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Diack, Lamine

(*1933). Sportfunktionär aus dem Senegal. Lamine Diack ist seit 1982 Mitglied im IOC und seit 1999, dem Tod von Primo Nebiolo, Präsident der International Association of Athletics Federations (IAAF). Unter Diack ist die IAAF – ähnlich wie der Weltradsport-Verband UCI – in Korruption und Dopingskandalen versackt. Dazu beschäftigte Diack seinen Sohn, Papa Massata Diack in diversen Funktionen bei der IAAF. Dieser ist Eigentümer der Sportrechte-Agentur Pamozdi Sports Marketing. Papa Diack hatte die IAAF-Vertragsrechte für u. a. Brasilien, Russland, Indien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Südkorea, Mexiko, Afrika und die Karibik: Sein Vertrag begann 2007 und läuft noch bis 2015 (Gibson, Owen, Questions for IAAF president’s son over $5m request to Doha amid 2017 bid, in The Guardian 10.12.2014). Papa Diack requirierte mit seiner Agentur Sponsorenverträge für die IAAF (also für seinen Vater), die an deren Vermarktungsagentur Dentsu weitergereicht werden (Reinsch, Michael, Sogenannte Rückzüge, sogenannte Datendiebe, in faz.net 12.12.2014).
Exkurs Dentsu: „Gerade erst musste sich Tadashi Ishii, 65, öffentlich entschuldigen. Er ist Chef von Dentsu, der fünftgrößten Werbeagentur der Welt. Sie hatte mehr als hundert Kunden über Jahre um mindestens zwei Millionen Euro geprellt, unter ihnen auch den Autohersteller Toyota. (…) Nun folgt der nächste Skandal. Eine 24-jährige Angestellte der Firma hat Suizid begangen. Die staatliche Arbeitsaufsicht bezeichnet den Selbstmord der jungen Frau als „Karoshi“, Tod durch Überarbeitung. Beamte des Arbeitsministeriums rückten zur Hausdurchsuchung ins Hochhaus in Tokio ein. (…) Das Ministerium verdächtigt Dentsu, massiv gegen die Arbeitsgesetze zu verstoßen. Die Frau hatte im Frühjahr 2015 bei Dentsu begonnen und sei gezwungen worden, mehr als 105 Stunden Mehrarbeit pro Monat zu leisten, bis zu 30 Stunden pro Woche. In ihrer Probezeit waren es ‚nur‘ 40 Stunden pro Monat, klagte sie in sozialen Medien. So könne sie nicht weiterleben. (…) Dentsu ist die Großmacht in der japanischen Medienwelt. Die 115 Jahre alte Firma hält 40 Prozent Marktanteil des Werbemarktes, sie produziert nicht nur Anzeigen, sondern schaltet sie auch. Sie hält Anteile an den Zeitungen, kontrolliert mehrere Fernsehsender, mischt in der Unterhaltungsindustrie und im Sportmarketing mit und ist mit der Atomwirtschaft verbandelt. Eine Fachzeitschrift schrieb, Dentsu habe ‚Japans Medien im Würgegriff‘“ (Neidhart, Christoph, Zehn Teufelsregeln, in SZ 18.10.2016).
Dentsu hat erst kürzlich den Marketing-Vertrag mit der IAAF bis 2019 verlängert: Der Deal soll bis 2019 mit umgerechnet fast 14 Millionen Euro und von 2020 bis 2029 mit 17,6 Millionen Euro jährlich vergütet sein (Gibson 10.12.2014). Papa Diack musste nach diversen Skandalen seine Ämter bei der IAAF vorübergehend ruhen lassen.
Viele Details zu Lamine Diack stehen unter Leichtathletik-WM 2015 in Peking.
Vergleiche auch zu Diack: Die verkauften Leichtathletik-Weltmeisterschaften; Doping Russland; Die gedopten Europameister von München