Ebenda).
Am 7.8.2013 sagte der ehemalige Mannschaftsarzt Mark Schmidt vor Gericht aus, „er habe nichts von Regelbrüchen gewusst und nie beim Dopen geholfen“ („Falsch ausgesagt“, in SZ 8.8.2013).

– Ende der Doping-Vertuschung? Die Studie „Doping in Deutschland von 1950 bis heute“ wurde von zwei Forschergruppen aus Münster und Berlin verfasst; sie musste aufgrund von Geldmangel beim Jahr 1990 abgebrochen werden. Die Studie wurde über die Süddeutsche Zeitung am 3.8.2013 publizistisch vorgestellt. Belastet werden vor allem die Auftraggeber der Studie: das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp): „Die Auftraggeber – also das BISp selbst sowie dessen übergeordnete Behörde, das Bundesinnenministerium  – werden darin in vielen Details beschuldigt, seit den Siebzigerjahren Doping und Dopingforschung staatlich subventioniert zu haben“ (Herrmann, Boris, „Substantielle Unterschiede“, in SZ 6.8.2013).
Merkwürdigkeiten begleiteten das Entstehen der Studie. „So wurden die Historiker der HU erst im Laufe ihrer Arbeit dazu verpflichtet, nach dem Ende des Projekts alle brisanten Daten und Datenträger, die sie in Archiven gefunden hatten, zu vernichten“ (Herrmann, Boris, Ab damit ins Archiv, in SZ 3.8.2013). Zunächst sollten aus angeblichen Datenschutzgründen Namen vertuscht werden. Der Bundesdatenschutz-Beauftragte Peter Schaar ließ dazu wissen, er begreife „den Datenschutz nicht als Decke, die über Versäumnisse der Vergangenheit gebreitet werden darf“ (Dopingstudie belastet angeblich Ex-Innenminister Genscher, in spiegelonline 7.8.2013).

– Zensur durch Kürzen. Dann ließen die Stellungnahmen des BISp-Beirates auf sich warten, danach weigerte sich das BMI, die Verantwortung im Fall von Klagen zu übernehmen. Veröffentlicht wurden dann vom BMI nur Teile, so statt der 804 Seiten der Berliner Forscher um Giselher Spitzer gerade einmal 140 Seiten (Doping-Enthüllungen erschüttern deutschen Sport, in SZ 5.8.2013): „Die Humboldt-Universität hat diesen Bericht auf Anweisung des BISp eingekürzt“ (Herrmann 6.8.2013). Das nicht überraschende Ergebnis: „Durchaus wesentliche Details und Erkenntnisse wurden nicht publiziert“ (Hofmann, René, Öffentliche Kontrolle, in SZ 6.8.2013).
Die BISp-Studie „Regeneration und Testosteron“ wurde auf 98 Seiten vorgestellt und von den Historikern als „herausragendes Fallbeispiel für die Geschichte des Dopings in Westdeutschland“ benannt (Aumüller, Herrmann, Kistner 6.8.2013): Auch dieser Teil fehlt in der offiziellen Veröffentlichung des BMI.

– Verschleiern. Unter dem Begriff „Substitution“ verbargen sich diverse Dopingmittel einschließlich Anabolika. Unter dem Stichwort „Regeneration“ verbarg sich Forschung mit leistungsfördernden Mitteln wie Testosteron. Gegen „Übertraining“ halfen Testosteron und andere Medikamente (Aumüller, J., Kistner, T., Zweckentfremdung, Irreführung, Betrug, in SZ 5.8.2013). Der Ehrenpräsident des NOK, Walther Tröger, sagte: „Es wurde Doping geforscht, das war ein Auftrag der Bundesregierung, jeder wusste das“ (Ebenda). Auch erfolgte die Subventionierung durch den Staat lautlos und großzügig. In einem Schreiben der Professoren Herbert Reindel und Joseph Keul vom 12.10.1971 an das BISp stand unter Punkt 5.d als  Forschungsgegenstand: „Wird durch Anabolika die Leistungsfähigkeit bei Kraftübungen gefördert, und in welchem Maße besteht eine Gefährdung durch Einnahme von Anabolika (Fortführung bereits in diesem Jahr begonnener Versuche).“ – Systematisch wurden seitens der Sportverbände Dopingtests unterlaufen und Trainingskontrollen verschleppt.

– Politiker involviert. Der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher wird benannt, der Medaillen bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München gefordert hatte, „koste es, was es wolle“ (Aumüller, Johannes, Herrmann, Boris, Kistner, Thomas, Brisante Fragen an Genscher und Bach, in SZ 6.8.2013), dazu Wolfgang Schäuble, aber auch Thomas Bach.

– Zur Aktenlage: „Bereits 2011 hatte die Berliner Gruppe öffentlich kritisiert, dass Originale verzeichneter Akten der Jahre 1969 bis 1988 zum Zeitpunkt des Forschungsauftrages nicht mehr vorlagen… Das Bundesarchiv übernahm 2005 letztmals Unterlagen vom BISp, für den Rest erging eine Vernichtungsermächtigung an das Bundesinstitut. Da auf Anfrage im Bundesarchiv nach Akten mit brisanten Spuren nur noch zwei Akten vorlagen, muss im Umkehrschluss gelten: Alle anderen landeten im Schredder“ (Muth, Achim, Exklusiv: Doping in Deutschland – Die Akte VF-1220/13/72, in mainpost.de 29.7.2013).

– Ein Ergebnis: Kritiker wurden ausgeschlossen. „Ende der Sechziger Jahre wurde im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) offen und kontrovers über den Nutzen und die Gefahren von anabolen Steroiden diskutiert… Im März 1971 gab sich der DLV ein Regelwerk zur Dopingbekämpfung. Hart angewandt wurde dieses in den ersten Jahren aber nicht, im Gegenteil. Die Studie führt aus, dass lediglich zwei Mitglieder der Anti-Doping-Kommission rigoros vorgehen wollten. Diese beiden seien 1977 aus dem Verband ausgeschlossen worden“ (Aumüller, Johannes, Herrmann, Boris, Hofmann, René, Kistner, Thomas, Gewinnen um jeden Preis, in SAZ 3.8.2013).
Vergleiche auch: Die Doping-Connection – Deutsche Sportärzte und der DSB/DOSB und „Doping in Deutschland“: Randnotizen

– Klaus Kleber interviewt Thomas Bach im ZDF-HeuteJournal, 5.8.2013.
Kleber: „Das kann doch nicht sein, dass Sie in all der Zeit vom Ausmaß dieser Betrügereien, wie wir das heute nennen würden, keine Kenntnis bekommen haben.“
Bach: „Schon als Athlet, ich war ja selbst Mitglied der Olympiamannschaft 1976, war für uns in Fechterkreisen das Thema Doping kein Thema…“
Kleber:Nie davon gehört?“
Bach:In unseren Kreisen war das wirklich kein Thema. Wir haben dann hinterher aus Zeitungen und aus vielen anderen Quellen dann natürlich immer Einzelstücke erfahren…“ (Hervorhebung WZ)

– Heidi Schüller greift Bach an. Die frühere Leichtathletin Heidi Schüller (sprach den Athleteneid 1972 in München) zur Bachs Unkenntnis über Doping: „Bach ist für mich eindeutig der falsche Mann am falschen Platz. Zum Thema Doping muss er mehr gewusst haben, als er zugibt. Damals wurde überall darüber gesprochen, da kann er ja nicht immer nur weggehört haben… Als Funktionär muss er das ja so darstellen. Das hat damals in München jeder mitbekommen, der es wollte. Da wurde darüber geredet. Thomas Bach hat aber eine Funktionärskarriere eingeschlagen, da muss man angepasst sein und sich auf der Schleimspur bewegen, wenn man nach oben kommen will“ (Schüller stellt Bach an den Pranger, in Münchner Merkur 7.8.2013).

– Doping-Paradies Freiburg. Der ehemalige Sprinter Manfred Ommer zur Dopingstudie im HeuteJournal, 6.8.2013: „Freiburg war das Paradies für die Athleten, und dort bekam man das, was man brauchte, oder dort wurde von den Medizinern gesucht, was man braucht… Wenn du im Wartezimmer saßest, hast du alles, was Rang und Namen hatte, aus allen verschiedenen Sportarten getroffen, und jeder wusste, warum er hinfährt. Und dort wurdest du dann auch belehrt, wann du die Mittel absetzen musst… Ich kann mich noch an meinen ersten Länderkampf erinnern, das waren gleich Europameisterschaften, und ich saß dort, und der Professor Keul hat einen Vortrag gehalten, wann man Anabolika absetzen muss. Ich habe meinen Ohren nicht getraut… Ich habe 1977 schon zum Leidwesen des DFB gesagt, natürlich wird auch im Fußball gedopt.“

– Keine Überraschungen im Doping-Bericht. Der ehemalige Frauen-Bundestrainer, Hansjörg Kofink, trat 1972 zurück, weil er gegen Anabolika-Doping eintrat. Er äußerte u. a. zum Dopingreport: „Ich denke auch an einen Beitrag der Richthofen-Kommission, die nach der Wende die Aufarbeitung des deutschen Sports in Ost und West leisten sollte. Da war von einem Papier in der Öffentlichkeit die Rede, auf dem 180 Namen von Dopern oder Mitwissern des Dopings gestanden haben sollen. Einen Tag später wurde mit fünf Zeilen lapidar vermerkt, die Liste gäbe es gar nicht. Das ist längst widerlegt. Es hat niemand weiter nachgebohrt…
Denken Sie nur an den ehemaligen Radprofi Jörg Paffrath, der kurz vor dem Tour-Sieg von Jan Ullrich, 1997 präzise, mit Angaben der Medikamente schilderte, was ablief im Profi-Radsport, in den Rennställen wie beim Team Telekom. Was ist mit ihm passiert? Er bekam eine lebenslange Sperre vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) wegen seines Doping-Geständnisses und Schädigung des Ansehens des BDR und wurde erst 2003 begnadigt. Sonst hat sich keiner darum gekümmert. Der Fall Paffrath war eine der dunkelsten Stunden des freien Sports in Deutschland. In der Begründung seiner Verurteilung hieß es, er beschmutze die Ehre des BDR und alle Radrennfahrer…
Der Olympiasieger im Kugelstoßen von 1976 (Udo Beyer, d. Red.) hat in diesem Jahr gesagt: Der Zweite ist der erste Verlierer. Der Satz sagt in aller Deutlichkeit, dass für diese Athleten Fairness und olympischer Geist Müll sind. Der Mann hat nicht mal begriffen, dass es ohne den Zweiten keinen Ersten geben kann. Ein Olympiasieger hat schon vor Jahren gesagt, dass Ethik und Moral im Spitzensport dumme Schwafelei seien und dort nichts zu suchen hätten…

Christina Schwanitz, Hallen-Europameisterin 2013 im Kugelstoßen, meinte im Deutschlandfunk, dass sie fürs Vaterland kämpfe, es sei eine Art Krieg, den man führe… Athleten wie die Speerwerferin Steffi Nerius beenden ihre Karriere mit den Worten: ,Ich traue keinem, auch keinem aus der eigenen Mannschaft‘…“ ( „Das konnte man alles wissen“, Hansjörg Kofink im Interview mit Anno Hecker in faz.net 4.8.2013; Hervorhebung WZ).

– Bachs Anwalt schreibt wieder einen Brief. Achim Muth von der Mainpost stellte Bach Fragen zu “Doping in Deutschland”, zu Bachs Unkenntnis jeglicher Dopingvorgänge in seiner Zeit als aktiver Fechter und seiner Verbindung zum Tauberbischofsheimer Fechttrainer Emil Beck, der wiederum enge Verbindungen zu den Freiburgern Reindell und Keul sowie DDR-Trainern hatte. Thomas Bach ließ seinen Anwalt Christian Schertz antworten, der umgehend mit rechtlichen Schritten drohte. Muth: “Eine Presseanfrage wird mit einem anwaltlichen Verfahrenskürzel beantwortet, statt Antworten wird gemauert und gedroht. Nach einer langen Einleitung mit vielen Worten wie ‘Verdachtsberichterstattung’. ‘Mandant’, ‘Berichterstattungsanlass’ schreibt Scherz schließlich: ‘Zu Ihren Fragen kann festgestellt werden, dass sich hier jegliche Verbindung zu Ihrem Mandanten in einem etwaigen Bericht verbietet” (Muth, Achim, Das Schweigen des Thomas Bach, in mainpost.de 29.8.2013). Ähnliches schrieb Schertz auch der Journalistin Grit Hartmann (aufgrund des Artikels „Schwierige Mentalität“ in berliner-zeitung.de 13.8.2013), vergleiche hier bei Jens Weinreich. Der Presseanwalt der Mainpost, Johannes Weberling, schrieb: “Das offenbar hinter dem Vorgehen von Herrn Bach stehende Verständnis des Grundrechts der Pressefreiheit in einer freien Gesellschaft hat mich regelrecht erschreckt” (Muth 29.8.2013).
Kleiner Baustein aus der Sportdemokratur…

Dazu Alexander Osang im Spiegel: „Den Rest besorgt Bachs Anwalt, der manchmal schon während der Recherche anruft. ‚Ich werde mein Leben nicht danach einrichten, dass jemand Dreck auf mich wirft, in der Hoffnung, dass etwas kleben bleibt‘, sagt Bach“ (Osang, Alexander, Der Strohmann, in Der Spiegel 36/2.9.2013).

Kurznachrichten aus der Doping-Welt:

– Sperre bis Saison-Ende 2014. Der US-Baseball-Spieler Alex Rodriguez wurde wegen Dopings für 211 Spiele gesperrt: Er soll Dopingmittel von der Dopingklinik Biogenesis bezogen haben. „Ein ehemaliger Mitarbeiter der Klinik hatte gar behauptet, man habe ‚weit über hundert Sportler‘ mit verbotenen Mitteln versorgt“ (Schmieder, Jürgen, Farce auf dem Feld der Yankees, in SZ 7.8.2013). Allerdings legte Rodriguez Einspruch ein – und darf dadurch weiterspielen, als wenn nichts geschehen sei (Ebenda). Rodriguez hat einen mit 275 Millionen Dollar dotierten Zehn-Jahresvertrag mit den New York Yankees (211 Spiele gesperrt, in SZ 6.8.2013; siehe auch unter V).

– Baseball-Kollege gesperrt: Miguel Tejada wurde nach mehrfachen positiven Tests auf Amphetamine für 105 Spiele gesperrt (105 Spiele Sperre, in SZ 19.8.2013).

– 31 türkische Leichtathleten gesperrt. Der Vorsitzende des Leichtathletik-Verbandes trat zurück. „Er zog damit die Konsequenzen aus zahlreichen Dopingskandalen, die auch die Bewerbung Istanbuls um Olympische Spiele 2020 überschatten“ (31 Sportler gesperrt, in SZ 6.8.2013).

– Noch ein Radler gesteht. Der frühere Radprofi Andreas Klier (Team Garmin-Sharp) gab zu, von 1999 bis 2006 Epo, Wachstumshormone, Kortison und Bluttransfusionen eingenommen zu haben (Klier gesteht, in SZ 16.8.2013).

– Geisterhand-Radler Froome. Ines Geipel von der Doping-Opfer-Hilfe zum Radrennfahrer Chris Froome: „Gerade wurde die 100. Tour de France beendet. Der Radsport müsste sich nach Armstrong, Ullrich und all die anderen eigentlich umbenennen in Tour de Doping. Und doch feiert man den Sieger Chris Froome, der wie von Geisterhand gesteuert den Berg hinauffuhr“ (Hungermann, Jens, Seinel, Andrea, „Das ist wie ein Mini-Mauerfall“, in welt.de 8.8.2013).

– Doping existiert nicht. Der Anti-Doping-Chef des Internationalen Schwimmverbandes Fina, Andrew Pipe aus Ottawa, wurde anlässlich der Schwimm-WM 2013 in Barcelona in der SZ zum Doping-Thema befragt. Fazit des Journalisten: „Andrew Pipe, der oberste Dopingjäger der Fina, wirkt wie ein Polizeidirektor, der glaubt, dass das Verbrechen gar nicht existiert“ (Catuogno, Claudio, Heile Welt, in SZ 6.8.2013).

– Freiburg mauert weiter. Die Leiterin der Untersuchungskommission zur Freiburger Doping-Historie, Letizia Paoli, beklagte sich über nach wie vor bestehende Behinderungen des Gremiums. Erst nach mehr als einjähriger Verspätung habe die Kommission Zugang zur Geschäftskorrespondenz von Joseph Keul bekommen. Rektor Hans-Jochen Schiewer „habe schon 2010 konkrete Zeugenbefragungen abgelehnt, sein Vorgänger Wolfgang Jäger sogar Akten manipuliert. Auch die Stadt Freiburg mache entscheidende Dokumente nicht zugänglich“ (Paoli beklagt sich, in SZ 20.8.2013).

– Dagmar Freitag optimistisch. Die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages (SPD) ist optimistisch, dass demnächst ein Anti-Doping-Gesetz zustande kommt, nachdem sich auch der Fußball-Liga-Präsident Reinhard Rauball und Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) dafür ausgesprochen haben. Auf die Frage, wie lange noch DOSB-Präsident Bach dagegen sein kann, antwortete sie: „Nicht mehr lange. Ich glaube, dass wir schon in der kommenden Legislaturperiode ein Anti-Doping-Gesetz bekommen werden. Die Gesellschaft hat erkannt, dass der Sport das Problem nicht allein lösen kann“ („Der Widerstand bröckelt“, in Der Spiegel 34/19.8.2013).
Schaun mer mal, was sich der Bach-Vesper-DOSB so einfallen lässt…

– Wird Jamaika ausgeschlossen? Die Wada drohte im August 2013 Jamaika aufgrund unzureichender Dopingtests mit dem Ausschluss bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio. Wada-Generaldirektor David Howman sagte dem britischen Independent: „Sie glauben nicht, dass sie ein Problem haben“ (Wada droht Jamaika mit Olympia-Ausschluss, in sueddeutsche.de 23.8.2013). – „In den fünf Monaten vor Olympia 2012 in London soll Jamaikas Anti-Doping-Agentur nur eine Kontrolle außerhalb der Wettkämpfe durchgeführt haben. In diesem Jahr waren vier Athleten bei Jamaikas Meisterschaften überführt worden, darunter der ehemalige Weltrekordler Asafa Powell sowie die Weltklassesprinterinnen Sherone Simpson und Veronica Campbell-Brown. (…) Die Wada drohte: Würden die Standards nicht eingehalten, werde sie das Internationale Olympische Komitee informieren, das dann über weitere Schritte bis hin zu einer Sperre entscheide, zitierte die britische Zeitung The Telegraph Wada-Chef Howman“ (Ebenda).
Russland errang bei der Leichtathletik-WM 2013 in Moskau 7 Goldmedaillen, die USA sechs und Jamaika ebenfalls sechs – bei 2,8 Millionen Einwohnern.

– Brasilianisches Anti-Doping-Labor verliert Zulassung. Das einzige brasilianische Anti-Doping-Labor in Rio verlor 2012 bereits die Zulassung für neun Monate. Nun entzog die Wada erneut die Zulassung: peinlich für Rio 2016 (Zulassung verloren, in SZ 298.8.2013).

– Offizielles Nichtdopen. Bei der Leichtathletik-WM im August 2013 in Moskau wurde kein Doper gefunden. Die New York Times berichtete von einer anonymen Befragung unter Sportlern, dass bei der vorletzten WM im südkoreanischen Daegu 29 Prozent Doping zugegeben haben; bei den Panarabischen Spielen in Doha/Katar im selben Jahr sollen es 45 Prozent gewesen sein (29 Prozent gedopt, in SZ 24.8.2013; Pöhlmann, Florian, Roser, Philipp, Doping im Fußball; „Mafiöse Methoden von mafiösen Systemen“, Interview mit Fritz Sörgel, in nuernberger-zeitung/ 27.8.2013). Dopingexperte Fritz Sörgel: „Man muss sich nur mal die Liste der fast 300 weltweit Gesperrten in der Leichtathletik anschauen, dann weiß man, was los ist. Der Rest der Athleten weiß, wie sie positive Dopingtests vermeiden können“ (Pöhlmann, Roser 27.8.2013). Zum vermuteten Doping im Fußball verwies Sörgel darauf, dass der DFB-Arzt Tim Meyer verlauten ließ, „dass kein Fußballer Blutdoping mache. Anabolika seien da doch sehr viel geeigneter. (…) Herr Meyer ist ein Schüler Kindermanns, der nachweislich mit Keul, dem Anabolikapapst, zusammenarbeitete“ (Ebenda).

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VIII: Die Sportsender ARD/ZDF im August 2013

Die Auflistung der Sportsendung erfolgte nur für die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, nicht für die Dritten Programme und ist vermutlich nicht vollständig (Sondersendungen!).
Finanziert werden diese Sportsendungen durch die zwangsweise erhobenen Rundfunkgebühren.
Vergleiche auch hierzu: Die öffentlich-rechtlichen Sport-Sender

Ergebnis für August 2013 (wird ergänzt):

ARD = 3078 min =  51 h 18 min; ZDF = 2250 min =  37,5 h
ARD und ZDF gesamt: 5328  min = 88 h 48 min

2.8. ARD Sportschau live Schwimm-WM 18.00 – 19.50: 110 min
3.8. ARD Sportschau live DTM Masters 14.30 – 16.00: 90 min
ARD
Sportschau live DFB-Pokal 18.00 – 19.50: 110 min
ZDF
SportExtra Schwimm-WM 18.00 – 19.00: 60 min
ZDF
Sportstudio 23.00 – 0.00: 60 min
4.8. ARD Sportschau live DTM Masters 13.15 – 15.00: 105 min
ARD
Sportschau live DFB, Schwimm-WM 17.30 – 20.00: 150 min
ZDF
Sportreportage 17.10 – 18.00: 50 min
5.8. ARD Sportschau live DFB-Pokal 20.15 – 23.15: 180 min
7.8. ARD Bundesliga 1963 23.30 – 0.15: 45 min
9.8. ARD Sportschau 19.45 – 19.50: 5 min
ARD
Sportschau live Bayern-Mönchengl. 20.15 – 22.45: 150 min
ARD
Sportschau-Club 22.45 – 23.15: 30 min
10.8. ARD Sportschau live Leichtathl.-WM 8.30 – 11.15: 165 min
ARD
Sportschau live 12.00 – 18.05: 485 min
ARD
Sportschau 18.30 – 20.00: 90 min
ZDF
Sportstudio 22.00 – 0.00: 120 min
11.8. ARD Sportschau 18.00 – 18.30: 30 min
ZDF
SportExtra Leichtathl.-WM 10.15 – 11.00: 45 min
ZDF
SportExtra Leichtathl.-WM: 14.55 – 20.15: 320 min
12.8. ARD Sportschau live Leichtathl.-WM 9.00 – 10.45: 105 min
ARD
Sportschau live Leichtathl.-WM 17.05 – 20.00: 175 min
13.8.2013 ZDF SportExtra Leichtathl.-WM 9.05 – 10.30: 85 min
ZDF
Sportextra Leichtathl.-WM 17.05 – 20.15: 190 min
14.8.2013 ARD Sportschau live Leichtathl.-WM 9.00 – 10.45: 105 min
ZDF
SportExtra Fußb. D-Paraguay 20.15 – 23.30: 195 min
15.8. ZDF SportExtra Leichtatl.-WM 17.05 – 19.30: 145 min
16.8. ARD Sportschau live Leichtathl.-WM 9.00 – 10.10: 70 min
ARD
Sportschau live Leichtathl.-WM 17.05 – 19.48: 163 min
17.8. ARD Sportschau live Tourenwagen DTM 14.30 – 16.00: 90 min
ARD
Sportschau 3. Liga: 18.00 – 18.30: 30 min
ARD
Sportschau Bundesliga 18.30 – 20.00: 90 min
ZDF
SportExtra Leichtathl.-WM 13.05 – 18.25: 320 min
ZDF
Akuelles Sportstudio 23.00 – 0.25: 85 min
18.8. ARD Sportschau live DTM, WM etc. 13.15 – 17.00: 235 min
ARD
Sportschau 18.00 – 18.30: 30 min
ZDF
Sportreportage Bundesliga etc.  17.10 – 18.00: 50 min
27.8. ZDF Champions League 20.15 – 23.00: 165 min
ZDF
Champions League 1.25 – 3.00: 95 min
30.8. ZDF Uefa Super Cup 20.15 – 23.15: 180 min
31.8. ARD Sportschau 18.00 – 18.30: 30 min
ARD
Sportschau 18.30 – 20.00: 90 min
ZDF
  SportExtra 15.00 – 17.00: 120 min
ZDF
Das aktuelle Sportstudio 23.00 –  0.25: 85 min

 

 

 


Laufende Chronologie der Olympischen Winterspiele 2018 in München +2 (wird laufend aktualisiert und ergänzt):
1936 - 1972 bis 1997 - 2007 - 2008 - Januar 2009 - Februar 2009 - März 2009 - April 2009 - Mai / Juni 2009 - Juli 2009 - August / September 2009 - Oktober 2009 - November 2009 - Dezember 2009 - Januar 2010 - Februar 2010 - März 2010 - April 2010 - Mai 2010 - Juni 2010 - Juli 2010 - August 2010 - September 2010 - Oktober 2010 - November 2010 - Dezember 2010 - Januar 2011 - Februar 2011 - März 2011 - April 2011 - Mai 2011 - Juni 2011 - Juli 2011 - August 2011 - September 2011 - Oktober 2011 - November 2011 - Dezember 2011 - Januar 2012 - Februar 2012 - März 2012 - April 2012 - Mai 2012 - Juni 2012 - Juli 2012 - August 2012 - September 2012 - Oktober 2012 - November 2012 - Dezember 2012 - Januar 2013 - Februar 2013 - März 2013 - April 2013 - Juni 2013 - Mai 2013 - Juli 2013 - August 2013 - September 2013 - Oktober 2013 - November 2013 - Dezember 2013 - Januar 2014 - Februar 2014 - März 2014 - April 2014 - Mai 2014 - Juni 2014 - Juli 2014 - August 2014 - September 2014 - Oktober 2014 - November 2014 - Dezember 2014 - Januar 2015 - Februar 2015 - März 2015 - April 2015 - Mai 2015 - Juni 2015 - Juli 2015 - August 2015 - September 2015 - Oktober 2015 - November 2015 - Dezember 2015 -

Literatur zur NOlympia-Chronologie

Nolympia-Chronologie, komplett / Stand Mitte Juli 2010 als pdf-Datei

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