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Graubünden gegen Olympische Winterspiele

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Okt 172013
 
Zuletzt geändert am 06.11.2013 @ 15:44

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19.10.2013, aktualisiert 4.11.2013

Zur Bewerbung von München um Olympische Winterspiele 2022:
OJa! Oje! – Textprobe aus der Süddeutschen Zeitung: ”Ein wilder Rauten-Salat in verschiedenen Blautönen, ein paar hingeschluderte Berg-Skizzen, mal einen Skifahrer, mal einen Snowboarder, Schnee spritzt. Oja! Das muss die Werbung für eine Ü-40 Hütten-Gaudi-Warm-Up-Party irgendwo am Stadtrand sein. Oja! ist Lebensfreude in drei Buchstaben.(…) Die Plakate sollen angeblich für eine Zustimmung beim Bürgerentscheid werben, der am 10. November stattfindet, ganze 12.500 Plakate werden, laut Kreisverwaltungsreferat, für den Entscheid aufgehängt. Das kann nicht stimmen. Denn wer käme schon auf die Idee, mit einem derart scheußlichen Plakat für sein Anliegen zu werben? Onein!” (Lutz, Christiane, Oja? Oje! in SZ 10.10.2013).

Wahlkampf mit FDP-Farben: „Dumm auch, dass das ‚OJa‘-Plakat in der Farbgebung auf fatale Weise an eine Partei erinnert, die soeben glorreich im Polit-Orkus verschwunden ist. Man sieht der Kampagne an, dass es nach der Wahl von Thomas Bach zum IOC-Chef schnell gehen musste“ (Becker Thomas, Wahlkampf mit FDP-Farben, in Die Tageszeitung 16.10.2013).

Geld ist genug vorhanden beim Team München-2022:
1,5 Millionen Euro von der Landeshauptstadt München, 1,5 Millionen Euro von der Tourismus Initiative München (alle Münchner Brauereien, Dallmayr, Hotel Bayerischer Hof, BMW-Welt, FC Bayern, ADAC, IHK München und Oberbayern etc.) wollen ausgegeben werden. Und die Buchhandlung Hugendubel hängte ein Plakat im Format 9 mal 9 Meter an die Fassade am Marienplatz.
Nolympia München hat rund 35.000 Euro zur Verfügung (also rund ein Prozent der OJa-Leute) und stellt gerade einmal 250 Plakatständer auf.

Niemand presserechtlich verantwortlich
. Der Münchner Stadtrat Tobias Ruff (ÖDP) fragte bei Oberbürgermeister Ude nach, weil bei den 12.500 Plakaten niemand verantwortlich im Sinne des Presserechts (VISDP) gezeichnet habe: “Lediglich ein unbekanntes ‘Team München 2022′ wird genannt” (Anfrage: Gilt für Befürworter von Olympia 2022 kein Presserecht? 10.10.2013). Ruff fragt deshalb den OB, ob dem Kreisverwaltungsreferat der Verstoß gegen das Presserecht bekannt ist, ob die Verantwortlichen für die rechtswidrige Plakatierung angehört wurden, welche Sanktionen verhängt wurden in Anbetracht des 12.500fachen Verstoßes gegen das Bayerische Presserecht, ob Geldbußen verhängt wurden, ob die Druckwerke eingezogen werden und ob ein sofortiger Vollzug der Sanktionsmaßnahmen vorgesehen ist.

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Über eine Million Flyer
Das Frankfurter Büro Albert Speer & Partner hat die Bewerbung München 2018 konzipiert und möchte gern München 2022
übernehmen. Albert Speer & Partner hat auch den Pro-München-2022-Flyer entworfen, der allein in München über eine Million mal
verteilt wird. Der Münchner Stadtrat hat mit den Stimmen von CSU, SPD, FDP und Freien Wählern abgelehnt, dass den Wählern auch
Gegenargumente präsentiert werden.
Juristisch ist dies wohl leider nicht zu beanstanden. Mit Demokratie hat das Ganze aber nichts mehr zu tun.
Hoffentlich merken die Bürger, wie sie beeinflusst werden.

Ex-Skirennfahrer Markus Wasmeier: “Wir müssen der Bevölkerung sagen: Das sind eure Spiele!” (Effern, Heiner, Startschuss für die Olympia-Kampagne, in SZ 15.10.2013).
Nein, Bevölkerung: Das sind nicht eure Olympischen Spiele- auch wenn ihr die Milliarden dafür bezahlen müsst. Das sind die Olympischen Spiele von IOC und DOSB und der Internationalen Sportverbände, die ihre Milliardengewinne steuerfrei in die Schweiz transferieren. Das sind die Olympischen Spiele von Coca-Cola, Dow Chemical und McDonald’s. Das sind die Olympischen Spiele der Sportfunktionäre und der Olympischen Familie“, die in Fünf-Sterne-Hotels hausen. Das sind die Olympischen Spiele von Bauwirtschaft und Tourismusindustrie. Das sind Olympische Spiele, die überflüssige Sportbauten hinterlassen und auf Jahrzehnte Schulden verursachen.

Deshalb: Am 10.11.2013 mit NEIN stimmen!

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Email an NOlympia, erhalten 17.10.2013 von W.K. aus München: „Gestern Wahlbenachrichtigung erhalten. Beilage: Werbeschreiben Udes. Ist damit die Rechtsgültigkeit des Entscheids hinfällig? Wie wäre es, wenn  Herr Seehofer den Wahlbenachrichtigungen zur Landtagswahl seine Eigenwerbung beigefügt hätte? Rechtliche Schritte? Habe Ude nach seiner Redlichkeit gefragt. Noch keine Antwort erhalten.“

Email an NOlympia 17.10.2013 von G. S. “Habe gestern die Abstimmungsbenachrichtigung der Stadt erhalten. Dieser Benachrichtigung ist eine ‘Kurzinformation’ beigegügt, die eindeutig suggestiv für Olympia wirbt. Ist so etwas rechtens. Das ist doch das gleiche, wie wenn einer Wahlbenachrichtigung die Werbung für eine bestimmte Partei beiliegt. Kann man sich gegen eien derartige Beeinflussung wehren?”

Email an NOlympia, 18.10.2013 von M. E. an NOlympia: “Man traut seinen Augen nicht: jeder Wahlberichtigung zum Bürgerentscheid liegt eine ‘Kurzinformation zu einer möglichen Bewerbung um die […] Winterspiele 2022′ bei – samt der ganzen Propaganda, mit der dieser Wahnsinn schmackhaft gemacht werden soll. Das ist so, als ob mit der Wahlberichtigung zur Landtagswahl die CSU ihr Parteiprogramm hat erläutern dürfen… Es ist unfaßbar.”

Nachtrag: Niemand presserechtlich verantwortlich.
Der Münchner Stadtrat Tobias Ruff (ÖDP) fragte beim Herrn Oberbürgermeister Ude nach, weil bei den 12.500 Plakaten niemand verantwortlich im Sinne des Presserechts (VISDP) gezeichnet habe: „Lediglich ein unbekanntes ‚Team München 2022‘ wird genannt“ (Anfrage: Gilt für Befürworter von Olympia 2022 kein Presserecht? 10.10.2013). Ruff fragt deshalb den OB, ob dem Kreisverwaltungsreferat der Verstoß gegen das Presserecht bekannt ist, ob die Verantwortlichen für die rechtswidrige Plakatierung angehört wurden, welche Sanktionen verhängt wurden in Anbetracht des 12.500fachen Verstoßes gegen das Bayerische Presserecht, ob Geldbußen verhängt wurden, ob die Druckwerke  eingezogen werden und ob ein sofortiger Vollzug der Sanktionsmaßnahmen vorgesehen ist.
„Das Münchner Kreisverwaltungsreferat bestätigte, dass die Plakate nicht den Anforderungen des bayerischen Pressegesetzes entsprechen, da das Impressum fehlt… Bis zum 23. Oktober haben sie (die Befürworter; WZ) Zeit, ihre Plakate  auszutauschen oder per Aufkleber mit einem Impressum zu versehen“ (Olympia-Freunde dürfen Impressum aufkleben, in SZ 22.10.2013).
Nolympia hat gerade mal 250 Plakatständer – aber mit einem sehr guten Plakat!
Die Gestaltung des Plakats: eine Katastrophe. Dazu fehlt der Eintrag „ViSdP“. Und nun sind noch unten die Sponsoren reingepresst – optisch ein Knieschuss. Die Bewerbung München 2022 scheint noch schlechter zu werden als München 2018.

Vergleiche auch: Goliath gegen David

Nachtrag: OJe-Plakate immer besser!
Nachdem der vorgeschriebene Eintrag „Verantwortlich im Sinne des Presserechtes“ fehlte, gab es nun neue Plakatserien mit wiederum keinem V.i.S.d.P., sondern mit dem Eindruck: c/o Andreas Abold…
Und das neueste Motiv lautet: „Ja zu Winterspielen mit Tradition“.
Aber hallo, Befürworter: Da fallen einem doch die einzigen Olympischen Winterspiele mit Tradition in Deutschland ein – Garmisch-Partenkirchen 1936!

Nachtrag: Holger Getz in der SZ zum Plakat
„In München sind die Wahlplakate zur Bundestagswahl abgehängt und ersetzt worden durch Poster, die auf den Bürgerentscheid hinweisen. Die Plakate sind designtechnisch eine Katastrophe. Comicheft-Sprechblasen (‚O Ja!‘), ein stilisierter Snowboarder, alles grün-orange-blau, die Winterwelt in Waldifarben. Das Plakat sieht aus, als wäre es entworfen worden von Menschen, die nicht wissen, was sie von dem halten sollen, für das sie da werben. Ein Slogan ist: ‚Deine Stimme – Deine Spiele.‘ Schlimmer als ein Plakat, das langweilt, ist ein Plakat, das langweilt und lügt“ (Gertz, Holger, Der Dackel ist verdächtig, in SZ 1.11.2013).

Nachtrag: Garmisch-Partenkirchen 1936
Email an Nolympia von H. H. : „Ja zu Winterspielen mit Tradition“ ist flächendeckend in München plakatiert. Die einzigen Winterspiele in Deutschland, auf die sich der Begriff Tradition beziehen kann, waren Hitlers Winterspiele 1936. Ich bin erstaunt, daß das skandalöse Plakat keine mediale Resonanz erzeugt. (4.11.2013).

 

 

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