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Mai / Juni 2009

Sponsoren

Der Autokonzern BMW stieg als erster privater Sponsor mit einer Summe um drei Millionen Euro ein. Die für die Bewerbung nötigen 30 Millionen Euro sollen ohne Zuschüsse aus Steuermitteln aufgebracht werden; dies wird angesichts der Wirtschaftskrise und dem Rückzug potentieller Sponsoren immer unwahrscheinlicher. (Bielicki, Jan, Wichtiger Schritt in Richtung 2018, in SZ 20.5.2009)

Angela Merkel

Anfang Juni 2009 lud Bundeskanzlerin Angela Merkel und Horst Seehofer mit dem DOSB-Präsidenten Thomas Bach die Konzernchefs Herbert Hainer (Adidas), Peter Löscher (Siemens) und Jürgen Großmann (RWE) zu einem Mittagessen in das Kanzleramt. Die Konzernherren sicherten die Unterstützung für die Bewerbung 2018 zu. (Merkel unterstützt Olympia-Bewerbung, in SZ 3.6.2009)

Oberammergau

Die Bewerbungsgesellschaft gab bekannt, dass die Langlauf- und Biathlonwettbewerbe nun in Oberammergau geplant werden, da die ursprünglich geplanten Anlagen in Kaltenbrunn, Klais und Krün durch Naturschutzgebiete führten. Die Olympia-Planer sprachen nach wie vor von „München + 2“ und vermieden die Benennung von Oberammergau als dritten Ort. Der Landesvorsitzende der Grünen, Dieter Janecek sagte: „Das Konzept München + 2 ist ökologisch gescheitert.“ Der grüne Landtagsabgeordnete Ludwig Hartmann äußerte: Der Faktor Ökologie wird nicht ernst genommen.“ (Effern, Heiner, Auch Oberammergau am Start, in SZ 25.6.2009; Nach Pest und Jesus kommt Biathlon, in SZ 10.7.2009; abendzeitung.de 9.7.2009: Olympia 2018: Der erste Ärger um die neuen Standorte)

Bund Naturschutz

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. hat nach nur drei Sitzungen in der „Fachkommission Umwelt“ seine weitere Teilnahme abgelehnt Am 24.6.2009 lud er zu einer Pressekonferenz ein, in der er die Gründe darlegte. Die geplanten Eingriffe in die Natur und Zweifel an einer nachhaltigen Ausrichtung der Sportgroßveranstaltung mit umfangreichen Ausbauten, Infrastrukturmaßnahmen und Beschneiungsanlagen in sensiblen Alpenregionen seien nicht zu vertreten. Im Zeitalter des Klimawandels sollen alle Pisten und Loipen künstlich beschneit werden: Dazu konnte in der Fachkommission Umwelt kein substantieller und verbindlicher Einfluss genommen werden. Ein versprochenes Umweltkonzept liege nach zwei Jahren noch immer nicht vor.

Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen Axel Doering warnte: „Die Erfahrung zeigt, dass die tatsächlichen Eingriffe regelmäßig über die Planungen hinausgehen… Garmisch-Partenkirchen kann sich aus ökologischen und ökonomischen Gründen keine weitere Zerstörung seiner Natur und Landschaft mehr erlauben.“ Der Münchner BN-Vorsitzende und Mitglied des Landesvorstands Christian Hierneis legte Wert darauf, dass man in München nicht nur München sehen darf: „Mit der Bewerbung trägt München daher direkt dazu bei, dass unsere Alpen weiter zerstört werden … Wir können dort nur Wunden heilen, die vorher geschlagen wurden. Unsere Aufgabe ist es, die Wunden von vornherein zu verhindern.“.

Bald darauf traten auch Mountain Wilderness und – in einer weiteren gemeinsamen Pressekonferenz mit dem BN – im November 2009 der Verein zum Schutz der Bergwelt sowie auch CIPRA Deutschland aus der „Fachkommission Umwelt“ aus. Siehe weiter unten: „Kritik am Umweltkonzept“

Staatliche Förderung

Die Fraktionen von SPD, CDU/CSU und FDP reichten Ende Juni 2009 folgenden Antrag ein: „Der Bundestag fordert die Bundesregierung auf, die Olympiabewerbung weiterhin zu fördern und zu unterstützen.“ Insider sahen darin einen „Freibrief für die Unterstützung der Bewerbung mit Steuermitteln“. Jens Weinreich verwies in diesem Zusammenhang auf Transparenzprobleme bei den deutschen Bewerbungen Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000), Leipzig (Sommer 2012): Rechnungshöfe und Untersuchungskommissionen hatten stets den katastrophalen Umgang und die Verschwendung von Steuermitteln kritisiert. Laut Generaldirektor Michael Vesper waren angeblich noch keine Steuergelder geflossen. Jens Weinreich schrieb dazu: „Die Bewerbung wird aber bereits direkt und indirekt von der öffentlichen Hand subventioniert. Ein Beispiel … ist die Finanzierung durch die Flughafen München GmbH (FMG): Die FMG gehört zu 51 Prozent den Freistaat Bayern zu 26 Prozent der Bundesrepublik und zu 23 Prozent der Landeshauptstadt München. Sie erbringt derzeit halbjährlich 500.000 Euro an Sachleistungen und direkten Zuwendungen für die Bewerber GmbH. Bis 2011 werden es drei Millionen sein.“ (Weinreich, Jens, Rückhaltlos für Olympia, in SZ 30.6.2009)