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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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Apr 182017
 
Zuletzt geändert am 01.05.2017 @ 17:08

Vorbemerkung:
Mit diesem Beitrag möchte ich vorläufig die Arbeit an der Webseite abschließen, an der ich gemeinsam mit dem Netzwerk NOlympia sieben Jahre gearbeitet habe. Aktualisierungen erfolgen bei Bedarf.
Der weitere Weg scheint klar: Der globale Sportkonzern IOC mit dem Oligarchen Thomas Bach an der Spitze hat den Weltsport offensichtlich fest im Griff. Die Förderung undemokratischer Prozesse im Sport („Sportdemokratur“) wird sich noch verstärken, die Tendenz zur Vergabe von Sportereignissen an autoritäre Regime wird weiter anhalten. Damit verschärfen sich auch die Dopingprobleme. Falls dies so weitergeht, werden auch Korruption und Schiebungen im Milliarden-Business Sport weiter zunehmen.
Es gäbe zu NOlympia auch durchaus noch weitere Themen zu bearbeiten: zum Beispiel die Tendenzen, mit der bereits Kinder- und Jugendliche kritiklos dem Hochleistungs- und Spitzensport zugeführt und geopfert werden. (Vgl. hierzu den Arte-TV-Film: Die Kehrseite der Medaille)
Wir würden uns freuen, falls externe Kenner und Kritiker des Spitzensports uns aktuelle und fundierte Beiträge zur Verfügung stellen.

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Schneller, höher, stärker: Frühinvalide

Gliederung:
Zur Absicht
1. Teil: Sport gegen Gesundheit
1.1. Das Olympische Motto * 1.2. Spitzensport und Gesundheit * 1.3. Illusionen und Sportideologien * 1.4. Sommersport: Leichtathletik – Radfahren – Fußball – Tennis – Handball – Basketball – Turnen – Gewichtheben – Klettern – BMX – Mountainbike * 1.5. Wintersport : Skirennen – Zitate aus der Ski-Welt – Skispringen – Snowboard – Bob – Eislaufen – Biathlon – Eishockey – Golf * 1.6. Noch extremerer Sport: Die X-Games – Die Winter-X-Games – American Football – Boxen – Wrestling – Mixed-Martial-Arts – Motorsport
2. Teil: Schlechte Perspektiven
2.1. Zitate zum Sport * 2.2. Gehirnschäden * 2.3. Nach der Karriere
3. Teil: Die Kosten von Brot & Spiele
3.1. Zur Position der Berufsgenossenschaft * 3.2 Krankenversicherung * 3.3. Invaliditätsversicherung * 3.4. Doping
Fazit
Quellen

Zur Absicht
In diesem Beitrag geht es nicht darum, Spitzensportler zu diskriminieren. Sie werden – durch den Verwertungsdruck und aufgrund der Millionengeschäfte im Sport – seit Jahrzehnten gnadenlos ausgebeutet und gesundheitlich ruiniert. Viele sind am Ende ihrer kurzen Sportkarriere gesundheitlich schwer geschädigt, berufsunfähig oder Frühinvaliden. Die Allgemeinheit muss oftmals sowohl für die Kosten der Sportunfälle und der bleibenden Schäden als auch für deren Spätfolgen aufkommen. Auf die psychischen Folgen und Schädigungen kann hier nicht eingegangen werden: Sie wären ein eigenes Thema wert.

Die von mir seit Jahren gesammelten Meldungen stellen keine wissenschaftliche Untersuchung oder gar eine sportmedizinische Abhandlung dar. Diese Aufzählung soll an Einzelbeispielen über Karrieren in den verschiedenen Spitzen- und Hochleistungssportarten – und über das Leben nach der Sportlerkarriere- aufklären.
Besonders verhängnisvoll ist die Vorbildfunktion der in den Medien gefeierten Sportheroen für die nachfolgenden Jungsportler: Sie sind die nächsten Sport-Frühinvaliden.

Ich habe oft nur wenige Beispiele, manchmal auch nur einen besonderen Fall aufgenommen: Die Fallbeispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkei

1. Teil: Sport gegen Gesundheit

1.1. Das Olympische Motto
„Citius, altius, fortius“ – „Schneller, höher, stärker“ wurde 1894 von Pierre de Coubertin als olympisches Motto vorgeschlagen, 1924 erstmals zitiert und 1949 in die IOC-Satzung aufgenommen. Es ist am Anfang des 21. Jahrhunderts – angesichts der sich auf vielen Gebieten andeutenden Katastrophen ein beispielhaft einfältiges Motto, das vom IOC noch  immer als Leitmotiv verwendet wird.
Unter dem Titel „Citius, altius, mortuus“ stellte der Theologe und Jesuit Alois Koch bereits 1988 bei einer Tagung zum Hochleistungssport fest: „Die fast einhellige Meinung war diese: Was muss bei  der Produktion von  sportlichen Höchstleistungen an Geld investiert werden von Vereinen, Verbänden, von Bund und Ländern? Wie wird die Höchstleistung honoriert? Was wird dabei verdient?“ (Koch 1988). Nach Henning Eichberg ist der Hochleistungssport der „Kultus der Industriereligion“ (Ebenda).

1.2. Spitzensport und Gesundheit
Bereits 1987 war im Spiegel zu lesen: „Genaugenommen sind Hochleistungssportler eine Division von Sportkrüppeln und Frühinvaliden. Für den Applaus und den Platz auf dem Siegertreppchen nebst seinen geldwerten Folgen müssen sie bitter bezahlen – die einen früher, der andere später“ (Spiegel 37/7.9.1987).
Der österreichische Sportmediziner Ludwig Prokop hat in einem Interview darauf hingewiesen, „dass bei etwa 80 % der untersuchten österreichischen Hochleistungssportler irreversible Dauerschädigungen festgestellt wurden, ohne dass bereits Beschwerden oder schmerzhafte Wahrnehmungen bestanden“ (Koch 1988).
Eine der größten Lügen im Sport ist wohl die Behauptung: „In einem gesunden Körper steckt immer ein gesunder Geist.“ Auf die Frage, was er von diesem Satz halte, antwortete der Psychiater Frank Schneider vom Universitätsklinikum Aachen, der im Jahr 20 bis 30 Profisportler behandelt, im Spiegel-Interview: „Nichts, wenn es um Leistungssportler geht“ (Gilbert, Großekathöfer 1.8.2011). Die Athleten, die zu ihm kommen, „sind depressiv oder zwangskrank, haben Tics, leiden unter Angstzuständen, haben Essstörungen. Oder sie sind abhängig von Alkohol, von Medikamenten. (…) Wir hatten vor einigen Wochen eine Top-Schwimmerin hier, schwer depressiv. (…) Sie kam nicht damit klar, nicht die Beste zu sein“ (Ebenda). Dazu kommen Burnout, Depressionen, Angstzustände, Suizidgefährdung. Dazu wiederum der Theologe Alois Koch 1995: „Der Leistungssport hat den Rubikon in Richtung ’Inhumanität’ schon überschritten. (…) Der Leistungssport ist in der Gefahr, zu einer Ideologie zu werden, ja einen quasi-religiösen Charakter anzunehmen und ‚Heil’ zu versprechen. Ein Symptom dafür ist die weitgehend übliche ‚Gleichung’ von Sport und Gesundheit“ (Koch 1995).
Der Mannschaftsarzt des deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), Helmut Schreiber, äußerte 2011: „Hochleistungssport ist kein Gesundheitssport. Nicht nur in der Leichtathletik“ (Hahn 1.9.2011). Oft sei es nötig, den Schmerz auszuschalten – mit Auswirkungen: „Diclofenac hat zum Beispiel Auswirkungen auf die Leber, auf die Niere, vor allem auf den Magen-Darm-Trakt“ (Ebenda). Und oft starten die Athleten trotz Verletzungen. „Aber derartige Entscheidungen sind nicht nur von medizinischen Erwägungen abhängig, sondern sicher auch von anderen, beispielsweise von finanziellen“ (Ebenda).

1.3. Illusionen und Sport-Ideologien
Die Sportler sehen sich oft als Vorbild für den „gesunden Sport“. Und sie sind oft selbst bereit, freiwillig jede Risikoschwelle zu überschreiten – aus einem Gefühl der vermeintlichen Unverletzlichkeit. Hierzu drei Zitate von beliebig vielen:
Silke Spiegelburg, Stabhochspringerin: „“Wenn wir durch die Übertragungen die  Leute dazu bringen, dass sie Interesse am Sport haben, haben wir dadurch schon gewonnen. Das ist das, was wir als Sportler zu einer gesünderen Gesellschaft beitragen“ (Hahn 27.8.2011).
Seth Wescott, Snowboard-Olympiasieger: „Wenn man für den Moment lebt, ist es egal, was morgen passiert. Mit dieser Lebenseinstellung kommt man sehr weit – denn vielleicht gibt es ja gar kein Morgen mehr“ (Arnu 31.10.2011).
BMX-Fahrer Chad Kagy: „Wer Angst hat, darf nicht starten“ (Tögel 1.7.2013).

Es folgt eine kleine und bei Weitem unvollständige Auswahl von Sportlern und ihren Verletzungen. Der aktuelle Gesundheitszustand bzw. die Pflegebedürftigkeit der ehemaligen Sportler ist vielfach unbekannt, ähnlich die Quote der Berufsunfähigen.

1.4. Sommersport

Leichtathletik
Liu Xiang
(*1983), CHN. Hürdensportler, Achillessehnenverletzung, Rücktritt 2015. Zitat, an die Hürden gerichtet: „Ich bin wirklich alt und krank, ich kann euch nicht mehr nehmen“ (Hahn 8.4.2015).
Michael Schrader (*1987), DEU,  Zehnkämpfer, Sportsoldat. 2008 Stressfrakturen, Ermüdungsbruch im Kahnbein. Unfall am 22.1.2016: Durchriss der Patellasehne, Kreuzbandriss, Außen- und Innenbandriss am Knie, zerstörter Meniskus.
Kira Grünberg (*1993), AUT, Stabhochsprung. 15.7.2015 Riss des rechten Außenbandes; beim Sprung am 30.7.2015 landete Grünberg vor der Matte – Bruch des 5. Wirbels der Halswirbelsäule; querschnittsgelähmt.

Radfahren
Ohne Doping geht nichts – von  Lance Armstrong bis zu den heutigen Rennställen. Vgl. Links unter www.nolympia.de zu Armstrong und McQuaid, UCI, Verbruggen: hier)

Fußball
„Nicht der Ball ist das Sportgerät des Fußballers, sondern sein Körper. Den kann zusätzlich zu den Risiken eines normalen Arbeitnehmers jederzeit eine Sportverletzung treffen, die das Ende der Karriere bedeutet – vorübergehend oder endgültig. Anders als die meisten Berufstätigen kann ein Fußballprofi den Job durchschnittlich nur 12,5 Jahre ausüben. Dann ist die sportliche Karriere zu Ende – spätestens. Denn von Verletzungen bleibt kaum ein Leistungssportler verschont. Kommen zum Trümmerbruch eines Gelenkes oder gerissenen Bändern noch Komplikationen wie Infektionen dazu, dann wird aus einem Karriereknick schnell das Karriereende. Das ist der Super-Gau, der größte anzunehmende Unfall für einen verwöhnten Fußballprofi. Diesen Fall soll eine Sportinvaliditätsversicherung abdecken, bei der es keine Berufsunfähigkeitsgrade gibt wie bei normalen Versicherungen für Berufstätige. Der Fußballer kickt oder er kickt nicht“ (Kuntz 18.8.2012; Hervorhebung WZ).

Zur Assekuranz im Fußball: „Rund 3000 Euro Prämie im Monat zahlen die Spitzenverdiener der Bundesliga für den Schutz vor Invalidität. Nach Angaben des Versicherungsmaklers Aon erleidet jeder Profifußballer pro Saison statistisch 2,5 Verletzungen, eine davon ist so schwerwiegend, dass er danach für längere Zeit ausfällt. ‚37 Prozent aller Verletzungen betreffen allein das Knie‘, sagt Stefan Gericke, Sportexperte bei dem Makler, der rund 100 Profifußballer der ersten und zweiten Bundesliga in Versicherungsfragen betreut. Knieverletzungen sind auch einer der Hauptgründe, weswegen Fußballer ihre Karriere aufgeben müssen. (…) Wie bei jedem anderen Arbeitnehmer auch zahlt der Arbeitgeber, also der Club, das Spielergehalt nur bis zum 42. Tag weiter. Danach springt die Berufsgenossenschaft ein, falls sich der Fußballer im Spiel, beim Training oder auf dem Weg dorthin verletzt hat. Die monatliche Leistung beträgt maximal 4900 Euro für maximal 72 Wochen. Ist der Spieler in seiner Freizeit verunglückt, gibt es nur das gesetzliche Krankengeld in Höhe von maximal 2100 Euro, ebenfalls für höchstens 72 Wochen, sofern der Fußballer gesetzlich krankenversichert ist“ (Krieger 7.8.2013).

Zur Invaliditätsversicherung: „Gegen das Risiko, wegen eines Unfalls oder einer Erkrankung nie wieder spielen zu können, sichern sich viele Fußballer meist mit einer sogenannten Sportinvaliditätsversicherung ab. Denn auch hier ist die gesetzliche Absicherung mager: Die Berufsgenossenschaft zahlt maximal 4667 Euro brutto im Monat bei 100 Prozent Invalidität“ (Ebenda).

Claudio Catuogno in der SZ zum körperlichen Verschleiß bei Fußballern: „Es drängt sich der Eindruck auf, dass nicht die singuläre Verletzung das Problem ist. Sondern der allgemeine Verschleiß. Die Profi-Karriere beginnt heute oft schon in der B-Jugend, ab der A-Jugend gibt es dann die Junioren-Champions-League. Zugleich wird das Spiel immer intensiver: mehr Laufkilometer, mehr Sprints, mehr Zweikämpfe. Mit der Intensität steigt wiederum nicht nur die allgemeine Ermüdungs-, sondern auch die konkrete Verletzungs- Gefahr. Der moderne Vollgasfußball frisst seine Kinder, noch ehe sie 30 sind“ (Catuogno 18.11.2013).

Dazu kommt die Datenerfassung im Profifußball der Bundesliga: „Keiner der 396 Spieler kann mehr einen Schritt machen, ohne dass die Software jede seiner Bewegungen festhält, analysiert, aufbereitet, vergleicht“ (Schnibben 1.8.2011).
Zu Fußball-Frühinvaliden und -Langzeitverletzten gibt es ungezählte Beispiele die über Jahrzehnte bekannt wurden. Hier nur zwei ganz „normale“ Fälle:
Daniel Bierofka (*1979), DEU, 1. und 2. Bundesliga. Bandscheibenvorfall, Knöchelbruch, Über 20 Operationen; Rücktritt 2014.
Hope Solo (*1981), USA, Nationaltorhüterin. 2010 Schultergelenk-OP mit zehn Schrauben.

Und natürlich gibt es – von der Öffentlichkeit weitgehend ignoriert – gerade im modernen Fußball das Problem des Dopens. Dazu Thomas Kistner in der SZ: „In Zeiten, in denen Geheimdienste beim Dopen helfen und verfeinerte Nachtests die Umverteilung von Olympiamedaillen zur Tagesroutine machen, müssen selbst passionierte Träumer erkennen: Sport steckt in der Systemfalle. Wie wird man heute immer stärker, schneller, zäher – ohne all die hocheffektiven Mittel? Das Traumgespinst vom sauberen Sport ist geplatzt. Aber: Eine Episode aus der Märchensammlung trotzt weiterhin jeder Aufklärung – die vom dopingfreien Profifußball. Es ist müßig, die unzähligen Belege anzuführen, vom Schmerzmittelmissbrauch über all die Enthüllungen, die oft späten Geständnissen früherer Stars entstammen, bis hin zu den auffallend wenigen Blut- und Hormonstudien, die es zum weltgrößten Sportbusiness gibt. Jüngst zeigte eine wissenschaftlich gesicherte Studie eine Dopingmentalität unter Fußballprofis hierzulande von zehn bis 35 Prozent. Na und? (…)  Der reiche Fußball ist abgesichert; er wird immer energetischer. Siegerteams brauchen heute neben der Klasse größte Dynamik. Wie so eine Entwicklung funktionieren kann? Egal, einfach an das Gute glauben“ (Kistner 5.4.2017).
Dazu kommt die verhängnisvolle Vorbildfunktion des Spitzensports für Kinder und Jugendliche. „Rund 15 000 Kinder spielen Fußball an DFB-Stützpunkten, außerdem gibt es 11 500 Eliteschüler des Sports in Deutschland. Sie alle träumen von einer großen Sportlerkarriere. (…) Die Interessen und das Wohl der Kinder bleiben dabei oft auf der Strecke. Und die meisten der Kinderträume von der großen Sportkarriere ebenfalls. Denn nur die wenigsten der vielen Tausend, die es versuchen, kommen schließlich auch ganz oben an“ (Schültke 11.5.2015).

Tennis
Das Beispiele für viele: Boris Becker (*1967), DEU. U. a. Syndesmosenbandriss, OP an beiden Hüftgelenken, 10 cm lange Platte im Sprunggelenk mit sechs Schrauben gehalten, kann nach sieben Operationen kaum noch Sport ausüben. Becker: „Ich kann leider aufgrund von schweren Verletzungen nicht mehr viel Sport machen. Ich habe eine neue Hüfte, habe eine zehn Zentimeter lange Eisenplatte im Sprunggelenk. Ich kann nicht mehr joggen. Ich kann nur noch zu Charity-Zwecken etwas Tennis spielen“  (Trentmann 7.10.2013).

Handball
Das Beispiel Iker Romero
(*1980), ESP. Zitat: „Allein im rechten Knie hatte ich fünf Operationen (…) Ich habe eine chronische Arthrose. Und nach Spielen hab ich oft das Gefühl, dass das Knie platzt. (…) Frakturen in beiden Knöcheln, eine chronische Sehnenscheidenentzündung im linken Knie, einen Riss der Supra-ich-weiß-nicht-was-Sehne im Ellbogen, einen rechten Schulterbruch, bei dem zwei von drei Sehnen gerissen sind. Der einzige Finger, der mir nicht brach, ist dieser hier (er zeigt den rechten Zeigefinger). Der ist mir völlig rausgeflogen. Zwei Nasenbeinbrüche, sechs Stiche, als mein rechtes Auge genäht werden musste, oder links? Das weiß ich jetzt nicht mehr“ (Cáceres 15.5.2015).

Basketball
Moritz Wohlers
(* 1984), DEU. 2 Knieoperationen, Spritzenkuren, Meniskuseinriss, Knorpelschaden (Schmid 6.3.2014). „Die Ärzte haben mir empfohlen, lieber mit dem Sport aufzuhören, damit ich auch mit 40 Jahren noch normal gehen kann“ (Ebenda).

Johannes Herber (*1983), DEU, Basketball-Nationalspieler. 2 Kreuzbandrisse seit 2007, Rückenprobleme, Entzündung von Schleimbeutel und Knochenhaut der Ferse, Rücktritt 2012. Herber,: „Ich hab noch genau im Kopf, was ich für Schmerzen hatte. Wie es mich mitgenommen hat… „Je stärker ich litt, desto besser glaubte ich, trainiert zu haben. Schmerzen zu tolerieren gehörte dazu und war sogar zwingend notwendig, um Grenzen auszuloten und sie weiter hinauszuschieben… Am Tag nach meinem ersten Kreuzbandriss trainierte ich… Mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Es war, als ob er sagte: Jetzt bestimme ich! Plötzlich kämpften wir gegen- statt miteinander… Ich habe es satt, verletzt zu sein. Ich habe es satt, mit Schmerzen zu spielen“  (Dach, Spannagel, 6.4.2014).

Turnen
Kreuzbandrisse 2014 bei: Janine Berger, Nadine Jarosch, Marcel Nguyen
Kim Janas (*2000), DEU. Drei Kreuzbandrisse mit 16 Jahren; Karriereende 2016.
Fabian Hambüchen (*1987), DEU. Olympiasieger 2016. 2009 Bänderriss linkes Sprunggelenk, 2011 Riss Achillessehne. Hambüchen zum seit 2006 geltenden Bewertungssystem: „Es gibt kein Limit nach oben, viele meinen, immer volles Risiko gehen zu müssen“ (Spiegel 22.9.2014).
„Dass der Turn-Sport mit seinen immer weiteren Drehungen,  immer höheren Flugkurven und verdichteten Übungen riskanter wird, liegt auf der Hand“ (Kreisl 20.9.2014).

Gewichtheben
Gerd Bonk
(*1951, †2014), DDR. Doping-Opfer der DDR, bis zu 11,5 Gramm Oral-Turinabol jährlich, Diabetiker, Nierenversagen, Dialysepatient. Bonk 2014: „Verheizt von der DDR, vergessen vom vereinten Deutschland“ (Herrmann 15.6.2013).
Matthias Steiner (*1982), DEU. Olympische Sommerspiele London 2012:, 2. Versuch im Reißen mit 196 Kilogramm: Bandverletzung an der Halswirbelsäule, Prellung des Brustbeins, Muskelzerrung Brustwirbelsäule, Rücktritt 2013.Milen Dobrew
(*1980), BGR. Olympiasieger 2004, starb mit 35 Jahren im März 2015, Todesursache unbekannt.
Im April 2015 wurde bekannt, dass  elf bulgarische  Gewichtheber positiv auf  Doping getestet wurden. 2008 musste Bulgarien wegen positiver Dopingtests sein komplettes Team für Peking zurückziehen. (Siehe auch 3.4.)

Klettern
Stefan Glowacz
(*1965), DEU. Komplizierter Fersentrümmerbruch, Kahnbeinbruch, Meniskusschäden.
Didier Berthod (*1981), CHE. Probleme in beiden Knien, Bandoperation.
Thomas Huber (*1966), DEU. 2016 Sturz aus 16 Meter Höhe – Schädelfraktur, Wirbelsäulenverletzung.
Alexander Huber (*1968), DEU. 2005 Sturz aus 17 Meter Höhe – schwere Verletzungen an den Sprunggelenken. Alexander Huber: „An der Grenze zum Tod musst du umkehren. Wir Bergsteiger können unsere Leistung aber nur dann präsentieren, wenn wir erfolgreich waren. Deshalb existiert dieses schiefe öffentliche Bild“ (Wolfsgruber 14.10.2013).
Ueli Steck (*1977, † 2017): „Einer der bekanntesten Bergsteiger der Welt ist tot: Der Schweizer Ueli Steck verunglückte bei einer Expedition am Mount Everest. Rettungskräfte fanden die Leiche des 40-Jährigen in der Nähe des 7000 Meter hohen Nuptse-Berges. (…) Steck war immer auf der Suche nach neuen Extremen. In Nepal wollte er erneut einen Weltrekordversuch wagen: Eine Besteigung des Mount Everest, mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt, und des daneben gelegenen Lhotse (8616 Meter) – innerhalb von 48 Stunden, ohne künstlichen Sauerstoff. (…) Die Besteigung binnen 48 Stunden hätte einen weiteren Weltrekord bedeutet“ (spiegelonline 30.4.2017). Aus einem Nachruf von Natascha Knecht: „Ueli Steck ist tot. Abgestürzt. 1000 Meter tief gefallen. Bei einer Akklimatisationstour am Nuptste (7861 m). Er war 40-jährig, verheiratet, keine Kinder. (…) Die Vorbereitung für seine Rekordtour tüftelt er mit Experten des Nationalen Sportzentrums Magglingen aus. Dazu gehört auch ein Ernährungsplan und mentales Coaching. Im Alpinismus war dies eine völlig neue Entwicklung. Doch Steck definiert sich schon lange nicht mehr als klassischer Bergsteiger, sondern als Spitzensportler. Sein Motiv war nicht das Erlebnis in der Natur, die Gemächlichkeit am Berg, die Entschleunigung – was den Alpinismus seit 150 Jahren ausmacht. Er hat den ‚athletischen Alpinismus‘ erfunden. Oder wie es Bergsteiger-Legende Reinhold Messner einmal ausdrückte: den ‚Zahlenalpinismus‘, bei dem es weniger um das Geheimnisvolle und Unbekannte im Gebirge geht als um Höhenmeter, Distanzen und schnelle Zeiten, die mit der Stoppuhr gemessen werden. Jetzt hat es Ueli Steck aus der Wand ‚gespickt'“ (Knecht, Natascha, „Gescheitert bin ich, wenn ich nicht mehr nach Hause komme“, in spiegelonline 1.5.2017).

BMX
Chad Kagy
(*1980), USA. BMX-Freestyle. 15 Operationen, u. a. gebrochenes Genick, gebrochener Oberschenkelknochen, 26 Metallteile im Körper.
Daniel Tünte (*1993), DEU. Mehrfacher Bruch des Handgelenks und Bänderrisse.
Luis Brethauer (*1992), DEU: „Unser Sport ist, nun ja, kontaktfreudig. Wir fahren schon mal die Ellbogen und Schultern aus. es kommt vor, dass dich ein Bodycheck in der Steilkurve oder im Flug trifft“ (Der Spiegel 24/2012).

Mountainbike
Tarek Rasouli
, (*1974), DEU. Freeride-Mountainbiker. Unfall 2002 bei einem Stunt über 17 Meter, seitdem querschnittgelähmt.
Danny MacAskill (*1985), USA. 3x Schlüsselbeinbruch, 5x Bruch des linken Fußes, Handgelenk-Zertrümmerung, Rücken-OP.
Peter Henke, D. Mountainbike, Slopestyle: gebrochene Rippe, Bänderriss im Daumen, gebrochene Speiche, Gehirnerschütterung.
Alberto Léon (*1974, †2011), Spanien. Verdacht auf Mithilfe beim Dopingskandal um Eufemio Fuentes, soll Blutbeutel gedopter Sportler transportiert haben, Selbstmord 2011.

1.5. Wintersport

Skirennen
Daniel Albrecht
(*1983), CHE. Schädel-Hirn-Trauma Streif 2009; Knieverletzung 2012; Rücktritt 2013.
Silvano Beltrametti (*1979), CHE. Nach Sturz 2001 querschnittsgelähmt.
Gerhard Blöchl (*1981), DEU. Abriss des Gesäßmuskels, Riss eines Bandes an der Wirbelsäule 2006.
Sarah Burke (*1982, †2012); CAN. Schweres Schädel-Hirn-Trauma nach Sturz.
Florian Eckert (*1979), DEU. Knieverletzungen, Rücktritt 2005.
Beat Feuz (*1987), CHE. Zwei Fersenbrüche, Gesichtslähmung, Kreuzbandrisse 2007 und 2008, Knieverletzungen.
Marc Girardelli (*1963), AUT. 18 Operationen, davon 11 am Knie; Rücktritt 1997.
Alexandra Grauvogl (*1981), DEU. Kreuzbandrisse 1999, 2003, 2010; Rücktritt 2011.
Hans Grugger (*1981), AUT. Zwei Kreuzbandrisse 2007, Knieverletzungen, Wirbelbrüche, Schädel-Hirn-Trauma, Rippenbrüche und Lungenverletzung auf der Streif 2011; Rücktritt 2012.
Jessica Hilzinger (*1997), DEU. „Obwohl Hilzinger erst 19 Jahre alt ist, füllt sie schon eine dicke Krankenakte. Ein kurzer Auszug: Knorpelschaden zwischen Schien- und Wadenbeinkopf, Knochenprellung samt kleinster Brücke. Im April vergangenen Jahres riss sie sich noch das Innenband im rechten Knie“ (Schmid 22.2.2017).
Maria Höfl-Riesch (*1984), DEU. Sportsoldatin; Schulterfraktur 2004, zwei Kreuzbandrisse 2005; Rücktritt 2014.
Kathrin Hölzl (*1984), DEU. Sportsoldatin; Chronische Rücken-Nervenreizung 2011; Rücktritt 2013.
Stephan Keppler (*1983), DEU. Sportsoldat; Innenbandriss im rechten Knie sowie einen Abriss des Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk 2011, Rücktritt 2014.
Ivica Kostelic (*1979), HRV. Kreuzbandriss 1999, insgesamt 8 Knieoperationen; Rücktritt 2017.
Matthias Lanzinger (*1980), AUT. Nach Sturz Amputation des linken Unterschenkels 2008.
Scott Macartney (*1978), USA. Nach Sturz auf der Streif 2008 Schädel-Hirn-Trauma; Rücktritt 2011.
Felix Neureuther (*1984), DEU. Sportsoldat; Schulterluxation 2007; Schulterverletzungen; drei Knieoperationen, vier Bandscheibenvorfälle.
Benjamin Raich (*1978), AUT. Kreuzbandriss 2011; Rücktritt 2015.
Susanne Riesch (*1987), DEU. Kreuzbandriss 2005, Bruch des Schienbeinkopfs, Kreuzbandriss und Meniskusverletzung 2011; Rücktritt 2015.
Mario Scheiber (*1983), AUT. Schulterverletzung 2008, Knieverletzungen 2008; Schlüsselbeinbruch und Nasenbeinbruch etc. 2011; Rücktritt 2012.
Gina Stechert (*1987), DEU. Sportsoldatin; Kreuzbandriss 2005 , 2009, 2011, Kniebeschwerden, Rücktritt 2015.
Anna Veith (geb. Fenninger; *1989), AUT. U. a. Sturz Oktober 2015 in Sölden: Riss des rechten Kreuzbands, des rechten Seitenbands, des Innen- und Außenmeniskus und derPatellasehne, derzeit nicht aktiv.
Lindsey Vonn (*1984), USA. Kreuzbandriss 2007, Gehirnerschütterung 2011, 2 Kreuzbandrisse 2013, Innenbandriss, 3 Schienbeinkopf-Frakturen 2015, Bruch Oberarmknochen 2016.
Markus Wasmeier (*1963), DEU. Sportsoldat; Bruch von zwei Rückenwirbeln 1987, Gehirnerschütterung und Knöchelbruch 1992; neues Hüftgelenk 2011; Rücktritt 1994.
Tina Weirather (*1989), LIE. Vier Kreuzbandrisse 2007, 2008 und 2010.
Heidi Zacher (*1988), DEU. Unterschenkelbruch 2012.

Zitate aus der Ski-Welt
Günter Hujara
, FIS-Renndirektor beim Worldcup der Herren: „Während der Laie vielleicht mit 50 km/h den Berg herunterrauscht, werden beim Super-G schon bis zu 100 km/h erreicht, bei der Abfahrt teilweise sogar 150 km/h (…) Reißt einen der Ski dann unkontrolliert herum, hält das kein Knie aus“ (Mertin 9.2.2014).  Hujara nach dem Unfall von Hans Grugger auf der Streif: „Wir werden nichts verändern“ (Neudecker 21.1.2011).
Taillierte Ski: „Mit den taillierten Skiern, die heute im Weltcup gefahren werden, entstehen bei schnell gefahrenen Schwüngen Kräfte, denen bei einem Sturz kein Kniegelenk mehr standhalten kann“ (wdr.de 14.2.2011).

Streif, Kitzbühel 2016
„Fünf Verletzte: So lautet die Streif-Bilanz 2016. Im Rennen am Samstag erwischte es den Norweger Aksel Lund Svindal sowie die beiden Österreicher Hannes Reichelt und Georg Streitberger. Der 33 Jahre alte Svindal, der die Gesamtweltcup-Wertung anführte, erlitt einen Kreuzband- und einen Meniskusriss im rechten Knie. Er wird in diesem Jahr kein Rennen mehr bestreiten können. Die gleiche Diagnose musste nach seinem Sturz auch Streitberger, 34, hinnehmen; bei ihm sind das vordere Kreuzband und der Außenmeniskus gerissen. Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt, 35, trug eine Knochenprellung im Knie davon. Bereits im Training hatte es die Österreicher Max Franz (26/Verletzungen am linken Hand-, Knie- und Sprunggelenk) und Florian Scheiber (28/Kreuzband- und Meniskusriss) erwischt“ (Geprellte Knochen, gerissene Bänder, in SZ 25.1.2016).

Johannes Knuth in der SZ: „Die Streif ist die gefährlichste Abfahrtspiste der Welt. Das ist ein Titel, auf den man im Skizirkus stolz ist, und in Kitzbühel haben sie diesen Stolz immer vor sich hergetragen. Sie pflegen ihre Anekdoten, vom Starthaus, in dem es so ‚andächtig still ist wie in der Kirche‘ (Skirennfahrer Hannes Reichelt), von den Älteren, die den Jungen vor der Premiere auf der Streif raten, dass sie lieber nicht ihre Tasche im Hotel ganz auspacken sollen. Weil niemand Lust habe, die Tasche zu packen, wenn sie später im Krankenhaus liegen. Die Gefahr ist hier ihr Geschäftsmodell, knapp 50 000 Zuschauer bezahlen dafür, jedes Jahr, es ist tatsächlich ein bisschen wie im alten Rom: Der Hahnenkamm ist das Kolosseum, die Skifahrer sind die Gladiatoren. Wer ausscheidet, scheidet nicht einfach aus. Er riskiert oft seine Gesundheit, auch sein Leben“ (Knuth 25.1.2016; Hervorhebung WZ). Und zum Rennen 2016 mit den vielen Verletzten und der Frage, ob man das Rennen nicht früher hätte einstellen müssen und ob die Jury den Fahrern eine sichere Piste bereitgestellt habe: „Ja, beteuerte Markus Waldner, Renndirektor des Welt-Skiverbands FIS. Ja, versicherte Christian Mitter, Cheftrainer der Norweger, ‚es war absolut fahrbar‘, zumindest für die besten 30 Fahrer der Welt. Nachdem sie diese 30 Fahrer losgelassen hatten, nachdem die Quote erfüllt war, die das Rennen in die Wertung trug, brachen sie dann doch ab. Den Jungen wollte man das Ganze nicht zumuten, sagte Hannes Trinkl, Waldners Assistent“ (Ebenda; Hervorhebung WZ).

Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen
„Die Abfahrtsstrecke wurde umgebaut, sie haben nun eine Passage, die sie ‚Freier Fall‘ nennen, Gefälle: 90 Prozent. Die Zahl ist plakativ, der Veranstalter wirbt mit ihr“ (Neudecker 29.1.2011).

FIS-Weltcuprennen Garmisch-Partenkirchen 2017
„Die ersten Fahrer hatten sich schon vor dem Rennen abgemeldet. Christof Innerhofer war im Training mit gebrochener Wade gefahren, wie schon bei seinem zweiten Platz im Super-G von Kitzbühel. ‚Ich habe sie getapt‘, sagte er, als spreche er über ein Möbelstück. Am Freitag verzichtete er dann aber doch. Dafür traf es Nyman, der 34-Jährige rauschte unkontrolliert an den Kramersprung, die Piste war dort über Nacht schneller geworden. Er wurde derart flink von der Überraschung gepackt, dass er in Rücklage geriet – Sturz, Knieschaden, Hubschraubereinsatz. Kurz darauf verlor der Kanadier Erik Guay vor dem Seilbahnsprung die Kontrolle über seinen rechten Ski, er lag in der Luft, alle Viere von sich gestreckt, es war ein grausamer Anblick. Am Ende verhinderte Guays Airbag wohl Schlimmeres. Er fuhr mit Prellungen ins Ziel. Dann Giraud Moine, er verlor nach dem Freien Fall die Kontrolle über seine Skier. Nach Angaben der Veranstalter kugelte er sich beide Knie aus und erlitt Bänderverletzungen. Sein Landsmann Guillermo Fayed wurde später noch mit einer Knochenstauchung abtransportiert. Auch Andreas Sander, als 14. der beste Deutsche, wäre im Kramersprung beinahe verunfallt. (…)   Und so kam die Frage auf, während sich nervöse Stille übers Ziel senkte: Hatten die Veranstalter eine sichere Piste präpariert? (…) Markus Waldner, Renndirektor des Ski-Weltverbands, widersprach: Die Fahrrinne des Riesenslaloms habe keinen Einfluss auf die Stürze gehabt, er schob sie auf Pilotenfehler. ‚Die Kitzbühel-Woche hat enorm viel Energie gekostet, ich habe die Läufer mental müde erlebt‘, sagte er: ‚Die Bedingungen waren super, aber die Kandahar verzeiht nichts‘“ (Knuth 28.1.2017).

Ski-WM 2017 in St. Moritz
Martin Khuber
(*1992), KAZ: Sturz mit instabiler Fraktur im Halsbereich; Andreas Zampa (*1993), SVK: Prellung von Fersenbein und Becken; Thomas Biesemeyer (*1989), USA: Schulterluxation und Hüftzerrung; Max Ullrich (*1994), NRV: schwere Prellungen im Becken- und Schulterbereich. Mirjam Puchner (*1992), Aut: Sturz mit Gehirnerschütterung und Schien- und Wadenbeinbruch. Olivier Jenot (*1988), MCO: interne Blutungen.

Skispringen
Nicholas Fairall
(*1989), USA. Sturz im Januar 2015, Wirbelsäulenverletzung, Rippenbrüche, Nierenquetschung, Lähmungserscheinungen.
Thomas Morgenstern (*1986), AUT. Sturz 2003 und 2013; bei Sturz 2014; Schädeltrauma und Lungenquetschung, Rücktritt 2014.
Lukas Müller (*1992), AUT. Sturz im Januar 2016; inkomplette Querschnittslähmung.
Sven Hannawald (*1974), DEU. Olympische Goldmedaille 2002. Magersucht, Burnout-Syndrom, fünf Jahre Therapie. „Ich habe gezeigt, dass erfolgreiche Athleten nicht unbedingt Superhelden sind, die nichts und niemand aufhält, ich hatte alles für den Sport gegeben – bis mein Körper streikte“ (spiegelonline 8.9.2013).
Die Weiten der Sprungschanzen werden durch Umbauten oft noch gesteigert. Beim Skifliegen mit über 100 km/h Absprunggeschwindigkeit liegen sie inzwischen bei über 250 Metern.

Snowboard
Kevin Pearce
(* 1987), USA. Schädel-Hirn-Trauma 2009, 3 Wochen im Koma.
Jeret Peterson (*1981), USA. Freestyle. Alkoholabhängigkeit, Suizid 2011.
Marie-France Roy (*1985), CAN. Bruch des 2. Halswirbels 2010, Ellbogenüberdehnung 2005, vier geprellte Rippen 2007.
Nicola Thost (*1977), DEU. Drei Kreuzbandrisse; Rücktritt 2002.
Maximilian Stark, (*1992), DEU. Sportsoldat; Oberschenkelbruch, Karriereende 2015.
„Es gebe einfache und schwere Tage in seinem neuen Leben, sagt Maximilian Stark. Die einfachen Tage sind die, an denen er aufsteht, ohne dass allzu viel schmerzt. An schweren Tagen ist das so eine Sache. Mit dem Aufstehen. Starks rechter Oberschenkel ist seit ein paar Jahren kürzer als der linke, sein Becken steht deshalb schief, das wirkt sich wiederum auf die Lendenwirbel aus. An schlechten Tagen tut Starks Rücken so sehr weh, ‚da möchte ich am liebsten liegen bleiben‘. Aber alles in allem gehe es ihm doch ordentlich. Jetzt, da er seine Karriere als Snowboard-Profi seit ein paar Tagen hinter sich hat. Mit 23 Jahren“ (Knuth 8.6.2015).

Bob
Nodar Kumaritaschwili
(*1988), GEO. Tod am 12.2.2010  im Eiskanal bei den Olympischen Sommerspielen 2010 in Vancouver. „Bobfahren ist seit 1924 olympisch, seitdem sind 42 Sportler tödlich verunglückt“ (Eberle 3.2.2014).
Udo Gurgel, Konstrukteur der Bobbahn von Vancouver 2010, äußerte: „Vor ein paar Jahren habe er von Funktionären die Anregung bekommen, eine Bahn zu bauen, die Bobs öfter umkippen lässt. Gurgel weigerte sich. Die Russen, sagt er, hätten sich zunächst eine Strecke gewünscht, die schneller sein sollte als die von Vancouver: 160 Stundenkilometer“ (Eberle 3.2.2014).

Eislaufen
Das Beispiel Jewgeni Pluschenko (*1982), RUS. Vier Knieoperationen, Rückeninjektionen, zwölf Operationen der Wirbelsäule, darunter Kunststoff-Einsatz, vier Schrauben. Karriereende 2014.

Biathlon
Das Beispiel Miriam Gössner (*1990), DEU. Sportsoldatin; Gesichtsverletzungen durch Slalomstange 2004; Sturz vom Mountainbike mit vier gebrochenen Lendenwirbel 2013.

Eishockey
Zwei Beispiele für viele:
Stefan Ustorf (*1974), DEU. Insgesamt vier Gehirnerschütterungen; Dezember 2011 Schädel-Hirn-Trauma. Augenprobleme, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen. Rücktritt 2013. Ustorf im März 2013: „Mir geht es vor allem im Kopf unverändert sehr schlecht. Dadurch spüre ich, wie nach und nach auch mein Körper auseinanderfällt (…) Mir war es nicht bewusst, wie schlecht meine Verfassung werden kann, weil ich nicht mehr trainieren, mich nicht mehr körperlich fithalten kann“ (Schmieder 4.3.2013).
Chris Heid (*1983), CAN. Gehirnerschütterung 2011, Zusammenprall 2014 mit erneuter Gehirnerschütterung, Rücktritt 2016, Antrag auf Berufsunfähigkeit. Heid: „Die Ärzte wussten es nicht besser, es ist ein Fehler im System. Denn alles hängt zusammen: Trainer wollen nicht verzichten, Ärzte können nichts sehen, Spieler nicht aufhören. Und die Zuschauer erwarten, dass es auf dem Eis kracht“ (Ferstl 17.2.2016).

Golf
Auch beim Golf zeigen sich Tendenzen zur Invalidisierung. Das Beispiel Tiger Woods: „Schon wieder musste sich Eldrick ‚Tiger‘ Woods am Rücken operieren lassen, zum vierten Mal in einer Zeitspanne von knapp mehr als drei Jahren. Experten rechnen damit, dass er eine Wettkampfpause von bis zu sechs Monaten einlegen muss. Dies, nachdem er erst im Januar nach einem Unterbruch von 17 Monaten auf die Tour zurückgekehrt war. (…) Restlos bewiesen werden kann es zwar nicht, viele Verletzungen sind aber Spätfolgen seines aufwändigen Spiels. (…) Woods‘ Krankenakte ist mittlerweile fast so umfangreich wie seine Trophäensammlung. Zwischen 1995 und 2008 musste er vier Knieoperationen über sich ergehen lassen. Danach gab er bei Turnieren wegen Beschwerden in der Achillessehne, Halswirbelsäule, im Rücken und Handgelenk auf. Im April 2014 unterzog er sich seiner ersten mikrochirurgischen Diskektomie an der Lendenwirbelsäule, einer Prozedur, bei der der Teil einer Bandscheibe entfernt wird, der auf einen Nerv drückt. (…) Woods kehrte zurück, erreichte aber nie mehr seine frühere Leistungsstärke. Dafür sorgte er Anfang 2015 mit Yips, dem unwillkürlichen Muskelzucken im Treffmoment bei flachen und hohen Annäherungsschlägen für unrühmliche Schlagzeilen. Anschließend schien er beschwerdefrei, aber am 14. September 2015 benötigte er eine zweite Diskektomie, wenige Wochen später, am 30. Oktober, einen weiteren Eingriff in dieser Region“ (Keller 21.4.2015).

1.6. Noch extremerer Sport

Die X-Games
„Citius, altius, fortius (schneller, höher, stärker) – das olympische Motto passt zu den X-Games wie die Faust aufs Auge. (…) Die Wettbewerbe, die sich mit Bezeichnungen wie ‘Big Air’ (Skateboard, BMX), ‘Best Whip’ (Motocross) oder „Slopestyle’ (Mountain Bike) schmücken, stehen im Zeichen von Höhe, Geschwindigkeit und Kraft. (…) Natürlich dürfen bei derlei Einlagen Kontrolle und Geschicklichkeit nicht fehlen – sowie eine hohe Schmerztoleranz, denn Stürze gehören bei den riskanten Manövern zur Tagesordnung ” (Ignatowitsch 11.5.2013).
Die X-Games sind ein Franchise-Unternehmen des amerikanischen Fernsehsenders ESPN (Entertainment and Sports Production), der zum Disney-Konzern gehört. Das „X“ steht für „extrem“: So laufen diese Sportarten dann auch ab. „Die X-Games kommen ohne schwere Unfälle selten aus, und wer nicht mindestens einmal ziemlich böse verletzt war, wird vermutlich erst gar nicht eingeladen“ (Münchner Merkur 26.6.2013).
Das X-Games-Publikum ist im Durchschnitt 20,4 Jahre alt, männlich und besserverdienend (Ebenda). Davon kann das IOC nur träumen – deshalb schaut es bei den X-Games die Wettbewerbe ab. 1998 holte das IOC die Snowboarder, 2010 ist Skicross olympisch, Slopestyle seit 2014, Skateboarden wird es 2020 sein (Ebenda).

Die kanadische Ski-Freestylerin Sarah Burke gewann viermal den Halfpipe-Titel beim Extremsport-Event X-Games. Sie hatte sich dafür eingesetzt, dass ihre Sportart Ski-Slopestyle in das Programm der Olympischen Spiele  aufgenommen wurde und erstmals 2014 in Sotschi die Freeski-Disziplinen Halfpipe und Slopestyle olympisch wurden (Hahn 21.1.2012). Am 10.1.2012 stürzte sie beim Training in der Olympia-Halfpipe in Vancouver, landete auf dem Kopf und erlitt schwere Kopfverletzungen (SZ 12.1.2012; SZ 13.1.2012). Nach einem Herzstillstand kam es zu “schweren, irreparablen Gehirnschäden” (Tod von Ski-Freestylerin Burke, in spiegelonline 20.1.2012). Neun Tage später starb sie im Krankenhaus von Salt Lake City.

Der Amerikaner Caleb Moore verlor am 24.1.2013 in der X-Games-Disziplin “Freestyle-Snowmobiling” in Aspen/Colorado die Kontrolle über sein 200 Kilo schweres Schneemobil nach einem missglückten Rückwärtssalto und erlag seinen inneren Verletzungen (sueddeutsche.de 1.2.2013; SZ 2.2.2013). Mitte März 2013 strichen dann die Veranstalter des Senders ESPN die Schneemobil-Disziplin.
Weitere X-Games-„Helden“: Paris Rosen, Freestyle-Motocrosser, Unfall 2010 bei Salto vorwärts: Leberriss, Knorpelbruch, Bruch der unteren Lendenwirbelsäule, Lungenquetschung, Abschürfungen und Prellungen. Steffi Laier, “Women’s Enduro X”, Unfall August 2012: Motorrad durchschlägt von hinten den Oberschenkel. Brian Deegan, Rallycross und Moto X Step Up: Beine und Arme gebrochen, Niere und Milz verloren. Manny Santiago, Street League Skateboarding: Sprunggelenke ausgeleiert, Knieschmerzen, Zahnverlust. Jackson Strong, Freestyle Moto X: Knochenbrüche usw. (Winter 21.6.2013; Biazza 21.6.2013; Münchner Merkur 26.6.2013).
Lisa Zimmermann (*1996), DEU. Freestyle-Skifahrerin, sprang als erste Frau den „Switch Double Cork 180“, das sind drei Seitwärts- Drehungen und zwei Drehungen um die eigene Achse. Sturz 2017 in Aspen, Colorado bei den X-Games: Riss von Kreuzband, Innen- und Außenband.

Der Sportwissenschaftler Martin Stern zur Gefahrenentwicklung bei neuen Wintersportarten: “Das Risiko ist Teil der Struktur dieser Sportarten. Neue Tricks, mehr Schrauben, spektakulärere Sprünge – davon leben diese Disziplinen. Die Sportler werden immer den Grenzgang probieren, egal wie die Bedingungen sind. Und die Zuschauer erwarten das auch von ihnen” (Der Spiegel 7/9.2.2013; Hervorhebung WZ). „Und am Streckenrand wartet bereits der Krankenwagen“ (SID, Münchner Merkur 26.6.2013).
Die jungen Sportler können einem leidtun: Sie sind Verführte und setzen ihre Gesundheit aufs Spiel. Die Verführer – Veranstalter, Fernsehsender, Sponsoren etc. – machen mit ihnen das Geschäft.

American Football
Der Film Concussion („Gehirnerschütterung“; deutscher Titel: „Erschütternde Wahrheit“) lief im Herbst 2015 in den US-Kinos an und berichtete über die Gefahren von Kopfverletzungen durch American Football. Interessant ist das Verhalten der Profiliga NFL, die jahrelang einen Zusammenhang zwischen ihrer Sportart und ernsthaften Kopfverletzungen geleugnet hat. „Sie hat sich von einem Geständnis sogar freigekauft, indem sie im August 2013 einer Einigung zugestimmt hat, derzufolge sie 765 Millionen Dollar an ehemalige Akteure bezahlt. Im Gegenzug übernimmt sie keine Verantwortung für Verletzungen und muss auch nicht zugeben, dass diese Erkrankungen durch Football hervorgerufen wurden. (…) Schließlich hat die NFL die Studien von Ärzten wie Bennet Omalu (der das Gehirn des 2002 verstorbenen Footballprofis Mike Webster untersucht und schwere Schäden festgestellt hat) und Ann McKee (die 94 verstorbene ehemalige Spieler untersucht und bei 90 davon die Krankheit

CTE [Chronisch-traumatische Enzephalopathie, auch Dementia pugilistica genannt] nachgewiesen hat) bislang als Quacksalberei abgetan und durch selbst finanzierte Studien zu widerlegen versucht. (Vgl. hierzu auch die  Erkrankung eines Lehrers an CTE 20 Jahre nach seiner Football-Karriere bei: Mooshammer 8.4.2017.)

„Noch vor dem diesjährigen Endspiel im Februar sagte Ligachef Roger Goodell: ‚Es gibt nun mal Risiken im Leben. Es ist auch gefährlich, auf der Couch zu sitzen.‘ Die NFL kann es sich angesichts von Einnahmen von 13,5 Milliarden Dollar alleine in dieser Saison leisten, ihr ursprüngliches Angebot für ehemalige Profis auf bis zu eine Milliarde Dollar zu erhöhen“ (Schmieder 18.3.2016). Die Medizinerin Ann McKee äußerte: „Wir haben CTE in 90 von 94 NFL-Spielern gefunden, in 45 von 55 College-Athleten und in sechs von 26 High-School-Schülern. Das sind keine Einzelfälle. Wir werden erschüttert sein, wenn wir feststellen, wie weit verbreitet die Krankheit wirklich ist“ (Ebenda). – „ Genau an diesem Punkt wird es interessant: Die Einigung von 2013 verpflichtet die NFL grundsätzlich, nur Zahlungen an Spieler zu leisten, die bis dahin verletzt worden sind. Deshalb haben die Kläger – unterstützt von der Spielergewerkschaft – Einspruch eingelegt. Sie fürchten, dass Profis, die künftig erkranken oder bei denen Spätfolgen festgestellt werden, leer ausgehen“ (Ebenda).

„Das Risiko, so eine Studie der Boston University, für einen Footballspieler etwa an Demenz, Parkinson oder Alzheimer zu erkranken, sei 19 Mal so hoch wie bei einem Menschen, der nie Football gespielt hat“ (Schmieder 4.3.2013). – „Fortan kann sich jeder ehemalige NFL-Akteur untersuchen lassen und dann – je nach Erkrankung und Länge seiner Profilaufbahn – Geld aus dem Kompensationstopf beantragen. Ein Alzheimer-Patient beispielsweise bekommt maximal fünf Millionen Dollar, wer an Demenz leidet, erhält maximal drei Millionen. Zudem gibt es eine Entschädigung für die Angehörigen verstorbener Spieler wie Junior Seau, Dave Duerson oder Ray Easterling. Etwa zehn Millionen Dollar gehen an Forschungseinrichtungen, die sich mit den Folgen von Gehirnerschütterungen beschäftigen. ‘Jetzt werde ich ein bisschen Geld haben, um meine Kinder aufs College zu schicken‘, sagt Kevin Turner. Er spielte einst für die New England Patriots und die Philadelphia Eagles und leidet nun an amyotropher Lateralsklerose, einer Erkrankung des Nervensystems: ‚Ich bin jetzt 44 Jahre alt, wahrscheinlich werde ich die 50 oder 60 nicht erreichen – aber dieser Deal nimmt eine große Belastung von den Schultern derer, die leiden‘“ (Schmieder 31.8.2013).

Zu den Verletzungen kommt die Verabreichung von Schmerzmitteln: „Eine Gruppe von rund 500 ehemaligen Spielern hat die National Football League (NFL) der USA verklagt. Die früheren Profis werfen Teamärzten vor, illegal Arzneimittel verabreicht zu haben, ohne auf Nebenwirkungen hinzuweisen, unter denen viele noch heute litten. Einige der Kläger versicherten, man habe ihnen Knochenbrüche verheimlicht und stattdessen Schmerztabletten gegeben. Andere bekräftigten, dass sie auch lange nach ihrem Ausscheiden von den Schmerzmitteln abhängig blieben“ (SZ 22.5.2014).

Das Bekanntwerden der Erkrankungen bewirkte auch Verhaltensänderungen: „Die Eltern schicken ihre Kinder nicht mehr in Football-Sommercamps, die Zahl der Anmeldungen ist in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent zurückgegangen. Es sind mittlerweile nicht mehr nur die Verletzungsstatistiken, die Eltern beunruhigen. Eine kürzlich von der NFL in Auftrag gegebene Studie ergab, dass etwa jeder dritte NFL-Profi eine ernsthafte Gehirnkrankheit erleben dürfte. Seit 2010 haben sich neun ehemalige Profis umgebracht. Die Universität Boston hat in 76 Gehirnen ehemaliger Spieler, die sie untersuchte, Defekte entdeckt; insgesamt waren 79 Proben genommen worden. Jake Locker, Jason Worlids, Patrick Willis, Maurice Jones-Drew – diese Spieler waren alle noch keine 30 Jahre alt und sind in den vergangenen Wochen zurückgetreten“ (Schmieder 28.3.2015).

Boxen
Das Beispiel Braydon Smith (*1991, *2015), USA. Tod im Boxring. Zunächst gratulierte Smith dem Sieger noch in einem Interview im Ring. 90 Minuten später kollabierte er im Umkleideraum. Auf der Fahrt ins Krankenhaus wurde er wegen einer Hirnschwellung ins künstliche Koma versetzt. Zwei Tage später starb Smith in Brisbane. Nach dem Tod des Boxers entbrannte in Australien erneut die Debatte über die Gefahren des Boxsports. Shaun Rudd, Präsident der Vereinigung australischer Ärzte in Queensland, forderte eine Verbannung der Sportart: ‚Es ist besonders traurig, wenn jemand stirbt in einem sogenannten Sport, in dem es nur darum geht, den Gegner auszuknocken oder zumindest möglichst viele Schläge gegen seinen Kopf anzubringen‘“ (spiegelonline 17.3.2015).

Wrestling
Pedro Aguayo Ramirez
(*1979, †2015), MEX. Genickbruch beim Kampf. „Die anderen Wrestler dachten offenbar, das gehöre zur Show – und kämpften noch etwa zwei Minuten weiter. Als sie Aguayo Ramirez, Sohn von Wrestling-Legende Perro Aguayo, anstupsten, um ihn zum Weitermachen zu animieren, fiel dessen lebloser Körper kopfüber auf den Boden.  (…) Der Veranstalter des Showkampfes, eine Firma namens The Crash, hat sich bislang nicht zu dem tragischen Vorfall geäußert. Die Box- und Wrestling-Vereinigung Tijuanas nannte den Tod einen unglücklich Unfall, der in einer Risikosportart wie Wrestling eben vorkomme“ (spiegelonline 22.3.2015).

Mixed-Martial-Arts
Joao Carvalho
(*1988, †2016). „Als alles vorbei war, stützte sich João Carvalho mit einem Arm auf, er saß bereits auf dem Boden, das Gesicht vom Blut verschmiert. Dann legte er sich auf den Käfigboden. So sehen die letzten bewegten Bilder der Karriere und des Lebens des portugiesischen Mixed-Martial-Arts-Kämpfers aus, es gibt davon verwackelte Aufnahmen im Internet. 48 Stunden später war João Carvalho tot, er wurde 28 Jahre alt – und durch seinen Tod zu einem Symbol dafür, wie weit das Kämpferische in einem Kampfsport gehen darf. Beim Mixed Martial Arts (MMA) kombinieren die Kämpfer mehrere Kampfsportarten, unter anderem dürfen sie sich noch schlagen und treten, wenn einer bereits am oden liegt. So hatte auch am Samstag Carvalhos Gegner, der Ire Charlie Ward (Kampfname: The Hospital), den Portugiesen noch mit Faustschlägen getroffen, als dieser bereits auf dem Boden kniete. (…)  MMA ist in den vergangenen Jahren immer populärer geworden, gerade durch die amerikanische Ultimate Fighting Championship, die auch Kämpfe in Deutschland veranstaltet. In den USA nimmt die UFC dem klassischen Boxen viele Zuschauer weg“ (SZ 14.4.2016).

Motorsport
Statt vieler möglicher Meldungen eine ganz aktuelle Nachricht: „Der britische Nachwuchspilot Billy Monger, 17, hat infolge eines Unfalls am Sonntag bei einem Formel-4-Rennen in Donington Park beide Beine verloren. Wie Mongers Management mitteilte, sei eine Amputation unumgänglich gewesen. Der Teenager war mit hoher Geschwindigkeit auf das nach einem Defekt deutlich verlangsamte Fahrzeug eines Mitstreiters aufgefahren“ (SID, Nachwuchspilot verliert Beine, in SZ 21.4.2017).
Dass die Autoraserei und der automobile Rennzirkus global seit Jahrzehnten zum Rasen auf den regulären Straßen beitragen, was dort entsprechend hohe Opferzahlen fordert, ist eindeutig.

Zu den gefährlichen Sportarten kommen dann noch andere neue Disziplinen mit Hochrisiko: DeanPotter (*1972, †2015), USA. Free Solo, Speed Climbing, Wingsuit-Sprünge, Tod mit Kollegen Graham Hunt bei Wingsuit-Sprung Mai 2015.

2. Teil: Schlechte Perspektiven

2.1. Zitate zum Sport
Sportszene USA, August 2011
: „Es wird seitdem viel diskutiert in Nordamerika, Rick Rypien ist ja schon der dritte Leistungssportler und der zweite NHL-Profi innerhalb von drei Monaten, der starb: Im Mai nahm Derek Boogaard von den New York Rangers eine Mischung aus Alkohol und dem Schmerzmittel Oxycodon, die er nicht überlebte; Boogaard war alkoholkrank. Im Juli erschoss sich der Freestyle-Skifahrer Jeret Petersen, Silbermedaillengewinner bei Olympia 2010, in einem Canyon bei Salt Lake City, Petersen war depressiv. Boogaard wurde 28 Jahre alt, Petersen 29“ (Neudecker 24.8.2011).
Nicola Thost, Snowboarderin: „Schon ungünstig, wenn du mit 33 Knie hast, die du erst mit 60 haben solltest“ (Becker 11.1.2011).
Ivica Kostelic, Sprecher der FIS-Athletenkommission zum Sturz von Hans Grugger auf der Streif in Kitzbühel: „Es ist schwierig, etwas über einen Kurs zu sagen, wenn hier fast jedes zweite Jahr jemand beinahe tödlich verunglückt“ (Neudecker 24.1.2011). – Die FIS prüfte daraufhin eine Klage gegen Kostelic.
Lindsey Vonn: „Ich bin eine erfolgreiche Skirennfahrerin, niemand will meine Probleme hören“ (Neudecker 18.12.2012). – „Ich habe Probleme mit einfachen Sachen, wie meinen Skischuh anziehen, mir die Haare zu machen, ein Glas Wasser zu heben“ (Otzelberger 16.2.2017).
Kathrin Hölzl, deutsche Skirennfahrerin, zu Schmerzmitteln: „Ich hatte über Monate so viel Zeug genommen und gespritzt bekommen, ich wollte das nicht mehr. Ich habe mich durchgekämpft, aber ich hatte ja solche Schmerzen, dass ich am Start kaum anschieben konnte“ (Neudecker 20.9.2011). Und zur F rage nach der Zahl ihrer Ärzte: „Puh, da habe ich den Überblick verloren (…) Ich würde sagen: 30 oder 40, wenn man Physiotherapeuten und Heilpraktiker mitrechnet. Irgendwann ist das total aus dem Ruder gelaufen“ (Ebenda).
Felix Neureuther zum neuen Riesenslalomski: „Wir fahren jetzt noch aggressiver“ Neudecker 27.10.2012). – „Bei Tests der FIS mit den neuen Skiern verletzten sich gleich vier Testfahrer, alle vier erlitten einen Kreuzbandriss“ (Ebenda).
Marc Girardelli zur Streif-Abfahrt: „Schlussendlich lebt die Abfahrt von Kitzbühel auch von diesen tragischen Unfällen, dem Reiz des Gefährlichen. Da dürfen wir uns nichts vormachen. (…) Aber die Belastungen für die Fahrer sind fast unerträglich. Die Gelenke, die Knorpel, die Sehnen werden über die Maßen beansprucht. (…) Man muss schon darüber nachdenken, ob es die Zukunft des alpinen Rennsports ist, jedes Mal einen halben Meter Eis hinzupräparieren“ (Hummel 7.2.2011).
Skirennen Chamonix Januar 2011: „Vier Skirennfahrer beendeten in Chamonix das Wochenende nach schweren Stürzen im Krankenhaus. (…) Für Manuel Osborne-Paradis (Kanada) ist die Saison wegen eines Kreuzbandrisses ebenso vorbei wie für den Österreicher Georg Streitberger, der sich einen Schienbeinkopf brach. (…) Zuvor hatten bereits Ryan Semple aus Kanada (Bänderverletzung im Knie) und der Österreicher Mario Scheiber (Schlüsselbeinbruch) die WM abhaken müssen. Insgesamt haben sich in dieser Saison bereits mehr als zehn Speedfahrer – darunter die Deutschen Stephan Keppler und Andreas Strodl – so schwer verletzt, dass sie nicht mehr um WM-Medaillen fahren können“ (SZ 31.1.2011).
Sportfunktionär und FIS-Präsident Gian Franco Kasper zur Verletzungsserie Anfang 2011: „Es gibt nur eine Möglichkeit, mit der man wirklich viel erreichen könnte, und das ist, die Geschwindigkeit auf null herunterzufahren, das heißt: Keiner bewegt sich mehr, und man hofft dann, dass auch keiner mehr umfällt“ (Eder 14.2.2011. Angesichts der furchtbaren Unfälle im alpinen Rennsport ist Kaspers Aussage an Zynismus kaum noch zu überbieten).
Sportfunktionär Wolfgang Maier, Sportdirektor DSV, zu den Verletzungen deutscher Skirennfahrer Anfang 2011: „Die Verletzungen sind ein Fluch. Aber jeder Fluch geht mal zu Ende“ (Neudecker 9.2.2011).
Der Schweizer Skirennfahrer Didier Cuche im Februar 2011: „Ganz ehrlich: Ich bin selten völlig schmerzfrei. Mein Rücken macht mir Probleme“ (Eberle 7.2.2011).
Der kroatische Skirennfahrer Ivica Kostelic: „Mein rechtes Knie ist nicht wie Ihres, es ist kein normales Knie. Und dann noch der Rücken, der ist immer ein Thema bei mir. Ich brauche während der Saison eine ständige medizinische Betreuung; damit das nicht schlimmer wird“ (Neudecker 17.3.2011).
Sportarzt Prof. Dr. Bernd Kabelka: „Viele Sportler haben in ihrer Karriere Verletzungen, die Folgeschäden haben. Zum Beispiel Profi-Fußballer, die immer wieder auf die Hüfte stürzen, haben einen hohen Verschleiß, brauchen nach Karriere-Ende fünfmal häufiger Hüft-Prothesen als Normalbürger. Auch Kreuzbandrisse führen zu späteren Problemen. Trotz Operation ist das Knie manchmal so beschädigt, dass man später eine Prothese braucht. Sollte ein Sportler aber ohne schwere Verletzungen bleiben, kann er, wenn er sich fit hält, bis ins Alter problemfrei bleiben. Die meiste Gefahr für Spätschäden gibt es bei Kontakt-Sportarten wie Fußball, Handball oder Eishockey. Für die Knie ist auch Ski Alpin sehr gefährlich“ (bild.de 14.1.2014).

Und das hat seinen Preis. „Man sollte“, sagt Jörg Schmadtke, ‚die Dinge nicht miteinander vermengen‘. Dieser Hinweis ist dem Geschäftsführer Sport von Hannover 96 wichtig. Denn natürlich weiß er, wie schnell die Verbindung gezogen wird zwischen Robert Enke und Markus Miller – dem einstigen Stammtorwart, der wegen Depressionen seinem Leben am 10. November 2009 ein Ende setzte, und dem Ersatzkeeper von 96, der am Montag mitteilte, er lasse sich wegen ‚mentaler Erschöpfung‘ und einem beginnenden Burnout-Syndrom stationär behandeln“ (Marwedel 7.9.2011).

2.2. Gehirnschäden
„Etliche Boxer leiden schon in jungen Jahren unter neurologischen Einschränkungen und erkranken früh an Demenz oder Parkinson. Aber auch in anderen Sportarten wird das Gehirn offenbar stärker beeinträchtigt, als Ärzte bisher annahmen. Die Schäden, die sich Athleten beim Eishockey, American Football und auch beim Fußball zuziehen, sind nicht zu unterschätzen. (…) Das Team um den Psychiater Thomas McAllister vom Dartmouth College verglich 80 junge Erwachsene, die Eishockey oder American Football spielten, mit ebenso vielen Athleten, die keine Kontaktsportart betrieben, sondern Leichtathletik oder Skilanglauf. Die Eishockey- und Fußballspieler trugen speziell präparierte Helme, mit denen die Häufigkeit, Intensität und Richtung der Stöße aufgezeichnet wurde. Nach einer Saison zeigte sich, dass die College-Sportler, die immer wieder Schläge auf den Kopf bekamen oder mit ihren Gegnern zusammengeprallt waren, Veränderungen in der Hirnstruktur aufwiesen. Die als Balken bezeichnete Verbindung zwischen beiden Hirnhälften war aufgelockert; die Nervenverknüpfung in Mandelkern und Hippocampus ebenfalls. (…) ‚Die Addition von vielen kleinen Traumata ist in der Summe viel schädlicher, als wir bisher angenommen haben‘, sagt Florian Heinen, Leiter der Neuropädiatrie am Haunerschen Kinderspital der Universität München. Ende vergangenen Jahres hatte eine Arbeitsgruppe der Universitäten Harvard und München angehende Profifußballer mit Schwimmern verglichen und deutliche Strukturunterschiede in der weißen Substanz festgestellt. (…) ‚Schon häufiges Fußballtraining mit zahlreichen Kopfbällen hinterlässt Spuren im Sinne von Mikrotraumen im Gehirn‘, sagt Heinen“ (Bartens 12.12.2013).

Die Medizinerin Prof. Inga Koerte erforscht Kopfverletzungen in speziellen Sportarten wie American Football, aber auch im Fußball. „Deshalb haben wir kürzlich 16 ehemalige Profispieler untersucht, die heute im Schnitt 50 Jahre alt sind. Sie haben mindestens eine, oft aber viele Spielzeiten in der ersten, zweiten oder dritten Bundesliga gekickt. Es zeigte sich, dass mit zunehmendem Alter bei Fußballern die graue Substanz in großen Arealen des Gehirns deutlich abgenommen hatte – verglichen mit altersgleichen Sportlern von Nichtkontaktsportarten wie Schwimmen oder Tischtennis. (…) Mit dem Aufprall des Balls gerät das im Nervenwasser schwimmende Gehirn ruckartig in Bewegung. In diesem Moment werden vor allem die langen Faserverbindungen der Nervenzellen, die Axone, gestaucht und gedehnt und können dabei verletzt werden. Wenn ein Stoß sehr hart ist, etwa bei einem Sturz, prallt das Gehirn gegen die knöcherne Innenwand des Schädels, was Blutungen im Schädelinneren nach sich zieht. (…) Die Verbindungen unserer Nervenzellen, die Axone, sind mit einer Schutzschicht aus Myelin ummantelt wie ein Elektrokabel mit Kunststoff. Die Schutzschicht und die Axone können verletzt werden. Wenn die Zellmembran stark gedehnt wird oder sogar reißt, strömen massiv Kalziumionen in die Nervenzelle ein. Diese lassen die Energieversorgung der Zelle kollabieren. In leichten Fällen ist die Signalleitung der Nervenzelle kurzfristig gestört, in anderen stirbt sie ab. Geschieht dies massenhaft, dann ist uns schwindelig und übel, oder wir haben Kopfschmerzen, eine Sehstörung oder eine Amnesie. Man spricht von einem Schädel-Hirn-Trauma oder einer Gehirnerschütterung. Inzwischen wissen wir, dass nicht nur solch ein Schädel-Hirn-Trauma das Gehirn verändern kann. Auch häufige, zunächst symptomfreie Erschütterungen des Kopfes wirken sich auf die Strukturen und Funktionen des Gehirns aus. Mit bildgebenden Verfahren wiesen wir nach, dass unter anderem bei Fußballern die Mikrostruktur der grauen und weißen Substanz gelitten hat“ (Liesemer 22.2.2016). Ein Schädel-Hirn-Trauma ist übrigens auf einem CT oder MRT meist nicht zu erkennen.

Eine Hauptursache für dauerhafte Verletzungen ist auch die oft viel zu frühe Wiederaufnahme des Spitzensports nach Sportschäden. Im Februar 2016 kritisierte der Heidelberger Medizinprofessor  Holger Schmitt die zu kurze Rekonvaleszenz: „Im Profifußball ist zu beobachten, dass Athleten –  ohne dass sie bereits fit sind – auf das Spielfeld gelassen werden… Unter rein medizinischen Gesichtspunkten würde man den Spielern eine längere Auszeit gönnen. Aber der Profi-Fußball ist ein eigenes Geschäft. Da wird ein gewisser Druck ausgeübt, auch auf die medizinischen Betreuer“ (DPA 16.2.2016). Für den Gelenkspezialisten Schmitt sind die Belastungen „im absoluten Grenzbereich“ (Ebenda).

Das gilt vermutlich inzwischen für fast alle Sportarten. Geld heilt nicht, aber es erzwingt und beschleunigt den zu frühen Wiedereinsatz der Spitzensportler.

2.3. Nach der Karriere
Matti Nykanen
(*1963), Finnland, Karriereende 1991: Ehemaliger Weltklasse-Skispringer, Olympiasieger; Alkoholiker, attackierte seine Frau mit einem Messer, brachte sein Geld durch, landete schließlich im Gefängnis (SZ 24.12.2012; Wikipedia).
Paulo César (*1949), Brasilien; Fußballer: WM-Gewinner, verkaufte seine  WM-Medaille für Kokain (SZ 20.4.2015).
Jean-Marc Bosman (*1964), Belgien; Fußball-Profi („Bosman-Urteil“): bekam 780.000 Euro Schadensersatz, wurde Alkoholiker, verlor sein Geld, leidet unter Depressionen und ist arbeitslos (SZ 19.10.2011).
Suzy Favor Hamilton (*1968), USA: Glamour Girl der US-Leichtathletik, finanzielle Schwierigkeiten, Panikattacken, Depressionen, arbeitete seit 2011 als Prostituierte (Gernandt 27.12.2012, Wikipedia).
Grant Hackett (*1980), Australien; Schwimmer: dreimaliger Olympiasieger, drogen- und schlafmittelabhängig (DPA, SID 27.2.2014; Catuogno 1.3.2014).
Ian Thorpe (*1982), Australien, Schwimmer: Depressionen (Catuogno 1.3.2014, Wikipedia).
Kieren Perlins (*1973), Australien, Schwimmer: 2 olympische Goldmedaillen, in Behandlung wegen Depressionen . „Während Australien sich die Grundsatzfrage stellt: Was genau macht eigentlich unsere Schwimmer kaputt? Mögliche Antwort: das Schwimmen“ (Catuogno 1.3.2014).
Mike Tyson, (*1966) USA; Boxer: 1986 jüngster Schwergewichtsweltmeister der Geschichte, wegen Vergewaltigung drei Jahre im Gefängnis, Verurteilung wegen Drogenmissbrauchs, verprasste sein Vermögen von 400 Millionen Dollar, musste Privatinsolvenz anmelden (Koch 22.2.2013).
Mika Myllylä (*1969, †2011), Finnland, Langläufer: eine olympische Goldmedaille, eine Silber- und vier Bronzemedaillen. Alkoholsucht, Trunkenheit am Steuer, seine Ehe zerbrach, er verlor Haus und Ansehen, gab Epo-Doping zu, starb im Juli 2011. Aus seinem letzten Brief: „Ich bin dankbar und allein. Der Wind ist gegen mich (…). Ich knie nieder. Ich gebe zu, dass ich verloren habe und bete um Ruhe für meine Seele“ (Hahn, Häyrinen 7.7.2011).
Uli Borowka, (*1962), Deutschland, Ex-Profifußballer: landete im Alkohol, wurde gegenüber seiner Frau gewalttätig, ging 2000 in die Suchtklinik – und dann an die Öffentlichkeit. „Als ich trocken war, habe ich mich überall beworben: erste, zweite, dritte Liga, als Co-Trainer, Jugendtrainer, alles Mögliche. Nur Absagen. Die wollen mit einem Alkoholiker nichts zu tun haben. Einmal gebrandmarkt, immer gebrandmarkt. (…) Ich weiß sicher, dass die Bundesliga ein ernstes Suchtproblem hat. (…) Ich weiß von Drogen- und Medikamentenabhängigen und ganz vielen Spielsüchtigen. Ich finde es wahnsinnig mutig von den Spielern, dass sie mich angerufen haben. Ich wollte mit dem DFB beraten, was man tun könnte, um suchtkranken Spielern zu helfen. Bisher wurde das aber leider ignoriert“ (Conradi, Öchsner 26.10.2012).
Alwin Wagner (*1950), Deutscher Meister im Diskuswerfen: berichtete bereits 1981 über das westdeutsche Dopingsystem. „Als ich 1973 in die Szene kam, war ich noch vollkommen unbeleckt. Ich wusste nicht mal, dass es so was wie Anabolika gibt, ganz ehrlich. Ich merkte dann schnell, dass ich von der Leistung her nicht mithalten konnte und wollte schon aufhören. Doch dann überredete mich der Trainer Karl-Heinz Steinmetz, der später auch Bundestrainer wurde, weiterzumachen. Ich sei doch ein großes Talent, und ich müsse nur ein bisschen was einnehmen, dann würde ich schnell über 65, 66 Meter werfen können. Das war die damalige Weltspitze. Da habe ich zwei Monate überlegt und mich dann drauf eingelassen. (…) Ich bekam so ein Gläschen, da waren 100 Tabletten drin, ohne Beipackzettel. Die habe ich brav eingenommen, dreimal täglich, und ich habe schon nach wenigen Wochen gemerkt, wie ich viel kräftiger wurde. (…) Na ja, nach und nach sickerte natürlich immer mehr durch, welche Schäden Doping anrichtet. Und ich habe in den Jahren danach auch zu viele Tote erlebt, ehemalige Kollegen. Die bekamen Leberkrebs oder Lymphdrüsenkrebs oder fielen einfach tot um“ (Ahrens 4.4.2017)

3. Teil: Die Kosten von Brot & Spiele

3.1. Zur Position der Berufsgenossenschaft
Dezember 2010:
„Im Streit um die massive Erhöhung der Pflichtbeiträge, die Proficlubs zur gesetzlichen Unfallversicherung ihrer Sportler an die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) zahlen müssen, hat das Bundesarbeitsministerium dem Druck der Sportverbände nachgegeben. Im Juli hatte die VBG angekündigt, die Beitragssätze um bis zu 100 Prozent anzuheben. Ausgenommen davon sollten nur Berufsfußballer sein, deren Tarife anders berechnet werden. Nach Verhandlungen zwischen Vertretern des Bundesarbeitsministeriums, das die VBG beaufsichtigt, und dem Deutschen Olympischen Sportbund einigten sich beide Seiten Mitte voriger Woche darauf, dass die Beiträge allenfalls moderat steigen werden“ (Der Spiegel 51/2010). Das Arbeitsministerium hielt es sogar für möglich, dass die bisherigen Beitragssätze -–nach Rücksprache mit der VBG – gehalten werden (Ebenda).

März 2011: „Auf die deutschen Sportvereine kommen in den nächsten Jahren möglicherweise gewaltige Beitragserhöhungen für die gesetzliche Unfallversicherung zu. Nach Einschätzung der Berufsgenossenschaft wird sich die Abgabenlast bis zum Jahr 2015 verdoppeln. ‚Für jeden Euro Gehalt an einen Profi-Sportler fallen dann etwa 43 Cent für Beiträge an‘, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Joachim Breuer, am Dienstag in Berlin. Derzeit seien es nur etwa 21 Cent. Viele Sportclubs fürchten deshalb um ihre wirtschaftliche Existenz. (…) Grundsätzlich ist jeder Arbeitnehmer in Deutschland unfallversichert. Die Berufsgenossenschaften übernehmen die medizinischen Folgekosten für Berufskrankheiten und Unfälle, die sich in der Arbeit ereignen. Das gilt auch für Profi-Sportler. (…) Die meisten Unfälle ereignen sich bei den Sportarten mit den meisten Versicherten, also beim Fußball, Handball und Eishockey“ (Bohsem 2.3.2011).

Die  Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) sieht zwei Tendenzen: Die Zahl der Sportunfälle steigt, und immer mehr gering verdienende Sportler werden Profis. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Joachim Breuer, gab an, dass 2011 die Kosten der VBG für Profisportler gut zweieinhalb Mal so hoch waren wie 2003, wobei die VBG den Sportvereinen schon jetzt Sonderkonditionen einräume. „Weil die Unfallversicherung jedoch solidarisch organisiert sei, übernähmen derzeit aber die Arbeitgeber aus den etwa 100 anderen Gewerbezweigen in der VBG die zusätzlichen Kosten. Das heißt, Banken, Versicherungsunternehmen, Zeitarbeitsgesellschaften und Verlage zahlen für ihre Mitarbeiter einen höheren Beitrag, um den Profisport in Deutschland zu unterstützen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) warnte vor den höheren Beiträgen für die Sportvereine. „ Auch an das zuständige Bundesarbeitsministerium haben sich die Funktionäre bereits gewandt. Dabei ist man auf offenbar auf ein positives Echo gestoßen. ‚Wir sind in guten Gesprächen mit allen Beteiligten‘, sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper der SZ. (…) Um die Beiträge stabil zu halten, sei weiter daran gedacht, die Beiträge für die Vereine auf die anderen Unternehmen umzulegen. Vielleicht sogar auch auf solche, die in anderen Berufsgenossenschaften versichert seien“ (Ebenda; Hervorhebung WZ).

August 2012: „Mehrere Dienstleistungsbranchen wehren sich dagegen, neue Kosten für die Sportförderung über das System der Berufsgenossenschaft zu tragen. Anlass sind Pläne der Gesetzlichen Unfallversicherung, des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Bundesarbeitsministeriums, nach denen die Beiträge für Berufssportler außerhalb des Profifußballs eingefroren werden sollen trotz steigender Versicherungskosten“ (Astheimer 13.8.2012). Der sogenannte „Gefahrtarif“ müsste sich bis zum Jahr 2016 verdoppeln – Zusatzkosten, die von den anderen Mitgliedern der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) getragen werden müssten. Das Zusatzvolumen wird pro Jahr auf 180 Millionen Euro beziffert. Die Zeitarbeitgeberverbände BAP und IGZ und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft wehrten sich dagegen. Der Sport erfülle eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ein IGZ-Vorstandsmitglied: „Es kann deshalb nicht sein, dass die Sportförderung ausgewählten Branchen aufgebürdet wird“ (Ebenda; Hervorhebung WZ).
Die VBG hat mehr als 34 Millionen Versicherte, darunter auch Sportvereine, die in drei Kategorien unterteilt werden: Profis aus den ersten drei Fußballligen (Klasse 1), „sonstige bezahlte Sportler“ aus unteren Fußballligen und anderen Sportarten (2) sowie Amateure (3). Die Versicherungsbeiträge errechnen sich aus dem Gefahrtarif, der aus dem Verhältnis von Lohnsumme zu Unfallkosten errechnet wird.
„Für einen Ingenieur ergibt sich daraus ein Wert von 0,8, für Sicherheitsunternehmen 3,94 und für Zeitarbeiter in Dienstleistungen 0,77 sowie in gewerblichen Bereichen 7,97. Amateursportler kosten derzeit 2,42. Deutlich höher liegen die Beiträge für die Fußballprofis der ersten Kategorie mit 57,81. Noch liegen die ‚sonstigen bezahlten Sportler‘ mit 45,04 darunter. Doch weil häufig – etwa in den Fußball-Regionalligen – die Lohnsummen relativ gering sind, die Unfallkosten jedoch hoch, wurde 2010 eine stufenweise Anhebung der Beiträge bis 2016 auf 90,08 beschlossen. Allerdings ist die erste Stufe der Anhebung durch eine nachträgliche Änderung des Gefahrtarifs schon ausgesetzt worden, um den Profisport zu entlasten“ (Ebenda). Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter der damaligen Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte schon eine eigene Regelung zur Entlastung des Sports angekündigt.
Der VBG-Gefahrtarif benennt bei der Gefahrklasse folgende Steigerungen für Sportunternehmen: 2017 = 56,24; 2022 = 67,18. Und für bezahlte bzw. selbstständige Sportlerinnen und Sportler: 2017 = 54,96; 2022 = 68,54 (S. 4).
Der „VBG-Sportreport 2016“ listet mit schönen Bildchen auf fast 80 Seiten unkritisch Statistiken zum Unfallgeschehen in den beiden höchsten Männer-Ligen bei Basketball, Eishockey, Fußball und Handball auf: Dabei fällt kein kritisches Wort zum Spitzensport bzw. gibt es keine statistischen Unterlagen zur jeweils höheren Unfallhäufigkeit bzw. Frühinvalidität im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.

Dazu aus einem Kommentar von Michael Reinsch in faz.net: „Auch die VBG ist nicht von der Sorge ums Fair Play getrieben, sondern von rasenden Kosten. 30.000 Arbeitsunfälle weist ihre Statistik für Berufssportler in Deutschland pro Jahr aus, 70 Prozent davon entfallen auf Fußballvereine, die ihren Spielern Geld zahlen – auch und vor allem in niedrigen Klassen. Bei Behandlung und Reha lässt sie sich nicht lumpen und zahlt siebzig Millionen Euro dafür. Branchen wie Zeitarbeit und Sicherheitsdienste drohen bei solchen Zahlen die Solidargemeinschaft aufzukündigen. Sie wollten nicht zu einer Sportförderung verdonnert werden, klagten sie, die andere nicht tragen müssten. Als aber die VBG den Vereinen, die Profis beschäftigen, die Verdoppelung der Beiträge in Aussicht stellte, ging ein Sturm der Entrüstung durchs Land. (…) 2500 Sportvereine gehören der VBG an. (…) Die geballte Macht von Sport und Politik hat dafür gesorgt, dass aus der schlagartigen Beitragserhöhung eine offiziell moderate geworden ist; ein Blick auf die Veränderungen zeigt, dass der Risikofaktor für Fußballprofis auf 54 sinken und der anderer Berufssportler bis 2016 schrittweise auf 52 steigen wird. Zum Vergleich: Finanzdienstleister werden bei der Errechnung des Beitrags mit einem Risikofaktor unter 0,4 eingestuft“ (Reinsch 19.11.2013).

3.2. Krankenversicherung
In der Studie „Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention“ (Gläser, Henke 1.11.2016) wird mehrfach auf die gesundheitsfördernde Funktion des Breitensports verwiesen: 23 Millionen Bundesbürger seien regelmäßig sportaktiv. „Es wurden sogar Forderungen erhoben, Sportunfälle aus der Gesetzlichen Krankenversicherung auszugrenzen“ (S. 5). Diese Forderungen werden als „deutlich überzogen“ und „mit statistischen Zahlen nicht zu begründen“ deklariert. Zum Unfallgeschehen und den deutlich erhöhten Verletzungsrisiken im  Spitzensport nehmen die Autoren allerdings nicht Stellung.

3.3. Invaliditätsversicherung
„Die Sportinvaliditätsversicherungen funktionieren ähnlich wie Berufsunfähigkeitspolicen. Kann der Sportler seinen Beruf nicht mehr ausüben, also nicht mehr spielen, wird die Leistung fällig. Anders als bei normalen Berufsunfähigkeitspolicen, bei denen der Versicherer einen Teil der vereinbarten Rente zahlt, wenn der Kunde zu 25 oder 50 Prozent berufsunfähig ist, gibt es bei den Sportlern keine graduellen Abstufungen. (…) Eine Sportinvaliditätsabsicherung für einen 25-jährigen Fußball-Profi mit einer Deckungssumme von drei Millionen Euro kostet bei der Ergo rund 38 000 Euro pro Saison; soll die Leistung auch im Todesfall gezahlt werden, liegt die Prämie bei 43 000 Euro“ (Krieger 7.8.2013).

Als Ergebnis könnte man formulieren, dass die Solidargemeinschaft aller Krankenversicherten und der Beitragszahler der Berufsgenossenschaften für das Höchstrisiko des Spitzensports (und des Spritzensports) aufkommen muss. Die Kosten für individuelle Versicherungen werden von den Sportlern aufgebracht. Wenn es sich um Sportsoldaten handelt, erfolgt ein Großteil der Zahlungen über öffentliche Gelder. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich vehement – und erfolgreich – gegen eine tatsächliche Lastenverteilung aufgrund der realen Risiken gewehrt.

3.4. Doping
Ein plötzliches Schlaglicht auf die Dopingszenerie im westdeutschen Sport warf der Fall Birgit Dressel, die qualvoll am 10.4.1987 starb (vgl. Der Spiegel 37/1987). Im Kritischen Olympischen Lexikon stehen zum Beispiel die Stichworte Rolf Beilschmidt, Thüringen; Manfred Donike, Köln; Andreas Franke, Erfurt; Lothar Heinrich, Freiburg; Wildor Hollmann, Köln; Georg Huber, Freiburg; Joseph Keul, Freiburg; Wilfried Kindermann, Freiburg; Armin Klümper, Freiburg; Andreas Schmid, Freiburg; Bernd Wolfarth, Freiburg, München, Thüringen.

Um die DDR-Staatsdoping-Opfer kümmert sich der Doping-Opfer-Hilfe-Verein (DOH). Zum 2015 entdeckten russischen Staatsdoping vergleiche zahlreiche Beiträge auf www.nolympia.de, z.B.: Sotschi 2014 – Russlands Laborchef packt aus; Rio 2016 und Doping; McLaren-Report II – Russlands Systemdoping;

Dazu kommen natürlich die Dopingopfer in den westlichen Ländern – und die prominenten Doper – vom Radfahrer Lance Armstrong bis zu den ungezählten Dopern aus der Leichtathletik-Szene. Derzeit werden die olympischen Medaillen der Sommerspiele von Peking 2008 und  London 2012 nahezu im Wochenrhythmus wegen aktuell entdeckter Dopingnachweisen neu vergeben.

Dazu die Liste der aberkannten olympischen Medaillen, Stand April 2017:
Peking 2008: 9 Goldmedaillen, 21 Silbermedaillen, 19 Bronzemedaillen. Ranking: 1. Russland 13, 2. Ukraine 6, 3. Weißrussland 5, 4. Kasachstan 3, Türkei 3, China 3.
London 2012: 10 Goldmedaillen, 11 Silbermedaillen, 9 Bronzemedaillen. Ranking: 1. Russland 13, 2. Kasachstan 4, 3. Weißrussland 3, 4. Moldawien 2, Türkei 2 (Quelle: Der Spiegel 15/8.4.2017, S. 93).

Genannt werden muss auch der ehemalige IAAF-Präsident, IOC-Mitglied Lamine Diack, der gegen Geld verseuchte Proben verschwinden ließ. (Vgl.: hier) . Die grausame Logik: Doping im Sport verführt auch Nicht-Dopende, zu diesen Mitteln zu greifen, weil sie sonst im Sp(r)itzensport geringere bis gar keine Chancen haben.
Es ist nichts besser geworden beim Doping im Sport: Und dieses produziert nach wie vor jede Menge Opfer: Frühinvaliden und Geschädigte, Sportkrüppel und Tote.

Fazit
Der Theologe Alois Koch schrieb bereits 1988: „Hier wird deutlich: der eigentliche Ansatzpunkt für die Lösung des Problems der pharmakologisch-medikamentösen Manipulation, aber auch der anderen fragwürdigen Tendenzen im heutigen Hochleistungssport kann nicht in einer Symptombehandlung, kann nicht in einer Optimierung der Methoden bestehen. Er kann m. E. nur darin bestehen, dass der Hochleistungssport den hohen Stellenwert, der ihm im gesellschaftlichen Bewusstsein zuerkannt wird, verliert. Die gesellschaftlich bedingten Wertvorstellungen des sportlichen Erfolgs, aber auch das sie tragende Menschenbild bedürfen dringend einer Korrektur. Ohne diese Korrektur, ohne diese ‚reformatio in capite‘ ist die ‚reformatio in membris‘ eine Illusion; ohne diese Korrektur bleibt das Verbot der verschiedenen Formen der Chemo-Manipulation unwirksam und verloren. Ich bin allerdings überzeugt, dass dies eine ethische Forderung ist, die Utopie bleiben, der also keine Realität beschieden sein wird. Die Entwicklung geht hin auf eine größere Inhumanität“ (Koch 1988).

Hansjörg Kofink war von 1970 bis 1972 Kugelstoß-Bundestrainer. Als Doping-Gegner trat er aus Protest zurück. 2017 formuliert Kofink: „Bewegung ist etwas ganz Wichtiges für Heranwachsende. Aber diejenigen, die diese Wettkämpfe veranstalten, sind derart kriminell – bis in die Spitze des IOC –, halten die olympische Idee aber für etwas, dem die Jugend nacheifern soll. Und wollen auch noch ein moralisches Gütesiegel für sich haben. Das ist ein Witz. Ich kann gut verstehen, dass Eltern und Schüler simple Leichtathletik-Wettkämpfe bei diesen Verbänden mittlerweile verabscheuen, weil sie mitkriegen, wie diese Leute den Sport benutzen, um Geld zu verdienen. Sport vermittelt keine Qualitäten, wenn man nicht selbst Qualität hat. Die Sportausübenden geben dem Sport seine Güte. Wer hergeht und sich in irgendwelchen Verbänden versteckt, kann keinerlei Gewähr für Qualität garantieren“ (Knuth 29.3.2017).

Und wozu die ganzen Schädigungen? Für die vielen Milliarden, welche die internationalen und nationalen Sportverbände umsetzen und ihre Sportfunktionäre einnehmen. Und für das begierige Publikum bleiben dann „Brot und Spiele“.
Und die, die es doch schaffen, sind dann meist für den Rest ihres Lebens gezeichnet.

Quellen:
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– Autsch mit Ansage, in SZ 2.6.2016
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– Zurück nach 531 Tagen, in SZ 27.12.2016
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So kaputt sind unsere Sport-Helden, in bild.de 14.1.2014
Steinle, Bernd, Ein Leben, das an Fingerspitzen hängt, in faz.net 4.12.2007
Thomas Huber bei Kletterunfall schwer verletzt, in alpin.de 8.7.2016
Thomas Huber  nach Absturz: „Dankbar, dass ich leben darf“, in augsbuerger-allgemeine.de 27.7.2016
Tod von Ski-Freestylerin Burke, in spiegelonline 20.1.2012
„Tödliches Risiko“, in wdr.de 14.2.2011
Tögel, Ralf
– Happening im Luftraum, in SZ 1.7.2013
– „Ich hoffe, ich fahre mit einem Grinsen heim“, in SZ 1.7.2016
Toter bei X-Games, in SZ 2.2.2013
Trauer um Leon, in SZ 12.1.2011
Trentmann, Nina, „In Deutschland gibt es kaum eine zweite Chance“, in welt.de 7.10.2013
Unfälle bei Ski-WM: Schwer gestürzte Rennfahrer in stabilem Zustand, in express.de 8.2.2017
VBG-Sportreport 2016
Veranstalter streicht Schneemobil-Disziplin, in spiegelonline 13.3.2013
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft, Gefahrtarif, Stand 1.1.2017
„Volles Risiko“, in Der Spiegel 39/22.9.2014
Wagner, Lorenz, „Will ich die Jacke ausziehen, springt sie schon und hilft“, in SZ-Magazin 10.3.2017
Warum Alexander Huber nicht mehr auf den Berg wollte, in wochenblatt.de bgl 25.1.2017
Weinzierl, Alfred, „Es werden sich noch weitere Sportler outen“, in spiegelonline 1.10.2011
Wikipedia
Winter, Sebastian, Knochenbrüche sind fast schon normal, in sueddeutsche.de 21.6.2013
WM-Stürze: Wenn wieder einer liegen bleibt, in tagesanzeiger.ch 8.2.2017
Wolfsgruber, Axel
– Titan Oliver Kahn verrät: „Meine Hüfte ist aus Titan“, in focus.de 1.12.2014
– Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben, in focus.de 14.10.2013
Wrestler stirbt im Ring – und die Show geht weiter, in spiegelonline 22.3.2015
Zwei Deutsche, in SZ 9.6.2017

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