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Neues von Sotschi 2014

20.2.2012

Sicherheit in Sotschi
Olympischer Vorgeschmack: Im Februar 2012 war Premiere des Abfahrtslaufes in Sotschi. 5000 Bewaffnete sicherten die Sportveranstaltung – schließlich liegt Sotschi nicht weit von Georgiens Grenze entfernt. Die Generalsekretärin der FIS, Sarah Lewis, erklärte die Hintergründe: „Russland als Alpinland ist für die Zukunft des Skisports und der Industrie sehr wichtig“ (Handschlag von Medwedjew, in faz.net 13.2.2012).
Da muss wohl noch etwas für die Zukunft geübt werden: Bei diesem Abfahrtslauf in Sotschi belegte der beste Russe den 44. Platz!

Zerstörungen
Der WWF Russland rügte die Zerstörung der Natur und die unzähligen abgeholzten Bäume: „Die Schäden sind noch größer als wir erwartet haben und können nicht mehr gut gemacht werden“ (Aumüller, Johannes, Heißer Schnee, in SZ 15.2.2012). „Die Stadien – fünf an der Zahl -, werden direkt am Meer in einem ehemaligen Vogelschutzgebiet  errichtet… Eine Million Kubikmeter Holz ist den Bauarbeiten bisher zum Opfer gefallen“ (Pichler-Hausegger, Barbara, Bau-Stelle: Milliardenprojekt Sotschi, tv.orf.at 20.2.2012).
Die österreichische Seilbahnfirma Doppelmayr baut hier 40 Seilbahnen; mit einer kann man sogar Autos transportieren.
„Keinen Augenblick denkt ein großer Macher an das Leid, das Umsiedlungen von Menschen nach sich ziehen, an den Kater nach dem großen Fest, an die Schuldenlast, die Jahrzehnte drücken wird. In einer Zeit, in der Staaten vor dem finanziellen Kollaps stehen, ist diese Haltung bedenklich“ (Geisser, Remo, Eine Portion Wahnsinn nötig, in nzz.ch 12.2.2012).
Sotschi 2014 kostet nicht nur Landschaft und Natur, sondern auch mehr als 30 Milliarden Euro und wird damit zu den bislang teuersten Winterspielen – Pyeongchang 2018 wird sich anstrengen müssen!
München 2018 ist glücklicherweise in diesem olympischen Preiskarussell nicht mehr dabei!

Oligarchen-Bauten
Fünf Oligarchen und russische Konzerne wurden „eingeladen“ und bauen nun die fünf Wintersportressorts. Der von Wladimir Putin geförderte vielfache Nickel-Milliardär Wladimir Potanin baut Rosa Khutor, der Mischkonzern von Milliardär (und Anteilseigner des österreichischen Strabag-Konzerns) Oleg Deripaska baut das Olympische Dorf, Gazprom baut das Skizentrum mit Langlauf und Biathlon.
Russland muss – unabhängig von den Investitionen der fünf Firmengebilde – geschätzte 24 Milliarden Euro für Infrastrukturmaßnahmen aufbringen: für z.B. das Olympiastadion (44.000 Plätze), das Olympische Dorf mit vorgelagertem Yachthafen, Flughafen, Elektrizitätswerk, Medienzentrum, Themenpark, Schnellbahn etc. Offiziell arbeiten 50.000 Arbeiter daran, inoffiziell wird von 200.000 Arbeitern geredet (Smejkal, Michael, Disneylands Härten, in sueddeutsche.de 13.2.2012). Allein die neuen Verkehrswege kosten sechs Milliarden Euro.

Sotschi feiert, Russland friert
Bis Mitte Februar 2012 gab es schon 215 Kältetote in Russland, 5500 Menschen wurden wegen Unterkühlung behandelt. „Besonders betroffen war demnach der Süden des Landes, wo auch das völlig verarmte Konfliktgebiet Nordkaukasus liegt“ (Immer mehr Kälteopfer in Russland, in SZ 14.2.2012). Sotschi liegt an der Schwarzmeerküste des Nordkaukasus.
Die Olympische Familie und die Athleten feiern, die Bevölkerung erfriert…