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Schladminger Ski-WM 2013: Ein Ort wird zerstört

23.1.2013, aktualisiert 18.5.2015

Fotos zu Schladming unter „Aktuelles“: Nach der Party“

Wolfgang Zängl

Intro: Schladminger Ski-WM 1982
Schon in den siebziger Jahren wurden Ski-Weltcup-Rennen in Schladming vom Regen ertränkt. 1978 endete die Abfahrt 700 Meter oberhalb des vorgesehenen Ziels; 1979 musste das  Rennen nach dem 29. Läufer abgesagt werden, 1981 fiel es ganz aus. Schladming kaufte 20 Schneekanonen (Stückpreis 2,5 Millionen Mark) und festigte die Piste mit Kunstdünger.
Für die WM 1982 wurden stattliche 162 Millionen Mark investiert – für Autobahnzufahrt, Modernisierung der Skianlaagen etc. Stammgäste blieben fern, die Nächtigungen fielen um die Hälfte. Der damalige Bürgermeister Hermann Kröll vertröstete auf die „Langzeitwirkung der Weltmeisterschaften“ – wie der heutige Bürgermeister 2013.
(Alle Infos: Spiegel Nr. 6/8.2.1082).

Investitionen in die Ski-WM 2013
„Am 29. Mai 2008 entschied der internationale Skiverband FIS, die Alpine Ski-WM 2013 in Schladming stattfinden zu lassen. FIS-Präsident Gian-Franco Kasper war zu diesem Zeitpunkt sicher nicht bewusst, was er damit anrichten würde. Die 4500-Einwohner-Stadt am Dachstein veränderte sich seither bis zur Unkenntlichkeit… Rund 400 Millionen Euro wurden verbaut, mindestens die Hälfte kam aus öffentlichen Mitteln“ (Schwaiger 21.1.2013 ; Hervorhebung WZ). Dauer der Veranstaltung: 4. bis 17. Februar 2013.  Kattinger beziffert bei 400 Millionen Euro Kosten einen Anteil über 290 Millionen Euro durch Bund und Land: „Allerdings ist der Haushalt  des Landes Steiermark bezüglich Ski-WM ein gut behütetes, jede Saldierung vermeidendes ‚Belastungs-Geheimnis'“ (Kattinger 8.2.2013).
In jedem Fall eine 14 Tage-Party für 400 Millionen Euro, d.h. jeder Tag kostet 17 Millionen Euro.

„Die Planai-Hochwurze
n-Bahnen GmbH hat für die Alpine Ski-WM 2013 Investitionen in der Gesamthöhe  von € 70 Mio. getätigt. Die größten Baulose waren die Talstation Planet Planai sowie der WM-Park Planai,
Europas modernste Tiefgarage“ (www.planai.at, FIS Alpine Sli WM 2013). Diese Tiefgarage hat vier Stockwerke.
Gebaut wurde auch eine 15 Meter hohe Zuschauertribüne, ein christliches Freizeithaus „Tauernhof Austria“, eine neue Polizeistation, dazu „einen neuen Bahnhof, ein Kongresszentrum für 2000 Personen, ein multifunktionales Sportzentrum, eine Umfahrungsstraße und verbesserte Zufahrten“ (Schwaiger 21.1.2013). Allein das Kongresszentrum hat 16,2 Millionen Euro gekostet und dient während der WM als Medienzentrum. „Eine weitere Nutzung ist fraglich, da für Kongresse im Urlaubsgebiet die nötige Infrastruktur fehlt“ (Winterfeldt 9.2.2013).
Dazu gibt es noch die „Tenne“, eine „rustikalen Saufburg nahe der Seilbahnstation“ (Pfeil 4.2.2013), in der 1500 Gäste Platz haben.
Die Tourismusregion Schladming/Dachstein rechnet derweilen mit einem Rückgang von 50.000 Nächtigungen: „das sei bei einem Großereignis wie der Ski-WM aber normal, so Hermann Gruber, deren Geschäftsführer (steiermark.orf.at 31.1.2013). Allein das durch die Ski-WM bedingte Wegbleiben von Touristen wird mit sechs Millionen Euro veranschlagt: „… finanziell droht dem 5.000-Einwohner-Städtchen nach Gesamtinvestitionen von 400 Millionen Euro bittere Armut nach der WM, weil Kommune und Land die Kosten tragen, der Skiverband aber die Profite einstreicht“ (Winterfeldt 9.2.2013).
Resigniert sagte Vizebürgermeister Hannes Pichler: „Wir haben gewusst, worauf wir uns einlassen: Wir können uns hier präsentieren, aber wir haben nicht mitzureden“ (Ebenda).
Mitreden können die Sponsoren, wie zum Beispiel Audi: „Die feindliche Übernahme zeigt sich schon bei der Ortseinfahrt. Die beiden Skistrecken laufen ideal beinahe mitten in das Ortszentrum. Obwohl sie selbst bei Dunkelheit im Flutlicht gut zu erkennen sind, überstrahlt der knallig rot beleuchtete Schriftzug eines Sponsors, der den Ort mit zahlreichen ausgestellten Limousinen in eine große Automobilausstellung verwandelt, das Bild. Schladming war gestern, heute ist es nur noch „Home of Quattro“. Für ein transportables Restaurant im Ortskern musste ein altes Postamt weichen. Das Posthotel wurde mit roten Banderolen so verhängt, dass es für die Dauer der WM das House of Switzerland gibt“ (Ebenda).
Bürgermeister Winter organisierte derweilen schon die nächste Anschluss-Verlustparty in Schladming: die Special Olympics 2017 (Krutzler 3.2.2013).

Öffentliche Gelder
Das Land Steiermark muss nun überall sparen – nur nicht bei der Ski-WM. Der Schladminger Bürgermeister Jürgen Winter (ÖVP) formulierte es so: „Die politische Konstellation im Land war günstig. Man konnte viele Wünsche deponieren“ (Ebenda; Hervorhebung WZ). Die „deponierten“ Wünsche ziehen erhebliche Folgelasten nach sich: Niemand weiß z.B., wie das Kongresszentrum, das im Februar 2013 als WM-Medienzentrum genutzt wird, nachher auszulasten ist. „Schladming als Kongressort ist schon allein wegen der schwierigen Erreichbarkeit, aber auch wegen des Mangels an hochklassigen Hotelbetten schlecht denkbar. Bürgermeister Winter räumt ein, dass das Kongresszentrum tatsächlich eine ‚große Herausforderung‘ für die Stadt werde“ (Müller 4.1.2013). Laut Winter hat Schladming 10 Millionen Euro in die WM investiert; die Verschuldung stieg von sieben Prozent des Haushalts auf das Doppelte (Kocek 4.2.2013).
„Und das alles nur, weil sich die steirischen Landespolitiker von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zur Ausrichtung dieses für das Land viel zu teuren Spektakels hätten animieren lassen, sagen Kritiker…Zwischen 164 und 290 Millionen Euro sollen von der öffentlichen Hand – überwiegend aus der Steiermark – kommen. Es kann aber auch mehr sein. So genau weiß das niemand in der Landesregierung, eine exakte Protokollierung, ein Budgetposten ‚Ausgaben WM 2013 ‚ existieren nicht“
(Ebenda; Hervorhebung WZ). – „Genaueres kann man nicht sagen, da es in der Landesregierung keine exakte Aufstellung der WM-Subventionen gibt“ (Leingruber 26.1.2013). Johann Kocek gibt an, dass 25 Millionen Euro vom Staat kamen, 141 Millionen Euro vom Bundesland Steiermark. 70 Millionen Euro investierte die im Besitz des Landes Steiermark befindlichen Planai-Bergbahnen (Kocek 4.2.2013).
Zum Vergleich: Im Landtagsbeschluss vom 27.11.2011 wird der Haushalt des Landes Steiermark für 2011 mit rund 5.116 Millionen angegeben, für 2012 mit 4.932 Millionen (Landtag Steiermark 27.4.2011).
Johann Kocek vermutet: „Der Verdacht liegt nahe, dass die austropatriotische Kommandoaktion Ski-WM auch zur Umleitung von Steuergeld in den Skiverband dient. Der ÖSV erhält zwar vom Weltverband FIS 35 Millionen Euro, aber es ist unklar, welche Ausgaben er damit deckt. Niemand weiß, wie viel die WM kostet. Der ÖSV verteilte ein Budget, in dem Prozentzahlen für die einzelnen Posten angegeben sind“ (Kocek 4.2.2013).
„So wirkliche Euphorie herrscht in Kreisen der Landesregierung wegen der Ski-WM ohnehin nicht – abgesehen von der persönlichen Vorfreude der Spitzenpolitiker auf diverse Seitenblicke-Auftritte. Man weiß auf höchster Regierungs- und Beamtenebene natürlich, dass die großzügige Subventionierung der WM nicht überall im Land gut ankommt. Denn während die Millionen nach Schladming geschaufelt werden, geben sich die schwarz-roten Koalitionäre im Land als musterhafte Sparpolitiker, die Tabus aufbrechen, unbeirrt sogar ins Sozialbudget schneiden und Behindertenbetreuungseinrichtungen zu Leistungskürzungen und Kündigungen zwingen“ (Müller 4.1.2013; Hervorhebung WZ).
Die Parallele zur Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen: Hier wurden Sozialwohnungen verkauft – um Schneekanonen zu kaufen.
Fazit: Weltmeisterschaft statt Sozialstaat!

Vergleiche hierzu: Die Ski-WM 2011 und Nachbereitung Ski-WM 2011

Neu-Schladming
Schröcksnadel feiert: „Schladming hat sich in einem Jahr neu erfunden“ (kleinezeitung.at 23.1.2013).
Das sieht dann so aus: „Das Viertel am Zielhang, das vor ein paar Jahren noch ein normales Wohngebiet war, ist nun vollkommen verbaut“ (Gödel 29.1.2013) Gleichzeitig stiegen die Immobilienpreise seit 2011 von Eigentumswohnungen um 18 Prozent, von Häusern um sieben Prozent (kleinezeitung 31.1.2013).
Trotzig steht Bürgermeister Winter zum Total-Umbau von Schladming: „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder du stellst einen Glassturz über die ganze Region. Oder du nützt das, was gut ist und baust es aus“ (Ebenda).
Dritte Möglichkeit: sinnloser Ausbau, Ruin, Konkurs.

Aber laut Schröcksnadel ist die WM 2013 trotzdem ein unerhörtes Geschäft: „Weltweit hat die WM einen Werbewert von 300 Millionen Euro. Wenn man alles rundherum mitrechnet, ist man sicher beim Zehnfachen“ (kleinezeitung.at 23.1.2013).

Die 400-Millionen-Party
14 Tage Partystimmung – für 400 Millionen Euro: „Die beste WM aller Zeiten soll es werden, mit der spektakulärsten Zielarena, den tollsten Pisten, den buntesten Partys, der perfektesten Infrastruktur“ (Ebenda). Hansi Hinterseer dreht die TV-Sendung „Wintertraum in Schladming“, die von ORF und – natürlich – von den deutschen Öffentlich-Rechtlichen Sportsendern übernommen wird. Arnold Schwarzenegger kam zur Eröffnung am 4.2.2013 (Ebenda).
Eine Brauerei betrieb im Ortszentrum von Schladming eine Fan-Arena und scheiterte schließlich an der Sexismus-Debatte um den Deutschen Rainer Brüderle. „Jeder Abend hatte ein Thema: ‚Huschi Wuschi mit der Uschi‘ oder ‚Scharfe Kanten, heiße Tanten… Jetzt finden die Abende ohne Motto statt – selbstverständlich im selben Stil“ (Winterfeldt 9.2.2013).
Sicherheitskoordinator Herbert Brandstätter stellte dann auch wenig überraschend fest: „Die Rennen der WM finden tagsüber statt, das  erleichtert unsere Arbeit – am Abend sind die meisten Besucher meist schon alkoholisiert“ (Winterfeldt 9.2.2013).

Und sogar Sport gibt es
„In den 14 Tagen der FIS Alpinen Skiweltmeisterschaft werden insgesamt 400.000 Besucher erwartet. In elf Bewerben werden unter den 450 Athleten aus 70 Nationen 33 Medaillen vergeben. Darüber werden über 3000 Medienvertreter aus aller Welt berichten. Schladming wird im Februar 2013 für 14 Tage der Nabel der Sportwelt sein und ein Skifest mit Herz zelebrieren“ (www.planai.at; Hervorhebung WZ).
Das erinnert an die Bemerkung von Andy Warhol aus dem Jahr 1968: “In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes.” („In Zukunft wird jeder 15 Minuten berühmt sein.“)
Nur wird Schladming für eine verdammt lange Zeit den Preis für diese 15 Minuten bzw. 14 Tage abzahlen müssen.

Außerdem zeigt sich – genau wie bei München 2018 und Graubünden 2022 -, dass von den Sponsoren der Ski-WM 2013 viele aus dem Bereich der Öffentlichen Hand und der Staatsunternehmen stammen, wie z.B. ÖBB, Österreichisches Bundesheer, Sportministerium, Flughafen Graz, Salzburg Airport, Post, Münze Österreich, Postbus etc. (www.schladming2013.at, Sponsoren & Partner).

Anspruch und Wirklichkeit
Aus dem Leitbild der offiziellen Webseite der Ski-WM 2013, Abteilung Vision-Mission: „Wir stehen … für einen gewissenhaften Umgang mit den natürlichen Ressourcen unserer Umwelt. Ein positives und verantwortungsvolles Gestalten kann nur im Sinn von Ökologie und Nachhaltigkeit geschehen“ (www.schladming2013.at, Vision-Mission;
Dagegen äußerte ÖSV-Präsident Schröcksnadel im Oktober 2012 zur Nachhaltigkeit der Ski-WM in Schladming: “Von dem Wort halte ich gar nichts. Nachhaltig? Was ist nachhaltig? Wenn ich eine Fliege erschlage, dann ist sie nachhaltig tot” (Krutzler, Zelsacher 19.10.2012: Hervorhebung WZ).

In Wahrheit erfolgte auch bei Schladming 2013 Greenwashing: Kritikern zufolge soll die Photovoltaikanlage auf dem Kongresszentrums „den enormen Energieverbrauch des Events nur kaschieren. Mehrere tausend Einfamilienhäuser könnten mit dem Strom versorgt werden, den die Schneekanonen brauchen. Auf 4.500 Schladminger kommen 7.500 Parkplätze… Wer die riesigen Bauten später nutzen soll, ist unklar. Die Nachhaltigkeit der Weltmeisterschaft sehen viele nur in den Schulden“ (Huber 15.2.2013).

Siemens wirbt für seine „Grüne Technologie“ so: „Siemens hat in der Skiwelt Amadé bereits 61 Seilbahnanlagen mit Antriebstechnik ausgerüstet, 15 davon im Skigebiet Schladming. Das Unternehmen betreibt in Innsbruck ein Technologie-Kompetenzzentrum für alpine Infrastrukturlösungen und  ist einer der führenden Anbieter von energiesparenden Antrieben für Seilbahnen  und Lifte, Energieversorgung, Steuerungen von Beschneiungsanlagen und anderen Infrastrukturangeboten für  Bergregionen… In Schladming sorgt bereits seit Saisonbeginn 2008/2009 eine neue Pumpstation oberhalb des Planaier Skistadions für eine verlässliche, umweltfreundliche und effiziente Wasserversorgung von bis zu hundert Schneekanonen“ (Siemens, www.schladming2013.at; Hervorhebung WZ)
Zum ach so nachhaltigen Schladming-Geschäft von Siemens siehe: Siemens olympisch

Folgerichtig zu diesem „Greenwashing“ verlieh der österreichische Umweltminister Nikolaus Berlakovich die „grüne Öko-Medaille“ an die Stadt Schadming und tönte: „Schladming ist Umweltschutz-Weltmeister und hat die grüne Öko-Medaille gewonnen“ (Krutzler 13.2.2013).
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Die Kritik
Der Start der WM-Strecken liegt von 838 bis maximal 1753 Höhenmetern; das Ziel ist bei 745 Höhenmeter im Ort (SZ 4.2.2013). Die Folgen der Klimaerwärmung und die Wetterverhältnisse sind vorstellbar.
Kritik kommt unter anderem vom Umweltschützer und Alpenforscher Franz Mandl, der im Nachbarort Haus/Ennstal wohnt und den Verein „Anisa – für alpine Forschung“ gegründet hat. Mandl ärgert sich unter anderem über das Greenwashing der Ski-WM und die behauptete ökologische Nachhaltigkeit dieses Sport-Großevents. Die Schneekanonen laufen unter Dauerlärm und hohem Energieverbrauch, nach seinen Schätzungen zwischen 50 und 100 Tage und Nächte. Mandl: „Da stehen 900 Schneekanonen. Was soll daran ökologisch sein?“ (Ebenda). „Da ist überhaupt nichts nachhaltig, nur Klimaauswirkungen und Schulden“ (www.sport1.de)
München 2018 und die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen lassen grüßen!

Zum „Umweltschutz-Weltmeister“ Schladming  meinte Franz Mandl: „Wenn Schladming schon Weltmeister ist, dann höchstens im Marketing. Bei der Ski-WM wird über alles ein grünes Mäntelchen gebreitet“ (Krutzler 13.2.2013). Allein die Präparierung der Pisten durch die Pistenraupen erfordert 185.000 Liter Diesel (Ebenda).

Mandl stellte fest: „Schladming besitzt 4400 Einwohner, kein Buchgeschäft, kein Kino und kein Hauben-Lokal, aber 1800 neue Hotelbetten, 4300 Gästebetten, 4000 Parkplätze für Pkws, 400 Parkplätze für Busse und – nicht zu vergessen – eine unterirdische Passage. Diese Kleinstadtfakten stehen in engem Zusammenhang mit dem Techno-Ski-Massentourismus, der überwiegend einen jungen, Mega-Events und Lärmerlebnis suchenden Kundenkreis bedient“ (Ebenda). Zu den 4300 Gästebetten kamen durch die WM noch 1200 hinzu: Wie sollen die nach der WM zu belegen sein?
Mandls Fazit: „Der Massentourismus zerstört, was er sucht, indem er es findet“ (Ebenda).
Aufschlussreiche Fotos und Informationen über den Ausbau für die Ski-WM 2013 in Schadming sind auf der Anisa-Webseite zu finden: hier
Vergleiche auch: Kunstschnee und Beschneiteiche

Dazu Pistenchef Bernhard Schupfer: „Richtigen Schnee vom Himmel brauchen wir nur zur Deko für die Landschaft“ (Pfeil 4.2.2013; Hervorhebung WZ). Und wie kommen die Schneekanonen an ihren Einsatzort? „Nach der Sommerpause, frisch gewartet, geölt und gereinigt, werden die Schneekanonen an ihre Einsatzorte an den Pisten geflogen“ (www.ski-reiteralm.at 18.9.2012; Hervorhebung WZ).
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Abriss des Loop
Der Chef der Planai-Bergbahnen, Ernst Trummer, hatte in Schladming eine große Betonspange im Schladminger Zielstadion errichten lassen, genannt „Loop“ oder „blauer Bumerang“. Dieser Bau wurde dann zum echten Bumerang, denn er musste auf Wunsch des Präsidenten des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), Peter Schröcksnadel, abgerissen werden: Der Herr ÖSV-Präsident will mehr Zuschauer im Zielhang unterbringen. Der blaue Bumerang sollte eigentlich die Talstation verschönern und hat allein 300.000 Euro gekostet: Der Abriss wird noch einmal 100.000 Euro kosten. Auch das von den Planai-Bahnen für 582.000 Euro gekaufte „Schwarzhaus“ wurde abgerissen: auf Schröcknadels Anordnung für noch weitere Zuschauerplätze. Beide Abrisse zusammen kosteten das Land Steiermark 832.000 Euro – plus die 300.000 Euro für die Errichtung des Loops (Müller 24.1.2013).

Der „Präsidentenzipfel“
Dafür sorgte Schröcksnadel dann für das Aufstellen einer gebogenen Stahlkonstruktion im Zielhang, dem „Skygate“. „Einziger Verwendungszweck: Es ist eine kleine Glasbox integriert, von welcher aus VIPs die WM-Bewerbe verfolgen können“ (Leingruber 26.1.2013) – für VIPs wie Wladimir Putin und Arnold Schwarzenegger.
„Misthaufenarchitektur“ (Pfeil 4.2.2013) nennt Franz Mandl den „Skygate“, der im Schladminger Volksmund „‚Präsidentenzipfel‘ heißt: weil es der ausdrückliche Wunsch des ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel gewesen sein soll. Und was der Präsident wünscht, wird in Schladming ruck, zuck umgesetzt. Verschwiegen wurde bisher die Finanzierung dieses an sich nutzlosen Blickfangs. Die Kosten belaufen sich nach STANDARD-Recherchen auf rund zwei Millionen Euro. Die genaue Summe lässt sich schwer eruieren, da das Bauwerk in die Gesamtkosten des Zielstadions (rund 30 Mio. Euro) eingerechnet wurde. Vielleicht um Spuren zu verwischen“ (Müller 24.1.2013).
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Verbleib der Sponsorengelder von Voestalpine: „Beworben wird auf dem Skygate ein Sponsor: die Voestalpine. Dort heißt es auf Anfrage, der ÖSV habe das Skygate bezahlt. Stimmt nicht unbedingt. Abgerechnet haben den ‚Zipfel‘ die Planai-Bahnen, finanziert hat ihn letztlich die öffentliche Hand, hauptsächlich das Land. Die Voest zahlt dafür Pacht, laut Konzern-Angaben eine sechsstellige Summe. Der Pachtzins geht an Schröcknadels ÖSV. Das heißt: Das Land Steiermark finanziert in Schladming für Schröcksnadel einen ‚Triumphbogen‘, die Voestalpine zahlt dafür an den ÖSV Sponsorgelder. Das Land sieht keinen Cent“ (Ebenda; Hervorhebung WZ).

Der Chef der Planai-Bahnen wird rausgeworfen
Wegen des teuren Abriss des Loops und wegen des geplanten Verkaufs der Planai-Bahnen wurde deren Chef, Ernst Trummer, bereits im Sommer 2012 aus fadenscheinigen Gründen geschasst. Trummer hatte 2012 gewarnt: „Wer glaubt, 2013 kommt der große Zaster, wird ein bitteres Erwachen erleben“ (Müller 4.1.2013). Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhofer (ÖVP) überbrachte Trummer persönlich die Kündigung und hielt eine eiligst einberufene Pressekonferenz ab. Zwei Aufsichtsräte der Planai-Bahnen traten aus Protest zurück. Die Arbeit von Trummer wurde seit 2009 sehr geschätzt: Die Planai-Bahnen erzielten 2011 mit 300 Mitarbeitern einen Umsatz von 31 Millionen Euro (Kordik 27.7.2012).
Der wahre Grund: Trummer „eckte gleich mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel an. Gar nicht gut. Als Präsident des Österreichischen Skiverbandes ist Schröcksnadel nämlich Veranstalter der WM und also ein mächtiger Mann. Und er ist sich dessen auch nur zu gut bewusst. Allein in den vergangenen Tagen polterte Schröcksnadel immer wieder öffentlich gegen Schladming: Einmal stellte er den Nachtslalom infrage, dann kritisierte er den angeblich dürftigen Beitrag Schladmings zur WM. Kein Wunder, dass die Politgranden des Landes einen, sagen wir, Mörderrespekt vor dem ÖSV-Präsidenten haben“ (Kordik 27.7.2013).
Trummer habe sich, so sein Anwalt, „mit dem Falschen angelegt“: Nach absurden Vorwürfen wird es nun „Abfindung und Ehrenerklärung“ geben (Kaltweit 29.1.2013). Die Kündigung war zudem rechtsunwirksam, da kein Beschluss der Generalversammlung vorlag (Kocek 4.2.2013).

Las Vegas im Ennstal
„Die Landespolitiker haben sich von Schröcksnadel treiben und sich zu einem Las Vegas im Ennstal überreden lassen. Das ist die große Sauerei angesichts der dramatische Budgetsituation im Land“, formuliert es ein Kritiker“ (Müller 4.1.2013; Hervorhebung WZ). 400 Millionen Euro kostet die Gigantomanie. „Den Reingewinn der Veranstaltung jedoch wird der Österreichische Sikiverband ÖSV einstreichen. Dessen mächtiger Präsident Peter Schröcksnadel (…) ist der  Grund, warum viele Menschen in Schladming finden, hier hätten die Falschen gezahlt – und die  Falschen verdient“ (Kahlweit 29.1.2013).
Der Clou ist, dass durch die Ski-WM 2013 das Land Steiermark so verschuldet ist, dass es vermutlich seine Planai-Bahnen veräußern muss. Und wer wird wohl neuer Eigentümer der Planai-Bahnen???
“Es heißt, dass das Land Steiermark als Eigentümer der Planai-Bahnen bald durch deren Veräußerung die klammen Kassen aufbessern wolle. Trotz eines Dementis gilt einer als wahrscheinlichster Käufer: Schröcksnadel” (Winterfeldt 12.12.2012; Hervorhebung WZ).

Gegen den Abriss des Loops und die Übernahmepläne von Schröcksnadel hatte der rausgeworfene Chef der Planai-Bahnen, Ernst Trummer, agiert. „Im August (2012; WZ) beschlossen die Mächtigen, Trummer möge dasselbe Schicksal ereignen wie dem Loop: Auch er musste weg“ (Ebenda).
Schröcksnadel ist nicht nur ÖSV-Präsident, sondern hat gleichzeitig ein Ski-Imperium unter dem Dach seiner „Vereinigten Bergbahnen GmbH“ aufgebaut, zu dem zahlreiche Skigebiete und Tourismusunternehmen gehören, darunter die “Großglockner Bergbahnen Touristik GmbH”, die “Patscherkofelbahnen GmbH”, die “Ötscher Lift GmbH & CoKG”, die “Unterberghornbahnen Kössen GmbH & CoKG”, die “Hinterstoder Wurzeralm Bergbahnen AG” und die “Hochficht Bergbahnen GmbH” (Wikipedia: Peter Schröcksnadel).
Oder anders formuliert: Der ÖSV-Präsident Schröcksnadel hat das Land Steiermark mit der Ski-WM 2013 in Schladming einigermaßen verschuldet, und der Unternehmer Schröcksnadel, der Eigentümer der „Vereinigten Bergbahnen GmbH“, wird nun eventuell zum günstigen Preis die Planai Bergbahnen vom Land Steiermark erwerben.

Allerdings erkannte der ÖSV-Präsident die drohende Gefahr und dementierte: „Völliger Blödsinn, in meinem Alter kaufe ich mir nichts mehr, da wäre es gescheiter, etwas zu verkaufen“ (Winterfeldt 9.2.2013).

Eröffnungsfeier
„Bei der Eröffnungsfeier glich das Land erneut einem riesigen Musikantenstadl“ (Schandl 15.2.2013). Gian-Franco Kasper, FIS-Präsident seit 1998, eröffnete wie die letzten 15 Jahre die Ski-WM, dazu redeten ÖSV-Präsident Schröcksnadel und Politiker. „Mehr als 20 Tonnen Material mussten nach der Eröffnungszeremonie per Helikopter vor dem ersten WM-Rennen weggeflogen werden. Bühnenaufbauten und Lichtinstallation mussten in 40 Flügen zu je 500 bis 800 Kilogramm aus dem Zielraum transportiert werden“ (orf.at 4.2.2013).
„Mit der Eröffnungsfeier als Mix aus Musikantenstadl, Superstargefummel und Zeltfestübertreibung hat man der ‚Welt‘ ein Bild des angeblich Steirischen geliefert, das für das tiefste Bayern oder das hinterste Graubünden genauso stimmig wäre. Aus- und vertauschbar… Tatsächlich hat die Landesregierung auf allen Ebenen versagt. Eine Kulturpolitik, die diesen Namen verdient, hat die Steiermark schon längere Zeit nicht“ (Sperl 10.2.2013).

Die Ski-Rennen
Kopfschütteln in Schladming:
Eröffnung mit Super-G der Frauen: Nebel, warmes Wetter. Der Start wurde von 11 Uhr auf 14.30 verschoben. Nach acht Läuferinnen musste das Rennen wieder unterbrochen werden. Die Dämmerung setzte ein, die Sicht war schlecht, der Schnee vom Regen weich. (Peschke, Siebert 6.2.2013).Wetterbedingte Verschiebungen gefährden das Ski-Geschäft: Also geht man die Risiken bewusst ein.
Lindsey Vonn stürzte schwer: Kreuzbandriss, Riss des Innenbandes, Bruch des Schienbeinkopfes. Der deutsche Alpindirektor Wolfgang Maier kritisierte ein fragwürdiges Rennen: “‘Man wollte die beste WM machen, die es je gab, und was hat man erreicht: Man hat ein Eigentor geschossen. Ein Superstar des alpinen Sports ist jetzt außer Gefecht” (spiegelonline 5.2.2013). Der Ski-Rennfahrer Stephan Keppler urteilte: „Der Zeitplan ist denen wichtiger“ (spiegelonline 7.2.2013).
Sport-Konkurrenz: Die Skiverbände konkurrieren sich selbst nieder: Ski-WM in Schladming vom 4. bis 17.2 Februar; Biathlon-WM in Nove Mesto/Tschechien vom 7. bis 17. Februar…

Berg-Geschäfte
– Die FIS hat geschätzt zwischen 30 und 40 Millionen Euro an den ÖSV überwiesen (Höfler 5.2.2013).
– Die FIS hält die Fernsehrechte an der Ski-WM und hat diese an die European Broadcasting Union (EBU) verkauft, Summe unbekannt (Ebenda).
_ Die Marketingrechte werden von der Schweizer Tridem Sports AG wahrgenommen: Zwischen der Tridem und der FIS existiert eine Verbindung über die FIS-Tochter FIS Marketing Agentur: „Shareholder dieser Agentur sind unter anderem die FIS selbst sowie die Tridem (Ebenda).
Das klingt fast nach den Business Class-Geschichten von Martin Suter!
– Der ÖSV kaufte die Marketingrechte für den VIP-Bereich für 1,1 Millionen Euro von der EBU zurück (Ebenda).
– Das Rahmenprogramm kostet den ÖSV eine Million Euro (Ebenda).
– Der  ÖSV erhält die Einnahmen aus dem Verkauf von rund 300.000 Tickets (Ebenda).
– „Rund 80 Unternehmen nutzen den TirolBerg während der FIS Alpinen Ski-WM in Schladming als hochwertige Hospitality-Plattform“ (www.seilbahn.net 4.2.2013). Und das ist nicht einmal billig. Die sieben Großsponsoren Longines, Vattenfall, Halti, Deichmann, Milka, Gösser und Uniqua sollen jeweils rund zwei Millionen Euro zahlen (macht 14 Millionen Euro), Hauptsponsor Audi soll das Doppelte überweisen – das wären vier Millionen Euro (Höfler 5.2.2013). 5.2.2013).
Nicht zu vergessen: 400 Millionen Euro im Zug der Ski-WM – der größte Teil öffentlicher Gelder, der geringere aus der Wirtschaft.

Nachtrag Mai 2013: Schladming rechnet nicht ab.
Die monumentale Ski-WM 2013 in Schladming (400 Millionen Euro Gesamtkosten) wird im Vorlauf und im Nachhinein heruntergerechnet. “Offiziell ist stets von 140 Millionen Euro vom Land und 50 Millionen des Bundes die Rede” (Rossacher, Thomas, Die Geldflüsse unter dem Dachstein, in kleinezeitung.at 24.4.2013). Davon gelten 63 Millionen Euro als “WM-relevant”. Schladming erhielt für das “Mediacenter” 10,7 Millionen Euro vom Land Steiermark (Rossacher 24.4.2013). Nachfragen wurden vom Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhofer (ÖVP) so abgeschmettert: “Es gibt nichts aufzudecken” (Kosten der Ski-WM und mehr im Visier des Landtages, in kleinezeitung.at 14.5.2013). “Der Frage nach geschwärzten Verträgen, die der ÖSV der Stadt Schladming teilweise vorgelegt haben soll, wich Schützenhöfer in seiner Antwort aus: Die Zusammenarbeit habe hervorragend funktioniert, auch wenn sich der ÖSV nicht so genau hineinschauen habe lassen. Der ÖSV-Organisationsdirektor der Ski-WM, Reinhold Zitz, erklärte zu diesem Verdacht auf APA-Anfrage, dass ‘alles transparent’ sei und geprüft werde… Schützenhöfer (…) wies zurück, dass ‘sich irgendjemand bei der Ski-WM über den Tisch hat ziehen lassen’. Dazu ÖSV-Zitz: ‘Das kann ich mit Sicherheit ausschließen, so etwas haben wir noch nie gemacht’” (Ebenda).
Das ist doch einmal so richtig lustig. “Über den Tisch ziehen”: Da weiß Schröcksnadel doch mit Sicherheit gar nicht, wie das geht…
Keine Angaben über den ÖSV-Gewinn: “Der ÖSV habe die Ski-WM in Schladming auf eigenes Risiko veranstaltet und ein eigenes Budget für die Organisation auf die Beine gestellt. Die fertige Bilanz der Weltmeisterschaften liege nun vor, aber über Gewinn oder Verlust werde man keine Auskunft geben: “Das geht niemanden etwas an, wir haben ja auch das Risiko immer selber getragen.” Zitz verriet aber soviel: “Es schaut gut aus. Wir wollten einen Gewinn erzielen, den wir in den ÖSV-Nachwuchs investieren” (Ebenda; Hervorhebung WZ).
Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) gab an, dass für die WM nur rund 63 Millionen Euro relevant waren. Da stellt sich die Frage, wofür waren die restlichen 77 Millionen Euro? “Antworten gab es zwar, doch diese waren für die Grünen unzureichend und lückenhaft. ‘Nach wie vor fehlt jede Darstellung der Geldflüsse rund um den ÖSV und eine überschaubare Kostendarstellung’, so der Grüne Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner” (Pock, Martina, Was vom Wintermärchen übrig blieb, in wienerzeitung.at 22.5.2013). Und was geschieht mit den Schladmingern White Elephants? “Nun, da der Ski-Zirkus seine Zelte in Schladming wieder abgerissen hat, stellt sich die große Frage nach der zukünftigen Nutzung der neu geschaffenen Infrastruktur. Bereits 2011 wurde das 16,4 Millionen teure Veranstaltungszentrum Congress-Schladming eröffnet, das während der WM als Mediencenter genutzt wurde” (Ebenda).
Der Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark, Jochen Pildner-Steinburg, sah in der Ski-WM 2013 einen “regionalen Größenwahn” (Ebenda).

Nachtrag Mai 2015: Der Rechnungshof wundert sich
Der Rohbericht des Bundesrechnungshofes (RH) kritisiert Aufwand, Planungsmängel und Übersichtsprobleme bei der Ski-WM 2013 in Schladming. Sie hat 414 Millionen Euro gekostet, davon kamen 246 Millionen Euro von der öffentlichen Hand, davon wiederum 151 Millionen Euro vom Land Steiermark. Förderentscheidungen seien nicht nachvollziehbar, ebenso die drei Millionen Euro für den Österreichischen Skiverband (ÖSV). „Der Vertrag mit dem Skiverband bzw. seiner Veranstaltungsgesellschaft sei den Geldgebern nicht komplett vorgelegen“ (Rossacher, Thomas, Rechnungshof zerpflückt die 246 Millionen Euro für Ski-WM, in kleinezeitung.at 7.5.2015). Das Institut für Sportstättenbau hätte Flops wie den „Loop“ im Planaistadion nicht verhindert. Das Zielstadion kam doppelt so teuer wie geplant. Der RH rügte auch das „Skygate“ mit zwei Millionen Euro Kosten als „Luxus“ und hinterfragte dessen Nutzung durch den ÖSV. Die Antikorruptionsmaßnahmen waren nach RH nicht auf aktuellem Stand (Ebenda). – „Sieben verschiedene Gremien zur Organisation und Koordination hätten unabhängig voneinander gearbeitet, so dass der Gesamtüberblick fehlte. (…) Überhaupt wird der ÖSV vom RH als großer Gewinner dieser Förderpolitik gesehen: So wird kritisiert, dass das Land Steiermark zu den fast drei Millionen Euro allein für die WM-Bewerbung mehr als zwei Millionen beigesteuert habe“ (Harte Kritik an Ski-WM-Förderungen, in steiermark.orf 8.5.2015). – „Landeshauptmann Franz Voves, SPÖ, und ÖVP-Vize Hermann Schützenhofer hätten sich von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ‚über den Tisch ziehen lassen‘, ätzt Lambert Schönleitner, Grüne“ (Holzer, Elisabeth, Rechnungshof zerpflückt die hohen Kosten für die Ski-WM, in kurier.at 8.5.2015).
„Über den Tisch ziehen“: Das ist Schröcksnadels Geschäftsmodell seit Jahrzehnten.
Schladminger Verantwortliche verteidigten die Mehrausgaben, unter anderem für das deutlich teurere Congresszentrum mit Mediencenter mit den üblichen Milchbubenrechnungen: Wenn man die zusätzlichen Steuereinnahmen durch Congress Schladming berücksichtige, „dann würden die Fördermittel von Land und Bund innerhalb von sieben Jahren wieder hereingespielt“ (steiermark.orf.at 8.5.2015). Das Büro des SPÖ-Landeschefs verlautbarte, die Werbung für das Tourismusland sei „unbezahlbar“ gewesen (Holzer 8.5.2015).

Vergleiche auch: Was von Schladming übrig blieb

Mehr über Peter Schröcksnadel demnächst unter “Aktuelles”.

Quellen:
Die WM-Strecken auf der Planai in Schladming, in SZ 4.2.2013
Fiebern, Feiern, Putinpläne, in kleinezeitung.at 23.1.2013
Gödel, Hans, Ski-WM kommt teuer, in news.at 29.1.2013
Höfler, Klaus, Millionengeschäft: Wem die WM gehört, in kleinezeitung.at 5.2.2013
Kahlweit, Cathrin, Blues auf Planet Planai, in SZ 29.1.2013
Huber, Martin, Grüne Weltmeisterschaften im Schnee, in www.cipra.org/www.tagesschau.de 15.2.2013
Keppler kritisiert Verantwortliche scharf, in spiegelonline 7.2.2013
Kordik, Hanna, WM 2013: Frostige Stimmung in Schladming, in diepresse.com 27.7.2012
Kattinger, Matthäus, Schladming und die Illusion vom nachhaltigen Gästezustrom,  in nzz.ch 8.2.2013
Kritik an Ski-WM, in www.sport1.de 8.1.2013
Krutzler, David
– Der Meister, den Schladming schon hat, in derstandard.at 3.2.2013
– Nicht ganz umweltfreundlich, so eine Ski-WM, in derstandard.at 13.2.2013
Krutzler, David, Zelsacher, Benno, “Nachhaltig? Was ist nachhaltig?”, Interview in Der Standard 19.10.2012
Landtag Steiermark, XVI. Gesetzgebungsperiode 2011, Einl.-Zahl 429/7, 27.4.2011
Leingruber, Martina, WM: Perfektes Zeitfenster für Millioneninvestitionen, in diepresse.com 26.1.2013
Lindsey Vonn erlitt Kreuzbandriss, in spiegelonline 5.2.2013).
Made in Austria, in Der Spiegel 6/8.2.1982
Müller, Walter
– Schladming droht „bitteres Erwachen“, in derstandard.at 4.1.2013
– Schladmings sündteurer „Präsidentenzipfel“, in derstandard.at 24.1.2013
Peschke, Sara, Siebert, Alexander, Tragödie statt Spektakel, in spiegelonline 6.2.2013
Pfeil, Gerhard, Gebläse und Champagner, in Der Spiegel 6/4.2.2013
Schandl, Franz, Österreich und der Skizirkus: Der alpine Größenwahn, in diepresse.com 15.2.2013
Schladming: Immobilienpreise schossen in die Höhe, in kleinezeitung.at 30.1.2013
„Schneekanonen fliegen“, in www.ski-reiteralm.at 18.9.2012
Schwaiger, Rosemarie, Landschaftsflegel: Schladming erstickt in teuren Bausünden, in profil.at 21.1.2013
Siemens ist offizieller Technologiepartner der FIS  Alpine Ski WM 2013, www.schladming2013.at
Ski  amadé: 42 Millionen Euro für Beschneiungsanlagen und Komfort, in nachrichten.at 7.11.2012
Ski-WM: Kritik am Schladminger Groß-Event: „Lärm mit Verschwendung“, in www.nachrichten.at 8.1.2013
Ski-WM in Schladming offiziell eröffnet, in steiermark.orf.at 4.2.2013
Ski-WM 2013: TirolBerg als Bühne für die Wirtschaft, in www.seilbahn.net 4.2.2013
Skocek, Johann, Das Silber der Alpen, in taz.de 4.2.2013
Sperl, Gerhard, In Schladming wurde die Steiermark zur Provinz, in derstandard.at 10.2.2013
Steinle, Bernd, Und der Präsident spielt sein Wunschkonzert, in faz.net 11.2.2013
Weniger Nächtigungen durch Ski-WM, in steiermark.orf.at 31.1.2013
Wikipedia
Winheim, Wolfgang, Groteske Schladminger Vorgeschichten, in nzz.ch 5.2.2013
Winterfeldt, Jörg
– Narrenfreiheit im Eis, in berliner-zeitung.de 12.12.2012
– Hang zur Übertreibung, in berliner-zeitung.de 9.2.2013
www.anisa.at/Ski_WM_Schladming_Planai_2013.htm
www.planai.at
www.schladming2013.at